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Corona-News: Zahl steigt weiter: 1449 Neuinfektionen in Deutschland

In unserem Corona-Liveticker bekommen Sie immer alle Infos aus Deutschland und der Welt in der Übersicht.

Zahl steigt weiter: 1449 Neuinfektionen in Deutschland

10.17 Uhr: Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Corona-Teststation an Autobahn in Baden-Württemberg eröffnet

9.04 Uhr: Vor dem Hintergrund zunehmender Corona-Infektionen hat Baden-Württemberg eine Teststation an der Autobahn A5 nahe der Grenze zu Frankreich eröffnet. „Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen“, sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost führt. Neben Reisenden aus Risikogebieten, für die ein Test Pflicht ist, können sich auch andere Reisende gratis testen lassen, die Kosten trägt das Land.

Tests sind für Reisende in Baden-Württemberg zudem bereits an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden möglich sowie seit Donnerstag am Stuttgarter Hauptbahnhof. Allerdings müssen sich die Getesteten etwas in Geduld üben, bis ein Ergebnis vorliegt. Nach Angaben von Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) kann es bis zu vier Tage dauern.

Epidemiologe mit klarer Ansage zu Großveranstaltungen

8.29 Uhr: Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. „Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen“, sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. „Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.“ Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz „stark beunruhigend.“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält eine Rückkehr dagegen grundsätzlich für möglich - etwa mit umfangreichen Testungen im Vorfeld. Wichtig sei es, die Zahl der Neuinfektionen in einer Region im Blick zu behalten.

Wissenschaftler der Uniklinik Halle wollen am 22. August mit einem Konzert-Experiment in Leipzig näher bestimmen, unter welchen Rahmenbedingungen Großveranstaltungen etwa in geschlossenen Räumen trotz der Corona-Pandemie möglich sein könnten. Bis zu 4000 Probanden sollen dazu an einem Pop-Konzert von Tim Bendzko teilnehmen. Sie und die Helfer müssen vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen und ein negatives Ergebnis mitbringen.

Das waren die News vom 13. August:

China findet Virus-Spuren auf brasilianischen Chicken Wings

13.17 Uhr: Behörden in China haben eigenen Angaben zufolge Spuren des Coronavirus auf importierten Chicken-Wings aus Brasilien und anderen Waren entdeckt. Eine Probe von der Oberfläche der Hühnerflügel sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die südchinesische Stadt Shenzhen mit. Es seien Coronatests für alle Menschen organisiert worden, die möglicherweise den Produkten ausgesetzt waren. Alle Tests seien dabei jedoch negativ ausgefallen. Spuren von Coronaviren müssen nicht zwangsläufig infektiös sein. 

China hat in den vergangenen Monaten damit begonnen, Einfuhren von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten zu testen, die in wichtigen Häfen des Landes ankommen. So wurden nach Behörden-Angaben kürzlich auch Spuren des Virus auf importierten Meeresfrüchten in der nordostchinesischen Stadt Dalian entdeckt. 

Bei einem Corona-Ausbruch in der Hauptstadt Peking hieß es im Juni, das Virus sei auf einem Schneidebrett für importierten Lachs entdeckt worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es kein oder nur ein sehr geringes Risiko, dass das neue Coronavirus über Nahrungsmittel übertragen wird.

1445 Neuinfektionen in Deutschland – höchster Stand seit Mai

8.49 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. „Dieser Trend ist beunruhigend“, so das RKI. „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.“ Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 219.964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 13.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9211. Bis Sonntagmorgen hatten 199.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Scorpions-Sänger Klaus Meine trägt seit Jahren Mundschutz

7.23 Uhr: Klaus Meine, Sänger der legendären Hannoveraner Hardrock-Band Scorpions,-hat schon vor der Corona-Pandemie bei Reisen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. So habe er etwa bei den „langen Flügen Richtung Amerika“ eine Maske aufgesetzt, weil er sich „nichts einfangen wollte“, sagte der 72-jährige Rockmusiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). Bei langen Flügen sei eine Ansteckung „ganz leicht“ möglich. Auch auf das Händeschütteln verzichte die Band während der Tourneen, um sich vor Infektionen zu schützen, erzählte Meine. „Das haben wir schon lange vor Corona eingeführt, weil man einfach jeden Tag vor der Show mit vielen Menschen in Kontakt kommt.“ Die Scorpions nehmen nach Angaben des RND derzeit in Hannover ein neues Album auf - ihr erstes seit 17 Jahren.

Panne mit Corona-Tests: Söder sagt Besuch an der Nordsee ab

20.00 Uhr: Eigentlich hätte Markus Söder am Donnerstag an die Nordsee reisen und eine Wattwanderung unternehmen wollen. Nun holt ihn die Corona-Krise ein: Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. „Bayern geht vor“, schrieb Söder am Mittwochabend auf Twitter.

Die bayerische Staatsregierung hatte zuvor eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete.

Söder nannte den „Fehler“ bei den Testzentren „sehr, sehr ärgerlich“. „Das muss sofort behoben werden und darf nicht mehr passieren. Alle Strukturen sind umgehend zu überprüfen“, verlangte der CSU-Politiker.

Infizierte Kroatien-Urlauber stecken Gäste auf Stuttgarter Feiern an

18.57 Uhr: Nach einer Geburtstagsfeier in einem Stuttgarter Club sind 24 Partygäste und eine Kontaktperson positiv auf das Coronavirus getestet worden. Acht der Gäste hatten zuvor Urlaub in der kroatischen Partyhochburg Novalja gemacht und waren mit dem Virus zurückgekehrt, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Nach Angaben eines Sprechers ist davon auszugehen, dass die Gruppe – alle etwa im Alter Ende 20 – zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nichts von ihrer Infektion wusste. Derzeit versuche man herauszufinden, ob von den rund 40 Geburtstagsgästen neben den 16 Infizierten noch weitere Menschen angesteckt wurden. 

Auch im Kreis Göppingen gibt es derzeit vermehrt Neuinfektionen, nachdem eine Gruppe Abiturienten in Novalja auf der Insel Pag Party-Urlaub gemacht hatte. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Mittwoch mitteilte, sind inzwischen zwölf Teilnehmer der Abi-Fahrt mit dem Coronavirus infiziert. Teilgenommen hätten insgesamt 14 Abiturienten aus dem Raum Donzdorf und nicht, wie zunächst angenommen, 18.

1226 Neuinfektionen in Deutschland - höchster Wert seit Mai

09.17 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klar gemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, hatte der CDU-Politiker gesagt. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen.“

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218 519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9207. Bis Sonntagmorgen hatten 198 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die News am 11. August: 

Griechenland verschärft Corona-Maßnahmen

18.04 Uhr: Griechenland hat wegen eines Anstiegs der Coronavirus-Infektionsraten seine Schutzmaßnahmen verschärft. In zahlreichen Gebieten und Städten, darunter beliebten Touristenzielen, müssen Restaurants und Bars künftig um Mitternacht schließen, wie Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Montag im Fernsehen mitteilte. Außerdem wurden Einreisebeschränkungen für Reisende aus mehreren EU-Staaten verhängt. Reisende aus Deutschland sind davon aber nicht betroffen.

