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Corona aktuell: Bayern verschärft Grenzwert für Neuinfektionen, RKI startet Studie

Köln -

Dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert – zuletzt um 13.48 Uhr am 19. Mai 2020. Das Coronavirus und die Folgen für Deutschland und die Welt: Hier bekommen Sie immer alle Infos in der Übersicht.

Am Dienstag (19. Mai) informierte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) zum aktuellen Stand in der Covid-19-Behandlung sowie zum Nationalen Netzwerk Universitätsmedizin. Die Pressekonferenz können Sie sich hier im Video anschauen:

Das ist der aktuelle Stand vom 19. Mai 2020

Update vom 19. Mai: Fallzahlen für Deutschland, Donald Trump droht mit WHO-Austritt

  • Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 1000 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein „probates Mittel“, um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet. Herrmann sagte in München: „Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen Ausbrüche immer wieder geben.“ Die frühzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.
  • In einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg startet eine größere Untersuchung des Robert Koch-Instituts zum Coronavirus. In Kupferzell (Hohenlohekreis) sollen ab Mittwoch 2000 Menschen befragt und auch getestet werden. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 8000 Menschen in vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten an der Studie „Corona Monitoring lokal“ teilnehmen, wie RKI-Forscher am Dienstag sagten. Sie wollen herausfinden, wie viele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren und Antikörper gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Anteil der Infektionen ohne Symptome, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen. Ziel ist laut RKI auch, Faktoren zu ermitteln, die eine Ausbreitung vorantreiben oder hemmen.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 175.210 angegeben - ein Plus von 513 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 176.551 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 8007 Todesfälle, die JHU 8041 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 155.700.
  • Im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump mit einem dauerhaften Stopp der US-Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und einem Austritt seines Landes aus der Organisation gedroht. Trump veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) im Onlinedienst Twitter Bilder eines Briefes an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, in dem er „größere substanzielle Verbesserungen“ in der Arbeit der Organisation fordert. Sollte die WHO solche Änderungen nicht innerhalb der nächsten 30 Tage vornehmen, werde seine Regierung ihre Beitragszahlungen an die Organisation permanent einstellen, warnte der US-Präsident. Außerdem werde seine Regierung in diesem Fall ihre Mitgliedschaft in der WHO „überdenken“. Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Wochen „Missmanagement“ in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor, das als Herkunftsland des neuartigen Virus gilt.

Update vom 18. Mai: Außenminister Maas will Reisewarnung aufheben

  • Die Deutschen müssen ihren Traum vom Sommerurlaub noch nicht begraben: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach sich am Montag für einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ im Sommer aus. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen, sagte er nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus den zehn wichtigsten Reise-Zielländern in der EU. Die deutsche Reisewirtschaft begrüßte die in Aussicht gestellte Aufhebung der weltweiten Reisewarnung. Ab Mitte Juni soll es stattdessen voraussichtlich wieder Reisehinweise für die einzelnen Länder geben. Bei der Wiederaufnahme des Tourismus müssten stets gesundheitliche Fragen statt geschäftlicher Interessen im Vordergrund stehen, betonte der Außenminister. „Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Business as usual geben kann.“ In allen europäischen Urlaubsländern werde es im Sommer Einschränkungen geben, auf die Reisende sich einstellen müssten – beispielsweise an Stränden, in Restaurants und Innenstädten. Er hoffe, dass die noch bis zum 14. Juni geltende weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes anschließend durch Reisehinweise zu den einzelnen Ländern ersetzt werden könne, sagte Maas. Auf deren Grundlage könne dann jeder selbst entscheiden, „wo man hinfahren kann, was einen da erwartet und wo man besser in diesem Sommer noch nicht hinreisen sollte”. Mit Blick auf Reisen an Ziele außerhalb Europas sagte der Außenminister, das Auswärtige Amt werde „da mit Sicherheit größte Vorsicht an den Tag legen” und konzentriere sich stattdessen vorerst auf Europa. Voraussichtlich in zwei Wochen werde es eine erneute Videokonferenz der Außenminister geben, kündigte Maas an.
  • Beim Absturz eines Jets der kanadischen Militär-Flugstaffel „Snowbirds“ ist eine Pilotin ums Leben kommen und ein weiteres Besatzungsmitglied verletzt worden. Dies teilten die Luftstreitkräfte Kanadas am Sonntag auf Twitter mit. Weitere Angaben zu dem Unglück in der Provinz British Columbia machte die Royal Canadian Air Force zunächst nicht. Die Maschinen waren nach Medienberichten zu einer Flugshow in der Region zu Ehren der Helfer im Kampf gegen die Corona-Pandemie gestartet, als sich das Unglück ereignete.
    Der Crash ereignete sich kurz nach dem Abheben des Jets auf dem Flughafen von Kamloops, nahe Vancouver, wie der kanadische Sender CBC berichtete. Videoaufnahmen zeigen, wie der Jet plötzlich in einer Steilkurve nach oben zieht und dann senkrecht zu Boden stürzt. Die Maschine sei in einem Wohngebiet in den Vorgarten einen Hauses gestürzt und dort in Flammen aufgegangen. Nach Berichten von Augenzeugen zufolge konnte sich ein Besatzungsmitglied mit dem Schleudersitz in Sicherheit bringen.
    Das Luftakrobatenteam der kanadischen Air Force tritt bei Flugschauen auf. Nach Angaben der Flugbehörde waren die „Snowbirds“ zuletzt landesweit im Einsatz, um während der Corona-Krise die Helfer an vorderster Front zu ehren.
    Die Kunstflugstaffel benutzt zweisitzige einheimische Jets vom Typ Canadair CL-41 „Tutor“, die schon seit den 60er-Jahren hergestellt werden.

Update vom 17.Mai: Corona-Fälle in fleischverarbeitendem Betrieb, Aktuelle Fallzahlen, Bundesregierung macht Hoffnung für Sommerurlaub

  • Wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft setzt ein fleischverarbeitender Betrieb in Niedersachsen die Produktion aus. Tests hatten ergeben, dass 92 Mitarbeiter des Betriebs in Dissen infiziert sind, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntag mitteilte. Die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen würden in Quarantäne geschickt, hieß es. Mit dem Land Niedersachsen werde nun das weitere Vorgehen beraten - dabei stehe die Frage im Zentrum, „ob das Unternehmen einen systemrelevanten Bereich der Lebensmittelindustrie darstellt". 62 der positiv Getesteten wohnen den Angaben zufolge im Landkreis Osnabrück, teils in Sammelunterkünften. „Unter ihnen sind zahlreiche Kräfte, die von Subunternehmen beschäftigt werden." Die Ermittlung der Kontaktpersonen war den Angaben zufolge noch nicht abgeschlossen. Man habe außerdem die Kreise Gütersloh, Steinfurt, Wesel und Vechta informiert, „in denen die weiteren 30 positiv Getesteten wohnen", teilte der Landkreis mit.
  • Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will am Montag (13.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.
    Ziel des Treffens ist ein koordiniertes Vorgehen bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber. Maas will sie danach schrittweise aufheben, soweit es keinen Rückschlag bei der Pandemie-Bekämpfung gibt - zuerst für europäische Länder. Grundlage der Beratungen sind die von der EU-Kommission vor wenigen Tagen vorgestellten Leitlinien für Tourismus in der Krise.
    Die Bundesregierung geht davon aus, dass in weiten Teilen Europas Urlaub möglich sein wird. „Die Chancen stehen gut, dass wir unsere Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Regierung, Thomas Bareiß, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag). Er sei „überzeugt, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird“.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 174.355 angegeben – das ist ein Plus von 583 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.752 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7914 Todesfälle in Deutschland, die JHU 7938 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 153.400. Zum Vergleich: Auf der ganzen Welt sind momentan laut WHO rund 4,64 Millionen Menschen erkrankt. 312.000 starben bislang. Die Dunkelziffer liegt mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich höher.

Update vom 16.Mai: RKI: Italien öffnet Grenzen für Touristen, Aktuelle Fallzahlen, Temperaturmessungen an Flughäfen „ineffektiv"

  • Italien will die Sommersaison nicht an sich vorüberziehen lassen. Daher plant die Regierung Schritte zur Lockerung. Die sind auch für Touristen interessant: Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni 2020 wieder erlauben. Also steht einem Urlaub im Prinzip kaum etwas im Wege, denn der Termin ist offensichtlich beschlossen. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom jetzt. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass es das Infektionsgeschehen zulässt. Italien ist von der Covid-19-Lungenkrankheit so stark wie wenige andere Länder in der EU betroffen, bisher starben fast 32.000 Menschen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 223.000 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 173.772 angegeben. Das ist ein Plus von 620 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.233 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7881 Todesfälle in Deutschland, die JHU 7897 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 152.600.
  • Deutschland, Österreich und die Schweiz lockern jetzt kurzfristig die Beschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Bereits ab heute ist die wechselseitige Einreise für Personen wieder möglich, die Lebenspartner oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen wollen. Dies teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Gleiches gilt für Besitzer selbst genutzter Liegenschaften und Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen. Man muss aber eine Selbsterklärung ausfüllen. Ebenso dürfen Personen einreisen, die Tiere versorgen müssen. Die Lockerungen seien möglich dank der positiven Entwicklung bei der Eindämmung des Coronavirus und den stark zurückgegangenen Ansteckungszahlen.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich gegen Temperaturkontrollen an Flughäfen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Insgesamt werden Entry- und Exit-Screening-Maßnahmen an Flughäfen mit Temperaturmessungen bei der Covid-19-Bewältigung in Deutschland für ineffektiv und der mögliche Mehrwert für vernachlässigbar eingeschätzt", schreiben RKI-Experten in einem Bericht. Die Fachleute führen als Argumente gegen Temperaturmessungen an, dass viele Corona-Infizierte nicht erkannt werden würden: So sei bei weniger als der Hälfte der Betroffenen, über die das RKI Daten hat, überhaupt Fieber aufgetreten. Reisende könnten ihre Temperatur zudem durch die Einnahme fiebersenkender Mittel verschleiern. Manche Infizierte hätten noch keine oder generell keine Symptome, könnten aber dennoch ansteckend sein.

