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Paris will die „Puffs“ verbieten

Einweg-E-Zigaretten

Frankreich will die Einweg-E-Zigaretten verbieten. Die bunten Röhrchen können bei Jugendlichen zu Abhängigkeit führen und sind umweltschädlich.

Die „Vapoteuse“ Élisabeth Borne duldet keine Einweg-E-Zigaretten mehr.

Die „Vapoteuse“ Élisabeth Borne duldet keine Einweg-E-Zigaretten mehr. Foto: AFP

Élisabeth Borne ist Frankreichs bekannteste „Vapoteuse“. Egal, ob in der Nationalversammlung oder beim Sommerfest im Elysée-Palast: Die französische Regierungschefin ist immer mit ihrer E-Zigarette in der Hand zu sehen. Doch ganz gegen ihre persönlichen Gewohnheiten hat die 62-Jährige jetzt angekündigt, die elektronischen Wegwerf-Zigaretten verbieten zu wollen, die insbesondere bei Jugendlichen beliebt sind. „Das ist ein Reflex, eine Geste, an die die jungen Leute sich gewöhnen. Dadurch werden sie an den Tabakkonsum herangeführt und das muss man unterbinden“, sagte Borne im Radiosender RTL.

Vor allem bei den 13- bis 16-Jährigen sind die bunten „Puffs“, wie die Einmal-Zigaretten genannt werden, beliebt. Geschmacksrichtungen wie Zuckerwatte, Mojito oder Marshmallow machen die kleinen Wegwerfprodukte zur Modeerscheinung in einer Altersgruppe, die offiziell noch keine Zigaretten kaufen darf. Die Werbung für die „Vapes“, die seit 2021 in Frankreich zu haben sind, läuft über die sozialen Netzwerke. Influencerinnen und Influencer preisen die Wegwerf-Zigaretten auf TikTok oder Instagram an. Mit einem Preis von rund neun Euro für 600 Züge sind sie auch erschwinglicher als eine Packung herkömmlicher Zigaretten, deren Preis durchschnittlich bei elf Euro liegt.

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Laut der Organisation France Vapotage machen die „Puffs“ bereits zehn bis 15 Prozent aller E-Zigaretten aus. Etwa jeder zehnte Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren hat die Röhrchen in Rosa oder Grellgrün bereits einmal probiert, die sowohl im Internet als auch im Supermarkt oder im Tabakladen zu haben sind. Eine Alterskontrolle findet dabei in der Regel nicht statt, obwohl „Vapes“ in Frankreich erst ab 18 gekauft werden dürfen.

„Ihre Bestandteile können die Böden verschmutzen“

Die Akademie für Medizin warnte bereits im Frühjahr, dass die Einmal-Produkte eine „heimtückische Falle“ für Kinder und Jugendliche seien. Ihr Nikotingehalt kann nämlich bei bis zu 20 Milliliter liegen. Doch selbst wenn die „Vapes“ kein Nikotin enthalten, können sie trotzdem eine Abhängigkeit schaffen. Ein Experten-Kollektiv wies in der Zeitung „Le Monde“ zudem auf die ökologischen Schäden hin, die die „Puffs“ verursachen. Sie landen nämlich ohne Recycling in der Natur, obwohl sie Plastik, eine Lithium-Batterie und Schwermetalle enthalten. „Ihre Bestandteile können die Böden, das Grundwasser und die Ozeane verschmutzen“, warnte das Kollektiv. Außerdem könne die Batterie in Brand geraten und so ganze Müllautos abfackeln. Die Gefahr ist nicht geringzuschätzen: In Großbritannien werden jede Woche 1,3 Millionen Einmal-E-Zigaretten weggeworfen.

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Für Frankreich liegen keine Zahlen vor, doch im Land der „Gauloise“ wird generell viel geraucht. Laut der Gesundheitsbehörde Santé Publique France greifen rund zwölf Millionen Französinnen und Franzosen täglich zur Zigarette. Jedes Jahr fangen rund 200.000 Jugendliche mit dem Rauchen an, und zwar bereits mit 13 oder 14 Jahren. Unter den 17-Jährigen geben ein Viertel an, jeden Tag zu rauchen.

Obwohl die Zigarettenpackung fast jedes Jahr teurer wird, sinkt die Zahl der Raucherinnen und Raucher nicht. Mit einem großen Plan gegen den Tabakkonsum, der auch das „Puff“-Verbot enthalten soll, will die Regierung nun noch einmal einen Anlauf machen. Die 75.000 Todesfälle, die jedes Jahr auf den Tabakkonsum zurückgehen, seien „enorm“, sagt Borne. Auf ihre eigene E-Zigarette will sie deshalb aber trotzdem nicht verzichten.