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Corona-News: RKI: Neue Zahlen – Forderung von einheitlichen Corona-Regeln wird lauter

Die Pandemie hat die Welt weiter fest im Griff. In unserem Corona-Ticker bekommen Sie immer die alle Infos aus Deutschland und der Welt in der Übersicht. 

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

RKI meldet Zahl der Neuinfektionen

8.27 Uhr: Bundesweit liegt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen über dem Warnwert von 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen haben die Gesundheitsämter in Deutschland 14.714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Da es allerdings am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen gekommen war, könnten in der jüngsten Zahl der Neuinfektionen entsprechende Nachmeldungen enthalten sein. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überschritt am Samstag die Marke von 10.000.

Forderung von einheitlichen Corona-Regeln wird lauter

8.23 Uhr: Vor einem erneuten Treffen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder in der kommenden Woche werden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich wie zuvor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür aus, notfalls auch mehr Kompetenzen auf den Bund zu verlagern.

„Entscheidungen eines einzelnen Bundeslandes können Auswirkungen auf alle anderen Bundesländer haben. Deshalb brauchen wir dringend mehr gemeinsame Entscheidungen“, erklärte er in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Entweder durch alle Länder zusammen oder - wo das zu schwerfällig ist - auf Bundesebene, wo die Länder ja durchaus beteiligt sind“, fügte er offenbar mit Blick auf den Bundesrat hinzu.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die in der Pandemie einen besonders vorsichtigen und strikten Kurs fährt, sagte der „Bild“: „Ich sehe den Anstieg der Zahlen mit Sorge. Es ist gut, dass wir die Corona-Ampel eingeführt haben. Wir müssen aber nächste Woche bei der Konferenz der Ministerpräsidenten beraten, ob weitere Schritte erforderlich sind.“

Das waren die Corona-News vom 23. Oktober:

Berlin fordert Bürger zu eigener Kontaktnachverfolgung auf

13.55 Uhr: Angesichts der Vielzahl von Corona-Erkrankten in Berlin setzen die Behörden bei deren Isolation und der Nachverfolgung ihrer Kontakte auf eine neue Strategie. Aufgrund der pandemischen Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag.

Menschen mit positivem Testergebnis sind in Berlin deshalb nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können.

Man setze nun stärker auf die Eigenverantwortung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen, sagte Kalayci nach einer Schaltkonferenz mit den Gesundheitsstadträten der Bezirke. Bei Corona-Tests und der Kontaktnachverfolgung liege der Schwerpunkt bei Risikogruppen, etwa Personal und Patienten in Krankenhäusern und Pflege oder obdachlosen Menschen.

„Das heißt nicht, dass die anderen Kontakte nicht nachverfolgt werden“, betonte Kalayci. „Dort wird es aber etwas Zeit kosten.“ Amtsärzte hatten einen solchen Strategiewechsel gefordert.

Tschechiens Gesundheitsminister ignoriert eigene Corona-Regeln – Entlassung!

12.30 Uhr: Tschechien verliert auf einem Höhepunkt der Corona-Krise seinen Gesundheitsminister. Regierungschef Andrej Babis sagte am Freitag, er habe den 56 Jahre alten Roman Prymula gebeten, seinen Rücktritt einzureichen. Tue er das nicht, werde er entlassen. Das Fehlverhalten des Ministers sei „unentschuldbar“.

Dem Gesundheitsminister wird vorgeworfen, seine eigenen drastischen Corona-Vorschriften verletzt zu haben. Die Zeitung „Blesk“ fotografierte den Politiker und Epidemiologen, wie er abends ein Luxusrestaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. Dabei sind seit anderthalb Wochen alle Restaurants geschlossen.

Prymula hatte sich mit dem Fraktionsvorsitzenden der populistischen Regierungspartei ANO, Jaroslav Faltynek, getroffen. Dieser erklärte, man habe «Dinge bei einem Kaffee besprochen». Babis forderte den 58-Jährigen zum Rücktritt als Parteivize auf. Sowohl die Opposition als auch der sozialdemokratische Koalitionspartner CSSD hatten wegen der Affäre personelle Konsequenzen gefordert.

In Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Das Land kämpft, auf die Bevölkerung umgerechnet, mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Am Freitag wurden 14151 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden vermeldet. 1845 Menschen starben seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Frankfurt kann nicht mehr jede Infektionskette nachverfolgen

9.50 Uhr: Einige Gesundheitsämter können angesichts der Vielzahl der Fälle nicht mehr jede Infektionskette nachvollziehen. „Jedem Fall genau nachzugehen, das gelingt nicht mehr“, sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. In Frankfurt kämen derzeit zwischen 100 und 200 Fälle pro Tag dazu. „Eine solche Fülle kann man nicht mehr im Detail abarbeiten, das ist ganz klar.“

Das Frankfurter Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt. 60 Soldaten helfen bei der Nachverfolgung. Dafür sei man dankbar, sagte Gottschalk, es reiche aber nicht aus. Die Mitarbeiter müssten inzwischen die Fälle priorisieren. „Man muss sich jetzt gezielt die Fälle raussuchen, wo es besondere Dinge gibt, die es zu beachten gibt, wo es sich lohnt, genau nachzufragen“, sagte Gottschalk. Das könnte zum Beispiel ein Infizierter sein, der enge Kontakte mit Risikogruppen habe - anders als ein Ausbruch in einer jungen Familie.

Weltärztepräsident nennt Schwellwert für neuen Lockdown

9.42 Uhr: Nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland haben mehrere Landesregierungen die Bürger eindringlich aufgerufen, die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. So auch der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder. „Es muss uns gelingen, diese Welle zu brechen. (...) Und wenn wir jetzt ein bisschen mehr tun, dann werden wir hinterher weniger Folgen haben“, sagte er am Donnerstag in der Sendung „ZDF spezial“.

Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 11.242 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Zahl ist fast so hoch wie am Vortag.Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte für den Fall eines weiteren Anstiegs, bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. „Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Und warnt: „Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt.“

RKI: Zahl der Neuinfektionen weiterhin hoch

9.26 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert (Stand: 23.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Ebola-Mittel Remdesivir zur Corona-Behandlung zugelassen

8.18 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde hat das Medikament Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankungen zugelassen. Bislang hatte das Medikament in den USA nur eine Notfallzulassung. Den Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge kann Remdesivir die Dauer der Corona-Erkrankung verkürzen – dies sei hinreichend nachgewiesen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte vergangene Woche jedoch mit, dass mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen gezeigt hätten. Zu diesen Medikamenten gehörte auch Remdesivir.

Das waren die Corona-News vom 22. Oktober:

Wien genehmigt Weihnachtsmärkte mit 852 Ständen

12.25 Uhr: Die traditionellen Wiener Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie öffnen. Die österreichische Hauptstadt hat 18 Märkte mit insgesamt 852 Marktständen genehmigt, wie das Marktamt am Donnerstag mitteilte. Am 13. November öffnen etwa der Christkindlmarkt am Rathausplatz und der Weihnachtsmarkt am Stephansplatz.

Die Betreiber haben laut Marktamt in Abstimmung mit Hygienefachärzten ein Corona-Präventionskonzept erarbeitet: So gilt auf allen Weihnachtsmärkten eine Maskenpflicht für Besucher und Standbetreiber. Um Platz für Sicherheitsabstände zu lassen, gibt es 178 Marktstände weniger als im Vorjahr. Für die Umsetzung der Bestimmungen sind die Betreiber zuständig, die zusätzliche Ordner beschäftigen sollen.

Es gehe bei den Weihnachtsmärkten nicht nur darum, ein Stück „Normalität in der Weihnachtszeit“ anzubieten, teilte das Marktamt mit. Sie sollen auch dazu beitragen, „dass der Freizeitkonsum in der kalten Jahreszeit nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch im Freien stattfinden kann“. Voraussetzung sei aber das verantwortungsvolle Verhalten der Besucher.

Nun auch Schweiz und Polen Risikogebiet – Kanaren nicht mehr

10.40 Uhr: Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab Samstag als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung kommen alle Grenzgebiete zu Deutschland außer die in Dänemark auf die Risikoliste. In Österreich ist nur noch das südliche Bundesland Kärnten ausgenommen. Außerdem gilt für zwei kleine Exklaven an der Grenze zu Deutschland eine Ausnahmeregelung.

