Germany
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Corona-Inzidenz und Hospitalisierungsrate steigen in Hamburg

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist erneut gestiegen. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Montag mit 245,5 an. Am Sonntag hatte der Wert 237,5 betragen, vor einer Woche 233,7. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz betrug laut Robert Koch-Institut (RKI) 441,9. Lediglich in Schleswig-Holstein (143,8), Niedersachsen (204,6) und Bremen (214,7) nach RKI-Angaben niedriger.

Die Gesundheitsbehörde meldete am Montag für Hamburg 420 neue Fälle. Das sind zwar 151 Fälle weniger als am Sonntag, aber auch 151 Fälle mehr als vor einer Woche. Seit Februar 2020 haben sich in der Hansestadt damit mindestens 118.548 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 102.800 davon gelten nach RKI-Schätzungen als genesen. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, gab das Institut unverändert mit 1903 an.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden am Montagvormittag (Stand 11.56 Uhr) laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 70 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 52 invasiv beatmet werden mussten – einer weniger beziehungsweise 4 mehr als am Vortag. Die Gesundheitsbehörde hatte die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt zuletzt am Freitag mit 226 angegeben.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Krankenhäusern aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner und Woche, stieg laut RKI in Hamburg auf 3,08. Am Freitag hatte sie bei 1,67 gelegen. Bundesweit betrug der Wert am Montag 5,32. Die Hospitalisierungsinzidenz spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

77,3 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger sind nach Angaben des RKI Stand Sonntag mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft – als vollständig geimpft gelten 75,0 Prozent. 265.158 Hamburgerinnen und Hamburger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, was einer Quote von 14,3 Prozent entspricht. Bei den Quoten der erst- und vollständig Geimpften belegt Hamburg unter den Bundesländern Platz drei hinter Bremen und dem Saarland. Bei den Booster-Impfungen liegt die Hansestadt dagegen unter dem Bundesdurchschnitt von 16,7 Prozent.

Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in die Hörsäle

An Lehrveranstaltungen der Universität Hamburg dürfen seit Montag nur noch Geimpfte und von Genesene teilnehmen. Damit folge die Hochschule der Corona-Eindämmungsverordnung der Stadt Hamburg, teilte eine Sprecherin der Universität mit. Der Zugang zu den Gebäuden beziehungsweise den Lehrveranstaltungen in Präsenz werde kontrolliert.

Ungeimpften soll bei Bedarf ein Ersatzangebot gemacht werden. Den Dozenten sei nach wie vor selbst überlassen, ob sie ihre Veranstaltungen in Präsenz, digital oder hybrid umsetzen wollen, hieß es. Lehrveranstaltungen mit praktischen Anteilen, wie etwa Labortätigkeiten, können den Angaben zufolge vorerst weiter unter 3G-Vorgaben stattfinden – also geimpft, genesen oder frisch negativ getestet.

„Viele Konzerte und Tourneen sind reihenweise abgesagt“

Die seit dem Wochenende geltenden schärferen Corona-Regeln machen Hamburgs Musikclub-Betreibern schwer zu schaffen. „Insbesondere bei 2G-plus-Veranstaltungen ist ein fortwährender Einbruch bei den Gästezahlen zu verzeichnen“, sagte der Geschäftsführer des Clubkombinats, Thore Debor, der Deutschen Presse-Agentur. Es mangele augenscheinlich an Test-Kapazitäten und Besuchervertrauen. Im Clubkombinat sind derzeit 184 Mitglieder organisiert, darunter 110 Musikspielstätten, 55 Veranstalter und 6 Festivals.

„Viele Konzerte und Tourneen sind reihenweise abgesagt und das Veranstaltungsjahr 2021 nahezu vorzeitig gelaufen“, sagte Debor. Die ersten Musikclubs stellten ihr Programm unter diesen Rahmenbedingungen inzwischen eigenständig ein und riskierten damit erneut einen Aderlass beim Personal. „Die Clubszene steht somit erneut vor einer ungewissen Zukunft.“

Seit Samstag gelten in Clubs und allen anderen Lokalen, wo getanzt wird, 2G-plus-Regeln. Das heißt: Nur Geimpfte oder Genesene kommen rein und müssen zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Als weitere Verschärfung gilt auch unter 2G-Bedingungen wieder eine Maskenpflicht vor. Immer dort, wo es möglich ist – etwa im Theater oder bei Konzerten -, muss auch am Platz wieder eine medizinische Maske getragen werden.

Debor sagte unter Hinweis auf eine Befragung der Clubkombinatsmitglieder, dass etliche Musikclubs von sich aus schon die 2G-plus-Regel eingeführt hätten. Die kurzfristig noch hinzugekommene Maskenpflicht für 2G-Veranstaltungen ohne Tanz habe jedoch vielfach für Fragen und Verwirrung bei Veranstaltern und Kontrollstellen geführt.

5000 Menschen demonstrieren in Hamburg gegen Coronapolitik

Aus Protest gegen die Corona-Politik des Bundes und der Länder hatten sich am Samstag nach Polizeiangaben etwa 5000 sogenannte Querdenker und Impfskeptiker in der Innenstadt versammelt. Angemeldet gewesen sei eine Teilnehmerzahl von 2000.

Demonstranten am Samstag in der Hamburger Innenstadt

Demonstranten am Samstag in der Hamburger Innenstadt

Quelle: dpa/Georg Wendt

Die inzwischen seit Wochen jeden Samstag stattfindende Demonstration sei friedlich verlaufen, allerdings habe es Schwierigkeiten mit dem Abstandhalten gegeben. Der Aufzug stand unter dem Motto „Das Maß ist voll – Hände weg von unseren Kindern“. Vergangene Woche hatten sich rund 3000 Menschen an der Demonstration beteiligt.