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Germany

Bissig und trotzdem mit Grenzen

Hat für seinen Auftritt im Brinkumer MGH bissige Satire mit im Gepäck: der Autor und WESER-KURIER-Redakteur Markus Tönnishoff.

Hat für seinen Auftritt im Brinkumer MGH bissige Satire mit im Gepäck: der Autor und WESER-KURIER-Redakteur Markus Tönnishoff. (Vasil Dinev)

Stuhr-Brinkum. Garstige Satire im Mehr-Generationen-Haus (MGH) in Brinkum: Am Dienstag, 19. November, ab 18.30 Uhr liest der Journalist und Autor Markus Tönnishoff im Schaumlöffel-Haus an der Bremer Straße 9.

Seit im Jahr 2015 sein erstes Buch erschienen ist, geht Tönnishoff auch immer wieder auf Lesetour. Auch im Stuhrer Rathaus war der Mitarbeiter des WESER-KURIER bereits zu Gast. Im MGH wird er aus seinen Werken „Ein Herz für intersexuelle Pinguine“ und „Wenn der Affe sich schnäuzt, klingelt die Kasse“ lesen. Hinzu kommen ein paar neue Texte, die in seinem dritten Buch kommendes Jahr veröffentlicht werden sollen.

Die Ideen gehen dem Satiriker offenbar nicht aus. Themen finde er in allen Medien sowie im Alltag. „Ein beliebtes Thema ist: Du sitzt im Restaurant und wirst nicht bedient“, nennt Tönnishoff ein Beispiel. Dann kommt jemand neu rein und darf zuerst bestellen. „Das haben sicher schon viele erlebt.“ Um eben solche Momente festzuhalten, trage er stets ein Notizbuch mit sich. Diese Gedankengänge spinne er dann weiter.

Aktuell beschäftigt ihn auch eine Meldung aus dem Jahr 2015: Damals suchte die saudi-arabische Regierung per Stellenanzeige im Internet nach neuen Henkern, die die Todesstrafe vollstrecken sollten. Dazu will sich Tönnishoff über die mögliche Bezahlung und die Verknüpfung mit dem deutschen Arbeitsrecht humorvoll auslassen. „Da kann ich etwas Lustiges draus machen“, ist er sicher. Nur die Schlusspointe fehle ihm noch.

Sich Druck zu machen, sei dabei kontraproduktiv, sagt Tönnishoff. Gute Satire gelinge „durch intensives Nachdenken“. Dafür brauche es auch mal Zeit, Geduld und den Willen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Man muss noch abstruser denken als gewohnt“, so der Autor. Doch gebe es bestimmte Grenzen zu beachten – als Maßstab nennt der Autor das Strafrecht. Für ihn gelte es zudem, sich nicht an Merkmalen abzuarbeiten, für die die Person nichts könne. „Man sollte die Menschen nicht herabwürdigen“, erklärt Tönnishoff. Als Beispiel führt er den Autismus der Klima-Aktivistin Greta Thunberg an. „Aber natürlich darf man sich über sie lustig machen“, stellt er klar, dass Witze über ihre Auftritte und Reden durchaus legitim seien. Auch wenn das für manche als Tabu-Thema gelte. Er selbst arbeite sich gerne an Politikern wie Gregor Gysi und Claudia Roth ab. Oft arbeitet er in seinen Stücken auch mit Gesprächspartnern wie der Freundin. „Viele Geschichten funktionieren sonst nicht“, sagt Tönnishoff.

Ironie und Zynismus schätze er auch im Alltag, sagt Tönnishoff. Satirische Vorbilder seien für ihn etwa Ephraim Kishon, Loriot, Axel Hacke und Hans Zippert. Wenn er an seinen neuen Werken schreibe, mache sich auch so manches Mal ein Grinsen im Gesicht breit. „Wenn man nicht über die eigenen Sachen lacht, können andere das vielleicht auch nicht“, sagt er. Bei seiner Lesung im MGH wird er auch das ein oder andere noch nicht veröffentlichte Stück präsentieren – und hofft auf positive Reaktionen des Publikums.

Satire selbst sei stets ein Ausdruck von Kritik. „Ich habe aber kein Sendungsbewusstsein, die Leute sollen Spaß haben“, sagt Tönnishoff, dass er keine politische Agenda verfolge. Klar: Man müsse seinen Stil auch mögen, allen werde das nie gefallen. Doch nur selten würden Besucher seiner Lesungen die Veranstaltung vorzeitig verlassen. Für den Auftritt im MGH wird abermals ein „erfrischender Angriff auf die Lachmuskeln“ versprochen. Der Eintritt ist frei.

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