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Bewohner dreht Video: Hier sorgen Ratten in einer Leverkusener Siedlung für Unruhe

Leverkusen -

„Das Problem besteht schon seit sechs bis sieben Jahren, aber seit Beginn der Pandemie ist es wirklich extrem  geworden.“ Hayati Keskin wohnt seit über 20 Jahren an der Bodelschwinghstraße in Manfort. Er hat miterlebt wie sich anfängliche Einzelprobleme mit den Nagern zu einer regelrechten Rattenplage entwickelt haben.

„Die Ratten haben sich hier überall in der Nähe der Müllplätze zwischen den Wohnblocks eingenistet“, berichtet er. „Die Tiere vermehren sich sehr schnell und es gibt ganze Rattenfamilien an den einzelnen Sammelstellen.“ Anfangs seien die Tiere nur abends zu sehen gewesen, inzwischen wimmeln sie zu allen Zeiten zwischen den Müllcontainern, widmen sich gern überquellenden Biomülltonnen, vor allem aber den Gelben Säcken für Verpackungsabfälle. „Die beißen sich durch, kriechen hinein und suchen sich Lebensmittelreste. Wenn Sie daran vorbeikommen, können Sie es hören. Manchmal raschelt es nur, vor allem abends machen sie richtig Krach.“ 

Die WGL alarmiert

Keskin hat im vorigen Jahr die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) informiert, die die Wohnblocks an Bodelschwinghstraße und Scharnhorststraße verwaltet. Die versandte daraufhin Rundschreiben an ihre Mieter, wie der Müll richtig zu trennen sei, und verwies darauf, dass die Gelben Säcke erst am Tag ihrer Abholung ab 6 Uhr herausgestellt werden dürfen.

Als es nicht besser wurde, schaltete die WGL einen Kammerjäger ein, der Fallen installierte. Die Kosten dafür fanden die Mieter in ihrer Nebenkosten-Abrechnung. „Aber die Tiere sind schlau, vielleicht haben sie es gelernt: Die gehen nicht in die Fallen. Die haben sich direkt neben den Müllplätzen im Gebüsch ihre Löcher gegraben, in denen sie sich verstecken, und essen sich dann im Müll satt.“

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Verschiedene Fallen sind in der Manforter Wohnsiedlung der WGL installiert. 

Wie seine Nachbarn sieht Keskin das Problem in der Müllbeseitigung und eben den leicht reißenden Müllsäcken. Kaum jemand hält sich daran, die Gelben Säcke zwei Wochen lang bis zum nächsten Abfuhrtermin in der Wohnung aufzubewahren. „Nach drei Tagen ist der Müllplatz schon wieder voll.“

Auch in der Umgebung sind die Folgen zu besichtigen. „Im Sommer war es besonders schlimm“, schildert der Manforter. „Vor allem am Bahnhof Schlebusch lagen Rattenkadaver in den Gebüschen, das hat unglaublich gestunken.“ Und auch auf den Kinderspielplätzen in seinem Wohngebiet sorgten plötzlich auftauchende Ratten für manches Erschrecken. 

Hayati Keskin hat mit dem Handy ein Video gedreht und an die Stadt gesendet, deren Ordnungsamt die Zustände begutachtet und dann bestätigt hat: Ja, es ist eine Rattenplage. Er hat sich an die Politiker gewandt. Die Bezirksbürgermeisterin war da, die Grünen haben sich hier umgesehen, auch die SPD. „Im November wollen sie im Rathaus darüber beraten, aber ob dann auch wirklich mal etwas passiert?“