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Aufregung bei Remis gegen Rom: Der BVB ärgert sich gewaltig

Die Lage bleibt kompliziert bei Borussia Dortmund während dieser ersten Dezembertage, an denen der Klub den Frust der Bundesliganiederlage gegen Köln vom vorigen Wochenende so gerne losgeworden wäre. Mit einem ziemlich grauen 1:1 gegen Lazio Rom haben sie zwar ihr Minimalziel, das Achtelfinale der Champions League, erreicht, aber spielerisch erlebt das Team gerade ein kleines Leistungstal. Raffael Guerreiro hatte den BVB in Führung gebracht, Ciro Immobile glich per Elfmeter aus in diesem ersten Europapokalspiel des Jahres 2020, das der BVB ohne den Champions-League-Dauertorschützen Erling Haaland bestreiten musste.

Der Norweger hatte während seiner zwölf Einsätze in diesem Wettbewerb 16 mal getroffen, doch nun waren ihm im Abschlusstraining ein paar Muskelfasern gerissen. „Er wird vor Anfang Januar nicht mehr spielen“, sagte Trainer Lucien Favre; das war ein Schock noch vor dem Anpfiff. Lange Zeit hatten die Dortmunder diese Hochbelastungswochen relativ gut überstanden: „Wir hatten keine Verletzungen“, erklärte der Trainer, „und jetzt plötzlich“ erwische es auch seine Mannschaft.

Emre Can und Thomas Meunier fielen ebenfalls aus, zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Mats Hummels in der Nachspielzeit und humpelte vom Platz. „Mats ist ein harter Junge, ich hoffe, dass er am Samstag wieder zur Verfügung steht“, sagte Marco Reus später in einer ersten Reaktion. Dass der Trainer im Vergleich zum vorigen Bundesligawochenende allerdings gleich sieben Änderungen an der Startelf vorgenommen hatte, lag gewiss auch an der matten Leistung beim 1:2 gegen den 1. FC Köln. Jadon Sancho, Axel Witsel und Julian Brandt saßen zunächst draußen.

„Unglaublich. Das ist Theater“

Engagierter und hingebungsvoller spielte dieses runderneuerte Team zumindest in der ersten Halbzeit. Allerdings mischten sich auch an diesem Tag bessere Aktionen mit Fehlern und Ungenauigkeiten. Im eigenen Spielaufbau fehlten lange Zeit gute Ideen, mehrfach kam es zu Ballverlusten, die zu einer guten Grundlage für Angriffe der Römer taugten. Und in der Offensive wirkten die Aktionen des BVB oft zu umständlich. Aber der Bundesligaklub tut sich ja oft schwer mit gut organisierten Gegnern.

Die erste gute Chance hatte der Lazio-Profi Joaquin Correa, der aus kurzer Distanz Torhüter Roman Bürki anschoss (19.). Etwas später tauchte Sergej Milincovic-Savic am Ende des schönsten Angriffs der ersten Hälfte in guter Position vor dem Dortmunder Tor auf, spielte jedoch quer, statt selbst abzuschließen. (28.). Die Dortmunder waren kurz darauf mit zwei kurz aufeinander folgenden Schüssen von Marco Reus und Giovanni Reyna gefährlich, doch in beiden Fällen war der Winkel relativ spitz (29.).Die Partie war nun relativ ausgeglichen, ohne hochklassig zu werden, und als eine torlose erste Halbzeit immer wahrscheinlicher wurde, traf der BVB doch noch. Guerreiro gelang nach einem abgefangenen langen Ball des gegnerischen Torhüters Reina und einer Vorlage von Hazard das etwas glückliche 1:0 (45.).

Ausgerechnet Immobile (rechts) trifft: Der Lazio-Stürmer spielte einst beim BVB.

Ausgerechnet Immobile (rechts) trifft: Der Lazio-Stürmer spielte einst beim BVB. : Bild: Reuters

Je länger dann aber die zweite Hälfte dauerte, desto deutlicher wurde doch wieder die Dortmunder Neigung zur Nachlässigkeit. Lazio spielte immer druckvoller. Nach einer Stunde musste Bürki einen gefährlichen 16-Meter-Schuss von Immobile abwehren, und fünf Minuten später kam Milinkovic-Savic in einem Zweikampf mit dem kurz zuvor für den angeschlagenen Guerreiro eingewechselten Nico Schulz im Strafraum zu Fall. Immobile verwandelte den folgenden Elfmeter, der von vielen BVB-Profis und auch an der Dortmunder Seitenlinie durchaus als strittig bewertet wurde, sicher zum 1:1 (67.). Dieses Tor hinterließ Spuren bei der Borussia, die für einige Minuten sehr verunsichert war. Delaney hatte zwar noch eine Möglichkeit zur Führung (78.), aber gefährlicher blieben die Gäste aus Italien, mehrfach rettete Bürki.

„Wir hatten unsere Torchancen, könnten das 2:0 oder das 2:1 machen. Wir kriegen einen unnötigen Elfmeter, der keiner ist. Das ist unglaublich. Das ist Theater, er ist im Schwimmbad. Er übertreibt. Aber wir sind qualifiziert, Punkt. Fertig. Das ist das Wichtigste“, meinte Trainer Favre nach dem Schlusspfiff. Und Kapitän Reus resümierte: „Wir standen in der zweiten Halbzeit zu tief und haben uns weit zurückfallen lassen. Wir hatten keinen Zugriff mehr, das darf zuhause nicht passieren. Wir hätten gern mit einem Sieg als Erster die Gruppe beendet.“

Die K.o.-Phase der Champions League hat der BVB damit erreicht, aber eine entspannte Reise zum abschließenden Spiel der Gruppenphase nach St. Petersburg steht ihnen nicht bevor. Es geht noch um Platz eins in der Abschlusstabelle, und der kann wichtig sein, weil ihnen als Sieger der Gruppe in der nächsten Runde ein Gruppenzweiter zugelost werden würde. Dies könnte ein entscheidender Vorteil auf dem Weg durch die nächsten Runde sein.

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