Germany

Anschlag auf den Isener Kunstanschlag

Die Aktion „Kunstanschlag“ sollte Farbe in die Gemeinde Isen bringen. Doch nun haben Unbekannte sechs von acht Plakaten heruntergerissen.

Isen – Aus dem Isener Projekt „Kunstanschlag“ ist ein Anschlag auf die Kunst geworden. Von den ursprünglich acht Plakaten, die auf Arbeiten von Stefan Böld, Peter Cronauer, Geraldine Frisch, Thomas Hiemer, Renate Ittliner, Beate Liedgens, Stefan Schütz und Vincent Zehetmaier basieren, hängen nur noch zwei. Die sechs anderen sind nach nicht einmal einem Tag teilweise oder ganz heruntergerissen worden.

Eigentlich sollte die Aktion, die von der Isener Künstlerin Geraldine Frisch konzeptioniert und am 1. Mai gestartet wurde, Kunst näher zu den Menschen bringen. „Die Idee in meinem Kopf, Anschlagtafeln als Kunstfläche wieder Raum zu geben, dabei Künstler zu unterstützen, sie wertzuschätzen und sichtbar werden zu lassen, gibt es schon seit längerem“, erklärt die Architkektin und Künstlerin.

Die Zerstörungswut mache zwar betroffen und ratlos, unterkriegen lassen wolle man sich aber nicht. „Wir lassen die Plakate nachdrucken und plakatieren neu“, kündigt sie an. Als positive Aktion in einer nahezu kunstlosen Zeit war der Kunstanschlag gedacht: Die acht Plakattafeln der Gemeinde, die derzeit größtenteils verwaist sind, sollten dabei zu einer Art temporären und öffentlichen Galerie werden.

Eine Hälfte hängt noch: der Beitrag von Thomas Hieber in Pemmering.

Die Gemeinde Isen stellt der Gruppe die Plakatwände zur Verfügung, die Kosten für die Aktion trägt das Isenwerk, der Verein, der voriges Jahr gegründet worden war und etwas für Ort und Bürger unternehmen will. „Es hat also niemand sauer sein müssen, dass hier eventuell öffentliche Gelder verschwendet werden“, sagt Frisch. Für künftige Plakate von Veranstaltern habe man einen Streifen frei gelassen, die bereits vorhandenen Aushänge darauf angepinnt. „Wir haben mit vielem gerechnet, dass darüber getackert oder geschmiert wird, aber nicht mit so etwas“, erklärt Frisch.

Dass sich Kritik und Unverständnis für die Aktion in blinder Zerstörung äußere, könne man in der Gruppe nicht verstehen. „Dann soll man uns halt mit E-Mails zuschütten und sich darin auskübeln, aber so feige zu sein und unsere Sachen einfach abzureißen, ist wirklich schlimm“, sagt sie.

Frisch glaubt nicht, dass die Bilder, Fotografien und Grafiken zu provokativ gewesen seien. Positiv und hoffnungsfroh sei ihre eigene Arbeit, die einen Lichtstreifen zeigt, der in die Dunkelheit leuchtet. Und auch, dass die Auswahl der beteiligten Künstler einseitig gewesen sei, könne man der Aktion nicht vorwerfen: Sie habe alle Isener Künstler kontaktiert und deren Interesse abgefragt. „Aus 20 Leuten sind so die acht geworden, die ihre Werke präsentieren wollten.“

Zerplatze Seifenblasen: Stefan Bölds Bild vor der Anschlagtafel in Mittbach.

Unversehrt blieben nur der Beitrag von Peter Cronauer – eine Collage zum Wort Mut auf Holz, das vermutlich zu viel Widerstand geboten habe – und das Plakat von Renate Ittlinger. Ihre Arbeit zeigt die Fragilität des Menschen in Krisensituationen. „Wir fragen uns jetzt natürlich, was will der, der unsere Plakate zerstört hat, uns damit sagen?“, sagt Frisch.

Dass Regen und Wind für die Zerstörung verantwortlich sind, glaubt sie nicht. Die Plakate seien sorgfältig befestigt gewesen, das verwendete Papier halte einiges aus. „Unser Drucker hat gesagt, dass es schon heftig hageln müsste, damit das Papier Löcher bekommt“, berichtet Frisch. Eine Meinung, die auch von der Polizei geteilt wird, die von Vandalismus ausgeht.

Eines habe man mit der Aktion zumindest erreicht; in einen Dialog zu treten, auch wenn dieser anders ausgefallen sei als ursprünglich gewünscht. Damit ein echter Austausch stattfinden kann, sollen die Plakate ab Samstag wieder in Berging, Burgrain, Isen, Lichtenweg/Schnaupping Mittbach, Pemmering und Weiher zu sehen sein. „Wir machen weiter und schauen, was passiert“, kündigt Frisch an.

ANNE HUBER

Football news:

De Zerbi kündigte die Entscheidung an, Sassuolo zu verlassen. Der Trainer steht kurz vor der Ernennung zum Bergmann
Messi hat 300 Spiele mit Toren in La Liga-die meisten in der Geschichte. Raul erzielte in 186 Spielen
18-jähriger Torwart Odojewski über sein Debüt für Zenit: Arbeitete und hoffte, dass man ein Spiel vertrauen würde
Vielleicht Messis letztes Spiel im Camp Nou: erzielte im leeren Stadion, verlor aber die Chance auf den Titel
Wolfsburg ist in der Champions League ausgeschieden, Leipzig zum zweiten Mal in der Bundesliga auf Platz 2.Alle Champions-League-Teilnehmer in der kommenden Saison sind aus Deutschland ausgeschieden. Zu Bayern München, RB Leipzig und Borussia Dortmund hat sich der VFL Wolfsburg durchgesetzt. Durch das Unentschieden am letzten Spieltag gegen Leipzig (2:2) wird das Team aus Niedersachsen garantiert mindestens Platz vier belegen. Leipzig sicherte sich heute den zweiten Platz in der Bundesliga - die Wiederholung des besten Ergebnisses in ihrer Geschichte, die in der Saison 2016/17 erreicht wurde
Pioli über das 0:0 gegen Cagliari: Ein Nichtabstieg in die Top 4 wäre eine Enttäuschung, aber es kann nicht als Rückschlag bezeichnet werden
Lille liegt nur einen Punkt vor PSG, Monaco 3 Punkte vor dem Ende der 1.Liga. Monaco Lyon