Germany
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Bad Wiesseer Bauausschuss segnet Umbau des ehemaligen Hypo-Gebäudes ab

Bad Wiessee – Das frühere Gebäude der Hypo-Vereinsbank in Bad Wiessee soll umgebaut und saniert werden. Im Bauausschuss gab es nun erste Pläne.

Im Februar 2021 hat das Gebäude, das bis 2014 die Bad Wiesseer Filiale der Hypo-Vereinsbank beherbergte, den Eigentümer gewechselt. Ferdinand Kohler hat das in die Jahre gekommene Haus erworben – und neue Pläne an der Sanktjohanserstraße.

Im Sommer hat er bereits damit begonnen, das aus dem Jahr 1934 stammende Gebäude in der Ortsmitte zu entkernen. Im Hof stehen seither zwei große Container. Die Fenster des oberen Stocks sind mit Brettern vernagelt. Mit den Plänen des neuen Besitzers und der Frage, wie das Anwesen künftig genutzt werden soll, befassten sich nun die Mitglieder des Bauausschusses.

Hypo-Haus auch energetisch sanieren

Bislang war im ersten und zweiten Stock jeweils eine Wohnung untergebracht. Das Dachgeschoss war nicht ausgebaut und wurde lediglich als Lagerraum genutzt, führte Bauamtsleiter Anton Bammer aus. Der Bauantrag sieht grundlegende Umbaumaßnahmen vor. Zusätzlich soll das Haus – auch energetisch – saniert werden.

Im Erdgeschoss sollen Räume für Gewerbe und Büros entstehen. Darüber sind sieben Wohnungen vorgesehen, die laut Antrag ausschließlich als Personalwohnungen dienen sollen. Jeweils drei Apartments sollen im ersten und zweiten Geschoss untergebracht werden, eine weitere Wohnung im Dachgeschoss. Es sollen vorwiegend Zwei-Zimmer-Apartments werden.

Dachneigung auf 26 Grad erhöhen

Im Zuge der Sanierung soll auch das Dach erneuert und die Dachneigung auf 26 Grad erhöht werden. Nach Süden hin soll zusätzlich ein Quergiebel entstehen. Die dort beantragten Abweichungen, auch bezüglich geplanter Dachflächenfenster, seien vertretbar, sagte der Chef der Bauverwaltung.

Problematisch habe sich im Vorfeld die Frage nach ausreichend Parkraum dargestellt, erklärte Bammer. Der letzte für den Um- und Erweiterungsbau genehmigte Planstand stamme aus dem Jahr 1963, die erste Stellplatzsatzung der Gemeinde aber von 2005. Aufgrund der heute geltenden Berechnungsgrundlagen der Satzung fehlen daher Parkplätze in ausreichender Anzahl.

Auf dem Grundstück acht Parkplätze

Deshalb habe man bereits im Vorfeld empfohlen, chronologisch den jeweiligen seinerzeit erforderlichen Stand in Gegenüberstellungen aufzubereiten und daraus die zusätzlich nötigen Parkplätze für die geänderten sowie erweiterten Nutzungen darzulegen, erklärte Bammer. Die dementsprechend vorgelegten Berechnungen und Stellplatzpläne erschienen nachvollziehbar.

Künftig sollen demnach auf dem Grundstück acht Parkplätze vorhanden sein. Ein zusätzlich erforderlicher Parkplatz müsste abgelöst werden. Er sei zwar kein Freund solcher Ablöse, machte Bammer deutlich, hier habe man es aber mit einem klassischen Fall zu tun, in dem dieser Weg durchaus vertretbar erscheine.

Problematik mangelnden Parkraums

Aus Sicht der Bauverwaltung bestünde damit Einverständnis, dass der fehlende Stellplatz abgelöst würde. Zwar werde die Problematik mangelnden Parkraums dadurch nicht zur Gänze gelöst, doch könne das Problem dem Bauherrn wegen des Bestandsschutzes der bisherigen Nutzungen nicht zur Last gelegt werden, sagte der Bauamtschef. „Grundsätzlich wird begrüßt, dass hier mehrere Personalwohnungen in der Ortsmitte entstehen sollen“, betonte er.

Skeptisch äußerte sich Klaudia Martini (SPD). Sie zweifelte, ob eine entsprechende Bindung auch langfristig gewährleisten könne, dass die Apartments Personalwohnungen blieben und nicht – etwa bei Mieterwechsel – anderweitig vergeben würden.

Bauer in der Au als Negativbeispiel

Als Negativbeispiel verwies sie auf den Bauer in der Au: Die Ausflugsgaststätte sei nach der Renovierung trotz Festschreibung nicht mehr für die Öffentlichkeit geöffnet worden. Wenn man sich nicht an die Vorgaben halte, würde nichts dagegen unternommen, monierte Klaudia Martini, die befürchtete, man könne sich unter diesen Vorzeichen alles Mögliche einschleichen.

Gleichwohl gab das Gremium letztlich einhellig grünes Licht für das Vorhaben. ger