In Italien sind mehrere Touristenziele betroffen, unter anderem Rom, Mailand, Venedig, die Toskana und Sardinien. Deutsche Urlauber, die dort in den Herbstferien sind, müssen nun bei Rückkehr in Quarantäne oder sich „freitesten“ lassen - es sei denn, sie fahren oder fliegen noch vor Samstag nach Hause.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt inzwischen für mehr als 130 Länder ganz und für einige weitere teilweise. Für etwa 50 Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU.

Es bleiben nur noch einzelne Länder, die noch frei von Risikogebieten sind und für die auch nicht von Reisen abgeraten wird. Dazu zählen Griechenland und Zypern.

Über 10.000 Corona-Neuinfektionen: Das sagt das RKI zur Lage

Mann stirbt bei Corona-Impfstoff-Studie

10.05 Uhr: Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Die Todesursache war zunächst unklar. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag über den Todesfall informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden.

Die Anvisa hat fast ein halbes Dutzend Tests dieser Art erlaubt, Tausende Freiwillige in Brasilien haben in den vergangenen Wochen eine Impfung bekommen. In dem mit rund 210 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas breitet sich das Virus immer noch aus, zugleich verfügt Brasilien über hervorragende Forschungseinrichtungen.

Bei dem Toten handelt es sich dem Fernsehsender CNN Brasil zufolge um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung „O Globo“ berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, der betreffende Freiwillige habe nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen. Offiziell äußerten sich dazu zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa.

Hamsterkäufe bei Klopapier und Seife

9.50 Uhr: Deutschlands Verbraucher decken sich angesichts steigender Corona-Infektionen amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes ergab, war der Absatz von Toilettenpapier in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (plus 89,9 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020.

Die Verkaufszahlen von Desinfektionsmitteln lagen in der betrachteten Woche nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Donnerstag um knapp drei Viertel (plus 72,5 Prozent) und die von Seife um knapp zwei Drittel (plus 62,3 Prozent) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Auch die Nachfrage nach Mehl (plus 28,4 Prozent) und Hefe (plus 34,8 Prozent) zog nach Erkenntnissen der Statistiker wieder deutlich an. Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert und appellieren an die Verbraucher, keine „Hamsterkäufe“ zu tätigen.

Deutlicher Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

6.31 Uhr: In Deutschland sind an einem Tag so viele Corona-Infektionen festgestellt worden, wie noch nie seit Beginn der Pandemie: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag 11.287 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Bisher war der höchste Wert von 7830 Neuinfektionen am vergangenen Samstag erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Coronatests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen – mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Insgesamt haben sich in Deutschland seit Beginn der Pandemie mindestens 392.049 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle liegt laut RKI bei 9905. Als genesen gelten 306.100 Personen.
 

Das waren die Corona-News am 21. Oktober: 

Gesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter.

EU dämpft Hoffnung auf baldigen Impfstoff

11.20 Uhr: Für die Corona-Krise ist nach Einschätzung der EU-Kommission keine schnelle Lösung durch Impfungen in Sicht. „Es wird noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gefunden und verteilt ist“, sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel. Niemand wisse heute, wann die Pandemie endlich vorüber sein werde.

Er appellierte an die Bürger, mit ihrem Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. „Niemand in Europa will einen zweiten Lockdown“, sagte Sefcovic. „Deshalb rufe ich alle europäischen Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten.“

Die EU-Kommission ist unter anderem damit befasst, für alle EU-Staaten Vorverträge über mögliche künftige Impfstoffe abzuschließen. Neben den drei bereits öffentlich bekannten Verträgen seien drei weitere in der Abschlussphase, sagte Sefcovic.

Söder sieht „politisch-mentales Problem“ beim Kampf gegen Corona

8.55 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Deutschland habe bei der Bewältigung der Pandemie derzeit kein logistisches, sondern ein „politisch-mentales“ Problem, sagte Söder am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. „Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet“, sagte Söder. Es sei aber wichtig, die Pandemie wieder als Herausforderung zu verstehen. „Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt - genauso wie bei der ersten Welle.“

Lage spitzt sich zu: In Italien drohen Ausgangsverbote

07.43 Uhr: Die italienischen Provinzen Lombardei und Kampanien planen wegen drastisch steigender Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote. In der Lombardei im Norden sollen sie am Donnerstag beginnen. Nach Medienberichten dürfen die Bürger dann zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ihr Haus nur noch aus wichtigem Grund wie Arbeit oder Krankheit verlassen.

Die Lombardei die auch bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr stark betroffen war, habe eine solche Verschärfung der Maßnahmen bei der Regierung in Rom beantragt, schrieb die Zeitung „Corriere della Sera“.

Der Regionalpräsident von Kampanien, Vincenzo De Luca, kündigte am Dienstag ähnliche Maßnahmen an. Sie sollten in der Region im Süden, zu der Neapel gehört, am Freitagabend starten.

Rom hatte am Wochenende einige Anti-Corona-Maßnahmen verschärft. Regierungschef Giuseppe Conte betonte jedoch, ein nationaler Lockdown wie im Frühjahr solle vermieden werden. Einige Regionalpolitiker kritisierten das Vorgehen Roms als zu zögerlich.

Das waren die News vom 20.Oktober:

Gesamtes Ruhrgebiet gilt jetzt als Risikogebiet

12.40 Uhr: Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld.

Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Fast 7000 Neuinfektionen in 24 Stunden

07.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Das waren die Corona-News vom 19. Oktober:

„Anders geht es nicht“: Söder will für Region praktisch Lockdown verhängen

15.45 Uhr: Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) praktisch einen „Lockdown“ verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, „das einem Lockdown entspricht“, sagte Söder. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag für den Landkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 – das war zunächst ein bundesweiter Rekord.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Das öffentliche Leben müsse im Berchtesgadener Land heruntergefahren werden. „Anders geht es nicht“, sagte Söder. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. „Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden“, sagte er. Es werde sehr konsequent und sehr deutlich reagiert werden. „Es wird das härteste Protokoll sein, das wir jetzt an der Stelle haben werden.“

Der Landkreis Berchtesgadener Land ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kommen konnte, ist nicht genau geklärt. „Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party“, sagte Söder. Möglicherweise kommen weitere Infektionsherde infrage.

Auch die Nähe zu Österreich dränge zu einschneidenden Maßnahmen, sagte Söder. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt werde, sei die hohe Zahl nicht mehr zu reduzieren.

Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

10.20 Uhr: CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. „Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, sagte Söder, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt bereits auf eine schrittweise Ausweitung der Maskenpflicht in Corona-Hotspots verständigt. Demnach soll spätestens bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 „eine ergänzende Maskenpflicht im öffentlichen Raum dort eingeführt werden, wo Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen“. Bei einem Wert von 50 soll die Maskenpflicht nochmals erweitert werden. Wo und wie genau hatte der Beschluss aber offen gelassen, das müssen die Länder regeln.

Bislang sei Deutschland ohne einen neuen Lockdown ausgekommen, sagte Söder. Wenn dies so bleiben solle, müsse man nun „ernsthaft gemeinschaftliche Maßnahmen ergreifen“. Wenn es nicht gelinge, die Infektionszahlen zu drücken, könnten Kontakte nicht mehr nachverfolgt werden. Und wenn Kontakte nicht mehr nachverfolgt werden könnten, brauche es am Ende Kontaktbeschränkungen. „Das ist dann die Vorstufe eines Lockdowns“, warnte er. Den wolle keiner. „Aber wir nähern uns dieser Situation wieder mit großen Schritten in ganz Deutschland.“

Das waren die Corona-News vom 18. Oktober:

Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen

15.31 Uhr: Angesichts steigender Zahlen hat die Schweiz die Sicherheitsauflagen verschärft: Von Montag an seien Versammlungen mit mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum verboten, teilte die Regierung am Sonntag mit. Die Schweizer wurden dazu aufgerufen, private Treffen insgesamt einzuschränken. „Die Lage ist ernst", sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei einer Pressekonferenz.

Auch die Maskenpflicht wurde verschärft. Sie galt bisher in öffentlichen Verkehrsmitteln und wurde nun auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte, Restaurants und Museen ausgeweitet. Auch an Bahnhöfen, Flughäfen und Haltestellen müssen Schweizer künftig Mund und Nase bedecken. Darüber hinaus legte die Regierung Unternehmen nahe, Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen, um soziale Kontakte zu reduzieren.

