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Angst vor Aus: Galeria Karstadt Kaufhof: Große Sorgen um Standort Bonn

Bonn -

Die Corona-Krise gibt dem Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof gerade den Rest. Auch der Standort Bonn könnte geschlossen werden und die Innenstadt wäre um eine Kunden-Attraktion ärmer. Wie geht es weiter in der Bonner City?

„Galeria ist eine Institution in Bonn. Für uns ist unverständlich, warum Galeria und Karstadt auf der Kippe stehen", sagt Jannis Vassiliou, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Bonn Rhein-Sieg Euskirchen. Die Kaufhäuser gab es schon, als Vassiliou 1969 nach Bonn kam.

„Kaufhof hat eine hervorragende Position, allein von der Immobilie her", sagt Vassiliou. Der Laden sei exzellent geführt und umsatzstark. Die Schließung der beiden Kaufhäuser am Münsterplatz will er sich gar nicht vorstellen: „Die Lücke könnte der Bonner Handel nicht schließen."

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Jannis Vassiliou, Vorsitzender des Einzelhandelverbandes, macht gegen den Dauer-Stau in Bonn mobil.

Denn beide Häuser seien wichtige Ankerpunkte in Bonn, die Leute aus der Umgebung anziehen, erklärt Vassiliou. Andere Bonner Geschäfte würden durch die Kaufhäuser mitversorgt, wenn die Kunden danach noch auf dem Markt einkaufen oder einen Kaffee trinken.

Bonn_Karstadt

Die Karstadt-Filiale auf der Poststraße ist mit Galeria Kaufhof ein wichtiger Ankerpunkt für den Bonner Einzelhandel.

Wer könnte in die leeren Riesen-Immobilien einziehen? Vassiliou fällt niemand ein: „Alle sind durch die Krise mitgenommen, keiner expandiert." Sollten in die Gebäude Büros und kleine Geschäfte ziehen, wäre das schlimm für Bonn, sagt Vassilou.

Karstadt und Galeria in Bonn: Einzelhandel leidet

Der Einzelhandel in Bonn hat zu kämpfen. „Der gesamte Bonner Markt leider unter Corona und unter der Verkehrsführung der Stadt Bonn", sagt Vassilou. 

Die Bonner Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe ergänzt dazu: „Die Entwicklung des stationären Handels befindet sich nicht erst seit der Corona-Pandemie in einem dynamischen Veränderungsprozess, gerade im Kontext der verstärkten parallelen Nutzung des Onlinehandels."

Galeria und Karstadt in Bonn: Wie geht es weiter?

Aktuelle Informationen vom Handelsriesen sind schwer zu kriegen. Auf eine EXPRESS-Anfrage letzte Woche, wie es mit dem Standort Bonn weitergehe, kam aus der Pressestelle bisher keine Antwort. 

Ein kurze kurzer Blick zurück: Galeria Kaufhof und Karstadt waren einst Kaufhaus-Pioniere, ihre Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Karstadt mit Sitz in Essen steckte seit den 2000ern in finanziellen Schwierigkeiten, Filialen mussten schließen.

Galeria und Karstadt: 80 von 172 Warenhäusern könnten geschlossen werden

2019 fusionierten die beiden Ketten unter dem Dach der Signa Holding. Als die Umsätze in der Corona-Krise einbrachen, meldete die Geschäftsführung Anfang April ein Schutzschirmverfahren an. Das ist die Vorstufe zur Insolvenz.

Bis zu 80 von 172 Warenhäusern könnten geschlossen werden. Mitten in der Krise verlor das angeschlagene Unternehmen dann auch noch im Juni seinen Chef Stephan Fanderl.

Galeria und Karstadt: Demonstration in Köln

Es gibt aktuell Tarifverhandlungen zwischen dem Konzern und der Gewerkschaft Verdi. Der Druck ist groß: Ein Sanierungsplan muss bis Ende des Monats vorliegen. Am Dienstag (16. Juni) demonstrierten einige Dutzend Gewerkschaftsmitglieder in Köln und forderten „Zukunft statt Kahlschlag".

Hier lesen Sie mehr: Kölner Filiale bald dicht? 

Wie es mit den Kaufhaus-Standorten und ihren Mitarbeitern weitergeht, bleibt also nicht nur für Bonn unklar. (lmc)

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