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Corona in den USA: Trump hält düstere 4.-Juli-Rede - doch die 130.000 Toten erwähnt er erst gar nicht

Die Corona-Fallzahlen in den USA steigen immer drastischer an. US-Präsident Donald Trump will davon am Nationalfeiertag 4. Juli aber nichts wissen.

Update vom 4. Juli, 21.26 Uhr: Die massiven Coronavirus-Infektion und der rasante Anstieg der Fallzahlen scheinen US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Zumindest die Berichterstattung darüber. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter lässt sich Trump darüber aus - und verweist auf das Ausgiebe Testen in den USA. 

„Fälle, Fälle, Fälle“, schreibt Trump im Angesicht der rund 50.000 Neuinfektionen die in den USA täglich gemeldet werden in Versalien. Wenn man 40 Millionen Menschen auf das Coronavirus Sars-CoV-2 teste, dann habe man eben mehr Fälle als in anderen Ländern. Die Medien würden nur über die Fallzahlen, nicht aber über die Todesfälle und die sinkende Mortalitätsrate berichten, so Trump. 

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Univeristät sind in den USA bisher 129.584 Menschen infolge einer Coronavirus-Infekiton gestorben. In seiner Ansprache zum Nationalfeiertag ist der US-Präsident kaum auf die Coronavirus-Pnademie eingegangen (siehe Update vom 4. Juli, 18.53 Uhr).

Florida verzeichnet mehr als 11.400 neue Corona-Fälle an einem Tag

Update vom 4. Juli, 19.24 Uhr: Der US-Bundesstaat Florida hat innerhalb eines Tages mehr als 11.400 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die am Samstag von der lokalen Gesundheitsbehörde veröffentlichte Zahl für Freitag markiert eine weitere dramatische Zunahme an Fällen in dem Bundesstaat mit rund 20 Millionen Einwohnern.

Trump hält düstere 4.-Juli-Rede - aber die 130.000 Toten erwähnt er erst gar nicht

Update vom 4. Juli, 18.53 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat eine Rede zum Unabhängigkeitstag der USA für eine düstere, polarisierende Botschaft genutzt. „Unsere Nation erlebt eine gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte, zur Diffamierung unserer Helden, zur Ausradierung unserer Werte und zur Indoktrinierung unserer Kinder“, sagte Trump am Vorabend des Unabhängigkeitstages, den die USA an diesem Samstag begingen.

Auf die über 50.000 Corona-Neuinfektionen, die zuletzt täglich verzeichnet wurden, ging Trump am Mount Rushmore nicht ein. Auch den Schmerz über die fast 130.000 Toten, die die USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen zu beklagen haben, bedachte er nicht. Die Wirtschaft hat schweren Schaden genommen und die derzeitige Zuspitzung droht die jüngste leichte Erholung wieder zunichte zu machen. Doch Trump sagte vor dicht gedrängten Zuschauern, die größtenteils keine Schutzmaske trugen, die USA seien das „großartigste Land in der Geschichte der Welt“ und dass es „bald“ großartiger als je zuvor sein werde.

US-Präsident Donald Trump vor dem Mount-Rushmore-Memorial in South Dakota.

USA brechen mehrmals in Folge Corona-Neuinfektions-Rekorde

Sorgen vor neuen Coronavirus-Ansteckungen zum Trotz trat Trump am Freitag (Ortszeit)vor mehreren Tausend Menschen und beeindruckender Kulisse auf: Über der Bühne thronte das monumentale Nationaldenkmal von Mount Rushmore - der Gebirgsfels mit den in Stein gemeißelten Köpfen von vier Ex-Präsidenten. Nach Angaben der Gouverneurin kamen Menschen aus allen Teilen des Landes nach South Dakota gekommen, wo der Abend mit Feuerwerk endete.

Die USA brachen in den vergangenen Tagen mehrmals in Folge ihre eigenen dramatischen Rekorde bei der Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Trump sprach die Krise am Mount Rushmore lediglich am Anfang an, als er unter anderem Ärzten und Wissenschaftlern dankte, die „unermüdlich daran arbeiten, das Virus zu töten“. 

Corona-Zahlen in den USA steigen rasant: Bericht über Verhalten der Bürger sorgt für Entsetzen

Update vom 4.Juli, 13.50 Uhr: Die Freundin des US-Präsidentensohns Donald Trump Jr., Kimberly Guilfoyle, hat sich Medienberichten zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Jeder der sich in Nähe des Präsidenten aufhält, musste sich auf das Coronavirus testen lassen. Dieser viel bei Donald Trump Jr. Freundin positiv aus. Laut den US-Medien befände sie sich nun in Quarantäne, aber es ginge ihr gut. 

Ihr Freund, Donald Trump Jr., ist demnach negativ auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Beide hätten aber alle anstehenden öffentlichen Veranstaltungen vorerst abgesagt.

