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Auch fünf Läden in München betroffen: Beliebter Modekette droht Zahlungsunfähigkeit

Von: Markus Hofstetter

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Viele Modeketten sind wegen der Corona-Pandemie wirtschaftlich in die Bredouille geraten. Jetzt droht dem nächsten Unternehmen das Aus.
Viele Modeketten sind wegen der Corona-Pandemie wirtschaftlich in die Bredouille geraten. Jetzt droht dem nächsten Unternehmen das Aus. © Imaginechina-Tuchong/Imago

Der Modehandel ist von der Corona-Krise hart getroffen. Nun hat es erneut einen bekannten Händler erwischt.

Willstätt - Der Damenmodehändler Orsay hat am vergangenen Freitag (26. November) beim Amtsgericht Offenburg wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die Mitarbeiter seien am Montagmorgen über diesen Schritt informiert worden, berichtet die Textilwirtschaft. In Deutschland sind 1200 Mitarbeiter sowie 197 Filialen betroffen, darunter fünf Läden in München.

Die finanzielle Schieflage von Orsay ist Unternehmensangaben zufolge auf die Lockdowns infolge der Corona-Krise zurückzuführen. Die allgemeinen Preissteigerungen und Lieferengpässe gaben dem Modehändler den Rest. Da half es auch nicht, dass Orsay Kurzarbeitergeld und KfW-Liquiditätshilfen beantragt hatte.

Zudem wurden dem Unternehmen vom staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ein Kredit in Höhe 33 Millionen Euro zugesprochen, von denen im August 15 Millionen Euro ausgezahlt wurden. Die restlichen 18 Millionen Euro werden jedoch nicht mehr in Anspruch genommen.

Unter dem Schutzschirmverfahren hat Orsay drei Monate Zeit, einen Sanierungsplan aufzustellen. Inwieweit Filialschließungen dazu gehören, ist nicht bekannt. Als externe Sanierungsexperten hat das Amtsgericht Offenburg dem Unternehmen die Rechtsanwältin Katrin Schröder von der Frankfurter Kanzlei K& L Gates und Anwalt Felix Höpker von White & Case als Sachwalter zur Seite gestellt. Höpker war in dieser Funktion auch beim Insolvenzverfahren von Pimkie, einem Schwesterunternehmen von Orsay, tätig. Orsay ist zuversichtlich, das Schutzschirmverfahren erfolgreich bewältigen zu können, auch weil viele Lieferanten ihre Unterstützung zugesagt haben.

Orsay ist eine Tochter der französischen Mulliez-Gruppe, zu der unter anderem auch der Sporthändler Decathlon gehört. Nach Informationen der TextilWirtschaft betreibt das Unternehmen 704 Filialen in 34 Ländern. Mit 3500 Mitarbeitern wurde 2019 ein Umsatz von 485 Millionen Euro erwirtschaftet.

Orsay und Pimkie sind nicht die ein einzigen Opfer der Corona-Pandemie. Viele Modehändler müssen ihr Filialnetz eindampfen oder verschwinden ganz vom Markt. Dazu zählen unter anderem Adler, Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof und Hallhuber.

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