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2G im Handel „schmerzhaft“: Vorsitzende der Aktiven City Freising über die neuen Auflagen und die Impflücke

Von: Manuel Eser

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Manuela Paparizos (Aktive City Freising) in der Innenstadt
Für den Handel werden die Zeiten wieder schwerer. Zugleich erlebt Manuela Paparizos (Aktive City) aber viel Solidarität, wie der reißende Absatz von Einkaufsgutscheinen zeigt. © Lehmann

Ab Mittwoch gilt 2G im Handel. Die Vorsitzende der Aktiven City sieht darin einen schweren Rückschlag für Freisinger Geschäfte.

Freising – „Herb und bitter“ sind die neuen verschärften Corona-Auflagen für den Handel, sagt Manuela Paparizos. Die Vorsitzende der Aktiven City Freising und Inhaberin des Reisemarkts erklärt im FT-Interview, warum sie und viele Kolleginnen und Kollegen dennoch für 2G in ihren Läden sind.

Frau Paparizos, ab Mittwoch gilt im Handel – bis auf einige Ausnahmen – 2G. Wie ist die Stimmungslage bei den Geschäftstreibenden in der Freisinger Innenstadt?

Die Händler und Gastronomen, mit denen ich gesprochen habe, sehen diese Regelung als richtig und wichtig an. Der Tenor ist: Es ist höchste Zeit, dass die vierte Welle gebrochen wird. Gleichzeitig ist es für uns ein harter Rückschlag. Viele Geschäftsinhaber konnten in der Pandemie ihr Personal mit Müh und Not halten oder haben gerade erst wiedereingestellt. Daher ist es herb und bitter, dass es nun – nach 18 Monaten ohne Planungssicherheit – den nächsten schwierigen Einschnitt gibt.

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Es ist auch ein herber Rückschlag für das Weihnachtsgeschäft, oder?

Wir hoffen natürlich, dass die Einkaufslaune nicht zu sehr eingetrübt wird. Wir haben die Innenstadt schön geschmückt und kleine Events geplant, um den Weihnachtszauber in die City zu bringen. Aber ein Weihnachtsgeschäft im normalen Ausmaß dürfte trotzdem nicht möglich sein.

Dennoch: 2G im Handel ist besser als ein Lockdown.

Das schon, aber trotzdem ist die Entwicklung traurig, denn wir hätten nicht an diesen Punkt kommen müssen.

Sie spielen auf die große Impflücke an?

Meine Meinung ist: Als Individuum muss einem klar sein, dass man bei aller schützenswerten individuellen Freiheit mit der gesamten Gesellschaft vielfältig verwoben ist. Und natürlich hat dieser kollektive Entschluss eines großen Teils der Bevölkerung Auswirkungen. Wir zahlen alle den Preis dafür, und deshalb finde ich 2G richtig. Aber: Es ist schmerzhaft.

Nun gilt 2G nicht für Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Bäcker, Metzger oder Apotheker. Führt diese Besserstellung gegenüber anderen zu einem Keil in der Innenstadt?

Nein. Es gibt ein Unverständnis für manche Ministerialbeschlüsse, etwa in Bezug auf Supermärkte. Die sollten dann eben auch nur Waren des täglichen Bedarfs verkaufen dürfen und nicht Bratpfannen, Leggins oder Mützen. Aber ich erlebe vor allem eine große Solidarität der Einzelhändler untereinander.

Und wie sieht es mit der Solidarität der Bürger aus?

Die ist schon während der ganzen Corona-Zeit fantastisch. Man sieht das gerade auch an den Einkaufsgutscheinen der Aktiven City, die inzwischen an fast 70 Anlaufstellen eingelöst werden können. Die Leute erzählen uns ganz explizit, dass sie mit dem Kauf der Gutscheine unseren Handel in der City unterstützen und den Akteuren die Stange halten wollen. Das sind viele Freisingerinnen und Freisinger, viele von außerhalb, die Verwandtschaft oder Freunde in Freising haben und den Gutschein per E-Mail bestellen. Es sind aber auch Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen, die die Einkaufsgutscheine in großer Zahl für ihre Mitarbeiter kaufen. Das ist eine unglaublich tolle Geschichte.

Einkaufsgutscheine der Aktiven City sind bestellbar unter E-Mail: info@ac-fs.de.

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