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Corona in Deutschland: Trotz oder wegen Corona? Krankenstand in Deutschland auf Rekordtief

Werden die Menschen in Deutschland seltener krank? Zumindest werden weniger Krankheitsausfälle gemeldet. (Symbolfoto)

Es klingt absurd: Mitten in einer Pandemie fehlen weniger Beschäftigte krank bei der Arbeit als in den Vorjahren. Die Gründe dafür sind vielfältig - und bieten Anlass zur Sorge. News-Ticker.

Berlin - Werden während der Corona-Pandemie weniger Menschen krank? Die Techniker Krankenkasse meldete für das erste Quartal eine ausgefallene Arbeitszeit von 3,8 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 13 Jahren. Insbesondere Erkältungskrankheiten seien stark zurückgegangen. Ausfälle wegen Covid-19-Erkrankungen spielten hingegen kaum eine Rolle.

Corona in Deutschland: Krankenstand fällt auf Rekordtief

Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19*. Auch die AOK berichtet von einem Rückgang (5,1 Prozent im Vergleich zu 6,6) Bei der Barmer Krankenkasse waren im ersten Quartal 18 Prozent der Versicherten zwischen 15 und 64 mindestens einen Tag krankgeschrieben - im Vorjahresquartal hatte der Anteil noch bei 30 Prozent gelegen.

Experten führen den Rückgang insbesondere auf das peniblere Beachten von Hygieneregeln* zurück. „Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern“, sagte TK-Chef Jens Baas. Die Grippewelle sei ausgeblieben. Zuletzt war auch der Absatz von rezeptfreien Erkältungsmitteln eingebrochen. Die Apothekervereinigung ABDA hatte das ebenfalls auf die Corona-Maßnahmen zurückgeführt.

Corona: „Weniger Krankmeldungen bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich weniger Beschäftigte krank waren“

Entscheidend sei laut Beobachtern auch die fehlende Mobilität. Die simple Rechnung: Je seltener man mit Menschen in Kontakt komme, desto weniger trifft man auch auf kranke Personen. Eine weitere Rolle für den niedrigen Krankheitsstand spiele auch die Angst vor einer (Corona-)Infektion, weswegen viele Beschäftigte auf einen Arztbesuch verzichten würden.

Wie sind die Zahlen nun zu interpretieren? Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht ein entscheidendes Problem. „Weniger Krankmeldungen bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich weniger Beschäftigte krank waren“, sagte Vorstandsmitglied Anja Piel. Bereits vor der Pandemie* sei ein Großteil der Beschäftigten zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank fühlten. Wer jetzt keinen Arbeitsweg mehr habe, sehe sich im Homeoffice eher verpflichtet, trotz leichter Erkrankung zu arbeiten. Langfristig erhöhe sich dadurch das Risiko chronischer Erkrankungen.

Corona in Deutschland: 6922 Neuinfektionen, R-Wert unter 1, Inzidenz bei 119

Während die Krankmeldungen offenbar zurückgehen, bleibt die Corona-Lage in Deutschland weitestgehend stabil. Am Montag (10. Mai) meldete das Robert Koch-Institut* 6922 Corona-Neuinfektionen und damit rund 2100 weniger als vor sieben Tagen. An Montagen sind die Infektionszahlen allerdings nicht vollends repräsentativ, da einige Gesundheitsämter am Wochenende keine Zahlen melden.

Die Reproduktionszahl* wird vom RKI mit 0,88 angegeben (Vortag: 0,90), die Sieben-Tage-Inzidenz* liegt bei 119 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell rangieren sechs Bundesländer unter der für Lockerungen angepeilten 100er-Grenze. Schleswig-Holstein (51), Hamburg (75), Niedersachsen (85) Mecklenburg-Vorpommern (87), Brandenburg (88) und Bremen (99). In diesem News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland halten wir Sie zu allen Informationen auf dem Laufenden. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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