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Ausgangssperre tritt in Kraft: Frankreich überschreitet die Millionen-Marke

In Frankreich steigt die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen auf mehr als eine Million. Weltweit ist Frankreich das siebte Land, in dem diese Marke überschritten wird.

Als zweites EU-Land nach Spanien hat Frankreich am Freitag die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen überschritten. In den vergangenen 24 Stunden sei die Rekordzahl von 42.032 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 1.041.075. Insgesamt 34.508 Infizierte starben seit dem Beginn der Pandemie in Frankreich. Rund 67 Millionen Menschen leben in dem Land.

Am Mittwoch hatte Spanien als erstes EU-Land offiziell mehr als eine Million Corona-Infektionen registriert. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte am Freitag jedoch, dass die Gesamtzahl der Infizierten tatsächlich bei über drei Millionen liege. Zu Beginn der Pandemie seien viele Infektionen unentdeckt geblieben, so Sánchez.

Weltweit ist Frankreich das siebte Land, in dem die Marke von einer Million bestätigten Ansteckungen überschritten wird - nach den USA (inzwischen 8,4 Millionen), Indien (7,8 Millionen), Brasilien (5,3 Millionen), Russland (1,5 Millionen) sowie Argentinien und Spanien mit je knapp über einer Million.

Nächtliche Ausgangssperre in weiten Teilen des Landes

Von diesem Samstag an wird in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre ausgeweitet und betrifft dann rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. Sie gilt dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Von der Beschränkung, die am Freitag um Mitternacht in Kraft tritt, sind insgesamt 46 Millionen Menschen betroffen und damit zwei Drittel aller Franzosen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, die Franzosen würden mindestens bis zum nächsten Sommer mit dem Coronavirus leben müssen. Er betont, es gebe keine Pläne, Abstriche bei den jüngst beschlossenen Ausgangssperren zu machen. Die Seuche könne nur gebremst werden durch Einschränkungen. Es sei aber derzeit noch zu früh, um zu sagen, ob Frankreich auf einen vollständigen oder teilweisen Lockdown zusteuere.

Der Chef der öffentlichen Pariser Krankenhäuser warnte vor einer zweiten Corona-Welle, die schlimmer werden könnte als die erste im Frühjahr. Viele seien seit einigen Monaten der Ansicht, es gebe keine echte zweite Welle - doch sei eher das Gegenteil der Fall, mahnte Martin Hirsch am Freitag im französischen Rundfunksender RTL.

"Alles ist auf dem Tisch"

Für den Fall, dass alle bereits getroffenen Maßnahmen nicht greifen, warnte Premierminister Jean Castex vor "noch härteren" Beschränkungen. "Alles ist auf dem Tisch", sagte auch der Epidemiologe Arnaud Fontanet vom Wissenschaftsrat, einem Beratergremium der französischen Regierung. Das Coronavirus mache "viel schneller die Runde als im Frühling", obwohl es sich um "genau dasselbe" Virus handle, sagte Fontanet am Freitag im Sender BFM TV.

Noch hoffe er, dass sich eine landesweite Ausgangssperre wie während der ersten Welle vermeiden lasse, "weil wir alles tun, um das zu vermeiden", fuhr Fontanet fort. Örtlich begrenzte Ausgangssperren aber seien "ein Teil der Optionen".

Um Notmaßnahmen in besonders betroffenen Hotspots über einen Monat hinaus ausdehnen oder landesweit verhängen zu können, will die Regierung den landesweiten Gesundheitsnotstand bis einschließlich 16. Februar des kommenden Jahres verlängern.

Dafür benötigt sie jedoch die Zustimmung des Parlaments. Die Nationalversammlung soll bei Sondersitzungen am Samstag und Sonntag über den von der Regierung verabschiedeten Gesetzesentwurf beraten.

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