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Antisemitismus-Vorwürfe: Labour schmeißt Ex-Parteichef Corbyn raus

In einem Untersuchungsbericht stellen Experten fest, dass in der britischen Labour-Partei über Jahre Antisemitismus salonfähig war. Am schlimmsten war demnach die Zeit, in der der Alt-Linke Corbyn die Geschicke der Partei lenkte. Der 71-Jährige muss Labour daher nun verlassen.

Die britische Labour-Partei schließt ihren ehemaligen Parteichef Jeremy Corbyn nach Antisemitismus-Vorwürfen aus. Dies teilt ein Parteisprecher mit. Die Entscheidung sei angesichts verharmlosender Äußerungen Corbyns zu einer unabhängigen Untersuchung zu Antisemitismus in der Oppositionspartei getroffen worden.

In einem Untersuchungsbericht wurde festgestellt, dass die Labour-Partei antisemitische Tendenzen in den eigenen Reihen zugelassen habe. Es habe Schikanen und Diskriminierungen gegeben, teilte die britische Kommission für Gleichheit und Menschenrechte (EHRC) mit. Besonders in der Kritik steht in dem Bericht die Zeit zwischen 2015 und 2020, in der der Alt-Linke Corbyn Chef der Partei war. Im April 2020 wurde der 71-Jährige von Keir Starmer abgelöst. Es habe "unentschuldbare Fehler" gegeben, die auf einen Mangel an Bereitschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus zurückzuführen seien, sagte die Vorsitzende der unabhängigen Kommission, Caroline Waters.

Corbyn wollte dagegen nicht alle Vorwürfe gelten lassen. Er sei "immer entschlossen gewesen, alle Formen des Rassismus zu beseitigen". Er bedauere aber, dass der Wandel so lange gedauert habe. Sein Nachfolger Starmer sprach von einem "Tag der Schande" für Labour. Die Partei muss nun binnen sechs Wochen einen Aktionsplan vorlegen. Seit Jahren werfen Kritiker den britischen Sozialdemokraten antisemitische Tendenzen - etwa in Beiträgen in sozialen Medien - vor. Mehrere Abgeordnete verließen aus Protest die Partei. 2018 räumte Corbyn ein, dass Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder zu langsam und zaghaft betrieben worden seien.

Corbyn stand auch selbst häufig in der Kritik. So hatte er sich geweigert, sich bei Juden für antisemitische Tendenzen in seiner Partei zu entschuldigen. Kritiker warfen dem Alt-Linken auch eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor. Noch bevor er Labour-Chef wurde, bezeichnete er laut britischen Medien die im Gazastreifen herrschende Hamas, die unter anderem von der EU als Terrororganisation eingestuft wird, als "Freunde".

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