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Vicky Krieps und weitere Topexporte am Start

Luxemburg beim Toronto Filmfestival

Beim Filmtreffen in der kanadischen Metropole hat auch die Luxemburger Branche ein Stück mitzureden.

Dank des Cineworld-Programms des Luxemburger Filmfund können sich lokale Filmproduzenten auch an Projekten beteiligen, für die ihr Herz blutet – in diesem Fall die Wady Films an „Kanaval“.

Dank des Cineworld-Programms des Luxemburger Filmfund können sich lokale Filmproduzenten auch an Projekten beteiligen, für die ihr Herz blutet – in diesem Fall die Wady Films an „Kanaval“. Foto: Filmfund / Wady Films

Natürlich wird der Film ins Auge fallen: Die noch vor Festivalbeginn bekannt gegebene Auszeichnung für Vicky Krieps mit dem „TIFF Tribute Performer Award“ für ihre darstellerische Leistung ist perfekte Werbung. Die Sondervorstellung und Premiere von „The Dead Don’t Hurt“ ist aber nicht nur wegen der Luxemburger Hauptdarstellerin, die international immer mehr Fuß fasst, schon Gesprächsthema vor dem Start des Toronto International Film Festival (TIFF).

Ab dem 7. September läuft das wichtigste Branchentreffen (besonders für den US-Markt) und zeigt bis zum 17. September eine große Breite des Filmschaffens. Insbesondere ist man unter anderem in der Branche darauf gespannt, wie der Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, Viggo Mortensen (spätestens als Aragorn in der Herr der Ringe-Filmreihe vielen bekannt), in „The Dead Don’t Hurt“ Western-Genre auf seine Weise interpretiert.

Vielfalt von Vicky Krieps und Filmsprache von Viggo Mortensen

Laut dem Festival dürfen sich die Fans seiner Luxemburger Hauptdarstellerin auf ein Spektakel an Eindrücken freuen. Die Story des Films, dessen Trailer noch nicht veröffentlicht wurde, fasst das TIFF-Team so zusammen: „Die französisch-kanadische Blumenverkäuferin Vivienne Le Coudy (Krieps) und der dänische Schreiner Holger Olsen (Mortensen) lernen sich in den 1860er-Jahren in San Francisco kennen. Die respektlose und unabhängige Vivienne weigert sich zu heiraten, erklärt sich aber bereit, mit Holger in sein Haus in der Nähe der ruhigen Stadt Elk Flats in Nevada zu ziehen. Dort beginnen sie ein gemeinsames Leben – Vivienne züchtet Rosen und kellnert in einer Taverne, Holger baut Scheunen, bis das Paar durch Holgers Entscheidung, im aufkeimenden Bürgerkrieg für die Union zu kämpfen, getrennt wird.“

Weit mehr als die Informationen des Festivals und dieses Foto von Vicky Krieps in der Hauptrolle der „Vivienne“ gibt es noch nicht.
Weit mehr als die Informationen des Festivals und dieses Foto von Vicky Krieps in der Hauptrolle der „Vivienne“ gibt es noch nicht.

Weit mehr als die Informationen des Festivals und dieses Foto von Vicky Krieps in der Hauptrolle der „Vivienne“ gibt es noch nicht. Foto: Recorded Picture Company

„Vivienne ist auf sich allein gestellt und muss sich in einem Ort durchschlagen, der vom korrupten Bürgermeister Rudolph Schiller (Danny Huston) und seinem Geschäftspartner, dem mächtigen Rancher Alfred Jeffries (Garret Dillahunt), kontrolliert wird. Alfreds gewalttätiger, eigensinniger Sohn Weston (Solly McLeod) verfolgt Vivienne aggressiv, die entschlossen ist, sich seinen unerwünschten Avancen zu widersetzen“, schreibt der TIFF-Geschäftsführer Cameron Bailey.

Und weiter zur Umsetzung: „Das Geniale an Mortensens Erzählstruktur ist, dass er die Gesetzlosigkeit und das Chaos, die wir von einem Western erwarten, vorwegnimmt und dann nach und nach die Zärtlichkeit und moralische Integrität einführt, die diesem Film seine wahre Daseinsberechtigung verleihen. In einem Stil, der die Beziehung zwischen Figur und Landschaft hervorhebt, und gespickt mit einer Vielzahl exquisiter Darstellungen, ist dies das Porträt einer leidenschaftlichen Frau, die entschlossen ist, in einer unbarmherzigen, von rücksichtslosen Männern beherrschten Welt für sich selbst einzustehen.“

„The Wall“ und weitere Rollen von Vicky Krieps

Noch ist nicht bekannt, wann der Film – eine Koproduktion zwischen Partnern aus Kanada, Dänemark und Mexiko – in die Luxemburger Kinos kommen wird. Doch Vicky-Fans aufgepasst: Der Film „The Wall“ von Philippe Van Leeuw mit Krieps in der Hauptrolle als Grenzpolizistin an der US-amerikanischen und mexikanischen Grenze wird in dieser Woche bei einem Branchentreff unter Federführung des LuxFilmFest-Teams vorgestellt – die Tickets sind allerdings längst weg. Dazu kündigte das Branchenblatt Variety an, dass Krieps die Rolle als Sophie Toscan du Plantier im Film „Re-creation“ von Jim Sheridan und David Merriman spielen soll – ein Dokudrama, in dessen Mittelpunkt der brutale, unaufgeklärte Mord an der französischen Film- und Fernsehproduzentin Toscan du Plantier im Jahr 1996 in Irland steht.