Drei Kommunen in NRW um das doppelte über höchster Warnschwelle

11.57 Uhr: In Nordrhein-Westfalen überschreiten immer mehr Kommunen die Corona-Warnschwellen. In drei Kommunen lagen die Infektionsquoten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag sogar schon um das Doppelte über dem Grenzwert, der die bislang schärfsten Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben vorsieht: Herne (111,2), Solingen (109,9) und Wuppertal (103,1).

Bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt in NRW seit dem Wochenende eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein Alkoholverkaufsverbot bis 6 Uhr morgens.

Auch Düren sprang am Wochenende nach Angaben des Kreises über die 50er-Schwelle (67,6). Gütersloh (49,6) und der Rhein-Erft-Kreis (49,1) standen am Sonntagvormittag kurz davor.

NRW lag am Sonntag laut RKI-Statistik mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 54,7 weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 42,9. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben in NRW fast 90.000 von bundesweit rund 362.000 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands leben rund 18 Millionen Menschen. 

Überfordert! Slowenien stellt Kontakt-Nachverfolgung ein

11.45 Uhr: Wegen der rasch steigenden Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat das slowenische Gesundheitsamt am Samstag die Nachverfolgung der Kontakte von positiv getesteten Menschen eingestellt. Man sei nicht mehr in der Lage, die große Zahl der Fälle zu bewältigen, hieß es. Positiv Getestete werden aber weiterhin vom Gesundheitsamt über ihre Infektion informiert. Zugleich erhalten sie die Anweisung, in Quarantäne zu gehen und ihre relevanten Kontakte selbstständig zu informieren.

Im EU-Land Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Vortag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Zahl der Infizierten der letzten 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.

Seit Beginn der Pandemie im März haben sich nach offiziellen Angaben 13 151 Menschen mit dem Virus Sar-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 187 von ihnen starben an den Folgen einer Corona-Erkrankung. 

RKI meldet 5587 Neuinfektionen in Deutschland

5.13 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am frühen Sonntagmorgen die aktuellen Corona-Zahlen bekannt gegeben: Binnen 24 Stunden haben sich 5587 in Deutschland mit dem Virus angesteckt. Das ist ein leichter Rückgang, der aber auf die Situation am Wochenende zurückzuführen ist.

An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Das RKI weist in seinem Lagebericht von Samstagabend darauf hin, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Landkreise eine erhöhte Verbreitung des Coronavirus von mehr als 25 nachgewiesenen Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner haben.

Lauterbach prophezeit Lokale Lockdowns

1 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen rechnet SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland. 

„Es ist ganz simpel. Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns“, sagte der Mediziner. 

Die auch R-Wert genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend lag der R-Wert bei 1,40.

„Das exponentielle Wachstum hat eine solche Kraft - da würde jedem einleuchten, dass nichts mehr stattfinden kann“, so Lauterbach weiter. „Dann würde auch die Wirtschaft einbrechen.“ Im Kampf gegen das Virus zählt der Politiker auf das Verhalten der Menschen - weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen: „Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält.“ 

New York verhindert Mega-Hochzeit mit 10.000 Gästen

00.29 Uhr: New Yorker Behörden sind gegen eine geplante Hochzeit mit mehr als 10.000 Teilnehmern vorgegangen. „Es war eine große Hochzeit geplant, die die Versammlungsregeln verletzt hätte“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Einer Mitarbeiterin zufolge habe eine Untersuchung herausgefunden, dass die Feier am Montag im Viertel Williamsburg in Brooklyn stattfinden sollte. Die Veranstaltung sei per Verfügung ausdrücklich untersagt worden. Die städtischen Behörden seien alarmiert, so Cuomo. 

Das waren die Corona-News vom 17. Oktober:

Baden-Württemberg ruft höchste Warnstufe aus

17.35 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und zusätzliche Kontaktbeschränkungen sollen am Montag in Kraft treten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

Man müsse aufgrund der Geschwindigkeit, mit der sich die Pandemie entwickele, die Maßnahmen verschärfen, sagte Kretschmann. Die Menschen sollten unnötige Reisen und Kontakte vermeiden. „Das ist das Gebot der Stunde, damit nicht alles aus dem Ruder läuft.“

Die Pandemiestufe 3 bedeutet den Eintritt in die „kritische Phase“. Die beginnt insbesondere dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche die Grenze von 35 überschreitet. Das ist im Südwesten seit vergangenem Donnerstag der Fall. Am Freitag lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz bei 42,2.

Die dritte, kritische Phase beinhaltet weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens - unter anderem die landesweite Maskenpflicht im Unterricht. Sie gilt vor allem ab einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Fällen auf 100.000 Einwohner. Die dritte Phase zeichnet sich durch einen starken, möglicherweise exponentiellen Anstieg der Fallzahlen mit diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten aus.

Nach dem Konzept der Landesregierung soll dann im Einzelhandel die Anzahl der Personen pro Verkaufsstelle eingeschränkt werden. In der Gastronomie könnte der Ausschank von Alkohol eingeschränkt, eine Reservierungspflicht eingeführt und der Betrieb auf Außenbereiche beschränkt werden. Veranstaltungen und Kontaktmöglichkeiten sollen eingeschränkt, Hygienemaßnahmen sowie Sanktionen bei Verstößen ausgeweitet werden. Die Regelversorgung in Krankenhäusern soll auf das Nötigste beschränkt werden. Mit diesen Maßnahmen soll ein allgemeiner Lockdown - die Schließung von Schulen und Betrieben - möglichst vermieden werden.

Bundespräsident Steinmeier negativ auf Coronavirus getestet

17.11 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin am Samstag mit, nachdem Steinmeier sich zuvor wegen der Infektion eines Personenschützers in Quarantäne begeben hatte. Der Bundespräsident bleibe selbstverständlich weiter in Quarantäne, in den kommenden Tagen seien weitere Tests geplant.

Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne

14.55 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bei dem Mann aus dem Kommando des Bundeskriminalamtes handele es sich um eine Kontaktperson ersten Grades. Steinmeier habe sich nun selbst einem Corona-Test unterzogen, das erste Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin am Samstagnachmittag.

Ende März hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel vorsorglich für knapp zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt mit einem infizierten Arzt hatte. In dieser Zeit hatte sie drei Corona-Tests machen lassen, die jedoch alle negativ waren.

Corona-Maßnahmen: Berlin will Kontakte weiter einschränken

14.22 Uhr: Aus dem finalen Entwurf der neuen Infektionsverordnung geht hervor, dass Berlin die Kontaktbeschränkungen drastisch einschränken will, berichtet der „Tagesspiegel“. Zudem solle eine Maskenpflicht auf Märkten und anderen belebten Orten eingeführt werden. Beschlossen seien die neuen Regeln allerdings noch nicht, diese stehen für Dienstag auf der Agenda.

Nach Angaben des „Tagesspiegel“ sieht der Entwurf vor, dass sich ab nächster Woche maximal fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen – oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23 und 6 Uhr. 

Die bisherige Personenobergrenze bei Veranstaltungen soll den Plänen zufolge bestehen bleiben: Bis Ende des Jahres seien Veranstaltungen im Freien mit bis zu 5000 Personen erlaubt, in geschlossenen Räumen bis zu 1000 Personen. Weiterhin möglich sein sollen auch private Veranstaltungen und Feiern bis zu 50 Personen im Freien und bis zu zehn Personen in geschlossenen Räumen. Dafür muss ein Hygienekonzept vorliegen und eine Anwesenheitsdokumentation geführt werden.

Hintergrund der verschärften Maßnahmen sind die rasant steigenden Fallzahlen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner stieg in den vergangenen sieben Tagen auf 83,2 (Stand Freitagabend). Damit liegt Berlin weiter deutlich über dem kritischen Wert von 50.

Kontakt zu Infiziertem: Von der Leyen begibt sich in Isolation

12.17 Uhr: Das war ein kurzer Besuch – Der Brüsseler EU-Gipfel hatte gerade erst begonnen, da war er für Ursula von der Leyen auch schon wieder vorbei. Die Präsidentin der EU-Kommission verließ den Europäischen Rat, da eine Person aus ihrem Sekretariat positiv auf das Coronvirus getestet worden war. 

