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Alles plötzlich wieder so normal: „Hilfe! Mein Pandemie-Hirn ist noch nicht so weit“

Das Leben scheint wieder laut und bunt: Die Gastronomien sind wieder gefüllt, Menschen strömen in Einkaufsstraßen, Konzerte und Fitnessstudios. Quasi alles wie vor der Pandemie – oder? Unsere Autorin würde sich auch gerne freuen. Doch da ist dieser kleine Beigeschmack von Überforderung.

Haben Sie es auch schon bemerkt? Die riesige Wolke, sie ist weg. Das ganze Frühjahr haben wir gewartet, gehofft. Jetzt scheint es so weit. Und die Rede ist nicht nur vom Wetter. Ebenso schnell wie die Temperaturen in den vergangenen Tagen gestiegen sind, hat sich plötzlich auch die große Corona-Sorgen-Wolke verzogen: Lachen und Stimmengewirr erfüllen die Innenstädte, Menschen flanieren, essen in Restaurants und lassen sich treiben von sommerlicher Leichtigkeit. Genießen. Denn es spielt angesichts der aktuellen, niedrigen Inzidenzzahlen keine Rolle mehr, ob sie um 20 oder 23 Uhr nach Hause gehen. Spielt keine Rolle mehr, ob sie im Beethovenpark zu dritt auf der Picknickdecke sitzen, oder ob sie ein aktuelles Testergebnis haben, um Spaghetti Al Forno mit Blick auf den Mediapark zu essen.

Es wirkt, als sei nie Pandemie gewesen

Als dieser dunkle, schwere Bühnenvorhang endlich den Blick auf diese lebensfrohe, lang erwartete Vorstellung freigegeben hat, muss ich kurz weggeschaut haben. Ich habe schlicht den Einsatz verpasst. Die Buchhandlungen haben wieder auf. Und doch kommt es mir neben der Freude darüber so unheimlich falsch vor, dass die Leute in der Regalreihe mir näher kommen, als es meine Freunde bis heute tun. Die Restaurants haben wieder auf. Und bei meinem nun ersten Besuch wirken alle Mit-Essenden so unfassbar eingespielt, als hätten sie nie etwas anderes getan. Getränk bestellen, Essen aussuchen, anstoßen, Sonnenbrille auf, zurücklehnen.

Ich bin – wie man merkt – erst einmal mit beobachten beschäftigt. Und halte statt der Getränkekarte die ganze Zeit meinen QR-Code in der Hand, um allen zu beweisen, dass ich negativ bin. Bis mir einfällt, dass den gar keiner mehr sehen will. Die Inzidenzgrenze ist längst unterschritten. Einmal verraten, bitte: Wie machen Sie das? Wie sind Sie so schnell Teil dieser schönen, unbeschwerten Bühnenvorstellung geworden?

Überforderung mit neuen Freizeitangeboten

Es ist Samstagabend. Und vor dem Haus höre ich Stimmengewirr. Ich schaue raus und ein Teil meines Pandemie-Hirns ist bereits am verurteilen: „Die können doch nicht mit zehn Leuten…“ – doch, können sie. Dürfen sie. Ich glaube, ich bin noch nicht so weit. Und schiebe mir lieber eine TK-Pizza in den Backofen, wie an anderen Samstagen des gut halbjährigen Lockdowns zuvor auch. Schalte mich bei Zoom rein. Aber auch da ist es leer geworden. Und ich frage mich wieder: Wie machen die das? Mit zwei sozialen Terminen am Wochenende komme ich jetzt schon an meine Kapazitätsgrenzen. Nicht auszudenken, wenn jetzt alle tatsächlich anfangen die Geburtstage, Berufsabschlüsse und Hochzeiten des vergangenen Jahres nachzufeiern.

Zwischen die Bilder von Kuscheldecken und Hashtags wie #wirbleibenzuhause mischen sich in den Sozialen Netzwerken die ersten Bikini-Bilder. Eine meiner Freundinnen posiert auf einem Segelboot in Griechenland, eine Bloggerin zeigt strahlend, wie sie mit Freund und Baby ins Flugzeug steigt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Das ist definitiv genau DER Plot-Twist der Vorstellung, an dem ich selbst sehr gerne teilnehmen würde. Aber ich war doch gerade noch dabei, meinen Urlaub im Rheinland zu planen, um die Flugreise zu umgehen! Geht das jetzt alles schon wieder?

Lieber abwarten, statt enttäuscht zu werden

Die ganze Zeit über konnte ich es auch nicht abwarten. Wollte zurück ins Fitnessstudio, zurück in den viel zu stickigen Club, sogar zurück zu Umarmungen mit Menschen, die man für so eine herzliche Begrüßung eigentlich viel zu wenig kennt. Jetzt scheint es so weit zu sein. Zeit, um die Lebensqualität zu steigern. Essen zu gehen. Freunde zu sehen. Und die Pandemie zu überstehen. All das haben wir uns nach den harten Monaten mehr als verdient.

Und doch: Streichen können und dürfen wir das C-Thema mit Mutanten, Masken, Maßnahmen noch nicht. Leider hatte und hat unser Pandemie-Hirn immer noch recht. Ich wünsche mir, dass wir ganz behutsam sind mit diesen neuen Chancen, Lockerungen, Lebensmöglichkeiten. Und mal kurz innehalten: Was für eine Befreiung ist schon der sonnige Juni im Vergleich zu dem April mit Gewitterwolken! Was für ein Hoffnungsträger ein geöffnetes Restaurant mit aufgespannten Sonnenschirmen! Und was für ein gutes Zeichen für Normalität ist das geöffnete Kino mit Popcorn-Duftwolke in einem Kilometer Umkreis.

Ich brauche noch einen Moment dafür. Dann bin ich auch so fröhlich wie der Rest. Und ja, auch ein wenig erleichtert. 

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