Zu den Orten, wo Bars und Restaurants in der Nacht schließen müssen, gehören nach Angaben der Regierungssprecherin die beliebten Inseln Korfu, Kos, Kreta, Mykonos, Rhodos, Santorin und Zakynthos – die gastronomischen Betriebe müssen dort bis 07.00 Uhr geschlossen bleiben. Von der Sperrstunde um Mitternacht betroffen sind laut der Sprecherin zudem die Städte Katerini, Larissa, Thessaloniki und Volos sowie die Halbinsel Chalkidiki. Die nächtlichen Schließungen von Bars und Restaurants gelten zunächst bis zum 23. August.

Zudem müssen Reisende aus Belgien, den Niederlanden, Schweden, Spanien und Tschechien, die mit dem Flugzeug oder auf dem Landweg nach Griechenland kommen, einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Einreisebeschränkungen gelten ab kommenden Montag, wie Peloni sagte.

Im Griechenland waren am Sonntag 203 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet worden, die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie. Am Montag wurden dann 126 Neuansteckungen gezählt. Die Zahl der insgesamt registrierten Corona-Todesfälle lag am Montag bei 213.

Neuseeland meldet wieder Virus-Übertragung – Großstadt sofort im Lockdown

11.50 Uhr: Corona ist zurück: Nachdem die Pandemie nach eigenen Angaben in Neuseeland bereits als besiegt galt, meldet das Land nun wieder landesinterne Neuinfektionen.

Vier Menschen haben sich innerhalb des Landes neu mit dem Virus infiziert, meldete die Zeitung „New Zealand Herald“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Premierministerin Jacina Ardern verkündete, die betroffene Stadt Auckland werde sofort in den Lockdown geschickt.

Das bedeutet: Wer kann, muss im Homeoffice arbeiten. Schulen werden geschlossen, genau wie Pubs, Bars, Restaurants und öffentliche Einrichtungen. „Verhalten Sie sich so, als hätten Sie Corona, als hätten alle um Sie herum Corona“, wird Ardern zitiert. Die Premierministerin kündigte zeitgleich an, dass Supermärkte und Apotheken geöffnet blieben und kein Anlass für Hamsterkäufe bestehe. Der Lockdown soll bis mindestens Freitagnacht andauern.

In sechs Wochen verdoppelt: Mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg zuletzt unter anderem infolge besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an als die Zahl der Neuinfektionen. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gibt es neben den meisten bestätigten Infektionen mit mehr als 163 000 Opfern auch die meisten Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100 000 Toten.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Laut WHO gab es bis Montag 19,7 Millionen bestätigte Infektionen und 728 000 Todesfälle. Die Pandemie hatte um den Jahreswechsel in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan begonnen.

Das waren die News vom 10. August 2020: 

Containment-Scouts: Engagement wird verlängert

7.31 Uhr: Der Einsatz von sogenannten Containment-Scouts in den Gesundheitsämtern für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten soll um weitere sechs Monate verlängert werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der „Augsburger Allgemeinen“ an. Der Bund stelle dem Robert Koch-Institut (RKI) dafür 10,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. „Unsere Gesundheitsämter vor Ort spielen in der Bekämpfung der Corona-Epidemie eine zentrale Rolle. Mit den Containment-Scouts unterstützen wir sie kurzfristig und flexibel“, so Spahn. Seit April seien mehr als 510 Scouts rekrutiert worden, zunächst für sechs Monate. Bei den Scouts bestehe eine hohe Bereitschaft, die Arbeit in den Gesundheitsämtern fortzusetzen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Schulstart mit Corona: In drei weiteren Ländern beginnt Unterricht

7.12 Uhr: Mit Corona-Schutzmaßnahmen startet an diesem Montag in drei weiteren Bundesländern das neue Schuljahr. Nachdem in der vergangenen Woche bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Schüler an die Schulen zurückgekommen waren, geht es jetzt in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin los.

Das ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland

6.55 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen liegt nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete. Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197.

Das waren die News vom 9. August 2020

„Nationale Priorität“: Johnson pocht auf Öffnung der Schulen

13 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Rückkehr aller Schüler zum Unterricht im September zur „nationalen Priorität“ erklärt. „Die Schulen nur einen Augenblick länger geschlossen zu lassen als unbedingt notwendig, ist sozial untragbar, wirtschaftlich nicht aufrechtzuerhalten und moralisch nicht zu vertreten“, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag in der „Mail on Sunday“. 

Die Sommerferien in England gehen Anfang September zu Ende. Dann sollen alle Jahrgangsstufen wieder unterrichtet werden. Medien berichteten unter Berufung auf eine ungenannte Regierungsquelle, Johnson wolle im Falle eines starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionen eher erneut Läden, Kneipen und Restaurants schließen lassen als Schulen. In Schottland sollen bereits Mitte August alle Schüler wieder Unterricht haben.

Erst vergangene Woche hatten Wissenschaftler des University College London gewarnt, das System zur Kontaktverfolgung in Großbritannien sei noch nicht bereit für eine flächendeckende Rückkehr zum Schulbetrieb. Demnach muss es für eine Vollzeit-Schulöffnung gelingen, etwa drei Viertel der symptomatischen Infektionen zu erkennen und zu isolieren, um eine Ausbreitung effektiv eindämmen zu können. Zudem müsse dafür ein Großteil der Kontaktpersonen Infizierter erfasst werden.

Keine Coronavirus-Übertragung in Neuseeland seit 100 Tagen

In Neuseeland ist die Übertragung des Coronavirus in der Bevölkerung seit hundert Tagen gestoppt. Obwohl seitdem keine Neuansteckungen mehr verzeichnet wurden, warnten die Gesundheitsbehörden am Sonntag vor Nachlässigkeit.

Derzeit gibt es nach offiziellen Angaben noch 23 aktive Infektionsfälle im Land. Die Infizierten steckten sich aber nicht in Neuseeland an, sondern wurden bei der Einreise positiv getestet und in Quarantäne-Einrichtungen untergebracht. „Hundert Tage ohne Übertragung ist ein wichtiger Meilenstein, aber wir alle wissen, dass wir uns keine Nachlässigkeit erlauben dürfen “, sagte der oberste Gesundheitsbeamte Ashley Bloomfield.

„Wir haben in anderen Ländern gesehen, wir schnell das Virus wieder auftauchen und in sich an Orten ausbreiten kann, wo es bereits unter Kontrolle war. Wir müssen darauf vorbereitet sein, neue Fälle in Neuseeland schnell auszumerzen.“ Neuseeland hatte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit rigorosen Maßnahmen schnell unter Kontrolle gebracht. Mitte März wurde eine strikte Ausgangssperre verhängt und die Grenzen des Landes geschlossen. Mitte Juni erklärte sich der Inselstaat im Südpazifik offiziell für Coronavirus-frei. Alle Beschränkungen wurden wieder aufgehoben.

Die Grenze ist aber weiterhin für fast alle Ausländer geschlossen, alle Einreisenden müssen für 14 Tage in Quarantäne. Insgesamt wurden in dem Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern bislang rund 1200 Infektionsfälle gezählt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Krisenmanagement der neuseeländischen Regierung als vorbildlich gelobt.

