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Bei Markus Lanz (ZDF): „Fällt zusammen wie Kartenhaus“ - Virologe enttäuscht vom RKI

Virologe Hendrik Streeck kritisierte bei Markus Lanz das Robert-Koch-Institut und die Bundesregierung. Eine wichtige Studie sei bisher versäumt worden.

Mainz - Maßnahmen, die die Bundesregierung und die einzelnen Länder zur Eindämmung des Coronavirus treffen, brauchen Daten - um die Wirksamkeit zu überprüfen und über Zeitpunkte und Arten von Lockerungen nachzudenken. 

Dass die als Grundlage herangezogenen Daten unzuverlässig sein könnten, führte  Virologe Hendrik Streeck jetzt in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ aus. Sein Vorwurf geht vor allem an das Robert-Koch-Institut, dass die Chance zur Erhebung wichtiger Daten schlichtweg versäumt habe - bereits in den vergangenen Tagen war die Kritik am RKI lauter geworden.

Corona-Krise bei Markus Lanz: Virologe bezweifelt Übertragungen bei Friseur oder im Restaurant

Hendrik Streeck ist Leiter der Virologie am Bonner Universitätsklinikum und damit Nachfolger von Christian Drosten*, Deutschlands zurzeit wohl bekanntestem Virologen. Bei Markus Lanz zeichnete er ein anderes Bild als das Bild von monatelangem Verzicht und Einschränkungen: Mit den richtigen Daten könne man über Exit-Strategien sprechen - viele getroffene Maßnahmen hält er nämlich als Bürger für sehr drastisch. Auf Grundlage von guten Daten - zu Sterblichkeitsraten oder Infektionswegen* beispielsweise - könne man wichtige Entscheidungen besser treffen: „Wir reden sehr viel über Spekulationen und Modellrechnungen. Dabei muss aber nur ein Faktor falsch sein und dann fällt das Ganze in sich zusammen wie ein Kartenhaus.“ 

„Wir wissen, dass es keine Schmierinfektion ist, die über Anfassen von Gegenständen übertragen wird, dass aber eng aneinander tanzen und ausgelassen feiern schon zu Infektionen führte. Jetzt gilt es, die Nuancen dazwischen zu finden.“ So sei für ihn sehr fraglich, ob bei Friseur- oder Restaurantbesuch überhaupt Übertragungen stattfinden können und ob man nicht auch in anderen Läden des Einzelhandels (außer im Lebensmittelbereich) mit guten Vorsichtsmaßnahmen Infektionen verhindern könne.

ZDF-Talk von Markus Lanz: Virologe führt Corona-Studie selbst durch - weil Robert-Koch-Institut nicht handelt

Nach eigener Aussage hat Hendrik Streeck inzwischen am meisten COVID-19-Patienten in Deutschland gesehen, weil er vom Innenministerium in NRW gebeten wurde, die Diagnostik zu übernehmen und dabei von Haushalt zu Haushalt in Gangelt ging.

Seine erste Studie war die Studie, die zutage brachte, dass Patienten über Geruchs- und Geschmacksverlust berichteten. Nach dieser ersten Studie habe er erfahren, dass das Robert-Koch-Institut keinerlei Studien in den Hochburgen von COVID-19-Erkrankten durchführt und andenkt - was ihn sehr gewundert habe. Gemeinsam mit anderen Spezialisten der Bonner Uniklinik führt er jetzt selbst eine solche durch, um zu belastbaren Daten zu kommen. Damit will er erreichen, dass sich Maßnahmen, die langfristig getroffen werden müssen, auf klare Fakten stützen.

Er spricht keine laute Kritik aus, aber immer wieder klingt durch, dass er Entscheidungen für voreilig, andere für verspätet hält. Das gilt sowohl für die Bundesregierung, als auch für das Robert-Koch-Institut. Generell könnten seiner Meinung nach viele Maßnahmen zu drastisch sein, andererseits werde zu wenig daran gearbeitet, die Maßnahmen* evaluierbar zu machen.

Als Virologe habe er ein anderes Spezialgebiet als Drosten: Während sich Drosten mit den Eigenschaften des Virus an sich auskenne, verfolge er mit seinen Kollegen, was das Virus mit den Menschen macht. Um das vorhandene Wissen zusammenzubringen, sei ein runder Tisch mit Experten nötig - den es bisher leider nicht gäbe.

In Bayern macht Markus Söder die Corona-Krise zur Chefsache - und schürt mit einer Maßnahme die Kritik an Gesundheitsministerin Melanie Huml.

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