Nordkorea hat nach eigenen Angaben auf dem Gelände der Satelliten-Startanlage Sohae einen wichtigen Test durchgeführt. Der Test "von großer Bedeutung" sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien, ohne Details zu nennen. Das Ergebnis werde "einen großen Einfluss darauf haben, die strategische Position der Demokratischen Volksrepublik Korea in naher Zukunft einmal mehr zu verändern". 

In Sohae befinden sich eine Testanlage für Raketenantriebe sowie eine Startrampe. Der US-Nachrichtensender CNN hatte am Samstag berichtet, Satellitenfotos würden darauf hindeuten, dass Nordkorea Vorbereitungen treffen könnte, um die Tests von Triebwerken für den Start von Satelliten und Interkontinentalraketen wieder aufzunehmen.

Die Atomgespräche zwischen den USA und Nordkorea sind seit einiger Zeit zum Stillstand gekommen. Pjöngjang forderte bisher von Washington Zugeständnisse bis Jahresende. Zuletzt sprach der nordkoreanische UN-Botschafter aber von einem vorläufigen Ende der Gespräche über die Denuklearisierung seines Landes. Nordkorea müsse "jetzt keine langwierigen Gespräche mit den USA führen, und das Thema Denuklearisierung ist bereits vom Verhandlungstisch", erklärte er am Samstag. Die Amerikaner nutzten die Gespräche mit Nordkorea nur für innenpolitische Zwecke.

Nordkorea teilt verbal aus

US-Präsident Donald Trump gab sich betont gelassen und unterstrich, er habe ein sehr gutes Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. "Ich wäre überrascht, wenn Nordkorea feindselig handeln würde", sagte Trump am Samstag in Washington. "Er weiß, dass bei mir eine Wahl ansteht." Trump sagte, er glaube nicht, dass Kim da dazwischenfunken wolle. Dennoch telefonierte Trump am Freitag mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, um über die fehlenden Fortschritte bei den Gesprächen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas zu sprechen.

Nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrats hatten die EU-Mitglieder Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Polen und Großbritannien am Mittwoch Nordkoreas fortdauernde Tests ballistischer Raketen sowie die Fortsetzung seines Atomprogramms scharf kritisiert und gefordert, an den Sanktionen gegen Pjöngjang festzuhalten. UN-Diplomaten fürchten, das Land könnte seine Tests von Langstreckenraketen wieder aufnehmen, sollte es keine baldigen Fortschritte in den Gesprächen mit den USA geben.

In einer Stellungsnahme der nordkoreanischen UN-Vertretung hieß es, die sechs EU-Staaten hätten Nordkorea auf bösartige Weise verurteilt. Dass sie vollkommen legitime Schritte Nordkoreas derart kritisierten, sei eine "ernsthafte Provokation", "dumm" und Ausdruck ihrer "Paranoia". Diese EU-Staaten spielten den "Schoßhund" für die USA. Ihre Anbiederung an die USA sei "jämmerlich".