Das waren die News am 08. August: 

Panne: Britische Behörde ruft 740.000 Corona-Tests zurück

18.54 Uhr: Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741 000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hieß es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem „Guardian“ zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100 000 Pfund (umgerechnet rund 110 000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind. Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.

Demo gegen Corona-Beschränkungen zieht durch Stuttgart

16.45 Uhr: Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer „Querdenken“-Demo versammelt. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren Hundert Teilnehmern, die Veranstalter nannten die Zahl 5000. Zunächst hatten sich die Teilnehmer bei großer Hitze auf dem Marienplatz versammelt und zogen dann Richtung Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie „Mit Maske - Ohne Mich“ oder „Wir haben Euch durchschaut“. Sie skandierten „Freiheit, Freiheit“. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Querdenken 711“.

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Die Polizei sprach am Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Die Teilnehmer seien bemüht, die geforderten Mindestabstände einzuhalten. In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst. Neben Corona-Leugnern und Impfgegnern waren auch viele Teilnehmer mit eindeutig rechtsgerichteten Fahnen oder T-Shirts in der Menge.

Die Veranstalter kündigten in Stuttgart an, am 29. August wieder in Berlin demonstrieren zu wollen und luden dazu auch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein.

Eltern fordern Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht

14.46 Uhr: Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am Montag haben Berliner Elternvertretungen Nachbesserungen an den Schutz- und Hygienekonzepten in der Corona-Pandemie gefordert. Ihrer Ansicht nach sollten Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen – bisher ist das in Schulgebäuden lediglich auf Fluren, auf der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen vorgesehen.
Der Berliner Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse forderten am Samstag zudem, den Schulen freizustellen, in den ersten ein oder zwei Schulwochen auf einen Plan B umzuschwenken, also mit reduzierter Klassengröße zu unterrichten. Nötig seien zudem mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte.
Anlass für die Forderungen seien die Reiserückkehrer und die Sorge vor einer höheren Infektionsgefahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Seine Hoffnung ist, dass Sonderregeln für die ersten ein oder zwei Wochen vor dem Hintergrund der Inkubationszeit helfen könnten, eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.

Ärzteverband warnt vor wachsender Nachlässigkeit

09.15 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie. „Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen - er ist flach, aber er ist da“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen.

„Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.“ Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden. Johna mahnte, es gebe Dinge, die man sich jetzt nicht leisten sollte. „Dazu gehört, es zu tolerieren, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr die Maske als Kinnschutz tragen. Das ist auch schnell eine Großveranstaltung, wenn in einem vollen Waggon viele Menschen eng beieinanderstehen.“

Schon wieder mehr als 1000 neue Fälle

09.03 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Das waren die News vom 7. August 2020:

Mehr als 50 000 Corona-Todesopfer in Mexiko 

Mexiko hat als drittes Land der Welt die Marke von 50 000 registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 überschritten.

Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 819 auf 50 517. Knapp eine Woche zuvor hatte Mexiko Großbritannien überholt und war weltweit auf die dritte Stelle vorgerückt. Auf Platz eins bei den Todesopfern stehen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität die USA mit mehr als 160 000, gefolgt von Brasilien mit mehr als 98 000.

Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 462 690 - laut Johns-Hopkins-Universität die sechstmeisten eines Landes.

Die Sterblichkeitsrate relativ zur Zahl der Infektionen ist demnach mit 10,9 Prozent die siebthöchste der Welt. Pro 100 000 Einwohner belegt der 130-Millionen-Einwohner-Staat demnach mit 39,38 Todesopfern den 13. Platz. Mexiko testet im internationalen Vergleich äußerst wenig auf den Erreger Sars-CoV-2, der Covid-19 auslösen kann.

Das waren die News vom 06.August: 

Corona-Neuinfektionen in Deutschland: Das sagt Gesundheitsminister Spahn

9.47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-„Heute Journal“. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen.“

Corona-Neuinfektionen in Deutschland: Höchster Stand seit Anfang Mai

7.45 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214.214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete.

Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Sonnabend

11.19 Uhr: Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich von diesem Sonnabend an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wie er am Vormittag in Berlin mitteilte.

Antarktis-Saison beginnt: Corona-Quarantäne für Wissenschaftler

9.58 Uhr: Die Antarktis ist bis heute der einzige Corona-freie Kontinent der Erde. Damit das so bleibt, sollen jetzt auch Wissenschaftler vor einer Antarktis-Expedition zwei Wochen in Quarantäne in Neuseeland. Das erste internationale Team, das die diesjährige Forschungssaison eröffnen soll, wird am Freitag aus den USA erwartet. Die Gruppe muss nun auf eigene Kosten 14 Tage in Selbstisolation. Vor dem Aufbruch ins Eis am 24. August würden alle Teilnehmer zudem zwei Mal auf das Coronavirus getestet.

Facebook löscht Corona-Falschmeldung von Trump – Twitter sperrt Konto

9.30 Uhr: Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten so ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus „fast immun“, weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die „falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist“, verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Twitter ging sogar noch weiter und sperrte das Konto von Trumps Wahlkampagne vorübergehend komplett – bis zur Löschung der Falschmeldung.

Robert-Koch-Institut meldet mehr als 1000 Fälle

8.41 Uhr: Erstmals seit drei Monaten hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Innerhalb eines Tages seien 1045 neue Fälle nachgewiesen worden, teilte das Institut am Donnerstag mit. Zuletzt war die Schwelle am 7. Mai überschritten worden. 

Das waren die Nachrichten am Mittwoch, 5. August

NRW plant Bußgeld für Maskenverweigerer – Norden will nachziehen

13.40 Uhr: Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass in Bus und Bahn Maskenpflicht gilt. Deshalb ist ganz klar: Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen.“ Wüst kündigte an: „Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist.“ 

Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW. 

Schleswig-Holstein will ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen einführen. „Wir finden die Idee gut“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel. Eine solche Regelung solle auch in Schleswig-Holstein festgelegt werden. 

Und auch Niedersachsen möchte künftig bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassieren. Eine Neufassung des Bußgeldkataloges, der für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsieht, werde in Kürze vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover am Mittwoch. 

741 neue Corona-Infektionen in Deutschland

7.51 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Deutschland hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

17.15 Uhr: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla mit sofortiger Wirkung auf. Das teilte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Dienstag in Berlin mit. Grundlage ist demnach eine Vereinbarung mit der türkischen Regierung über sicheren Reiseverkehr in der Corona-Pandemie.

Ärzteverband: Zweite Corona-Welle ist schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“. Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April.

Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. „So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft“, sagte Johna.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, „so rettet auch der Mundschutz Leben“, betonte die Verbandschefin.

Das waren die News vom 3. August: 

Anders als Hamburg: NRW führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein

In Hamburg hat Schulsenator Ties Rabe nun ja doch eine Maskenpflicht an den Schulen angekündigt. Allerdings: Nur in den Pausen und nicht im Unterricht selbst, zumindest sobald die Schüler am Platz sitzen. Nordrhein-Westfalen, wo die Schule am 12. August wieder beginnt, geht nun einen anderen Weg: Dort gilt, zunächst bis zum 31. August, Maskenpflicht auch im Unterricht! Zumindest für die weiterführenden Schulen und die Berufsschulen.