Update vom 15.Mai: Brasiliens Ex-Präsident warnt vor „Genozid“, Corona-Test in USA in Frage gestellt

  • Brasiliens früherer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat seinem ultrarechten Nachfolger Jair Bolsonaro vorgeworfen, wegen unzureichender Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einen „Genozid“ zu verursachen. Die Regierung in Brasília mache aus jedem, der sich vor dem Erreger fürchte, „einen Feind“, kritisierte Lula in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Der linksgerichtete Ex-Staatschef forderte die Amtsenthebung Bolsonaros. Bolsonaro gilt als Gegner der Corona-Restriktionen in mehreren Bundesstaaten. Die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19, an der bereits fast 14.000 Brasilianer starben, bezeichnete er als „kleine Grippe“. Der Präsident treibe das Land mit seinen Aufrufen, die Wirtschaft zu öffnen, ins „Chaos“, kritisierte Lula. „Ich bin katholisch, daher bete ich für die Brasilianer, damit sie dem Genozid entkommen, den Bolsonaro auslöst.“ Der 74-jährige Ex-Präsident verurteilte auch den Einsatz der Armee für Bolsonaros Belange. Derzeit seien die Soldaten „weniger Zivilisten als Militäroffiziere im Präsidentschaftspalast“, sagte Lula. Die Armee habe unter Bolsonaro „sogar mehr Einfluss in der Regierung als während der Militärdiktatur“. Angesichts der Attacken Bolsonaros „auf die Demokratie, demokratische Institutionen und das brasilianische Volk“ müsse Bolsonaro des Amtes enthoben werden, forderte Lula weiter. Er sei jedoch dagegen, dass eine Bewegung für ein Amtsenthebungsverfahren von einer politischen Partei ausgehe. Eine „ideologische Konnotation“ eines solchen Prozesses müsse vermieden werden. 
  • Bei einem unter anderem im Weißen Haus verwendeten Corona-Schnelltest in den USA gibt es zunehmend Zweifel an der Zuverlässigkeit. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA warnte am Donnerstag (Ortszeit), dass das vom Gesundheitskonzern Abbott hergestellte Testsystem womöglich falsche Ergebnisse liefere. Die FDA verwies dabei auf mehrere Studien. Für den Test hatte Abbott erst im März eine Notfallzulassung der FDA erhalten. US-Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence sowie Top-Mitarbeiter werden derzeit täglich mit Hilfe des Schnelltests auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.
    Das System namens „ID Now“ soll mit Material von Nasenabstrichen eine Infektion mit Sars-CoV-2 nachweisen können. Die FDA äußerte die Besorgnis, dass es dabei womöglich häufiger zu falschen Resultaten kommt: Infizierte Personen könnten womöglich ein negatives Testergebnis erhalten. Sie wähnen sich dann gesund und können in der Folge unwissentlich andere Menschen anstecken.
    Nicht bezweifelt werde die Zuverlässigkeit des Tests, wenn dieser ein positives Ergebnis liefert, hieß es. Die FDA sei zudem noch in der in der Überprüfungsphase und befinde sich im direkten Kontakt mit Abbott. Das Unternehmen teilte mit, es werde derzeit untersucht, wie die Stichhaltigkeit der Ergebnisse verbessert werden könne. Es verwies darauf, dass Nutzer bisher eine sehr geringe Fehlerquote gemeldet hätten. Zudem sei das Gerät in einigen Studien nicht sachgerecht verwendet worden. Fehler bei Handhabung, Lagerung und Transport des Systems könnten das Ergebnis beeinflussen.

Update vom 14. Mai: Steuereinnahmen um fast 100 Milliarden Euro niedriger als erwartet, Eurowings weitet Mallorca-Angebot aus, WHO: Corona wird nicht verschwinden, UN warnt vor psychischen Störungen in Coronakrise

  • Bundesweit sind bis Donnerstagabend über 172.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172.000 Infektionen). Mindestens 7788 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7711). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend bei 0,75. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zuletzt war der Wert mehrmals gestiegen und lag mehrere Tage über 1. Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,88. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 150.300 Menschen die Infektion überstanden.
  • Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen fallen im laufenden Jahr um voraussichtlich 98,6 Milliarden Euro niedriger aus als bisher erwartet. Das geht aus der Frühjahrsprognose des Arbeitskreises Steuerschätzung hervor, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Auf den Bund entfällt demnach ein Minus von 44 Milliarden Euro, auf die Länder von 35 Milliarden Euro, der Rest auf Kommunen und die Europäische Union.
  • Trotz der amtlichen Corona-Reisewarnung baut die Fluggesellschaft Eurowings ihr Angebot auf die spanische Insel Mallorca ab dem kommenden Wochenende aus. Neben der nie unterbrochenen Verbindung von Düsseldorf kommen ab Freitag (15. Mai) Flüge aus Hamburg und Stuttgart hinzu, wie ein Sprecher am Donnerstag berichtete. Köln und München folgen dann am Wochenende wie auch Flüge zu weiteren touristischen Zielen im Mittelmeer-Raum wie Neapel, Catania und Olbia in Italien oder Kavala in Nord-Griechenland. Das Mallorca-Angebot mache weniger als 10 Prozent des üblichen Programms aus, sagte der Sprecher der Lufthansa-Tochter. Derzeit befänden sich keine klassischen Touristen an Bord der Maschinen, sondern Residenten, Geschäftsleute oder Personal verschiedener Einrichtungen und Organisationen. Derzeit verlangen die spanischen Behörden bei einer Einreise eine zweiwöchige Quarantäne, die aber für bestimmte Gruppen auch ausgesetzt wird. Zudem besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis Mitte Juni. Eurowings rechnet damit, dass auch normale Reisen auf die vom Virus weitgehend verschonte Insel Mallorca sehr früh wieder möglich werden.
  • Michael Ryan, Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist skeptisch, dass das neue Coronavirus nach der rasanten Ausbreitung rund um den Globus noch eliminiert werden kann. „Dieses Viruskann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet“, sagte Michael Ryan am Mittwochabend in Genf. Auch HIV, das Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst, sei nie wieder verschwunden. Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und Präventionsmaßnahmen zu schaffen, so dass das Virus seinen Schrecken verloren habe. „Ich will die Krankheiten nicht vergleichen, aber wir müssen realistisch sein, sagte Ryan. Es gebe eine kleine Chance, das neue Virus Sars-CoV-2, das die gefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, auszurotten. Dafür müsse aber ein hocheffektiver Impfstoff gefunden werden, er müsse im ausreichenden Maß hergestellt und in aller Welt verteilt werden und die Menschen müssten einverstanden sein, sich impfen zu lassen. „Jeder einzelne dieser Schritte ist voller Herausforderungen“, sagte Ryan. Er kritisierte die verbreitete Impfskepsis und die fehlenden Mittel für gute Gesundheitssysteme in vielen Weltgegenden. „Wir haben ja sehr effektive Impfstoffe auf diesem Planeten, die wir nicht effektiv eingesetzt haben“, sagte er mit Verweis auf die Masern. Die Zahl der Masernfälle steigt seit einigen Jahren wieder. Mit den richtigen Maßnahmen zur Erkennung von Infizierten, der Isolierung von möglicherweise Angesteckten und effektiver Behandlung könne das Virus unter Kontrolle gebracht werden, betonte WHO-Expertin Maria van Kerkhove. Es werde mit Hochdruck an Impfstoffen und Medikamenten gearbeitet.
  • Als Folge der Corona-Pandemie droht der Welt nach UN-Angaben auch eine massive Verbreitung psychischer Störungen. Selbst wenn das Virus unter Kontrolle sei, würden danach noch von der Krise ausgelöste „Trauer, Angst und Depression“ Menschen und Gemeinschaften rund um den Globus beeinträchtigen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. In einer Publikation verweist die UNO auf den mentalen Stress, welche die Furcht vor der eigenen Ansteckung oder jener nahestehender Menschen sowie vor möglicherweise tödlichen Folgen der Infektion bei zahllosen Menschen auslösen. Die UN-Experten nennen als mentale Belastungsfaktoren der Krise auch die Sorgen um Arbeitsplatz und Lebensunterhalt, die durch die Corona-Auflagen erzwungene Trennung von Nahestehenden und die Ausgangssperren. Als besonders durch die psychischen Folgen der Krise gefährdet bezeichnet die Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Devora Kestel, die Beschäftigen des Gesundheitswesens und der Rettungsdienste. Sie verwies auf Berichte, wonach die Zahl der Suizide unter medizinischem Personal anscheinend zugenommen hat. Auch andere Gruppen leiden in der Corona-Krise der UN-Publikation zufolge unter besonders starkem mentalen Druck. So empfänden Kinder und Jugendliche, die nicht mehr in die Schule könnten, oft Ungewissheit und Beklemmung. In den Risikogruppen der älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen wirke die Furcht vor dem Coronavirus oft besonders tief. Die UN-Experten appellierten an Länder rund um die Welt, die Versorgung psychisch Kranker auszubauen. Nach UN-Angaben geben die Staaten im weltweiten Schnitt nur zwei Prozent ihrer Gesundheitsbudgets für die Therapie und Versorgung von Patienten mit mentalen Problemen aus.

