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Corona-News: Bund will Obergrenze von 25 Personen für private Feiern

In unserem Corona-Liveticker bekommen Sie immer alle Infos aus Deutschland und der Welt in der Übersicht.

Bund will Obergrenze von 25 Personen für private Feiern

22.55 Uhr: Der Bund schlägt angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen für Feiern in privaten Räumen eine Obergrenze von 25 Teilnehmern vor. In öffentlichen Räumen solle sie bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Dienstag. Offen ist, ob die genannten Maximalzahlen für private Feiern nur gelten sollen, wenn bestimmte Grenzwerte bei den Neuinfektionen gerissen werden.

Merkel alarmiert: Zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag?

11.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich angesichts der steigenden Infektionszahlen alarmiert. Wenn sich die Zahlen wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, soll Merkel nach Angaben von Teilnehmern am Montag in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums gesagt haben.

Die Kanzlerin forderte, man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht weiter exponentiell stiegen. Am Dienstag will die Kanzlerin in einer Videoschaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. Priorität hätten dabei Schulen, Kitas und die Wirtschaft, sagte die Kanzlerin.

Gerade lokale Infektionsherde müssten sehr deutlich angegangen werden, sonst habe man an Weihnachten Zahlen wie in Frankreich, betonte Merkel nach diesen Informationen weiter. Die Infektionszahlen in Europa seien besorgniserregend, sagte die Kanzlerin gerade mit Blick auf die Wirtschaft. Die Finanzierung eines zweiten großen Corona-Paketes sei in Europa nicht möglich.

Grüne: Läden sollen wegen Corona Mieten neu aushandeln dürfen

8.36 Uhr: Bei schweren Einschränkungen durch die Corona-Krise sollen kleine Geschäfte und Selbstständige ihre Mieten neu aushandeln dürfen. „Viele kleine Läden oder Cafés stehen durch die heftigen Einbrüche, die ihnen die erste Corona-Welle beschert hat, immer noch am Rande ihrer wirtschaftlichen Existenz“, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Wenn in den Innenstädten nicht nur die Großen und Starken überleben sollten, müsse jetzt gehandelt werden.

Am Montag will die Grünen-Fraktion einen Antrag beschließen. Hier heißt es, dass bei behördlichen Beschränkungen Gewerbemieter ihre Verträge anpassen können – dies beziehe sich auf eine Minderung der Pacht für den jeweiligen Zeitpunkt bis hin zu Sonderkündigungsrechten.

Auch der Handelsverband HDE hatte gewarnt, viele Händler könnten ihre Mieten angesichts von Umsatzrückgängen nicht voll bezahlen. Zu Beginn der Corona-Krise hatte die Bundesregierung geregelt, dass Mietern und Pächtern nicht gekündigt werden durfte, wenn sie ihre Miete wegen der Pandemie nicht begleichen können. Die Zahlungen mussten allerdings nachgeholt werden. Die Regelung lief Ende Juni aus.

Das waren die News vom 27. September

Wegen Corona – Verdienstrückgang um 4,7 Prozent

10.40 Uhr: Seit Beginn der Pandemie hat sich ein Verdienstrückgang von 4,7 Prozent entwickelt. Dies ist die historisch stärkste Abnahme der Nominal- und Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und damit auch stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/ 2009, so das Statistische Bundesamt. 

Der Einsatz von Kurzarbeit sowie die Geschäftsschließungen aufgrund der Corona-Pandemie führten zu stark negativen Entwicklungen im zweiten Quartal 2020. Das Kurzarbeitergeld ist bei dieser Berechnung allerdings nicht berücksichtigt worden, es federt die Verluste der Beschäftigten teilweise ab. Der Hauptgrund des starken Rückgangs der Löhne liegt in der Verkürzung der Arbeitszeiten.

Die unteren Leistungsgruppen waren vom Rückgang der Löhne am stärksten betroffen. Bei un- und angelernten Arbeitnehmern in Vollzeit sanken die bezahlten Arbeitsstunden um 9,8 beziehungsweise 9,4 Prozent. Der Verdienst reduzierte sich um 7,4 beziehungsweise 8,9 Prozent. Im Vergleich dazu waren es bei Arbeitnehmern in leitender Stellung gerade einmal zwei Prozent Rückgang des Lohnes und drei Prozent der Wochenarbeitszeit.

Das waren die News vom 26. September:

Warnung vor Reisen: Das sind die neuen Risikogebiete

17.10 Uhr: Die Bundesregierung hat Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor touristischen Reisen dorthin. Die RKI-Risikoliste und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts wurden entsprechend aktualisiert. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist. Aber auch dort steigen die Infektionszahlen.

In Litauen gilt für Reisende aus Deutschland ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt.

Privatfeiern mit weniger als 50 Gästen

14.05 Uhr: Der Deutsche Landkreistag fordert im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine bundesweite Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern. „Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war“, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bislang gibt es keine einheitliche Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern, auf dem Treffen zwischen Bund und Ländern kommende Woche müsse diese aber kommen.

Neuinfektionen auf höchstem Stand seit April

11.42 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2507 neue Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekannt gab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Fälle noch bei 2153 gelegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass in der kommenden Woche weltweit die Zahl von einer Million gemeldeten Covid-19-Todesfällen erreicht wird. Ein weiterer Anstieg auf zwei Millionen Tote sei zwar unvorstellbar, „aber nicht unmöglich“, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitagabend in Genf.

Das waren die News vom 25. September: 

Spahn lehnt bundesweite Maskenpflicht im Freien ab 

8.53 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in den Tagesthemen am Donnerstagabend kritisch zu einer bundesweiten Maskenpflicht im Freien geäußert. Er betonte, dass es wichtig sei, lokal entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. So müssten Einschränkungen jeweils von der jeweiligen Lage verfügt werden.

Entscheidend sei, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei, sagte Spahn. So seien andere Maßnahmen nötig, wenn ein größerer Infektionsausbruch seine Ursache beispielsweise in einem Unternehmen wie seinerzeit beim Fleischkonzern Tönnies im Kreis Gütersloh habe.

Gegen eine bundesweite Verschärfung der Maskenpflicht spreche auch, dass die Infektionszahlen beispielsweise in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern auch jetzt noch deutlich geringer seien als etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen, so Spahn.

Das waren die News vom 24. September: 

Steigende Infektionszahlen: Berlins Bürgermeister Müller rechnet mit Einschränkungen

11.33 Uhr: Auf die Menschen in Berlin könnten wegen der verschärften Corona-Lage laut Regierungschef Michael Müller neue Beschränkungen zukommen. Er gehe davon aus, „dass wir tatsächlich auch wieder Einschränkungen vornehmen müssen, bei diesen Feiern vor allen Dingen im öffentlichen Raum. Das wird man so nicht zulassen können, gegebenenfalls auch über Alkoholverbote [...]“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die Senatssitzung kommenden Dienstag.

Müller bekräftigte, der Senat werde zunächst „keine weiteren Lockerungen“ vornehmen, etwa für Veranstaltungen. Gegebenenfalls gebe es „wieder ein paar Rückschritte bei der Begegnungsmöglichkeit, was die Teilnehmerzahl anbelangt“.

Laut dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Mittwochabend ist die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in der Hauptstadt innerhalb eines Tages um 199 gestiegen - der höchste Wert seit Wochen. Im Vergleich der Bundesländer weist Berlin mit einem Wert von 22,9 die meisten Infizierten pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts hervor.

Das waren die News vom 23. September: 
Virologe Drosten warnt: „Die Pandemie wird erst jetzt richtig losgehen. Auch bei uns."

18 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. „Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern“, sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“

„Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen“, so Drosten weiter. „Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere.“ Deutschland müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland schauen. «Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend.»

Personenschützer hat Corona – Außenminister Maas in Quarantäne

15.19 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch bei Maas aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. 

Das waren die News vom 22. September:

  Schweden erwägt die Einführung neuer Maßnahmen zur Viruseindämmung in der Hauptstadt Stockholm. Hintergrund ist ein Anstieg der Neuerkrankungen. Schweden hat sich bislang in der Coronakrise weitgehend gegen staatlich verfügte Einschränkungen entschieden und vielmehr an die persönliche Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger appelliert.

Und: Die Nobelpreisträger werden in diesem Jahr nicht bei den üblichen feierlichen Zeremonien mit Medaillen und Diplomen ausgezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie wird die traditionelle Nobelpreisverleihung im Konzerthaus von Stockholm am 10. Dezember durch eine im Fernsehen übertragene Preisvergabe im Rathaus der schwedischen Hauptstadt ersetzt.

Kein Schutz auf den billigen Plätzen: Proteste im Opernhaus Teatro Real in Madrid

 Am Sonntag hatten Zuschauer während der Aufführung von Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört. Die Aufführung musste abgebrochen werden, so „Zeit online“.

Die Proteste kamen von den hintersten und damit billigsten Rängen der Oper, wo fast jeder Platz besetzt war. In den vorderen und teureren Reihen waren hingegen viele Sitze leer.

Man habe die von der Madrider Regionalregierung verhängten Corona-Auflagen beachtet und diese sogar noch verstärkt, verteidigt sich das Opernhaus. Insgesamt seien nur 51,5 Prozent belegt gewesen, während die behördlichen Auflagen eine 75-prozentige Belegung erlauben.
Zudem habe man angeboten die Plätze zu wechseln oder die Eintrittspreise erstattet zu bekommen. Dies habe die Zwischenrufe aber nicht gestoppt, daraufhin wurde die Aufführung komplett beendet. Das Teatro Real will nun mögliche weitere Corona-Maßnahmen prüfen.

Großbritannien: Pubs und Lokale sollen früher schließen – Johnson ruft zum Homeoffice auf

Am Montag hatten Chefmediziner in England, Schottland, Wales und Nordirland die offizielle Covid-19-Alarmstufe von drei auf vier angehoben, damit wurde jetzt die zweithöchste Stufe erreicht. Bedeutet: Das Virus zirkuliert und breitet sich rapide aus. Die Fallzahlen würden schnell und höchstwahrscheinlich auch exponentiell steigen, so die Chefmediziner bei „Zeit online“.

Der oberste Mediziner in England, Chris Whitty, verglich die Lage mit der damaligen in Spanien und Frankreich, wo sich die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen etwa alle sieben Tagen verdoppelte. 

Boris Johnson kündigte neue Beschränkungen an. Ab Donnerstag sollen Pubs, Bars und andere gastronomische Stätten um spätestens 22 Uhr schließen. Auch darf in den gastronomischen Einrichtungen nur noch am Tisch bedient werden. Am Dienstag wird der Premierminister das gesamte Maßnahmenpaket vorstellen, heißt es in dem Zeit-Bericht.

Nach Informationen der Zeitung „The Telegraph“ will Johnson die Briten zum Homeoffice auffordern, so die „Zeit online“. Ein jetziges Handeln könne ein späteres drastisches Handeln verhindern.   

Das waren die News vom 21. September:

Nach rasantem Infektionsanstieg: München verschärft Corona-Regeln 

13.04 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montagvormittag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte.

Die Regelung soll von Donnerstag an gelten. Zudem führt die Stadt wegen steigender Corona-Zahlen wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein. 

So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag in München.

Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein wichtiger Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden.

Das waren die News vom 20.September:

Britische Regierung schließt zweiten Lockdown nicht aus

19.10 Uhr: Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die „Financial Times“. Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung („Sage“) während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Niemand wünsche sich einen Lockdown, aber auch in Großbritannien sei die zweite Ausbruchswelle angekommen, sagte Premier Boris Johnson am Freitag dem Sender Sky News. Wer schärfere Maßnahmen vermeiden wolle, müsse sich an die Regeln halten. Noch vor wenigen Tagen hatte Johnson erklärt, ein zweiter landesweiter Lockdown wäre „desaströs“ für die Wirtschaft. Weiter kommentierte er den Medienbericht nicht.

Das waren die News vom 19. September:

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen – höchster Wert seit Ende April

12.25 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekannt gab.

Das waren die News vom 18. September:

Virologe Drosten warnt vor Zuspitzung der Lage 

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, „dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England", sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, „dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders."

„Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte", sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. „Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. „Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können." Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. „Darum müssen wir schon die Zahlen ernstnehmen."

Das waren die News vom 17. September:

Über 2000 neue Infektionen in Deutschland: Corona-Zahlen steigen weiter deutlich an 

Die Fallzahlen in Deutschland steigen derzeit bedenklich. Binnen 24 Stunden wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund 2200 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des RKI vom frühen Donnerstagmorgen 2.194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Schwelle von 2000 war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Somit ist es der höchste Anstieg seit Mitte August. 

Seit Beginn der Pandemie haben sich demnach mindestens 265 857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9 371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die News vom 16. September: 

Deutschland erklärt Wien zum Corona-Risikogebiet

19.35 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Bericht: Bundesregierung will heute Reisewarnung für Wien verhängen

11.05 Uhr: Die deutsche Regierung wird im Laufe des heutigen Mittwochs eine Reisewarnung für Teile Österreichs, darunter Wien, verhängen. Das berichtet die österreichische Zeitung „Der Standard“ unter Berufung auf Regierungsangaben in ihrer Online-Ausgabe. Grund sind die zuletzt stark gestiegenen Neuinfektionszahlen.

Auch weitere Regionen stehen dem Bericht zufolge an der Schwelle zur Reisewarnung: So stiegen auch in Innsbruck, Kufstein, Mödling, Neunkirchen, Bludenz und Dornbirn derart an, dass die österreichische Corona-Ampel auf „orange“ sprang.

Impfkommission erwartet mehrere Corona-Impfstoffe in Deutschland

7.36 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. „Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden“, sagte die Vize-Vorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären - zum Beispiel für Ältere.

Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte des Jahres. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit derzeit in rund 170 Projekten nach einer wirksamen Substanz gesucht. Bei 26 Projekten laufen demnach bereits Testimpfungen, um die gesundheitliche Verträglichkeit und Wirksamkeit zu untersuchen.

Corona-Maske kann Täter-Identifizierung erschweren

7.31 Uhr: Das Tragen einer Corona-Alltagsmaske kann nach Einschätzung von Ermittlern die Identifizierung von Straftätern erschweren, verhindert sie aber nicht automatisch. Bei der Gesichtserkennung sei vor allem auch die Augenpartie wichtig, sagte Bernhard Egger vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) in München, wo die Ermittler viel mit Gesichtsprogrammen zur Identifizierung von Verdächtigen arbeiten.

Nach Einschätzung des hessischen Landeskriminalamtes in Wiesbaden wird das Wiedererkennen von Verdächtigen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zwar erschwert, „allerdings lassen Aufnahmen von Überwachungskameras grundsätzlich auch andere Merkmale zur Identifizierung zu“, teilte das LKA mit und nannte als Beispiele Größe, Statur, Kleidung oder Schuhe. „Grundsätzlich ist zu sagen, dass Videoüberwachungssysteme ein wirksames Mittel - auch zu Zeiten der Corona-Pandemie - zur Aufklärung von Straftaten sind.“

Das waren die Corona-News vom 15. September:

Karliczek: Corona-Impfstoff für viele erst Mitte nächsten Jahres

13 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) geht weiterhin davon aus, dass es erst im kommenden Jahr einen Corona-Impfstoff für große Teile der Bevölkerung geben wird. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte sie am Dienstag in Berlin. «Von dieser Linie werden wir in Deutschland und Europa nicht abweichen.» Nach wie vor müsse man sich darauf einstellen, dass es erst Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff für breite Teile der Bevölkerung geben werde.

Neben dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac soll die Mainzer Firma Biontech Forschungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe für die Corona-Impfstoffentwicklung erhalten, wie Karliczek am Dienstag mitteilte. Davon sollen 252 Millionen Euro an Curevac gehen. Das war bereits Anfang September bekanntgeworden. Daneben soll Biontech 375 Millionen erhalten. Mit beiden Unternehmen seien die Verhandlungen über die Förderung nun abgeschlossen, sagte Karliczek.

Für die beschleunigte Erforschung von Corona-Impfstoffen hatte das Bundesforschungsministerium ein Sonderprogramm mit einem Fördertopf von 750 Millionen Eurp gestartet. Das dritte Unternehmen, das mit diesem Programm gefördert werden soll, ist nach Karliczeks Angaben die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau. Dort seien die Fördergespräche noch nicht ganz abgeschlossen.

Gates: Corona hat Fortschritte bei Armutsbekämpfung zunichte gemacht

7.19 Uhr: Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Microsoft-Gründer Bill Gates zahlreiche in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichte gemacht. „Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt“, sagte der 64-Jährige bei einer telefonischen Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung des „Goalkeepers“-Berichts am Dienstag. Der seit 2017 jährlich veröffentlichte Report bilanziert den bislang erreichten weltweiten Fortschritt beim Kampf gegen Armut und Krankheiten und prognostiziert, wie es weitergehen könnte.

Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, sei seit Beginn der Pandemie beispielsweise um sieben Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Die weltweite Impf-Abdeckung von Menschen sei auf das Niveau der 90er Jahre zurückgefallen - und habe damit „die Welt in 25 Wochen um 25 Jahre zurückversetzt“. Außerdem verstärkten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bestehende Ungleichheiten, da Frauen und Minderheiten sowie Menschen, die in extrem armen Verhältnissen leben, deutlich stärker betroffen seien.

Die Welt müsse deswegen gemeinsam die Pandemie und ihre Auswirkungen bekämpfen - vor allem durch die Entwicklung von Behandlungsmethoden und Impfstoffen, fordern Bill und seine Frau Melinda Gates in dem Bericht. „Dies ist eine gemeinsame globale Krise, die eine gemeinsame globale Antwort verlangt.“

Das waren die Corona-News vom 14. September:

Söder zu Corona-Zahlen: „Die Situation um uns herum explodiert“

14.30 Uhr: Nach dem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft", sagte Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München.

Der Fall sei ein Beispiel dafür, wie schnell sich Corona-Infektionen verbreiten könnten. „Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben." Es sei deshalb sinnvoll, mit entsprechend „hohen Bußgeldern" zu agieren, so Söder.

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen geht davon aus, dass der aktuelle Ausbruch vor allem auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben.

Nach Angaben der Behörde hatte sie auf der Kneipentour schon Symptome und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

Söder warnte erneut vor Leichtsinn und Unvernunft. „Die Situation um uns herum explodiert", sagte er und meinte damit die steigenden Corona-Zahlen um Deutschland herum. Wer deshalb glaube, dass Deutschland eine Insel der Glückseligen sei, sei naiv.

Das erste Mal seit Juni: Trump hält Hallen-Massenveranstaltung ab

7.24 Uhr: Entgegen Corona-Auflagen des US-Bundesstaats Nevada hat US-Präsident Donald Trump seine erste Wahlkampfkundgebung in einer geschlossenen Halle seit Ende Juni abgehalten. Über eine Stunde lang sprach der Republikaner, der sich im November um seine Wiederwahl bewirbt, in einer Produktionsstätte eines Baumaschinenherstellers in der Stadt Henderson vor zu großen Teilen unmaskierten Anhängern. „Sagen Sie Ihrem Gouverneur, er soll Ihren Staat öffnen", sagte Trump unter Verweis auf den Regierungschef des Bundesstaats, den Demokraten Steve Sisolak.

Eine Sprecherin der Stadt Henderson sagte dem Sender CNN, die Veranstaltung verstoße gegen die Corona-Bestimmungen des Bundesstaats. Derzeit seien Versammlungen von mehr als 50 Personen in einem privaten oder öffentlichen Rahmen verboten. Der Hersteller könne als Gastgeber der Veranstaltung zudem seine Geschäftslizenz verlieren. Kurz vor Beginn der Veranstaltung kritisierte Gouverneur Sisolak Trump scharf. Der Präsident handele „rücksichtslos und egoistisch" und bringe „zahllose Menschenleben" in Nevada in Gefahr, twitterte Sisolak.

Trumps Wahlkampfteam erklärte, man messe bei der Veranstaltung Körpertemperaturen und stelle Masken und Handdesinfektionsmittel bereit. Bei Trumps Kundgebungen tragen Teilnehmer jedoch oft keine Masken und wahren häufig keinen größeren körperlichen Abstand.

Das waren die Corona-News vom 13. September:

Krasser Anstieg! Frankreich meldet 10.500 Neuinfektionen an einem Tag

11.35 Uhr: Frankreich hat die Schwelle von 10.000 Corona-Infektionen an einem Tag überschritten. Die Gesundheitsbehörde Santé Publique France erklärte, in den 24 Stunden bis Samstag 14 Uhr seien 10.561 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag waren es noch 9406 neue Fälle gewesen und Premierminister Jean Castex hatte dazu aufgerufen, wegen der Verschlechterung der Lage die Regeln für Hygiene, Abstand und Masken strikt einzuhalten.

Frankreich war nach Ausbruch der Pandemie eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa mit bisher 30.910 Toten. Die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 stieg in dem beliebten Urlaubsland in den zurückliegenden Wochen stark. Zuvor war sie einen Gutteil des Sommers relativ niedrig gewesen nach einem 55-tägigen Lockdown, der vom 17. März bis 11. Mai gegolten hatte.

Castex wies die Behörden in Marseille und Bordeaux sowie im Überseegebiet Guadeloupe in der Karibik an, bis Montag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vorzulegen.

„Haut Geld raus, als gebe es kein Morgen mehr": Merz kritisiert Finanzminister Olaf Scholz

08.41 Uhr: Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Friedrich Merz rügt Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für die Finanzierung der staatlichen Corona-Hilfen durch historisch hohe Schulden. „Der Finanzminister haut zurzeit das Geld raus, als gäbe es kein Morgen mehr. Unsere Kinder werden das alles bezahlen müssen", sagte Merz der „Bild am Sonntag". Es sei dringend geboten, auch in der Corona-Krise mit dem Geld der Steuerzahler sorgfältig umzugehen. Zwar sei es richtig gewesen, die Schuldenbremse des Grundgesetzes in diesem Jahr zu lösen. „Aber eine Bremse zu lösen, muss ja nicht gleichzeitig heißen, mit Vollgas den Berg herunterzurauschen."

Im ersten Halbjahr gaben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge 51,6 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen. Die Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr Prognosen zufolge um 5,8 Prozent abstürzen. Das lässt nicht nur Gewerbe- und Umsatzsteuer einbrechen, sondern wegen der drastischen Kurzarbeit auch die Einkommensteuer.

Das waren die Corona-News vom 12. September:

Veranstalter bricht Münchner Corona-Demo ab

14.35 Uhr: Die Initiatoren einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in München haben ihren Demonstrationszug durch die Stadt am Samstag vorzeitig abgebrochen. Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben kaum jemand eine Maske trug. Die Polizei sprach von «vielen Hundert» Teilnehmern, konnte aber noch keine konkreteren Zahlen nennen. Eine Hauptkundgebung auf der Theresienwiese sollte aber noch wie geplant um 16 Uhr stattfinden. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

Österreich meldet neue Corona-Rekordwerte

13. 45 Uhr: Dramatische Entwicklungen in Österreich: Am Sonnabend meldeten die Behörden 869 neue Corona-Infektionsfälle seit dem Vortag. So viele wie seit März nicht mehr! Erst am Donnerstag war ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen an nur einem Tag erreicht worden. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt jedoch noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs. Sie stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Sonnabend lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 davon auf der Intensivstation.

Weiter Streit um Münchner Corona-Demo

13.02 Uhr: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die von der Stadt München verhängte Teilnehmerbeschränkung für eine Corona-Demo am Samstag gekippt. „Die Beschränkung auf 1000 Teilnehmer wurde durch die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aufgehoben“, teilte eine Sprecherin mit. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089“, hatten 5000 Teilnehmer angemeldet.

„Eine fixe Obergrenze gibt es nicht, entscheidend ist, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden (können)“, teilte die Sprecherin des Gerichtshofes mit. Der zuständige Senat habe keine Probleme gesehen, wenn die angemeldete Teilnehmerzahl und die Maskenpflicht eingehalten werden.

Damit widersprach der Gerichtshof dem erstinstanzlichen Urteil des Verwaltungsgerichts München und den Vorgaben der Stadt. Auch ein bislang verbotener Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern durch die Stadt wurde nun erlaubt. Die geplante Haupt-Kundgebung auf dem Odeonsplatz wurde allerdings untersagt und auch vom Gerichtshof auf die Theresienwiese verlegt. Dort gibt es deutlich mehr Platz und damit auch mehr Möglichkeiten, Abstandsregeln einzuhalten.

Die Stadt hatte die unter dem Motto „Frieden, Freiheit und Gesundheit“ angemeldete Kundgebung in ihrer geplanten Form zunächst untersagt. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls zunächst untersagt.

Gegen diese Auflage hatten die Veranstalter geklagt. Das Verwaltungsgericht München hatte dann die Entscheidungen der Stadt bestätigt, der Gerichtshof revidierte sie nun.

Streit um Münchner Corona-Demo

8 Uhr: Die für Sonnabend in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am frühen Morgen entschieden - und bestätigte damit in Teilen das erstinstanzliche Urteil und die Vorgaben der Stadt. Allerdings wurde ein bislang verbotener Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern vom Odeonsplatz zur Theresienwiese erlaubt. Im Übrigen wurde die Beschwerde der Organisatoren aber zurückgewiesen.

Die Demo darf nun nicht wie vom Veranstalter geplant auf dem Odeonsplatz stattfinden, sondern nur auf der Theresienwiese und mit nur 1000 Teilnehmern. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089", hatten zuvor gegen Beschlüsse des Verwaltungsgerichts München Beschwerde eingelegt. Gegen die Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs sind eigenen Angaben zufolge keine Rechtsmittel gegeben.

Das waren die Corona-News vom 11. September:

Frankreich: Zahl der Infizierten erreicht Rekordwert  

8.45 Uhr: In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infizierten weiter und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden am Donnerstag 9843 neue Fälle von Covid-19 verzeichnet, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Dies sei die höchste Zahl in Frankreich seit Beginn der Pandemie. Frankreich ist mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa. An diesem Freitag will die Regierung über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Der wissenschaftliche Beirat forderte die Regierung zum Handeln auf.

Chef des Kassenärzte-Verbands: Lockerung für Stadien

8.05 Uhr: Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, hält eine Lockerung der Corona-Regeln für möglich, etwa für Stadien. „Man kann den Panikmodus ausschalten“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem Wirtschaftsmagazin „Business Insider“. Es gebe derzeit keine Corona-Hotspots mit explosionsartig steigenden Infektionszahlen, die Zahlen der Intensivpatienten und der Sterbefälle seien auf niedrigem Niveau. „Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden.“

Konkret bezog sich Gassen auf Veranstaltungen. „Mir leuchtet nicht ein, warum in einem Stadion für bis zu 60.000 Menschen nicht Veranstaltungen mit 5000 bis 8000 Menschen Platz finden können, wie es Ende August in der Waldbühne in Berlin ja erfolgreich praktiziert wurde.“ Entscheidend sei hierbei lediglich, wie man Nadelöhre mit engen Kontakten vermeide, damit das Ansteckungsrisiko minimiert werde.

Das waren die Corona-News vom 10. September:

München untersagt Corona-Demo mit tausenden Teilnehmern

13.45 Uhr: Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5000 angemeldeten Teilnehmern untersagt. Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen auf einem deutlich größeren Platz in der Innenstadt stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) am Donnerstag mitteilte. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Es müsse ein Mindestabstand eingehalten werden, hieß es in der Mitteilung des KVR. Außerdem müssen alle Teilnehmer - bis auf die jeweiligen Redner - eine Maske tragen. Schon die Zuwege sollen von der Polizei kontrolliert werden. Nach Angaben eines Sprechers des Münchner Verwaltungsgerichtes wurden Eilanträge gegen die Auflagen angekündigt, die zunächst aber noch nicht bei Gericht eingegangen waren.

Panik verhindern – Trump verteidigt Umgang mit Coronavirus

7.23 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, er habe mit einer übertrieben optimistischen Darstellung der Coronavirus-Risiken Leben von Amerikanern gefährdet. „Das Letzte, was man will, ist, dass man Panik im Land auslöst", sagte Trump am Mittwoch. „Wir wollen Zuversicht zeigen, wir wollen Stärke zeigen.“

Zuvor waren Mitschnitte aus Trumps Interviews mit dem Journalisten Bob Woodward veröffentlicht worden, in denen der Präsident selbst sagte, er spiele die Situation herunter. Sein Herausforderer im Rennen ums Weiße Haus, der Demokrat Joe Biden, warf Trump daraufhin vorm, dessen Vorgehensweise habe Zehntausende Bürger das Leben gekostet. In den USA starben bisher rund 190.000 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion.

Trump verwies zugleich auf Maßnahmen wie die Einschränkung des Reiseverkehrs aus China. „Wenn wir nicht das unternommen hätten, was wir unternommen haben, wären Millionen Menschen gestorben", sagte Trump. Unterdessen kritisieren Experten nach wie vor, dass bei Trumps Wahlkampfauftritten viele Zuschauer keine Masken tragen.

Studie: Mädchen stärker von Pandemie-Auswirkungen betroffen

7.15 Uhr: Mädchen sind einer Studie zufolge stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als Jungen. Das ist ein Ergebnis einer am Donnerstag in London veröffentlichten Umfrage, für die die Kinderrechtsorganisation „Save the Children" insgesamt 25.000 Kinder und Erwachsene in 37 Ländern der Welt befragt hat, viele davon in Asien und Afrika. Demnach lernten Mädchen in dieser Zeit weniger in der Schule und mussten sich stärker im Haushalt engagieren als Jungen. Kinder aus ärmeren Familien sind den Autoren zufolge zudem stärker betroffen als solche aus wohlhabenderen Familien.

In den meisten Staaten waren die Schulen etliche Wochen lang komplett geschlossen, der Unterricht fand, wenn überhaupt, online statt. Jedes fünfte befragte Mädchen gab an, in dieser Zeit nichts gelernt zu haben. Bei den Jungen war es nur jeder Zehnte. Vor allem in ärmeren Familien lag dies vor allem am fehlenden Zugang zum Internet: Weniger als ein Prozent der Haushalte, die sich selbst als arm einstuften, konnten den notwendigen Zugang zum Netz gewährleisten. Bei besser gestellten Haushalten hatte immerhin jede fünfte befragte Familie Zugang zum Internet. Auch die Beschaffung von Lernmaterialien war bei den ärmeren Haushalten vielfach ein Problem.

„Covid-19 hat bestehende Ungleichheiten vergrößert, mit dramatischen Folgen für die Kinder", sagte die Chefin von „Save the Children" in Deutschland, Susanne Krüger. „Um eine ganze Generation vor dem Verlust ihrer Zukunft zu schützen, müssen einkommensschwache Länder und fragile Staaten dabei unterstützt werden, in ihre Kinder zu investieren", forderte die Kinderrechtlerin. 

Das waren die Corona-News vom 9. September:

Regierung hebt pauschale Reisewarnung für 160 Länder auf

13.30 Uhr: Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr.

An der Möglichkeit zu reisen werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Es werde wohl so sein, dass für Länder, die als Risikogebiete gelten, weiter eine Reisewarnung gelten könne.

Die pauschale Verlängerung war zuletzt vor allem von der Reisebranche kritisiert worden. Der Reiseverband DRV hatte nach früheren Entscheidungen von einem «falschen Signal» gesprochen. Hauptkritikpunkt war, dass die Reisewarnung bislang pauschal für mehr als 80 Prozent der Länder dieser Welt gilt. Die Reisewarnung erfolgt unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiet. Nur in Europa wird die Lage bislang differenziert betrachtet.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Am 17. März hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen eine beispiellose Maßnahme verkündet: Eine Warnung vor touristischen Reisen in alle rund 200 Länder der Welt. Erst im Juni - unmittelbar vor Beginn der Haupturlaubszeit - wurden die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen.

Proband erkrankt: AstraZeneca stoppt Test von Corona-Impfstoff

8.35 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. „In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen."

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich unter anderem in den USA in der dritten und abschließenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

AstraZeneca machte keine Angaben zu der Erkrankung. Die „New York Times" berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich bei dem gesundheitlichen Problem um Transverse Myelitis handele - eine Entzündung, die das Rückenmark treffe und von Vireninfektionen ausgelöst werden könne. Der von AstraZeneca hergestellte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es Sars-CoV-2 im Falle einer Infektion unschädlich machen kann.

AstraZeneca und acht weitere Pharma- und Biotech-Unternehmen hatten erst am Dienstag versichert, dass sie bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs keine Kompromisse bei der Sicherheit machen werden. Dieser ungewöhnliche Schritt folgte mit Blick auf Bedenken, dass es vor allem in den USA politischen Druck zwecks einer Eil-Zulassung erster Impfstoffe vor der Präsidentenwahl am 3. November geben könnte. US-Präsident Donald Trump verspricht fast täglich, dass es bis Jahresende oder möglicherweise schon bis zur Wahl einen Impfstoff geben werde.

Corona-Zahlen in Israel steigen weiter – neuer Rekordwert

7.53 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt immer weiter. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden am Vortag 3496 neue Fälle registriert. Den zweiten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Montag hatte es 3425 neue Fälle gegeben. Allerdings ist auch die Zahl der Corona-Tests deutlich höher als zuvor – am Dienstag waren es 43.199.

Am Dienstagabend waren in 40 besonders betroffenen Ortschaften nächtliche Ausgangssperren in Kraft getreten. Die Menschen dürfen sich dort von 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr (Ortszeit) nicht mehr als 500 Meter weit entfernt von ihrem Zuhause aufhalten. Erlaubt sind lediglich der Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten sowie Arztbesuche. 

Auch die Schulen in den 40 Ortschaften sind geschlossen worden. Betroffen von den hohen Corona-Infektionszahlen sind vor allem arabische und strengreligiöse jüdische Wohnorte. Dort leben oft Familien mit vielen Kindern, die sich häufig auf engem Raum in kleinen Wohnungen aufhalten. Daher ist es in den Gegenden besonders schwer, Abstand zu halten oder sich zu isolieren.

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 138.719 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1040 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.

