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Belebung der Ortsmitte nimmt Fahrt auf

780 000 Euro für die Sanierung des Ortskerns aus den Kassen des Freistaats: Kerstin Schreyer (l.), Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr und Bürgermeister Andreas Bukowski (r.).

Haar hat ambitionierte stadtplanerische Zukunftsziele: Rund um den Busbahnhof, die Leibstraße, das Bürgerhaus und den Gasthof zur Post soll sich Einiges verändern.

Haar – Der Haarer Ortsmitte blüht eine glorreiche Zukunft. Obwohl das Gemeindezentrum rund um Leibstraße und Bahnhof ohnehin schon vergleichsweise schmuck ist, soll nun ein groß gedachtes Stadtentwicklungsprojekt die Lebendigkeit des Ortskerns von Haar für die Zukunft sichern. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstag einstimmig.

Megaprojekt trotz knapper Kasse

Möglich werden soll das unter anderem durch Förderungen – denn der Gemeindehaushalt sieht nach dem Wegzug des stärksten Gewerbesteuerzahlers, MSD Sharp und Dohme, nicht rosig aus. 780 000 Euro kann Haar aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“an Fördergeldern vom Freistaat erwarten. Der eine Fördertopf soll dabei zwei Projekte unterstützen:

Der Großteil des Geldes, 630 000 Euro, werden zunächst für die Sanierung des Gasthofs zur Post und des Bürgerhauses ausgegeben. Die beiden Objekte hängen teilweise zusammen, wurden aber in zwei Bauabschnitte geteilt, um eine bessere Planung zu garantieren. Zudem könne man besser Förderungen ehalten, wenn Post und Bürgerhaus als ein Bauprojekt geführt werden, so Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU). Anfang nächsten Jahres soll die Sanierung der Elektrik, Leitungen und Lüftungen beider Gebäude gemeinsam begonnen werden. Das Bürgerhaus soll dann ab September 2022 wieder nutzbar sein, bis das Gasthaus zur Post Anfang 2023 wieder eröffnen kann. Anschließend muss das Bürgerhaus noch einmal schließen. Die Doppelsanierung soll insgesamt rund 6 Millionen Euro kosten.

Gasthof zur Post soll 2023 wieder öffnen

Die Wiedereröffnung des Gasthofs zurr Post habe aufgrund ihres gesellschaftlichen Werts im Ortskern höchste Priorität. Nachdem der langjährige Wirt Karl Dabernig in den Ruhestand geht, nutzt die Gemeinde jetzt den Pächterwechsel für die Sanierung. Die temporäre Schließung des Bürgerhauses besorgt bisher vor allem die örtlichen Vereine, die derweil für ihre Versammlungen auf andere Säle ausweichen müssen, wie Sebastian Franz vom Alpenverein bei der Bürgerfragestunde im Gemeinderat anmerkte. „Sobald wir etwas wissen, informieren wir alle, die den Bürgersaal nutzen“, versicherte Bürgermeister Bukowski.

Die restlichen 150 000 Euro aus der Förderung für die Belebung des Ortskerns wird zur Ausarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) verwendet, mit dem das Büro „Stadt Raum Planung“ beauftragt ist. Büroleiterin Martina Schneider stellte im Gemeinderat den Ablauf vor: Gemeinsam mit Bürgern, Gemeinde und Grundstückseigentümern sollen zuerst konkrete Planungsebenen definiert werden. Man schaue sich in diesem Schritt nicht nur das Sanierungsgebiet an, sondern „das große Ganze“. Auch die Einbindung in übergeordnete Strukturen, wie etwa den regionalen Verkehr, werden dabei berücksichtigt.

Busbahnhof, Kiosk und „Bike and Ride“

Dabei fange man keinesfalls bei null an. „Wir können ja schon auf einiges aufbauen“, sagte Bukowski und meinte damit etwa das bereits von der Gemeinde ausgearbeitete „integrierte Mobilitätskonzept“. Konkret handelt es sich bei den Planungen um die Entwicklung des Gebiets um den Bahnhof und die Leibstraße, inklusive Busbahnhof, neuem Kiosk und „Bike and Ride“-Station. Unter Vorlage des ISEK kann Haar extra Förderungen für die Umsetzung seiner Vorhaben beantragen.

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