Update vom 13. Mai: Bund lockert Grenzkontrollen, Grenzen zu Österreich am 15. Juni geöffnet

Update vom 12. Mai: Reproduktionszahl gesunken, VW muss Arbeit wieder herunterfahren, Zahl der Corona-Toten in USA wohl höher als bislang bekannt, Versammlungen ohne Teilnehmerbegrenzung in Thüringen möglich, RKI über Anstieg der Reproduktionszahl, Ryanair plant ab 1. Juli fast 1000 Flüge täglich

  • Bundesweit sind bis Dienstagabend über 171.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 170.400 Infektionen). Mindestens 7616 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7509). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Nachdem die Reproduktionszahl in den vergangenen Tagen leicht über dem kritischen Wert von 1 lag, sank die Zahl nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend auf nun 0,94. Das bedeutet, dass zehn Infizierte neun bis zehn weitere Personen anstecken. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl langfristig unter 1 liegen. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 147 200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2202 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.300 Fällen und mindestens 1455 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.400 bestätigten Fällen und mindestens 1596 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.
  • Der Verkaufseinbruch in der Autoindustrie wegen der Corona-Krise zwingt Volkswagen, die Arbeit nach dem jüngsten Wiederanlauf stellenweise schon wieder herunterzufahren. Im Stammwerk Wolfsburg soll die Produktion des kleinen SUV Tiguan sowie des Touran und des Seat Tarraco demnächst an vier Tagen komplett ruhen. Dies gelte an diesem Freitag (15.05.) sowie für den 20., 25. und 29. Mai, hieß es am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Auch der neue Golf 8 ist betroffen, hier entfallen an den genannten Tagen aber vorerst nur einzelne Schichten. Zudem soll die Möglichkeit von Kurzarbeit grundsätzlich auf den Zeitraum vom 18. bis 31. Mai erweitert werden. Der gesamten Branche macht nach wie vor die Vorsicht der Kunden zu schaffen. Lange waren neben der Produktion auch die Autohäuser dicht – nun sind die Lager voll, während viele Verbraucher größere Ausgaben scheuen. Außerdem gab es erhebliche Probleme in den Lieferketten
  • Der prominente Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci hält es für möglich, dass die Corona-Pandemie in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt. Laut einer Aufstellung der Johns Hopkins Universität gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 80.000 Todesfälle. Fauci sagte am Dienstag bei einer Anhörung per Video im US-Senat, die tatsächliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei. Fauci warnte vor einer vorschnellen Rückkehr zur Normalität. „Das könnte wirklich ernste Konsequenzen haben.“ Die Bundesregierung habe mit viel Bedacht Richtlinien für die schrittweise Wiedereröffnung von Teilen des öffentlichen Lebens in den Bundesstaaten ausgearbeitet. Wenn einzelne dieser Schritte übersprungen und Restriktionen voreilig gelockert würden, seien weitere Ausbrüche möglich. 
  • In Thüringen sollen ab Mittwoch Demonstrationen wieder ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich sein. Das sieht eine Verordnung vor, auf die sich das Kabinett geeinigt hat, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Erfurt bekannt gab.
  • RKI-Vizechef Lars Schaade hat sich am Dienstagvormittag zum Anstieg der Reproduktionszahl geäußert, also zur Ansteckungsrate des Coronavirus: „Seit Samstag liegt der R-Wert leicht über 1.“ Schaade betont, dass die Reproduktionszahl aber nur ein Parameter sei, um die Übertragungsdynamik zu beurteilen. Schwankungen seien möglich. Andere Parameter für die Beurteilung des Virus seien die Zahl der Neuinfektionen sowie Dinge wie die Auslastung des Gesundheitssystems.
    Der RKI-Vize erklärt, wie sich die Reproduktionszahl errechnen lässt: Die Zahl der Neuerkrankungen von vier Tagen werde durch die Zahl der Neuerkrankungen vier Tage zuvor geteilt. Schaade: „Wichtig zu wissen: Diese Reproduktionszahl ist nicht tagesaktuell, sondern bildet das Geschehen von vor etwa eineinhalb Wochen ab.“
  • Dass die Ansteckungsrate zuletzt so stark gestiegen sei, erklärt sich Schaade unter anderem so: Die Infektionszahlen würden insgesamt kleiner werden – dadurch beeinflussten einzelne Ausbrüche (wie zuletzt etwa in Fleischbetrieben) die Zahl stärker. Deshalb werde das RKI in Zukunft auch einen anderen, stabileren R-Wert angeben, der das langfristige Infektionsgeschehen besser abbilde. Dieser habe in der vergangenen Woche nicht über 1 gelegen. Der bisher gängige R-Wert lag am Montag, 11. Mai, bei 1,07.
    Schaade: „Die Reproduktionsahl wird immer schwanken. So lange sie um den Wert 1 herumschwankt, bedeutet das eine Stagnation der Fallzahlen.“ Dauerhaft solle der R-Wert nicht deutlich über 1 bleiben, sonst nähmen die Fallzahlen zu. Bei Werten von zum Beispiel 1,2 oder 1,3 über längere Zeit müsse man sehr genau hinschauen und sich über das Gegensteuern Gedanken machen.
  • Angesprochen auf die zuletzt überschaubare Zahl der Neuinfektionen sagte Schaade, dass es trotz aller bisherigen Erfolge wichtig sei, sein Verhalten weiter anzupassen, damit es keine neuen Infektionsketten gebe. Grundsätzlich stellt er jedoch auch klar: „Die Gefährdung ist in Deutschland deutlich geringer als es noch vor vier Wochen der Fall war, aber sie ist nicht weg.“ Die Situation könne sich schnell wieder ändern, wenn die Disziplin bei der Einhaltung der Maßnahmen nachlasse.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 170.508 angegeben - ein Plus von 933 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 172.576 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7533 Todesfälle, die JHU 7661 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 147.200.
  • Europas größter Billigflieger Ryanairwill seinen Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Dublin mit. Voraussetzung sei, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden. Täglich würde Ryanair nach eigenen Angaben dann fast 1000 Flüge anbieten und damit 90 Prozent der Strecken abdecken, die die Airline vor der Corona-Krise angesteuert hatte. Seit Ende März hat Ryanair den Großteil seines Flugbetriebs eingestellt und bietet derzeit täglich nur rund 30 Flüge zwischen Irland, Großbritannien und Kontinentaleuropa an.

Update vom 11. Mai: Twitter kennzeichnet Corona-Fakenews, New York lockert Regeln, Spahn fordert konsequentes Durchgreifen vor Ort, US-Vizepräsident Pence will nicht in Corona-Quarantäne