Das waren die Corona-News vom 8. September:

Bayern beschließt Maskenpflicht im Freien

13.45 Uhr: Bei größeren Versammlungen von 200 Personen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab diesem Mittwoch regelmäßig eine Maskenpflicht. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

Eine weitere Nachricht aus Bayern: Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer werden die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg bis zum 30. September eingestellt. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag stattdessen „bedarfsorientiert“ etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

AOK will Preise für Corona-Tests drücken

9.20 Uhr: Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, will die Kosten für Corona-Tests drücken. Er fordert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. „Es ist unangemessen, dass wir für jeden Test knapp 40 Euro bezahlen müssen. Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne“, sagte Litsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie „mit der Hälfte gut leben könnten“, sagte der Verbandschef. 20 Euro seien also durchaus angemessen. Derzeit gebe es aber für die Kassen rechtlich keine Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen. „Uns sind hier die Hände gebunden. Ich appelliere an Gesundheitsminister Spahn, den Weg dafür zu ebnen, dass die Kassen mit Laboren die Preise für Corona-Tests selbst verhandeln können“, forderte Litsch. „Dann könnten wir für unsere Versicherten und die Arbeitgeber viel Geld sparen. Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat.“

Mehr als 500.000 Corona-Infektionen in Spanien

9.05 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Spanien hat die Marke von 500.000 überschritten und liegt damit höher als in jedem anderen westeuropäischen Land. Bei innerhalb der vergangenen 24 Stunden durchgeführten Tests seien 2440 Neuinfektionen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mit. Seit dem Beginn der Pandemie hätten sich damit insgesamt 525.549 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Gestorben sind laut den Behördenangaben knapp 28.500 Menschen.

Das waren die News vom 07. September:

Nach USA: Indien bei bestätigten Corona-Fällen jetzt auf zweitem Platz

9.21 Uhr: Indien ist nach den USA das Land mit der weltweit zweithöchsten Zahl von registrierten Coronavirus-Infektionen. Laut einer auf Behördenangaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden in Indien bis Montag insgesamt 4,2 Millionen Ansteckungsfälle gezählt. Das Land setzte sich damit vor Brasilien, wo es 4,12 Millionen erfasste Infektionsfälle gibt. In den USA ist die Zahl der verzeichneten Coronavirus-Infektionen mit 6,25 Millionen nach wie vor mit großem Anstand am höchsten.

Bei der Zahl der Todesopfer der Pandemie liegt Indien weiterhin hinter den Vereinigten Staaten und Brasilien auf dem dritten Platz. 71.642 Todesfälle wurden in Indien bis Montag gezählt. In Brasilien lag die Zahl der registrierten Corona-Toten bei rund 126.200, in den USA bei etwa 188.500.

Das waren die News vom 06. September:

Papst: Klatsch ist schlimmer als Corona

15.42 Uhr: Klatsch und Geschwätz sind Papst Franziskus zuwider. „Klatsch ist eine schlimmere Plage als Covid“, sagte das 83-jährige katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag bei seiner Angelus-Ansprache, die er am Fenster des Vatikan-Palastes über dem Petersplatz hielt. «Wenn wir einen Fehler, Mangel, einen Ausrutscher bei jemandem sehen, ist das erste, was uns einfällt, es anderen zu erzählen», sagte der Papst vor Pilgern. „Der Tratsch beschädigt jedoch die Gemeinschaft der Kirche, das ist der Teufel, der Lügner, der die Kirche spalten will.“ Er bat die Menschen, einen festen Vorsatz zu fassen: „Kein Geschwätz!“, sagte er mit Nachdruck, den Zeigefinger erhoben.

988 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

8.34 Uhr: Die Corona-Zahlen für Sonntag sind da: Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI)  haben sich innerhalb eines Tages 988 Menschen neu mit Corona angesteckt. Es gab zudem einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Allerdings sind die Zahlen nicht richtig aussagekräftig, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter dem RKI ihre Daten übermitteln.

Damit haben sich seit Beginn der Pandemie mindestens 249.985 Menschen mit Covid-19 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 9325.

Insgesamt 223.700 Menschen gelten mittlerweile als genesen.

Das waren die Corona-News vom 5. September: 

Jens Spahn zu Urlaub in den Herbstferien: „Bleiben Sie bitte in Deutschland!“

 Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) glaubt offenbar nicht an ein baldiges Ende der Pandemie. „Vielleicht schaffen wir es ja auch alle zusammen, mal für den Herbsturlaub und vielleicht auch gleich für den Weihnachtsurlaub, nicht so weit zu fahren, sondern einfach mal die Schönheit Deutschlands zu genießen“, sagte er in Berlin.

„Das macht's uns allen, übrigens auch den Gesundheitsämtern vor Ort, deutlich leichter.“ Man habe gesehen, dass „zumindest bestimmte Arten von Reisen und Urlaub Risiken mit sich bringen und Infektionen mit zurück nach Deutschland bringen“. Die aktuelle Reiserückkehrer-Situation habe man „mit großem Aufwand gut in den Griff bekommen“.

Test-Panne: Spahn äußert sich entspannt 

14.15 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich entspannt zur erneuten bayerischen Panne bei Corona-Testzentren geäußert. Sein Eindruck sei, dass die bayerische Staatsregierung wie auch schon in den vergangenen zwei, drei Wochen mit Hochdruck daran arbeite, „das jetzt abzustellen“und sich „mindestens so sehr ärgert wie die Betroffenen“, sagte Spahn am Samstag in Berlin. Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10.000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten. Deutschland sei in einer Pandemie, „wo viele Dinge schneller gehen müssen als sonst. Wo oftmals dann auch sehr flexibel und manchmal zu Beginn provisorisch gehandelt werden muss“, sagte Spahn. 

Steinmeier sieht Licht am Ende des Tunnels 

9.55 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich optimistisch über die Perspektiven im Kampf gegen das Coronavirus. „Ich finde die Meldungen über die aussichtsreiche Forschung an Impfstoffen durchaus ermutigend“, sagte Steinmeier. „Es gibt Licht am Ende des Tunnels - allerdings wissen wir nicht, wie lang die Wegstrecke dahin noch ist.“ Deshalb dürfe man jetzt bei Bemühungen und Disziplin nicht nachlassen. „Wir haben den Corona-Ausnahmezustand gemeistert, jetzt werden wir nicht an der Corona-Normalität scheitern.“

Steinmeier hat eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht. „Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“, sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Viele Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben, die Hinterbliebenen hätten nicht Abschied nehmen können. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, ist noch unklar.

Ex-Premierminister der Cookinseln verstorben

9.30 Uhr: Der ehemalige Premierminister der Cookinseln bei Neuseeland, Joseph Williams, ist im Alter von 82 Jahren infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das gaben die Pasifika Medical Association und das neuseeländische Gesundheitsministerium am Samstag bekannt. Der bekannte Arzt Williams war am 13. August mit Covid-19 in ein Krankenhaus im neuseeländischen Auckland gebracht worden. Williams hatte 25 Jahre auf den Cookinseln verbracht und war dort als Gesundheits- und Bildungsminister tätig. 1999 war er kurzzeitig Premierminister der Inseln. Zudem gehörte er zum Vorstand der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  

Das waren die News vom 4. September:

10 000 Menschen von Corona-Test-Panne betroffen

14.30 Uhr: Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10 000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München. Näheres ist bisher noch nicht bekannt.

RKI korrigiert Corona-Zahlen

11.42 Uhr: Wegen eines technischen Fehlers hat das Robert-Koch-Institut die Fallzahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den letzten 24 Stunden nach oben korrigiert. Am Morgen war von 742 Fällen in Deutschland die Rede, nun sind es fast doppelt so viele (1400 Fälle). Seit gestern Nachmittag um 16 Uhr waren dem RKI wegen des Defekts keine Daten aus den Behörden der jeweiligen Bundesländer übermittelt worden.

Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi im Krankenhaus

9.33: Italiens ehemaliger Premierminister Silvio Berlusconi ist nach Angaben seiner Partei wegen seiner Corona-Infektion mit Symptomen ins Krankenhaus gekommen. Der 83-jährige Unternehmer und konservative Politiker „wurde nach einigen Symptomen vorsorglich in das Krankenhaus San Raffaele in Mailand gebracht. Das klinische Bild gibt keinen Anlass zur Sorge“, teilte ein Sprecher der Forza Italia am Freitag mit.

Dänemark fährt Grenzkontrollen zurück

7.45 Uhr: Dänemark will alle seine Grenzübergänge zu Deutschland so schnell wie möglich wieder öffnen. Das teilte die Reichspolizei am Donnerstagabend mit. Außerdem sollen die Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Schweden ab sofort nur noch stichprobenartig, zeitlich begrenzt und an das Aufkommen angepasst erfolgen.

Dänemark hatte im Zuge des Ausbruchs der Corona-Pandemie Mitte März seine Landgrenzen für Touristen und andere Ausländer, die keinen wichtigen Einreisegrund hatten, geschlossen. Deutsche können seit Mitte Juni wieder in Dänemark Urlaub machen.

Das waren die News vom 3. September:

Hollywood-Star Robert Pattinson an Corona erkrankt

21.42 Uhr:Hollywood-Star Robert Pattinson ist an Corona erkrankt. Wie die „Vanity Fair“ berichtet mussten deshalb auch die Dreharbeiten zum Film „The Batman“ unterbrochen werden, bei dem Pattinson mitspielt. Die Dreharbeiten waren erst vor wenigen Tagen wieder aufgenommen worden, weil sie seit März wegen der Corona-Pandemie pausieren mussten.
Über den genauen Gesundheitszustand des Schauspielers ist nichts bekannt.

Neue Höchstwerte in Frankreich und Spanien

12.59 Uhr: Die USA melden über sechs Millionen Corona-Infektionen. Das ist ein neuer Höchststand. Doch auch in Spanien und Frankreich steigen die Infektionszahlen auf neue Spitzenwerte. 

Inzwischen wurden im den USA mehr als sechs Millionen Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, das sind mehr als in jedem anderen Land weltweit. In Europa fallen Frankreich und Spanien wieder mit Rekorden auf: In beiden Ländern haben die Zahlen der täglichen Neuinfektionen die Spitzenwerte aus dem Frühjahr überschritten. 

Corona-Maßnahme: Medizinerin rät zu Maske und Abstand beim Sex

11.05 Uhr: Wie CTV News berichtet, heißt es in einem Statement von Kanadas höchster Medizinerin Dr. Theresa Tam, der Chefin der Behörde für öffentliche Gesundheit: „Sex kann in Zeiten von Covid-19 kompliziert sein, besonders für die, die keinen Partner haben.“ Sie meint: Die sexuelle Aktivität mit dem niedrigsten Risiko sei generell die, an der man „nur alleine beteiligt ist“.

Menschen, die trotzdem Sex mit fremden Menschen oder anderen Haushalten haben, rät die Medizinerin dringend zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Bei Symptomen solle man komplett auf Sex verzichten. Außerdem: Beim Geschlechtsverkehr sollte auch auf zu viel Nähe zwischen den Gesichtern verzichtet werden.

„Wenn diese Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden und die Risiken bewusst sind, können Wege gefunden werden, körperliche Intimität zu genießen, ohne die Fortschritte in der Corona-Pandemie zunichtezumachen“, sagt Tam. 

Das waren die News vom 2. September: 

Jetzt auch die Kanaren! Regierung erklärt ganz Spanien zum Risikogebiet

19.15 Uhr: Das beliebte Urlaubsland Spanien gilt nun komplett als Corona-Risikogebiet. Wegen der gestiegenen Zahl von Neuinfektionen auf den Kanarischen Inseln stuften die zuständigen Bundesministerien für Innen und Gesundheit sowie das Auswärtige Amt auch die Region im Atlantik als Risikogebiet ein. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der betroffenen Länder und Regionen. Es wurde erwartet, dass das Auswärtige Amt (AA) auf dieser Grundlage eine Reisewarnung ausspricht.

Zentrales Kriterium für die deutsche Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Auf den Kanaren sind es bereits 95,71. Die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas war die letzte Region Spaniens, die noch nicht als Risikogebiet galt.

Vor Reisen in den Rest des Landes samt der Ferieninsel Mallorca warnt das Auswärtige Amt bereits seit Mitte August. Für die spanische Wirtschaft ist diese Einstufung ein schwerer Schlag. Allerdings war die Saison auch bisher katastrophal für die Tourismusbranche, die in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt und etwa 2,5 Millionen Menschen Arbeit bietet.

Auf den Kanaren macht der Anteil des Tourismus am BIP sogar rund 35 Prozent aus - keine andere Region Spaniens ist so sehr vom Reisegeschäft abhängig. 2019 wurden die Inseln vor der Küste Marokkos von etwa 2,65 Millionen Touristen aus Deutschland besucht. Damit lagen die Deutschen deutlich hinter den Briten (knapp fünf Millionen), aber klar vor den Spaniern (knapp zwei Millionen) auf Platz zwei.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Eine Reisewarnung, die vom Auswärtigen Amt ausgesprochen wird, geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Noch im September! Hersteller bringt Corona-Schnelltest auf den Markt

15.45 Uhr: Der schweizerische Pharmakonzern Roche wird noch im laufenden Monat einen Corona-Antigen-Schnelltest auf den Markt bringen. Bei diesem stehe das Testergebnis in der Regel innerhalb von 15 Minuten fest, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Test soll laut den Angaben Ende September zunächst in Europa (Länder mit CE-Kennzeichnung) lanciert werden. Es sei aber geplant, auch in den USA bei der zuständigen Behörde FDA eine schnelle Zulassung (Emergency Use Authorisation) zu beantragen.

Der Test kann der Mitteilung zufolge ohne Laborinfrastruktur mit einem Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt werden und habe eine hohe Zuverlässigkeit. Bei der Markteinführung sollen laut Roche monatlich 40 Millionen Schnelltests zur Verfügung stehen. Diese Kapazität werde sich bis Ende dieses Jahres mehr als verdoppeln.

Besonders in der bevorstehenden Grippesaison sei es wichtig zu wissen, ob eine Person am Coronavirus oder an der Grippe erkrankt sei, lässt sich Thomas Schinecker, Chef der Roche-Diagnostik-Sparte zitieren. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seien Testlösungen, die Ärzten und Patienten eine schnelle Antwort auf den Infektionsstatus geben, von entscheidender Bedeutung.

Die Lancierung erfolge in Partnerschaft mit dem Unternehmen SD Biosensor, mit dem Roche eine weltweite Vertriebsvereinbarung habe.

Studie: 30 Prozent glauben, dass die Regierung bei Corona übertreibt

10.05 Uhr: Einer Studie zufolge zeigt knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland in der Corona-Krise eine Affinität für bestimmte Verschwörungstheorien. „30 Prozent der Menschen in Deutschland glauben, dass die Regierung die Corona-Krise größer aussehen lässt als sie ist, um eigene Pläne durchzusetzen“, heißt es in einer Studie der Organisation „More in Common“, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die Gesellschaft drohe durch die Corona-Pandemie weiter auseinanderzudriften, hieß es. Die gesellschaftliche Kompromissbereitschaft hat der Studie zufolge während der Krise abgenommen: War 2019 noch eine Mehrheit der Menschen bereit zu einem Kompromiss mit Andersdenkenden, so sind in der Corona-Krise nur noch 45 Prozent der Befragten kompromissbereit, wie „More in Common“ mitteilte. Außerdem werde die Krise von den Menschen in Deutschland sehr unterschiedlich erlebt und bewertet. Zwar fänden 73 Prozent der Befragten, dass Covid-19 gezeigt habe, «dass das Land im Ernstfall zusammenhält». Allerdings stimmten dieser Aussage vor allem die Menschen zu, die vor der Krise bereits zufrieden waren.

1256 neu gemeldete Corona-Infektionen in Deutschland

5.20 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1256 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen auf seiner Homepage bekannt (Datenstand 2.9., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 244 855 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9313. Seit dem Vortag wurden elf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 219 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Das waren die Corona News von Dienstag, 1. September:

Bundesland beschließt Obergrenze für private Feiern

Für private Feiern in der Wohnung oder im Garten gilt in Brandenburg zum Schutz vor dem Coronavirus künftig eine Obergrenze von 75 Teilnehmern. Das beschloss das Landeskabinett am Dienstag in Potsdam. Bei Verstößen droht Veranstaltern ein Bußgeld bis 1000 Euro. Bisher dürfen private Veranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen stattfinden bei Abstands- und Hygieneregeln. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Wir kommen jetzt zum Ende des Sommers in schwierigere Monate.“

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich bei einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche nicht auf eine gemeinsame Begrenzung für private Feiern einigen können. Merkel hatte eine Obergrenze von 25 Menschen für Veranstaltungen zuhause und bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs von 50 Teilnehmern vorgeschlagen.

In Berlin gilt künftig Maskenpflicht bei Demonstrationen

12.15 Uhr: Bei Demonstrationen in Berlin mit mehr als 100 Teilnehmern gilt künftig eine Maskenpflicht. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. Es soll aber Ausnahmen etwa für Autokorsos und Fahrrademos geben. Nach der bisherigen Infektionsschutzverordnung in Berlin war Teilnehmern von Demonstrationen nicht vorgeschrieben, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. 

Am Samstag nahmen nach Schätzungen der Behörden an den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin insgesamt rund 38 000 Menschen teil. Eigentlich wollten die Berliner Behörden die Versammlungen verbieten, sie unterlagen jedoch vor Gerichten.

1218 neu gemeldete Corona-Infektionen in Deutschland

7.25 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1218 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen auf seiner Homepage bekannt.

Am Samstag waren es noch 1479 neue registrierte Fälle, am Sonntag 785 und am Montag 610. Die Fallzahlen an Sonn- und Montagen sind oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 243 599 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9302. Seit dem Vortag wurden vier Todesfälle mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 217 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die Corona News von Montag, 31. August:

Bayern führt Maskenpflicht im Unterricht ein

13.15 Uhr: Nach dem Ende der Sommerferien gilt in Bayerns Schulen zunächst für neun Schultage eine Maskenpflicht für alle Schüler im Unterricht. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach Beratungen mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern in München mit. Von der Maskenpflicht als „Sicherheitspuffer“ im Unterricht seien einzig Grundschüler ausgenommen. Der Unterricht beginnt in Bayern am Dienstag nächster Woche wieder.

Die Maskenpflicht zum Auftakt des Schuljahres ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an den Schulen auch in der Pandemie aufrecht erhalten werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt.

Sollte in einer Region auch nach den neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Maskenpflicht im Unterricht auch regional begrenzt verlängert werden oder neu verhängt werden. Ziel sei es, den Regelunterricht auch in der Krise bestmöglich aufrecht zu erhalten. «Wir wollen wieder Schule haben in Bayern», sagte Söder.

610 neue Corona-Fälle in Deutschland – drei weitere Tote

10.02 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Montag mit 610 vergleichsweise wenig neue Corona-Fälle gemeldet, allerdings sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Am Samstag betrug die Zahl der Neuinfektionen noch 1479.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 242.381 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9298. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 216.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die News vom 30. August:

Wenig Schwerkranke trotz gestiegener Infektionszahlen

8.25 Uhr: Trotz gestiegener Infektionszahlen liegen in deutschen Kliniken weiterhin vergleichsweise wenig Corona-Patienten. Nach den aktuellsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) waren in der Woche vom 17. bis 23. August rund 9200 Menschen als Infizierte gemeldet worden – fast vier Mal so viele wie sechs Wochen zuvor. Von jenen Infizierten, zu denen es Angaben über ihren Behandlungsstatus gab (6981), mussten 323 ins Krankenhaus. Vor sechs Wochen lag die Zahl nur wenig niedriger. Auch die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ist seit Wochen ziemlich stabil und auf vergleichsweise niedrigem Stand. Tote gibt es kaum noch.

Ein Grund für die vergleichsweise niedrige Anzahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern könnte das gesunkene Durchschnittsalter der Neu-Infizierten sein. Hinzu kommt eine veränderte Teststrategie und mehr Wissen bei den Behandlungsmethoden.

Das waren die Corona-News vom 29. August:

Erster Fall von wiederholter Corona-Infektion in den USA

10.50 Uhr: Wissenschaftler haben einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit längerem genesenen Patienten in den USA nachgewiesen. Dies zeige, dass die Immunität nach einer Infektion nicht absolut sei und Mehrfachansteckungen möglich seien, hieß es in der Studie. Zudem sei die zweite Erkrankung des Patienten schwerer ausgefallen als die erste. 

Die Studie von Forschern um Richard Tillett von der Universität Nevada wurde bislang noch nicht unabhängig geprüft und veröffentlicht. Der Fall schien die erste nachgewiesene Zweifach-Infektion in den USA darzustellen. Zuletzt hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien und den Niederlanden von dokumentierten Fällen erneuter Infektionen berichtet. 

Bei dem Fall im US-Bundesstaat Nevada handelt es sich um einen 25-jährigen Patienten, der erstmals Mitte April positiv auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet worden war. Der Mann hatte demnach Erkältungssymptome und Durchfall. Nach der Genesung fielen bei dem Patienten im Mai zwei Coronavirus-Tests negativ aus. Am 31. Mai suchte der Patient allerdings wegen Symptomen wie Fieber, Kopfweh und Husten ärztliche Hilfe. Nach einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs wurde die Person wieder entlassen. Fünf Tage später wurde der Patient in eine Notaufnahme gebracht und musste beatmet werden. Dort fiel ein Corona-Tests Anfang Juni erneut positiv aus.

Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei der ersten und der zweiten Infektion um verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 gehandelt habe, erklärten die Forscher. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion. Die Forscher machten deutlich, dass von dem Einzelfall nicht zwangsläufig allgemeine Schlussfolgerungen gewonnen werden könnten. 

Corona-Situation in Frankreich verschärft sich

9.45 Uhr: In Frankreich spitzt sich die Lage mit mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages weiter zu. Das Gesundheitsministerium sprach am Freitagabend von einem exponentiellen Anstieg. Auch in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steige die Zahl der Patientinnen und Patienten wieder an - wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig treten immer schärfere Regelungen bei der Maskenpflicht in Kraft. Präsident Emmanuel Macron warnte angesichts der steigenden Zahlen vor Grenzschließungen innerhalb Europas.

In den vergangenen 24 Stunden seien 7379 neue Fälle gezählt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Freitagabend. Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000. Seit einigen Wochen steigen die Fallzahlen im ganzen Land an - die Lage ist allerdings regional unterschiedlich.

Die Regierung hat 21 Départements im Land als Risikogebiete klassifiziert. Dort herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr. Diese sogenannten roten Zonen liegen vorwiegend - aber nicht ausschließlich - an der Mittelmeerküste und rund um die Hauptstadt Paris. Für die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur am Mittelmeer wie auch für den Großraum Paris gilt eine Reisewarnung der Bundesregierung. Viele fürchten, dass sich eine solche Reisewarnung auf ganz Frankreich ausweiten könne.

EU-Land führt Quarantänepflicht für deutsche Urlauber ein

16.06 Uhr: Deutsche Reisende müssen sich von diesem Montag an bei Ankunft in Estland in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Außenministerium in Tallinn am Freitag veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Grund dafür ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Wegen der Quarantänepflicht rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen touristischen Reisen in den baltischen Ostseestaat ab.

Estland hatte Anfang Juni seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 16 Fällen pro 100 000 Einwohner entfällt dabei die Quarantänepflicht. Wer aus Ländern mit einer höheren Rate in den Baltenstaat einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Die Daten für die Länderliste werden wöchentlich aktualisiert. Für Deutschland wurde von den Behörden in Estland nun eine Infektionsrate von 20,9 angegeben. In der vergangenen Woche lag sie noch bei 16,5. Wegen einer Sonderregelung für Staaten mit Infektionsraten knapp über dem Schwellenwert konnten Reisende aus Deutschland daher bislang noch ohne Quarantäne nach Estland einreisen. In Lettland und Litauen müssen sich Reisende aus Deutschland bereits seit Montag in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Infektionszahlen steigen – Großstadt verhängt komplettes Alkoholverbot

14.30 Uhr: In München gilt nach einem weiteren Anstieg der Corona-Zahlen von Freitag an ein nächtliches Alkoholverbot für den öffentlichen Raum. Der Warnwert von 35 Infizierten pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen war am Freitag nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überschritten und lag bei 35,27. «Damit tritt die Allgemeinverfügung in Kraft, die wir erlassen haben», sagte ein Sprecher der Stadt.

Der Verkauf von Alkohol ist ab 21 Uhr bis 6 Uhr morgens verboten. Zudem darf Alkohol im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr nicht mehr konsumiert werden. Ausnahmen gelten jeweils für den Ausschank in der Gastronomie und bei genehmigten Veranstaltungen.

Auch in anderen bayerischen Städten gibt es bereits Alkoholverbote im öffentlichen Raum. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass entsprechender Regelungen zu prüfen. In Bamberg und Nürnberg ist es in Teilen der Altstadt bereits verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

Kanzleramtschef Braun will erneuten Lockdown nicht ausschließen

11.30 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern verteidigt, zur Eindämmung der Corona-Pandemie keine weiteren Lockerungen zuzulassen und einige Corona-Auflagen zu verschärfen. Im Sommer sei es einfacher, das Virus im Griff zu halten, sagte Braun am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Wenn es kälter werde und sich viele Menschen in Innenräumen träfen, dann könne es sein, dass eine "zweite Welle mit Wucht" komme.

Dann könne es auch sein, dass ein zweiter Lockdown nötig werde, so Braun. Deutschland habe “es in gewisser Weise nicht in der eigenen Hand”, wenn es darum gehe solche heftigen Maßnahmen zur Viruseindämmung abzuwenden. Dabei verwies der Kanzleramtschef auf Spanien, wo die Infektionszahlen derzeit wieder stark ansteiegn – obwohl der erste Lockdown dort viel heftiger war als in Deutschland.

Das waren die News am 26. August:

Vorerst keine Obergrenzen für Privatfeiern!

16.35 Uhr: Bund und Länder haben sich bei den umstrittenen Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen können. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Die Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien.

Beschlossen: Bis Ende des Jahres keine Großveranstaltungen erlaubt!

16.15 Uhr: Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt, die bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten.

Fünf Tage Zwangsquarantäne für alle Risiko-Reiserückkehrer geplant

14.45 Uhr: Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen demnächst eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beenden können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag erfuhr. Zudem soll geprüft werden, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen.

Der Bund fordert die Länder zudem auf, die Quarantänepflichten vor Ort schärfer zu kontrollieren und bei Pflichtverstößen Bußgelder zu verhängen. 

Zudem verständigten sich Bund und Länder darauf, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will dem Vernehmen nach aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Mindestbußgeld für Maskenverweigerer beschlossen – ein Land weigert sich

12.55 Uhr: Bund und Länder haben sich darauf verständigt, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) hatte in der Diskussion ein Mindestbußgeld abgelehnt und erklärt, er werde die Regelung in seinem Land nicht mitmachen, was er in einer Protokollnotiz festhalten lassen wollte. Haseloff habe seine Ablehnung damit begründet, dass sich die Menschen in seinem Land an die Corona-Regeln halten würden, hieß es.

Das Mindestbußgeld soll allgemein bei Verstößen gelten, nicht nur in Bussen und Bahnen. Bisher gibt es in den Ländern einen Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen. In einigen Ländern wie Bayern gelten hohe Bußgelder, in anderen Ländern gar keine - etwa in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder dem Saarland. In Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz liegen die Regeln aktuell noch unter einem Mindestbußgeld von 50 Euro.

Verbot von Corona-Demonstration: Noch kein Widerspruch beim Gericht

10.37 Uhr: Am Tag nach dem Verbot der Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin lag bis zum frühen Vormittag beim Verwaltungsgericht noch kein Widerspruch der Veranstalter vor. Das sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstagmorgen. Man rechne aber mit dem Eingang der angekündigten Widersprüche im Lauf des Tages. Ob das Verwaltungsgericht dann noch am Donnerstag oder erst am Freitag zu einer Entscheidung komme, stehe noch nicht fest.

Die Veranstalter-Initiative Querdenken 711 aus Stuttgart hatte angekündigt, gegen das Verbot der Polizei beim Berliner Verwaltungsgericht vorzugehen und wenn nötig auch das Oberverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht anzurufen. In früheren ähnlichen Fällen haben alle drei Instanzen innerhalb kurzer Zeit entschieden.

Coronatests, Bußgelder, Veranstaltungen: Lesen Sie hier, was Bund und Länder heute beschließen wollen.

Auch ein Sprecher von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte gesagt, Polizei und Senat würden im Fall einer Niederlage vor dem Verwaltungsgericht in die nächste Instanz gehen. Sollte das Oberverwaltungsgericht den Demonstrationsveranstaltern Recht geben, könnte die Demonstration stattfinden. Senat und Polizei können dann nicht das Bundesverfassungsgericht anrufen.

Zur größten Kundgebung am Wochenende hatte die Initiative für Samstagnachmittag 22.000 Teilnehmer auf der Straße des 17. Juni nahe dem Brandenburger Tor angemeldet.

Bund will Feiern im Privatbereich beschränken

9.40 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken. Bevorzugt sollten diese Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden. In der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag heißt es zudem, bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs sollten künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein.

Mindestbußgeld von 50 Euro für Verstöße gegen Maskenpflicht

9.27 Uhr: Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Öffnungsschritte verzichtet werden. Die Hygiene-Regeln seien unbedingt einzuhalten und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag.

Das waren die News am 26. August:

Berühmter Weihnachtsmarkt am Kölner Dom abgesagt

21.11 Uhr: Schock für Glühwein-Fans: Der berühmte Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz am Kölner Dom fällt dieses Jahr wohl aus! Das berichtet der Kölner „Express“ und beruft sich auf ein Schreiben vom Veranstalter, das dem Blatt vorliegt. Und es kommt noch dicker: Laut dem Schreiben soll die Absage für alle großen Weihnachtsmärkte in Köln gelten. Die Stadt selbst dementierte das aber zunächst, es liege noch kein offizieller Beschluss vor, so der „Express“ weiter.

Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis 14. September verlängert

11.37 Uhr: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union um zwei Wochen bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Söder fordert höhere Strafen und mehr Konsequenz bei Corona-Verstößen

11.14 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an diesem Donnerstag für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder am Mittwoch nach der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Vorabend in Berlin.

Er setze zudem darauf, dass sich die Runde auf eine bundesweit einheitliche Philosophie nach dem Motto einigen werde, dass regional differenziert mehr getan werden müsse, je höher sich die Infektionsraten entwickelten, sagte Söder. Je schlechter die Zahlen seien, desto mehr müssten die Zügel angezogen werden. Die Maßnahmen müssten strenger und nicht lockerer werden. So sehe er beispielsweise Lockerungen bei Fußballspielen oder Großkonzerten sehr zurückhaltend und als kein gutes Signal.

Berlin verbietet Demo von Corona-Regel-Gegnern

10.35 Uhr: Keine Corona-Demo in der Hauptstadt: Berlin verbietet den für das kommende Wochenende geplante Protest gegen die Pandemie-Maßnahmen. Wie die Stadt in einer Pressemeldung mitteilte, fiel die Entscheidung vor dem Hintergrund der Erfahrungen vorangegangener Demos, bei denen es zahlreiche Verstöße gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht gab.

Das waren die News vom 25.08.:

Marseille führt Maskenpflicht in gesamtem Stadtgebiet ein

23.09 Uhr: Frankreichs zweitgrößte Stadt Marseille verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Schutzmaßnahmen. Von Mittwochabend an gilt in der Hafenstadt am Mittelmeer Maskenpflicht, berichteten mehreren Medien am Dienstag unter Berufung auf die zuständige Präfektur. Außerdem müssen Bars, Restaurants und Geschäfte um 23 Uhr schließen. Die strengeren Regeln sollten zunächst bis Ende September gelten, berichtete die Nachrichtenplattform Franceinfo. Das Tragen einer Maske sei auch für Kinder über elf Jahren verpflichtend.

Im Département Bouches-du-Rhône, in dem Marseille liegt, ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder stark gestiegen. Für die Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur wie auch für den Großraum Paris gilt eine Reisewarnung der Bundesregierung. Sie werden als Risikogebiete eingestuft. In Marseille - wie in vielen anderen französischen Städten - gab es zuvor bereits eine Maskenpflicht im Freien in bestimmten Stadtteilen. Die Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet soll am Mittwoch um 23.00 Uhr in Kraft treten.

RKI: Anteil der Corona-Nachweise mit Infektion im Ausland gestiegen

18.44 Uhr: Über 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 34, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 42 Prozent. Zum Vergleich: In der Meldewoche 33 hatten sich 39 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 32 waren es 34 Prozent. Am häufigsten wurden - auf vier Wochen betrachtet - der Kosovo, Kroatien, die Türkei, Bosnien und Herzegowina sowie Bulgarien als wahrscheinliche Infektionsländer genannt.

Allerdings ist die Aussagekraft dieser Zahlen begrenzt. Es ist anzunehmen, dass Rückkehrer im Schnitt viel häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung. Der Kosovo, die Türkei und Bosnien und Herzegowina sind als Risikogebiete gelistet, für sie gilt zunächst eine Testpflicht für Reiserückkehrer. In Kroatien und Bulgarien sind jeweils nur Teile des Landes Risikogebiete. Wie groß der Anteil der Rückkehrer an den tatsächlich, womöglich unbemerkt Infizierten in Deutschland ist, ist unklar.

1278 neue Corona-Fälle in Deutschland – weitere Tote

7.38 Uhr: Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland um 1278 Fälle erhöht, wie die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen meldeten. Am Montag waren 711 neue Corona-Fälle gemeldet worden, allerdings sind die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 234.853 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9277. Seit dem Vortag wurden fünf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 209.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 0,98 (Vortag: 1,08).

Das waren die News vom 24.08.:

Offizielle Reisewarnung für Paris und weitere Teile Frankreichs

22.05 Uhr: Die Bundesregierung hat am Montagabend wegen der Corona-Ansteckungsgefahren eine Reisewarnung für die französischen Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie Provence-Alpes-Côte d'Azur ausgesprochen. Beide Gebiete werden seitdem auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.
Allerdings soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft und durch eine neue Regelung ersetzt werden. Entsprechende Vorschläge legten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag nach einer Schaltkonferenz vor.

