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Annalena Baerbock ist noch schneller abgestürzt als Martin Schulz

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock befindet sich derzeit in Umfragen im freien Fall. Die Vorwürfe über Ungenauigkeiten in ihrem Lebenslauf reißen nicht ab und Baerbock vermag es trotz Reuebekundungen offenbar nicht, die Wogen wieder zu glätten.

Dabei verlief ihr Aufstieg zunächst steil: Nach ihrer offiziellen Nominierung zur Kanzlerkandidatin Mitte April verzeichneten die Grünen in Umfragen neue Rekorde und überflügelten kurzzeitig sogar die Union.

Nicht selten wird der Erfolg von Annalena Baerbock deshalb mit dem anfänglichen Höhenflug des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2017 verglichen.

Schulz hatte damals ebenfalls einen rasanten Aufstieg erlebt: Befand sich die SPD vor seiner Aufstellung noch bei Umfragewerten um die 20 Prozent, verhalf seine Nominierung zum Spitzenkandidat der Partei zu neuem Aufwind und Werten von mehr als 30 Prozent. Schulz wurde außerdem mit 100 Prozent zum Parteivorsitzenden gewählt, Tausende Menschen traten neu in die SPD ein.

Für das Phänomen etablierten sich Ausdrücke wie der „Schulz-Effekt“ oder der „Schulz-Zug“ – der Politiker schmückte zahlreichen Titelblätter und die SPD schöpfte neue Hoffnung für ihren Bundestagswahlkampf.

„Schulz“-Effekt nur von kurzer Dauer

Doch so schnell wie Schulz in der Gunst der Wähler aufgestiegen war, so schnell verlor er auch wieder an Zustimmung. Innerhalb von zwei Monaten büßte Schulz in Umfragen stark ein.

Noch im März 2017 hatten sich in einer Erhebung 44 Prozent für Martin Schulz als künftigen Bundeskanzler ausgesprochen. Das geht aus einer damaligen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen (FGW) hervor. Schulz lag damit gleichauf mit Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU), die ebenfalls auf 44 Prozent kam. Im Mai 2017 lag der Zustimmungswert für den SPD-Kandidaten laut FGW dann jedoch nur noch bei rund 33 Prozent (Merkel: 57 Prozent). Ein Rückgang von 11 Prozent in knapp zwei Monaten – der „Schulz Effekt“ war verpufft. Die SPD hatte die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen verloren, auch im Saarland und in Schleswig-Holstein mussten die Sozialdemokraten massive Verluste hinnehmen. Schulz musste sich außerdem anhören, zu spät ein Wahlprogramm vorgelegt zu haben und sein innenpolitisches Profil nicht ausreichend gestärkt zu haben.

Quelle: Infografik WELT

Ein ähnliches Phänomen ist nun bei der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zu beobachten. Nachdem die Grünen nach Baerbocks Nominierung sogar die von der Maskenaffäre gebeutelte Union überholt hatten, sind ihre Zustimmungswerte nun deutlich gesunken.

Mitverantwortlich dafür dürften auch die Meldungen über Ungenauigkeiten in Baerbocks Lebenslauf sein. Baerbock hatte auf ihrer Website unter Mitgliedschaften zunächst unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt „Mitgliedschaften“ nun „Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung“.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Bundesvorsitzende Sonderzahlungen ihrer Partei der Bundestagsverwaltung verspätet gemeldet hatte.

Fehler und Versäumnisse, die sich nun auch in den sinkenden Umfrageergebnissen für Baerbock widerspiegeln: Noch im Mai trennten die Kandidaten von Union, Grünen und SPD nur wenige Prozentpunkte: Einen Monat nach ihrer offiziellen Nominierung als Kanzlerkandidatin ziehen laut einer Erhebung der FGW 42 Prozent der Befragten in der direkten Gegenüberstellung gegen Laschet Baerbock als Kanzlerin vor. Laschet wünschen sich demnach 46 Prozent.

Drei Wochen später kommt Baerbock im direkten Duell gegen Laschet nur noch auf 31 Prozent. Damit liegt die Grünen-Chefin in der jeweiligen direkten Gegenüberstellung weit abgeschlagen hinter ihrem Herausforderer Laschet (59) und SPD-Spitzenkandidat Scholz (58 Prozent).

Mit einem Stimmenverlust von 11 Prozent in nur drei Wochen überholt Baerbock damit sogar Schulz. Der hatte im Bundestagswahlkampf schließlich mit 20,5 Prozent das schlechteste Ergebnis der SPD-Nachkriegsgeschichte eingefahren.

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