  • Twitter will härter gegen die Verbreitung falscher Informationen über das Coronavirus vorgehen. Tweets, durch die Menschen zu Schaden kommen könnten, werden gelöscht, weniger gefährliche Angaben mit einem Verweis auf vertrauenswürdige Quellen versehen, wie Twitter am Montag ankündigte. Man werde dabei auch Informationen im Blick haben, die zu mehr Ansteckungen führen könnten. Gegen unbestätigte Angaben, die falsch oder korrekt sein könnten, will Twitter nicht vorgehen. Facebook löscht bereits ebenfalls potenziell gefährliche falsche Behauptungen über das Coronavirus - und schickt Nutzern nachträglich eine Warnung, wenn sie mit solchen Behauptungen in Berührung kamen. Bei YouTube werden Videos zu dem Thema mit einem Hinweis zu offiziellen Informationen versehen.
  • Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will ab Freitag seine Beschränkungen langsam wieder lockern - allerdings nur in den Regionen, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Zu den insgesamt sieben Bedingungen gehörten unter anderem sinkende Infektionszahlen, ausreichend freie Krankenhauskapazitäten und genügend Test- und Nachverfolgungskapazitäten, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Montag bei seiner täglichen Pressekonferenz sagte.
    Wenn eine Region diese Bedingungen alle erfüllt, darf sie in einen Öffnungsprozess mit drei Phasen eintreten, der von einem regionalen Gremium überwacht wird. In der ersten Phase dürfen beispielsweise nicht systemrelevante Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Wenn sich die Zahlen wieder verschlechtern, können Lockerungen auch wieder zurückgenommen werden. Derzeit erfüllten nur drei ländliche Regionen im Norden des Bundesstaates diese Bedingungen, sagte Cuomo weiter. Die Millionenmetropole New York, in der rund die Hälfte der etwa 19 Millionen Einwohner des Bundesstaates wohnt, erfüllt die Bedingungen noch nicht.
    Die Zahl der Neuinfektionen insgesamt sank in dem Bundesstaat unterdessen weiter. 161 Menschen starben am Sonntag nach einer Infektion mit dem Virus, wie Cuomo mitteilte. Im März und April waren teilweise bis zu 800 Menschen pro Tag an dem Virus gestorben. In dem Bundesstaat haben sich bislang fast 330 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 26 000 starben.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in Ländern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. „Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort“, betonte Spahn am Sonntagabend im „heute journal“ des ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen. Der Bund hatte den Ländern vergangene Woche weitgehend freie Hand für die Lockerung der Corona-Auflagen gegeben. Vereinbart wurde aber eine Art Notfall-Mechanismus: Danach sollen in der betreffenden Region wieder strikte Beschränkungen greifen, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden. Inzwischen sind fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen diese Obergrenze überschritten wird: die Stadt Rosenheim, die Landkreise Greiz und Sonneberg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.  
  • US-Vizepräsident Mike Pence hat sich trotz der Infektion von Mitarbeitern mit dem Coronavirus nicht in Quarantäne begeben. Pence sei negativ auf das Virus getestet worden und werde sich am Montag ins Weiße Haus zur Arbeit begeben, teilte ein Sprecher des Vizepräsidenten am Sonntag mit. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Pence-Sprecherin Katie Miller sowie ein Diener des Vizepräsidenten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Danach hatten einige US-Medien berichtet, Pence werde sich in häusliche Quarantäne begeben. Der oberste Virologe des Landes, Anthony Fauci, der das Weiße Haus im Kampf gegen die Pandemie berät, befindet sich im Gegensatz zu Pence seit dem Wochenende in häuslicher Isolation, obwohl auch er negativ auf das Virus getestet worden war. Fauci hatte ebenfalls Kontakt zu einem infizierten Regierungsmitarbeiter gehabt.

Update vom 10. Mai: Über 169.800 Infektionen in Deutschland, Reproduktionszahl erneut leicht gestiegen, Experten zweifeln Russland-Zahlen an

  • Bundesweit sind bis Sonntagabend (10. Mai) über 169.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag, Stand 20.15 Uhr: mehr als 169.300 Infektionen). Mindestens 7443 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag, Stand 20.15 Uhr: 7434). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.
  • Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag bei 1,13 (Datenstand 10.5., 0:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Der Wert ist damit erneut leicht gestiegen (Vortag 1,10) und liegt weiterhin über der vom RKI als kritisch eingestuften Marke von 1,0. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Pandemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.
  • Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson will die seit sieben Wochen geltende Corona-Augangssperre im Land bis Juni verlängern. Die Ausgangsbeschränkungen blieben noch bis mindestens zum 1. Juni in Kraft, sagte Johnson am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Ab dem 1. Juni könne der Unterricht an Grundschulen schrittweise wieder aufgenommen werden und einige Geschäfte wieder öffnen.
  • Russland ist die Zahl der offiziell registrierten Corona-Infektionsfälle auf über 200.000 gestiegen. Die Behörden meldeten am Sonntag 11.012 positive Test binnen 24 Stunden, womit sich die Zahl der Infizierten auf insgesamt 209.688 erhöhte. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 1915 relativ niedrig. Nach Angaben der russischen Behörden sind die gestiegenen Zahlen auf mehr Tests zurückzuführen und nicht auf eine beschleunigte Ausbreitung des Virus. Das erkläre auch die niedrige Sterblichkeitsrate. Einige Experten bezweifeln jedoch die Zahlen aus Russland. Das Land erlebe „wahrscheinlich eine verzögerte Epidemie“, sagte der Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Freitag. In Moskau, dem Corona-Epizentrum Russlands, wurde die Ausgangssperre zuletzt bis Ende Mai verlängert, während Baustellen und Industrieanlagen ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen. 
  • Aus Angst vor einer einem neuerlichen Anstieg der Corona-Infektionen werden in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul alle Bars und Clubs bis auf Weiteres geschlossen. Die Stadtverwaltung reagierte am Samstag auf den Fall eines Mannes, der nach seinem Besuch im Ausgehviertel Itaewon positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden war. Mehr als zwei Dutzend Corona-Fälle sind auf den 29-Jährigen zurückzuführen, der sich am vergangenen Wochenende in fünf Bars und Clubs in Itaewon aufgehalten hatte. Die Gesundheitsbehörden gehen von insgesamt 7200 möglichen Kontaktpersonen aus. Von den 18 Corona-Fällen, die am Samstag bestätigt wurden, stehen nach Behördenangaben 17 im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen in Itaewon. Am Sonntag wurden 34 neue Infektionen gemeldet. Dies war der größte Anstieg der Fallzahlen in Südkorea seit einem Monat. Nach einem deutlichen Rückgang der Neuinfektionen hatte Südkorea in dieser Woche die Corona-Beschränkungen gelockert. Unter anderem dürfen seit Mittwoch unter bestimmten Auflagen wieder Versammlungen und Veranstaltungen stattfinden. Museen und Kirchen sind wieder geöffnet und der Schulunterricht soll nächste Woche wieder beginnen.
  • Die Reisewirtschaft in Deutschland fürchtet in der Corona-Krise einen Kollaps und Massenarbeitslosigkeit in der Branche. Für konkrete Zahlen sei es wegen der aufgeschobenen Anmeldefrist für Insolvenzen noch zu früh, sagte der Präsident des Branchenverbandes BTW, Michael Frenzel, der „Welt am Sonntag“. „Aber wir haben Umfragen unter den knapp 11 000 Reisebüros und rund 2300 Veranstaltern gemacht. Danach sehen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von Insolvenz bedroht.“ Nach Schätzung des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sind in der Gesamtbranche inklusive des Gastgewerbes bis zu einer Million Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. „Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld“, sagte Frenzel. Die wirtschaftliche Lage der Branche habe sich katastrophal verschärft. „Nicht nur verlieren wir fast elf Milliarden Euro Umsatz bis Mitte Juni. Verschärfend kommt dazu, dass weitere drei bis vier Milliarden Euro Rückerstattungsansprüche von Kunden geltend gemacht werden“, sagte Frenzel. „Wir dürfen den drohenden Kollaps der Branche nicht hinnehmen.“ Er wies darauf hin, dass die Tourismusindustrie in Deutschland für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung stehe. „Damit stehen wir von der Bedeutung her auf Augenhöhe mit der Autoindustrie und den Maschinenbauern.“
  • Weltweit haben sich bereits mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Von den 4.001.437 nachgewiesenen Infektionen endeten 277.127 tödlich, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Samstagabend ergaben. Europa ist mit mehr als 1,7 Millionen Ansteckungen und 155.074 Todesfällen der am schwersten betroffene Kontinent. Die landesweit meisten Sterbefälle verzeichneten die USA mit 78.320 Toten. Die Zahl der Infektionen stieg dort auf mehr als 1,3 Millionen. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Fallzahlen noch deutlich höher liegen, da nicht alle Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet werden. In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut mittlerweile 168.551 Corona-Fälle nachgewiesen. Rund 143.300 der Betroffenen sind demnach bereits genesen, 7.369 Infizierte starben.Deutlich mehr Corona-Tote haben Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich zu beklagen.

Update vom 9. Mai: Ansteckungsrate laut RKI wieder über 1, Färöer-Inseln coronafrei, Politik will wissen, wer hinter Anti-Corona-Demos steckt