Corona-Ausbruch an FFK-Strand – rund 100 Infizierte

17.35 Uhr: Kurz vor dem Ferienende breitet sich das neuartige Coronavirus in den EU-Ländern Frankreich und Spanien wieder verstärkt aus. Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Sonntag nahezu 5000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, in Italien setzte sich der Anstieg mit gut 1200 Neuansteckungen fort.

„Sehr besorgt“ zeigten sich die französischen Behörden über einen neuen, massiven Corona-Ausbruch in einem Touristenort am Mittelmeer. In einer FKK-Anlage in Cap D'Agde bei Montpellier wurden rund hundert Urlauber positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. In Frankreich sind derzeit insgesamt 4709 Menschen wegen der Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus, davon 383 auf der Intensivstation. 

Trotz Quarantäne: Infizierter geht feiern – Behörden suchen Partygäste

16.20 Uhr: Unleserlich, lückenhaft, falsche Angaben - die Teilnehmerlisten einer Party in einem Nürnberger Nachtclub bereiten den Behörden Probleme. Auf der Feier vom 15. auf den 16. August war ein Gast, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war.

Die Person habe zu dem Zeitpunkt eigentlich unter häuslicher Quarantäne gestanden, teilte der Landkreis Fürth am Montag mit, zu dem das zuständige Gesundheitsamt gehört. Dieses versucht jetzt mit Hilfe der Polizei die Betroffenen zu ermitteln, konnte aber wegen der fehlerhaften und unvollständigen Teilnehmerlisten noch nicht alle kontaktieren. Deshalb ruft es alle Partygäste auf, sich testen zu lassen und vorerst isoliert zu Hause zu bleiben.

Bayerische Stadt überschreitet Grenzwert – zurück zu Lockdown-Maßnahmen

12.00 Uhr: Die bayerische Stadt Rosenheim hat am Wochenende den Corona-Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten und die Maßnahmen wieder verschärft. Am Wochenende lag der Wert bei 53,7 erfassten Infektionen, wie die Stadt in Oberbayern am Montag mitteilte.

Als Reaktion kehrt die Stadt zu Maßnahmen während der Zeit des Lockdowns im Frühjahr zurück: Demnach dürfen sich wieder nur Angehörige eines Haushalts oder andernfalls höchstens fünf Menschen öffentlich treffen. Außerdem wird die Teilnehmerzahl bei nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen auf höchstens 50 Menschen beschränkt, unter freiem Himmel dürfen sich höchstens hundert Menschen treffen.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) appellierte an die Gastronomie, auf die Einhaltung der Corona-Regeln zu achten. Dies soll künftig intensiver überwacht werden. Die verschärften Maßnahmen sollen gelten, bis der Grenzwert sieben Tage in Folge „nachhaltig unterschritten“ wird. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss außerdem nach fünf bis sieben Tagen einen zweiten Corona-Test machen. Dieser ist Voraussetzung für die Aufhebung der häuslichen Quarantäne, wie die Stadt weiter mitteilte. Grundsätzlich legte die Stadt allen Reiserückkehrern aus dem Ausland und besonders aus südosteuropäischen Ländern nahe, einen Corona-Test zu machen.

Hoffnung Antikörper: USA erlauben Covid-19-Behandlung mit Blutplasma

07.25 Uhr: Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie bekommen Patienten Plasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Plasma wird seit über 100 Jahren genutzt und gilt als sicher für Patienten. Bislang noch unklar ist aber, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-Sterblichkeitsrate zu senken. Der Chef der zuständigen Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA), Stephen Hahn, sprach von begrenzten, aber bislang „vielversprechenden“ Daten zur Wirksamkeit.

US-Präsident Donald Trump, der zuletzt öffentlich Druck auf die Behörde gemacht hatte, um schnellere Fortschritte verkünden zu können, bezeichnete die Notfallgenehmigung als „sehr historischen Durchbruch“. Trump dürfte die Ankündigung vom Sonntagabend (Ortszeit) sehr gelegen kommen: Am Montagabend beginnt der Parteitag der Republikaner, bei dem er diese Woche offiziell als Kandidat für die Wahl im November nominiert werden soll.

Die Behandlungsmethode mit Plasma ist in den USA aber bereits weit verbreitet. Von einem Durchbruch zu sprechen, scheint daher eher übertrieben. Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70.000 Menschen Plasma erhalten, wie die FDA erklärte. Die Notfallgenehmigung entspricht zudem keiner formellen Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gelten. Auch ist das Plasma-Angebot begrenzt, da es nur aus Blutspenden Genesener gewonnen werden kann.

Das waren die Corona-News vom 23. August:

Bundesländer uneins über Obergrenze für private Feiern

8.19 Uhr: Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Teilnehmergrenze für private Feiern stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Ländern ergeben. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern, Geburtstagspartys oder Hochzeiten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab.

„Auf den ersten Blick mag eine bundeseinheitliche Lösung vorteilhaft wirken, allerdings verkennt sie die oft innerhalb Deutschlands sehr unterschiedliche Entwicklung des Infektionsgeschehens“, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Schleswig-Holstein. Derzeit sind private Feiern hier auf 50 Personen beschränkt. In Hamburg sind es etwa nur 25, in Berlin hingegen 500.

Bei einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei. Der Ärzteverband Marburger Bund hatte vor kurzem bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten gefordert.

Das waren die Corona-News vom 22. August:

Neue RKI-Studie: Hier stecken sich die meisten Deutschen an

16.42 Uhr: Privathaushalte und Altenheime sind laut einer RKI-Untersuchung die Orte der meisten Corona-Übertragungen. Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte - die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt.

Die zweitmeisten Corona-Ausbrüche gehen laut Robert Koch-Institut auf Alten- und Pflegeheime zurück. In diesen Einrichtungen steckten sich bei einem Ausbruch aber im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr demnach beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim - im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst.

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge - bislang zumindest - keine Rolle bei den Infektionen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei.

„Neben einzelnen spektakulären und bundesweit bekannt gewordenen großen Ausbrüchen sind es insbesondere Übertragungen im familiären und häuslichen Umfeld, die nicht unbedingt zu vielen Folgefällen führen und nur wenige Fälle pro Ausbruch aufweisen, aber offensichtlich sehr häufig vorkommen“, heißt es in dem RKI-Papier. „Gemeinsames Wohnen auch im Alten- und Pflegeheim scheint häufig zu Übertragungen zu führen, deutlich weniger jedoch Situationen im Freien, wie fehlende Ausbrüche in Tierparks und Zoos beziehungsweise nur drei Fälle beim Picknick nahelegen.“

Das RKI weist darauf hin, dass nicht bei allen erfassten Fällen die Quellensuche der Infektion ganz sicher verlaufen ist. Den Angaben liegen laut RKI lediglich etwa 27 Prozent aller Infektionen zugrunde, die einem konkreten Ausbruchsort zugeordnet werden konnten.

Höchstwert seit Ende April – über 2000 neue Corona-Fälle in Deutschland

8.49 Uhr: In Deutschland gibt es einen neune Höchstwert an Corona-Fällen seit Ende April. Insgesamt wurden laut Robert-Koch-Institut bis Freitagnacht um 0 Uhr 2034 neue Infektionen gemeldet. So viele Neuinfektionen hatte es zuletzt Ende April gegeben. Allerdings liegen die Zahlen bei Weitem noch nicht so hoch, wie Ende März/ Anfang April als die täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen bei über 6000 lagen. Seit Ende Juli steigen die Zahlen in Deutschland wieder merklich. Insgesamt haben sich nun bundesweit 232.082 Menschen mit Covid-19 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 9267. Im Vergleich zum Vortag sind dies sieben mehr. Der R-Wert liegt indes bei 1,02, was bedeutet, dass durchschnittliche eine infizierte Person eine andere ansteckt. 

Grund für die Zunahme ist laut RKI unter anderem die erhöhte Zahl an durchgeführten Tests verantwortlich. Des Weiteren gibt es deutschlandweit eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis im Zusammenhang stehen. Auch die Reiserückkehrer tragen ihren Teil bei – insbesondere jüngere Altersgruppen. 

Das waren die Corona-News vom 21. August:

Engpässe bei Corona-Tests in Deutschland

12.51 Uhr: Die immens gestiegene Zahl von Corona-Tests in Deutschland führt zu Kapazitätsproblemen. In der Woche vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ des Robert Koch-Instituts (RKI). 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt.

Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher Sars-CoV-2-Infektionen führen – und damit auch bei der Einleitung von Schutzmaßnahmen durch die Gesundheitsämter. „Es erscheint deshalb geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren“, so das RKI.

Die Zahl veranlasster Tests war zuletzt immens gestiegen, unter anderem wegen der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000, lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000. In der Woche vom 20. bis 26. April hatte die Zahl der Tests noch bei rund 364.000 gelegen. 

Rapider Corona-Anstieg: Kroatien ist jetzt teilweise Risikogebiet

12.26 Uhr: Mehrere Küstenregionen Kroatiens gelten von deutscher Seite ab sofort als Corona-Risikogebiete. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mit.

Betroffen sind die Gespannschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien und damit ein großer Teil der Urlaubsgebiete an der zentralen Adriaküste Kroatiens. Hier liegen auch die beliebten Reiseziele Split, Hvar und Trogir. Deutsche Urlauber müssen somit nun nach der Rückkehr aus diesen Gebieten innerhalb von 72 Stunden einen Coronatest machen. Bis zu einem negativen Ergebnis müssen sie zu Hause in Quarantäne bleiben.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.

Zahl der Corona-Neuinfektionen so hoch wie zuletzt Ende April

7.45 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen.

Das waren die Corona-News vom 19.August:

WHO kritisiert nationale Impfstoff-Verträge

14.56 Uhr: Es fehlt noch jede Menge Geld, um das international solidarische Projekt für Impfstoffe, Medikamente und Tests gegen das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 voranzubringen. Das geht aus Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. „Es gibt erhebliche Finanzierungslücken“, sagte Caroline Schmutte, Leiterin des Deutschlandbüros des Wellcome Trusts, eine der größten Stiftungen der Welt.

Sie kritisierte nationale Alleingänge, etwa große Investitionen in heimische Impfstofffirmen oder Verträge mit diesen Firmen, um sich im Falle eines Erfolgs große Mengen des Impfstoffs vor einem weltweiten Verkauf zu sichern.

Die britische Stiftung unterstützt das Projekt ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es soll Forschung und Entwicklung in drei Säulen beschleunigen – Tests, Medikamente und Impfstoffe – und die faire Verteilung weltweit sicherstellen. Den Bedarf schätzt die WHO über zwölf Monate auf 31,3 Milliarden Dollar (gut 26 Mrd Euro).

Nach Angaben der WHO waren bis Mitte August aber erst 2,5 Milliarden Dollar für die drei Säulen fest zugesagt. Über den Einsatz einer weiteren Milliarde Dollar Spendengelder werde mit Gebern noch verhandelt. „Wir gehen aber davon aus, dass nur ein relativ kleiner Anteil schlussendlich an ACT-A-Partner gehen wird“, so die WHO. ACT steht für „Access to Covid-19-Tools“ (etwa: Zugang zu Covid-19-Instrumenten).

Australiens Premierminister will Corona-Impfpflicht

7.21 Uhr: Australiens Premierminister Scott Morrison will eine Corona-Impfpflicht für die 25 Millionen Einwohner seines Landes. Die Impfung solle „so obligatorisch wie möglich sein“, sagte der Regierungschef am Mittwoch dem Radiosender 3AW. Ausnahmen sollten nur aus medizinischen Gründen erfolgen. Morrison sagte, das Risiko sei zu hoch, um die Krankheit weiter unkontrolliert zu lassen.

„Wir sprechen von einer Pandemie, die die Weltwirtschaft zerstört und Hunderttausende getötet hat“, sagte Morrison. Die Regierung habe jedoch noch keine Entscheidung zu dem Thema getroffen. Die Impfung solle kostenlos sein. In Australien sind manche Impfungen für Kinder bereits jetzt Voraussetzung, um zur Schule oder in den Kindergarten gehen zu können. 

Die Regelung ist jedoch nicht unumstritten. Kritiker sehen in ihr einen Eingriff in die persönliche Freiheit. Impfgegner verbreiten online zahlreiche Falschinformationen über mögliche Risiken. Die australischen Behörden haben bisher mehr als 400 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. 

Das waren die Corona-News vom 18. August:

Gesundheitsminister Spahn will Karneval ausfallen lassen

17.37 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich wegen der Corona-Pandemie skeptisch geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden kann. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in einer Telefonschaltkonferenz des Gesundheitsausschusses: „Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.“

Die Zeitung beruft sich auf Angaben aus Teilnehmerkreisen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war Spahn von Mitgliedern des Ausschusses nach seinen Äußerungen zu Familienfeiern und Festen gefragt worden und was dies mit Blick auf den Karneval bedeuten würde. Spahn hatte angeregt, wegen des Ansteckungsrisikos noch einmal über die erlaubte Größen von privaten Festen zu sprechen. 

Maskenverweigerer greift Bahnmitarbeiter an

14.12 Uhr: Angriff auf einen Zugbegleiter: Als dieser gestern gegen 16:45 Uhr auf der Strecke zwischen Offenburg und Straßburg einen Fahrgast auf die in Zügen bestehende Maskenpflicht hingewiesen hat, soll der bislang unbekannte männliche Tatverdächtige den Zugbegleiter beleidigt und getreten haben.

Laut Bundespolizei Ofenburg soll der Unbekannte anschließend den Zug beim Halt im Bahnhof Appenweier verlassen haben. Anschließend konnte er flüchten und trotz Fahndung nicht mehr ausfindig gemacht werden. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und in diesem Zusammenhang Videoaufzeichnung aus dem Zug gesichert, die nun ausgewertet werden.

RKI: Starker Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland

10.02 Uhr: Laut den aktuellen Zahlen vom RKI stieg die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland im Vergleich zum Vortag um 1390 Fälle auf insgesamt 225.404. Die aktuelle Zahl der Todesfälle liegt bei 9.236.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach verlangt wegen Corona-Infektionen schnelle Hilfen für Spanien

7.22 Uhr: Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionen in Spanien fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schnelle Hilfe für das Land. „Wir können unseren Beitrag leisten, indem wir Spanien unbürokratisch die Hilfe zur Verfügung stellen, die wir beschlossen haben im Rahmen der europäischen Hilfsprogramme“, sagte Lauterbach der Tageszeitung „taz“. „Was wir aber auch brauchen ist, dass wir den Spaniern beispielsweise Testkapazität und Masken zur Verfügung stellen“. Zudem müsse Deutschland helfen, das Testverfahren zu beschleunigen.

„Wir haben zu der Entwicklung der Pandemie, die jetzt in Spanien zu sehen ist, mit beigetragen“, ergänzte der Epidemiologe. „Nicht alleine, aber auch deutsche Urlauber haben sich verantwortungslos verhalten, und das ist sehr bedauernswert.“

„Die Situation ist sehr besorgniserregend, weil die Zahl der Fälle dort so schnell steigt“, so Lauterbach. „In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Spanier sich bei dem gutem Wetter jetzt noch draußen aufhalten, lässt sich für den Winter eine schwere zweite Welle erwarten“, warnte der SPD-Bundestagsabgeordnete.

Das waren die Corona-News vom 17. August:

Corona-Kinderbonus ab 7. September auf den Konten

Eltern, die Kindergeld bekommen, können ab dem 7. September mit dem Eingang des sogenannten Kinderbonus auf dem Konto rechnen. Die Familienkassen beginnen dann mit der Auszahlung der Sonderzahlung, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage von Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag) mitteilte. Insgesamt gibt es 300 Euro pro Kind. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro ausgezahlt werden. 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte: „Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze. Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen.“ Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur. 

Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Profitieren sollen Familien mit kleinen und mittleren Einkommen. Die Extra-Zahlung wird auf andere laufende Familien- oder Sozialleistungen nicht angerechnet. Deren Höhe ändert sich also nicht. 

Merkel schließt Lockerungen im Fußball aktuell aus

13.11 Uhr: Bundesliga gucken im Stadion? Das können sich Fans für die nächste Zeit komplett abschminken. Angela Merkel schließt weitere Lockerungen nämlich derzeit aus. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen einer virtuellen CDU-Präsidiumssitzung sagte die Kanzlerin, es könne derzeit wegen der ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich vorher darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis mindestens zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei. Die Deutsche Fußball Liga hatte die vorläufige Absage der Politik akzeptiert, nachdem sie ein Konzept für eine Teilzulassung von Zuschauern schon zum Beginn der Spielzeit 2020/21 am dritten September-Wochenende erarbeitet hatte. Dieses sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vor.

Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert

7.23 Uhr: Angesichts der Corona-Krise fordern immer mehr Forscher ein globales Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich. Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem am Montag veröffentlichten Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen.

„Wenn bei Routine-Untersuchungen auf Lebendtiermärkten vermehrt Infektionen gefunden werden, muss sofort die Bremse reingehauen werden, um die schnelle Verbreitung zu stoppen“, sagte Ludwig. Ein Frühwarnsystem könnte von der Weltgesundheitsorganisation oder den Vereinten Nationen eingerichtet werden. 

Bereits Mitte Juli hatten Wissenschaftler im Fachjournal „Science“ ein solches Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert. Kurz zuvor hatten Experten des UN-Umweltprogramms (UNEP) und des International Livestock Research Institute (ILRI) davor gewarnt, dass durch Ausbeutung der Tierwelt und Zerstörung von Ökosystemen immer öfter Tier-Krankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten.

Das waren die Corona-News vom 16. August:

WHO meldet neuen Rekord an weltweit registrierten Covid-19-Neuinfektionen

9.35 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat innerhalb von 24 Stunden weltweit so viele neue Corona-Infektionen gemeldet wie nie zuvor. Die Zahl lag bei fast 300 000, wie die WHO am Samstagabend berichtete. Insgesamt sind damit seit Bekanntwerden des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 21 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten erheblich. In manchen Ländern werden viele, in anderen nur wenige Menschen auf das Virus getestet.

Die konkreten Zahlen, Stand Samstag 10.00 Uhr MESZ: 294 237 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, seit Beginn des Ausbruchs insgesamt 21 026 758 Fälle. 755 786 Infizierte sind nach der WHO-Statistik weltweit gestorben. Den vorherigen Rekord verzeichnete die WHO am 31. Juli mit etwas über 292 000 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. Nach absoluten Zahlen sind die bevölkerungsreichen Länder USA, Brasilien und Indien mit mehr als jeweils 100 000 neuen Fällen innerhalb von sieben Tagen am stärksten betroffen. 

Nach Test-Panne in Bayern: Auch in Trier gibt es Probleme bei Corona-Tests

16.00 Uhr: Auch in Rheinland-Pfalz kommt es zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen der Corona-Tests - etwa in Trier. Es sei schwer zu schaffen, alle negativen Befunde zeitnah herauszugeben, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch daran, dass alles mit Papier gemacht werde.

Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden - „da sind wir ganz nah an den Leuten“, sagte Michels. „Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben.“ Zuvor hatte bereits das ZDF über die Verzögerungen berichtet.

Drastische Verzögerungen hatte es zuvor in Bayern gegeben. 44 000 Rückkehrer von Auslandsreisen warteten - Stand Mittwoch - nach Tests an den Autobahnen dort noch auf ihre Ergebnisse, darunter mehrere Hundert nachweislich Infizierte.

In Trier sei am Samstag bereits personell aufgestockt worden, berichtete der Amtsleiter weiter. „Heute sind wir mit mindestens acht Leuten dran, und am Montag sind wir mit noch mehr Leuten dran. Dann wird das rasch aufgearbeitet.“ Durch die Fülle der Tests komme es zum Arbeitsverzug.

„Es liegt nicht an unserem guten Willen, es liegt einfach an der Struktur: Dass noch mit Papier geschafft werden muss“, betonte Michels. Es liege nicht „an uns als Gesundheitsamt“, sondern der Bund sei dafür verantwortlich. Es sei dringend notwendig, dass deutsche elektronische Melde- und Informationssystem „mal auf Vordermann zu bringen, dass es funktioniert“.

Bis Freitagabend waren an der Station auf einem Autobahnrastplatz bei Trier 4545 Tests bei Reiserückkehrern absolviert worden. Bis Freitagmittag lagen fünf positive Fälle vor. „Was bei uns auf jeden Fall nicht passiert ist, ist, dass die Positiven nicht informiert werden“, unterstrich der Amtsleiter.

Evotec-Chef sicher: „In sechs Monaten gibt es den Covid-19 Test bei Edeka“

13.21 Uhr: In einem Interview mit der „Welt“ erklärte Werner Lanthaler, der Vorstandschef des Wirkstoffforschungsunternehmen Evotec, dass er mit einem Corona-Impfstoff in den nächsten zwölf Monaten rechne.

So werde die Industrie schnell große Mengen eines Impfstoffs herstellen, wenn es soweit ist. Auch die Entwicklung der Corona-Tests sehe er mit schnellem Tempo voranschreiten. Lanthaler sei sich außerdem sicher, „dass Sie in sechs Monaten einen Covid-19-Test für 30 Euro beim Edeka-Supermarkt kaufen können."

Er sei davon überzeugt, dass das Virus nicht verschwindet, aber die aus dem Virus entstehende Krankheit behandelbar sein wird. „Ich halte es für falsch, ausschließlich auf einen Impfstoff zu schauen, Medikamente sind genauso wichtig“, so Lanthaler. 

Das Wirkstoffforschungsunternehmen Evotec testet unter anderem, welche bekannten Wirkstoffe aus vorhandenen Medikamenten auch gegen das Coronavirus helfen können. So konnten bereits Teilerfolge bei der Behandlung erzielt werden. „In der Biotechnologie erleben wir so etwas wie unsere Stunde der Wahrheit", erklärte Lanthaler in dem Interview weiter. 

Das waren die News am 14. August: 

Tui sagt Pauschalreisen nach Spanien ab 

21.16 Uhr: Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher am Freitagabend der dpa sagte. Weil man nicht von allen Kunden Kontaktdaten habe, nehme man außerdem Kontakt zu Reisebüros auf. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Außenministerium gibt eine offizielle Reisewarnung für Spanien heraus

19.47 Uhr: Fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca gilt für deutsche Urlauber nun als Corona-Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Eine Ausnahme bilden die Kanaren. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Auswärtige Amt am Freitag. Noch am selben Abend gab das Außenministerium eine offizielle Reisewarnung heraus. Sie gilt für ganz Spanien lediglich mit Ausnahme der tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zuvor hatte bereits das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) seine Liste der Corona-Risikogebiete entsprechend aktualisiert.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Über die Risikogebiete führt das RKI eine Liste, die fortlaufend aktualisiert wird. Sie umfasst derzeit etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA.

Beschlossen! Mallorca-Urlaub fällt flach – Spanien ist jetzt Risikogebiet

17.23 Uhr: Das Urlaubsland Spanien gilt - mit Ausnahme der Kanarischen Inseln - für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun als Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien, wie es am Freitag aus Regierungskreisen hieß. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen – Reisewarnung droht

13.00 Uhr: Auf Mallorca, der bisher beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, werden immer mehr Corona-Fälle registriert. Während der vergangenen sieben Tage kletterte die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag auf mehr als 50 je 100 000 Einwohner.

In einem solchen Fall hat das Robert-Koch-Institut bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Es könnte eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mallorca und die drei anderen Baleareninsel Ibiza, Menorca und Formentera folgen.

Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es zurzeit mehr als 1500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die „Mallorca Zeitung“ am Freitag.

Damit wurde die Grenze von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern während der vergangenen sieben Tage überschritten. Die Regionalregierung weist jedoch darauf hin, dass viel mehr als im Frühjahr getestet werde und die meisten Betroffenen keine bis nur leichte Krankheitssymptome aufwiesen.

Zahl steigt weiter: 1449 Neuinfektionen in Deutschland

10.17 Uhr: Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Corona-Teststation an Autobahn in Baden-Württemberg eröffnet

9.04 Uhr: Vor dem Hintergrund zunehmender Corona-Infektionen hat Baden-Württemberg eine Teststation an der Autobahn A5 nahe der Grenze zu Frankreich eröffnet. „Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen“, sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost führt. Neben Reisenden aus Risikogebieten, für die ein Test Pflicht ist, können sich auch andere Reisende gratis testen lassen, die Kosten trägt das Land.

Tests sind für Reisende in Baden-Württemberg zudem bereits an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden möglich sowie seit Donnerstag am Stuttgarter Hauptbahnhof. Allerdings müssen sich die Getesteten etwas in Geduld üben, bis ein Ergebnis vorliegt. Nach Angaben von Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) kann es bis zu vier Tage dauern.

Epidemiologe mit klarer Ansage zu Großveranstaltungen

8.29 Uhr: Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. „Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen“, sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. „Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.“ Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz „stark beunruhigend.“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält eine Rückkehr dagegen grundsätzlich für möglich - etwa mit umfangreichen Testungen im Vorfeld. Wichtig sei es, die Zahl der Neuinfektionen in einer Region im Blick zu behalten.

Wissenschaftler der Uniklinik Halle wollen am 22. August mit einem Konzert-Experiment in Leipzig näher bestimmen, unter welchen Rahmenbedingungen Großveranstaltungen etwa in geschlossenen Räumen trotz der Corona-Pandemie möglich sein könnten. Bis zu 4000 Probanden sollen dazu an einem Pop-Konzert von Tim Bendzko teilnehmen. Sie und die Helfer müssen vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen und ein negatives Ergebnis mitbringen.

Das waren die News vom 13. August:

China findet Virus-Spuren auf brasilianischen Chicken Wings

13.17 Uhr: Behörden in China haben eigenen Angaben zufolge Spuren des Coronavirus auf importierten Chicken-Wings aus Brasilien und anderen Waren entdeckt. Eine Probe von der Oberfläche der Hühnerflügel sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die südchinesische Stadt Shenzhen mit. Es seien Coronatests für alle Menschen organisiert worden, die möglicherweise den Produkten ausgesetzt waren. Alle Tests seien dabei jedoch negativ ausgefallen. Spuren von Coronaviren müssen nicht zwangsläufig infektiös sein. 

China hat in den vergangenen Monaten damit begonnen, Einfuhren von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten zu testen, die in wichtigen Häfen des Landes ankommen. So wurden nach Behörden-Angaben kürzlich auch Spuren des Virus auf importierten Meeresfrüchten in der nordostchinesischen Stadt Dalian entdeckt. 

Bei einem Corona-Ausbruch in der Hauptstadt Peking hieß es im Juni, das Virus sei auf einem Schneidebrett für importierten Lachs entdeckt worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es kein oder nur ein sehr geringes Risiko, dass das neue Coronavirus über Nahrungsmittel übertragen wird.

1445 Neuinfektionen in Deutschland – höchster Stand seit Mai

8.49 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. „Dieser Trend ist beunruhigend“, so das RKI. „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.“ Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 219.964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 13.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9211. Bis Sonntagmorgen hatten 199.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Scorpions-Sänger Klaus Meine trägt seit Jahren Mundschutz

7.23 Uhr: Klaus Meine, Sänger der legendären Hannoveraner Hardrock-Band Scorpions,-hat schon vor der Corona-Pandemie bei Reisen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. So habe er etwa bei den „langen Flügen Richtung Amerika“ eine Maske aufgesetzt, weil er sich „nichts einfangen wollte“, sagte der 72-jährige Rockmusiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). Bei langen Flügen sei eine Ansteckung „ganz leicht“ möglich. Auch auf das Händeschütteln verzichte die Band während der Tourneen, um sich vor Infektionen zu schützen, erzählte Meine. „Das haben wir schon lange vor Corona eingeführt, weil man einfach jeden Tag vor der Show mit vielen Menschen in Kontakt kommt.“ Die Scorpions nehmen nach Angaben des RND derzeit in Hannover ein neues Album auf - ihr erstes seit 17 Jahren.

Panne mit Corona-Tests: Söder sagt Besuch an der Nordsee ab

20.00 Uhr: Eigentlich hätte Markus Söder am Donnerstag an die Nordsee reisen und eine Wattwanderung unternehmen wollen. Nun holt ihn die Corona-Krise ein: Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. „Bayern geht vor“, schrieb Söder am Mittwochabend auf Twitter.

Die bayerische Staatsregierung hatte zuvor eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete.

Söder nannte den „Fehler“ bei den Testzentren „sehr, sehr ärgerlich“. „Das muss sofort behoben werden und darf nicht mehr passieren. Alle Strukturen sind umgehend zu überprüfen“, verlangte der CSU-Politiker.

Infizierte Kroatien-Urlauber stecken Gäste auf Stuttgarter Feiern an

18.57 Uhr: Nach einer Geburtstagsfeier in einem Stuttgarter Club sind 24 Partygäste und eine Kontaktperson positiv auf das Coronavirus getestet worden. Acht der Gäste hatten zuvor Urlaub in der kroatischen Partyhochburg Novalja gemacht und waren mit dem Virus zurückgekehrt, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Nach Angaben eines Sprechers ist davon auszugehen, dass die Gruppe – alle etwa im Alter Ende 20 – zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nichts von ihrer Infektion wusste. Derzeit versuche man herauszufinden, ob von den rund 40 Geburtstagsgästen neben den 16 Infizierten noch weitere Menschen angesteckt wurden. 

Auch im Kreis Göppingen gibt es derzeit vermehrt Neuinfektionen, nachdem eine Gruppe Abiturienten in Novalja auf der Insel Pag Party-Urlaub gemacht hatte. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Mittwoch mitteilte, sind inzwischen zwölf Teilnehmer der Abi-Fahrt mit dem Coronavirus infiziert. Teilgenommen hätten insgesamt 14 Abiturienten aus dem Raum Donzdorf und nicht, wie zunächst angenommen, 18.

1226 Neuinfektionen in Deutschland - höchster Wert seit Mai

09.17 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klar gemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, hatte der CDU-Politiker gesagt. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen.“

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218 519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9207. Bis Sonntagmorgen hatten 198 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die News am 11. August: 

Griechenland verschärft Corona-Maßnahmen

18.04 Uhr: Griechenland hat wegen eines Anstiegs der Coronavirus-Infektionsraten seine Schutzmaßnahmen verschärft. In zahlreichen Gebieten und Städten, darunter beliebten Touristenzielen, müssen Restaurants und Bars künftig um Mitternacht schließen, wie Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Montag im Fernsehen mitteilte. Außerdem wurden Einreisebeschränkungen für Reisende aus mehreren EU-Staaten verhängt. Reisende aus Deutschland sind davon aber nicht betroffen.

Zu den Orten, wo Bars und Restaurants in der Nacht schließen müssen, gehören nach Angaben der Regierungssprecherin die beliebten Inseln Korfu, Kos, Kreta, Mykonos, Rhodos, Santorin und Zakynthos – die gastronomischen Betriebe müssen dort bis 07.00 Uhr geschlossen bleiben. Von der Sperrstunde um Mitternacht betroffen sind laut der Sprecherin zudem die Städte Katerini, Larissa, Thessaloniki und Volos sowie die Halbinsel Chalkidiki. Die nächtlichen Schließungen von Bars und Restaurants gelten zunächst bis zum 23. August.

Zudem müssen Reisende aus Belgien, den Niederlanden, Schweden, Spanien und Tschechien, die mit dem Flugzeug oder auf dem Landweg nach Griechenland kommen, einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Einreisebeschränkungen gelten ab kommenden Montag, wie Peloni sagte.

Im Griechenland waren am Sonntag 203 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet worden, die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie. Am Montag wurden dann 126 Neuansteckungen gezählt. Die Zahl der insgesamt registrierten Corona-Todesfälle lag am Montag bei 213.

Neuseeland meldet wieder Virus-Übertragung – Großstadt sofort im Lockdown

11.50 Uhr: Corona ist zurück: Nachdem die Pandemie nach eigenen Angaben in Neuseeland bereits als besiegt galt, meldet das Land nun wieder landesinterne Neuinfektionen.

Vier Menschen haben sich innerhalb des Landes neu mit dem Virus infiziert, meldete die Zeitung „New Zealand Herald“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Premierministerin Jacina Ardern verkündete, die betroffene Stadt Auckland werde sofort in den Lockdown geschickt.

Das bedeutet: Wer kann, muss im Homeoffice arbeiten. Schulen werden geschlossen, genau wie Pubs, Bars, Restaurants und öffentliche Einrichtungen. „Verhalten Sie sich so, als hätten Sie Corona, als hätten alle um Sie herum Corona“, wird Ardern zitiert. Die Premierministerin kündigte zeitgleich an, dass Supermärkte und Apotheken geöffnet blieben und kein Anlass für Hamsterkäufe bestehe. Der Lockdown soll bis mindestens Freitagnacht andauern.

In sechs Wochen verdoppelt: Mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg zuletzt unter anderem infolge besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an als die Zahl der Neuinfektionen. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gibt es neben den meisten bestätigten Infektionen mit mehr als 163 000 Opfern auch die meisten Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100 000 Toten.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Laut WHO gab es bis Montag 19,7 Millionen bestätigte Infektionen und 728 000 Todesfälle. Die Pandemie hatte um den Jahreswechsel in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan begonnen.

Das waren die News vom 10. August 2020: 

Containment-Scouts: Engagement wird verlängert

7.31 Uhr: Der Einsatz von sogenannten Containment-Scouts in den Gesundheitsämtern für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten soll um weitere sechs Monate verlängert werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der „Augsburger Allgemeinen“ an. Der Bund stelle dem Robert Koch-Institut (RKI) dafür 10,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. „Unsere Gesundheitsämter vor Ort spielen in der Bekämpfung der Corona-Epidemie eine zentrale Rolle. Mit den Containment-Scouts unterstützen wir sie kurzfristig und flexibel“, so Spahn. Seit April seien mehr als 510 Scouts rekrutiert worden, zunächst für sechs Monate. Bei den Scouts bestehe eine hohe Bereitschaft, die Arbeit in den Gesundheitsämtern fortzusetzen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Schulstart mit Corona: In drei weiteren Ländern beginnt Unterricht

7.12 Uhr: Mit Corona-Schutzmaßnahmen startet an diesem Montag in drei weiteren Bundesländern das neue Schuljahr. Nachdem in der vergangenen Woche bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Schüler an die Schulen zurückgekommen waren, geht es jetzt in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin los.

