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3000 Menschen unterwegs: Migranten-Treck startet Richtung USA

Sie wollen in die USA, doch schaffen werden sie es vermutlich nicht: Mehr als 3000 Menschen aus Honduras schließen sich einem Treck Richtung Norden an. Trotz Corona wollen sie Armut und Gewalt entfliehen. Doch die US-Botschaft macht ihnen wenig Hoffnung.

In Honduras haben sich trotz der Corona-Pandemie mehr als 3000 Migranten auf den Weg Richtung USA gemacht. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, liefen sie in der Nacht zum Donnerstag in der zweitgrößten honduranischen Stadt San Pedro Sula los. Ihr erstes Ziel war demnach die Grenze zu Guatemala. Die Menschen sind wohl Aufrufen in Online-Netzwerken gefolgt.

Guatemala, das zwischen Honduras und Mexiko liegt, hatte vor etwa zwei Wochen seine Grenzen nach coronabedingter Schließung im März wieder geöffnet. Das Land verlangt für eine Einreise unter anderem einen negativen Corona-Test. Die US-Botschaft in Honduras twitterte, dass es schwerer denn je sei, illegal in die USA einzureisen. Mexikos Innenministerium betonte, dass es "Migrantenkarawanen" ohne die nötigen Papiere die Einreise nicht erlaube. Hinzu kommt, dass die USA auf Grundlage von Abkommen mit Guatemala, Honduras und El Salvador Migranten dorthin zurückschicken kann, wenn sie diese Länder auf ihrem Weg nach Norden betreten, dort aber kein Asyl beantragt haben.

"Wir denken nicht an die Pandemie, das ist das Letzte, woran wir denken. Wir möchten, dass unsere Familie hier rauskommt", sagte der 20-jährige Jefrey Amaya, der mit sieben weiteren Jugendlichen unterwegs war. Die Mehrheit der Migranten sind junge Männer. Frauen mit Kindern waren in dem Treck kaum zu sehen. Nach Angaben des honduranischen Roten Kreuzes besteht der Konvoi aus insgesamt 3200 Menschen in zwei großen Gruppen.

"Suche nach dem amerikanischen Traum"

Ein weiterer Migrant, der 27-jährige Miguel Artiga, sagte: "Wir machen uns auf die Suche nach dem amerikanischen Traum, niemand wird uns aufhalten. Hier sterben wir entweder an Covid-19 oder an Hunger. Die Regierungen tun nichts, um Arbeitsplätze zu schaffen."

In den vergangenen Jahren waren Tausende Menschen aus zentralamerikanischen Ländern in großen Konvois nach Mexiko gezogen, um von dort aus in die USA zu gelangen. Sie flohen vor Armut und Gewalt in ihren Herkunftsländern. Weil US-Präsident Donald Trump mit Vergeltungsmaßnahmen drohte, hat Mexiko mittlerweile rund 26.000 Soldaten an seine Grenzen entsandt.

Der letzte Fluchtaufruf in den Online-Netzwerken war im Januar veröffentlicht worden. Damals folgten etwa 2000 Menschen dem Aufruf. Angesichts der Coronavirus-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen war seitdem kein Aufruf mehr veröffentlicht worden.

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