  • Die Ansteckungsrate beim neuen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Die sogenannte Reproduktionszahl liege mit Datenbestand 9. Mai 0:00 bei 1,10, wie das RKI in einem am Samstagabend veröffentlichen Situationsbericht schreibt. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben. Seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen. Das Institut teilte jedoch weiter mit: Wegen der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden, könne noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt - oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt. „Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten“, schreibt das RKI.
  • Die zum dänischen Königreich gehörenden Färöer-Inseln sind offiziell coronafrei. Es gebe keine aktiven Fälle mehr, teilte die Regierung am Samstag mit. Die insgesamt 187 mit dem Coronavirus infizierten Menschen seien allesamt genesen. Todesfälle in Verbindung mit dem Virus hatte es auf der Inselgruppe im Nordatlantik nicht gegeben. „Unser harter Kampf hat sich ausgezahlt“, sagte Ministerpräsident Bárður á Steig Nielsen. Dies sei möglich gewesen, „weil die Menschen, die Familien und Organisationen bereit waren, ihren Alltag zu ändern und unter sehr schwierigen Umständen Verantwortung zu übernehmen“. Schon bald werde das Land so weit wie möglich zur Normalität zurückkehren können. So sollte am Samstag die Fußballliga den Betrieb wieder aufnehmen. Die erste Corona-Infektion auf der Inselgruppe war am 3. März bestätigt worden, die letzte am 22. April. Seit Februar waren 8403 der rund 50.000 Einwohner auf den 18 größeren Inseln auf das Virus getestet worden.
  • Einem erneuten Demonstrationsaufruf gegen die Coronavirus-Beschränkungen sind am Samstag in Stuttgart mehrere Tausend Menschen gefolgt. Die Polizei verzeichnete auf dem Demonstrationsgelände einen regen Zustrom an Menschen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei ziemlich voll geworden. Eine genaue Teilnehmerzahl konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Die Polizei achtete auf die Einhaltung des Infektionsschutzes und des geforderten Abstands. Größere Probleme habe es nicht gegeben. Die Vorgaben seien meist eingehalten worden, es sei friedlich geblieben. Für die als überparteilich bezeichnete Demo auf dem Cannstatter Wasen hatte der Initiator Michael Ballweg ursprünglich 50.000 Teilnehmer angemeldet. Dem schob aber die Stadt Stuttgart einen Riegel vor: Ballweg erhielt die Auflage, die Versammlung auf 10.000 Teilnehmer zu begrenzen.
  • Bundesweit sind bis Samstagnachmittag über 169.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 168.300 Infektionen). Mindestens 7434 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7337). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag bei 1,10 (Datenstand 9.5. 0:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Damit ist der Wert über die vom RKI als kritisch eingestufte Marke von 1,0 gestiegen. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Epidemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 143.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
  • Die weite Verbreitung von Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie veranlasst die Politik zum Handeln. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) kündigte an, das Thema bei der nächsten Innenministerkonferenz (IMK) zu besprechen, deren Vorsitz er derzeit innehat. Der SPD-Politiker zeigte sich im „Spiegel“ alarmiert: „Die Vorstellung, dass die Pandemie bewusst herbeigeführt wurde, um das Volk zu kontrollieren, und dahinter Bill Gates oder andere vermeintlich finstere Mächte stecken, reicht bis weit in die Mitte der Gesellschaft.“ Auch die Demonstrationen auf den Straßen bereiten dem IMK-Vorsitzenden Sorgen. „Wenn Menschen Kritik üben, ist das selbstverständlich in Ordnung“, sagt Maier dem „Spiegel“ vom Samstag. „Was uns alarmiert, ist der Versuch von Extremisten, die Proteste zu kapern.“ Der CDU-Innenexperte Armin Schuster rief zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Corona-Protestgruppen wie „Nicht ohne uns“ oder „Widerstand 2020“ auf. „Diese Gruppen als Spinner abzutun, greift mir zu kurz“, sagte Schuster der „Rheinischen Post“ vom Samstag. „Wir müssen sie mit ihrem Unsinn politisch stellen und als Saboteure unseres weltweit beachteten Infektionsschutzerfolges entlarven.“ Schuster, der auch Vorsitzender des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste ist, verlangte von den Sicherheitsbehörden Aufklärung, inwieweit rechte und linke Gruppierungen die Bewegungen unterwandern und für ihre verfassungsfeindlichen Ziele instrumentalisieren. In mehreren deutschen Städten finden derzeit aus Protest gegen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen regelmäßig Demonstrationen statt, unter anderem in Berlin und Stuttgart.
  • In Japan kommt es vermehrt zu Fällen von Schikane gegen Menschen, die sich nicht an die Aufrufe zur Selbstdisziplin während des Corona-Notstands halten. Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Samstag berichtete, wurden im Großraum Tokio an Türen von weiter geöffneten Live-Bars und Läden handgeschriebene Zettel mit der Aufforderung gefunden, zu schließen sowie der Warnung: „Das nächste Mal rufe ich die Polizei“. Andernorts komme es vor, dass Autos mit Nummernschildern anderer Provinzen beschädigt werden.

Update vom 8. Mai: Erneuter Corona-Fall im Weißen Haus, Lungenembolien oft Todesursache bei Corona-Patienten,US-Arbeitslosenquote steigt auf fast 15 Prozent

  • Binnen zwei Tagen ist im Weißen Haus ein zweiter Coronavirus-Fall bestätigt worden. Wie ein US-Regierungsvertreter am Freitag sagte, wurde bei einem Mitarbeiter von Vizepräsident Mike Pence das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Mehrere Mitarbeiter, die womöglich mit ihm in Kontakt gekommen waren, mussten deswegen aus einem Flugzeug aussteigen, in dem sie Pence bei einer Reise in den Bundesstaat Iowa begleiten sollten. Erst am Donnerstag war ein im Weißen Haus eingesetzter Soldat positiv auf das Coronavirus getestet worden. Präsident Donald Trump und Pence wurden in der Folge negativ getestet. Sie unterziehen sich inzwischen täglich einem Coronavirus-Test. Der für sein Krisenmanagement viel kritisierte Trump weigert sich aber entgegen den offiziellen Empfehlungen, eine Schutzmaske zu tragen. Am Freitag nahm der Präsident in Washington gemeinsam mit Veteranen an einer Kranzniederlegung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren teil. Weder Trump noch die Veteranen im Alter zwischen 96 und 100 Jahren trugen Gesichtsmasken. Sie hielten aber einen Sicherheitsabstand ein. Wegen ihres Alters gehören sowohl Trump als auch die Veteranen grundsätzlich zur Corona-Risikogruppe.
  • In Deutschland sind bis Freitagabend über 168.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 167.000 Infektionen). Mindestens 7337 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7196). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Freitag bei 0,83 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass zehn Infizierte rund acht weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 141.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
  • Die häufigste Todesursache bei der Corona-Erkrankung ist eine Lungenentzündung. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) führt das Coronavirus bei überraschend vielen Erkrankten zu Thrombosen und letztlich zu tödlichen Lungenembolien. So seien bei der Obduktion von zwölf an der neuartigen Lungenkrankheit gestorbenen Menschen in sieben Fällen Thrombosen und in vier Fällen Lungenembolien festgestellt worden, sagte der Oberarzt des Instituts für Rechtsmedizin, Jan Sperhake, am Freitag in Hamburg. Dieser Befund sei inzwischen durch insgesamt 192 rechtsmedizinische Untersuchungen am UKE bestätigt worden. „Was uns verblüfft hatte war, dass wir schon nach wenigen Todesfällen doch viele Patienten hatten mit Thrombosen, das heißt Gerinselbildung in den unteren Extremitäten“, sagte Sperhake. Diese bergen nach seinen Angaben ein erhebliches Risiko. Denn wenn sich diese Gerinnsel loslösten, landeten sie in der rechten Herzkammer und würden von dort in die Lunge verteilt. Das Ergebnis: eine tödliche Lungenembolie. Dass in die Studie nur vergleichsweise wenig Obduktionen eingingen, sei auch dem Zeitfaktor geschuldet, sagte Sperhake. „Wir hätten auch 20 oder 30 oder 50 oder 100 sagen können (...) aber dann wären wir nicht schnell genug gewesen. So einfach ist das.“ Für das UKE selbst bedeuten die Erkenntnisse aus den Obduktionen auch eine veränderte Behandlung von Covid-19-Patienten. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, einen Teil der Patienten zu behandeln mit Blutverdünnern. Und das sollten wir auch tun“, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin, Stefan Kluge. Generell sollten alle Covid-19-Patienten entsprechend behandelt werden. Kluge schränkte jedoch ein, dass die häufigste Todesursache bei Covid-19 nach wie vor die Lungenentzündung selbst sei.
  • Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April infolge der Coronavirus-Pandemie auf 14,7 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Vor Beginn der Krise im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen. In den USA haben wegen der Corona-Krise seit März bereits mehr als 33 Millionen Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt. Die Arbeitslosenquote für April erfasst wegen einer verzögerten Datenerhebung nur die Lage bis Mitte des Monats. Die Quote dürfte daher wohl noch nicht das ganze Ausmaß der Jobkrise widerspiegeln. Bislang sind in den USA Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 1,26 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 weltweit. Mehr als 75.000 Menschen starben in den USA.

Update vom 7. Mai: Angela Merkel berät sich mit Papst Franziskus, Corona-App soll Mitte Juni fertig sein, Aktuelle Fallzahlen, RKI informiert