Das ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland

6.55 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen liegt nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete. Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197.

Das waren die News vom 9. August 2020

„Nationale Priorität“: Johnson pocht auf Öffnung der Schulen

13 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Rückkehr aller Schüler zum Unterricht im September zur „nationalen Priorität“ erklärt. „Die Schulen nur einen Augenblick länger geschlossen zu lassen als unbedingt notwendig, ist sozial untragbar, wirtschaftlich nicht aufrechtzuerhalten und moralisch nicht zu vertreten“, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag in der „Mail on Sunday“. 

Die Sommerferien in England gehen Anfang September zu Ende. Dann sollen alle Jahrgangsstufen wieder unterrichtet werden. Medien berichteten unter Berufung auf eine ungenannte Regierungsquelle, Johnson wolle im Falle eines starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionen eher erneut Läden, Kneipen und Restaurants schließen lassen als Schulen. In Schottland sollen bereits Mitte August alle Schüler wieder Unterricht haben.

Erst vergangene Woche hatten Wissenschaftler des University College London gewarnt, das System zur Kontaktverfolgung in Großbritannien sei noch nicht bereit für eine flächendeckende Rückkehr zum Schulbetrieb. Demnach muss es für eine Vollzeit-Schulöffnung gelingen, etwa drei Viertel der symptomatischen Infektionen zu erkennen und zu isolieren, um eine Ausbreitung effektiv eindämmen zu können. Zudem müsse dafür ein Großteil der Kontaktpersonen Infizierter erfasst werden.

Keine Coronavirus-Übertragung in Neuseeland seit 100 Tagen

In Neuseeland ist die Übertragung des Coronavirus in der Bevölkerung seit hundert Tagen gestoppt. Obwohl seitdem keine Neuansteckungen mehr verzeichnet wurden, warnten die Gesundheitsbehörden am Sonntag vor Nachlässigkeit.

Derzeit gibt es nach offiziellen Angaben noch 23 aktive Infektionsfälle im Land. Die Infizierten steckten sich aber nicht in Neuseeland an, sondern wurden bei der Einreise positiv getestet und in Quarantäne-Einrichtungen untergebracht. „Hundert Tage ohne Übertragung ist ein wichtiger Meilenstein, aber wir alle wissen, dass wir uns keine Nachlässigkeit erlauben dürfen “, sagte der oberste Gesundheitsbeamte Ashley Bloomfield.

„Wir haben in anderen Ländern gesehen, wir schnell das Virus wieder auftauchen und in sich an Orten ausbreiten kann, wo es bereits unter Kontrolle war. Wir müssen darauf vorbereitet sein, neue Fälle in Neuseeland schnell auszumerzen.“ Neuseeland hatte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit rigorosen Maßnahmen schnell unter Kontrolle gebracht. Mitte März wurde eine strikte Ausgangssperre verhängt und die Grenzen des Landes geschlossen. Mitte Juni erklärte sich der Inselstaat im Südpazifik offiziell für Coronavirus-frei. Alle Beschränkungen wurden wieder aufgehoben.

Die Grenze ist aber weiterhin für fast alle Ausländer geschlossen, alle Einreisenden müssen für 14 Tage in Quarantäne. Insgesamt wurden in dem Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern bislang rund 1200 Infektionsfälle gezählt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Krisenmanagement der neuseeländischen Regierung als vorbildlich gelobt.

Das waren die News am 08. August: 

Panne: Britische Behörde ruft 740.000 Corona-Tests zurück

18.54 Uhr: Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741 000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hieß es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem „Guardian“ zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100 000 Pfund (umgerechnet rund 110 000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind. Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.

Demo gegen Corona-Beschränkungen zieht durch Stuttgart

16.45 Uhr: Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer „Querdenken“-Demo versammelt. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren Hundert Teilnehmern, die Veranstalter nannten die Zahl 5000. Zunächst hatten sich die Teilnehmer bei großer Hitze auf dem Marienplatz versammelt und zogen dann Richtung Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie „Mit Maske - Ohne Mich“ oder „Wir haben Euch durchschaut“. Sie skandierten „Freiheit, Freiheit“. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Querdenken 711“.

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Die Polizei sprach am Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Die Teilnehmer seien bemüht, die geforderten Mindestabstände einzuhalten. In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst. Neben Corona-Leugnern und Impfgegnern waren auch viele Teilnehmer mit eindeutig rechtsgerichteten Fahnen oder T-Shirts in der Menge.

Die Veranstalter kündigten in Stuttgart an, am 29. August wieder in Berlin demonstrieren zu wollen und luden dazu auch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein.

Eltern fordern Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht

14.46 Uhr: Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am Montag haben Berliner Elternvertretungen Nachbesserungen an den Schutz- und Hygienekonzepten in der Corona-Pandemie gefordert. Ihrer Ansicht nach sollten Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen – bisher ist das in Schulgebäuden lediglich auf Fluren, auf der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen vorgesehen.
Der Berliner Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse forderten am Samstag zudem, den Schulen freizustellen, in den ersten ein oder zwei Schulwochen auf einen Plan B umzuschwenken, also mit reduzierter Klassengröße zu unterrichten. Nötig seien zudem mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte.
Anlass für die Forderungen seien die Reiserückkehrer und die Sorge vor einer höheren Infektionsgefahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Seine Hoffnung ist, dass Sonderregeln für die ersten ein oder zwei Wochen vor dem Hintergrund der Inkubationszeit helfen könnten, eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.

Ärzteverband warnt vor wachsender Nachlässigkeit

09.15 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie. „Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen.

„Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.“ Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden. Johna mahnte, es gebe Dinge, die man sich jetzt nicht leisten sollte. „Dazu gehört, es zu tolerieren, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr die Maske als Kinnschutz tragen. Das ist auch schnell eine Großveranstaltung, wenn in einem vollen Waggon viele Menschen eng beieinanderstehen.“

Schon wieder mehr als 1000 neue Fälle

09.03 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Das waren die News vom 7. August 2020:

Mehr als 50 000 Corona-Todesopfer in Mexiko 

Mexiko hat als drittes Land der Welt die Marke von 50 000 registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 überschritten.

Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 819 auf 50 517. Knapp eine Woche zuvor hatte Mexiko Großbritannien überholt und war weltweit auf die dritte Stelle vorgerückt. Auf Platz eins bei den Todesopfern stehen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität die USA mit mehr als 160 000, gefolgt von Brasilien mit mehr als 98 000.

Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 462 690 - laut Johns-Hopkins-Universität die sechstmeisten eines Landes.

Die Sterblichkeitsrate relativ zur Zahl der Infektionen ist demnach mit 10,9 Prozent die siebthöchste der Welt. Pro 100 000 Einwohner belegt der 130-Millionen-Einwohner-Staat demnach mit 39,38 Todesopfern den 13. Platz. Mexiko testet im internationalen Vergleich äußerst wenig auf den Erreger Sars-CoV-2, der Covid-19 auslösen kann.

Das waren die News vom 06.August: 

Corona-Neuinfektionen in Deutschland: Das sagt Gesundheitsminister Spahn

9.47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-„Heute Journal“. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen.“

Corona-Neuinfektionen in Deutschland: Höchster Stand seit Anfang Mai

7.45 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214.214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete.

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Sonnabend

11.19 Uhr: Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich von diesem Sonnabend an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wie er am Vormittag in Berlin mitteilte.

Antarktis-Saison beginnt: Corona-Quarantäne für Wissenschaftler

9.58 Uhr: Die Antarktis ist bis heute der einzige Corona-freie Kontinent der Erde. Damit das so bleibt, sollen jetzt auch Wissenschaftler vor einer Antarktis-Expedition zwei Wochen in Quarantäne in Neuseeland. Das erste internationale Team, das die diesjährige Forschungssaison eröffnen soll, wird am Freitag aus den USA erwartet. Die Gruppe muss nun auf eigene Kosten 14 Tage in Selbstisolation. Vor dem Aufbruch ins Eis am 24. August würden alle Teilnehmer zudem zwei Mal auf das Coronavirus getestet.

Facebook löscht Corona-Falschmeldung von Trump – Twitter sperrt Konto

9.30 Uhr: Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten so ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus „fast immun“, weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die „falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist“, verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Twitter ging sogar noch weiter und sperrte das Konto von Trumps Wahlkampagne vorübergehend komplett – bis zur Löschung der Falschmeldung.

Robert-Koch-Institut meldet mehr als 1000 Fälle

8.41 Uhr: Erstmals seit drei Monaten hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Innerhalb eines Tages seien 1045 neue Fälle nachgewiesen worden, teilte das Institut am Donnerstag mit. Zuletzt war die Schwelle am 7. Mai überschritten worden. 

Das waren die Nachrichten am Mittwoch, 5. August

NRW plant Bußgeld für Maskenverweigerer – Norden will nachziehen

13.40 Uhr: Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass in Bus und Bahn Maskenpflicht gilt. Deshalb ist ganz klar: Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen.“ Wüst kündigte an: „Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist.“ 

Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW. 

Schleswig-Holstein will ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen einführen. „Wir finden die Idee gut“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel. Eine solche Regelung solle auch in Schleswig-Holstein festgelegt werden. 

Und auch Niedersachsen möchte künftig bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassieren. Eine Neufassung des Bußgeldkataloges, der für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsieht, werde in Kürze vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover am Mittwoch. 

741 neue Corona-Infektionen in Deutschland

7.51 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Deutschland hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

17.15 Uhr: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla mit sofortiger Wirkung auf. Das teilte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Dienstag in Berlin mit. Grundlage ist demnach eine Vereinbarung mit der türkischen Regierung über sicheren Reiseverkehr in der Corona-Pandemie.

Ärzteverband: Zweite Corona-Welle ist schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“. Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April.

Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. „So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft“, sagte Johna.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, „so rettet auch der Mundschutz Leben“, betonte die Verbandschefin.

Das waren die News vom 3. August: 

Anders als Hamburg: NRW führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein

In Hamburg hat Schulsenator Ties Rabe nun ja doch eine Maskenpflicht an den Schulen angekündigt. Allerdings: Nur in den Pausen und nicht im Unterricht selbst, zumindest sobald die Schüler am Platz sitzen. Nordrhein-Westfalen, wo die Schule am 12. August wieder beginnt, geht nun einen anderen Weg: Dort gilt, zunächst bis zum 31. August, Maskenpflicht auch im Unterricht! Zumindest für die weiterführenden Schulen und die Berufsschulen.

Ausgenommen von der Regelung sind die Grundschulen von NRW. Soweit Lehrer den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, gilt für sie an Gymnasium, Realschule & Co. das Gleiche wie für ihre Schüler: Maskenpflicht auch im Unterricht.

Kampf gegen Corona: Großbritannien führt Schnelltests ein

8.00 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: „Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen.“ Ab der kommenden Woche würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450 000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt, hieß es weiter. 

Beide Tests könnten Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen, hieß es weiter. Dadurch werde die Testkapazität enorm erhöht. Für die Durchführung der Tests sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

„Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen“, sagte Hancock.  Großbritannien ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 306 000 Fälle wurden laut Universität Johns Hopkins in Baltimore bislang registriert, mehr als 46 200 Infizierte starben. 

Das waren die News vom 2. August: 

Offenbach: Massiver Anstieg der Infektionen

19.01 Uhr: Aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Offenbach, gilt nun in der 140.000 Einwohnerstadt die dritte Stufe des Eskalationskonzepts in Hessen zur Bekämpfung der Pandemie. Derzeit seien so viele Offenbacher zeitgleich mit dem Virus infiziert wie nie zuvor, erklärte die Stadt am Sonntagnachmittag. Das RKI registrierte am Sonntag 35,3 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage. Ab 35 Neuinfektionen greift ein weiteres Paket an Maßnahmen – strengere Kontaktbeschränkungen und Schließungen sind möglich.

Der Oberbürgermeister der Stadt Felix Schwenke (SPD) sagte dem „hr" jedoch, dass die Maßnahmen keine Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werde: „Wir werden keine Betriebe oder Unternehmen schließen." Dennoch sei die Lage sehr ernst. Wie genau die Maßnahmen nun aussehen werden, ist noch nicht bekannt.

Gemüsehof in Bayern: Schon 232 Infizierte

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming Anfang der Woche hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das gab das Landratsamt Dingolfing-Landau nach einer zweiten Testrunde bekannt.

Tests unter Anwohnern ergaben demnach bislang nur einen Infizierten. „Bei mehreren tausend freiwilligen Testungen an den Teststationen gab es bislang nur einen einzigen positiven Fall, der unverzüglich informiert und in Quarantäne versetzt wurde.“

Das Landratsamt leitete nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“. Die Zahl der Infizierten sei „aufgrund der vielen Personen auf engstem Raum weiter angestiegen“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU).

CSU-Chef Söder gegen weitere Lockerungen

10 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Infektionszahlen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Bild am Sonntag“. „Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.“ Gefragt sei absolute Wachsamkeit. „Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.“

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. „Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker.“ Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: „Sie schleicht durch Deutschland.“ Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren. Auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison lehnt Söder ab.

Ab sofort kostenlose Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer

8 Uhr: In den ersten Bundesländern enden demnächst die Schulferien. Seit Sonnabend können sich nun alle Urlaubsheimkehrer innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland kostenlos testen lassen. Selbst wenn keine Krankheitsanzeichen vorliegen. Teststellen finden sich an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Die Kosten trägt letztlich der Staat.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief dazu auf, die neuen Testmöglichkeiten zu nutzen. „Wer von einer Reise zurückkommt, sollte sich testen lassen – freiwillig und kostenlos.“ Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland seien ein deutliches Warnsignal.

Das waren die Corona-News vom 1. August:

Innerhalb eines Tages: 955 neue Corona-Infektionen in Deutschland

10.24 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.

Bis Samstagmorgen hatten 192.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Brasilien: Abkommen mit Pharmakonzern über Corona-Impfstoff

8.47 Uhr: Das brasilianische Forschungsinstitut Fiocruz, das brasilianische Gesundheitsministerium und der britische Pharmakonzern Astrazeneca haben einen ersten Vertrag über die Produktion von Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus unterzeichnet.

Das Dokument bilde die Grundlage für den Technologie-Transfer und die Herstellung von 100 Millionen Impfstoff-Dosen gegen Covid-19, falls der Schutz vor einer Infektion durch den Impfstoff nachgewiesen werden sollte, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília in einer Erklärung am Freitagabend (Ortszeit) mit.

Ein Corona-Impfstoff von Astrazeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, wird in Brasilien schon in der entscheidenden dritten Phase getestet. Dabei wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Das waren die Corona-News vom 31. Juli:

Verschärfung: Auswärtiges Amt erlässt Reisewarnung für Teile Spaniens

14.15 Uhr: Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Das ist quasi eine Alarmstufe unter der Reisewarnung, die nun auch eine kostenlose Stornierung von Reisen ermöglicht. Nun nahm aber am Freitag das Robert Koch-Institut (RKI) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete auf, die von den Reisehinweisen- und warnungen des Auswärtiges Amts (AA) unabhängig geführt wird. Die Reisewarnung des AA war daraufhin erwartet worden.

Die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro: „Ich habe Schimmel in meinen Lungen"

11.20 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro fiel lange Zeit durch seine Verleugnung des Corona-Virus auf – bis er sich selbst infizierte. Nun sorgte er mit einer bemerkenswerten Aussage für Beachtung: „Ich habe Schimmel in meiner Lunge", so der Präsident. Er habe sich gestern schwach gefühlt und nehme nun Antibiotika.

Bolsonaro erklärte vergangenen Samstag, ein Virus-Test habe ein negatives Ergebnis erbracht. Er sei vom Corona-Virus geheilt, so der Präsident, „durch Hydroxychloroquin" – das Malaria-Mittel, auf das auch US-Präsident Trump schwört und vor dem Ärzte im Zusammenhang mit Corona warnen.  

In Brasilien sind derzeit 2,6 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, 91.263 sind bisher gestorben.

Zu wenig, zu langsam? Krisenhilfe der Nato kommt nur schleppend voran

7.26 Uhr: Die von der Nato vorbereitete Krisenhilfe für den Fall einer zweiten Welle der Corona-Pandemie könnte deutlich weniger umfangreich ausfallen als geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten Mitgliedstaaten zuletzt noch nicht einmal 1,6 Millionen Euro für den neuen Treuhandfonds zur Pandemieabwehr zugesagt. Hoffnung der Nato-Zentrale war es, zügig mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag zusammenzubekommen.

Mit dem Geld aus dem bereits im Juni beschlossenen „Pandemic Response Trust Fund“ will die Nato eigentlich den Aufbau von Lagern mit medizinischer Ausrüstung ermöglichen und im Fall einer zweiten großen Corona-Welle auch Partnerländer wie die Ukraine unterstützen können. Angesichts der sich hinziehenden Vorbereitungen ist nun allerdings unklar, ob wirklich im großen Stil Krisenhilfe geleistet werden könnte – vor allem wenn es bereits zeitnah zu einer zweiten Pandemiewelle kommen sollte.

Ein Nato-Sprecher bestätigte, dass bis zuletzt erst neun der 30 Alliierten feste Zusagen für den Fonds gemacht hatten. Er betonte allerdings, dass von mehreren Ländern „signifikante“ Materialspenden angekündigt worden seien. Dazu gehörten unter anderem 200 moderne Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung. Weitere Angebote seien in Vorbereitung, hieß es.

Tausende Studenten verschulden sich in Corona-Krise

7.23 Uhr: In der Corona-Krise verschulden sich Tausende Studenten und beantragen staatliche Hilfskredite. Das geht aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Bundestages hervor. Demnach wurden im Mai, Juni und Juli mehr als 22.000 Anträge auf einen Studienkredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Gesamtvolumen von 641,6 Millionen Euro gestellt. Seit Mai müssen für den KfW-Studienkredit, den es auch schon vor der Krise gab, keine Zinsen gezahlt werden. Das ist als Corona-Hilfsmaßnahme gedacht und gilt bis März 2021.

Im Vergleich zum April habe es im Mai eine deutliche Steigerung bei der Beantragung des Kredits gegeben, schreibt das Ministerium.
„Diese bedenkliche Schuldenlast werden viele bis zum Ende des Studiums – und darüber hinaus – nicht los“, warnte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Kai Gehring. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) schicke Zehntausende Studierende sehenden Auges in die Pleite oder den Studienabbruch.

Das waren die Corona-News vom 30. Juli: 

US-Repräsentantenhaus führt Maskenpflicht ein

10.55 Uhr: Im Plenum des US-Repräsentantenhauses müssen jetzt Atemschutzmasken getragen werden. Dies ordnete die Vorsitzende der Kongresskammer, Nancy Pelosi, am Mittwoch an. Ohne Atemschutz dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter den Plenarsaal nicht mehr betreten.

Die Anführerin der oppositionellen Demokraten reagierte mit der Anordnung auf den Fall eines republikanischen Abgeordneten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Der Parlamentarier Louie Gohmert aus Texas hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Er habe jedoch keine Symptome, sagte der 66-Jährige. Gohmert ist ein Verbündeter von Präsident Donald Trump. Am Mittwoch hatte er eigentlich mit Trump in den Bundesstaat Texas reisen sollen, deswegen war der Abgeordnete auf das Coronavirus getestet worden.

Gohmert hatte in den vergangenen Wochen im Kongress oft keine Maske getragen. Erst am Dienstag hatte er im Repräsentantenhaus an einer Anhörung mit Justizminister Bill Barr teilgenommen. Gohmert unterhielt sich dabei in kurzer Distanz mit Barr, ohne dass beide einen Atemschutz trugen. Nach seinem positiven Test mutmaßte der Abgeordnete, dass die gelegentlich von ihm getragene Maske daran schuld sei, dass er sich infiziert hatte: Er habe den Atemschutz hin- und herbewegt, damit er bequemer sitze, und er frage sich nun, ob dadurch das Virus auf die Maske gelangt sei. Trump hatte sich lange über das Tragen von Masken mokiert. Erst in der vergangenen Woche vollzog er eine Kehrtwende und rief die Bevölkerung zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen auf.

Milliardenverluste bei Volkswagen und Renault

9.00 Uhr: Der Volkswagen-Konzern hat die Corona-Krise voll zu spüren bekommen und ist wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Vor Steuern stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Vor einem Jahr hatte VW hier noch 9,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Weil die Bänder vor allem im März und April lange stillstanden und in Europa sowie Nordamerika kaum Autos abgesetzt werden konnten, sackte der Umsatz um 23 Prozent auf 96 Milliarden Euro ab.

Wegen der nach wie vor nicht verlässlich einschätzbaren weiteren Entwicklung will das Management den Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr um 1,70 Euro auf 4,86 Euro je Vorzugsaktie kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre bekommen jeweils 6 Cent weniger. Auch Renault hat wegen der Corona-Krise beim Partner Nissan im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust geschrieben. Wie der französische Autobauer am Donnerstag  mitteilte, betrug der auf den Konzern entfallene Nettoverlust 7,29 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Gewinn von 970 Millionen Euro.

Corona-Krise brockt Airbus Milliardenverlust ein

8.30 Uhr: Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie der Konkurrent des US-Konzerns Boeing am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro gestanden.

Jetzt will der Konzern die Produktion seines jüngsten Langstreckenjets A350 noch stärker zurückfahren als geplant. Statt sechs sollen nur noch fünf Maschinen des Typs pro Monat die Werkshallen verlassen. Das entspricht rund der Hälfte des Vorkrisenniveaus.

Das waren die News vom 29. Juli:

Droht der Lockdown? Sydney zu Corona-Hotspot erklärt 

11.43 Uhr: Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk, am Mittwoch. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. „Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor.“ Gladys Brejiklian, Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden.

Die am schwersten betroffene Region Australiens bleibt aber der Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne. In der Metropole war vor drei Wochen ein neuer Lockdown ausgerufen worden, der bis mindestens 19. August dauern soll. Jedoch gab es dort positive Signale: Am Mittwoch wurden in Victoria erstmals seit einer Woche weniger als 300 Neuinfektionen registriert.

China meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit drei Monaten

 In den vergangenen 24 Stunden habe es 101 neue Fälle gegeben, teilten die Behörden am Mittwoch mit.

Der Großteil der Fälle trat demnach in der nordwestlichen Provinz Xinjiang auf. Auch ein Infektionsherd in der Hafenstadt Dalian im Nordosten bereitet den Behörden weiter Sorgen. Zuletzt waren in China Mitte April mehr als hundert Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Die derzeitigen Eindämmungsmaßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den neuen Corona-Hotspot Dalian, wo die Behörden vergangene Woche einen Ausbruch in einem Verarbeitungsbetrieb für Fisch und Meeresfrüchte gemeldet hatten.

China hatte die Ausbreitung des Virus zwischenzeitlich mit gezielten Ausgangssperren, Reisebeschränkungen und Virus-Tests weitgehend unter Kontrolle gebracht. In dem Land war das neuartige Coronavirus im Dezember vergangenen Jahres erstmals aufgetreten.

In China liegen derzeit 482 Menschen wegen der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben in dem Land seit Beginn der Pandemie 84.060 Infektionen registriert, 4634 Menschen starben.

Das waren die News vom 28. Juli: 

Corona-Tests für Reiserückkehrer: Zahlt bald die Krankenversicherung?

19.30 Uhr: Die gesetzliche Krankenversicherung soll einem Medienbericht zufolge die Kosten für Corona-Tests bei allen Reiserückkehrern aus dem Ausland übernehmen. Das geht aus dem Entwurf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, aus dem am Dienstagabend der „Spiegel“ zitierte.

Demnach soll das Geld aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds entnommen werden. Um „das Risiko der Einschleppung von Infektionen“ zu verhindern, sollten alle Rückkehrer aus dem Ausland grundsätzlich getestet werden können, heißt es demnach in dem Referententwurf, „soweit deren Einreise noch nicht mehr als 72 Stunden zurückliegt“.

Die Tests will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnach aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlen. Der Fonds sammelt Beiträge und Steuermittel und verteilt das Geld dann an die Kassen. Für die Kosten nennt der Referentenentwurf dem Bericht zufolge eine grobe Schätzung: Für eine Million ungebündelter Tests belaufen sich die Mehrausgaben für die Labordiagnostik demnach auf rund 50,5 Millionen Euro.

Für Reisende aus Risikogebieten sollen die Tests Spahns Plänen zufolge verpflichtend sein. Betroffen sind Reisende aus den rund 140 Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen hat. Alle anderen Reiserückkehrer können sich freiwillig testen lassen.

Steigende Infektionszahlen – „Rücksichtslos und fahrlässig": RKI kritisiert Feierwütige

11.29 Uhr: Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske: Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) zum Einhalten der Verhaltensregeln appelliert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet. „Das schaffen wir nur gemeinsam“, sagte Wieler.

Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei „rücksichtlos“ und auch „fahrlässig“, sagte er. Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt.

Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden – deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Es bestehe die Sorge, dass sich eine Trendumkehr andeuten könne. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen – aber es könne sein. 

„Die neueste Entwicklung der Fallzahlen macht mir und allen im Robert-Koch-Institut große Sorgen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin vor Journalisten. „Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie“, warnte er.

Mangelernährung bei Kindern – Unicef warnt vor dramatischem Anstieg

7.41 Uhr: Vor einer dramatischen weltweiten Zunahme der Mangelernährung unter kleinen Kindern als Folge der Corona-Krise hat Unicef gewarnt. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie könnten dazu führen, dass bis Ende des Jahres zusätzliche 6,7 Millionen kleine Kinder von akuter Mangelernährung betroffen seien, erklärte das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag.

Nach Angaben der Organisation waren im vergangenen Jahr weltweit schätzungsweise 47 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren akut mangelernährt. Mit dem befürchteten Anstieg infolge der Pandemie könnte die Zahl der betroffenen Kinder demnach ihren bisherigen Höchststand in diesem Jahrtausend erreichen. Die meisten der an Mangelernährung leidenden Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien.

Inzwischen werde deutlich, dass die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie Kindern mehr schadeten als „die Krankheit selbst“, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Armut in Familien nehme zu, grundlegende Ernährungsdienste und Versorgungsketten seien unterbrochen. Auch seien Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Dies alles führe dazu, dass Kinder weniger gesund ernährt würden. Unter akuter Mangelernährung leidende Kinder haben laut Unicef ein höheres Risiko zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben.

Hilfsorganisationen benötigen nach Angaben von Unicef 2,4 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro), um Kinder und Mütter bis Ende des Jahres mit Ernährungsprogrammen zu unterstützen.

UN-Chef sieht Pandemie als Chance für Umgestaltung der Städte

7.32 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. „Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten“, sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

Das waren die Corona-News vom 27. Juli:

Spahn kündigt Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten an

17.20 Uhr: Aus dem Flieger zum Corona-Test: Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er werde „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen“. Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. „Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen“, sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. 

Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit. Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte. Damit kann das Bundesministerium Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, verpflichten, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten. 

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Liste fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Derzeit zählen auch die bei Deutschen beliebten Urlaubsländer Ägypten Türkei und die USA dazu. 

Angst vor Ausbruch: Vietnam fliegt 80.000 Urlauber aus

13.30 Uhr: Nach drei neuen Corona-Infektionen in der Küstenstadt Da Nang lassen die vietnamesischen Behörden 80 000 Menschen aus der Millionenmetropole ausfliegen. Bei den meisten handele es sich um inländische Touristen, die in den nächsten Tagen mit Hunderten Flügen in elf vietnamesische Städte gebracht werden sollen, berichteten staatliche Medien am Montag. Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in Da Nang wieder verboten. Zuvor hatte das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. 

Am Samstag war ein erster Fall bekannt geworden, mittlerweile seien zwei weitere hinzugekommen, hieß es. Nun gebe es Befürchtungen, dass die Zahl der Neuansteckungen in Da Nang in den kommenden Tagen erheblich steigen könnte. Zwei der drei Corona-Infizierten seien in kritischem Zustand, schrieben Medien unter Berufung auf die Behörden.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bislang sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie: Bislang wurden nur 420 Corona-Fälle bestätigt und keine Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Trump sagt ersten Wurf vor Yankees-Spiel ab

10.27 Uhr: US-Präsident Donald Trump wird entgegen seiner eigenen Ankündigung am 15. August doch nicht den ersten Ball vor dem Baseball-Spiel der New York Yankees werfen. Trump begründete die Entscheidung am Sonntag (Ortszeit) mit seinen Verpflichtungen im Kampf gegen die Corona-Krise, vereinbarten Treffen, der Wirtschaft „und vielem anderen“. Er werde es zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Den ersten Wurf vor einem Spiel in der MLB ausführen zu dürfen ist eine Ehre und wird in den USA mitunter Politikern, Promis und Sportlern aus anderen Disziplinen zuteil.

Goldpreis steigt auf Rekordhoch

7.31 Uhr: Gold ist wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise so teuer wie noch nie. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1944,71 Dollar und übertraf damit das bisherige Rekordhoch von rund 1921 Dollar vom September 2011 deutlich. Zuletzt bröckelte der Kurs etwas ab, lag aber immer noch rund eineinhalb Prozent im Plus bei 1932 Dollar.

Damit zog der Goldpreis in diesem Jahr bereits um etwas mehr als ein Viertel an, wobei er vor allem seit Mitte Juni stark zulegte. Zu Beginn des Corona-Crashs an den Finanzmärkten hatte Gold sogar an Wert verloren, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung gilt. Mitte März kostete eine Feinunze zeitweise weniger als 1500 Dollar.

Das waren die Corona-News vom 26. Juli:

Iranischer Vizeminister: Corona-Lage im Land „gar nicht gut“

14.30 Uhr: Der iranische Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi hat ein düsteres Bild wegen der Corona-Krise gezeichnet und die Bevölkerung auf viele weitere Todesopfer eingestellt. „Fast das ganze Land ist wegen Corona im Rot-Status (Alarmzustand), und die Lage ist gar nicht gut“, sagte Harirchi am Sonntag laut Nachrichtenagentur Isna. Wenn die Bürger die Hygienevorschriften nicht einhielten, werde das Land weiterhin im Durchschnitt 200 Todesfälle am Tag registrieren müssen.

Harirchi und seine Kollegen im Gesundheitsministerium stehen den von von Präsident Hassan Ruhani eingeführten Lockerungen kritisch gegenüber. Diese haben aus ihrer Sicht dazu geführt, dass die Bevölkerung die Vorschriften und die Pandemie nicht mehr ernst nimmt.

Die Folge war ein dramatische Anstieg der Zahlen bei Toten und Neuinfizierten. Alleine in den letzten 24 Stunden starben erneut 216 Patienten, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Die Zahl der Todesopfer liegt aktuell bei 15 700, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 291 172, so das Gesundheitsministerium am Sonntag laut Nachrichtenagentur IRNA.

174 Erntehelfer auf Bauernhof in Niederbayern mit Corona infiziert

9.15 Uhr: Die Erntehelfer haben sich das Virus in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming in Bayern eingefangen. Das berichtet der Sender Antenne Bayern am Sonntagmorgen unter Berufung auf die Behörden im Landkreis Dingolfing-Landau.

Der gesamte Betrieb, auf dem zuvor eine Reihenuntersuchung erfolgt war, sei unter Quarantäne gestellt worden und werde nunmehr von einem Sicherheitsdienst überwacht. Laut des Bayrischen Rundfunks (BR) sollen auf dem Bauernhof hauptsächlich Gurken angebaut werden. 

Das waren die News am 25.Juli: 

Hoher Anstieg der Neuinfektionen – RKI zeigt sich alamiert

9.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 781 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204 964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete. Bisher lag die Zahl der übermittelten Fälle bei 500 pro Tag. 

Der deutliche Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen beunruhigt das Robert Koch-Institut (RKI). „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden“, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle lag deutlich höher als in den Vorwochen. 

Das waren die News am 24. Juli:

Schon wieder Corona-Ausbruch bei Tönnies

10.45 Uhr: Wie der „Spiegel“ berichtet, soll es im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück erneut zu einem Corona-Ausbruch gekommen sein. Eine Sprecherin des Kreises Gütersloh soll dem Blatt die neuerliche Infektionsserie bestätigt haben. 

Tönnies-Sprecher André Vielstädte sprach dagegen von Altfällen – also Personen, bei denen das Virus schon früher festgestellt worden und noch immer nachweisbar sei. Die 30 betroffenen Mitarbeiter seien wie alle Beschäftigten beim Arbeitsantritt im Werk nach der wochenlangen Zwangspause getestet worden – so sei es mit den Behörden zuvor abgestimmt worden, so Vielstädte. Nach rund 24 Stunden habe das Ergebnis vorgelegen, dann seien die Kollegen unmittelbar für den Betrieb gesperrt und in Quarantäne geschickt worden. Bei acht der 30 Mitarbeiter müsse noch geklärt werden, ob sie sich neu mit dem Virus angesteckt haben oder ob bei ihnen ebenfalls nur eine frühere Infektion noch nachweisbar sei, sagte Vielstädte. Nach einer Infektion könne das Ergebnis noch bis zu zehn Wochen lang positiv ausfallen, obwohl der Betroffene nicht mehr infektiös sei.

Erst seit wenigen Tagen darf in dem Betrieb wieder geschlachtet werden. Die Fabrik war nach einem massiven Corona-Ausbruch mit Hunderten Infizierten im Juni dichtgemacht worden. 

Jerusalem: Polizeieinsatz gegen Demonstranten

7.33 Uhr: Die israelische Polizei ist in der Nacht zum Freitag in Jerusalem gewaltsam gegen Teilnehmer einer Demonstration gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu vorgegangen. Nach Medienberichten hatten sich am Donnerstagabend mehrere tausend Menschen zu der Kundgebung versammelt, um den Rücktritt Netanjahus zu fordern.

