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Anne Will: Intensiv-Mediziner warnt vor allem vor der brasilianischen Corona-Mutante

Berlin -

Die Sorge vor der Ausbreitung der Corona-Mutanten wird auch in Deutschland immer größer. Bund und Länder haben deshalb die Lockdown-Maßnahmen bis Mitte Februar verlängert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Maßnahmen als „Zumutung“ bezeichnet. Am Sonntagabend (24. Januar) ging es in der ARD-Talkshow Anne Will um die Frage: „Gefahr durch neue Corona-Mutanten – wie viel 'Zumutung' braucht es jetzt?“

Werden die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie unternommen? Ist es richtig, dass sich Bund und Länder auf das Impfen als vorrangige Ausstiegsstrategie konzentrieren? Wie lange ist der Lockdown noch zumutbar? Darüber diskutierten die Gäste bei Anne Will.

Anne Will: Das waren die Gäste

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, zeichnete ein düsteres Bild: „Die Corona-Mutante wird die Führung übernehmen. Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raus halten. Je länger wir die Zahlen stabilisieren können, desto besser.“

Intensiv-Mediziner warnt bei Anne Will vor brasilianischer Mutation

Auch Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, warnte vor der Corona-Mutation: „Es ist nicht die britische Mutation, die mir Sorgen machen würde. Die südafrikanische ist da noch eine Qualität mehr und die brasilianische erheblich. In Brasilien waren 75 Prozent der Bevölkerung in Manaus infiziert und sind von dieser Mutation nochmal angesteckt worden. Das Immunsystem war überhaupt nicht mehr in der Lage, mit den Antikörpern, die sich gebildet hatten, die Mutation zu erfassen.“

Da stelle sich schon die Frage, in weit die neuen Impfstoffe langfristig diese Mutation überhaupt noch bekämpfen können.

Sein Fazit: „Deshalb müssen wir mit den Infektionszahlen runter. Denn je mehr Leute infiziert sind, desto höher ist doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Mutationen entwickeln.“

Politiker fordern konkrete Exit-Strategie für Corona-Lockdown

Derweil werden Forderungen nach einer Ausstiegs-Strategie lauter. Der Vizechef der Unionsfraktion, Georg Nüßlein (CSU), forderte nach Auslaufen der Maßnahmen am 14. Februar erste Lockerungen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) skizzierte einen abgestuften Öffnungsplan von Februar bis April. Zugleich gab es auch warnende Stimmen: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) riet von einem verfrühten Ende des Corona-Lockdowns ab.

Der CSU-Politiker Nüßlein begründete seinen Vorstoß mit den sinkenden Infektionszahlen und der wachsenden Ungeduld der Menschen: Er stelle fest, „dass die Stimmung kippt“, sagte Nüsslein der „Augsburger Allgemeinen“. Wenn sich die Lage in den kommenden Wochen nicht noch einmal drastisch verschlechtere – etwa durch eine massive Ausbreitung mutierter Viren, „dann müssen wir spätestens ab Mitte Februar einen anderen Weg gehen als den bisherigen“. (dpa/mt)

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