Ausgenommen von der Regelung sind die Grundschulen von NRW. Soweit Lehrer den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, gilt für sie an Gymnasium, Realschule & Co. das Gleiche wie für ihre Schüler: Maskenpflicht auch im Unterricht.

Kampf gegen Corona: Großbritannien führt Schnelltests ein

8.00 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: „Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen.“ Ab der kommenden Woche würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450 000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt, hieß es weiter. 

Beide Tests könnten Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen, hieß es weiter. Dadurch werde die Testkapazität enorm erhöht. Für die Durchführung der Tests sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

„Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen“, sagte Hancock.  Großbritannien ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 306 000 Fälle wurden laut Universität Johns Hopkins in Baltimore bislang registriert, mehr als 46 200 Infizierte starben. 

Das waren die News vom 2. August: 

Offenbach: Massiver Anstieg der Infektionen

19.01 Uhr: Aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Offenbach, gilt nun in der 140.000 Einwohnerstadt die dritte Stufe des Eskalationskonzepts in Hessen zur Bekämpfung der Pandemie. Derzeit seien so viele Offenbacher zeitgleich mit dem Virus infiziert wie nie zuvor, erklärte die Stadt am Sonntagnachmittag. Das RKI registrierte am Sonntag 35,3 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage. Ab 35 Neuinfektionen greift ein weiteres Paket an Maßnahmen – strengere Kontaktbeschränkungen und Schließungen sind möglich.

Der Oberbürgermeister der Stadt Felix Schwenke (SPD) sagte dem „hr" jedoch, dass die Maßnahmen keine Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werde: „Wir werden keine Betriebe oder Unternehmen schließen." Dennoch sei die Lage sehr ernst. Wie genau die Maßnahmen nun aussehen werden, ist noch nicht bekannt.

Gemüsehof in Bayern: Schon 232 Infizierte

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming Anfang der Woche hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das gab das Landratsamt Dingolfing-Landau nach einer zweiten Testrunde bekannt.

Tests unter Anwohnern ergaben demnach bislang nur einen Infizierten. „Bei mehreren tausend freiwilligen Testungen an den Teststationen gab es bislang nur einen einzigen positiven Fall, der unverzüglich informiert und in Quarantäne versetzt wurde.“

Das Landratsamt leitete nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“. Die Zahl der Infizierten sei „aufgrund der vielen Personen auf engstem Raum weiter angestiegen“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU).

CSU-Chef Söder gegen weitere Lockerungen

10 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Infektionszahlen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Bild am Sonntag“. „Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.“ Gefragt sei absolute Wachsamkeit. „Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.“

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. „Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker.“ Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: „Sie schleicht durch Deutschland.“ Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren. Auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison lehnt Söder ab.

Ab sofort kostenlose Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer

8 Uhr: In den ersten Bundesländern enden demnächst die Schulferien. Seit Sonnabend können sich nun alle Urlaubsheimkehrer innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland kostenlos testen lassen. Selbst wenn keine Krankheitsanzeichen vorliegen. Teststellen finden sich an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Die Kosten trägt letztlich der Staat.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief dazu auf, die neuen Testmöglichkeiten zu nutzen. „Wer von einer Reise zurückkommt, sollte sich testen lassen – freiwillig und kostenlos.“ Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland seien ein deutliches Warnsignal.

Das waren die Corona-News vom 1. August:

Innerhalb eines Tages: 955 neue Corona-Infektionen in Deutschland

10.24 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 1.8., 0.00 Uhr).

Am Freitag hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 870 gelegen. Aufgrund der steigenden Fallzahlen fürchtet das RKI eine Trendumkehr in Deutschland. Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.

Bis Samstagmorgen hatten 192.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Brasilien: Abkommen mit Pharmakonzern über Corona-Impfstoff

8.47 Uhr: Das brasilianische Forschungsinstitut Fiocruz, das brasilianische Gesundheitsministerium und der britische Pharmakonzern Astrazeneca haben einen ersten Vertrag über die Produktion von Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus unterzeichnet.

Das Dokument bilde die Grundlage für den Technologie-Transfer und die Herstellung von 100 Millionen Impfstoff-Dosen gegen Covid-19, falls der Schutz vor einer Infektion durch den Impfstoff nachgewiesen werden sollte, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília in einer Erklärung am Freitagabend (Ortszeit) mit.

Ein Corona-Impfstoff von Astrazeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, wird in Brasilien schon in der entscheidenden dritten Phase getestet. Dabei wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Das waren die Corona-News vom 31. Juli:

Verschärfung: Auswärtiges Amt erlässt Reisewarnung für Teile Spaniens

14.15 Uhr: Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Das ist quasi eine Alarmstufe unter der Reisewarnung, die nun auch eine kostenlose Stornierung von Reisen ermöglicht. Nun nahm aber am Freitag das Robert Koch-Institut (RKI) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete auf, die von den Reisehinweisen- und warnungen des Auswärtiges Amts (AA) unabhängig geführt wird. Die Reisewarnung des AA war daraufhin erwartet worden.

Die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro: „Ich habe Schimmel in meinen Lungen"

11.20 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro fiel lange Zeit durch seine Verleugnung des Corona-Virus auf – bis er sich selbst infizierte. Nun sorgte er mit einer bemerkenswerten Aussage für Beachtung: „Ich habe Schimmel in meiner Lunge", so der Präsident. Er habe sich gestern schwach gefühlt und nehme nun Antibiotika.

Bolsonaro erklärte vergangenen Samstag, ein Virus-Test habe ein negatives Ergebnis erbracht. Er sei vom Corona-Virus geheilt, so der Präsident, „durch Hydroxychloroquin" – das Malaria-Mittel, auf das auch US-Präsident Trump schwört und vor dem Ärzte im Zusammenhang mit Corona warnen.  

In Brasilien sind derzeit 2,6 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, 91.263 sind bisher gestorben.

Zu wenig, zu langsam? Krisenhilfe der Nato kommt nur schleppend voran

7.26 Uhr: Die von der Nato vorbereitete Krisenhilfe für den Fall einer zweiten Welle der Corona-Pandemie könnte deutlich weniger umfangreich ausfallen als geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten Mitgliedstaaten zuletzt noch nicht einmal 1,6 Millionen Euro für den neuen Treuhandfonds zur Pandemieabwehr zugesagt. Hoffnung der Nato-Zentrale war es, zügig mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag zusammenzubekommen.

Mit dem Geld aus dem bereits im Juni beschlossenen „Pandemic Response Trust Fund“ will die Nato eigentlich den Aufbau von Lagern mit medizinischer Ausrüstung ermöglichen und im Fall einer zweiten großen Corona-Welle auch Partnerländer wie die Ukraine unterstützen können. Angesichts der sich hinziehenden Vorbereitungen ist nun allerdings unklar, ob wirklich im großen Stil Krisenhilfe geleistet werden könnte – vor allem wenn es bereits zeitnah zu einer zweiten Pandemiewelle kommen sollte.

