Rotenburg (Nierdersachsen) – Diese Bilder haben sich in unser Gedächtnis gebrannt, können wir kaum vergessen. Wie Retter verzweifelt einen Fluss in der Nacht nach einem Vierjährigen absuchten. Bis ein Schlauch-Boot-Trupp das Kind barg – tot!

Der Staatsanwalt Martin Schanz aus Verden ist sicher, dass der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Ausgerechnet dem Menschen, dem das Kind am meisten vertraute, soll es zum Opfer gefallen sein: seiner Mutter! Freitag erhobt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen die Frau (40).

Die Tragödie geschah am 5. November 2020. Die Mutter war mit ihrem Sohn im Diakonie-Klinikum. „Das Kind war in Behandlung“, so Schanz damals zu BILD.

Am Abend waren beide plötzlich weg. Das Krankenhaus-Personal schlug Alarm und löste eine Großfahndung aus.

Minuten später entdeckten Streifenpolizisten die Mutter in der City. Ohne ihr Kind. Erst bei der Vernehmung der Frau keimte ein grauenvoller Verdacht auf.

Gegen 22.30 Uhr begannen Feuerwehr und DRLG mit Booten den Fluss abzusuchen. Nach zwei Stunden fanden sie das Kind.

Als Motiv gibt der Staatsanwalt an, dass die Mutter vermutlich Angst hatte, das Sorgerecht für ihr Kind zu verlieren – ihren Sohn abends in Fluss warf. „Anschließend soll sie selbst versucht haben, sich das Leben zu nehmen“, so Schanz.

Die Angeschuldigte ist derzeit in einer Psychiatrie untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hat mit Anklageerhebung die Umwandlung in einen Untersuchungshaftbefehl beantragt.

Der Frau drohen bis zu 15 Jahre Haft.