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2:4 gegen Bayern München: Bayer verpasst im Pokal-Finale ersten Titel seit 27 Jahren

Zwei individuelle Fehler bringen Bayer Leverkusen im DFB-Pokalfinale früh in die Bredouille. Bayern München spielt bis zum 3:0 souverän, gerät dann ins Straucheln, gewinnt aber letztlich 4:2 und zum 20. Mal den DFB-Pokal.

Etwa eine Viertelstunde hielt sie an, die Leverkusener Hoffnung. Dann trat David Alaba zu einem Freistoß aus 17 Metern an, zirkelte den Ball über die Mauer ins rechte Eck und legte damit den Grundstein für den 20. DFB-Pokalsieg des FC Bayern München. Als Serge Gnabry nach 22 Minuten das 2:0 folgen ließ, war die Sache geritzt: Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick ist im Grunde unschlagbar – zumindest auf nationaler Ebene. Für die Fans des seit Rekordmeisters mag das eine schöne Sache sein, für den Rest Fußballdeutschlands ist es hingegen eine bittere Erkenntnis. Am Ende flimmerte ein 4:1 (2:0)-Sieg über die Leinwand des Olympiastadions.

Unabhängig vom Ergebnis war das 77. Finale des DFB-Pokals bereits vor dem Anpfiff historisch. Keine Fans, keine Gesänge, keine Stimmung, eine virtuelle Zeremonie vor dem Spiel, und währenddessen Rufe der Trainer und Spieler, die im weiten Rund verhallen. Insgesamt 691 Personen waren zum Endspiel im Stadion – inklusive der Teams und ihrer Trainerstäbe. Delegationen beider Klubs sowie des DFB, Journalisten, Kameraleute und Ordner komplettierten das exklusive Publikum. Eine Schweigeminute für die bislang an Covid-19 verstorbenen Menschen untermauerte einmal mehr die traurige Ernsthaftigkeit der Corona-Pandemie.

Beide Vereine hatten sich etwas einfallen lassen, um die Leere auf den Rängen zu kaschieren. Die Bayern brachten weit mehr als 1000 Transparente mit, auf denen die Namen verschiedener Fan-Gruppierungen gedruckt waren, Bayer 04 überzog die Sitze auf der anderen Seite der geschichtsträchtigen Arena mit schwarzen und roten T-Shirts. Ihr Aufdruck: „Finale“.

Es hätte ein großer Pokalabend werden können, doch dann foulte Edmond Tapsoba völlig unnötig Robert Lewandowski in Strafraumnähe. Alaba erledigte den Rest. Keine zehn Minuten später stand es 2:0, weil Joshua Kimmich Gnabry steil schickte – und der aus halbrechter Position keine Mühe hatte, den Ball im langen Eck unterzubringen. Der Gedanke, dass an diesem Abend etwas für Bayer gehen könnte, vielleicht gar der Titel, fiel in sich zusammen, wie ein misslungenes Soufflé.

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Leverkusens Trainer Peter Bosz verzichtete in seiner Startelf etwas überraschend auf Kevin Volland. Kai Havertz übernahm im 4-2-3-1 den Posten in der vordersten Spitze. Das stellte sich dieses Mal nur bedingt als gute Idee heraus, denn Leverkusens Leistungsträger fehlte zunächst jegliche Bindung zum Spiel. Ansonsten kehrten im Vergleich zum letzten Ligaspieltag gegen Mainz Tapsoba, Wendell, Nadiem Amiri und Charles Aránguiz in die Anfangsformation zurück. Dafür auf der Bank: Jonathan Tah, Kerem Demirbay und Florian Wirtz. Daley Sinkgraven musste mit muskulären Problemen passen.

Bayer hatte indes durchaus Chancen, das Finale offener zu gestalten, Leon Bailey stand bei der besten Chance der ersten Hälfte im Abseits (32.). Viel mehr als vielversprechende Ansätze folgten zunächst nicht – und wenn doch, stand ein Leverkusener im Abseits. Bosz reagierte zur Halbzeit und brachte Kevin Volland sowie Kerem Demirbay ins Spiel – für Nadiem Amiri und Julian Baumgartlinger.

Am Geschehen auf dem Rasen änderte das vorerst nicht viel. München blieb dominant und Leverkusen fand nicht ins Spiel. Glück hatte Bayer, dass Lewandowski nach einer knappen Stunde ungewohnt gründlich daneben zielte (56.). Dann plötzlich eine Riesenchance für die Werkself, die den Anschlusstreffer quasi auf einem Silbertablett servierte. Doch Volland verfehlte Diabys Hereingabe, der sich mit einem explosionsartigen Sprint auf der rechten Außenbahn Platz verschaffte (57.).

Im direkten Gegenzug besiegelte ein Patzer von Lukas Hradecky die Niederlage. Robert Lewandowski nahm einen weiten Abschlag von Manuel Neuer sehenswert an und ließ eine Direktabnahme aus etwa 20 Metern folgen. Bayers Nummer eins wehrte den mittig platzierten Schuss zwar ab, doch der Ball prallte von seinen Händen gegen seine Beine – und von dort ins Tor (59.). Kurz danach kamen die Rheinländer durch Sven Benders Kopfball doch noch zu einem Erfolgserlebnis nach einer Ecke von Demirbay (64.). Und wer weiß, was passiert wäre, wenn Volland Diabys Flanke zwei Minuten später verwertet hätte (66.).

So aber blieb es trotz einer Sturm-und-Drang-Phase der Werkself und einiger Konter des Rekordmeisters lange beim Spielstand von 3:1. Lewandowski belohnte sich in der Schlussphase noch mit dem Treffer zum 4:1. Es war sein siebter Treffer in einem Pokalfinale – eine weitere historische Bestmarke. Der 2:4-Endstand von Havertz durch einen Handelfmeter spielte nur noch eine Nebenrolle. Der Schlusspfiff erfolgte unmittelbar danach.

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