Ein Nato-Sprecher bestätigte, dass bis zuletzt erst neun der 30 Alliierten feste Zusagen für den Fonds gemacht hatten. Er betonte allerdings, dass von mehreren Ländern „signifikante“ Materialspenden angekündigt worden seien. Dazu gehörten unter anderem 200 moderne Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung. Weitere Angebote seien in Vorbereitung, hieß es.

Tausende Studenten verschulden sich in Corona-Krise

7.23 Uhr: In der Corona-Krise verschulden sich Tausende Studenten und beantragen staatliche Hilfskredite. Das geht aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Bundestages hervor. Demnach wurden im Mai, Juni und Juli mehr als 22.000 Anträge auf einen Studienkredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Gesamtvolumen von 641,6 Millionen Euro gestellt. Seit Mai müssen für den KfW-Studienkredit, den es auch schon vor der Krise gab, keine Zinsen gezahlt werden. Das ist als Corona-Hilfsmaßnahme gedacht und gilt bis März 2021.

Im Vergleich zum April habe es im Mai eine deutliche Steigerung bei der Beantragung des Kredits gegeben, schreibt das Ministerium.
„Diese bedenkliche Schuldenlast werden viele bis zum Ende des Studiums – und darüber hinaus – nicht los“, warnte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Kai Gehring. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) schicke Zehntausende Studierende sehenden Auges in die Pleite oder den Studienabbruch.

Das waren die Corona-News vom 30. Juli: 

US-Repräsentantenhaus führt Maskenpflicht ein

10.55 Uhr: Im Plenum des US-Repräsentantenhauses müssen jetzt Atemschutzmasken getragen werden. Dies ordnete die Vorsitzende der Kongresskammer, Nancy Pelosi, am Mittwoch an. Ohne Atemschutz dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter den Plenarsaal nicht mehr betreten.

Die Anführerin der oppositionellen Demokraten reagierte mit der Anordnung auf den Fall eines republikanischen Abgeordneten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Der Parlamentarier Louie Gohmert aus Texas hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Er habe jedoch keine Symptome, sagte der 66-Jährige. Gohmert ist ein Verbündeter von Präsident Donald Trump. Am Mittwoch hatte er eigentlich mit Trump in den Bundesstaat Texas reisen sollen, deswegen war der Abgeordnete auf das Coronavirus getestet worden.

Gohmert hatte in den vergangenen Wochen im Kongress oft keine Maske getragen. Erst am Dienstag hatte er im Repräsentantenhaus an einer Anhörung mit Justizminister Bill Barr teilgenommen. Gohmert unterhielt sich dabei in kurzer Distanz mit Barr, ohne dass beide einen Atemschutz trugen. Nach seinem positiven Test mutmaßte der Abgeordnete, dass die gelegentlich von ihm getragene Maske daran schuld sei, dass er sich infiziert hatte: Er habe den Atemschutz hin- und herbewegt, damit er bequemer sitze, und er frage sich nun, ob dadurch das Virus auf die Maske gelangt sei. Trump hatte sich lange über das Tragen von Masken mokiert. Erst in der vergangenen Woche vollzog er eine Kehrtwende und rief die Bevölkerung zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen auf.

Milliardenverluste bei Volkswagen und Renault

9.00 Uhr: Der Volkswagen-Konzern hat die Corona-Krise voll zu spüren bekommen und ist wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Vor Steuern stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Vor einem Jahr hatte VW hier noch 9,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Weil die Bänder vor allem im März und April lange stillstanden und in Europa sowie Nordamerika kaum Autos abgesetzt werden konnten, sackte der Umsatz um 23 Prozent auf 96 Milliarden Euro ab.

Wegen der nach wie vor nicht verlässlich einschätzbaren weiteren Entwicklung will das Management den Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr um 1,70 Euro auf 4,86 Euro je Vorzugsaktie kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre bekommen jeweils 6 Cent weniger. Auch Renault hat wegen der Corona-Krise beim Partner Nissan im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust geschrieben. Wie der französische Autobauer am Donnerstag  mitteilte, betrug der auf den Konzern entfallene Nettoverlust 7,29 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Gewinn von 970 Millionen Euro.

Corona-Krise brockt Airbus Milliardenverlust ein

8.30 Uhr: Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie der Konkurrent des US-Konzerns Boeing am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro gestanden.

Jetzt will der Konzern die Produktion seines jüngsten Langstreckenjets A350 noch stärker zurückfahren als geplant. Statt sechs sollen nur noch fünf Maschinen des Typs pro Monat die Werkshallen verlassen. Das entspricht rund der Hälfte des Vorkrisenniveaus.

Das waren die News vom 29. Juli:

Droht der Lockdown? Sydney zu Corona-Hotspot erklärt 

11.43 Uhr: Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk, am Mittwoch. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. „Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor.“ Gladys Brejiklian, Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden.

Die am schwersten betroffene Region Australiens bleibt aber der Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne. In der Metropole war vor drei Wochen ein neuer Lockdown ausgerufen worden, der bis mindestens 19. August dauern soll. Jedoch gab es dort positive Signale: Am Mittwoch wurden in Victoria erstmals seit einer Woche weniger als 300 Neuinfektionen registriert.

China meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit drei Monaten

 In den vergangenen 24 Stunden habe es 101 neue Fälle gegeben, teilten die Behörden am Mittwoch mit.

Der Großteil der Fälle trat demnach in der nordwestlichen Provinz Xinjiang auf. Auch ein Infektionsherd in der Hafenstadt Dalian im Nordosten bereitet den Behörden weiter Sorgen. Zuletzt waren in China Mitte April mehr als hundert Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Die derzeitigen Eindämmungsmaßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den neuen Corona-Hotspot Dalian, wo die Behörden vergangene Woche einen Ausbruch in einem Verarbeitungsbetrieb für Fisch und Meeresfrüchte gemeldet hatten.

China hatte die Ausbreitung des Virus zwischenzeitlich mit gezielten Ausgangssperren, Reisebeschränkungen und Virus-Tests weitgehend unter Kontrolle gebracht. In dem Land war das neuartige Coronavirus im Dezember vergangenen Jahres erstmals aufgetreten.

In China liegen derzeit 482 Menschen wegen der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben in dem Land seit Beginn der Pandemie 84.060 Infektionen registriert, 4634 Menschen starben.

Das waren die News vom 28. Juli: 

Corona-Tests für Reiserückkehrer: Zahlt bald die Krankenversicherung?

19.30 Uhr: Die gesetzliche Krankenversicherung soll einem Medienbericht zufolge die Kosten für Corona-Tests bei allen Reiserückkehrern aus dem Ausland übernehmen. Das geht aus dem Entwurf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, aus dem am Dienstagabend der „Spiegel“ zitierte.

Demnach soll das Geld aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds entnommen werden. Um „das Risiko der Einschleppung von Infektionen“ zu verhindern, sollten alle Rückkehrer aus dem Ausland grundsätzlich getestet werden können, heißt es demnach in dem Referententwurf, „soweit deren Einreise noch nicht mehr als 72 Stunden zurückliegt“.

Die Tests will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnach aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlen. Der Fonds sammelt Beiträge und Steuermittel und verteilt das Geld dann an die Kassen. Für die Kosten nennt der Referentenentwurf dem Bericht zufolge eine grobe Schätzung: Für eine Million ungebündelter Tests belaufen sich die Mehrausgaben für die Labordiagnostik demnach auf rund 50,5 Millionen Euro.