Trotz negativem Test begibt sich von der Leyen vorsichtshalber für eine Woche in Selbstisolation. Einen Tag später begab sich auch Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin in Isolation, auch sie hatte Kontakt zu einer positiv getesteten Person. Zum Ende des Gipfels fehlten coronabedingt vier Teilnehmer.

Corona-Neuinfektionen: Dritter Höchstwert in Folge

08.39 Uhr: Am dritten Tag in Folge meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen neuen Höchstwert – innerhalb eines Tages kamen 7.830 Neuinfektionen hinzu. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen.

Der Reproduktionsfaktor, oder kurz R-Wert, lag am Freitag in Deutschland bei 1,22, das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,2 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile deutlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Das waren die News vom 16. Oktober: 

Gericht kippt Sperrstunde in Berlin

12.39 Uhr: Erst seit vergangenem Samstag galt in Berlin: Nach 23 Uhr müssen Gaststätten schließen, damit sich das Coronavirus nicht ausbreiten kann. Jetzt hat das Berliner Verwaltungsgericht die vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt.

Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht. Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig. Aus ihrer Sicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten um 23 Uhr. Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie werde erreicht, dass sich junge Menschen dann an anderen Orten träfen, für die keine Hygienekonzepte gelten, so die Argumentation.

Der Senat hatte am Dienstag vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Infektionszahlen beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte künftig zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen sein müssen. Die neue Regelung war ab vergangenem Wochenende in Kraft getreten.

RKI weist neue Risikogebiete aus

10.14 Uhr: Ab Samstag den 17. Oktober gelten folgende Länder und einzelne Regionen ebenfalls als ausgewiesene Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes:

Finnland: Region Österbotten

Frankreich: gesamt sowie auch das franz. Überseegebiet Martinique

Irland: die Regionen Mid-West, South-West, Mid-East, West und Midlands

Italien: die Regionen Campania und Ligurien gelten als Risikogebiete.

Kroatien: nun auch die Gespanschaften Grad (Stadt) Zagreb und Međimurska

Malta: das gesamte Land

Niederlande: das gesamte Land

Polen: die Regionen Kujawsko-pomorskie, Małopolskie, Podlaski, Pomorskie und Świętokrzyskie

Portugal: nun auch die Region Norte

Schweden: die Provinzen Jämtland, Örebro, Stockholm und Uppsala

Schweiz: die Kantone Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug

Slowakei: das gesamte Land Slowakei

Slowenien: nun auch die Regionen Jugovzhodna Slovenija, Pomurska und Podravska

Ungarn: nun auch die Region/Komitat Veszprém

Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland: England: nun auch die Regionen East Midlands und West Midlands

Erneuter Rekord der Corona-Neuinfektionen

07.20 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter. Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag 7334 Neuinfektionen – damit erneut so viele Neuinfektionen wie noch nie seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Trend vom Vortag mit 6638 Neuinfektionen setzt sich also fort. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt damit auf 348.557. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich auf 9734.

Die derzeit steigenden Zahlen sind allerdings nur bedingt mit denen aus April zu vergleichen. Mittlerweile wird deutlich häufiger getestet und somit auch mehr Infektionen entdeckt.

Das waren die News vom 15. Oktober:

Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne

13.30 Uhr: In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der Corona-Neuinfektionen unter Quarantäne gestellt. Die Ein- und Ausreise aus der Gemeinde mit rund 6600 Einwohnern sei bis auf einige Ausnahmen ab Samstag bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer am Donnerstag. „Die Situation läuft völlig aus dem Ruder“, sagte der ÖVP-Politiker über die Lage im Ort. Insgesamt bezeichnete er die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

In Österreich ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages auf den Rekordwert von 1552 Fällen gestiegen. Laut Innenministerium wurden allein in Wien 480 neue Fälle registriert. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zahlen - unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl - in etwa doppelt so hoch.

Sachsen hebt Beherbergungsverbot auf

13.09 Uhr: Sachsen hebt das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten auf. Das kündigte die Regierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Freistaat an. Die Regelung soll ab Samstag gelten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte schon am Mittwoch vor dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs in Berlin gesagt, dass er das Verbot nicht für angemessen hält. In Sachsen galt es seit Juni. Es sei nicht verhältnismäßig, da «werden Menschen getroffen, die nichts mit Krankheit zu tun haben», sagte er am Donnerstag.

Neuinfektionen-Rekord: RKI meldet höchsten Wert seit Pandemie-Beginn

07.25 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch.

Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschritten worden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. „Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden", schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.

Das waren die News vom 14. Oktober:

Söder: Deutschland ist „zweitem Lockdown näher, als wir wahrhaben wollen“

22.18 Uhr: Endlich! Am späten Mittwochabend trat Bundeskanzlerin Angela Merkel dann doch noch selbst vor die Presse – gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller. Alle drei zeigten sich zufrieden mit den Maßnahmen, auf den sich gemeinsam geeinigt werden konnte.

Merkel warnte, Deutschland stünde „an einem entscheidenden Punkt“, denn man sei bereits wieder mitten drin im exponentiellen Wachstum. Sie appellierte daher an die Bürger, in dieser „kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. Es komme darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern. Eine zweite Corona-Welle mit wirtschaftlichen Einschränkungen wie im Frühjahr könne sich Deutschland „nicht leisten“.

Daher habe man am heutigen Mittwoch zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um das Virus wieder zurückzudrängen. Gleichzeitig gab die Kanzlerin zu, man habe sich in Sachen Beherbergungsverbot nicht einigen können. Vorerst appellierte Merkel dringend an die Deutschen, vor allem in Risikogebieten, nicht notwenige Reisen abzusagen – auch im Inland.

Die Kanzlerin appellierte vor allem auch an junge Menschen, sich einzuschränken. „Gerade die Jugend ist es, an die wir jetzt auch appellieren müssen, lieber heute auf 'n paar Feten und Feiern und Partys zu verzichten, um morgen und übermorgen gut leben zu können.“

Neuer Inhalt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M), Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin

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Ernste Worte fand auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): „Wir sind dem zweiten Lockdown viel näher, als wir das wahrhaben wollen.“ Ein neuerliches Herunterfahren von Öffentlichkeit und Wirtschaft sei nicht verkraftbar, so Söder. Der Ministerpräsident warnte auch, die Maßnahmen griffen erst zeitverzögert: „Die Zahlen werden jetzt erstmal deutlich steigen.“

Söder hält die Corona-Lage derzeit insgesamt fast für gefährlicher als im Frühjahr – und hat Zweifel, ob die neuen Gegenmaßnahmen am Ende überhaupt ausreichen. Man sei einen deutlichen Schritt vorangekommen, und zwar fürs ganze Land, sagte Söder auf der Pressekonferenz. „Aber ob das reicht, ist meiner Meinung nach offen.“ Das werde man in den nächsten zehn Tagen sehen. Man hoffe, dass die Maßnahmen wirken, wenn sie einheitlich angewandt werden.

Beherbergungsverbot: Entscheidung erst nach Herbstferien

21.07 Uhr: Zur Stunde diskutieren Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs noch die Corona-Maßnahmen, ein offizielles Statement wird erst später erwartet – einige Maßnahmen sind aber bereits nach außen gesickert. Beim Beherbergungsverbot wird es jedoch aller Voraussicht nach keine Entscheidung am heutigen Abend geben. Wie der „Spiegel” und die „Bild” berichten, wollen die Entscheidungsträger die Frage nach einem Beherbergungsverbot auf nach den Herbstferien vertagen. 

Beschlossen! Sperrstunde für Hotspots kommt, Feiern werden eingeschränkt

18.40 Uhr: In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll es künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur und die „Bild“-Zeitung erfuhren.

Zudem werden bei Überschreiten dieses Warnwerts künftig private Feiern generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt.

Auch soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll schon ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Experte warnt bei Bund-Länder-Konferenz vor Corona-Kontrollverlust

16 Uhr: Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat Bund und Länder eindringlich vor einem Kontrollverlust bei den Corona-Infektionen gewarnt. „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf, um das Schiff noch zu drehen“, sagte Michael Meyer-Hermann nach Angaben von Teilnehmern zum Auftakt der Ministerpräsidentenkonferenz im Bundeskanzleramt in Berlin. Deutschland stehe an der Schwelle zu einem exponentiellen Wachstum.