Im Laufe des Abends bildete sich eine Gegendemonstration, als sich Unterstützer des Regierungschefs versammelten. Die Polizei trennte zunächst die beiden Lager, forderte die Teilnehmer beider Seiten aber auf, die nicht genehmigte Kundgebung aufzulösen.

Als sich die Demonstranten weigerten, gingen die Beamten kurz nach Mitternacht unter Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern gewaltsam vor. Nach einem Bericht der „Jerusalem Post“ wurden mindestens 50 Menschen vorläufig festgenommen.

In Jerusalem und Tel Aviv hat es in den vergangenen Tagen mehrfach Demonstrationen gegen Netanjahu gegeben. Die Kundgebungen begleiten den Korruptionsprozess gegen den Regierungschef. Zuletzt wurde Netanjahu auch wegen seiner Handhabung der Corona-Krise kritisiert. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

Brasilien: Fast 60.000 neue Corona-Fälle – Bolsonaro grüßt ohne Maske

7.26 Uhr: Der nach eigener Aussage mit dem Coronavirus infizierte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist mit dem Motorrad auf dem Gelände der Präsidentenresidenz spazieren gefahren und hat sich ohne Maske mit Angestellten unterhalten, die dort arbeiteten. Dies berichteten brasilianische Medien am Donnerstag.

Bolsonaro befindet sich in Quarantäne, nachdem er vor zwei Wochen gesagt hatte, ein Corona-Test beim ihm sei positiv ausgefallen. Der rechte Präsident führt die Amtsgeschäfte vom Palácio da Alvorada in Brasília aus. Nach Informationen des Kommunikationsministeriums vom Mittwoch war er ein weiteres Mal positiv getestet worden.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagabend (Ortszeit) 59.961 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher 2.287.475 Fälle registriert. 84.082 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. 

Das waren die Corona-News vom 23. Juli:

New Yorker Friseur bietet Dienste im Central Park an

17.00 Uhr: In der Corona-Krise bietet ein findiger Friseur in New York nun seine Dienste unter freiem Himmel im Central Park an. Mit einem Stuhl und einem Koffer voller Haarschneide-Utensilien ausgerüstet steht der 32-jährige Herman James, der normalerweise in einem Friseursalon arbeitet, mit Maske unter einer mit Pflanzen überwachsenen Pagode an der Westseite des berühmten Parks in Manhattan bereit.

Auf den ersten Kunden habe er gerade einmal zehn Minuten warten müssen, als er den Platz Mitte Mai erstmals eingenommen habe, sagte James der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen hat der Friseur, auch weil bereits zahlreiche Lokalmedien über ihn berichteten, meist eine lange Schlange wartender Kunden neben sich. Den Haarschnitt bietet James auf Spendenbasis an. 

Die Friseursalons in der Millionenmetropole sind zwar seit einigen Wochen wieder geöffnet, in der stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Stadt trauen sich aber viele Menschen noch nicht wieder, dort hineinzugehen.

Trump macht „Black Lives Matter“ mitverantwortlich für Corona-Neuinfektionen

13.00 Uhr: Wie ist es zu der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA gekommen? US-Präsident Trump nennt eine Vielzahl an Gründen, zum Beispiel die Proteste gegen Rassismus. Eigene Fehltritte sieht er nicht.

„Die Fälle begannen unter jungen Amerikanern kurz nach Demonstrationen anzusteigen“, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Demonstrationen hätten „vermutlich landesweit eine breitere Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ausgelöst“. 

Trump selbst hat schon früh in der Pandemie auf eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb und auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft gedrängt und betont immer wieder die negativen Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen. Zudem hielt er im Juni gegen den Rat von Gesundheitsexperten eine Wahlkampfveranstaltung vor Tausenden Anhängern in einer geschlossenen Halle ab. Lokale Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führten den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf Trumps Wahlkampfauftritt zurück. 

Mallorca-Urlauber positiv auf Corona getestet

11.31 Uhr: Eine vierköpfige Familie aus Cottbus ist nach ihrer Rückkehr von einem Mallorca-Urlaub positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Eltern der Jahrgänge 1987 und 1986 sowie ihre 2006 und 2012 geborenen Töchter seien ebenso wie die bis jetzt ermittelten Kontaktpersonen in Quarantäne, teilte die Stadt Cottbus mit. „Die Familienmitglieder zeigen derzeit keine Symptome", hieß es weiter.

Die Familie war am Sonntag per Flugzeug nach Nürnberg und dann mit dem Auto nach Cottbus gereist. Nach der Rückkehr von der spanischen Ferieninsel sei „von einem der Arbeitgeber ein routinemäßiger Test" veranlasst worden, der positiv ausgefallen sei. In Cottbus seien es die ersten offiziell registrierten Infektionen seit dem 12. April dieses Jahres.

Einschließlich der vierköpfigen Familie kamen in Brandenburg von Mittwoch bis Donnerstag acht neue Infektionen mit dem Coronavirus hinzu - nach elf am Tag zuvor, wie das Landesgesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte.

UN-Agentur wirbt für Grundeinkommen für 2,7 Milliarden Menschen

7.31 Uhr: Die UN-Entwicklungsagentur UNDP wirbt angesichts der Corona-Krise für ein zeitlich begrenztes Grundeinkommen für knapp drei Milliarden Menschen weltweit. Mit dem Grundeinkommen könnten Personen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, während der Pandemie Zuhause bleiben; dies könne die Ausbreitung des Coronavirus bremsen, teilte UNDP am Donnerstag mit. Die monatlich dafür notwendige Summe für 2,7 Milliarden Betroffene in 132 Entwicklungsstaaten würde sich auf mindestens 199 Milliarden Dollar belaufen.

Dabei geht es um Menschen, die ihren Unterhalt oft in der informellen Wirtschaft verdienen und es sich trotz der Gesundheitsrisiken nicht leisten können, Zuhause zu bleiben. „Beispiellose Zeiten erfordern beispiellose soziale und wirtschaftliche Maßnahmen. Die Einführung eines vorübergehenden Grundeinkommens für die ärmsten Menschen der Welt hat sich als eine Option herausgestellt. Dies schien noch vor wenigen Monaten unmöglich zu sein“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner.

Die Maßnahmen wären der Entwicklungsagentur zufolge dringend notwendig und durchführbar. So könnte das Geld von der Schuldenrückzahlung der Entwicklungs- und Schwellenländer umgeleitet werden. „Ein vom UN-Generalsekretär geforderter umfassender Schuldenstillstand für alle Entwicklungsländer würde es den Ländern ermöglichen, diese Mittel vorübergehend in Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Krise umzuwandeln“, meint die UNDP.

Das waren die Corona-News vom 22. Juli:

Angst vor Ausbruch: Mindestens zehn Neuinfektionen nach Abend in Lokal

17.40 Uhr: Nach einem Abend in einem Lokal direkt unter dem Berliner Fernsehturm sind mindestens zehn Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen seien teils Berliner, teils Menschen aus anderen Städten, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel am Mittwochnachmittag mit. Gesucht würden jetzt weitere Menschen, die am 10. Juli abends im „Restaurant (Indoor Bar) Mio Berlin“ in der Panoramastraße waren, hieß es. 

Wer sich zwischen 21.00 Uhr und 3.00 Uhr des Folgetages dort aufgehalten habe, werde gebeten, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin-Mitte oder dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, hieß es. Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr hatte es ähnliche Aufrufe von Berliner Bezirken nach entdeckten Infektionen bei Clubbesuchern gegeben. Teilweise waren so Dutzende weitere Fälle entdeckt worden.

USA sichern sich Impfstoff von deutscher Firma für fast 2 Milliarden Dollar

14.30 Uhr: Die USA haben beim deutschen Biotech-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer Corona-Impfstoff im Wert von 1,95 Milliarden US-Dollar (1,68 Milliarden Euro) bestellt. Für dieses Geld sollen die beiden Unternehmen 100 Millionen Dosen des derzeit gemeinsam von ihnen entwickelten Impfstoffes liefern, wie Biontech am Mittwoch in Mainz mitteilte. Zudem sicherten sich die USA demnach das Zugriffsrecht auf weitere 500 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs.

Der Vertrag greift laut Unternehmen bei einer „Genehmigung oder Zulassung“ des Impfstoffkandidaten BNT162 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Derzeit laufen noch klinische Testreihen, erste Ergebnisse bezeichneten Biontech und Pfizer vor etwa drei Wochen als vielversprechend. Auch die britische Regierung sicherte sich vor kurzem bereits das Zugriffsrecht auf mögliche Impfdosen. 

Israel meldet Rekordanstieg bei Corona-Neuinfektionen

11.00 Uhr: Die Zahl der täglichen Virus-Neuinfektionen ist in Israel so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, am Vortag seien 1977 Neuinfektionen gemeldet worden. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch immer weiter in die Höhe. Insgesamt wurden in Israel bislang 54 633 Infizierte registriert. Aktive Fälle gibt es derzeit mehr als 31 300, davon sind 259 schwer erkrankt. 430 Menschen sind bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 

Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Damit waren seit Beginn der Krise mindestens 202 799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Aktive Fälle gibt es in Deutschland etwa 5000. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik, in den vergangenen Tagen wurde mehrfach gegen ihn demonstriert. Die Wirtschaft des Landes ächzt unter den Folgen der Krise. 

Das waren die News vom 21. Juli: 

Steigende Infektionszahlen: Österreich weitet Maskenpflicht wieder aus

16.15 Uhr: Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. „Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. „Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.“ 

Berlin will 1,5 Meter-Abstandsregel in Restaurants abschaffen

14.50 Uhr: In Berlin werden die bisher wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln in Gaststätten gelockert. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. So dürften künftig etwa im Restaurant bis zu sechs Gäste an einem Tisch sitzen, auch wenn 1,50 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Dafür soll die Infektionsschutzverordnung entsprechend geändert werden. 

Bisher müssen in Gaststätten die Stühle so stehen, dass zwischen den Gästen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Ausnahmen gelten für Ehe- und Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Aus Sicht der Berliner Gastronomie war die Regelung eine erhebliche Einschränkung. Die Zahl der Gäste reduzierte sich deutlich, mit entsprechenden wirtschaftlich schmerzhaften Folgen für die Wirte - auch wenn die Regel nicht überall beachtet wurde. Die Gastronomie ist durch die Corona-Krise besonders betroffen. 

Lehrer in Florida klagen gegen Wiedereröffnung von Schulen

12.56 Uhr: Lehrer in Florida wollen mit einer Klage die Wiederaufnahme des normalen Schulunterrichts nach den Sommerferien verhindern. Die Klage gegen Gouverneur Ron DeSantis und mehrere Behörden wurde am Montag von der Gewerkschaft Florida Education Association eingereicht, die rund 140.000 Lehrer vertritt. Darin heißt es, Schulen müssten eine „sichere“ Umgebung sein, doch sei das Coronavirus in Florida „außer Kontrolle“.

Der Bundesstaat im Südosten hatte sich in den vergangenen Monaten zu einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Regionen der USA entwickelt. Allein am Montag wurden dort mehr als 10.000 weitere Infektions- und 90 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der registrierten Corona-Toten in Florida liegt inzwischen bei mehr als 5000. Dennoch will der Gouverneur nach den Ferien den regulären Schulbetrieb wiederaufnehmen lassen. Der Republikaner DeSantis argumentiert, Kinder und Jugendliche seien weniger anfällig für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Dabei ließ der Parteikollege von Präsident Donald Trump unerwähnt, dass mit dem Coronavirus infizierte Menschen auch ohne Symptome den Erreger übertragen können.

Auch Trump dringt auf die Wiedereröffnung der Schulen nach den Ferien. Der Präsident drohte sogar mit einer Kürzung der Bundesmittel für Schulen, welche ihre Öffnung verweigerten. Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Am Montag wurden dort am siebten Tag in Folge mehr als 60.000 neue Infektionsfälle verzeichnet.

Laut jüngsten Zahlen der Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden weitere 61.288 Ansteckungen registriert. Die offizielle Gesamtzahl der Infektionen liegt bei 3,82 Millionen. Auch wurden nach Angaben der Hochschule zuletzt weitere 488 Todesfälle in den USA innerhalb eines Tages gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesopfer der Pandemie in den Vereinigten Staaten stieg damit auf knapp 141.000.

Das waren die Corona-News vom 20. Juli:

Afrika: WHO besorgt über rasanten Anstieg der Infektionen

19.41 Uhr: Der rapide Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika besorgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahlen seien zwar in den meisten Ländern noch niedrig, der Anstieg aber stark: Innerhalb einer Woche in Namibia etwa um 69 Prozent, in Botsuana um 66 Prozent und in Sambia um 57 Prozent, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montag in Genf. „Ich bin sehr besorgt, dass wir eine Beschleunigung der Krankheit in Afrika sehen. Wir müssen das sehr ernst nehmen“, sagte Ryan.

In Südafrika lag der Anstieg innerhalb einer Woche bei 30 Prozent –die Fallzahlen waren deutlich höher als in anderen afrikanischen Ländern. Nach WHO-Angaben gab es mehr als 360.000 nachgewiesene Infektionen und 5000 Todesfälle. „Südafrika könnte leider ein Vorbote sein“, sagte Ryan. „Es könnte eine Vorwarnung sein, was im Rest von Afrika passieren könnte.“

Angst vor neuem Ausbruch: Behörden in Ostfrankreich alarmiert

15.15 Uhr: Behörden in Ostfrankreich haben angesichts eines leichten Anstiegs der Corona-Infektionen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen. Die Abstandsregeln müssten unbedingt eingehalten werden, sagte die Leiterin der regionalen Gesundheitsbehörde ARS von Grand Est, Marie-Ange Desailly-Chanson, am Montag Medienberichten zufolge bei einer Pressekonferenz. Sie riet davon ab, sich zu umarmen oder Küsse auszutauschen. Die Ansteckungsherde hätten sich verändert, ergänzte die Präfektin der an Deutschland grenzenden Region, Josiane Chevalier. Derzeit seien neue Cluster vor allem im beruflichen Umfeld und nach Familienfeiern erkennbar. 

In Grand Est seien seit Anfang Juli etwa 30 neue Ansteckungsherde festgestellt worden, erklärte Chevalier. Derzeit müsse deshalb aber nicht Alarm geschlagen werden. Das südelsässische Département Haut-Rhin sowie die Départements Moselle und Vosges stünden unter genauerer Beobachtung. Die Zahl der Neuinfektionen in Grand Est hatte sich demnach in der vergangenen Woche verdoppelt. In den Wochen zuvor habe es durchschnittlich 150 neue Fälle gegeben, in der vergangenen Woche seien es fast 300 gewesen.

Die Region war von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen worden. Seit Beginn der Gesundheitskrise wurden dort fast 4000 Todesfälle registriert, in ganz Frankreich sind es bisher knapp mehr als 30.000. Vor dem Krankenhaus im südelsässischen Mülhausen musste zeitweise eine Militärklinik aufgebaut werden, um die Intensivstationen zu entlasten. Es gebe beunruhigende Zeichen, dass die Pandemie in einigen Gebieten wieder aufflammen könnte, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Montag im Nachrichtensender „Franceinfo“. Es zeige sich eine gewisse „Dynamik“ bei der Ausbreitung. Von einer zweiten Welle sprach er jedoch nicht. 

Das waren die Corona-News vom 19. Juli:

Donald Trump behauptet, viele der US-„Coronafälle“ seien „doch nur junge Leute mit Schnupfen“

19.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der rasch zunehmenden Coronavirus-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten erneut heruntergespielt. Bei der Zunahme in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes handle es sich nur um „Flammen“ oder gar nur „Glutherde“, die rasch gelöscht würden, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News. Bei vielen der Neuinfektionen handle es sich um „junge Leute, die einen Schnupfen haben“, sagte Trump. Er behauptete weiter, dass „99,7 Prozent“ aller Corona-Patienten „sehr schnell“ wieder gesund würden. 

Gesundheitsexperten warnen jedoch, dass es auch bei jüngeren Menschen nach einer Corona-Ansteckung ernsthafte Krankheitsverläufe und sogar Todesfälle geben könne. In den USA melden die Behörden seit knapp zwei Wochen 60 000 bis 77 000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Seit Februar gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA bereits 3,7 Millionen bestätigte Infektionen und 140 000 Todesfälle.

Corona-Ausbruch bei „Wiesenhof"

15.26 Uhr: Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU). „Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei wurden von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Israel: Proteste gegen Regierungspolitik in Corona-Krise

8.26 Uhr: Tausende Israelis haben am Samstagabend erneut gegen den Umgang der Regierung mit der Corona-Krise demonstriert. In Jerusalem versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Anwesen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, auch in einem Park in Tel Aviv kam es zu Protesten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, nachdem mancherorts Straßen blockiert und Polizisten mit Pfefferspray attackiert worden waren. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die israelische Regierung steht derzeit wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus massiv in der Kritik. Bereits vergangene Woche hatten tausende Menschen gegen Netanjahus Krisenmanagement demonstriert.

Zunächst hatte die israelische Regierung eine großflächige Ausbreitung des Virus verhindert, indem sie Mitte März eine strikte Ausgangssperre verhängt hatte. Ende Mai wurden viele Corona-Regeln aber gelockert, in der Folge schnellten die Infektionszahlen in die Höhe. Am Freitag ordnete die Regierung deshalb eine Reihe erneuter Corona-Beschränkungen an. Geschäfte, Einkaufszentren, Friseure und Schönheitssalons müssen an den Wochenenden geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch Lieferservice oder Essen zum Mitnehmen anbieten. Netanjahu hat bereits eingeräumt, die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert zu haben.

Angesichts der Proteste kündigte er vor Kurzem finanzielle Soforthilfen für alle Bürger an. Experten kritisierten den Schritt und forderten stattdessen gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft. Einige Demonstranten forderten am Samstag auch Netanjahus Rücktritt wegen der gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe. Der Regierungschef muss sich derzeit wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit, des Betrugs und der Untreue vor Gericht verantworten.

Australische Stadt Melbourne führt Maskenpflicht ein

8.19 Uhr: Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne führt wegen steigender Corona-Zahlen eine Maskenpflicht ein. Das gab der Regierungschef des Bundesstaates Victoria am Sonntag bekannt. Zuletzt habe es in Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, 363 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle in Folge des Coronavirus gegeben. Ab Mittwoch Mitternacht (Ortszeit) muss jeder der rund fünf Millionen Bewohner von Melbourne und dem benachbarten Mitchell Shire beim Verlassen des Hauses eine Maske oder einen Gesichtsschutz aufsetzen.

Wer ohne erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von 200 Australischen Dollar (122 Euro). Die Bürger dürfen unter dem kürzlich erneut verhängten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Das Tragen sei „absolut“ notwendig, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Regierungschef Andrews.

Wer jedoch aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, braucht dies nicht zu tun. Das gleiche gilt beim Unterrichten oder beim Joggen. Auch Kinder unter 12 sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Während andere Regionen in Australien ihre Corona-Beschränkungen lockern, bleiben Victorias Grenzen zu anderen Bundesstaaten dicht.

Das waren die Corona-News vom 18. Juli:

Tönnies will Geld vom Bund

18.04 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in seinem Stammwerk steht Fleischproduzent Clemens Tönnies an vielen Fronten unter Beschuss - ist sich aber keiner Schuld bewusst. Der Fleischproduzent will trotz heftiger Kritik nicht darauf verzichten, Lohnkostenerstattung wegen der behördlichen Schließung seines Hauptwerks geltend zu machen. Der 64-jährige Unternehmer will das notfalls gerichtlich durchfechten. „Darüber wird im Zweifelsfall auch Recht gesprochen werden“, sagte er dem „Westfalen-Blatt“.

Bei Tönnies hatten sich rund 1400 Arbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Vorübergehend waren deshalb, neben der inzwischen aufgehobenen Betriebsschließung in Rheda-Wiedenbrück, weitgehende Corona-Einschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt worden.

Merkel weist Bulgariens Ministerpräsidenten zurecht

10.09 Uhr: Ha! Die Nase gehört aber auch hinter die Maske, scheint Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sagen und verdeutlicht ihren Hinweis gleich mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Beim EU-Gipfel in Brüssel nahm Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow die Maskenpflicht anscheinend eher locker – Merkel ließ ihm das jedoch nicht durchgehen. 

Die Corona-Regeln und Sicherheitsmaßnahmen gelten selbstverständlich auch bei dem zweitägigen EU-Gipfel zum Milliarden-Hilfspaket. Alle Teilnehmer sollen dem Europäischen Rat zufolge stets einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und sich zur Begrüßung den Ellenbogen anstatt der Hand geben.

Wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Doch damit nicht genug: Die Politiker atmen statt recycelter Luft gefilterte Frischluft ein – so soll die Gefahr einer Ansteckung verringert werden.

Bei dem Sondergipfel geht es unter anderem um den Vorschlag der EU-Kommission, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und mit dem Geld dann ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise zu finanzieren. Auch eine Einigung über den kommenden siebenjährigen EU-Finanzrahmen ist Ziel des Gipfels

USA: Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

8.21 Uhr: Die USA haben am dritten Tag in Folge einen Rekordanstieg bei den Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 77.638 Neuinfektionen registriert, wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) hervorgeht. Erst am Donnerstag hatten die USA mit mehr als 68.400 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen gemeldet.

Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona bestellten angesichts steigender Todeszahlen Kühlwagen. Landesweit starben bis Freitag 927 weitere Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 139.128. Die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land liegt den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,64 Millionen. Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. 

Das waren die Corona-News vom 17. Juli:

US-Gouverneur will Maskenpflicht in seinem Bundesstaat verhindern

10.40 Uhr: Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Gouverneur in einer am Donnerstag (Ortszeit) eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte am Mittwoch trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen. 

Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Kemp wiederum erklärte, seine Klage richte sich gegen „desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“. Gleichzeitig empfiehlt Kemp, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann. 

In dem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 130.000 nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 3100 Todesfälle. Am Donnerstag etwa meldeten die Behörden dort gut 3400 Neuinfektionen. 

Nach Kontrolle: Schlachtung bei Tönnies wieder unterbrochen

8.45 Uhr: Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischkonzern Tönnies gibt es eine erneute Zwangsunterbrechung: Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“, sagte der Sprecher. Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen. Zuvor hatten Medien über die Unterbrechung berichtet.

Erst am Donnerstag war die vierwöchige Zwangspause nach einem massiven Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtkonzern beendet worden. Die ersten Schweine wurden wieder angeliefert. In der ersten Schicht wurden rund 8000 Tiere geschlachtet. Für den nächsten Produktionsschritt, die Zerlegung der Schweine, hatten die Behörden am Donnerstagabend grünes Licht gegeben. 

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„Wir sind durchaus verwundert darüber, dass Abläufe und Prozesse, die seit über 20 Jahren genehmigt sind und seitdem jährlich mehrfach amtlich kontrolliert wurden, nunmehr bemängelt werden“, sagte der Tönnies-Sprecher. Es werde aber eng mit den Behörden zusammengearbeitet.

Das waren die News vom 16. Juli: 

Bolsonaro erneut positiv auf Corona getestet

10.40 Uhr: Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat seine Corona-Infektion noch nicht überwunden. Der rechtsradikale Politiker teilte am Mittwoch mit, er sei am Vortag erneut positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Beschwerden habe er aber nicht, seine Therapie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin sei wirksam. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.

Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Die Regierung hat die Pandemie von Anfang an verharmlost. Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als „leichte Grippe“ und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. Der rechte Staatschef fürchtete die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern. Zudem setzte er sich in der Covid-19-Behandlung für den Einsatz des umstrittenen Malariamittels Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit in seinem Fall er in dem Video beteuerte.

Das waren die News vom 15. Juli: 

WHO und Unicef warnen vor weltweit sinkender Impfrate wegen Corona

20.16 Uhr: Weltweit sind wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Kinder geimpft worden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres habe sich die Zahl der verabreichten DTP3-Impfungen gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten „bedeutend“ und erstmals seit 28 Jahren überhaupt reduziert, erklärten die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch. Auch seien wegen der Pandemie mindestens 30 Impfkampagnen gegen Masern abgesagt worden.

„Impfstoffe sind eines der wirksamsten Instrumente in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit“, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Aber die Pandemie bringe diese Errungenschaft in Gefahr. Der Schaden durch fehlende Impfungen könnte sogar größer ausfallen als durch die Pandemie an sich. „Wir können nicht eine Gesundheitskrise gegen eine andere tauschen“, warnte auch Unicef-Chefin Henriette Fore.

Jahrelange Fortschritte waren nach Angaben der beiden UN-Organisationen allerdings bereits vor der Pandemie teilweise zum Stillstand gekommen. Etwa seien die historisch hohen Impfraten in Lateinamerika und der Karibik zuletzt rückläufig gewesen, erklärten sie.

Nach illegalen Partys: Mallorca schließt den Ballermann

14.45 Uhr: Wegen illegaler Partys am „Ballermann“ hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit. 

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela. 

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren unterwegs, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Tragen von Masken könnte Pandemie in USA in wenigen Wochen unter Kontrolle bringen

11.20 Uhr: Die Ausbreitung des Corona-Virus in den USA könnte nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC mit dem Tragen von Masken innerhalb weniger Wochen unter Kontrolle sein. „Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, denke ich, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen“, sagte CDC-Direktor Robert Redfield am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview des Chefredakteurs des Fachmagazins „Journal of the American Medical Association“. 

Die USA sind nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität mit mehr als 3,4 Millionen Infizierten und bisher mehr als 136 000 Toten das weltweit mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Eine landesweite Maskenpflicht gibt es nicht. In einer Pressemitteilung des CDC vom Dienstag hieß es, eine Gesichtsbedeckung sei eine der wirkungsvollsten Waffen, um das Ausbreiten des Virus zu verlangsamen und zu stoppen. 

Der US-Präsident hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde, und das mit seinen regelmäßigen Corona-Tests begründet. Ihm wird vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der Pandemie abzugeben. Jüngst hatten er und sein Vizepräsident Mike Pence jedoch Masken getragen. 

Neuinfektionen steigen rapide – erneuter Lockdown in Kalifornien

08.30 Uhr: Kalifornien zieht die Notbremse: Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom am Montag (Ortszeit) erklärte. Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten.

Ebenso müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen, Friseursalons sowie viele Büros und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, sagte Newsom weiter. In den betroffenen Bezirken leben rund 80 Prozent der 40 Millionen Einwohner des Bundesstaats.  

Infolge der Lockerung von Kaliforniens Corona-Auflagen waren die Zahlen der Neuinfektionen, der Covid-Patienten im Krankenhaus und der gemeldeten Todesfälle zuletzt deutlich angestiegen. Am Sonntag etwa hatten die Behörden rund 8500 bestätigte Neuinfektionen und 72 Todesfälle gemeldet. Insgesamt gibt es in dem Bundesstaat an der Westküste bislang mehr als 320 000 gemeldete Infektionen. 

Das waren die News vom 14. Juli: 

WHO meldet Rekordanstieg von neuen Corona-Fällen weltweit

08.00 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit mehr als 230.000 neue Erkrankungen registriert worden, teilte die WHO mit. Die bisher größte Zahl von Neu-Infektionen binnen eines Tages hatte die Weltgesundheitsorganisation erst am Freitag mit gut 228.000 Fällen verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei rund 5000 täglich, so die WHO. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters nähert sich die Gesamtzahl der Infektionen weltweit der Marke von 13 Millionen. 

Das waren die News vom 13. Juli: 

Hunderte Corona-Neuinfektionen: Spanien verhängt erneut Lockdown

19.09 Uhr: In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine Ausgangsbeschränkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dürfen ab Montag das Haus nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien.

Damit wurden Maßnahmen in der im Westen Kataloniens gelegenen Region weiter verschärft, die schon seit einer Woche für mehr als 200.000 Menschen gelten. So war das Gebiet, in dem es einen Anstieg der Infektionszahlen gibt, bereits weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden. Seither kontrolliert die Polizei die Zufahrtsstraßen. In Katalonien wurden binnen 24 Stunden am Sonntag 816 neue Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch am Samstag, als 361 Fälle gemeldet wurden.

Dramatische Corona-Entwicklung in den USA – Trump trägt Maske

16.52 Uhr: Angesichts dramatisch steigender Coronavirus-Infektionen in den USA hat Präsident Donald Trump während eines öffentlichen Auftritts eine Maske getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda bei Washington einen blauen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten benutzte. Zuletzt war Trump im Mai fotografiert worden, als er während eines Rundgangs durch eine Fabrik im US-Bundesstaat Michigan zeitweise eine Maske aufgesetzt hatte.

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Nach Angaben des Weißen Hauses traf Trump im Walter-Reed-Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige. Er kam zudem mit medizinischem Personal zusammen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert. Trump sagte vor dem Besuch vor Journalisten: „Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.“ Er fügte hinzu: „Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.“ In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Die USA verzeichneten am Freitag die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie an einem Tag. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) lag die Zahl der registrierten Neuansteckungen bei einem Rekordwert von 66.627. Am Samstag ging die Zahl demnach auf 61.325 zurück. Insgesamt hat die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen deutlich zugenommen. Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU insgesamt mehr als 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134.000 Menschen starben. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt zwar weiterhin niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat aber wieder zugenommen. Am Samstag registrierte die JHU-Statistik 685 Tote.

Trotz der steigenden Infektionszahlen gab sich Trump optimistisch. In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung „Full Court Press“ sagte Trump, zwar gebe es einige Bundesstaaten wie Florida und Kalifornien, die plötzlich „heiß“ geworden seien. Viele andere Bundesstaaten sähen aber gut aus. „Wir werden sehr bald in sehr guter Verfassung sein“, so Trump. Nach JHU-Statistiken nimmt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen in den meisten der 50 US-Bundesstaaten zu.

Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien. In Florida meldeten die Behörden am Samstag mehr als 10.000 Neuinfektionen an einem Tag. Gouverneur Ron De Santis - der wie Trump der Republikanischen Partei angehört - wies Vorwürfe zurück, er habe die Schutzmaßnahmen in Florida voreilig wieder gelockert.

Wegen Corona: Deutsche Bahn pünktlich wie nie

Die Deutsche Bahn ist in der Corona-Krise so pünktlich wie seit Jahren nicht mehr gewesen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren 83,5 Prozent aller Züge im Fernverkehr pünktlich unterwegs, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.

„Das ist der beste Wert seit 2008“, erklärte Bahnchef Richard Lutz. Im gleichen Zeitraum 2019 lag die Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr bei 77,2 Prozent. Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit habe auch die geringere Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen, räumte die Bahn ein. Die Schieneninfrastruktur sei seit März zum Teil erheblich weniger belastet gewesen. Lutz sieht aber auch eigene Verdienste der Bahn: „Unsere Strategie der starken Schiene zeigt nach einem Jahr erste positive Wirkung.“

Das waren die Corona-News vom 11. Juli:

Deutsche Studierende bitten um Hilfe: USA will ausländische Studenten rauswerfen

19.25 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wollen viele US-Universitäten im Wintersemester nur Online-Kurse anbieten. Ausländische Studenten an diesen Hochschulen sollen nach dem Willen der US-Behörden die USA verlassen. Deutsche Studenten wenden sich nun an die Bundesregierung. „Wir zählen auf Ihre Rückendeckung“, heißt es in einem von knapp 100 deutschen Studenten in den USA unterzeichneten Brief, der an Bundesaußenminister Heiko Maas, an Botschafterin Emily Haber in Washington und an Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag adressiert ist.

Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln. Ausländern, die ihr Studium an einer von Herbst an ausschließlich online lehrenden Hochschule aufnehmen wollten, werde die Einreise nicht gestattet.

Ansturm von Freiwilligen für Corona-Studie in Tübingen

7 Uhr: Normalerweise hat es die Tübinger Universitätsklinik nicht leicht, Probanden für klinische Studien zu finden. Diesmal ist es anders: Für eine Corona-Impfstudie haben sich jetzt rund 4000 Freiwillige gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff erhalten.

Das waren die Corona-News vom 10. Juli:

Neutralisierende Antikörper im Kampf gegen Covid-19

9.48 Uhr: Dem Forscherteam um Univ.-Prof. Dr. Florian Klein von der Uniklinik Köln und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist ein weiterer Schritt bei der Suche nach Antikörpern gegen das Coronavirus gelungen. Sie schafften es, Teile der Entwicklung dieser Antikörper zu entschlüsseln und gleichzeitig neutralisierende Antikörper gegen das Coronavirus zu isolieren. Die Antikörper werden aktuell weiter charakterisiert und entwickelt und sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr im Rahmen von klinischen Studien untersucht werden.

„Wir gehen davon aus, dass solche Antikörper über mehrere Wochen wirksam sind und in dieser Zeit vor einer Erkrankung schützen könnten“ ergänzt Dr. Christoph Kreer, der Teil des Forscherteams in  Köln ist.

Israel: Corona-Neuinfektionen steigen auf Rekordwert

9.34 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35.500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. Zur Abmilderung der ökonomischen Folgen hatte die Regierung kurz zuvor ein milliardenschweres Hilfspaket vorgestellt.

Bei zweiter Corona-Welle: Giffey gegen erneute bundesweite Maßnahmen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich gegen erneute bundesweite Corona-Restriktionen im Fall einer zweiten Infektionswelle ausgesprochen. Stattdessen müsse „punktuell und regional“ auf die jeweilige Entwicklung reagiert werden, sagte Giffey in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins „Focus“. Zugleich bezeichnete die SPD-Politikerin die Kita- und Schulschließungen der vergangenen Monate als erfolgreiche Maßnahme. Diese Schließungen hätten dazu beigetragen, „ein Szenario wie in Italien“ und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Für das neue Schuljahr forderte Giffey „Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien“, damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. So sollten die Kinder möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, um die „Infektionswege“ zu begrenzen.