Für Reisende aus Risikogebieten sollen die Tests Spahns Plänen zufolge verpflichtend sein. Betroffen sind Reisende aus den rund 140 Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen hat. Alle anderen Reiserückkehrer können sich freiwillig testen lassen.

Steigende Infektionszahlen – „Rücksichtslos und fahrlässig": RKI kritisiert Feierwütige

11.29 Uhr: Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske: Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) zum Einhalten der Verhaltensregeln appelliert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet. „Das schaffen wir nur gemeinsam“, sagte Wieler.

Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei „rücksichtlos“ und auch „fahrlässig“, sagte er. Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt.

Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden – deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Es bestehe die Sorge, dass sich eine Trendumkehr andeuten könne. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen – aber es könne sein. 

„Die neueste Entwicklung der Fallzahlen macht mir und allen im Robert-Koch-Institut große Sorgen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin vor Journalisten. „Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie“, warnte er.

Mangelernährung bei Kindern – Unicef warnt vor dramatischem Anstieg

7.41 Uhr: Vor einer dramatischen weltweiten Zunahme der Mangelernährung unter kleinen Kindern als Folge der Corona-Krise hat Unicef gewarnt. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie könnten dazu führen, dass bis Ende des Jahres zusätzliche 6,7 Millionen kleine Kinder von akuter Mangelernährung betroffen seien, erklärte das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag.

Nach Angaben der Organisation waren im vergangenen Jahr weltweit schätzungsweise 47 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren akut mangelernährt. Mit dem befürchteten Anstieg infolge der Pandemie könnte die Zahl der betroffenen Kinder demnach ihren bisherigen Höchststand in diesem Jahrtausend erreichen. Die meisten der an Mangelernährung leidenden Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien.

Inzwischen werde deutlich, dass die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie Kindern mehr schadeten als „die Krankheit selbst“, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Armut in Familien nehme zu, grundlegende Ernährungsdienste und Versorgungsketten seien unterbrochen. Auch seien Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Dies alles führe dazu, dass Kinder weniger gesund ernährt würden. Unter akuter Mangelernährung leidende Kinder haben laut Unicef ein höheres Risiko zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben.

Hilfsorganisationen benötigen nach Angaben von Unicef 2,4 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro), um Kinder und Mütter bis Ende des Jahres mit Ernährungsprogrammen zu unterstützen.

UN-Chef sieht Pandemie als Chance für Umgestaltung der Städte

7.32 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. „Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten“, sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

Das waren die Corona-News vom 27. Juli:

Spahn kündigt Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten an

17.20 Uhr: Aus dem Flieger zum Corona-Test: Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er werde „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen“. Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger. „Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen“, sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. 

Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit. Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte. Damit kann das Bundesministerium Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, verpflichten, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten. 

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Liste fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Derzeit zählen auch die bei Deutschen beliebten Urlaubsländer Ägypten Türkei und die USA dazu. 

Angst vor Ausbruch: Vietnam fliegt 80.000 Urlauber aus

13.30 Uhr: Nach drei neuen Corona-Infektionen in der Küstenstadt Da Nang lassen die vietnamesischen Behörden 80 000 Menschen aus der Millionenmetropole ausfliegen. Bei den meisten handele es sich um inländische Touristen, die in den nächsten Tagen mit Hunderten Flügen in elf vietnamesische Städte gebracht werden sollen, berichteten staatliche Medien am Montag. Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in Da Nang wieder verboten. Zuvor hatte das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. 

Am Samstag war ein erster Fall bekannt geworden, mittlerweile seien zwei weitere hinzugekommen, hieß es. Nun gebe es Befürchtungen, dass die Zahl der Neuansteckungen in Da Nang in den kommenden Tagen erheblich steigen könnte. Zwei der drei Corona-Infizierten seien in kritischem Zustand, schrieben Medien unter Berufung auf die Behörden.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bislang sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie: Bislang wurden nur 420 Corona-Fälle bestätigt und keine Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Trump sagt ersten Wurf vor Yankees-Spiel ab

10.27 Uhr: US-Präsident Donald Trump wird entgegen seiner eigenen Ankündigung am 15. August doch nicht den ersten Ball vor dem Baseball-Spiel der New York Yankees werfen. Trump begründete die Entscheidung am Sonntag (Ortszeit) mit seinen Verpflichtungen im Kampf gegen die Corona-Krise, vereinbarten Treffen, der Wirtschaft „und vielem anderen“. Er werde es zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Den ersten Wurf vor einem Spiel in der MLB ausführen zu dürfen ist eine Ehre und wird in den USA mitunter Politikern, Promis und Sportlern aus anderen Disziplinen zuteil.

Goldpreis steigt auf Rekordhoch

7.31 Uhr: Gold ist wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise so teuer wie noch nie. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1944,71 Dollar und übertraf damit das bisherige Rekordhoch von rund 1921 Dollar vom September 2011 deutlich. Zuletzt bröckelte der Kurs etwas ab, lag aber immer noch rund eineinhalb Prozent im Plus bei 1932 Dollar.

Damit zog der Goldpreis in diesem Jahr bereits um etwas mehr als ein Viertel an, wobei er vor allem seit Mitte Juni stark zulegte. Zu Beginn des Corona-Crashs an den Finanzmärkten hatte Gold sogar an Wert verloren, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung gilt. Mitte März kostete eine Feinunze zeitweise weniger als 1500 Dollar.

Das waren die Corona-News vom 26. Juli:

Iranischer Vizeminister: Corona-Lage im Land „gar nicht gut“

14.30 Uhr: Der iranische Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi hat ein düsteres Bild wegen der Corona-Krise gezeichnet und die Bevölkerung auf viele weitere Todesopfer eingestellt. „Fast das ganze Land ist wegen Corona im Rot-Status (Alarmzustand), und die Lage ist gar nicht gut“, sagte Harirchi am Sonntag laut Nachrichtenagentur Isna. Wenn die Bürger die Hygienevorschriften nicht einhielten, werde das Land weiterhin im Durchschnitt 200 Todesfälle am Tag registrieren müssen.

Harirchi und seine Kollegen im Gesundheitsministerium stehen den von von Präsident Hassan Ruhani eingeführten Lockerungen kritisch gegenüber. Diese haben aus ihrer Sicht dazu geführt, dass die Bevölkerung die Vorschriften und die Pandemie nicht mehr ernst nimmt.

Die Folge war ein dramatische Anstieg der Zahlen bei Toten und Neuinfizierten. Alleine in den letzten 24 Stunden starben erneut 216 Patienten, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Die Zahl der Todesopfer liegt aktuell bei 15 700, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 291 172, so das Gesundheitsministerium am Sonntag laut Nachrichtenagentur IRNA.

174 Erntehelfer auf Bauernhof in Niederbayern mit Corona infiziert

9.15 Uhr: Die Erntehelfer haben sich das Virus in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming in Bayern eingefangen. Das berichtet der Sender Antenne Bayern am Sonntagmorgen unter Berufung auf die Behörden im Landkreis Dingolfing-Landau.

