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Charisma und Körpersprache: Wie ich meine Stimme im Homeoffice verbessere

Uwe Hermannsen ist Trainer für Charisma, Rhetorik und Körpersprache. Derzeit hat der Selbständige aus Münster wenig zu lachen. „Wir als Weiterbildungsinstitut sind zu 100 Prozent von der Corona-Krise betroffen“, sagt Hermannsen. Der Coach hat sich auf die Einschränkungen eingestellt, hat in teure Technik investiert und bietet nun seinen Kunden Seminare über Video an. Er will die Seminare so gestalten, „als wäre man live vor Ort dabei: Wir haben quasi eine Galoppinnovation eingeleitet innerhalb weniger Tage, weil ja auch der Umsatz laufen muss“.

Eigentlich sind Körpersprache, Ausstrahlung und Stimme am besten persönlich zu beobachten: in großen Konferenzen, in Bewerbungsgesprächen oder in Fernsehtalkshows. Unter anderen Umständen trainiert Hermannsen diese Fähigkeiten in vielen Seminaren jedes Jahr. Doch was bedeutet es schon in diesen Zeiten? „Meine feste Überzeugung ist, dass wir die ‚Soft Skills', die weichen Fähigkeiten wie Körpersprache, Mimik, Gestik, Körperhaltung und darüber hinaus die stimmliche Rhetorik der jetzigen Situation absolut anpassen müssen. Wir haben derzeit gar nicht den persönlichen Kontakt.“ Hermannsen glaubt, dass man beispielsweise beim Telefonieren bewusster auf nonverbale Signale achten sollte, „und auch mal besonders artikuliert reden“ sollte.

Uwe Hermannsen ist Coach, Autor und Redner.

Auch bei der Körperhaltung gelte, dass man aufrecht sitzen oder stehen sollte. Der psychologische Nebeneffekt: Wer an seiner Haltung arbeite, der übertrage auch „positive Signale“ an Gesprächspartner: diese Signale könnten inspirierend, optimistisch, dynamisch sein. „Ich tue folglich nicht nur etwas für mich, sondern steuere auch das Verhalten der Anderen durch meine Weiterentwicklung.“

Der Stimme kommt in diesen Wochen eine besonders wichtige Rolle zu: Kommuniziert wird überwiegend über Telefonkonferenzen – selbst die Bundeskanzlerin regiert Deutschland aus der Quarantäne heraus. Die Stimme einer Person erzeugt Charisma und transportiert Stimmung. Sie ist ein uraltes Kommunikationsmittel, wesentlich älter als unsere Sprachen, die wir heute sprechen. Als Grundlage führt Hermannsen vier „stimmliche Werkzeuge“ an, die die Stimme bilden: das Stimmvolumen (also die Lautstärke), die Modulation, die Artikulation und das Sprechtempo. „Wenn diese vier stimmlichen Werkzeuge mangelhaft wären, dann ist die Gefahr nochmal größer, dass derjenige am anderen Ende der Leitung gedanklich abwandert.“

Wer überzeugen will, sollte daher trainieren, empfiehlt der Couch. Man könne zum Beispiel selber vor dem Spiegel üben und dies per Smartphone aufzeichnen, um „im Nachhinein die Selbstreflexion sicherzustellen. Die ist Voraussetzung für die Weiterentwicklung“.

Als Übungsbeispiel könne man das Zitat „Das Glück kommt zu denen, die lächeln“ nehmen, sagt Hermannsen. Vor dem Spiegel sollte man jedoch versuchen, dass eine Harmonie zwischen Körpersprache, Stimme und Inhalt zustande kommt.

Auch mit anderen Texten kann man diese Übung durchexerzieren. „Sie lesen in Zeitlupe Buchstaben, damit üben Sie Ihre Artikulation. Sie öffnen beim Training den Mund unnatürlich weit, arbeiten mit Spiegelkontrolle, atmen dabei tief und kräftig.“ Ein weiterer Tipp bestehe darin, aufrecht zu sitzen oder stehen. Außerdem könne man sich immer mal wieder Feedback von Familienmitgliedern geben lassen. So verbessert man sich im Homeoffice.

Wichtig ist sei jedoch vor allem, dass man sich  Zeit nehme und sich einer Disziplin unterwerfe, um die eigene Ausstrahlung in der Quarantäne zu üben und nachhaltig zu verbessern. Wenn die Corona-Krise vorüber sei und Menschen wieder normal zur Arbeit gingen, müsse die Übung jedoch weitergeführt werden. Das sei, so nennt es Hermannsen, vergleichbar mit einem Fußball- oder Tennisprofi. Diese müssten auch täglich trainieren, um ihre Leistung abrufen zu können. Vielleicht wird die Stimme in der Quarantäne durch Training zur neuen Visitenkarte.

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