  • In einem Telefonat hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Papst Franziskus über die Corona-Krise beraten. „Beide sprachen sich dafür aus, insbesondere ärmere Länder in der Corona-Pandemie zu unterstützen“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach dem Gespräch am Donnerstag mit. Die Kanzlerin und der Papst hätten die Bedeutung von „Zusammenhalt und Solidarität in Europa und der Welt“ in der Corona-Krise hervorgehoben. Merkel habe den Pontifex außerdem zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen, sobald dies wieder möglich sei. Die Kanzlerin und der Papst sind sich bereits mehrfach persönlich begegnet, zuletzt war Merkel im Juni 2017 zu Gast im Vatikan. Auf einen Gegenbesuch des Papstes warteten die Katholiken in Deutschland aber bislang vergeblich, obwohl die Kanzlerin Franziskus schon bei seiner Amtseinführung im März 2013 nach Deutschland eingeladen hatte.
  • Die geplante App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten soll in etwa fünf bis sechs Wochen fertig sein. „Mitte Juni ist ein realistischer Zeitraum“, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zunächst solle die App lediglich ihre „Kernfunktion“ besitzen, mit der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten informiert werden sollen. Die Option zur freiwilligen Weitergabe von Daten an das Robert-Koch-Instituts (RKI) soll demnach später hinzukommen. Die App sei ein „wichtiges Tool“, um Infektionsketten „umfassender zu erkennen“ als bisher, hieß es weiter. Bislang müssten sich Corona-Infizierte im Gespräch mit dem Gesundheitsamt an alle Kontaktpersonen erinnern und diese benennen.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 166.091 angegeben - ein Plus von 1284 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 168.162 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7119 Todesfälle, die JHU 7275 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 139.900.
  • RKI-Vizepräsident Lars Schaade hat am Donnerstag über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informiert. Stand Mittwoch, 6. Mai, liege die Reproduktionsrate bei 0,65. Diese muss jedoch wie alle anderen Zahlen auch mit einer zweiwöchigen Verzögerung gesehen werden. Auswirkungen der aktuellen Corona-Lockerungen lassen sich hier also noch nicht ablese. Die Infizierten seien im Schnitt 50 Jahre alt. Der Anteil der Verstorbenen unter den gemeldeten Fällen liege bei 4,3 Prozent. Dieser sei „weiterhin recht hoch“, so Schaade. „Das Ziel ist weiterhin, die Fallzahlen so niedrig wie möglich zu halten.“
  • Zu den Corona-Lockerungen sagte der RKI-Vizepräsident: Diese müssten „mit Augenmaß“ gemacht werden – und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Schaade: „Nur dann wird es erfolgreich sein, ohne dass die Fallzahlen wieder steigen.“ Er stellte klar: „Die Epidemie ist natürlich nicht zu Ende.“ Im Gegenteil: Die Maßnahmen bedeuteten auch ein gewisses Risiko; bisher sei das Virus in Deutschland aber gut unter Kontrolle.
  • Zum Stand der Pandemie sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Donnerstag deshalb erneut: „Wir stehen am Anfang der Pandemie. Das kann noch viele Monate dauern und wird sich vermutlich bis ins nächste Jahr hineinziehen.“
  • Schaade hat einen dringenden Appell an die Bevölkerung: „Wir haben das alle selbst in der Hand, ob und wann es eine zweite Welle geben wird. Das können wir einzig durch unser Verhalten beeinflussen. Und deshalb ist es so wichtig, unser Verhalten anzupassen.“

Update vom 6. Mai: Erneuter Angriff auf Kamera-Team bei Corona-Demo, Kontaktverbot bis 5. Juni verlängert, alle Geschäfte dürfen wieder öffnen

  • Bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen ist es vor dem Reichstagsgebäude in Berlin zu Verstößen und einem Angriff auf ein Presseteam gekommen. Ein Demonstrant, der ein ARD-Kamerateam attackiert haben soll, sei festgenommen worden, twitterte die Berliner Polizei am Mittwochabend. Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, ist die Schwere des Angriffs noch unklar - die Rede sei von Leichtverletzten. Die Zahl der Betroffenen war zunächst auch nicht bekannt. Bereits am 1. Mai war ein Kamerateam in Berlin angegriffen worden.
    350 bis 400 Menschen sammelten sich nach Angaben der Polizeisprecherin am Mittwoch vor dem Reichstagsgebäude. Sie seien offenbar einem Aufruf in den sozialen Medien gefolgt, darauf deuteten etwa mitgebrachte Plakate hin. In Berlin sind wegen der Pandemie derzeit Demos mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. Polizisten hätten das Gespräch gesucht und auf die Abstandsregeln hingewiesen, schilderte die Polizeisprecherin. „Einsatzkräfte forderten die Menschen mehrfach persönlich und über Lautsprecher auf, den Platz zu verlassen und lösten die Ansammlung letztlich auf“, twitterte die Polizei. Augenzeugen berichteten, dass ganz verschiedene Gruppierungen vor Ort waren. Viele Menschen seien aggressiv gewesen. Teilnehmer riefen „Wir sind das Volk“. Die Polizei machte keine näheren Angaben zu den Teilnehmern.
  • Für Kliniken, Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen werden die Einschränkungen der Besuchsregeln bundesweit gelockert. 
  • Allen Schülern soll schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglicht werden. 
  • Die Fußball-Bundesliga darf mit Geisterspielen ab Mitte Mai wieder starten.
  • Bund und Länder haben die coronabedingten Kontaktbeschränkungen in Deutschland grundsätzlich bis 5. Juni verlängert. Allerdings einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch auch auf eine Lockerung. Künftig sollen sich auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit und die Maskenpflicht in vielen Bereichen bleiben erhalten.
  • Alle Geschäfte in Deutschland sollen unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder verständigten sich am Mittwoch darauf, die bisherige Öffnungsbeschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern aufzuheben.
  • EU-Kommission: EU wegen Corona vor Rezession von "historischen Ausmaßen"
  • Die Wirtschaft der Eurozone könnte laut der EU-Frühjahrsprognose wegen der Corona-Krise dieses Jahr um 7,75 Prozent schrumpfen und sich auch im nächsten Jahr nicht vollständig erholen. Die Prognose legte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor.
  • Der Bund schlägt den Ländern angesichts der positiven Entwicklung der Corona-Infektionszahlen vor, alle Geschäfte wieder zu öffnen - ohne Quadratmeterbegrenzung. Es müssten Auflagen zur Hygiene, der Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen erfüllt werden, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder an diesem Mittwochmittag. Wichtig sei dabei, dass eine maximale Personenzahl von Kunden und Personal bezogen auf die Verkaufsfläche vorgegeben werde, heißt es weiter.

Update vom 5.Mai: Kneipen und Restaurants sollen ab 9 Mai öffnen, 81 Supermarkt-Mitarbeiter mit Coronavirus infiziert, RKI informiert über Corona-Lage

