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BMX-Fahrer auf dem Sprung

Thore prüft vor der Eröffnung die Sprungschanze auf ihren Zustand – natürlich per BMX-Rad. Fotos: Steffen Thimm

Thore prüft vor der Eröffnung die Sprungschanze auf ihren Zustand – natürlich per BMX-Rad. (Fotos: Steffen Thimm)

HOCHHEIM - Für einen Moment hat Thore die Schaufel aus der Hand gelegt. Zusammen mit anderen Jugendlichen hat der Zwölfjährige einige der Erdhügel angelegt, die auf dem neu angelegten BMX-Parcours in der Dr.-Ruben-Rausing-Straße hinter dem Firmengelände der Spedition Weilbächer stehen. „Das hier eine Strecke entsteht, ist cool. Biken ist mein Hobby und deshalb will ich mich auch beim Aufbau einbringen“, sagt der Gymnasiast. Zuvor musste er für sein Hobby teils weite Wege auf sich nehmen, jetzt hat er seine Wunschstrecke vor Ort. Und die wird heute – nach fast einer Woche Bauzeit – von allen Beteiligten in kleiner Runde eingeweiht. Denn der TÜV kommt erst Anfang September, um den Bau offiziell abzunehmen.

Dass der BMX-Parcours auf dem Gelände gebaut wurde, auf dem es vor über 30 Jahren schon mal so eine Outdoor-Strecke gab, dafür haben sich Hochheimer Kinder und Jugendliche selbst eingesetzt. Jetzt hat die Stadtverwaltung reagiert. Sie hat unter anderem Werkzeuge wie Schaufeln und Rechen sowie einen Bagger zur Verfügung gestellt. Die Baumaschine bedient Shkelzen Maloku vom Bauhof, der in den vergangenen Tagen rund 300 Tonnen Erde bewegt, angehäuft und festgedrückt hat. Er findet: „Alle Jugendlichen zeigen Respekt untereinander und alle geben sich viel Mühe. Und sie erleben es selbst, was Arbeit ist und lernen dazu.“

Das findet auch Michael Spangenberg. Der Inhaber eines BMX-, Skate-, Graffiti- und Streetwear-Shops in Frankfurt hat schon für mehrere Kommunen BMX-Strecken angelegt. Nun hat ihn die Stadt Hochheim engagiert. Gemeinsam mit den hiesigen Jugendlichen hat er auch die mehr als 20 Sprungschanzen beinhaltende Anlage konzipiert und sie gemeinsam mit den Teenagern umgesetzt. Zehn freiwillige Arbeiter im Alter von zwölf bis 18 Jahre und aus verschiedenen Schulformen haben dafür mitgemacht – und waren in ihren Ferien tagtäglich von 9 bis 16 Uhr vor Ort. „Eine Bedingung war, dass die Anlage für jeden gefahrlos befahrbar ist. Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen machen möglich, dass auch kleine Kinder hier ebenso fahren können wie ältere Radler“, erklärt Spangenberg.

Neben Spangenberg ist auch die städtische Sozialarbeiterin Claudia Bonifer auf der Baustelle. Sie schaut glücklich drein, wenn sie die Jugendlichen beim gemeinsamen Arbeiten sieht – „mit Feuereifer“, wie sie betont. Wegen des Altersunterschiedes hätten sich die Jugendlichen auf der Straße niemals beachtet, hier aber arbeiten sie harmonisch zusammen“, sagt Claudia Bonifer.

Jugendliche halten die Anlage mit in Schuss

Dass die zehn Jungen in den Sommerferien Schaufel, Rechen und Wasserschlauch schwingen, war so übrigens nicht vorgesehen. Eigentlich sollte der Outdoor-Kurs ja während der Osterferien entstehen, doch machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung der Planer. Verständlich, dass die Jugendlichen darauf brannten, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Für die Jugendberaterin Bonifer liegt der tiefere Sinn dieser Bauaktion vor allem darin, dass die jungen Leute etwas fürs Leben lernen. Sie reifen sozial und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Denn mit dem Bau ist es nicht getan. Die Jugendlichen helfen auch nach der Eröffnung nach Kräften dabei, die Anlage in Schuss zu halten – und opfern dabei bewusst einen Teil ihrer Freizeit. „Denn Selbstgemachtes achtet man immer mehr, und sie kümmern sich aktiv darum“, erklärt Claudia Bonifer. Immerhin haben die beteiligten Schüler ja hauptsächlich die Anlage konzipiert. Nach und nach haben sich Teams gebildet, von denen jedes eine Aufgabe übernahm. Ausgeschlossen wurde niemand, jeder Junge fand eine Tätigkeit, die zu ihm passte.

Thore freut sich unterdessen schon auf die neue Radstrecke. Hier will er, neben dem Biken, „Bunny Hops“ (Springen mit dem Rad auf einer Stelle ohne Rampe) und „Wheelies“ (auf dem Hinterrad fahren) üben. Was ihn antreibt: „Das Adrenalin, die Treffen mit Freunden und die Geschwindigkeit.“ Das zu erleben, hat der Schüler durch seine Mitarbeit an dem Projekt jetzt auch vielen anderen Mitmenschen ermöglicht.

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