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37 Sekunden vor Schluss trifft Maximilian Söll zur Peitinger Führung - dann nimmt Heimspiel gegen Lindau eine überraschende Wende

Von: Stefan Schnürer

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Ty Morris vom EC Peiting (im roten Trikot) im Oberliga-Heimspiel gegen den EV Lindau am 5. Dezember 2021.
Der unermüdliche Kämpfer wurde zum Unglücksraben: In der Verlängerung leistete sich Ty Morris (im roten Trikot) eine Strafzeit. Die anschließende Überzahl nutzten die Lindauer zum 4:3-Siegtreffer. © Rene Säuberlich

Wieder einmal war der EC Peiting auf dem Weg zu einem Sieg in allerletzter Minute. Doch der Gegner aus Lindau spielte nicht mit. Peitings Trainer Anton Saal sprach danach Klartext.

Peiting – Wie vor einer Woche, als Fabian Weyrich gegen Höchstadt fünf Sekunden vor Schluss zum 3:2 traf, schien es auch diesmal im Heimspiel gegen den EV Lindau ein spätes Happy End für den EC Peiting zu geben. 37 Sekunden vor dem Ende war es Maximilian Söll, der sich durchtankte und aus kurzer Distanz zum 3:2 traf. Doch der Jubel über den vermeintlichen Sieg war schnell verstummt. Im Gegenzug glichen die „Islanders“ aus, und in der Verlängerung trafen sie zum entscheidenden 4:3. Nach dem 1:2 in Deggendorf am Freitag blieben die Peitinger in der Oberliga Süd zum ersten Mal seit Mitte Oktober an einem Wochenende ohne Sieg. „Wir hätten heute die drei Punkte nicht verdient“, sagte Peitings Trainer Saal nach der Partie. Nach dem Lob, das er nach der Deggendorf-Partie verteilt habe, sei der Mannschaft offensichtlich zu Kopf gestiegen. „Das war alles zu bequem, das war zu wenig von allen“, bemängelte Saal.

Die Lindauer waren vor der geisterkulisse im Peitinger Eisstadion offensichtlich auch nicht bereit, sich die Rolle des Außenseiters zuweisen zu lassen. Sie legten selbstbewusst los und wurden bereits nach 44 Sekunden belohnt. Michal Bezouska schnappte sich die Scheibe und schlenzte sie am überraschten Peitinger Torhüter Andreas Magg vorbei zum 1:0 ins lange Eck. In der Folge zeigten beide Mannschaften vollen Einsatz, wobei sie des öfteren die Grenze des Erlaubten überschritten. Allein im ersten Abschnitt sprachen die Schiedsrichter sechs Strafen aus, drei für jedes Team. Erwähnenswert war, dass den Peitingern der Treffer zum 1:1, erzielt von Eetu-Ville Arkiomaa (7.), mit einem Mann mehr auf dem Eis gelang. Das Überzahlspiel zählt in dieser Saison ja wahrlich nicht zu den Stärken der Mannen von Coach Saal. In der Folge hatten sie mehrmals die Chance auf den Führungstreffer. Der aber gelang erneut den Lindauern, erneut traf Bezouska (16.). Lange mussten sich die Peitinger aber nicht grämen: Nardo Nagtzaam, von Fabian Weyrich punktgenau bedient, verwertete eiskalt zum 2:2 (18.). Danach hatte der ECP Glück, dass Torhüter Magg nach einem Solo von Julian Tischendorf zur Stelle war und den dritten Rückstand für sein Team an diesem Abend verhinderte (19.).

Der drohte den Gastgebern auch wenige Sekunden nach Beginn des Mitteldrittels. Farny passte auf Florian Lüsch, doch einmal mehr war Magg zur Stelle. Danach war die Partie etwas zerfahren, vor allem Peiting bekam in dieser Phase keinen Zugriff auf Spiel. Das Geschehen spielte sich weitgehend im Drittel des ECP ab, Magg konnte – oder musste – mehrmals sein Können unter Beweis stellen. Die Hausherren konnten sich nur vorübergehend befreien – und Nagtzaam vergab die Riesenchance aufs 3:2, als er, von Thomas Heger schön freigespielt, allein aufs Lindauer Gehäuse stürmte, jedoch an Goalie David Heckenberger scheiterte (29.). Die beiden gut aufgelegten Torhüter sorgten dafür, dass in diesem insgesamt eher schwachen Abschnitt keine Treffer mehr fielen.

Wie schon in den beiden Dritteln zuvor, hatten die Lindauer auch im Schlussdrittel die erste dicke Chance. EVL-Torjäger Martin Mairitsch eilte mutterseelenallein auf Magg zu, der Peitinger Torhüter blieb der Sieger (42.). In der Folge kamen auch die Gastgeber zu Chancen, insgesamt aber waren die Lindauer die druckvollere Mannschaft. Auch nach dem 3:2 der Peitinger durch Söll eine halbe Minute vor Schluss ließ sich der Tabellenneunte nicht hängen und wurde für seinen Einsatz und seine Moral belohnt. Im direkten Gegenzug vollendete Farny zum 3:3 und zwang die Peitinger damit in die Verlängerung.

Das Unheil nahm seinen Lauf, als sich Ty Morris, der im Schlussdrittel fast ohne Unterbrechung auf dem Eis war, eine Strafzeit einhandelte. In Überzahl belagerten die Lindauer ohne Unterbrechung das Peitinger Gehäuse. Doch Keeper Magg war wie eine Wand. Als die Strafzeit von Morris fast abgelaufen war, traf Jere Laaksonen zum 4:3 für Lindau – die erste Heimniederlage seit dem 17. Oktober (2:5 gegen Rosenheim) war besiegelt.

1. Drittel: 0:1 (0:44) Bezouska (Lüsch), 1:1 (6:53) Arkiomaa (Feuerecker, Nagtzaam/4-3), 1:2 (15:22) Bezouska (Farny, Guran), 2:2 (17:22) Nagtzaam (Weyrich, Magg. 2. Drittel: keine Tore. 3. Drittel: Verlängerung:

Strafminuten: Peiting 14, Lindau 8. Zuschauer: keine.

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