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Von starken Experimenten zu starken Geschichten

Aber zurück zu Toronto: Einige Schwergewichte aus Luxemburger Sicht haben es ebenfalls in den Reigen der Filmvorführungen des TIFF geschafft: Da wäre zuallererst der Oscar-Kandidat „The Red Suitcase“ von Cyrus Neshvad. Auch wenn es nicht für den Goldjungen gereicht hat, wird sein Kurzfilm eben doch in wichtigen Foren wie diesem gezeigt. Und auch Radu Jude ist dabei. Der rumänische Filmemacher hat mit „Do Not Expect Too Much From the End of the World“ beim Festival von Locarno auf sich aufmerksam machen können. Der Film wurde von Paul Thiltges Distributions koproduziert. Auf Luxemburger Seite waren Espera Productions für die Bild-Nachbearbeitung und Philophon Studios für die Ton-Nachbearbeitungen zuständig.

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„Do Not Expect Too Much From the End of the World“ konnte in Locarno einen Spezialpreis erringen.
„Do Not Expect Too Much From the End of the World“ konnte in Locarno einen Spezialpreis erringen.

„Do Not Expect Too Much From the End of the World“ konnte in Locarno einen Spezialpreis erringen. Foto: Filmfund / PTD

Der Luxemburger Filmproduzent Gilles Chanial von „Les Films Fauves“ hatte bereits in Cannes neben Mandicos „Conann“ seine beiden Koproduktionen mit den Filmemachern Wang Bing und Rodrigo Moreno zeigen dürfen. Neben Radu Judes Film läuft Bings Doku „Youth (Spring)“, der sich um die jungen Wanderarbeiter in Chinas Nähfabriken, ihre verglimmenden Träume und ihre Problemlagen dreht, ebenso in der TIFF-Reihe „Wavelengths Features“, die eher dem experimentellen Film vorbehalten ist.

Das Schicksal junger Wanderarbeiter in China ist Dreh- und Angelpunkt von Wang Bings Doku.
Das Schicksal junger Wanderarbeiter in China ist Dreh- und Angelpunkt von Wang Bings Doku.

Das Schicksal junger Wanderarbeiter in China ist Dreh- und Angelpunkt von Wang Bings Doku. Foto: Filmfund / Les Film Fauves

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Verlorene Träume

Morenos „Los Delinquentes“ – ein Verwirrspiel um einen Bankbetrug und das verwickelte Leben zweier Angestellter, ihrer Träume und Fluchten – läuft dagegen in der TIFF-Reihe „Centrepiece“, die den Entwicklungen des Kinos in verschiedensten Teilen der Welt gewidmet ist. Und auch dort ist noch ein weiterer, von Luxemburger Filmschaffenden unterstützter Beitrag zu sehen.

„Kanaval“ ist der Debütlangspielfilm des kanadischen Regisseurs und Schauspieler Henri Pardo, der in Koproduktion mit der Wady Films um Ady El Assal entstanden ist. Der Film, der als Welturaufführung gezeigt wird, spielt in den frühen 1970er-Jahren und erzählt, laut Filmfund, „die Geschichte eines Jungen und seiner Mutter, die sich in einem kleinen ländlichen Dorf in Quebec niederlassen, nachdem sie überstürzt ihre Heimatstadt in Haiti verlassen haben. Der Junge zählt auf Kana, seinen unsichtbaren Freund aus seinem Geburtsland, um die neue Welt um ihn herum zu verstehen.“

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Verhindern die Streiks den Starrummel?

Aber wird es denn angesichts der Streiks in der US-Filmbranche überhaupt Starrummel in Toronto geben? Mit einem Trick umgeht das Festivalteam leere rote Teppiche: „Es handelt sich nicht um eine Revolte gegen die Screen Actors Guild, die es den Schauspielern verbietet, während des Streiks Werbung für ihre Filme zu machen, selbst wenn diese noch nicht veröffentlicht sind. Einige Stars werden eher in ihrer Funktion als Regisseur oder Produzent auftreten denn als Schauspieler. So wird erwartet, dass Ethan Hawke, Sean Penn, Dakota Johnson und Viggo Mortensen in Toronto anwesend sein werden. Denn Gildenmitgliedern, die unabhängige Filme drehen, erlauben, können unter bestimmten Bedingungen weiter an ihnen zu arbeiten“, berichtet der Dienst Bloomberg.