Der gesamte Betrieb, auf dem zuvor eine Reihenuntersuchung erfolgt war, sei unter Quarantäne gestellt worden und werde nunmehr von einem Sicherheitsdienst überwacht. Laut des Bayrischen Rundfunks (BR) sollen auf dem Bauernhof hauptsächlich Gurken angebaut werden. 

Das waren die News am 25.Juli: 

Hoher Anstieg der Neuinfektionen – RKI zeigt sich alamiert

9.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 781 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204 964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete. Bisher lag die Zahl der übermittelten Fälle bei 500 pro Tag. 

Der deutliche Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen beunruhigt das Robert Koch-Institut (RKI). „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden“, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle lag deutlich höher als in den Vorwochen. 

Das waren die News am 24. Juli:

Schon wieder Corona-Ausbruch bei Tönnies

10.45 Uhr: Wie der „Spiegel“ berichtet, soll es im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück erneut zu einem Corona-Ausbruch gekommen sein. Eine Sprecherin des Kreises Gütersloh soll dem Blatt die neuerliche Infektionsserie bestätigt haben. 

Tönnies-Sprecher André Vielstädte sprach dagegen von Altfällen – also Personen, bei denen das Virus schon früher festgestellt worden und noch immer nachweisbar sei. Die 30 betroffenen Mitarbeiter seien wie alle Beschäftigten beim Arbeitsantritt im Werk nach der wochenlangen Zwangspause getestet worden – so sei es mit den Behörden zuvor abgestimmt worden, so Vielstädte. Nach rund 24 Stunden habe das Ergebnis vorgelegen, dann seien die Kollegen unmittelbar für den Betrieb gesperrt und in Quarantäne geschickt worden. Bei acht der 30 Mitarbeiter müsse noch geklärt werden, ob sie sich neu mit dem Virus angesteckt haben oder ob bei ihnen ebenfalls nur eine frühere Infektion noch nachweisbar sei, sagte Vielstädte. Nach einer Infektion könne das Ergebnis noch bis zu zehn Wochen lang positiv ausfallen, obwohl der Betroffene nicht mehr infektiös sei.

Erst seit wenigen Tagen darf in dem Betrieb wieder geschlachtet werden. Die Fabrik war nach einem massiven Corona-Ausbruch mit Hunderten Infizierten im Juni dichtgemacht worden. 

Jerusalem: Polizeieinsatz gegen Demonstranten

7.33 Uhr: Die israelische Polizei ist in der Nacht zum Freitag in Jerusalem gewaltsam gegen Teilnehmer einer Demonstration gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu vorgegangen. Nach Medienberichten hatten sich am Donnerstagabend mehrere tausend Menschen zu der Kundgebung versammelt, um den Rücktritt Netanjahus zu fordern.

Im Laufe des Abends bildete sich eine Gegendemonstration, als sich Unterstützer des Regierungschefs versammelten. Die Polizei trennte zunächst die beiden Lager, forderte die Teilnehmer beider Seiten aber auf, die nicht genehmigte Kundgebung aufzulösen.

Als sich die Demonstranten weigerten, gingen die Beamten kurz nach Mitternacht unter Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern gewaltsam vor. Nach einem Bericht der „Jerusalem Post“ wurden mindestens 50 Menschen vorläufig festgenommen.

In Jerusalem und Tel Aviv hat es in den vergangenen Tagen mehrfach Demonstrationen gegen Netanjahu gegeben. Die Kundgebungen begleiten den Korruptionsprozess gegen den Regierungschef. Zuletzt wurde Netanjahu auch wegen seiner Handhabung der Corona-Krise kritisiert. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

Brasilien: Fast 60.000 neue Corona-Fälle – Bolsonaro grüßt ohne Maske

7.26 Uhr: Der nach eigener Aussage mit dem Coronavirus infizierte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist mit dem Motorrad auf dem Gelände der Präsidentenresidenz spazieren gefahren und hat sich ohne Maske mit Angestellten unterhalten, die dort arbeiteten. Dies berichteten brasilianische Medien am Donnerstag.

Bolsonaro befindet sich in Quarantäne, nachdem er vor zwei Wochen gesagt hatte, ein Corona-Test beim ihm sei positiv ausgefallen. Der rechte Präsident führt die Amtsgeschäfte vom Palácio da Alvorada in Brasília aus. Nach Informationen des Kommunikationsministeriums vom Mittwoch war er ein weiteres Mal positiv getestet worden.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagabend (Ortszeit) 59.961 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher 2.287.475 Fälle registriert. 84.082 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. 

Das waren die Corona-News vom 23. Juli:

New Yorker Friseur bietet Dienste im Central Park an

17.00 Uhr: In der Corona-Krise bietet ein findiger Friseur in New York nun seine Dienste unter freiem Himmel im Central Park an. Mit einem Stuhl und einem Koffer voller Haarschneide-Utensilien ausgerüstet steht der 32-jährige Herman James, der normalerweise in einem Friseursalon arbeitet, mit Maske unter einer mit Pflanzen überwachsenen Pagode an der Westseite des berühmten Parks in Manhattan bereit.

Auf den ersten Kunden habe er gerade einmal zehn Minuten warten müssen, als er den Platz Mitte Mai erstmals eingenommen habe, sagte James der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen hat der Friseur, auch weil bereits zahlreiche Lokalmedien über ihn berichteten, meist eine lange Schlange wartender Kunden neben sich. Den Haarschnitt bietet James auf Spendenbasis an. 

Die Friseursalons in der Millionenmetropole sind zwar seit einigen Wochen wieder geöffnet, in der stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Stadt trauen sich aber viele Menschen noch nicht wieder, dort hineinzugehen.

Trump macht „Black Lives Matter“ mitverantwortlich für Corona-Neuinfektionen

13.00 Uhr: Wie ist es zu der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA gekommen? US-Präsident Trump nennt eine Vielzahl an Gründen, zum Beispiel die Proteste gegen Rassismus. Eigene Fehltritte sieht er nicht.

„Die Fälle begannen unter jungen Amerikanern kurz nach Demonstrationen anzusteigen“, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Demonstrationen hätten „vermutlich landesweit eine breitere Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ausgelöst“. 

Trump selbst hat schon früh in der Pandemie auf eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb und auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft gedrängt und betont immer wieder die negativen Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen. Zudem hielt er im Juni gegen den Rat von Gesundheitsexperten eine Wahlkampfveranstaltung vor Tausenden Anhängern in einer geschlossenen Halle ab. Lokale Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führten den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf Trumps Wahlkampfauftritt zurück. 

Mallorca-Urlauber positiv auf Corona getestet

11.31 Uhr: Eine vierköpfige Familie aus Cottbus ist nach ihrer Rückkehr von einem Mallorca-Urlaub positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Eltern der Jahrgänge 1987 und 1986 sowie ihre 2006 und 2012 geborenen Töchter seien ebenso wie die bis jetzt ermittelten Kontaktpersonen in Quarantäne, teilte die Stadt Cottbus mit. „Die Familienmitglieder zeigen derzeit keine Symptome", hieß es weiter.