„All in New York": Metropole will wieder Touristen locken

 Mit einer neuen Kampagne will die schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffene Millionenmetropole New York nach und nach wieder Touristen anziehen. Unter dem Motto „All in New York“, das auf Deutsch etwa „Alles in New York“, aber auch „Alles für New York“ bedeuten kann, sollen zunächst die Bewohner der Metropolregion dazu verlockt werden, ihre Heimat wieder ausgiebiger zu erkunden, wie die Tourismusbehörde NYC & Company mitteilte. Später sollen dann auch wieder regionale, überregionale, landesweite und dann internationale Besucher angesprochen werden – alles unter Betonung von Abstands- und Hygieneregeln.

Die Kampagne sei ein „wichtiger erster Schritt“ bei der „nicht zu unterschätzenden Herausforderung, den Tourismus wiederaufzubauen“, sagte Behördenchef Fred Dixon. „Die Erholung des Tourismus wird allmählich verlaufen, aber sie wird kommen.“

Das waren die Corona-News vom 9. Juli:

Verschärfung auf Mallorca: Maskenpflicht nun auch im Freien

17.50 Uhr: Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln haben die Behörden die Maskenpflicht am Donnerstag weiter verschärft. Zum Schutz vor dem Coronavirus muss der Mund- und Nasenschutz demnach ab Montag in allen geschlossenen öffentlichen Räumen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen. Am Strand, am Pool sowie beim Sport müsse hingegen weiterhin niemand eine Maske tragen, sagte die Beraterin der Regionalregierung, Marga Frontera. Die Balearen folgen damit dem Beispiel Kataloniens, wo aufgrund von neuen Infektionsherden seit Donnerstag eine verschärfte Maskenpflicht herrscht.

Nach den Worten Fronteras ist die Lage auf den Balearen deutlich entspannter. Doch gehe es um einen „noch besseren Schutz“ der Menschen auf den Inseln. Mit mehr als 28.300 Toten zählt Spanien zu den besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Derzeit melden die Behörde 70 neue Ausbruchsherde, darunter in der katalanischen Stadt Lérida und ihrer Umgebung. In Spanien ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im öffentlichen Raum überall dort Pflicht, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Balearen zählen nach Angaben der Behörden insgesamt 130 Infektionsfälle sowie zehn neue, kleinere Infektionsherde - einen Großteil davon auf Mallorca. 

WHO setzt Prüfausschuss zum Umgang mit der Pandemie ein

14.45 Uhr: Nach Kritik an ihrer Reaktion auf die Corona-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einsetzung eines Prüfausschusses zum Umgang mit dem neuartigen Erreger angekündigt. Das Mandat des unabhängigen Expertengremiums werde in Abstimmung mit den WHO-Mitgliedstaaten ausgearbeitet, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf mit. Den Vorsitz sollen demnach die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen.

Seit Beginn der Pandemie Ende vergangenen Jahres wurden bereits mehr als zwölf Millionen Ansteckungen weltweit nachgewiesen, rund 550.000 Infizierte starben. Insbesondere die US-Regierung hat der WHO vorgeworfen, zu spät über das neuartige Coronavirus informiert zu haben. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die UN-Unterorganisation als zu China-freundlich ein und leitete den WHO-Austritt seines Landes ein. Dieser kann allerdings erst in einem Jahr vollzogen werden.

Seit Trump-Auftritt: Corona-Infektionszahlen in Tulsa deutlich gestiegen

7.21 Uhr: Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.

Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch „mehr als wahrscheinlich“, dass der Anstieg der Zahlen mit „mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen“ in Verbindung stehe.

In den ersten beiden Wochen nach der Trump-Veranstaltung war zwar noch ein Rückgang der Neuinfektionen in Tulsa festgestellt worden. Bei einer Coronavirus-Infektion kann es allerdings rund zwei Wochen dauern, bis sich Symptome zeigen.

Erste Hinrichtung in Texas nach mehrmonatiger Corona-Pause

7.19 Uhr: Im US-Bundesstaat Texas sind nach mehrmonatiger Corona-Pause die Hinrichtungen fortgesetzt worden. Am Mittwoch wurde der 45-jährige Billy Joe Wardlow mit der Giftspritze getötet, wie die Gefängnisverwaltung in Huntsville mitteilte. Er war wegen der Ermordung eines 82-jährigen Mannes während eines im Jahr 1993 Raubüberfalls zum Tode verurteilt worden. Wardlow war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Seine Anwälte hatten vergeblich versucht, seine Hinrichtung mit einem Antrag beim Obersten Gericht der USA zu stoppen. Wardlows Exekution war ursprünglich für den 29. April angesetzt gewesen, wegen der Corona-Pandemie jedoch verschoben worden.

Bei Exekutionen kommt es üblicherweise zu Menschenansammlungen – aus Wärtern, Anwälten, Zeugen und Verwandten. In Texas hatte es seit Anfang Februar keine Exekutionen mehr gegeben.

Das waren die Corona-News vom 8. Juli:

Drei Studentenwohnheime wegen Infektionen unter Quarantäne

17.50 Uhr: Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor. 

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden. Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der drei Studentenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die Zugänge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen.

Zahlen werden immer krasser: USA melden neuen Infektionsrekord

15.40 Uhr: Mit rund 60 000 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden haben die USA einen Höchststand bei den Neu-Ansteckungen erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Johns-Hopkins-Universität am Mittwochmorgen veröffentlichte. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete Johns-Hopkins mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag. 

Insgesamt zählt das Land demnach mehr als 2,996 Millionen Fälle (Stand: 8.7.; 9.57 Uhr). Mehr als 131.000 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen - vor allem in den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Der Immunologe Anthony Fauci - der zur Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses gehört - hatte sich zuletzt angesichts des raschen Anstiegs der Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. 

Katalonien: Strenge Maskenpflicht auch im Freien

11.41 Uhr: Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einführen, die praktisch überall und unter allen Umständen gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz heute beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó mit. Spanien ist mit knapp 28.400 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Demonstranten wollen Parlament stürmen – Polizei setzt Tränengas ein

7.32 Uhr: Vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad haben Tausende Menschen am Dienstagabend gegen neue Beschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert. In der Nacht zum Mittwoch kam es dabei zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei, wie örtliche Medien berichteten. Die Bereitschaftspolizei setzte demnach Tränengas gegen die Demonstranten ein, nachdem eine größere Gruppe versucht hatte, das Parlamentsgebäude zu stürmen.

Präsident Aleksandar Vucic hatte nur wenige Stunden zuvor im Fernsehen angesichts des Infektionsgeschehens eine neue Ausgangssperre für das kommende Wochenende angekündigt. Die Lage im Land sei ernst, betonte der Präsident in seiner Ansprache. Besonders die Hauptstadt sei stark betroffen. „Alle Krankenhäuser in Belgrad sind fast voll“, sagte Vucic weiter. Daher werde von Freitag bis Montag ein Ausgehverbot verhängt. Zuletzt hatte es im Mai eine Ausgangssperre gegeben. Ab Mittwoch seien zudem Treffen von mehr als fünf Menschen verboten – sowohl drinnen wie draußen.

Zuvor waren die Corona-Fälle in dem Balkanland rund acht Wochen nach den ersten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen deutlich angestiegen. Serbien hatte am Dienstag 13 neue Todesfälle infolge von Covid-19-Erkrankungen gemeldet – der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie.

Rote Zahlen: Levi's streicht Hunderte Jobs

7.14 Uhr: Der traditionsreiche Jeans-Hersteller Levi Strauss (Levi's) will nach einem starken Umsatzrückgang und roten Zahlen in der Corona-Krise Hunderte Stellen streichen. Im zweiten Quartal brachen die Erlöse im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 498 Millionen Dollar (442 Mio Euro) ein, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Unterm Strich erlitt Levi's einen Quartalsverlust von 363 Millionen Dollar.

Um die Kosten zu senken, sollen jetzt rund 700 Bürojobs wegfallen. Das entspricht laut Levi's etwa 15 Prozent der Stellen außerhalb von Verkauf und Produktion. Die Maßnahme soll jährlich 100 Millionen Dollar einsparen. Insgesamt hat Levi's nach eigenen Angaben rund 14.400 Mitarbeiter. 

Das waren die Corona-News vom 7. Juli: 

USA treten aus Weltgesundheitsorganisation aus

21.37 Uhr: Die USA haben ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell angekündigt. Die Ankündigung, die am 6. Juli 2021 wirksam werde, sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Der Kongress sei darüber informiert worden, teilte der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Senats, Bob Menendez, auf Twitter mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt Ende Mai angekündigt.

Die Entscheidung von Trump, die Zusammenarbeit mitten in der Pandemie zu beenden, hatte weltweit Kritik ausgelöst. Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die UN-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen.

Mehrfach verwies er darauf, dass die USA mehr Geld an die Organisation zahlten als China. Er machte die in Genf ansässige Organisation mitverantwortlich für die hohe Anzahl der Toten. Die WHO habe sich zudem notwendigen Reformen verschlossen. Der US-Präsident beschuldigt zudem China, die weltweite Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben, und droht mit Konsequenzen.

Trump hatte die WHO-Beiträge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Die USA waren bislang wichtigster Geldgeber. In diesem Jahr sollten die Beiträge eigentlich knapp 116 Millionen Dollar betragen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

17.27 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, sagte der ultrarechte Staatschef am Dienstag in einem TV-Interview. Er sei aber bei bester Gesundheit und weise keine schweren Symptome auf.

Am Vortag hatte der 65-Jährige erklärt, er leide unter leichtem Fieber. Bolsonaro hat die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleinzureden versucht. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als „kleine Grippe“.

Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Laut offiziellen Angaben wurden in dem lateinamerikanischen Land 1,6 Millionen Infektionsfälle und mehr als 65.000 Todesopfer verzeichnet. Dennoch hatte Bolsonaro die von brasilianischen Bundesstaaten und Bezirken verhängten Corona-Restriktionen immer wieder harsch kritisiert. Vergangene Woche legte der Staatschef zudem sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Maskenpflicht ein.

Rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in Quarantäne

13.21 Uhr: Nach der Corona-Infektion einer kompletten zwölfköpfigen Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde angeordnet. Nach Angaben eines Behördensprechers von Dienstag sind alle Mitglieder der Euskirchener Mennoniten-Gemeinde betroffen, einer evangelischen Freikirche, der die betroffene Familie angehört. Nach der Familie sollen alle Gemeindemitglieder noch diese Woche auf das Virus getestet werden.

Kurz nach Wiederöffnung: Mehrere britische Pubs wegen Corona-Infektionen schon wieder dicht

10.10 Uhr: Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden. 

Kritiker halten die Lockerungen für viel zu früh. Denn Großbritannien ist das am schlimmsten vom Coronavirus-Ausbruch betroffene Land in Europa. Jeder Landesteil kann über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie entscheiden. 

38 Grad Fieber: Brasiliens Präsident Bolsonaro erneut auf Coronavirus getestet

8.15 Uhr: Der 65-jährige Politiker habe zuletzt unter möglichen Symptomen des Coronavirus gelitten, darunter Fieber von 38 Grad, sagte Bolsonaro am Montag dem brasilianischen Programm des Nachrichtensenders CNN.

Die Testergebnisse erwartet er für Dienstag. Bolsonaro hat die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleinzureden versucht. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als „kleine Grippe“.

Bolsonaro befinde sich derzeit „in gutem Gesundheitszustand“ und halte sich in seiner Residenz auf, teilte das Pressebüro des Staatschefs mit. Weitere Details nannte es nicht. Laut Berichten brasilianischer Medien sagte Bolsonaro alle seine Termine für die Woche ab. 

Bolsonaro hatte sich in den vergangenen Monaten bereits drei Mal auf das Coronavirus testen lassen. Im Mai wurde er vom Obersten Gericht dazu gezwungen, die Resultate dieser Tests offenzulegen. Sie waren negativ ausgefallen

Das waren die News vom 7. Juli: 

Griechenland: Touristen positiv auf Corona getestet

18.52 Uhr: Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. Die meisten davon (20) waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks (ERT) Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus verschiedenen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar. Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert.

Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100.000 Urlauber über den Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland geschlossen.

Gericht beendet Corona-Einschränkungen in Gütersloh

16.28 Uhr: Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Kraft gesetzt. Der Grund: Die Regelung sei nicht differenziert genug. Ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht verhältnismäßig, teilte das Gericht mit. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Studie: Ein Drittel trinkt in der Krise mehr Alkohol

9.00 Uhr: Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen.

Corona-Hilfe: Immer mehr Betrugsfälle in Deutschland

8.28 Uhr: Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit Tausende Verdachtsfälle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5100 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten oder des Ausspähens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2200 Fälle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen änderten sich quasi täglich. Nicht aus allen Ländern sind Zahlen bekannt. Ob sich ein Verdachtsfall tatsächlich als Straftat entpuppt, zeigen erst die Untersuchungen.

Um wie viel Geld die Länder in den Fällen betrogen wurden, ist vor Abschluss der Verfahren ebenfalls nicht abschließend zu klären. Zahlreiche Behörden konnten hierzu bislang keine Angaben machen. Nach dpa-Recherchen könnte es bundesweit mindestens um knapp 22 Millionen Euro gehen.

Indien mit fast 700.000 Corona-Infektionsfällen auf Platz drei weltweit

7.54 Uhr: Indien hat Russland bei der Zahl der Corona-Fälle überholt – nur Brasilien und die USA haben nun mehr gemeldete Infektionen. Das zeigen Zahlen der Johns Hopkins Universität. Indien hatte demnach am Montag mehr als 697.000 Fälle, Russland mehr als 680.000. Die Zahlen in Indien steigen schneller an, seit die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie deutlich gelockert wurden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während des strikten Lockdowns waren Millionen Menschen arbeitslos geworden, viele hatten Angst zu verhungern. Inzwischen werden in der indischen Hauptstadt und Millionenmetropole Neu Delhi die Krankenhausbetten knapp. Die Regierung lässt temporäre Corona-Krankenhäuser einrichten - unter anderem in Zügen, Hotels und in einem großen Zentrum, in dem zehntausend Betten aus Karton stehen.

Das waren die News vom 5. Juli:

Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

13.15 Uhr:  Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet. 

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange. 

Das waren die News vom 4. Juli:

Deutlicher Anstieg von Infektionszahlen: Spanische Großstadt erneut unter Quarantäne

13.10 Uhr: Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200 000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“. 

Die Quarantäne gelte ab Samstagmittag. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz reisen oder sie verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Bewohner der Quarantäneregion dürften jedoch einmalig noch bis 16.00 Uhr an ihren Wohnort in der Zone zurückkehren. Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Auch Treffen von mehr als zehn Menschen seien verboten und Besuche von Altersheimen würden ausgesetzt. 

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4030 Infektionsfälle in der Region registriert. Das seien 60 mehr als am Donnerstag gewesen, als ein Anstieg um 128 Fälle im Vergleich zum Mittwoch festgestellt worden war. Im Laufe der Woche seien es insgesamt 365 Fälle gewesen. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung „Las Provincias“.

Spanien ist mit mehr als 28 300 Corona-Toten und 250 000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. 

WHO: Das ist noch immer die erste Welle!

8.49 Uhr: Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in vielen Ländern sind nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Anzeichen einer zweiten Welle. Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU).

„Was wir jetzt erleben, ist ein zweiter Höhepunkt der ersten Welle in vielen Ländern, wo das Virus nicht genug unterdrückt worden ist, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern“, sagte Ryan. Um so mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontaktn konsequent weiter angewendet werden. „Sonst könnten wir eine Situation bekommen, wo das Infektionsniveau anhaltend höher ist als wir es wirklich wollen.“
Das Potenzial einer zweiten Welle sei da, sagte Ryan, etwa im Winter, wenn wieder mehr Menschen eng in Räumen zusammen seien und das Virus sich dadurch leichter von Mensch zu Mensch verbreiten könne als jetzt. Womöglich reagiere das Virus auch auf Temperaturen.

Das waren die Nachrichten vom 3. Juli

Trump führt hohe Corona-Zahlen auf Ausweitung der Tests zurück

13.08 Uhr: Präsident Donald Trump hat den rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen in den USA erneut damit begründet, dass in dem Land weitaus mehr auf das Virus getestet werde. „Es gibt eine Zunahme der Coronavirus-Fälle, weil unser Testverhalten so massiv und so gut ist, viel größer und besser als in jedem anderen Land“, schrieb er am späten Donnerstagabend auf Twitter. Dies seien großartige Neuigkeiten. Außerdem sei die Sterblichkeitsrate zurückgegangen, und jüngere Menschen erholten sich viel leichter und schneller.

Kritiker werfen ihm vor, das Infektionsgeschehen herunterspielen zu wollen. Sie verwiesen auf eine steigende Zahl von Krankenhauseinweisungen. Sie machen außerdem geltend, dass bei einer Ausweitung der Tests die Anzahl der positiven Resultate zurückgehen oder zumindest gleichbleiben müsste, wenn Trumps These stimmen sollte. Auch renommierte Experten weisen Trumps Begründung zurück und machen vorrangig die Lockerung von Corona-Beschränkungen für den Anstieg verantwortlich.

Zuletzt war für die USA eine Rekordzahl von mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie mehr als 2,7 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorgeht. Fast 130.000 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus.

Deutsche müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

7.19 Uhr: Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli.

Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. 

Das waren die Corona-News vom 2. Juli: 

USA melden erstmals über 50.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

10.40 Uhr: In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 50 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag verzeichnet worden. Damit haben die Infektionszahlen einen neuen Höchststand erreicht, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Den Zahlen zufolge sind am Mittwoch rund 50.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Die „Washington Post“ zählt sogar rund 52.800 Fälle. 

Seit einer Woche melden die USA regelmäßig mehr als 40.000 Neuinfektionen am Tag und liegen damit über den Zahlen vom bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Die US-Staaten Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein. US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus. Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA über 2,6 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 128.000 sind an oder mit dem Virus gestorben. 

Das waren die Corona-News vom 1. Juli:

Regierungskrise in Slowenien wegen Skandals um Corona-Ausrüstung

7.26 Uhr: In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche Regelverstöße bei der Materialbeschaffung für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurück, der Wirtschaftsminister wurde vorübergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang März. Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen Gesetzesverstößen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und Beatmungsgeräten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen favorisiert haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei.

Pocivalsek weist die Vorwürfe zurück. Er wurde laut Presseinformationen nach seiner Festnahme am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Innenminister Ales Hojs erklärte zu seinem Rücktritt, er habe erst am Dienstag von den Ermittlungen gegen die Regierung erfahren. Er bezeichnete diese als „politisch motiviert“. Ziel sei es, die Regierung zu stürzen. Nach seinen Angaben trat auch der oberste Polizeichef des EU-Mitgliedstaats aus Protest gegen die Ermittlungen zurück. 

Das waren die Corona-News vom 30. Juni:

Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann

13.50 Uhr: Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20 000 auf 30 000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder.

Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er.

Mehrere US-Bundesstaaten führen Corona-Beschränkungen wieder ein

10.40 Uhr: Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75 000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida.

Auch im Bezirk Los Angeles Country in Kalifornien mit rund zehn Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet - die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie. 

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien daher im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Sonntag in Teilen des US-Bundesstaats eine erneute Schließung von Bars angeordnet. Der Erlass gilt in sieben Bezirken, darunter auch in der Millionenmetropole Los Angeles. 

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Der Bundesstaat New Jersey verschob die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen. In Texas wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Auch andere Bundesstaaten kündigten an, Lockerungen bei den Corona-Auflagen wieder rückgängig zu machen.

Für Sonntag meldeten die Behörden in den USA fast 40 000 Neuinfektionen, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. In den USA gibt es insgesamt bislang fast 2,6 Millionen bestätigte Infektionen und 126 000 Todesfälle.

Das waren die News vom 29. Juni:

Tropenmediziner warnt vor Großveranstaltungen

15.44 Uhr: Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger hat trotz der niedrigen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus vor Leichtsinn gewarnt. Die Basis-Schutzmaßnahmen, wie das Abstandhalten, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, häufiges Händewaschen und der Verzicht auf Begrüßungsrituale wie Umarmen oder Handgeben, minderten das Infektionsrisiko um 30 bis 40 Prozent, sagte Reisinger am Montag. Damit lasse sich die Epidemie kontrollieren.

Der Tropenmediziner warnte: Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei. China, Israel, die südlichen US-Bundesstaaten – vielerorts gebe es derzeit eine zweite Welle. Um eine solche Entwicklung in Deutschland zu vermeiden, sollte aus seiner Sicht auf Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern vorerst weiter verzichtet werden.

An diesem Dienstag berät das Kabinett in Schwerin über mögliche neue Lockerungen in der Krise für Mecklenburg-Vorpommern.

Verlängerter Lockdown in Gütersloh

15.31 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte. 

Das waren die News vom 28.Juni: 

Gorbatschow und mehr als 100 Prominente fordern kostenlosen Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als 100 weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst, darunter der ehemalige sowjetische Staatschef Michael Gorbatschow, setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen das Sars-CoV-2-Virus als „globales, öffentliches Gut“ (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung. 

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen. 

Nach neuem Corona-Ausbruch: Halbe Million Chinesen müssen in Lockdown

15.01 Uhr: Wegen eines neuen Corona-Ausbruchs in Peking müssen eine halbe Million Menschen in den Lockdown. In den vergangenen 24 Stunden seien laut chinesischer Behörden 14 neue Ansteckungen festgestellt worden. Betroffen von dem Lockdown sind Chinesen, die im Kreis Anxin (150 Kilometer von Peking entfernt) leben.

Der Ort werde vollständig abgeriegelt und kontrolliert. Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe rausgehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es.

Die jüngsten Infektionen lösen Befürchtungen eines weitläufigen Wiederaufflammens des Virus in China aus.

Nach Drohung wegen Corona – Ministerpräsident Kretschmann schließt Facebookseite

13.35 Uhr: Was für ein Irrsinn: Nachdem der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), am Freitagabend einen Podcast hochgeladen hatte, gingen „im Sekundentakt zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen und Beleidigungen“ auf seiner Facebookseite ein, wie seine Pressestelle mitteilte.

Kretschmann hatte sich in dem Podcast dafür entschuldigt, dass er trotz der Corona-Vorschriften am Berliner Flughafen kurz keinen Mundschutz getragen habe. Auch sagte er: „Seit vielen Monaten kämpfen wir mit Corona. Und es ist noch nicht vorbei. In manchen Kommentaren auf meiner Facebook-Seite hört sich das anders an. Dort schreiben manche Mitbürger, die Pandemie sei jetzt weitgehend vorüber und das mit den Schutzmaßnahmen müsse man nicht mehr so ernst nehmen. Solche Kommentare bereiten mir echte Sorge.“
Daraufhin gingen in 20 Stunden weit mehr als 4000 Kommentare der „Störer“ ein – das Staatsministerium sah sich gezwungen, die Facebookseite vorübergehend zu schließen.

Bayern weitet Corona-Tests massiv aus – kostenlos für jedermann

12.57 Uhr: Bayern will ab sofort eine Großoffensive in Sachen Corona-Tests starten. Künftig soll sich jeder in dem Bundesland kostenlos testen lassen können, selbst wenn er keine Symptome hat. Das erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München.

Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben“, betonte Huml. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“

Vorrang sollen aber weiterhin Personen mit Symptomen haben.

Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies – jetzt steckt sich auch die restliche Bevölkerung an

8.52 Uhr: Im Landkreis Gütersloh steigt nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies die Zahl der positiven Tests auch in der übrigen Bevölkerung deutlich an. In nur einer Woche (20. bis 26. Juni) wurden 75 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, die keinerlei Bezug zu dem Unternehmen haben. Allerdings weist die Mehrzahl der Betroffenen keine Krankheitszeichen auf.

Seit Beginn der Pandemie wurden im Kreis Gütersloh insgesamt 2203 Coronainfektionen durch Labore bestätigt (Stand Samstagmorgen). Momentan sind 1434 Menschen infiziert, 29 müssen stationär behandelt werden, fünf von ihnen liegen auf der Intensivstation, zwei Personen müssen beatmet werden.

Freiwillige Tests sollen Klarheit darüber bringen, in welchem Umfang der Corona-Ausbruch bei einer Vielzahl von Tönnies-Mitarbeitern auf die Bevölkerung im Kreis Gütersloh übergegriffen hat. Wegen der Infektionen bei Tönnies gelten seit Mittwoch für die insgesamt rund 640.000 Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wieder verschärfe Corona-Auflagen.
 

Das waren die Corona-News vom 27. Juni:

Söder warnt vor zweiter Corona-Welle

13.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. „Wir müssen wirklich aufpassen“, sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen.“ In der vergangenen Woche sei „unglaublich viel passiert“, sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, „ob diese Maßnahmen zu viel oder zu wenig sind“ - sondern man müsse „handeln und entscheiden“.

Superstars treten heute gegen Corona auf

11.25 Uhr: Was haben Angela Merkel, Shakira und David Beckham gemeinsam? Sie wollen sich alle drei an diesem Samstag für den Kampf gegen die Corona-Pandemie engagieren. Im Idealfall fließen weitere Milliarden für Tests, Impfstoffe und Covid-19-Behandlungen.

Mit Online-Auftritten weltberühmter Musiker und einer digitalen Geberkonferenz geht an diesem Samstag der Spendenmarathon für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in den Endspurt. Für das ab 20 Uhr im Internet zu sehende Konzert haben die Organisatoren Stars wie Justin Bieber, Shakira, Coldplay und Miley Cyrus gewinnen können. Bei der Konferenz davor (15.00 Uhr) sollen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen. Von den Vereinten Nationen ist Generalsekretär António Guterres mit dabei.

Das Event an diesem Samstag wird von der EU-Kommission gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisationen Global Citizen organisiert. Sie haben für die Online-Gala am Samstagabend auch zahlreiche nicht musizierende Stars für Gastauftritte gewinnen können. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Schauspielerinnen Kerry Washington und Charlize Theron, Ex-Fußballprofi David Beckham und das frühere Top-Model Naomi Campbell.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland

8.35 Uhr: Bundesweit wurden laut Robert Koch-Institut 687 registrierte Neuinfektionen Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. 8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,02 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 243 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0.00 Uhr).

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,02 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Das waren die Corona-News vom 26. Juni: 

Grimme Online Award: Drosten-Podcast ausgezeichnet

9.26 Uhr: Der Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim Grimme Online Award gewonnen. Einen Preis gab es von der Jury, einen vom Publikum. Die Grimme-Juroren zeichneten die NDR-Produktion am Donnerstagabend in der Kategorie „Information“ aus.

Zur Begründung hieß es: „Das Coronavirus-Update“ demonstriert, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln kann - und erschließt ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast.“ Am Ende der Verleihung kam auch noch der Publikumspreis hinzu, über den Internet-Nutzer abstimmen konnten.

Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen.

Saarland beschließt Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Gebieten 

08.38 Uhr: Das Saarland hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh.

Rekordzahl: Fast 40.000 Neuinfektionen in den USA

6.55 Uhr: In den USA sollen 39.818 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden sein. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426 Neuinfektionen. In den Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming, wurden in dieser Woche Rekordanstiege an Neuinfektionen vermeldet.

477 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

6.40 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI Freitagmorgen meldete. 8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Das waren die Corona-News vom 25. Juni:

Landtagssitzung in Rheinland-Pfalz wegen Corona-Verdachts abgesagt 

Der rheinland-pfälzische Landtag hat seine für Donnerstag geplante Plenarsitzung wegen eines Corona-Verdachts abgesagt. Hintergrund sei, dass eine Abgeordnete als Kontaktperson eines bestätigten Covid-19-Falls gelte, teilte der Landtag am Morgen mit. Die Parlamentarierin wurde demnach auf das Coronavirus getestet, ein Ergebnis wird für den Abend erwartet.

„20, 30 durch die Lappen gegangen “: NRW-Minister gibt Tönnies-Fehler zu

10.50 Uhr: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei „sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet“ worden. Laumanns Staatssekretär Edmund Heller verdeutlichte in der Sitzung, dass eine komplette Erfassung der Menschen auf dem Tönnies-Gelände rückwirkend zunächst kaum möglich gewesen sei.

USA: Corona-Krise spitzt sich wieder zu

7.30 Uhr: Die Corona-Krise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet – fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. Die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass aus mehreren Staaten des Südens kommende Reisende in Quarantäne müssen. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen in den USA liegt nach Angaben der Universität bei knapp 2,4 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg um weitere 756 Fälle auf etwa 121.900. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Seit zwei Wochen verzeichnen sie in rund der Hälfte ihrer 50 Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten. Dies gilt besonders für Regionen des Südens - so registrieren die Bundesstaaten Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Beobachter führen dies unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück.

Nobelpreisträger warnen vor Corona-Gefahren für Demokratie

7.19 Uhr: Zahlreiche Nobelpreisträger und prodemokratische Organisationen aus aller Welt haben vor den Gefahren der Corona-Krise für die Demokratie gewarnt. Die Coronavirus-Pandemie bedrohe nicht nur das Leben und die Existenzgrundlage von Menschen weltweit, sondern sei auch eine politische Krise, die die Zukunft der freiheitlichen Demokratie gefährde, schrieben sie in einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief. „Die Covid-19-Krise ist ein alarmierender Weckruf und eine dringende Warnung, dass die von uns wertgeschätzten Freiheiten in Gefahr sind und wir sie nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen.“

Initiiert wurde das Schreiben vom in Stockholm ansässigen zwischenstaatlichen Demokratie-Institut IDEA und der US-Organisation National Endowment for Democracy. Zu den mehr als 500 Unterzeichnern zählen neben rund 70 Organisationen außerdem 13 Nobelpreisträger wie die Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk, Juan Manuel Santos und Lech Walesa sowie knapp 60 frühere Staats- und Regierungschefs. Auch der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong, Schauspieler und Tibet-Aktivist Richard Gere und der ehemalige EU-Parlamentsabgeordnete Elmar Brok finden sich auf der Liste.

Wenig überraschend sei, dass autoritäre Regime die Lage nutzten, um Kritiker zum Schweigen zu bringen und ihre Macht zu festigen, hieß es in dem Schreiben. Aber auch einige demokratisch gewählte Regierungen bekämpften die Pandemie mit Hilfe von Notstandsbefugnissen, die die Menschenrechte einschränkten und die staatliche Überwachung ausweiteten. Parlamente würden übergangen, Journalisten festgenommen und Minderheiten zu Sündenböcken gemacht. Dabei werde Unterdrückung nicht helfen, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Die Demokratie sei weiterhin das effektivste System, um globalen Krisen zu begegnen.

Das waren die Corona-News vom 24. Juni:

Covid-19: Rätsel um höheres Sterberisiko für Männer

14.53 Uhr: Männer haben bei der Corona-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen: Sie erkranken oft schwerer und sterben häufiger – das Phänomen ist weltweit zu beobachten. Daten der Forschungsinitiative Global Health 50/50 aus mehr als 20 Ländern zeigen, dass Frauen sich zwar ähnlich häufig anstecken, bei den Sterberaten die Verteilung jedoch bei einem Drittel zu zwei Dritteln liegt. Eine Vermutung: Die Ursache könnte ein ungesünderer Lebensstil sein, denkbar sei auch, dass Männer einfach später zum Arzt gehen und deshalb die Krankheit länger verschleppen. Manche Experten sehen als Faktoren für die unterschiedlichen Verläufe auch das weibliche Hormon Östrogen mit seinem schützenden Wirkmechanismus oder das stärkere Immunsystem von Frauen – eindeutige Belege gibt es dafür jedoch nicht.

7-Tage-Inzidenz steigt in Gütersloh auf über 270

13.15 Uhr: Im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen. 

Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dürfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640 000 Einwohner der beiden Kreise.

Münchner Tropeninstitut sucht Freiwillige für Corona-Studie

11.34 Uhr: Das Münchner Tropeninstitut sucht Freiwillige für eine klinische Studie zur Testung des vom Unternehmen Curevac entwickelten Impfstoffs gegen Covid-19. Es können gesunde Menschen aus München und Umgebung im Alter zwischen 18 bis 60 Jahren teilnehmen, die bereits eine nachgewiesene Covid-19-Erkrankung durchmachten, wie das Tropeninstitut am Mittwoch mitteilte.

Die zu einer ganzen Studienreihe zählende Studie soll die Verträglichkeit und Immunantwort des neuen Impfstoffs untersuchen und dabei helfen, die Dosis zu finden, die wichtig für die Wirksamkeit ist. Um dies mit ausreichender Sicherheit zu bestimmen, bekommt ein Teil der Probanden nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo. Zur Studie zählen ein Screeningtermin, zwei Impftermine und zehn Kontrolltermine binnen 13 Monaten. Teilnehmer bekommen eine Aufwandsentschädigung.

Österreich verhängt Reisewarnung für NRW

11.20 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Für das westdeutsche Bundesland gelte eine partielle Reisewarnung der Stufe fünf, teilte Kanzler Sebastian Kurz nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Die Skala des österreichischen Außenministeriums reicht von eins „guter Sicherheitsstandard“ bis sechs „Reisewarnung“ für ein ganzes Land. 

Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Außenministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko (Stufe 4) mit der Maßgabe: „Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten.“ Insgesamt gibt es 6 Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen „partiellen“ Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

Kipping fordert Schul-Laptops mit mobilem Internet für alle Kinder

7.30 Uhr: Linken-Chefin Katja Kipping hat die Zuschüsse der Bundesregierung zur Anschaffung von Digitalgeräten für Schüler als nicht ausreichend kritisiert und Schul-Laptops mit mobilem Internetzugang für alle Kinder gefordert. „Die Förderung zur Geräteanschaffung ist nicht ausreichend und wenig zielführend“, sagte Kipping der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Die Schulen würden dadurch mit einem Chaos verschiedener Software und daraus folgenden Datenschutz- und Kompatibilitätsproblemen kämpfen. Zudem habe nicht jede Familie einen Internetanschluss zu Hause. „Die bessere Lösung: Jedes Kind bekommt von der Schule einen eigenen Laptop mit mobilem Datenzugang gestellt“, sagte Kipping. „Über SIM-Karten in Laptops ist es inzwischen problemlos möglich, damit dann auch zu Hause zu arbeiten.“ Diese Laptops könnten die Kinder am Ende ihrer Schulzeit mitnehmen, sagte die Linken-Chefin.

