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Auf und Ab und 1:0

Einer der Bremer Matchwinner in Jeddeloh: FCO-Torwart Jonas Horsch.

Einer der Bremer Matchwinner in Jeddeloh: FCO-Torwart Jonas Horsch. (Frank Thomas Koch)

Das passte ganz gut: Die Fußballer des FC Oberneuland waren mit einem Party-Bus zu ihrem ersten Regionalliga-Auswärtsspiel beim SSV Jeddeloh gereist. Nachdem sie dort angesichts des 1:0-Erfolges den ersten Sieg landeten, konnten sie das Gefährt natürlich besonders gut gebrauchen. „Der Partybus wird rollen“, kündigte Trainer Kristian Arambasic kurz nach dem Spiel an. Man kann sich ganz gut vorstellen, was los war auf der Fahrt aus der Nähe Oldenburgs zurück nach Bremen: Die Musik dröhnte, es wurde wild gefeiert, und das ein oder andere Getränk war auch im Spiel. Auf diese Weise wurde im FCO-Bus einmal mehr deutlich, welche Kräfte eine euphorische Stimmung doch freisetzen kann. Denn nur eine Stunde zuvor, Schiedsrichter Christian Meermann hatte gerade abgepfiffen, da waren die Bremer so rein körperlich noch ziemlich am Ende gewesen.

„Die Jungs haben mit Herz und Leidenschaft gespielt und sind ans Limit gegangen“, so Arambasic. Es war schließlich um eine ganze Menge gegangen: Zweimal hatte sich der FCO in einem Heimspiel um die ersten Punkte in der neuen Liga bemüht. Zweimal war er gescheitert. Gegen den TSV Havelse (0:2) hatte er sich einem routinierteren Gegner beugen müssen, und am vergangenen Mittwoch unglücklich und auf Augenhöhe knapp gegen den VfB Oldenburg (0:1) verloren. Wäre nun auch in Jeddeloh nichts herausgesprungen, hätte das der Stimmung beim Neuling sicher gar nicht gut getan – zumal bereits am Mittwoch (19 Uhr) das Spitzenteam des VfL Wolfsburg II zu Gast in Oberneuland ist. Der Gast aus Bremen stand also unter Druck. Sein Gegner nach vier Punkten aus den ersten zwei Spielen eher nicht.

Es zählte deshalb zu den herausragenden Merkmalen dieser Partie, dass man dem FC Oberneuland nicht anmerkte, welche Bedeutung die Partie hatte. Das heißt indes nicht, dass die Arambasic-Elf einen souveränen oder gar ungefährdeten Erfolg landete. Wäre der SSV als Sieger aus diesem engen Spiel hervorgegangen, hätte sich vermutlich auch niemand ernsthaft beschwert. „Wir hatten heute auch das Quäntchen Glück, das uns am Mittwoch noch gefehlt hat“, meinte der FCO-Coach. Er fand, das Spiel seiner Mannschaft sei durch ein „Auf und Ab“ begleitet worden. Zur Pause war Oberneuland jedenfalls noch ganz gut bedient gewesen mit dem Zwischenstand von 0:0. Zwar besaß der Gast durch Tom Trebin (11.) und Erik Köhler (26.) ordentliche Möglichkeiten. Auf der Gegenseite war  bei den Chancen für SSV-Stürmer Miguel Fernandes aber gleich zweimal Gefahr im Verzug: Zunächst parierte Jonas Horsch stark gegen dessen Schuss aus zwölf Metern (20.), dann schoss der Stürmer ähnlich freistehend neben das Tor (29.).

Man konnte sich angesichts dieser Szenen kaum vorstellen, dass der FC Oberneuland nach dem Wechsel eine so dominante Phase haben würde. Aber genau so war es. Das nun druckvollere Spiel der Bremer gipfelte in einem Treffer, dem allerdings die Aberkennung verweigert wurde: Bevor er in der 66. Minute traf, soll Tim Kreutzträger den Ball mit der Hand gespielt haben. „Tim sagt: das war ganz klar keine Hand“, so Arambasic. Während die gute Phase gleichwohl ohne zählbaren Erfolg blieb, kam es auf der anderen Seite einmal mehr auf Jonas Horsch an: Der Schlussmann parierte gegen Ibrahim Temin nicht nur stark bei dessen 16-Meterschuss (69.). Er entschärfte auch Temins Abschluss aus kurzer Distanz mit einem überragenden Reflex (79.) und durfte damit durchaus als einer der Matchwinner gelten.

Ein anderer war Tom Trebin, der Torschütze. Dabei traf der Mittelfeldspieler den Volleyschuss aus acht Metern gar nicht richtig – sein Aufsetzer mutierte indes zur unhaltbaren Bogenlampe hinweg über SSV-Keeper Felix Bohe. Schlusswort Arambasic: „Jetzt genießen wir die Fahrt, und ab Sonntag bereiten wir uns auf Wolfsburg vor.“

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