  • Die Wirtschaftsminister der Länder streben unter Auflagen in einem Korridor vom 9. bis 22. Mai eine bundesweite kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes an. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend nach einer Videokonferenz der Länderminister mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aus Teilnehmerkreisen. Für touristische Beherbergungen wird eine Öffnung bis Ende Mai angepeilt. Die Empfehlung soll die Grundlage bilden für Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch. Zur Öffnung gehören die Einhaltung von Hygienevorschriften und Abstandsregelungen sowie Pläne zum Schutz von Beschäftigten. Kneipen und Restaurants waren Mitte März geschlossen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Davon ausgenommen war nur die Lieferung und die Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.
  • 81 Angestellte einer einzigen Supermarkt-Filiale in Massachussets haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtet die „New York Post“ unter Berufung auf Behörden. Demnach hätten sich etwa 20 Prozent der insgesamt 414 Mitarbeiter des Walmart-Marktes mit dem Virus angesteckt. Der betroffene Supermarkt wurde umgehend geschlossen. Zunächst seien 23 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. In einer weiteren Test-Runde waren dann weitere 58 Angestellte betroffen. Grund dafür könnte sein, dass die Mitarbeiter des Supermarktes während ihrer Arbeit zum Teil keine Schutzmasken trugen, um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das hatte eine Inspektion am letzten Dienstag (Ortszeit) ergeben. Laut Walmart hätte allerdings schon seit den letzten anderthalb Wochen eine Maskenpflicht bei der Arbeit gegolten.
  • RKI-Präsident Lothar Wieler hat am Dienstag in einem Presse-Update über die aktuelle Lage in Deutschland informiert. „Unsere Erkenntnisse wachsen aktuell in einem rasanten Tempo. Unser Ziel ist es, die Bevölkerung vor Covid-19 bestmöglich schützen. Und das ist uns in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern bislang ziemlich gut gelungen”, so Wieler.  Welche Maßnahmen in Deutschland konkret zu dem bisher relativ glimpflichen Verlauf geführt hätten, konnte er nicht genau beantworten: „Es ist nicht möglich, dass man einzelnen Maßnahmen bestimmte Effekte zumutet”, so Wieler. „Ich gehe davon aus, dass dieses Bündel der Maßnahmen der Erfolg war.” In Deutschland sei außerdem zu beobachten, dass die Menschen sich sehr diszipliniert an die Regeln halten würden. Um eine neue Infektionswelle zu verhindern, wolle man „hoffen, dass wir gemeinsam in diesem neuen Alltag, wo wir weiterhin Abstand halten, diese Infektionen schnell erkennen und Ausbrüche schnell unterbinden können.” Klar sei jedoch auch: Im Falle einer zweiten Infektionswelle seien wieder härtere Maßnahmen unumgänglich. „Je nachdem, wie stark diese Welle wird, wird es dazu kommen, dass man bestimmte Maßnahmen durchführen muss, wenn man die Welle bremsen möchte.” Wieler betonte auch: „Dieses Abstandhalten, ich denke, das wird uns noch einige Monate sicher begleiten. Das ist eine wichtige Lehre. Da müssen wir uns dran gewöhnen und es ist auch wichtig das zu tun.” Gerade das Abstandhalten sei „Teil einer neuen Normalität”. Bislang gebe es darüber hinaus „keine Hinweise”, dass Kinder bei der Weiterverbreitung von Covid-19 eine „größere Rolle” spielten. Dass in Schweden etwa die Schulen offen geblieben seien, spreche dafür, dass die Rolle der Kinder in Bezug auf Covid-19 geringer sei als beispielsweise bei der Influenza. Aber: „Es ist bekannt, dass Kinder das Virus ausscheiden und andere anstecken können.” 6831 Menschen seien in Deutschland nach aktuellem Stand offiziell an einer Covid-19-Erkrankung gestorben – rund 4,2 Prozent aller offiziell gemeldeten Fälle. Die Verstorbenen seien im Durchschnitt 81 Jahre alt gewesen.
  • Nach wochenlanger Zwangspause dürfen in Bayern auch Gaststätten und Hotels schrittweise wieder öffnen: Außenbereiche am 18. Mai, Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München.
  • Kot-Stichproben aus der Kanalisation sollen einem israelischen Forscherteam zufolge als eine Art Frühwarnsystem für neue Corona-Ausbrüche dienen können. Während der jüngsten Corona-Krise habe man bereits landesweit punktuell das Abwassersystem untersucht, sagte Biotechnologe Ariel Kushmaro von der Universität Ben Gurion in Beerscheva am Dienstag. Die Wissenschaftler hätten dabei mit dem Nachweis des Coronavirus aus menschlichen Fäkalien dokumentiert, in welchen Vierteln es besonders viele Erkrankungen gegeben habe. Die Untersuchungen könnten als „Frühwarnsystem gegen eine zweite Infektionswelle“ dienen, sagte Kushmaro. Landesweit würden Stichproben aus der Kanalisation entnommen, bei minus 80 Grad gefroren und dann im Labor untersucht. Etwa in dem strengreligiösen Viertel Bnei Brak bei Tel Aviv hatte es besonders viele Corona-Infektionsfälle gegeben. Zu dem Zeitpunkt sei auch die Konzentration des Sars-CoV-2-Erregers in der dortigen Kanalisation besonders hoch gewesen, sagte der Leiter des Forscherteams. „Es ist uns gelungen, einen Zusammenhang zu beweisen.“ Ein Vorteil sei, dass das Coronavirus im Kot bereits drei Tage nach der Ansteckung nachgewiesen werden könne, etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten, sagte Kushmaro. „So kann ein neuer Ausbruch schneller bemerkt werden.“ Positiv sei auch, dass es durch die Untersuchungen keine Verletzung der Privatsphäre gebe. „Es werden keine einzelnen Personen genannt, sondern nur betroffene Viertel.“ Auf einen neuen Ausbruch könnten die Behörden dann schnell mit neuen Beschränkungsmaßnahmen reagieren, sagte er. Kushmaro sagte, man sei in Kontakt mit dem israelischen Gesundheitsministerium. Er hoffe, dass die Untersuchungen bereits binnen weniger Wochen offiziell in Israel eingesetzt werden können. Auch im Ausland gebe es Interesse an dem Thema, etwa in Frankreich und Italien werde ein ähnliches Vorgehen geprüft.
  • Die Bundesregierung will bis Anfang Juni über die Ausgestaltung von Kaufanreizen für Autos entscheiden. Darin sei sich der „Autogipfel“ einig, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen. Neben den Herstellern und dem Branchenverband VDA machen sich auch die „Autoländer“ Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg für Kaufprämien stark. Die Nachfrage nach Autos war in der Corona-Krise eingebrochen.
    Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, dass die Koalition Ende Mai oder Anfang Juni ein Konjunkturpaket auflegen wolle, um die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln. An einer Videokonferenz am Vormittag zur Lage der Autoindustrie nahmen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Bundesminister teil, dazu Vertreter der großen deutschen Hersteller wie VW, Daimler und BMW, des Autoverbandes VDA sowie der IG Metall.
  • Auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ soll es nach Informationen des NDR einen Polizeieinsatz gegeben haben. Hintergrund: 2900 Crewmitglieder (alles TUI-Mitarbeiter) wurden positiv auf Corona getestet. Das Schiff steht deshalb seit einer Woche unter Quarantäne und liegt im Hafen in Cuxhaven. Die Stimmung scheint sehr gereizt zu sein. Laut NDR wurde jetzt die Polizei gerufen, weil an Bord Mobiliar zerschlagen wurde. Crewmitglieder beklagten gegenüber dem Sender „knastähnliche Zustände“ in teils fensterlosen Kabinen. Sie seien seit mehr als 50 Tagen nicht mehr an Land gewesen. Auch Schwangere sollen an Bord sein.
  • In der Corona-Pandemie wird vorläufigen Zahlen zufolge weniger in Wohnungen und Wohnhäuser eingebrochen. Dieser Trend zeichnet sich nahezu bundesweit ab, wie eine Länder-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. So ging etwa in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungseinbrüche im März und April im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich zurück. Auch in Bayern sank die Zahl der Einbrüche - ebenso wie die Kriminalität insgesamt. Während vom 1. März bis 26. April 2019 genau 3856 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW registriert wurden, waren es laut Landesinnenministerium im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2336. Das entspricht einem Rückgang von fast 40 Prozent. Die Zahlen der Länder sind jedoch vorläufige Zahlen, die sich noch ändern können.

Update vom 4. Mai: Ostsee-Urlaub an Pfingsten für Mecklenburg-Vorpommern okay, Fast 50 Prozent mehr Todesfälle in Italien, neue Corona-Statistiken für Deutschland, Niedersachsen will Gastronomie öffnen

  • Mecklenburg-Vorpommern will angesichts geringer Corona-Neuinfektionen schon in der Woche vor Pfingsten auch Auswärtigen wieder Urlaub an der Ostsee erlauben. Das sieht ein Stufenplan zum Neustart des Gastgewerbes im Nordosten vor, auf den sich am Montagabend in Schwerin Vertreter von Landesregierung und Gastgewerbe in der gemeinsamen Task Force Tourismus verständigten. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach den Beratungen mitteilte, sollen dem Plan zufolge zunächst die Gaststätten im Land vom Samstag (9. Mai) an unter strikten Hygieneauflagen für Einheimische öffnen dürfen, am 18. Mai auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Zum 25. Mai soll dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Damit wäre nach dem verpassten Ostergeschäft Pfingsturlaub Ende Mai an der Ostsee oder in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder für alle Bundesbürger möglich.
  • Eine globale Allianz gegen das Coronavirus hat 7,4 Milliarden Euro für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten gesammelt und ihr selbstgestecktes Ziel damit erreicht. „Die Welt ist vereint gegen das Coronavirus und die Welt wird gewinnen“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag nach einer von der Brüsseler Behörde organisierten Geberkonferenz mit Dutzenden Ländern und Organisationen.Mit einem Beitrag von einer Milliarde Euro trägt die EU-Kommission selbst einen großen Anteil dazu bei. Weitere Großspenden kommen etwa aus Deutschland (525 Millionen Euro), Frankreich (500 Millionen Euro), Großbritannien (umgerechnet 442 Millionen Euro) und Kanada (umgerechnet 780 Millionen Euro). Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sagte 100 Millionen Euro zu, Italien 140 Millionen Euro.
  • Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Italien sind im März deutlich mehr Menschen gestorben als normal üblich. Verglichen mit den März-Monaten der Jahre 2015 bis 2019 stieg die Zahl der Toten um 49,4 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut (Istat) und das Forschungsinstitut des italienischen Gesundheitsdienstes (ISS) am Montag mitteilten. Zwischen dem 20. Februar, als Italien den ersten Corona-Toten meldete, und dem 31. März lag der Anstieg demnach bei 38,7 Prozent. Die sogenannte Übersterblichkeitsrate könnte darauf hindeuten, dass in Italien wesentlich mehr Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind als offiziell registriert. Bis Sonntagabend meldeten die Behörden knapp 29.000 Corona-Opfer, doch handelt es sich dabei vorwiegend um Patienten aus den Krankenhäusern. In den Pflegeheimen wurden nur wenige Bewohner auf das Virus getestet, und wie viele Menschen zu Hause an der Infektion starben, ist ebenfalls weitgehend unbekannt. Angesichts zunehmender Anzeichen, dass die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat, lockert Italien ab Montag Restriktionen. Spaziergänge in Parks sowie Verwandtenbesuche sind wieder erlaubt, Restaurants dürfen Essen zum Abholen verkaufen und weitere Geschäfte öffnen.
  • In Deutschland sind bis Montagabend über 164.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 19.15 Uhr: mehr als 163.400 Infektionen). Mindestens 6803 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 19.15 Uhr: 6728). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Montag bei 0,76. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa 7 bis 8 weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 132.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
  • Die niedersächsischen Schulen sollen vom 25. Mai an für weitere Klassen öffnen, so dass noch vor den Sommerferien alle Jahrgänge wieder zurückkehren können. Das gab Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei der Vorstellung eines Fünf-Stufen-Plans der Landesregierung am Montag in Hannover bekannt. Zum selben Datum sollen Hotels in Niedersachsen – zunächst mit Einschränkungen – wieder öffnen dürfen, Gastronomiebetriebe bereits am 11. Mai. Endgültig beschlossen werden soll der Stufenplan nach den nächsten Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch. Hotels, Pensionen und Jugendherbergen in Niedersachsen sollen ihre maximale Auslastung nach der Wiedereröffnung am 25. Mai auf 50 Prozent begrenzen und weitere Auflagen einhalten, wie Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) erklärte. Bereits vom 11. Mai an sollen Ferienhäuser und -wohnungen vermietet werden können, ebenfalls mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent. Auch Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten sollen eine Auslastungsgrenze von 50 Prozent sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einhalten. Eine weitere Öffnung der Gastronomie sei vom 25. Mai an möglichn. Bars oder Diskotheken blieben bis auf Weiteres geschlossen.
  • Noch im Mai will das Pharmaunternehmen Roche einen neuen Test auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausliefern. Das vereinbarte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Unternehmen am Montag im oberbayerischen Penzberg. „Der neue Test ist eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus“, sagte Spahn. Drei Millionen Tests sollten noch im Mai ausgeliefert werden, für die dann kommenden Monate seien je fünf Millionen Tests zur Auslieferung nach Deutschland vereinbart. „Antikörpertests helfen uns, zu wissen, wer eine Corona-Infektion schon durchgemacht hat. So gewinnen wir Erkenntnisse über das tatsächliche Ausbruchsgeschehen“, sagte Spahn. Sobald gesicherte Erkenntnisse über eine mögliche Immunität nach durchgemachter Infektion vorlägen, würden die Tests noch größere Bedeutung gewinnen. Um die Produktionskapazitäten für den neuen serologischen Test Elecsys Anti-Sars-CoV-2 auszubauen, will Roche seine biochemischen Anlagen in Penzberg für rund 170 Millionen Euro ausbauen.
  • Bei den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise soll nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unter anderem über mögliche Erleichterungen für die Gastronomie gesprochen werden. „Ich möchte, dass wir im Lichte der Infektionsentwicklung Stück für Stück zu mehr Lockerungen kommen“, sagte Seehofer am Sonntag in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Für Restaurants und Kneipen regte er die Einführung von Abstandsregelungen an. Bei den Beratungen am Mittwoch werde auch über Schulen, die Bundesliga und den Breitensport gesprochen, kündigte Seehofer an. Die Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie müssten jetzt gesichert werden. Zugleich müssten das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden, sagte der CSU-Politiker. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen. Die Beschränkungen würden „Schritt um Schritt“ aufgehoben, sagte Spahn in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Dies müsse auch für den Sport und die Gastronomie gelten. In der Gastronomie gehe es um wirtschaftliche Existenzen. „Deswegen ist es wichtig, dass wir auch dort eine Perspektive geben. Ich denke, das wird am Mittwoch geschehen, dass wir auch darüber reden.“ Es müsse aber auch deutlich gemacht werden, dass eine Wiedereröffnung der Betriebe möglich sei, wenn dort „mehr Abstand als vielleicht sonst“ eingehalten werde.
  • US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus noch in diesem Jahr und drängt auf eine baldige Öffnung der Wirtschaft im Land. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Jahres einen Impfstoff haben werden“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung des Senders Fox News in Washington. Er räumte ein, dass Ärzte ihm von einer solchen Aussage abraten würden, sagte aber, er rechne dennoch mit diesem Zeitrahmen. Trump verteidigte sein Krisenmanagement zugleich gegen Kritik.
  • In Brasilien haben sich nach offiziellen Angaben nun mehr als 100 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Sonntag (Ortszeit) bekanntgab, lag die Zahl der Corona-Infizierten bei 101 147. Mindestens 7025 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Den Daten der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten zufolge liegt Brasilien in absoluten Zahlen damit auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder weltweit. Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen. Allerdings ist Brasilien mit mehr als 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika. Am 26. Februar war in Brasilien erstmals in der Region ein Mensch positiv auf das Virus getestet worden. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und von Misswirtschaft sind Krankenhäuser und Friedhöfe in verschiedenen Städten und Bundesstaaten inzwischen an ihre Grenzen geraten, das System ist kollabiert.