Sie forderte mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie außerdem das Angebot einer Online-Hausaufgabenbetreuung für Kinder, die zu Hause unter schwierigen Bedingungen lernen müssten. Man wisse nicht, wie der künftige Pandemie-Verlauf den Unterricht weiter beeinträchtigen werde, warnte Kipping. „Statt auf baldige Rückkehr zur alten Normalität zu hoffen, sollten wir die ohnehin sinnvolle Digitalisierung des Lernens jetzt richtig angehen.“

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Lateinamerika und Karibik

7.24 Uhr: In Lateinamerika und der Karibik hat die Zahl der insgesamt verzeichneten Todesfälle durch die Corona-Pandemie die Schwelle von 100.000 überschritten. Das ergab eine in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte Zählung der Nachrichtenagentur AFP, die auf Behördenangaben beruht. Demnach gibt es in Lateinamerika und der Karibik inzwischen 2,1 Millionen amtlich verzeichnete Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus. Rund die Hälfte der registrierten Corona-Todesfälle in dieser Weltregion trat in Brasilien auf, dem bevölkerungsreichsten und flächenmäßig größten Land Lateinamerikas. Dort wurden bis Dienstag 52.645 an den Folgen der Viruserkrankung gestorbene Menschen gezählt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Brasilien lag bei 1,146 Millionen. Das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Region ist Mexiko, mit bis Dienstag 23.377 offiziell verzeichneten Todes- und rund 191.400 Infektionsfällen.

Das waren die Corona-News vom 23. Juni:

Nach Ausbruch bei Tönnies: Weiterer Kreis muss in den Lockdown

Wie der zuständige Gesundheitsminister von NR, Karl-Josef Laumann, am Nachmittag bekanntgab, soll nach Gütersloh auch der Landkreis Warendorf in einen weitgehenden Lockdown treten.

Weitere Infos gleich auf MOPO.de

Berlin schafft Kontaktbeschränkungen ab

13.10 Uhr: Nach Thüringen und Brandenburg fallen auch in Berlin die Kontaktbeschränkungen ganz weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. In den meisten anderen Bundesländern sind Kontakte noch auf zwei Haushalte oder auf bis zu zehn Personen beschränkt.

Sachsen-Anhalt will nachziehen: Ab Anfang Juli solle nur noch die Empfehlung gelten, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Auf Bußgelder solle verzichtet werden.

Nach Ausbruch bei Tönnies: Gütersloh für Lockdown

10.55 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh nun doch massiv ein. Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen gegolten hätten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf. So sind Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen wieder verboten. Fitnessstudios werden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars.

Die Landesregierung werde „für den gesamten Kreis Gütersloh einen Lockdown verfügen“, so Laschet. Der Zweck solle sein, „die Situation zu beruhigen“ und die „Testungen auszuweiten“. Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher „größte Infektionsgeschehen“ in NRW und in Deutschland. Ausreiseverbote soll es aber keine geben.

Auch im benachbarten Kreis Warendorf ist der festgelegte Schwellenwert für Neuinfektionen überschritten worden. Laut Robert-Koch-Institut wurden am Dienstag (Stand Null Uhr) 68,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern für den Kreis Warendorf erfasst. 50 Fälle gelten als Grenze für zusätzliche Schutzmaßnahmen. Warendorfs Landrat Olaf Gericke (CDU) hatte die Neuinfektionen am Montagnachmittag auf die 1243 im Kreisgebiet wohnenden Tönnies-Mitarbeiter zurückgeführt. Sie stehen unter Quarantäne. Ein Lockdown im Kreis sei aber nicht nötig, da die Infektionen nicht auf die übrige Bevölkerung übersprängen, hatte der Landrat gesagt.

Ausstellung zeigt Cartoons zur Corona-Krise

7.18 Uhr: Eine Ausstellung in der „Havengalerie“ in Bremen-Vegesack thematisiert derzeit die Corona-Krise anhand von Cartoons. Zu sehen sind unter dem Titel „Ansteckende Cartoons“ 55 Werke von 15 renommierten Zeichnern, darunter Tetsche, Til Mette, Dorthe Landschulz und Michael Holtschulte. Cartoonisten deckten Systemfehler auf, betonte Organisatorin Dijana Nukic. „Wir verhöhnen die Pandemie nicht.“ Die neue Normalität präsentiere sich bedrohlich und absurd, aber doch immer wieder lustig. „Ansteckender als das Virus muss das Lachen sein“, heißt es in der Beschreibung der seit Ende Mai laufenden Ausstellung, die noch bis 26. Juli zu sehen ist.

Das waren die Corona-News vom 22. Juni:

Gesundheitsexperte warnt vor Reisenden aus Gütersloh

13.30 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. „Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Das Virus könnte sich so potenziell sehr weit verteilen, sagte der studierte Epidemiologe.

Bislang gilt im Kreis Gütersloh für die Angestellten, Arbeiter und deren Angehörige des betroffenen Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eine Quarantäne. Mehr als 1330 waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schließt einen Lockdown für den ganzen Kreis zwar weiterhin nicht aus – bislang aber gibt es keinen, weil der Ausbruchsherd lokal eingrenzbar sei. Daran übte Lauterbach scharfe Kritik: „Es ist falsch, dass es jetzt keinen kurzen Lockdown mit einem massiven Testaufgebot gibt, um das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Region anhand genügend großer Stichproben genau einschätzen zu können.“

Brasilien beklagt bereits über 50.000 Corona-Tote

9.59 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 50.000 gestiegen. Insgesamt seien bisher 50.617 Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Sonntagabend (Ortszeit) auf seiner Website mit. Über eine Million Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Experten allerdings wesentlich höher sein, da Brasilien nur relativ wenig testet. Damit liegt das größte Land Lateinamerikas sowohl bei Infektionen als auch bei Toten an zweiter Stelle hinter den USA. 

Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Auflagen

7.26 Uhr: Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Sonntag in Den Haag berittene Beamte und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Rund 400 Menschen seien festgenommen worden. Die Demonstranten im Zentrum von Den Haag protestierten unter anderem gegen die Abstandsregel von 1,50 Metern – viele von ihnen hielten Hände. Der Protest verlief nach Polizeiangaben zunächst friedlich, bis Fußballfans dann am nahegelegenen Bahnhof Steine und Flaschen gegen Polizisten schleuderten.

Die Polizei versuchte nach eigenen Angaben, die Demonstranten auseinander zutreiben. Zahlreiche Menschen, die trotz der Demonstrationsauflagen nicht gehen wollten, kesselte sie demnach ein und nahm sie fest. Am Bahnhof seien zudem fünf Menschen wegen Steinewerfens festgenommen worden. Ein Teil der Festgenommenen sei bis zum Abend wieder freigelassen worden. 

Japan sorgt sich um Millionen alleinstehender Senioren

7.08 Uhr: Im rasant alternden Japan wächst angesichts der andauernden Corona-Krise die Sorge über Millionen von alleinstehenden Senioren. Experten rufen zu verstärkter Hilfe für die Betreuung dieser alten Menschen auf. Schätzungen zufolge leben in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt inzwischen rund sieben Millionen Senioren allein. Doch wegen der Pandemie ist es für Betreuer oft nicht möglich, die Senioren zu Hause aufzusuchen und sich in direkten Gesprächen nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies schüre die Sorge, dass mehr alte Menschen einen einsamen Tod sterben, so die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Montag.
In der Corona-Krise wird jetzt versucht, zumindest telefonisch Kontakt zu den Senioren zu halten und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch sollten nach Meinung von Experten verstärkt moderne Kommunikationsmittel wie Tablet-Computer und Video-Anrufe zur Betreuung genutzt werden, zumal mehr Alte mit solchen Geräten umgehen könnten. Zugleich ruft der Staat die Betroffenen auf, auch selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun, zum Beispiel unter Vermeidung großer Menschenansammlungen spazieren zu gehen und ausgewogen zu essen.

Das waren die Corona-News vom 21. Juni:

Bildungsministerin Karliczek hält normalen Schulbetrieb nach Sommerferien noch nicht für gesichert 

10.30 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien noch längst nicht für gesichert. „Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen. „Wir müssen weiter mit Umsicht handeln.“ Inzwischen strebten die Länder die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien an. „Ich hoffe sehr, dass das Infektionsgeschehen diese Entwicklung zulässt“, sagte Karliczek.

Allerdings hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig der regelmäßige und persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern sei. Homeschooling habe „ganz klare Grenzen“. „Deshalb behält der Präsenzunterricht natürlich seine Bedeutung. Ohne Wenn und Aber. Aber Schule und Unterricht werden insgesamt digitaler“, so Karliczek weiter. 

Das waren die Corona-News vom 20.Juni: 

Quarantäne-Hochhaus in Göttingen: Bewohner randalieren und verletzen Polizisten

20.08 Uhr: Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt – außerdem versuchten sie offenbar, vom Gelände zu kommen. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Der Gebäudekomplex mit seinen knapp 700 Bewohnern steht seit Donnerstag vollständig unter Quarantäne. Das heißt, dass seitdem kein Bewohner das Gebäude verlassen durfte, wie ein Stadtsprecher bestätigte. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden.

„Tatort"-Star Waschke findet Corona-Krise inspirierend

17.06 Uhr: Schauspieler Mark Waschke kann der Corona-Krise Gutes abgewinnen. „Wir haben uns alle besonnen und konnten schauen, was uns im Leben wirklich wichtig ist“, sagte der „Tatort“-Star den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Auf einmal mussten wir uns aufeinander verlassen, ich habe ganz viel Solidarität im Miteinander gespürt.“ Auch wenn die wirtschaftlichen und sozialen Folgen noch nicht abzusehen seien, so habe das „Anhalten des Kapitalismus, das Ausbremsen des Einfach-Weiter-So-Konsumierens auch etwas sehr Inspirierendes für mich“, berichtete Waschke. „Auch fand ich die Krise lehrreich, wir mussten aushalten, abwarten, ohne zu wissen, was kommt.“ Gleichwohl hat die Situation für Waschke auch schwierige Seiten. „Die sozialen Beziehungen fehlen mir derzeit am meisten, auch das körperlich Miteinandersein“, sagte er.

Göttingen: Nachtestungen in Wohnanlage haben begonnen

15.55 Uhr: Die Stadt Göttingen hat am Samstag mit den Nachtestungen von Bewohnern eines unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Mit einem Ergebnis sei Anfang der Woche zu rechnen. Die Stadt hatte rund 700 Bewohner eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Frankreich will Stadien ab Juli wieder für Zuschauer öffnen

09.05 Uhr: Ab dem 11. Juli dürften dann maximal 5000 Menschen auf den Rängen Platz nehmen, erklärte die französische Regierung am Freitag. Bereits ab Montag dürfen Kinos und Kasinos wieder öffnen.

Die Verbesserung der Lage in der Corona-Pandemie erlaube es, „bestimmte Verbote aufzuheben, vorausgesetzt, dass alle wachsam bleiben“, hieß es in der Erklärung. Die Zahl von 5000 Zuschauern in Stadien und auf Rennbahnen könne bereits Mitte August angepasst werden, wenn sich die Situation weiter verbessert.

Die Regierung stellte auch die Aussicht auf die Wiedereröffnung von Clubs, Messen und Ausstellungen ab September in Aussicht. Auch die Wiederaufnahme internationaler Kreuzfahrten steht dann demnach im Raum. Frankreich ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Mehr als 29.500 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. 

Das waren die Corona-News vom 19.Juni: 

Schweiz hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

19.05 Uhr: Angesichts niedriger Infektionszahlen hebt die Schweiz ab Montag praktisch alle Corona-Schutzmaßnahmen auf: Lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben verboten. Das beschloss die Regierung am Freitag. Die Menschen sollen aber weiter Abstand halten, nun eineinhalb statt zwei Meter oder auch weniger, wenn sie dann einen Mund- und Nasenschutz tragen. Die Sperrstunde wird aufgehoben, so dass auch Nachtclubs wieder bis in die frühen Morgenstunden offen bleiben können. In Theatern und Kinos muss nur noch ein Sitz zwischen Gästen freigehalten werden. Auch Demonstrationen sind ab diesen Samstag wieder erlaubt, allerdings müssen Teilnehmer Masken tragen. Es gibt keine Empfehlungen mehr, dass ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen zu Hause arbeiten sollen. Hygienekonzepte müssen aber in allen öffentlich zugänglichen Orten weiter eingehalten werden.

Dieser Landkreis hat die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner

13.45 Uhr: Nach der Ausbreitung des Coronavirus in einem Pflegeheim in Oyten hat der Landkreis Verden die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in Niedersachsen. Nach einer Übersicht der Landesregierung lag die Zahl in den vergangenen sieben Tagen bei 40,1 Infektionen. Alle anderen Kreise hatten weniger als 20 Fälle pro 100.000 Einwohner. Manche Kreise wie Aurich, Friesland, Grafschaft Bentheim und Schaumburg verzeichneten in den vergangenen sieben Tagen keine einzige Infektion pro 100.000 Einwohner.

Der Landkreis Verden, in dem rund 137.000 Menschen leben, hat bislang knapp 240 Corona-Infektionen registriert. Von den Infizierten sind mindestens 166 Menschen genesen und drei Menschen gestorben. Damit gibt es aktuell etwa 70 Personen, die nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 leben.

Nach Schlachthof-Ausbruch: Virus breitet sich auch auf Nachbarkreise aus

13.15: Uhr: Nach Hunderten von Corona-Fällen im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück werden Auswirkungen auch in angrenzenden Regionen deutlich. In der kreisfreien Stadt Hamm wurden drei Schulklassen in Quarantäne geschickt, weil unter den Schülern drei positiv auf Corona getestete Kinder von Tönnies-Mitarbeitern seien. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Freitag in Hamm mit. Betroffen von der Quarantäne sind laut Mitteilung eine Grund-, eine Real- und eine Hauptschule. Wieviele Tönnies-Mitarbeiter mit ihren Familien genau in Hamm wohnen, sei offen - die Stadt vermutet 50 bis 100.

Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Oelde im Kreis Warendorf Schulen und Kitas vorsorglich geschlossen. Am Montag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Laut Mitteilung der Stadt liegen jetzt Informationen zu rund 40 Tönnies-Mitarbeitern vor, die in Oelde wohnen. Die Kinder dieser Familien sollen vom Schul- und Kitabesuch ab Montag befreit werden. 

Corona-Ausbruch in Peking: Zahl der Infizierten steigt weiter

7.55 Uhr: Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Wie die staatliche Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 25 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Seit der neue Ausbruch auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, ist die Zahl der Infizierten damit auf 183 gewachsen. Als Reaktion auf den neuen Ausbruch riefen die Behörden am Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe aus, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde. 

Steuereinnahmen in Deutschland um fast 20 Prozent eingebrochen

7.31 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie sind die Steuereinnahmen im Mai um 19,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat eingebrochen. „Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise getroffenen steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen im Mai 2020 signifikant“, schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem neuen Monatsbericht. In den ersten fünf Monaten sank das Steueraufkommen um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das waren die Corona-News vom 18. Juni: 

Nach Schlachthof-Ausbruch: Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe

15.55 Uhr: Als Reaktion auf den Corona-Ausbruch mit 650 Infektionen im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat der Kreis Gütersloh Amtshilfe von der Bundeswehr angefordert. „Wir rechnen damit, dass uns die Bundeswehr ab Freitag unterstützten wird“, erklärt der Sprecher des Kreises Gütersloh, Jan Focken, gegenüber der Zeitung „Neuen Westfälischen“.

Auf Anweisung von Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) müssen alle Produktionsmitarbeiter von Tönnies nach dem Ausbruch erneut getestet werden. „Es stehen noch etwa 5.350 Tests aus“, sagt Focken. „Derzeit wird der Kreis vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuz und des Malteser Hilfsdienstes unterstützt, die mittlerweile an der Grenze des Zumutbaren arbeiten.“ Nach Auskunft von Focken bittet der Kreis Gütersloh die Bundeswehr um die Unterstützung von 13 Soldaten mit medizinischen Vorkenntnissen und zwölf weiteren Mitarbeitern für die Dokumentation.

Blutgruppe beeinflusst Schwere von Corona-Verlauf

14.20 Uhr: Während eine Covid-19-Erkrankung bei manchen Menschen zu Atemversagen bis hin zum Tod führt, spüren andere kaum Symptome. Die Ursachen für die unterschiedlichen Verläufe sind noch weitgehend unklar, doch ein wichtiger Faktor könnte die Blutgruppe sein, wie ein internationales Forscherteam im „New England Journal of Medicine“ berichtet. Demnach haben Menschen mit der in Deutschland häufigsten Blutgruppe A ein um knapp 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf als solche mit anderen Blutgruppen. Menschen mit Blutgruppe 0 haben der Studie zufolge eine um etwa 50 Prozent geringere Gefahr. 

Die Forscher hatten Blutproben von 1610 an Covid-19 erkrankten Intensivpatienten aus sieben Kliniken in Italien und Spanien analysiert. Alle Patienten wurden mit Sauerstoff behandelt oder waren an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von 2205 zufällig ausgewählten Menschen aus denselben Ländern als Kontrollgruppe. Dabei analysierten sie das Erbgut der Menschen.

Ausbruch weitet sich aus: Weiteres Hochhaus in Göttingen unter Quarantäne

12.30 Uhr: Angesichts von etwa 100 neuen Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Hochhaus wird der Gebäudekomplex sofort vollständig unter Quarantäne gestellt. Von der Entscheidung sind knapp 700 Bewohner betroffen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.

Mit der Maßnahme sollen die Übertragungswege des Virus unterbrochen werden, weil die Behörden davon ausgehen, dass es eine hohe Zahl an Kontaktpersonen ersten Grades in dem Wohnkomplex gibt.

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Ob der neue Fall die Rücknahme weiterer Lockerungen in Göttingen nach sich zieht, wurde zunächst nicht bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner stieg für Stadt und Landkreis Göttingen auf 44,86.

Zunächst waren in dem Wohnkomplex zwei Coronavirus-Infektionen bekannt geworden, daraufhin hatte die Stadt am Montag und Dienstag ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner eingesetzt. Insgesamt wurden knapp 700 Menschen getestet, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes. Weitere etwa 60 Testergebnisse liegen noch nicht vor.

Zuvor war es in einem 18-geschossigen Hochhauskomplex am nördlichen Rand der Göttinger Innenstadt, dem Iduna-Komplex, zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung hatten dort Mitglieder mehrerer Familien im Mai bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt.

Das waren die Corona-News vom 17. Juni: 

Merkel, Söder und Tschentscher bestätigen Verbot für Großveranstaltungen

18.10 Uhr: Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Hamburgers Erster Bürgermeister Peter Tschentscher neue Regeln im Umgang mit der der Corona-Pandemie erörtert. Die bisherigen Maßnahmen hätten „tausende, wahrscheinlich zehntausende Leben gerettet“, so Söder. Deshalb dürfe man nun nicht nachlässig werden. „Erleichterung ja, aber mit Umsicht und Köpfchen.“

So bestätigen Söder und Merkel, die wichtigsten Regeln seien weiterhin: „Abstand halten, Hygiene, Masken. Und Kontaktbeschränkungen“, sagte Söder. Laut Merkel hätten diese Regeln sich „bewährt“. Merkel erläuterte, dies seien die „Basis-Maßnahmen“ zum gegenseitigen Schutz. Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gebe, müsse man mit der Pandemie leben. Deswegen seien auch Großveranstaltungen weiter untersagt, erklärte Tschentscher.

Regierung will 1,50 Meter-Abstandsregel und Zwei-Haushalte-Regel offenbar aufweichen

12.05 Uhr: Bund und Länder streben eine begrenzte Lockerung bei den Kontaktbeschränkungen und beim Abstandsgebot gegen die Corona-Pandemie an. Die Bürger sollten angehalten werden, die Anzahl ihrer Kontaktpersonen „möglichst gering zu halten“ - eine genaue Zahl wird in der Beschlussvorlage für das Spitzentreffen von Bund und Ländern am Mittwochnachmittag aber nicht mehr genannt. Zudem solle künftig das Abstandsgebot von 1,50 Metern bei „Zusammenkünften sicher bekannter Personen“ auch unterschritten werden können, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Dies könne etwa für das „feste Arbeitsumfeld“ und für Schulen und Kitas gelten. In diesen Bereichen könnten die Abstandsregeln gelockert werden, weil hier die „Kontaktnachverfolgbarkeit gewährleistet“ sei. Feste Regeln für die Zahl der Kontakte bei Treffen im öffentlichen Raum - etwa die Beschränkung auf Personen aus zwei Haushalten - soll es nicht mehr geben. Die Bürgerinnen und Bürger seien aber „weiter angehalten, die Zahl der Menschen, zu denen sie Kontakt haben, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen“, heißt es in der Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und den Staatskanzleichefs der Länder. „Nähere und längere Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren“, heißt es darin weiter. „Wo die Möglichkeit besteht, sollen Zusammenkünfte vorzugsweise im Freien abgehalten werden.“

CureVac darf potenziellen Corona-Impfstoff an Menschen testen

11.20 Uhr: Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) des Bundes am Mittwoch in Langen mit. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, sich über die staatliche KfW-Bank mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen. Es ist das zweite Mal, dass in Deutschland eine klinische Studie mit einem möglichen Impfstoff gegen das neue Coronavirus genehmigt wird. Im April gab das PEI grünes Licht für erste Tests mit einem Kandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech.

Bei den nun genehmigten Tests handelt es sich um erste Studien mit gesunden Freiwilligen, bei denen die generelle Verträglichkeit geprüft wird.

Regierung will Großveranstaltungen wohl bis Ende Oktober verbieten – Maskenpflicht verlängert

11.00 Uhr: Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie möglicherweise bis mindestens Ende Oktober verboten. Das geht aus einer mit anderen Ländern abgestimmten Beschlussvorlage Bayerns für die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichteten RTL und ntv sowie der „Spiegel“ über die mögliche Fortsetzung des Verbots. 

Aus Länderkreisen hieß es, an der Vorlage, die auch als Grundlage für das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag (15 Uhr) dienen sollte, sei bereits intensiv mit dem Kanzleramt gearbeitet worden. Offen war allerdings, ob der Punkt Großveranstaltung am Ende überhaupt im endgültigen Beschluss der Ministerpräsidenten mit Merkel vorkommen würde.

Die Länder streben zudem laut Beschlussvorlage eine Einigung über die gemeinsame Fortsetzung von Regeln zu Mindestabstand und Hygiene an. Dies war nach den zuletzt auseinander driftenden Einzelregeln der Länder in Zweifel gezogen worden. Auf Länderseite wurde eine mögliche Einigung in diesem Punkt als bedeutend hervorgehoben. 

In der Vorlage heißt es, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel, hätten sich bewährt „und werden fortgeführt“. Bürgerinnen und Bürger seien angehalten, ihre Kontakte zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Nachdem Thüringen und Brandenburg in ihren Lockerungsregeln zeitweise schon weiter sind, wurde für möglich gehalten, dass beide Länder Protokollerklärungen zu dem Punkt abgeben. 

RKI meldet 345 Corona-Neuinfektionen – Reproduktionszahl mit kritischem Wert

09.35 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 345 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 187 184 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete 

8830 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 30 im Vergleich zum Vortag. Etwa 173 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, sank nach RKI-Schätzungen auf die kritische Marke von 1,0. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,19 gelegen.

Das waren die Corona-News vom 16.Juni: 

Peking ruft nach Corona-Ausbruch zweithöchste Gefahrenstufe aus

20.59 Uhr: Im Kampf gegen den neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking haben die Behörden der chinesischen Hauptstadt die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Wie die Stadtregierung am Dienstag mitteilte, werden Ein- und Ausreisen ab sofort wieder streng kontrolliert. Zudem sollen Schüler laut der Ankündigung ab Mittwoch nicht mehr in die Schulen zurückkehren und stattdessen Online unterrichtet werden. Unternehmen wurden aufgerufen, Teile ihrer Belegschaft aus dem Home Office arbeiten zu lassen.

Zuvor hatte die Pekinger Gesundheitskommission mitgeteilt, dass in der Stadt 27 neue Infektionen nachgewiesen wurden. Vier Infizierte meldete Pekings Nachbarprovinz Hebei, eine weitere lokale Erkrankung gab es nach offiziellen Angaben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Zudem wurden landesweit acht „importierte Fälle“ gemeldet, die bei Reisenden aus dem Ausland erkannt wurden.

Norwegen stoppt seine Corona-App

19 Uhr: „Smittestopp“, so heißt die norwegische Corona-App, zu deutsch: „Infektionsschutz“. Nach Beschwerden von „Amnesty International“ wurde die nun vorerst gestoppt, die erhobenen Daten allesamt gelöscht! Der Grund: Die Menschenrechtsorganisation hatte mehrere Apps untersucht. Die aus Norwegen, sowie die aus Bahrain und Kuwait würden „gravierende Verstöße“ gegen die Menschenrechte darstellen. Sie stellten eine Gefährdung „der Privatsphäre, des Datenschutzes und der Sicherheit von Hunderttausenden Menschen“ dar.

Die Benutzung der norwegischen App des dortigen Gesundheitsministeriums ist zwar freiwillig, dennoch gibt es eine Reihe von Datenschutz-Problemen: Sie basiert nicht auf „Open Source“, die Öffentlichkeit kann also nicht einsehen, wie sie funktioniert. Außerdem nutzt sie nicht nur „Bluetooth“, sondern auch GPS-Tracking, kann also Bewegungsprofile der Nutzer erstellen. Und zu guter letzt werden die Daten nicht, wie etwa bei uns, dezentral gespeichert, sondern zentral auf einem Microsoft-Server in Irland. Die Datenschutz-Behörde Norwegens schloss sich der Einschätzung Amnestys an und stoppte die App fürs Erste.

Neuer Ausbruch: Fast 370 Haushalte in Wohnblock in Corona-Quarantäne

15.30 Uhr: Nachdem es in einem Wohnblock im Berliner Bezirk Neukölln einen größeren Corona-Ausbruch gegeben hat, stehen 369 Haushalte unter Quarantäne. Die Betroffenen lebten an sieben Standorten in verschiedenen Kiezen, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Dienstag. Pro Haushalt werden demnach bis zu zehn Bewohner vermutet, genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Inzwischen hat sich Liecke zufolge die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in dem Zusammenhang auf 57 erhöht, darunter auch Kinder.

Laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sind die Wohnverhältnisse vor Ort sehr beengt. Nachdem das Virus in Europa zunächst in Skigebieten grassierte, sei es nun auch in Mietskasernen angekommen, sagte Hikel. Es treffe die Schwächsten der Gesellschaft. Sozialarbeiter seien vor Ort, für den kurzfristigen Bedarf der Menschen in Quarantäne würden Hilfspakete organisiert.

Bayern lockert Anti-Corona-Kontaktbeschränkungen 

14.00 Uhr: Die Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden weiter gelockert: Ab diesem Mittwoch (17. Juni) dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen - bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt.

In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München - gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Lockerungen etwa für Gastronomie, Kultur und Handel.

Mutation könnte Corona-Virus ansteckender machen

12.05 Uhr: Vor einigen Wochen entdeckten Forscher eine Mutation des Coronavirus mit dem Code D614G, die vor allem bei Virenproben aus Europa und Nordamerika vorkam – die Mutation könne das Coronavirus ansteckender machen, so berichte der „Spiegel". Patienten, die die Virenvariante in sich trugen, hatten eine höhere Erregerlast als andere Patienten, erkrankten jedoch nicht schwerer als die anderen Infizierten. Unter Laborbedingungen habe die Mutation offenbar dafür gesorgt, dass der Erreger mehr Zellen infizieren kann. Das berichten Forscher von Scripps Research, einer medizinischen Forschungseinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien, nach ersten Experimenten.

Großbritannien: Krise trifft Arbeitsmarkt stärker als gedacht

9.16 Uhr: Die Corona-Krise hat stärker auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen als bislang bekannt. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte, ist im April die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe („Claimant Count“) um revidiert 1.032.700 gestiegen. In einer ersten Einschätzung hatte das Amt noch einen Wert von 856.500 ermittelt. Damit wurde im April der höchste jemals gemessene Anstieg verzeichnet. Im Mai stieg die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe den Angaben zufolge um 528.900. Damit machten sich die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin negativ bemerkbar.

FDP: Sonderrechte der Regierung wieder aufheben

7.13 Uhr: Die FDP hat den Bundestag aufgefordert, die der Regierung verliehen Sonderrechte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wieder zu kassieren. Die derzeitige Lage in Deutschland „rechtfertigt die Sonderrechte der Regierung nicht länger“, sagte der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle. Er fügte erläuternd hinzu: „Eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, mit der die Rechte des Parlaments eingeschränkt werden, liegt nicht mehr vor.“ Auf lokale Ausbruchsherde könnten Länder und Kommunen nach dem Infektionsschutzgesetz selbst reagieren. „Der Bundestag muss nun handeln.“ Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, fügte hinzu: „Während es zum Zeitpunkt des Beschlusses im März täglich 4000 bis 6000 Neuinfizierte gab, sind es derzeit noch 200 bis 400 pro Tag.“ Die Gefahr einer Überlastung des nationalen Gesundheitswesens bestehe nicht mehr. 

Das waren die Corona-News vom 15. Juni:

Lauterbach: „Urlaubsreisen sind gefährlich"

11.35 Uhr: Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für die meisten EU-Staaten aufgehoben – passend zur Sommersaison. Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnte auf „NDR Info" jedoch erneut vor dem Sommerurlaub im Ausland, dieser sei nach wie vor gefährlich: „In vielen Ländern ist das Virus noch da". Vor allem ältere Menschen sollten sich genau überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. Er selbst würde sich auch mit Maske nicht in volle Verkehrsmittel setzen: „Wir wissen nicht genau, wie infektiös so eine Reise ist, wenn ein Mensch mit drin sitzt, der sehr viel Virus ausatmet."

Abstandsregel: Botanischer Garten misst mit Bananenblättern

7.16 Uhr: Ein botanischer Garten in Japan erinnert seine Besucher auf besonders anschauliche Weise an die Corona-Abstandsregel: Mit Hilfe von Bananenblättern. Der empfohlene Abstand von zwei Metern entspreche der Blattlänge einer Bananenstaude, erklärte ein Sprecher des Ofuna Botanical Garden in Tokios Nachbarprovinz Kanagawa am Montag auf Anfrage. Um das den Besuchern zu verdeutlichen, hat der Botanische Garten am Eingang Poster mit den Worten „Social Distancing“ aufgehängt. Links ist eine Frau gezeichnet, rechts ein Mann und zwischen ihnen ein grünes Bananenblatt. Zwei Meter entspreche der Länge eines solchen Blattes, heißt es auf dem Poster, verbunden mit der Bitte, genau diesen Abstand zueinander einzuhalten.

Das waren die Corona-News vom 14. Juni:

Spanien öffnet Grenzen vorzeitig

20.13 Uhr: Gute Nachrichten für alle Spanien-Freunde: Das Land will seine Grenzen neun Tage früher als bisher geplant öffnen, für Bürger aus Schengenstaaten also ab dem 21. Juni. Bisher sollte es erst am 1. Juli so weit sein.

Die Grenzkontrollen werden ab kommender Woche Sonntag für alle aus Schengenstaaten Einreisenden aufgehoben, sagte Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag. Nur die Grenze zu Portugal wird auf Wunsch des Nachbarlandes erst zum. 1. Juli geöffnet.

Auch die bisher für Ausländer geltende 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise wird ab dem 21. Juni entfallen.

Fast 200.000 Zurückweisungen bei Grenzkontrollen

15.33 Uhr: Die Bundespolizei hat bei den coronabedingten Grenzkontrollen bis zum 11. Juni rund 196.000 Zurückweisungen ausgesprochen. Die Zahl nannte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der „Bild am Sonntag“. Seit dem 16. März seien 6000 Beamte täglich im Einsatz gewesen. Bei 122 Beamten der Bundespolizei sei eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt, teilte das Innenministerium mit. Seehofer sprach von einem der „schwierigsten Einsätze“ der Bundespolizei. Er lobte die Beamten für ihr „umsichtiges Handeln in dieser Ausnahmesituation“. 

Ziemiak: Schulden aus Corona-Krise bis 2030 abbauen

14 Uhr: Die CDU strebt an, den wegen der Corona-Krise erhöhten Schuldenstand innerhalb von höchstens zehn Jahren wieder abzubauen. „Im Jahr 2030 sollte die Staatsverschuldung wieder auf dem Stand der Vor-Corona-Zeit sein“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak dem „Handelsblatt“. Man solle „so schnell wie möglich“ wieder die schwarze Null, also einen Haushalt ohne Neuverschuldung, erreichen. Ähnlich hatte sich auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) geäußert. Steuererhöhungen zur Finanzierung der Krisenkosten lehnte er ab. „Solche Ideen gehen in die völlig falsche Richtung. Steuererhöhungen wären politisch das falsche Signal und ökonomisch fatal.“

Lehrer einmal pro Woche auf Corona testen

8.27 Uhr: Wenn die Schulen nach den Sommerferien wie geplant wieder komplett öffnen, sollten Lehrer nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. „Wir setzen auf regelmäßige wöchentliche Tests von Lehrkräften, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Forderungen nach Tests für Lehrer und auch Schüler hatten verschiedene Verbandsvertreter aus dem Bildungsbereich bereits gestellt. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Pläne. So will beispielsweise Brandenburg Lehrkräften und Kitapersonal anbieten, sich für zunächst drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen. Andere Länder planen stichprobenartige Tests.

USA: 734 Corona-Tote binnen 24 Stunden

8.11 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 734 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Samstag (Ortszeit) meldete, starben damit seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 115.300 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion. Die Zahl der Infektionen stieg demnach auf mehr als 2,07 Millionen. Täglich kommen in den USA derzeit nach wie vor etwa 20.000 neue Infektionsfälle hinzu.