Meyer-Hermann appellierte an die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), an der Maskenpflicht festzuhalten, auch Bußgelder seien sehr wichtig, zitierten ihn Teilnehmer. Zugleich warnte er in der aktuellen Lage vor Diskussionen über Großveranstaltungen und einer Verkürzung der Quarantänezeit. Zur Verdeutlichung zeigte der Wissenschaftler eine Simulation, wie sich das Infektionsgeschehen entwickeln würde, sollte die Politik jetzt nicht gegensteuern.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beraten aktuell über eine Verschärfung der Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung. Erste Details sind bereits durchgesickert.

Niederlande verschärften Corona-Maßnahmen drastisch

10.24 Uhr: Die Niederlande haben die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Dienstag in Den Haag einen "Teil-Lockdown" an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht an für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung.

Die Regierung reagiert damit auf die dramatisch steigenden Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. In den vergangenen sieben Tagen waren 252 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Am schlimmsten betroffen sind Amsterdam und Rotterdam mit je etwa 410 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Fast in allen Regionen sei die Lage "alarmierend", sagte Rutte.

Das waren die News vom 13. Oktober:

Nach Absinken: Corona-Zahlen steigen weiter

Während die Gesundheitsämter gestern 2.467 Neuinfektionen meldeten, ist der Wert heute wieder über die 4000-Marke gestiegen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden kamen 4.122 Neuinfektionen hinzu. Die Gesamtfallzahl steigt damit auf 329.453. Weitere 13 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben.

Das waren die News vom 12. Oktober

Spahn nennt Zeitraum für erste Corona-Impfungen in Deutschland

18.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet innerhalb des nächsten halben Jahres mit ersten Corona-Impfungen in Deutschland. „Stand jetzt würde ich davon ausgehen, Stand heute 12.10., dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können“, sagte Spahn am Montag bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Man setze auf mehrere Technologien und Hersteller. „Wenn alle Pferde ins Ziel kommen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben“.

Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten bereits im September die Prognose abgegeben, dass Impfstoffe für erste Bevölkerungsgruppen in den ersten Monaten des nächsten Jahres, für die breite Masse der Bevölkerung allerdings vermutlich erst Mitte kommenden Jahres bereitstehen werden. Zunächst sollen Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen. Spahn betonte am Montag erneut, dass es sich bei Impfungen gegen Corona um freiwillige Impfungen handeln werde.

Deutschlands Nachbarland: Regierung denkt über lokale Lockdowns nach

14.17 Uhr: Angesichts hoher Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen hat Frankreichs Regierungschef Jean Castex seine Landsleute aufgerufen, sich der zweiten Welle der Covid-19-Epidemie zu stellen. „Wir sind tatsächlich in einer sehr schwierigen Lage“, sagte Castex am Montag im Nachrichtensender Franceinfo. Der seit rund drei Monaten amtierende Premierminister warnte vor zusätzlichen Einschränkungen für die Bürger, falls sich die Lage verschlimmere.

Frankreich hatte am Samstag annähernd 27 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Sonntag waren es dann gut 16 000 Neuinfektionen gewesen. In Großstädten wie Paris, Lyon und Marseille gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Dort mussten Bars und gastronomische Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für zwei Wochen schließen. Castex bestätigte, dass nun auch in Toulouse und Montpellier die höchste Alarmstufe ausgerufen wird.

Der Mitte-Rechts-Politiker sagte, Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land wie im Frühjahr sollten unbedingt verhindert werden. Auf die Frage, ob Einschränkungen dieser Art auf lokaler Ebene möglich seien, antwortete er: „Nichts kann ausgeschlossen werden.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Mittwochabend in einem TV-Interview äußern. Der Élyséepalast nannte zwar keine Details zum Inhalt. Es wird aber davon ausgegangen, dass sich Macron angesichts der ernsten Corona-Lage an die Menschen im Land wenden will.

Wie ein „beschützender Glanz“: US-Präsident Donald Trump hält sich für immun gegen Corona

07.45: US-Präsident Donald Trump hat seine Corona-Infektion nach eigenen Angaben überstanden und hält sich nun für immun: Das hat er dem Fernsehsender Fox News am Sonntag in einem Telefoninterview mitgeteilt. Demnach fühle er sich „fantastisch“ und nehme keine Medikamente mehr. Er habe die strengsten Tests bestanden und sei in großartiger Form. Die Immunität sei für ihn wie ein „beschützender Glanz“, so Donald Trump.

Das waren die News vom 11. Oktober:

An Maskenpflicht erinnert - Kunde greift zur Axt

14.35 Uhr: Weil er in einem Supermarkt an die Maskenpflicht erinnert wurde, hat ein Mann im sächsischen Zwickau mit einer Axt um sich geschlagen. Er habe so eine Schutzverglasung im Kassenbereich beschädigt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der 38-Jährige hatte den Angaben zufolge den Supermarkt am Samstag zunächst ohne Mund-Nasen-Schutz betreten. Als ihn das Personal auf die Maskenpflicht hinwies, sei er zu seinem Auto gelaufen. Dort habe er sich einen mittelalterlichen Helm aufgesetzt und die Axt gegriffen.

Ein Alkoholtest ergab bei dem Mann 1,6 Promille. Er musste seinen Führerschein abgegeben. Die Polizei prüft, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt. 

Stuttgart bittet Bundeswehr um Hilfe

13.30 Uhr: Stuttgart mobilisiert zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung. Zudem bittet die Stadt die Bundeswehr um Unterstützung, wie Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, mitteilte. "Die Zahlen steigen auf besorgniserregende Weise an, und zwar so stark, dass das Gesundheitsamt die für die Kontrolle der Pandemie so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr gewährleisten kann", so Ehehalt.

Zuvor war in der Landeshauptstadt die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden, der Wert war am Samstagabend auf 50,5 gestiegen. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte nach einer Telefonkonferenz zur Lagebesprechung: "Wir müssen jetzt entschieden handeln, um die Zahl der Neuinfektionen sofort wieder runter zu bekommen. Nur so können wir Schulen, Kitas, Wirtschaft und Handel offen halten. Nur so kann es gelingen, dass wieder alle Fälle durch das Gesundheitsamt nachvollzogen werden können."

Frau nimmt Maske ab und niest Mann ins Gesicht

12.21 Uhr: Sie ärgerte sich über den fehlenden Abstand in der Schlange an der Ladenkasse. Da hat eine Kundin in Baden-Württemberg ihre Maske abgenommen und dem etwa 60-jährigen Mann hinter sich ins Gesicht geniest. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, geschah die Tat am Samstag in Oberteuringen nördlich von Friedrichshafen. Nach dem Vorfall habe die etwa 30 Jahre alte Frau ihre Maske wieder aufgesetzt.

Eine Zeugin hatte die Polizei auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Anhand von Bildern einer Videokamera sucht die Polizei nun nach den beiden Beteiligten. Sollte sich herausstellen, dass die Frau mit dem Coronavirus infiziert war, müsse sie mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen, so der Sprecher der Polizei.

Rekordanstieg in Frankreich: 27.000 Neuinfektionen

8 Uhr: In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden 26.896 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Infektionen machte damit am Samstag im Vergleich zum Vortag noch mal einen deutlichen Sprung nach oben. Am Freitag wurden 20.339 Neuinfektionen gemeldet. Auch das war ein Rekordwert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Samstag um 54 auf 32.684. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage ist damit weiter sehr angespannt. In mehreren Städten, darunter Paris, Lyon, Lille und Marseille, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. In den betroffenen Städten mussten Bars und gastronomische Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für vorerst zwei Wochen schließen.

Das waren die Corona-News vom 10. Oktober:

Steigende Infektionszahlen: Sperrstunde in Berlin

15.55 Uhr: Wegen steigender Infektionszahlen gilt in der Hauptstadt seit diesem Wochenende eine Sperrstunde. Das weltberühmte Nachtleben der Stadt pausiert nun von 23 Uhr bis 6 Uhr. Restaurants, Kneipen und die meisten Geschäfte müssen in dieser Zeit schließen. In der ersten Nacht mit der neuen Regelung in Berlin veranlassten Polizisten die Schließung mehrerer Betriebe. Das sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Eine Bilanz mit Zahlen soll aber erst in der kommenden Woche vorliegen.