Corona-Zahlen in den USA schnellen in die Höhe: Bericht über Verhalten der Bürger sorgt für Entsetzen

Update vom 4. Juli, 11.28 Uhr: Vor allem in Florida steigen die Zahlen weiter und weiter, da Vorschriften nicht eingehalten werden, wie Dale Holness, der Bürgermeister des Kreises Broward zu dem Fort Lauderdale zählt, im Spiegel-Interview berichtet. Bis zu 1000 Infizierte pro Tag werden gemeldet und Strände müssen wieder geschlossen werden. Dennoch halten sich laut Berichten des Bürgermeisters von Broward viele nicht an die Vorschriften. Bars, die eigentlich nicht geöffnet haben dürfen, verkaufen Essen und tarnen sich als Restaurant. Restaurants besetzen mehr als 50 Prozent ihrer Tische und achten bei Gästen und Mitarbeitern nicht auf die Maskenpflicht. Sogar eine Schulabschlussfeier mit 36 Personen in einem Haus, hauptsächlich Kinder und Jugendliche, wurde abgehalten und musste abgebrochen werden. Davon erkrankten 26 an dem Virus und infizierten wiederum ihre eigenen Familien. „Wir versuchen den Leuten also Folgendes einzubläuen: Geht nicht raus, versammelt euch nicht, vor allem nicht ohne Maske, in einem Restaurant oder einem Klub. Doch die Läden sind voll, und die Leute tragen keine Masken“, so Dale Holness. Die Auflagen müssten demnach verstärkt kontrolliert werden. 

 „Wir kämpfen um das Gleichgewicht zwischen dem gesundheitlichen und dem wirtschaftlichen Wohlbefinden der Menschen. Wir kämpfen um den Verlust von Arbeitsplätzen und Einkommen ganzer Familien. Es herrscht enormer Druck, Geschäfte und Restaurants wieder zu öffnen. Wir dachten, zumindest auf lokaler Ebene umsichtig gehandelt zu haben, weil die Infektionsrate unter zwei Prozent fiel“, erklärt Holness weiter. Doch das Bewusstsein ist abgeschwächt, dass jeder, auch ohne Symptome, Träger des Virus sein kann. 

Vor allem wünsche man sich in der Region mehr Unterstützung seitens Washingtons in Form von Geld, Engagement und Koordination. Doch diese fehlt weitestgehend. Das könnte sich auch auf die Wahlen im November auswirken, wobei Florida als wichtiger „Swing-State“ ein entscheidende Rolle spielen kann. „Ich denke, die Leute werden sich noch lange an die chaotische Art und Weise erinnern, wie Washington mit dieser Situation umging“, so Dale Holness.

Corona-Zahlen in den USA: Nächster Höchststand - Trump feiert trotzdem mit Tausenden Anhängern

Update vom 4. Juli, 8.15 Uhr: Die Corona-Lage in den USA wird immer brisanter. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen hat am Freitag einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 57.683 neue Corona-Infektionen registriert. Damit wurden insgesamt bereit 2,79 Millionen Ansteckungen in den USA nachgewiesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 728 auf 129.405 Fälle. US-Chefvirologe Anthony Fauci befürchtet sogar, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 100.000 ansteigen könnte, wenn der Trend nicht umgekehrt wird, 

Das Infektionsgeschehen überschattet auch den Nationalfeiertag der USA, den 4. Juli. Präsident Donald Trump will den Unabhängigkeitstag am Samstag aber ungeachtet der Corona-Krise mit einer Zeremonie in Washington unter dem Motto "Salute to America" (Salut an Amerika) begehen. Bereits am Freitagabend wohnte er einem großen Feuerwerk am Monument Mount Rushmore im Bundesstaat South Dakota bei. Tausende Zuschauer wohnten der Feier am Nationaldenkmal bei.

Außerdem hat nun Trump wieder neue Infos, um gegen China zu wetter. Nicht die chinesische Behörde, sondern Mitarbeiter eines WHO-Büros hakten bezgl. einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan nach. 

Corona in den USA: Infektionszahlen steigen immens - doch Trump hält an Mega-Event fest

Update vom 3. Juli, 16.03 Uhr: In den USA begann am Freitag wegen des Nationalfeiertags am 4. Juli ein verlängertes Wochenende. Zum Unabhängigkeitstag am Samstag zieht es die US-Bürger zu Familientreffen und Picknicks im Freien. Auch Feuerwerke sind geplant. Das führt zu Sorgen, dass die Infektionszahlen weiterhin hochschnellen könnten. Viele Strände wurden für das Wochenende gesperrt, Bars und Restaurants machten dicht. Die kalifornische Metropole Los Angeles sagte zudem die Feuerwerke ab.

Dagegen hält US-Präsident Donald Trump an einem großen Feuerwerk am Freitagabend (Ortszeit) am Mount Rushmore fest, dem gigantischen Monument für frühere US-Präsidenten im Bundesstaat South Dakota. Daran sollen 7500 Zuschauer teilnehmen. Am Unabhängigkeitstag selbst will Trump in der Hauptstadt Washington an einer großen Zeremonie teilnehmen, zu der ebenfalls ein großes Feuerwerk geplant ist. 