Das waren die Corona-News vom 13. Juni:

Ukraine öffnet Grenzen wieder für Ausländer

14.29 Uhr: Die Ukraine öffnet ihre seit drei Monaten wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossenen Grenzen wieder für Ausländer. Die Aufhebung der Einreisesperre trete mit der Veröffentlichung der Regierungsbeschlüsse in Kraft, teilte der Grenzschutzdienst am Samstag mit. Die Grenzöffnung wird demnach für Montag gleichzeitig mit der Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs erwartet. Die Ex-Sowjetrepublik hatte Mitte März mit harten Einschränkungen auf erste Infektionsfälle reagiert. Auch die Grenzen des flächenmäßig größten Landes in Europa waren geschlossen worden.

Nach Ausbruch: China riegelt Teile von Peking ab

9.11 Uhr: Die Zahl der Infizierten in der chinesischen Hauptstadt Peking war in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Nach dem Ausbruch auf einem Großmarkt wurden Teile der Stadt jetzt erneut abgeriegelt. Bislang sind 45 von 517 Personen, die den Markt Xinfadi-Fleischmarkt besucht hätten, positiv getestet worden. Auch Schulen und Kindergärten seien laut Behörden geschlossen worden. Der Chef des Xinfadi-Fleischmarkts berichtete der staatlichen Webseite Beijing News, das Virus sei auf Schneidebrettern nachgewiesen worden, auf denen importierter Lachs verarbeitet wurde. Etliche Supermärkte nahmen ihre Lachsprodukte daraufhin aus dem Sortiment.

Das waren die News am 12. Juni

Fast 100 Corona-Infizierte auf Spargelhof in Schwaben

19.43 Uhr: Auf einem Spargelhof in Bayern sind inzwischen 95 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 525 Mitarbeiter seien untersucht worden, teilte das Landratsamt am Freitag in Aichach mit. „Aktuell werden alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt.“ Die Getesteten hätten zum Zeitpunkt des Abstrichs jedoch keinerlei Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt, teilte die Behörde unter Berufung auf Gesundheitsamtsleiter Friedrich Pürner mit. Früheren Angaben zufolge hatte es unter Erntehelfern auf dem Betrieb in Inchenhofen eine Aufteilung in Kleingruppen gegeben, die vom Gesundheitsamt vorab ausdrücklich gelobt worden war. Nach Einschätzung der Behörde betrifft der Ausbruch auch lediglich den Spargelhof, weshalb auch eine Überschreitung der Grenzwerte für Neuinfektionen keine weiterreichenden Folgen hätte.

New York installiert 74.000 Klimaanlagen für Senioren

19.35 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie will die Stadt New York besonders gefährdeten Senioren 74.000 Klimaanlagen zur Verfügung stellen. Die Klimaanlagen sollen Risikogruppen dabei helfen, zu Hause bleiben zu können. In der Millionenmetropole New York herrscht besonders im Juli und August oft schwüles Wetter mit Temperaturen über 40 Grad.

Die Maschinen sollen größtenteils in Projekten im sozialen Wohnungsbau zum Einsatz kommen. Die dazugehörige Behörde NYCHA verwaltet insgesamt rund 170.000 Wohnungen in der Stadt, viele davon an Senioren. Außerdem wolle die Stadt die Energiekosten von rund 440 000 Familien in den kommenden Monaten mit rund 70 Millionen Dollar bezuschussen, versprach de Blasio.

Corona-Warn-App wird am Dienstag vorgestellt

17.55 Uhr: Die deutsche Corona-Warn-App soll nach Informationen des Senders RTL/ntv am kommenden Dienstag offiziell vorgestellt werden. Ab dann soll sie auch zum Download verfügbar sein, wie der Sender am Freitag berichtete. Von Seiten der Bundesregierung wurde zunächst kein konkretes Datum genannt, bislang hieß es lediglich, die App solle nächste Woche veröffentlicht werden. 

Die App soll mit Hilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe einer anderen Person aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet hat. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten.

Türkei fordert von Deutschland Aufhebung der Reisewarnung

10.07 Uhr: Die Türkei hat enttäuscht auf die von der Bundesregierung verlängerte Reisewarnung für das Land reagiert. Ankara erwarte, dass Deutschland die Reisewarnung „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ aufhebe, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu dem „Spiegel“.

Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei. Die von seinem Land ergriffenen Maßnahmen würden unter anderem vom TÜV Süd überprüft. Cavusoglu äußerte sich „enttäuscht“ über die Haltung der Bundesregierung. „Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen“, sagte er dem „Spiegel“. 

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, die Reisewarnung für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU bis Ende August zu verlängern. Darunter fällt auch die Türkei. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kündigte am Donnerstag Gespräche mit einzelnen Drittstaaten über eine frühere Aufhebung der Reisewarnung an. 

Das waren die Corona-News vom 11. Juni:

Pandemie beschleunigt sich: 200 000 Corona-Fälle in Afrika 

18.30 Uhr: Afrika hat laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun mehr als 200 000 nachgewiesene Corona-Fälle verzeichnet. Zudem seien mehr als 5600 Menschen gestorben, teilte die WHO am Donnerstag mit. Demnach ist Südafrika mit 25 Prozent der Fälle am stärksten betroffen. Das Coronavirus hat sich bislang relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl ist noch gering im Vergleich zu anderen Regionen.

„Aber das Tempo der Ausbreitung wird immer schneller“, warnte die WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti. Demnach hat es 98 Tage gedauert, bis 100 000 Menschen nachweislich infiziert waren - aber nur weitere 18 Tage bis zur 200 000-Marke. 

Da die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Staaten sehr schwach sind, ist die Sorge groß, wie die Länder mit einem Anstieg der Sars-CoV-2-Infektionen umgehen. Auf der anderen Seite haben die strengen Lockdown-Maßnahmen verheerende Auswirkungen auf Menschen und Volkswirtschaften – ein schwieriger Balanceakt. 

US-Behörden sagen legendäres Festival ab

10.45 Uhr: Das legendäre Coachella-Festival in Kalifornien soll wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr ganz ausfallen. Die zuständige Gesundheitsbehörde im Bezirk Riverside County teilte am Mittwoch mit, dass das Festival vor 2021 nicht abgehalten werden könne. Die Konzert-Veranstalter äußerten sich am Mittwoch zunächst nicht. Das anfangs für Mitte April geplante Coachella-Konzert in Südkalifornien war im März auf zwei aufeinanderfolgende Wochenenden in den Oktober verschoben worden. Mit dem Aufschub würde man den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde folgen, hieß es damals.

Mehr als 125 000 Konzertgänger waren auf dem Festivalgelände in Indio im April erwartet worden. Als Hauptacts an sechs Tagen sollten Gruppen und Künstler wie Rage Against the Machine, Travis Scott, Frank Ocean, Lana Del Rey, Big Sean und Calvin Harris auftreten.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind seit März zahlreiche Großveranstaltungen in den USA abgesagt oder verschoben worden, darunter das Wüstenfestival Burning Man im September. Vor wenigen Tagen wurde das für Anfang August geplante Musikfestival Lollapalooza in Chicago abgesagt.

Das waren die Corona-News vom 10. Juni:

Virologe Streeck kritisiert Bundesregierung für schnellen Corona-Lockdown

15.24 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundesregierung in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) stark kritisiert. Seiner Meinung nach sei Deutschland den Lockdown zu schnell angegangen. Dafür spreche eine Vielzahl an Infektionen, die ohne Folgen geblieben sind.

Der Mediziner meint weiter, dass Covid-19 nicht bagatellisiert, „aber auch nicht dramatisiert werden" dürfe. Die Sorge um die Kapazitäten in deutschen Krankenhäusern hätte zu Beginn der Pandemie für einen „gewissen Druck in der Öffentlichkeit" gesorgt. Daraufhin sei Deutschland "zu schnell in den Lockdown gegangen", so Streeck weiter. 

Holland dankt mit Matjes für Behandlung von Corona-Patienten

12.40 Uhr: Mit rund 4000 Matjesheringen der neuen Fangsaison wollen sich die Niederlande symbolisch für die Behandlung von Corona-Patienten in Deutschland bedanken. „Matjes-Meisjes“ solle die Leckerbissen am kommenden Montag gratis an Mitarbeiter des Universitätsklinikums Münster (UKM) ausliefern, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Mittwoch. 

Deutsche Kliniken hatten in den Hochzeiten der Coronavirus-Pandemie zahlreiche Patienten aus dem Nachbarland aufgenommen, weil es dort anfangs nicht genügend Plätze auf Intensivstationen gab. Allein in Nordrhein-Westfalen hatten Krankenhäuser bis Anfang April mehr als 100 Betten für niederländische Corona-Patienten zur Verfügung gestellt. 

Das Universitätsklinikum Münster hatte die NRW-Hilfsaktion koordiniert. Deshalb werde das erste für Deutschland bestimmte Fass „Holländischer Matjes 2020“ an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und den Medizinischen Direktor des UKM, Hugo van Aken, überreicht, teilte die Vermarktungsorganisation Holländisches Fischbüro mit. 

Deutschland beendet Grenzkontrollen: EU-Bürger dürfen wieder einreisen

11 Uhr: Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. EU-Bürger können dann wieder ungehindert, ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete am Mittwoch das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen. 

In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den letzten sieben Tagen. Dies ist seit der vergangenen Woche in Schweden der Fall. Eine Ausnahme bilden dabei nur Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.Seehofer hatte Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland strenge Einreisebeschränkungen verhängt und Grenzkontrollen angeordnet. Auch EU-Ausländer durften seither einreisen, wenn sie in Deutschland arbeiten oder einen anderen triftigen Grund vorweisen konnten.

Seehofer hatte Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland strenge Einreisebeschränkungen verhängt und Grenzkontrollen angeordnet. Auch EU-Ausländer durften seither einreisen, wenn sie in Deutschland arbeiten oder einen anderen triftigen Grund vorweisen konnten.

Corona-Infizierte nach Anti-Rassismus-Demos

8.33 Uhr: Ohne Abstand und teils auch ohne Mundschutz: Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd protestieren Hunderttausende auf den Straßen der USA. Nach dem Einsatz bei Demonstrationen meldet die US-Nationalgarde nun Infektionen mit dem Coronavirus. Das teilte eine Sprecherin mit. Wie viele es sind, dazu wollte sie sich nicht äußern. Die Infektionen in der Washingtoner Nationalgarde wurden nach Angaben der Sprecherin festgestellt, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen war. Die Mitglieder der Truppe seien vor und nach ihrem Einsatz getestet worden, so die Sprecherin.

Das waren die News am 9. Juni

Reisewarnung für Nicht-EU-Länder bis Ende August verlängert

20.40 Uhr: Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil in diesen beiden Ländern noch Einreisesperren gelten.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. Dafür sollen Kriterien aufgestellt werden. Dabei sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland der Deutschen.

Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Diese neue Regelung hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Bund und Länder hatten ursprünglich miteinander vereinbart, die Kontaktbeschränkungen in einer abgemilderten Form noch bis zum 29. Juni zu verlängern. Etliche Bundesländer haben die Regeln bereits gelockert.

Eine Maskenpflicht bleibt in Thüringer Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen. Mit der neuen Verordnung dürfen aber noch mehr Einrichtungen wieder öffnen – zum Beispiel Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen dafür zunächst Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden. Dorf- und Volksfeste sowie Festivals sollen in Einzelfällen wieder erlaubt werden können. Die Genehmigung sei aber zu versagen, wenn die Veranstaltung mit ihren Charakteristika „in besonderem Maße geeignet ist, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern“, heißt es in der neuen Grundverordnung. Bordelle, Diskotheken und Swingerclubs bleiben weiterhin geschlossen. Institutionell geförderte Theater und Orchester sollen ihren Spielbetrieb erst nach dem 31. August wieder aufnehmen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich bereits Ende Mai für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land zentral verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte, sondern nur lokale Regeln. Dieses Vorpreschen war bundesweit auf viel Kritik, aber auch auf Zustimmung gestoßen.

Angehörige von Corona-Toten fordern Gerechtigkeit

7.10 Uhr: Die Angehörigen von zahlreichen Toten durch das Coronavirus in Italien erheben schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Zu viele Menschen seien in der Corona-Krise wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz gestorben, berichtete die Gruppe „Noi Denunceremo" (Wir prangern an) vor Auslandsjournalisten in Rom. Sie setzt sich aus Familienmitgliedern von Menschen zusammen, die an der Lungenkrankheit gestorben sind. Diesen Mittwoch wollen sie in der norditalienischen Stadt Bergamo symbolisch rund 50 Strafanzeigen gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft einreichen. „Wir wollen, dass jemand zurücktritt, dass sich jemand entschuldigt. Wir erwarten, dass jemand Verantwortung übernimmt, etwas, was bisher noch niemand getan hat“, sagte Cristina Longhini. Sie verlor in Bergamo ihren 65 Jahre alten Vater. Er sei Anfang März krank geworden, aber der Hausarzt habe einen Besuch abgelehnt und eine Ambulanz sei tagelang nicht gekommen, um ihn ins Krankenhaus zu bringen.

Das waren die Corona-News vom 8. Juni:

Chanel: Virtuelle Kollektions-Show

14.50 Uhr: Es ist für seine spektakulären Events bekannt, doch nun muss das Modehaus Chanel eine seiner sogenannten Cruise-Shows durch ein Video zu ersetzen – für Chanel ein drastischer Schritt. In den vergangenen Jahren ließ es seine Gäste nach Havanna, Shanghai, Edinburgh oder Singapur einfliegen, doch die Corona-Krise macht solche Veranstaltungen zurzeit unmöglich. Am Montag lancierte Chanel seine neue Cruise-Kollektion 2020/21 mit dem Titel „Spaziergang am Mittelmeer“ (Balade en Méditerranée) in sozialen Medien. Zu sehen sind etwa 50 Entwürfe, darunter Schwarz-weiß-Looks, knappe Bustiers und enge Shorts. Eigentlich hätte die Kollektion am 7. Mai in Capri gezeigt werden sollen, die Show wurde jedoch wegen Corona abgesagt.

FDP wirft Spahn Planungspannen bei Corona-App vor

11.36 Uhr: Die FDP hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schwere Planungspannen bei der Entwicklung der geplanten Corona-App vorgeworfen. Mit seinem „Zickzack-Kurs“ habe Spahn „digital- und gesundheitspolitischen Schaden“ angerichtet, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Spahn habe „viel Zeit verspielt“, weil er bei der App zunächst auf eine zentrale Speicherung gesetzt hatte, dieses Vorhaben später aber revidieren musste. Dennoch wünsche er sich, dass die App ein Erfolg werde, sagte Theurer: „Hoffentlich nehmen dennoch sehr viele Menschen die App an.“

Spahn hatte zuvor angekündigt, die Corona-Warn-App in den kommenden Tagen vorstellen zu können. Die Nutzer können in die App eingeben, wenn sie sich mit dem Erreger infiziert haben. Andere Nutzer, die sich in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben, werden dann informiert. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden. Die lange Entwicklungsdauer der App hatte zuletzt viel Kritik hervorgerufen.

Appell an Arbeitgeber und arbeitslose Jugendliche

7.10 Uhr: Angesichts der drastischen Steigerung der Jugendarbeitslosigkeit hat die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit an die Arbeitgeber appelliert, trotz der Corona-Krise an der Ausbildung festzuhalten. Auch in der momentanen Verunsicherung der Wirtschaft gelte: „Es gibt ein Leben nach der Corona-Pandemie. Da werden die Fachkräfte gebraucht“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber auch die Jugendlichen sind in diesem Jahr spät dran.“ Sie sollten sich rasch bewerben, damit die Ausbildung im August/September beginnen kann. „Hinausschieben und abwarten bringt nichts.“

Das waren die Corona-News vom 7. Juni:

Teilimmunität erreichen: Virologe Hendrik Streek plädiert für „mehr Mut" im Sommer

13.52 Uhr: Virologe Hendrik Streeck sieht den Sommer als Chance bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte der Bonner Professor. „Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben”, so Streeck. Er bezog sich dabei auf die Vorveröffentlichung seiner jüngsten Studie, in der die Ansteckungsgefahr in Quarantänehaushalten untersucht wird.

Derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. „Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig”, sagte Streeck. „Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können.” Die Hoffnung auf einen Impfstoff könne sich als trügerisch erweisen. Also solle man sich darauf einstellen, mit dem Virus zu leben.

RKI meldet 301 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Sonntag, 7. Juni, 9.57 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 183.979 angegeben - ein Plus von 301 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8668 Todesfälle und damit 22 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 169.100.

Das waren die Corona-News vom 6. Juni: 

Vorpommern: Priester mit Coronavirus infiziert

10 Uhr: Ein katholischer Priester ist in Vorpommern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zu Pfingsten hat er noch Gottesdienste gefeiert. Jetzt wurden weitere Infizierte ermittelt. Bis Freitagabend wurden nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales sechs weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der mit den Gottesdiensten in Zusammenhang stehenden bekannten Infektionen stieg somit auf acht.

Der katholische Priester hatte am Wochenende Gottesdienste mit insgesamt mehr als 100 Gläubigen in Stralsund, Demmin und Grimmen gefeiert, wie das Erzbistum Berlin mitteilte. Am Dienstag wurde der Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Auch ein ehrenamtlicher Kirchenmitarbeiter aus Stralsund wurde den Angaben zufolge infiziert, der bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes geholfen hatte.

RKI meldet 407 Neuinfektionen in Deutschland

Sonnabend, 6. Juni, 8 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 407 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.678 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Das teilte das RKI am frühen Sonnabendmorgen mit.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8646 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 33. Etwa 168.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bleibt nach aktuellsten RKI-Angaben deutlich unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,68. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,57 gelegen.

Das waren die Corona-News vom 5. Juni:

Pandemie in Spanien weitgehend unter Kontrolle

20.08 Uhr: Die aktuelle Corona-Ausbruchswelle ist im zeitweise besonders hart betroffenen Spanien inzwischen weitgehend unter Kontrolle, so die Behörde für Gesundheitliche Notfälle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag den Chef der Behörde, Fernando Simón.
Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, sagte Simón. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise „so gut wie möglich“ vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristen einreisen lassen will.

Bundesländer einig! Schnelle Rückkehr an die Schulen

17.15 Uhr: Die Kultusminister der Länder wollen eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen! Die Kultusministerkonferenz (KMK) „bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Gewährleistung des Rechts auf Bildung von Kindern und Jugendlichen“, heißt es dazu in einem KMK-Beschluss vom Freitag.

Aus diesem Grund streben die Bildungsministerien der Länder im Interesse der Schüler „so schnell wie möglich eine Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an, sofern das Infektionsgeschehen dies zulässt“. Die Corona-Krise habe noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass Schule viel mehr sei als Unterricht. „Es ist ein sozialer Raum, den Kinder und Jugendliche dringend brauchen“, erklärte die KMK-Vorsitzende, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Die Länderminister wollen zu ihrer nächsten Sitzung am 18. Juni Bildungswissenschaftler einladen, um deren Expertise zur Planung und Gestaltung des kommenden Schuljahres einzuholen. Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen seit Mitte März bundesweit geschlossen. Seit Anfang Mai findet zwar wieder Präsenzunterricht statt, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Viele Kinder können nur tage- oder wochenweise in die Schule gehen.

Neue Corona-Studie: Dunkelziffer in Deutschland offenbar deutlich höher

09.45 Uhr: In Deutschland könnte die Zahl der Corona-Infektionen fast doppelt so hoch sein wie die Zahl der bestätigten Fälle. Laut „NDR" hat dies eine Untersuchung des Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung und der Universität Helsinki ergeben. 

So könnte die Zahl der Infektionen bei rund 300 000 liegen. Bisher sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund 180 000 Fälle bestätigt. Für Italien schätzen die Forscher die Dunkelziffer sogar auf ein Sechsfaches.

Das waren die Corona-News vom 4. Juni:

Merkel: „Abkehr von Abstandsregeln macht mich unruhig“

19.17 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt darüber gezeigt, dass manche Bürger die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. „Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmaßnahmen nicht mehr. Die brauchen wir“, sagte Merkel in der ZDF-Sendung „Was nun ?“, die am Donnerstagabend ausgestrahlt werden sollte. Das Tragen von Gesichtsmasken in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sei ebenfalls „absolut notwendig“, betonte sie. „Das wird so bleiben, so lange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben.“

Zu einer möglichen zweiten Welle der Pandemie sagte Merkel, sie glaube nicht, „dass es sich genau so wiederholt, wie es war“. Es könne jetzt „viel eher“ reagiert werden als beim ersten Auftauchen des neuartigen Coronavirus. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer zweiten Welle habe, sagte die Kanzlerin: „Angst ist das falsche Wort.“ Sie sei „unglaublich aufmerksam, das immer zu beobachten, Tag für Tag“.

Trump auf Suche nach neuem Ort für Republikaner-Parteitag

14.52 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist auf der Suche nach einem neuen Ort für den Nominierungsparteitag seiner Republikaner. Der demokratische Gouverneur North Carolinas, Roy Cooper, lasse den Parteitag vom 24. bis 27. August nicht wie geplant zu, kritisierte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Onlinedienst Twitter. Zuvor hatte Cooper verkündet, dass er die politische Großveranstaltung in seinem Staat aufgrund der Corona-Pandemie in der geplanten Form nicht verantworten könne. Cooper schrieb in einem Brief an die Republikaner, der Parteitag könne nur in kleinerem Rahmen, mit Abstand und Masken stattfinden. Trump, der das Tragen einer Maske für sich meist verweigert, lehnt das für die Republikaner bisher ab.

Bulgarien: Regierungschef verkündet Ende der Maskenpflicht

14.28 Uhr: Der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow drängt auf eine Aufhebung der Maskenpflicht in dem EU-Land ab 15. Juni. „Dann fallen alle (Corona-Schutz)Maßnahmen weg, und bleiben nur die sozialen (Hilfen)“, sagte Borissow am Mittwoch. In Bulgarien gilt seit 1. Mai die Maskenpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus nur noch in geschlossenen öffentlichen Räumen und nicht mehr im Freien. Am 14. Juni soll in dem Balkanland die einmonatige „epidemische Ausnahmesituation“ enden. Diese Regelung ersetzt einen zweimonatigen Ausnahmezustand, der am 13. März wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängt worden war.

Kabinett: Aufhebung von Reisewarnung für europäische Staaten ab 15. Juni

11.03 Uhr: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die geltende weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten aufzuheben. Gelten soll dies für die EU-Staaten, weitere Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens sowie für Großbritannien, wie Außenminister Heiko Maas (SPD) anschließend mitteilte. Allerdings bedeutet dies nicht automatisch, dass dann touristische Reisen in die genannten Länder in allen Fällen wieder möglich sind.

Virologe: Eng zusammensitzende Menschen beunruhigend

11 Uhr: Angesichts des Corona-Ausbruchs in Göttingen und Bildern von Menschenansammlungen im Freien hat sich der hessische Virologe Friedemann Weber besorgt gezeigt. In einem Interview der „Rhein-Neckar-Zeitung“ mit Blick auf die Infektionszahlen sagte er: „Die Bilder von Menschen in Parks und am Wasser, die dicht zusammensitzen, sind beunruhigend.“ Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus sei in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen am höchsten – „das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr im Freien nicht gegeben ist“.

Es sei absehbar, dass es wieder zu kleinen Coronavirus-Ausbrüchen kommen werde, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Gießen weiter. Es sei leider denkbar, dass es auch weiterhin keine Großveranstaltungen geben werde. „Göttingen zeigt dies. Die Menschen haben sich offenbar nicht an die Regeln gehalten und schon explodieren die Infektionszahlen. Ich fürchte, dass es in absehbarer Zeit keine Großveranstaltungen geben wird.“

Koalitionsspitzen beraten getrennt über Konjunkturpaket

10.48 Uhr: Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben ihre Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise zunächst in getrennten Vorbesprechungen fortgesetzt. Nach einer kurzen nächtlichen Pause und der Sitzung des Kabinetts am Morgen kamen die Unions- und die SPD-Politiker am Mittwoch gegen 10.30 Uhr im Kanzleramt zunächst zu gesonderten Gesprächen zusammen. Anschließend wollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verhandlungen gemeinsam mit den Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD sowie Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) fortsetzen. In der Diskussion habe sich gezeigt, dass sich neue Ideen, die zusätzlich eingebracht würden, rasch auf Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe summieren könnten.

Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

7.12 Uhr: Viele Italiener haben sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet: Sie dürfen wieder frei im Land reisen. Und auch die Grenzen sind nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen für europäische Urlauber wieder offen – was ebenso die Deutschen erfreuen dürfte. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das waren die Corona-News vom 2. Juni:

25 Corona-Fälle bei Traditionsverein aus der Ukraine

20.57 Uhr: Der Neustart der Fußball-Saison in der Ukraine wurde von massenweise Coronafällen bei einem Erstligisten überschattet. In den Reihen des Traditionsvereins Karpaty Lwiw wurden gleich 25 Personen bei der obligatorischen Testreihe vor dem Restart positiv auf das Virus getestet. Die meisten der Infizierten haben nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP keine Symptome.

Alle betroffenen Spieler und Betreuer befinden sich alleine in Isolation, auch die wenigen verbliebenen gesunden Mitarbeiter mussten sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Dementsprechend wurden die kommenden beiden Begegnungen in der Premier Liga abgesagt. Nach ersten positiven Tests war bereits die für das vergangene Wochenende geplante Partie gegen FK Mariupol gestrichen worden.

Russland: Konjunkturprogramm über 65 Milliarden Euro

15.03 Uhr: Die russische Regierung will mit einem riesigen Konjunkturpaket die Wirtschaft des Landes in der Corona-Krise unterstützen. Das Programm werde ein Gesamtvolumen von rund fünf Billionen Rubel (rund 65 Milliarden Euro) umfassen, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Dienstag bei einer live übertragenen Videoschalte mit Präsident Wladimir Putin. Vorgesehen seien mehr als 500 einzelne Maßnahmen und das Programm sei auf zwei Jahre angelegt, so Mischustin. Ziel sei es, die durch die Pandemie schwer getroffene Wirtschaft des Landes bis Ende dieses Jahres zu stabilisieren. In der zweiten Hälfte des nächsten Jahres solle dann eine stabiles Wachstum erreicht werden. 

Heiko Maas will Reisewarnung für Europa aufheben

13.53 Uhr: Wie mehrere Medien berichteten, will Außenminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch die Reisewarnungen für Europa aufheben. „Wir bereiten für das Kabinett morgen einen Beschluss vor, der zurzeit noch innerhalb der Regierung abgestimmt wird", so Maas am Dienstag in Berlin. Die derzeit gültigen Reisewarnungen sollen dann durch Reisehinweise ersetzt werden, die über die aktuelle Corona-Lage im jeweiligen Land Auskunft geben.

Russland: Klinische Tests mit Corona-Impfstoff bei Soldaten

13.35 Uhr: Russland beginnt mit klinischen Tests eines selbst entwickelten Impfstoffs gegen das Coronavirus an Soldaten. Die 50 Freiwilligen, Männer und Frauen, hätten sich selbst gemeldet, damit das neue Präparat auf seine Wirkung und Sicherheit getestet werde. Die Untersuchungen sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein. Zuvor hatten Wissenschaftler schon in vorklinischen Tests – an Tieren und teils an sich selbst – Erfolge bei der Impfstoffentwicklung gemeldet.

„Die Zahl war noch nie so hoch": 7,3 Millionen in Kurzarbeit

9.37 Uhr: In Deutschland waren im Mai laut Berechnungen des Ifo-Instituts 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. „Diese Zahl war noch nie so hoch“, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link am Dienstag. „In der Finanzkrise lag der Gipfel der Kurzarbeit im Mai 2009 bei knapp 1,5 Millionen Menschen.“ Zur Kurzarbeit angemeldet hatten die Unternehmen im März und April 10,1 Millionen Beschäftigte - demnach wurden nur rund drei Viertel von ihnen auch tatsächlich in Kurzarbeit geschickt.

WHO warnt vor übermäßigem Antibiotika-Einsatz bei Covid-19-Patienten

7.14 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Steigerung der Zahl der Todesfälle in der Corona-Krise durch den übermäßigen Einsatz von Antibiotika gewarnt. Die stark gestiegene Verabreichung von Antibiotika werde zu zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen diese Mittel führen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Dadurch würden während der Pandemie und danach die Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen zunehmen.

Nach Angaben der WHO braucht nur ein geringer Anteil der Patienten mit der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln. In einem Ratgeber für Ärzte empfiehlt die UN-Unterorganisation, die Verabreichung von Antibiotika bei Covid-19-Patienten mit nur leichtem Krankheitsverlauf zu unterlassen, solange kein konkreter Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.  

Das waren die Corona-News vom 1. Juni:

Irans Minister: Gesundheit wichtiger als Umweltschutz

14.11 Uhr: In Zeiten der Corona-Krise hält der iranische Gesundheitsministers Saeid Namaki die Gesundheit der Menschen für wichtiger als Umweltschutz. Hintergrund ist ein Streit über die erneute Einführung von Verkehrsbeschränkungen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Stadtverwaltung will diese wegen der Luftverschmutzung sofort in Kraft setzen. Namaki ist jedoch der Ansicht, dass Menschen in ihren Autos weitaus sicherer vor dem Coronavirus seien als in den meistens überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. „Für mich ist derzeit nur die Gesundheit der Bürger wichtig (...) da kenne ich keinen Spaß und gehe diesbezüglich auch auf keine Kompromisse ein“, sagte der Minister am Montag.

„Symbolischer Moment": Kolosseum in Rom geöffnet

12.40 Uhr: Das Kolosseum in Rom kann nach rund drei Monaten Corona-Sperre wieder besichtigt werden. „Das ist ein symbolischer Moment für Rom und für Italien“, sagte die Direktorin des Archäologischen Parks am Kolosseum, Alfonsina Russo, am Montag. Das Amphitheater ist eine von Italiens beliebtesten Tourismus-Attraktionen. Die Neuöffnung des antiken Baus und der umliegenden Ruinen-Areale am Forum Romanum und dem Palatin-Hügel zeige, dass Italien sich erhole, so Russo. Die Krise bedeute für das Kolosseum einen Wandel. Früher seien am Tag rund 20.000 Menschen herein geströmt, jetzt habe man den Zugang beschränkt: Die Besucherzahl solle bei 1000 bis 1600 pro Tag liegen. 

Autokino für Oldtimerfans zieht Hunderte Besucher an

12.26 Uhr: Autokinos boomen überall in Niedersachsen: Kaum eine größere Stadt kommt derzeit ohne aus. In Hude im Kreis Oldenburg trafen sich am Wochenende Oldtimer-Besitzer bei einer Autokino-Vorstellung auch zum Schaulaufen ihrer liebevoll gepflegten, historischen Fahrzeuge – andere Autos waren ebenfalls erlaubt, insgesamt rollten rund 200 an. Aus den Wagen heraus sahen die Zuschauer auf großer Leinwand das nostalgische Rennfahrerdrama „Le Mans 66 - Gegen jede Chance“ mit den Schauspielern Matt Damon und Christian Bale.

Gottesdienste in Bremerhaven nicht Ursache der Corona-Verbreitung

12.19 Uhr: Die Corona-Infektionen innerhalb einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven haben sich nach Einschätzung der Stadtverwaltung nicht während Gottesdiensten, sondern durch familiäre und soziale Kontakte verbreitet. „Die Gemeinde hat dem Krisenstab ein plausibles Hygienekonzept für die stattgefundenen Gottesdienste dargestellt“, teilte die Stadt am Sonntag mit. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sagte, es gebe keinen Grund, die Mitglieder der Kirchengemeinde zu stigmatisieren oder zu diskriminieren. Die Religionsgemeinschaft verhalte sich ausgesprochen kooperativ. Die Zahl der positiv bestätigen Corona-Fälle aus dem Umfeld der Religionsgemeinschaft erhöhte sich am Pfingstsonntag auf 57.

Umfrage: Jeder Zweite würde sich gegen Corona impfen lassen

9.50 Uhr: Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Doch manche sind auch noch unsicher: Wie aus einer repräsentativen Online-Erhebung  des Meinungsforschungsinstitut „YouGov" hervorgeht, würde sich jeder Vierte vielleicht impfen lassen, jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnte hingegen eine Impfung ab. Bei der Umfrage kam ebenfalls heraus, dass Männer sich eher impfen lassen würden als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommendem Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten. Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen. Das Infektionsschutzgesetz setzt einer verpflichtenden Impfung jedoch enge rechtliche Grenzen: Eine solche Pflicht kann von der Bundesregierung nicht ohne weiteres angeordnet, sondern nur mit Zustimmung des Bundesrates, also von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen werden.

Football news:

Lizarazyu über Griezmann: er weiß nicht mehr, wie er im Barça-Trikot spielt
Gnabry kann mit Lok spielen. Sein Coronavirus-Test wurde als falsch positiv eingestuft: Bayern-Mittelfeldspieler Serge Gnabry hat die Heim-Quarantäne verlassen. Oktober hatte der Deutsche einen positiven Coronavirus-Test bestanden, später bestätigte jedoch keiner der wiederholten Tests das Vorhandensein einer Infektion im Körper. Das Gesundheitsministerium der Stadt München hob daraufhin die Quarantäne auf und hielt den dienstagstest für falsch positiv
Die Fans der APL Verbündete sich gegen TV: statt kaufen Spiele Stück für Stück Geld für wohltätige Zwecke (gesammelt mehr als 100 tausend Pfund)
Ancelotti über Dinah: Einfach lächerlich. Vielleicht haben die Gespräche über Pickford und Richarlison die Entscheidung beeinflusst
Napoli gewann 4 von 5 spielen der Serie A mit 14:2. Die einzige Niederlage-technische von Juve
Adam Traoré über öl auf den Händen: Jetzt kann ich wegrutschen. Die Gegner fragten, was passiert, und ich sagte, dass ich selbst nicht weiß, wie Wolverhampton-Flügelspieler Adam Traoré in der Mannschaft mit Babyöl auf die Hände kam, damit die Gegner den Spieler nicht packen konnten
Everton verlor zum ersten mal in der Saison, bleibt aber der erste in der Saison