Nach Meinung der Soziologin Talja Blokland unterschätzt die Politik mitunter, wie wichtig Kneipen für die Gesellschaft sind. Die Sperrstunde in Berlin sieht sie kritisch. „Es kommt rüber, als wären Bars und Cafés zum Feiern da und nichts Notwendiges“, sagte die Professorin am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität Berlin. Auch die Berliner Gastronomie kritisierte die Sperrstunde heftig. Mehrere Gastronomen gehen mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht dagegen vor. Mit einer Entscheidung ist nach Angaben des Gerichts in der kommenden Woche zu rechnen.

In immer mehr Großstädten steigt die Zahl neuer Infektionen. Bremen beschloss ebenfalls die Verhängung einer allgemeinen Sperrstunde und ein Alkoholverkaufsverbot von 23 bis 6 Uhr. In Köln darf ab 22 Uhr auf Straßen und Plätzen kein Alkohol mehr konsumiert werden. An den Wochenenden gilt an Party-Hotspots ein Verkaufsverbot für Alkohol. Außerdem dürfen sich nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen - bisher waren es zehn. In Fußgängerzonen müssen die Menschen Masken tragen. Eine Sperrstunde gibt es aber derzeit nicht.

New York Times: Weißes Haus verhinderte Maskenpflicht 

14 Uhr: Die US-Seuchen­schutz­behörde hat im vergangenen Monat eine Verordnung ausgearbeitet, die eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln in den USA vorsieht. Doch das Weiße Haus soll die Maskenpflicht blockiert haben, so die „New York Times“ unter Berufung auf zwei Beamte.

US-Präsident Donald Trumps Regierung habe den Vorschlag der Behörde abgelehnt. Die Anordnung einer Maskenpflicht sei Sache der Bundesstaaten und Kommunen, die die Corona-Lage vor Ort am besten einschätzen könnten, wurde ein Vertreter des Weißen Hauses zur Begründung zitiert. Die Vorschrift sollte demnach auch für alle Bahnhöfe und Flughäfen gelten.

Rekord: Mehr als 8500 neue Corona-Fälle in Tschechien

12.20 Uhr: In Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen weiter heftig an. Am Freitag wurden den Behörden 8618 neue Fälle gemeldet, wie am Samstag bekannt wurde. Das waren knapp 3300 mehr als am Vortag. Es ist der vierte Tagesrekord in Folge. Seit Beginn der Pandemie gab es 905 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. In Tschechien, das knapp 10,7 Millionen Einwohner hat, müssen von Montag an Theater, Kinos, Museen, Galerien und Sportstätten für zunächst zwei Wochen schließen.

Ministerpräsident Andrej Babis hatte am Freitag einen Lockdown nicht mehr ausgeschlossen. Dem widersprach Präsident Milos Zeman. „Einen zweiten Absturz der Wirtschaft kann sich dieses Land nicht leisten“, sagte der 76-Jährige der Zeitung „MF Dnes“. Zugleich forderte er „drakonische, geradezu militärische Maßnahmen“ im Bereich der Freizeitaktivitäten.

Das waren die News vom 9. Oktober:

Nach zwei Großhochzeiten: Corona-Ausbruch in Bayern

12 Uhr: In der 3.500-Einwohner-Gemeinde Baierbrunn bei München ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Nach neustem Stand sind mindestens zwanzig Menschen infiziert; sie alle sind Mitglieder zweier Großfamilien. Rund 120 Menschen sind nun in Quarantäne, die Kindertagesstätte, die Grundschule und der Hort wurden geschlossen. Grund für die hohe Zahl an Ansteckungen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Hochzeiten, auf denen die Mitglieder der Großfamilien zusammenkamen. 

Die Zahlen steigen weiter: Mehr als 4500 Neuinfektionen in Deutschland

7.15 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314 660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen.

Das waren die News vom 8. Oktober:

Hamburg bei Merkels Metropolengipfel

14.45:  Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. Merkel will am Freitag an einer Videokonferenz mit Bürgermeistern von elf Städten in Deutschland teilnehmen, die derzeit hohe 7-Tage-Inzidenzen von Corona-Neuinfektionen melden. Die Kanzlerin werde sich über die Corona-Lage und die vor Ort eingeleiteten Maßnahmen informieren.
Laut Spiegel nehmen die Oberhäupter von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf,
Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil. Auch der Sprecher des Hamburger Senats bestätigte die geplante Schaltkonferenz.
In mehreren Bezirken Berlins und weiteren Städten hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz den kritischen 50er-Wert bereits überschritten. Er bildet die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ab und ist ein wichtiger Grenzwert für schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht die Eindämmung der Infektionen vor allem in den Städten als Schlüssel im Kampf gegen Corona. „Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden", sagte der studierte Mediziner im ARD-Morgenmagazin.

Rekord in Polen: Über 4000 Neuinfektionen in 24 Stunden – trotzdem keine Reisewarnung 

12.15: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Die Behörden verzeichneten 4280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Warschau mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus – so viele wie nie zuvor. Erst am Mittwoch war der bisherige Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht worden, er lag bei 3003 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Das Auswärtige Amt in Berlin hat bisher jedoch keine Reisewarnung für das Nachbarland ausgesprochen. 

Forschungsministerin Karliczek bleibt bei Prognose: Impfung ab Mitte 2021

11.30: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Corona-Impfstoffe für viele Menschen bis Mitte 2021 zur Verfügung stehen könnten. „Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Aktuell gehe das Forschungsministerium davon aus, dass Mitte nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten. Offen sind nach Angaben Karliczeks noch einige Fragen, etwa wie lange der Impfschutz anhalten werde oder wie häufig man geimpft werden müsse, um einen wirklichen Schutz zu bekommen. 

Woher kommt der starke Anstieg der Neuinfektionen?

11.15 Uhr: Eine klare Antwort gab weder Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch der Präsident des Robert Koch-Institutes Lothar H. Wieler. Spahn spielt den Ball weiter in die Bevölkerung und appelliert an die Vernunft der Bürger, jeder einzelne könne dazu beitragen die Zahlen zu senken. Es gäbe Zusammenkünfte, die derzeit einfach mit einem Risiko belastet sind, sagt Spahn in der Pressekonferenz in Berlin. „Jeder von uns weiß doch, in welche Situation er sich begibt. Muss eine Hochzeit mit 200, 300 Gästen jetzt sein?“

Die meisten in Deutschland lebenden Menschen, stecken sich auch in Deutschland an, betont der RKI-Chef. Die Zahl der Ansteckungen aus dem Ausland sei zurück gegangen. Die Lage in den Krankenhäusern ist derzeit noch entspannt, gerade bei den Intensivbetten sein noch Luft. Dies läge auch daran, dass sich aktuell vor allem jüngere Anstecken, die häufig keine oder nur geringe Symptome zeigen.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Lüften ein zentrales Thema, so Prof. Dr. Kringel. Gut gelüftete Räume seien in Corona-Zeiten wichtig. Das haben in der Vergangenheit Superspreaderevents gezeigt, so Kringel. „Die Luftmenge die sauber zugeführt wird bestimmt die Zahl der Viren-Teilchen in einem Raum“, so Kringel. Je mehr Luft in den Raum hineinkommt, desto geringer ist das Risiko.

Spahn für einheitlichen Rahmen bei innerdeutschen Reisen

10.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Verständnis für besondere Corona-Vorgaben bei innerdeutschen Urlaubsreisen aus Gebieten mit hohen Infektionszahlen geäußert. Wichtig für die Akzeptanz sei aber ein möglichst einheitlicher Rahmen der Länder, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Dieser könne dann auch je nach Infektionsgeschehen anders ausgestaltet werden. Generell könne er verstehen, dass Länder mit geringen Infektionszahlen Sorgen vor Viruseinträgen hätten. Entscheidend sei jedoch eine rasche Eindämmung von Corona-Ausbrüchen in betroffenen Kommunen. Dies sei „die viel bessere Variante“ als Beherbergungsverbote in der Folge. Die Länder hatten am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass Reisende aus Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben. Einige gaben zum Schluss aber abweichende Erklärungen ab. 

