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Caritas-Bürgerschaftsfonds hilft bei außergerichtlichen Vergleichen

Mit der Pandemie drohten auch Menschen in Verschuldung zu geraten, die es vorher niemals für möglich gehalten hätten, betont der Caritasverband in einer Pressemitteilung. Unterstützung auf dem Weg aus der finanziellen Misere biete der gemeinnützige Bürgschaftsfonds in den Dekanaten Ahaus und Vreden. Der Fonds unterstützt Schuldner im Kreis Borken (mit Ausnahme der Stadt Bocholt) bei Verhandlungen im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs.

Den Bürgschaftsfonds gebe es seit 1988. Der Bürgschaftsfonds verfüge nach einer Aufstockung heute über finanzielle Mittel in Höhe von gut 90.000 Euro.

An Darlehen werden Summen ab etwa 500 Euro vergeben. Die satzungsmäßige Höchstgrenze liegt bei 10.000 Euro. Häufig würden Gelder an Alleinerziehende vergeben, denen damit ein Insolvenzverfahren erspart bleibe. „Manchmal sind es auch ehemalige Selbstständige, die beruflich Schiffbruch erlitten haben“, so Andreas Dawo aus dem Vorstand des Bürgschaftsfonds.

Rückzahlbare Darlehen oder Bürgschaft

Soweit die Vergleiche nicht alleine mit Einmalzahlungen mit Geldern aus dem Umfeld des Schuldners finanziert werden könnten, könne der Bürgschaftsfonds mit einem rückzahlbaren Darlehen oder einer Bürgschaft die Vergleichssumme durch Beschluss des Bewilligungsausschusses aufstocken. „Diese Gelder stehen den Gläubigern im gerichtlichen Insolvenzverfahren nicht zur Verfügung, so dass die Zustimmungsquote der Gläubiger recht hoch ist“, erklärt Experte Andreas Dawo.

Die Alternative sei ein Insolvenzverfahren. „Dabei können Kosten von mehreren tausend Euro anfallen und es ist vielfach so, dass für die Gläubiger ein Betrag bleibt, der geringer ist als die 7000 Euro, die der Schuldner und wir geben.“ Andreas Dawo berichtet, dass die Gläubiger Interesse hätten, über solche Vergleiche mit der Schuldnerberatungsstelle zu verhandeln.

Bewilligungsausschuss entscheidet

An wen die Gelder aus dem Fonds fließen, das entscheide der Bewilligungsausschuss. Das Gremium trifft sich jährlich zu zwei bis drei Sitzungen. In den zwei letzten Sitzungen legte Andreas Dawo 20 Neufälle mit einer Gesamtverschuldung von 714.000 Euro für eine außergerichtliche Schuldensanierung vor. In 19 Fällen entschied der Bürgschaftsfonds in der vergangenen Sitzung positiv.

Die Vorstandsmitglieder wissen, dass Gläubiger mit ihrem Forderungsverzicht Geld verlieren. „Daher können sie zu Recht darauf vertrauen, dass die Mitarbeiter der Caritas-Schuldnerberatungsstelle die weitere Betreuung der Schuldner sicherstellen“, erklärt Alfons Beckmann. Nicht zuletzt erwarte der Bürgschaftsfonds die komplette Rückzahlung der Darlehen.

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