Luxembourg
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TV-Kochshow in Luxemburg: Moderator Mike Süsser verkündet Kim-Boykott

„Mein Lokal, dein Lokal“

Beim Duell der Gastronomen und Gastronominnen aus dem Großherzogtum war am Donnerstag Meckern auf hohem Niveau angesagt. Der bislang ruhigste Teilnehmer der Runde hielt aber glücklicherweise „Luxemburg am Leben“. 

Kim sitzt mit Ben im Keller der „Wäistuff Leuck“. Den hohen Ansprüchen der Gastronomin wurde das Team der Gaststätte nicht gerecht.

Kim sitzt mit Ben im Keller der „Wäistuff Leuck“. Den hohen Ansprüchen der Gastronomin wurde das Team der Gaststätte nicht gerecht. Foto: Kabel 1

„Ländlich-köstlich“, wie es zu Beginn der Sendung hieß, ging es an Tag vier der Luxemburg-Woche bei „Mein Lokal, dein Lokal – der Profi kommt“ zu. Gastgeberin beim TV-Duell der Gastronomen am Donnerstag war Sandra in ihrer „Wäistuff Leuck“ in Lenningen. Wer in dem Lokal nahe der deutschen Grenze Platz nimmt, kann aus zwei Karten wählen, wie die gebürtige Österreicherin und ehemalige Krankenpflegerin vorab erklärte: In der „Prestige-Karte“ sind die etwas gehobeneren Speisen zu finden, während die „Wäistuff-Karte“ eher das Rustikale beinhaltet – zum Beispiel Ham, Fritten an Zalot, „was der Luxemburger abends gerne bei einem Gläschen Rivaner oder Auxerrois isst“, wie die Chefin Moderator Mike Süsser berichtete.  

In ihrem „Kücherl“ schwang Chefkoch Peter bereits den Kochlöffel und bereitete eine gefüllte Taube zu – offenbar ein Novum für Mike Süsser, der sich nicht erinnern konnte, während eines Drehtags jemals einen der Vögel serviert bekommen zu haben, sich aber sowohl als Fan des Geflügels als auch (mehrmals) des Kochs outete. „Handwerklich großes Kino. Kocht der immer so?“, urteile der Moderator.

Fischschuppen aus den 80er-Jahren

Vorschusslorbeeren konnte Sandra von der Konkurrenz nicht erwarten. „Sie hat die ganze Woche eine große Klappe gehabt, jetzt kann sie mal zeigen, was sie kann“, sagte Jan, der mit seinem Restaurant „Tempo“ am Dienstag an der Reihe war. „Sandra hatte bisher die kritische Brille auf“, pflichtete ihm Oberkritikerin Kim bei, die die Runde zum Start in ihrer „Brasserie Abtei“ empfangen hatte. Die Einrichtung der „Wäistuff Leuck“, habe „null mit einer Weinstube zu tun. Es ist steril wie in einem Altersheim“, ergänzte Kim im urigen Weinkeller des Hauses sitzend.

Während die eine Hälfte der Gesellschaft mit der Qualität der Zutaten, dem Geschmack der Gerichte und vor allem mit deren aufwendiger Präsentation auf dem Teller zufrieden waren („Der Junge in der Küche weiß, was er tut“, so Ben) waren es einmal mehr Kim und Jan, die sich als Quotenbringer der Show entpuppten. Die Sommertrüffel, die das eingangs erwähnte Taubengericht verfeinern sollten, waren für Jan nicht mehr als „Bierdeckel, die da hineingeraspelt wurden. Das schmeckt nach nichts und diesen falschen Luxus braucht kein Mensch.“ Als Bens Steinbuttfilet an den Tisch kam – der Koch hatte die Gemüsebeilage aus Mini-Zucchini darauf in Schuppenform angerichtet – brach Kim wegen der „80er-Jahre-Präsentation“ in Gelächter aus.

Ein Moderator im Boykott

Optisch sehr ansprechend gerieten auch die Nachspeisen aus Peters Küche. Insbesondere die „Erdbeere nach Inspiration des Küchenchefs“, für Chris ein „rundum gelungenes Dessert“, sowie Kims „Mille-Feuille mit Bourbon-Vanille“ sorgten für Staunen und punkteten auch geschmacklich. Leider war es nach Kims Ansicht aber kein Mille-Feuille. „Da hätte sich der Erfinder im Grabe herumgedreht, wenn er so eine Interpretation seines Gerichts gesehen hätte.“ Dazu fiel dann selbst Mike Süsser nichts mehr ein. „Ich kommentiere das von Kim nicht mehr. Ich boykottiere jetzt diese Person“, sagte der TV-Koch. „Manchmal muss sie reden, um was zu reden. Das macht die schon die ganze Zeit. Ich hab schon Ohrenkrebs“, sagte Jan in Richtung seiner Konkurrentin.

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Die Gesamtrechnung in Höhe von 475 Euro empfand die Runde als zu günstig. Die „Wäistuff Leuck“ bekam von den Testessern letztendlich 31 und damit die bislang zweitmeisten Zähler zugesprochen. Lediglich Chris, der zum Finale am Freitag in sein Restaurant „Savory“ nach Grevenmacher lädt, ließ mit seinen neun Punkten „Luxemburg am Leben“, wie Mike Süsser sagte. Zu sehen ist die Sendung im analogen TV und der Mediathek des Senders Kabel 1 sowie beim Streamingdienst „Joyn“.