Über 4000 Neuinfektionen: Infektiologin warnt vor Engpässen in Krankenhäusern 

10.10 Uhr: An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Coronainfektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. „Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind“, sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, am Donnerstag in Berlin. Derzeit würden 470 Covid-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt. Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl. Die Experten betonten zwar, dass die leichten Verläufe überwiegen. Herold sagte aber auch: „Wir bereiten uns vor auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind.“ Herold hofft nach ihren eigenen Worten, dass die Menschen die Corona-Gefahr ernst nehmen, „so dass wir nicht in diese Situation kommen“.

Spahn zu Neuinfektionen: „Haltet euch nicht für unverletzlich“

09.45 Uhr: Angesichts des deutlichen Anstiegs bei der Zahl neuer Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen gemahnt, sich nicht für unverletzlich zu halten. Die Zahlen seien besorgniserregend, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Es gelte zu verhindern, dass die Zahlen insgesamt wieder exponentiell steigen und es zu einem Moment komme, „wo wir die Kontrolle verlieren“, sagte der Minister. „Da sind wir noch nicht.“ Derzeit steckten sich vor allem jüngere Menschen an – aber nicht nur. Gerade die Jüngeren hielten sich oft für unverletzlich. „Das sind sie aber nicht“, betonte Spahn. Bei Covid-19 handele es sich weiterhin um eine ernsthafte Erkrankung. Die Zahlen an Todesfällen und Intensivpatienten seien aber derzeit vergleichsweise niedrig.

Zahl der Neuinfektionen steigt sprunghaft auf über 4000

6.45 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Das waren die News vom 7. Oktober:

Länder: Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten 

16.19 Uhr: Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Corona-Risikogebieten beschlossen. Das Verbot gelte bundesweit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder.

Neuinfektionen: RKI meldet Höchstwert seit April 

10.35 Uhr: Die Zahl erfasster Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist so hoch wie seit der zweiten Aprilhälfte nicht mehr. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2828 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekanntgab.

Das sind über 150 mehr als am Freitag, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der zuvor geltende Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war. Es sei notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiere, mahnte das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend.

Derzeit liege die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in Berlin und Bremen sehr deutlich, in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert. Fallhäufungen werden demnach derzeit insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie unter anderem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie verschiedenen beruflichen Settings erfasst. Der Anteil der Reiserückkehrer aus dem Ausland sei deutlich gesunken.

Das waren die News vom 7. Oktober: 

Wegen steigender Infektionen: Berlin beschließt nächtliche Sperrstunde

19.00 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen müssen die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars in der Hauptstadt künftig von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen.

Der Senat beschloss am Dienstag eine nächtliche Sperrstunde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Demnach sind Ausnahmen etwa für Tankstellen geplant, diese dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Zudem gelten in der Stadt bald neue Einschränkungen für private Feiern in geschlossenen Räumen. Künftig dürfen daran nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen, wie der Senat den Angaben zufolge weiter beschloss.

Zum ersten Mal zeigt das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage dem Senat Handlungsbedarf an: Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten. Auch Bayerns Innenminister Markus Söder hatte hereits vor der Lage in Berlin massiv gewarnt.

Söder: Corona in Berlin „am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt zu einem entschiedeneren Kampf gegen die steigenden Berliner Corona-Zahlen aufgerufen. „Mir macht die Berliner Situation ausdrücklich Sorgen. Ich befürchte, das ist am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit“, sagte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München. Er verwies darauf, dass München es mit verschärften Anti-Corona-Maßnahmen geschafft habe, den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Dazu zählten etwa eine zeitweilige Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt und zeitweilige strengere Kontaktbeschränkungen. Man könne nur „dringend raten“, solche Maßnahmen zu ergreifen, sagte Söder Richtung Berlin.

Er habe den Eindruck, die Berliner Gesundheitssenatorin kämpfe sehr. „Aber sie wird ein Stück weit allein gelassen.“ Angesichts des „seltsamen Systems“ von Bezirksregierungen gebe es dort kaum eine einheitliche Strategie. Man sei in Berlin an einer „gefährlichen Schwelle“ - das sage er aber mit Sorge, nicht mit einem Zeigefinger. Manche Anti-Corona-Maßnahmen würden in Berlin aber entweder nicht oder kaum vollzogen - das sei der Eindruck, den viele aktuell hätten.

„Wir wollen auf keinen Fall eine Situation haben wie in Madrid, wir wollen keine Situation haben wie in Paris, dass wieder im Prinzip ein kompletter Lockdown erfolgen muss, dass wieder das öffentliche Leben auf Null gestellt wird“, betonte Söder. So etwas wolle man in Deutschland nicht wieder haben. Er warnte vor erheblichen Auswirkungen auf Schule, Kitas, Wirtschaft und Gesellschaft. „Mehr Maske, weniger Alkohol und kleinere Partys - nur so können wir die Infektionsausbreitung in den Griff bekommen“, betonte Söder.

„Wir machen uns wirklich Sorgen, wie das weitergeht in Deutschland“, sagte Söder und fügte hinzu: „Die Lage ist sehr unsicher.“ Man müsse deshalb weiter mit einem hohen Maß an Disziplin und Vernunft agieren. „Dann, glaube ich, können wir auch diesen Winter gut überstehen.“

US-Behörde: Corona-Übertragung über längere Distanz möglich

11.14 Uhr: Am Montag schrieb die Gesundheitsbehörde CDC in ihren Corona-Richtlinien, das Virus könne unter bestimmten Bedingungen auch über längere Distanz als die bislang sechs Fuß (etwa 1,8 Meter) übertragen werden. Dies sei vor allem in schlecht belüfteten Räumen der Fall gewesen. Mitunter hätten die Personen zudem schwer geatmet, etwa beim Singen oder Trainieren.

Nach Angaben der Wissenschaftler des CDC, steigt die Konzentration des Virus in der Luft bei schwerer Atmung. Es seien so zum Teil auch Menschen infiziert worden, die sich nicht nur zur gleichen Zeit, sondern auch kurz danach an einem Ort mit ansteckenden Personen aufgehalten hätten.

Diese Erkenntnis hatten sie bereits vor zwei Wochen veröffentlicht, allerdings wieder zurückgezogen. Die Begründung: Ein Entwurf sei fälschlicherweise zu früh veröffentlicht worden. Gleichzeitig schränkte die CDC ein, dass der Großteil der Infektionen nach vorliegenden Daten in nächster Entfernung passiere.

In den USA sind nach Zahlen der Universität Johns Hopkins bereits mehr als 210.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Erst kürzlich hatte die CDC Kritik auf sich gezogen, als sie erklärte, Tests bei Menschen ohne Symptome seien nicht notwendig. In einer „Klarstellung“ nahm die CDC diese Position aber wieder zurück.

Spahn kritisiert Berlins Corona-Management

09.25 Uhr: „Ich würde mir wünschen, dass in Berlin und auch Bremen der notwendige Wille zur Durchsetzung der Regeln besser greift“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz.

Es sei ohne Zweifel nachvollziehbar, dass jetzt Masken in Büroräumen getragen werden sollen. „Aber genauso wichtig und nachvollziehbar fände ich es, wenn keine Partys mehr stattfänden, so wie wir es jetzt am Wochenende wieder gesehen haben“, sagte er. „Das passt nicht zur Infektionslage wie einer Stadt Berlin.“

Es bringe nichts, die Stadt in Bezirke zu unterteilen. Berlin ist eine große dynamische Stadt. Es sollte einen ganzheitlichen Ansatz für ganz Berlin geben. „Ich kann nicht ganz verstehen, dass es in dieser Stadt Restaurants gibt, in denen ich angeschaut werde, also komme ich vom anderen Mond nur weil ich eine Maske trage. Und dann wird mir auch noch gesagt: Brauchen Sie hier nicht tragen.“

Die Regeln müssen durchgesetzt werden, plädiert der Gesundheitsminister. Die meisten die sich nicht an die Regeln halten, wäre die jüngerer Generation: „Die sagen ich bin 20, jung und unsterblich.“ Aber auch sie würden ältere und Menschen mit Vorerkrankungen treffen.

Das waren die News vom 5. Oktober:

Sprecherin des Weißen Hauses positiv auf Corona getestet

17.49 Uhr: Knapp vier Tage nach US-Präsident Donald Trump ist die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie werde sich nach ihrem Testergebnis vom Montagmorgen in Quarantäne begeben, hieß es in einer von McEnany auf Twitter verbreiteten Mitteilung.