Update vom 3. Mai: Spahn nennt falsche Infektionszahlen, Impfstoff könnte Jahre brauchen, Tausende demonstrierten in Stuttgart gegen Corona-Regeln, aktuelle Fallzahlen für Deutschland

  • Derzeit sind in Deutschland rund 25 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl nannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend im ARD-Bericht aus „Berlin" mit Stand vom Morgen. Er räumte ein, vor einigen Tagen eine falsche Zahl genannt zu haben. Er habe von der Zahl aller Infizierten die der Genesenen abgezogen, aber vergessen, auch die Todesfälle abzuziehen. „Da lag ich um 6000 daneben." Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die von Spahn genannte falsche Zahl akut Infizierter in der Pressekonferenznach der letzten Bund/Länder-Konferenz verwendet.
  • Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus kann nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn womöglich noch Jahre dauern. Es gebe viel versprechende Ansätze, aber die Entwicklung von Impfstoffen sei „das Herausfordernste, mit das Schwierigste, das es gibt in der Medizin", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin». „Ich freue mich, wenn es in wenigen Monaten gelänge." Aber man müsse auch realistisch bleiben: „Es kann auch Jahre dauern, weil es natürlich auch Rückschläge geben kann, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen."
  • Mehrere tausend Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag (2. Mai) in Stuttgart gegen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus demonstriert. Bei der als „überparteilich“ bezeichneten Demonstration auf dem Cannstatter Wasen forderte Initiator Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit. Der IT-Unternehmer sprach von rund 5000 Teilnehmern am Samstag. Die Stuttgarter Polizei wollte keine Schätzung der Teilnehmerzahl abgeben. Sie sprach von einem friedlichen Verlauf. Die Demonstranten hätten sich im Großen und Ganzen an die Abstandsregeln gehalten. Hinter dem Protest steht die Initiative «Querdenken» von Ballweg. Nach einem anfänglichen Verbot der Stadt hatte die Initiative demonstrieren dürfen, weil das Bundesverfassungsgericht einem Eilantrag gegen das Verbot stattgegeben hat. Seine regelmäßigen Demos erhalten Zulauf: Vergangene Woche waren es noch wenige Hundert auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Bundesweit finden ähnliche Demos statt. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung der Initiative durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.
  • In einem westlichen Geheimdienstpapier wird China scharf für den Umgang mit der Corona-Krise kritisiert. Das Dossier der „Five Eyes“ genannten Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung „Saturday Telegraph“ am Wochenende berichtete. Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. Auch wenn Wissenschaftler es für viel wahrscheinlicher halten, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde.
    Das Papier bildet laut „Saturday Telegraph“ die Grundlage für die Vorwürfe, denen die Geheimdienste nachgehen. Es hält fest, wie Chinas Behörden frühzeitige Warnungen seiner Mediziner unterdrückte, das wahre Ausmaß des Ausbruchs herunterspielte und Informationen zensierte, was auch in Medienberichten bereits mehrfach dargestellt wurde. Besonders beklagt wird, dass China noch bis zum 20. Januar bestritten hatte, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch übertrage. Dafür habe es schon seit Anfang Dezember Hinweise gegeben, heißt es in dem Papier. Auch wird China darin vorgeworfen, Virusproben vernichtet zu haben und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern über das Virus streng zu kontrollieren.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 162.496 angegeben - ein Plus von 793 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 164.967 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6649 Todesfälle, die JHU 6812 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 130.600. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Samstag bei 0,78. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa 8 weitere Personen anstecken.

Rückblick: So kam das Coronavirus nach Deutschland

Zunächst war ein Fall einer Infizierung mit dem Virus in Bayern bekannt geworden. Am 28. Januar 2020 wurden vom Gesundheitsministerium in München dann drei weitere Fälle bestätigt, am 30. Januar 2020 kam noch ein Coronavirus-Fall hinzu. Es handelt sich um Mitarbeiter derselben Firma, in der auch der erste bestätigte Infizierte arbeitet, den Automobilzulieferer Webasto.

Am 1. Februar wurde der achte Fall aus Bayern bekannt. Es handelt sich um einen 33-Jährigen, der ebenso wie die übrigen sieben Erwachsenen für die Firma Webasto arbeitet.

Hier mehr lesen: Alle aktuellen Infos zum Coronavirus beim Bundesgesundheitsministerium

Der männliche Patient, der sich als erster in Deutschland mit dem Virus angesteckt hatte, stammt aus dem Landkreis Starnberg. Es handelt sich um einen 33-Jährigen. 

Der Mann hatte am 21. Januar 2020 an einem Meeting im Kreis Starnberg teilgenommen. Geleitet wurde dieses Meeting von einer Frau aus China. Dort hat er sich offenbar mit der Lungenkrankheit angesteckt. Bei der Frau handelte es sich um einem Gast seines Arbeitgebers.

Hier mehr lesen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Das Besondere an dem ersten Fall in der BRD: Erstmals gab es eine Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas.

Coronavirus: Wie alles begann

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China am Silvestertag über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, in der Provinz Hubei, informiert.

Die chinesischen Behörden identifizierten nur wenige Tage später ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankungen. Das Virus ist mit dem SARS-Virus verwandt, das zuletzt in den Jahren 2002 und 2003 fast überall auf der Welt für Beunruhigung sorgte.

Der WHO zufolge bestand basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, da sich eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht anders erklären ließen.

Ende Januar erklärte WHO Ausbreitung des Coronavirus zum internationalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die rasante Ausbreitung des Coronavirus aus China noch Ende Januar 2020 zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Das bedeutet: Die mehr als 190 Mitgliedsländer müssen von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung gemeinsam koordinieren.

Mittlerweile sind von dem Virus deutlich mehr Menschen betroffen als vor 17 Jahren bei der SARS-Pandemie. Damals wurde SARS bei gut 8000 Menschen diagnostiziert.

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