Nicht nur vorerkrankte und ältere, sondern auch immer mehr fitte, junge Menschen müssen wegen schwerer Covid-19-Verläufe auf Intensivstationen behandelt werden.

„Wir haben mehr jüngere Patienten als im Frühjahr“, sagt Prof. Jörg Brederlau (55), Chefarzt der Intensivmedizin am Helios-Klinikum Berlin-Buch. „Es sind auch Patienten darunter, die keine Vorerkrankungen haben, auch ganz gesunde, junge Menschen.“

Seine Station hat 36 Betten, elf davon sind mit Covid-19-Patienten belegt. Ihre Alterspanne reicht von 30 bis 75 Jahren. „Es ist ein Krankheitsbild, das jeden von uns treffen kann.“

Brederlau warnt: „Es kann zu einem schnell und heftig einsetzenden Lungenversagen führen.“ Zudem zum Ausfall von Nieren, Leber und Thrombose-Bildung in allen Körperteilen. „Je ausgedehnter ein Multiorganversagen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient verstirbt.“

Er macht allerdings auch Hoffnung. „Wenn ein Patient die Akutphase übersteht, hat er gute Chancen, die ITS lebend zu verlassen.“ Mit dem Überleben sei die Erkrankung oft aber nicht vorbei. „Patienten haben danach immer noch Luftnot, Herzprobleme, kein Geschmacksempfinden“, sagt Brederlau.

Und er warnt: „Man sollte Corona nicht auf die leichte Schulter nehmen.“