Maskenpflicht und Abstand könnten noch zwei Jahre andauern

15.26 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in ganz Deutschland steigen wieder an, einzelne Bundesländer erklären Regionen innerhalb Deutschlands wieder zu Risikogebieten und immer wieder demonstrieren Menschen gegen die Corona-Maßnahmen.

Doch Maskenpflicht und Abstand halten wird höchstwahrscheinlich noch sehr lange Teil unseres Lebens sein. Virologen der ständigen Impfkommission sagten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Sonntag“: Bis in Deutschland genügend Bürger geimpft seien, um die Hygienemaßnahmen aufheben zu können, würden „wahrscheinlich anderthalb bis zwei Jahre“ vergehen. Bis dahin braucht es weiterhin Hygienemaßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen.  

Explodierende Zahlen: „Maximale Alarmstufe" in Paris ausgerufen

10.40 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie sollen am Montag neue Sicherheitsmaßnahmen für die stark betroffene Millionenstadt Paris angekündigt werden. Für Frankreichs Hauptstadt und deren unmittelbare Umgebung gelte nun die „maximale Alarmstufe", teilte Arbeitsministerin Elisabeth Borne in der Nacht via Twitter mit. Sie rief Arbeitgeber und Beschäftigte auf, möglichst auf Heimarbeit umzustellen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. 

Die neuen Maßnahmen könnten die Schließung von Cafés und Bars auslösen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Amt des französischen Regierungschefs Jean Castex. Restaurants könnten mit verstärkten Corona-Vorsichtsmaßnahmen hingegen offen bleiben. In Universitäten solle es neue Beschränkungen für den Zugang zu Hörsälen geben.

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte bereits Ende der zurückliegenden Woche gesagt, dass sich die Lage in Paris und den Vorstädten zuletzt rapide verschlechtert habe. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie galt die „maximale Alarmstufe“ bisher nur im französischen Überseegebiet Guadeloupe und in Marseille.

In der südfranzösischen Hafenstadt mussten Restaurants und Bars bereits schließen - dagegen gab es massiven Protest. Wie AFP berichtete, sollen im Raum Marseille/Aix-en-Provence Lokale wieder öffnen können.

In Paris müssen Bars bisher um 22 Uhr schließen, Restaurants dürfen auch länger geöffnet bleiben. Allerdings dürfen sie Alkohol nur im Zusammenhang mit einer Mahlzeit ausschenken.

Die neuen Maßnahmen sollen am Montag von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo vorgestellt werden und zunächst 15 Tage gelten, wie AFP berichtete.

Frankreich registrierte im ganzen Land innerhalb von 24 Stunden 12 565 Corona-Neuinfektionen, wie die Behörden am Abend mitteilten. Einen Tag zuvor waren es 16 972 Neuinfektionen gewesen. Frankreich ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen, über 32 000 Menschen starben bisher.

Das waren die News vom 4. Oktober: 

Spahn kündigt an: Corona-Schnelltests für Alten- und Pflegeheime

14.05 Uhr: Nirgendwo sonst sind so viele Menschen an Covid-19 gestorben wie in Alten- und Pflegeheimen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt jetzt auf eine neue Teststrategie. Einigen geht das allerdings noch nicht weit genug.

Spahn kündigte Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime an. „Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

„Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten.“ Wann und unter welchen Bedingungen die Schnelltests von den Krankenkassen bezahlt würden, werde zum 15. Oktober geregelt.

Ab dem 15. Oktober sollen Alten- und Pflegeheime grundsätzlich flächendeckend Corona-Tests durchführen, um Bewohner, Personal und Besucher besser vor dem Virus zu schützen. Ähnliche Strategien sieht die nationale Teststrategie auch für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor, so der „Spiegel“.

Bezahlt werden sollen die Schnelltests demnach über den Gesundheitsfonds, aus dem gesetzliche Krankenkassen ihre Mittel erhalten. Das Ministerium veranschlage dafür einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, abhängig von der Entwicklung des Testgeschehens, hieß es in dem Bericht weiter.

Das waren die News vom 3. Oktober:

Explodierende Neuinfektionen: Spanische Hauptstadt abgeriegelt

9.55 Uhr: Die spanische Hauptstadt Madrid ist wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Freitagabend abgeriegelt. Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen, etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten.

Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso die umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft. Die Konservative Ayuso wirft dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez vor, einen „politischen Krieg“ zu führen. Sánchez greife in unrechtmäßiger Form in die Kompetenzen der Regionen ein.

Ayusos Justiz- und Innenminister Enrique López sagte am Freitag, die Absperrungen würden nicht nur „Chaos, Ungewissheit und Unruhe“, sondern auch Einkommenseinbußen von insgesamt zwei Milliarden Euro pro Woche verursachen. Ayuso betonte derweil, die Corona-Zahlen seien in ihrer Region in den letzten Tagen besser geworden.

Bisher waren in Madrid 45 Gebiete mit den höchsten Infektionszahlen abgesperrt. Die gesamte Region hatte zuletzt eine 14-Tage-Inzidenz von 647. Die 7-Tage-Inzidenz lag bei 234, Tendenz fallend. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese Zahl zuletzt bei knapp 15.

Rom verhängt Maskenpflicht im öffentlichen Raum

16.55 Uhr: Im Freien muss in Rom künftig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gelte auch für die gesamte Region Lazio rund um die italienische Hauptstadt, teilten die dortigen Gesundheitsbehörden mit.

Bisher bestand die Maskenpflicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Geschäften und Kinos. Die Behörden führten als Gründe für den Anstieg der Infektionszahlen an, dass sich die Menschen nicht ausreichend an diese Auflage sowie an das Abstandsgebot gehalten hätten.

Tourismus in Spanien bricht um 73 Prozent ein

15.13 Uhr: Spanien leidet massiv unter der Pandemie. Die Zahl der Auslandstouristen in Spanien ist im August um 76 Prozent zum Vorjahr gesunken. In den ersten acht Monaten des Jahres besuchten nur 15,7 Millionen Menschen und damit 73 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum das beliebte Urlaubsland, wie das nationale Statistikamt INE mitteilt. Allein im August gaben sie insgesamt 79 Prozent weniger aus als vor Jahresfrist, so der „Spiegel“.

Höchststand seit April: 2.673 Neuinfektionen

09.27 Uhr: Mit 2.673 Neuinfektionen ist wieder ein neuer Höchststand seit April erreicht. Zuletzt kletterten die Zahlen immer wieder über die 2.500-Fall Marke. Mittlerweile liegt die Anzahl der in Deutschland an Covid-19 Erkrankten insgesamt bei 294.395.

Insgesamt sind bisher 9.508 Menschen mit dem Virus verstorben. Acht Fälle sind innerhalb eines Tages hinzugekommen. Der sieben-Tage-Wert liegt bei 15,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Rund 259.500 Menschen haben die Infektionen nach RKI-Einschätzungen überstanden. Ein Anstieg zeichnet sich auch bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit 362 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet.

Derzeit sind rund 8.700 der rund 30.540 registrierten Intensivbetten in deutschen Kliniken frei. (Stand: 1.Oktober)

Das waren die News vom 1. Oktober:​

Pauschale Reisewarnung ins EU-Ausland aufgehoben

8.25 Uhr: In der Nacht zu Donnerstag hat die Bundesregierung die pauschale Reisewarnung ins EU-Ausland aufgehoben. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet – so wie bereits innerhalb der Europäischen Union.

Ab heute wird eine coronabedingte Reisewarnung nur noch für Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Derzeit gilt das für mehr als 130 Länder ganz oder teilweise.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen auch nicht einreisen dürfen.

Unterm Strich bleiben derzeit also nicht viele Reiseziele übrig. Vor allem weil in Europa derzeit alle paar Tage neue Reisewarnungen hinzukommen. So waren am Mittwochabend in der EU nur noch neun der 26 Partnerländer Deutschlands ganz ohne Risikogebiet und Reisewarnung.

Am 17. März hatte Bundesaußenminister Heiko Maas die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. Diese sei kein Verbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben.

Alle Corona-News bis Ende September 2020 können Sie hier nachlesen

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