Corona in den USA: Bericht über Jugend sorgt für Aufsehen

Update vom 3. Juli, 12.39 Uhr: Die immer weiter ansteigenden Infektionszahlen in den USA machen große Sorgen. Zuletzt hatte der führende US-Immunologe Anthoy Fauci gewarnt, dass es bald täglich 100.000 Neuinfektionen geben könnte. Etliche Bundesstaaten zogen ihre Lockerungen wieder zurück, Innenbereiche von Bars und Restaurants wurden wieder geschlossen. Wie in Texas (siehe Erstmeldung) wurde in einigen Bundesstaaten die Maskenpflicht wieder eingeführt.

Coronavirus in den USA: „Immer mehr eine Jugend-Krankheit“

Indes sorgt auch ein Bericht des US-Online-Magazins „Bloomberg Law“ für Aufsehen. „Covid-19 ist immer mehr eine Jugend-Krankheit“, heißt es dort. Junge Amerikaner würde dem Bericht zufolge „hart feiern“, wodurch sich das Virus rasant schnell übertrage. 

Des Weiteren schreibt das Online-Magazin, dass das sinkende Alter der Infizierten das dringlichste Problem für die örtlichen Behörden sei. Es seien Ausgangssperren verhängt worden und Orte abgeriegelt, an denen sich junge Menschen versammeln. 

In Arizona sei die Hälfte der infizierten Menschen zwischen 20 und 44 Jahre alt. „Bloomberg Law“ bezieht sich hierbei auf staatliche Angaben. So läge das Durchschnittsalter der mit dem Coronavirus infizierten Menschen bei 37 Jahren. Noch im März lag es deutlich höher bei durchschnittlich 65 Jahren. Auch in dem aktuell akut betroffenen Texas sei die Anzahl der Infizierten von jungen Menschen geprägt. Im texanischen Hays County seien 50 Prozent der Infizierten in ihren Zwanzigern. 

Corona: US-Infektionszahlen geraten völlig außer Kontrolle - aber Trump spricht von „großartigen Neuigkeiten“

Unsere Erstmeldung vom 3. Juli, 12 Uhr:

Texas - Das Coronavirus* stellt Länder weltweit vor große Herausforderungen und bringt Gesundheitssysteme an ihr Limit. Besonders in den USA scheint die Lage immer mehr außer Kontrolle zu geraten.

Coronavirus: Lage in den USA gerät völlig aus dem Ruder - Traurige Rekorde gebrochen

Die Fallzahlen in den USA explodieren förmlich. Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zufolge verzeichnet die USA den dritten Tag in Folge einen neuen Höchststand hinsichtlich der Corona-Neuinfektionen

Rund 52.300 Menschen sind demnach am Donnerstag positiv auf das Virus getestet worden. Erst tags zuvor wurde die traurige Grenze von täglich 50.000 Neuinfektionen überschritten worden. Noch Mitte Juni waren rund halb so viele Fälle gemeldet worden. 

Besonders die südlichen Bundesstaaten haben derzeit mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. So haben Florida mit über 10.000 neuen Fällen und das angrenzende Georgia mit 3.500 Fällen einen Rekordwert erreicht. Auch Texas ist schwer betroffen.

Die Corona-Lage in den USA spitzt sich immer weiter zu.

Insgesamt haben sich in den USA seit Beginn der Pandemie mehr als 2,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus* infiziert. Fast 130.000 Menschen sind an Covid-19 gestorben (Quelle: Johns-Hopkins Universität. Stand: 3. Juli, 11.03 Uhr).

Coronavirus: Fallzahlen steigen drastisch - Trump-Verbündeter ergreift Maßnahme

Mindestens 20 Bundesstaaten haben indes nach Berechnung von US-Medien die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen gar zurückgenommen. 

Angesichts der steigenden Fallzahlen hat auch der Bundesstaat Texas eine Mundschutzpflicht eingeführt. Greg Abbott, republikanischer Gouverneur von Texas der als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump* gilt, ordnete am Donnerstag eine Maskenpflicht* für all jene Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. 

Coronavirus in den USA: Donald Trump bagatellisiert enormen Anstieg der Infektionen

Donald Trump hat den rasanten Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen* erneut damit begründet, dass in dem Land weitaus mehr auf das Virus getestet werde.

„Es gibt eine Zunahme der Coronavirus-Fälle, weil unser Testverhalten so massiv und so gut ist, viel größer und besser als in jedem anderen Land“, meldete sich Trump am späten Donnerstagabend via Twitter zu Wort. Er fügte an, dass dies „großartige Neuigkeiten“ seien. Die Sterblichkeit sei zurückgegangen und jüngere Menschen erholten sich leichter und schneller.

Gegenüber dem Fernsehsender Fox Business sagte der US-Präsident jüngst, dass die Wirtschaft sich bald wieder erholen werde und „das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden.“

Indes werden WHO und RKI von der „New York Times“ kritisiert. Sie wollten eine bedeutsame Corona-Entdeckung aus München nicht wahrhaben. (dpa/mbr)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © AFP / SAUL LOEB

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