Die Familie war am Sonntag per Flugzeug nach Nürnberg und dann mit dem Auto nach Cottbus gereist. Nach der Rückkehr von der spanischen Ferieninsel sei „von einem der Arbeitgeber ein routinemäßiger Test" veranlasst worden, der positiv ausgefallen sei. In Cottbus seien es die ersten offiziell registrierten Infektionen seit dem 12. April dieses Jahres.

Einschließlich der vierköpfigen Familie kamen in Brandenburg von Mittwoch bis Donnerstag acht neue Infektionen mit dem Coronavirus hinzu - nach elf am Tag zuvor, wie das Landesgesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte.

UN-Agentur wirbt für Grundeinkommen für 2,7 Milliarden Menschen

7.31 Uhr: Die UN-Entwicklungsagentur UNDP wirbt angesichts der Corona-Krise für ein zeitlich begrenztes Grundeinkommen für knapp drei Milliarden Menschen weltweit. Mit dem Grundeinkommen könnten Personen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, während der Pandemie Zuhause bleiben; dies könne die Ausbreitung des Coronavirus bremsen, teilte UNDP am Donnerstag mit. Die monatlich dafür notwendige Summe für 2,7 Milliarden Betroffene in 132 Entwicklungsstaaten würde sich auf mindestens 199 Milliarden Dollar belaufen.

Dabei geht es um Menschen, die ihren Unterhalt oft in der informellen Wirtschaft verdienen und es sich trotz der Gesundheitsrisiken nicht leisten können, Zuhause zu bleiben. „Beispiellose Zeiten erfordern beispiellose soziale und wirtschaftliche Maßnahmen. Die Einführung eines vorübergehenden Grundeinkommens für die ärmsten Menschen der Welt hat sich als eine Option herausgestellt. Dies schien noch vor wenigen Monaten unmöglich zu sein“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner.

Die Maßnahmen wären der Entwicklungsagentur zufolge dringend notwendig und durchführbar. So könnte das Geld von der Schuldenrückzahlung der Entwicklungs- und Schwellenländer umgeleitet werden. „Ein vom UN-Generalsekretär geforderter umfassender Schuldenstillstand für alle Entwicklungsländer würde es den Ländern ermöglichen, diese Mittel vorübergehend in Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Krise umzuwandeln“, meint die UNDP.

Das waren die Corona-News vom 22. Juli:

Angst vor Ausbruch: Mindestens zehn Neuinfektionen nach Abend in Lokal

17.40 Uhr: Nach einem Abend in einem Lokal direkt unter dem Berliner Fernsehturm sind mindestens zehn Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen seien teils Berliner, teils Menschen aus anderen Städten, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel am Mittwochnachmittag mit. Gesucht würden jetzt weitere Menschen, die am 10. Juli abends im „Restaurant (Indoor Bar) Mio Berlin“ in der Panoramastraße waren, hieß es. 

Wer sich zwischen 21.00 Uhr und 3.00 Uhr des Folgetages dort aufgehalten habe, werde gebeten, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin-Mitte oder dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, hieß es. Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr hatte es ähnliche Aufrufe von Berliner Bezirken nach entdeckten Infektionen bei Clubbesuchern gegeben. Teilweise waren so Dutzende weitere Fälle entdeckt worden.

USA sichern sich Impfstoff von deutscher Firma für fast 2 Milliarden Dollar

14.30 Uhr: Die USA haben beim deutschen Biotech-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer Corona-Impfstoff im Wert von 1,95 Milliarden US-Dollar (1,68 Milliarden Euro) bestellt. Für dieses Geld sollen die beiden Unternehmen 100 Millionen Dosen des derzeit gemeinsam von ihnen entwickelten Impfstoffes liefern, wie Biontech am Mittwoch in Mainz mitteilte. Zudem sicherten sich die USA demnach das Zugriffsrecht auf weitere 500 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs.

Der Vertrag greift laut Unternehmen bei einer „Genehmigung oder Zulassung“ des Impfstoffkandidaten BNT162 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Derzeit laufen noch klinische Testreihen, erste Ergebnisse bezeichneten Biontech und Pfizer vor etwa drei Wochen als vielversprechend. Auch die britische Regierung sicherte sich vor kurzem bereits das Zugriffsrecht auf mögliche Impfdosen. 

Israel meldet Rekordanstieg bei Corona-Neuinfektionen

11.00 Uhr: Die Zahl der täglichen Virus-Neuinfektionen ist in Israel so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, am Vortag seien 1977 Neuinfektionen gemeldet worden. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch immer weiter in die Höhe. Insgesamt wurden in Israel bislang 54 633 Infizierte registriert. Aktive Fälle gibt es derzeit mehr als 31 300, davon sind 259 schwer erkrankt. 430 Menschen sind bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 

Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Damit waren seit Beginn der Krise mindestens 202 799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Aktive Fälle gibt es in Deutschland etwa 5000. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik, in den vergangenen Tagen wurde mehrfach gegen ihn demonstriert. Die Wirtschaft des Landes ächzt unter den Folgen der Krise. 

Das waren die News vom 21. Juli: 

Steigende Infektionszahlen: Österreich weitet Maskenpflicht wieder aus

16.15 Uhr: Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. „Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. „Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.“ 

Berlin will 1,5 Meter-Abstandsregel in Restaurants abschaffen

14.50 Uhr: In Berlin werden die bisher wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln in Gaststätten gelockert. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. So dürften künftig etwa im Restaurant bis zu sechs Gäste an einem Tisch sitzen, auch wenn 1,50 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Dafür soll die Infektionsschutzverordnung entsprechend geändert werden. 

Bisher müssen in Gaststätten die Stühle so stehen, dass zwischen den Gästen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Ausnahmen gelten für Ehe- und Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Aus Sicht der Berliner Gastronomie war die Regelung eine erhebliche Einschränkung. Die Zahl der Gäste reduzierte sich deutlich, mit entsprechenden wirtschaftlich schmerzhaften Folgen für die Wirte - auch wenn die Regel nicht überall beachtet wurde. Die Gastronomie ist durch die Corona-Krise besonders betroffen. 

Lehrer in Florida klagen gegen Wiedereröffnung von Schulen

12.56 Uhr: Lehrer in Florida wollen mit einer Klage die Wiederaufnahme des normalen Schulunterrichts nach den Sommerferien verhindern. Die Klage gegen Gouverneur Ron DeSantis und mehrere Behörden wurde am Montag von der Gewerkschaft Florida Education Association eingereicht, die rund 140.000 Lehrer vertritt. Darin heißt es, Schulen müssten eine „sichere“ Umgebung sein, doch sei das Coronavirus in Florida „außer Kontrolle“.

Der Bundesstaat im Südosten hatte sich in den vergangenen Monaten zu einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Regionen der USA entwickelt. Allein am Montag wurden dort mehr als 10.000 weitere Infektions- und 90 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der registrierten Corona-Toten in Florida liegt inzwischen bei mehr als 5000. Dennoch will der Gouverneur nach den Ferien den regulären Schulbetrieb wiederaufnehmen lassen. Der Republikaner DeSantis argumentiert, Kinder und Jugendliche seien weniger anfällig für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Dabei ließ der Parteikollege von Präsident Donald Trump unerwähnt, dass mit dem Coronavirus infizierte Menschen auch ohne Symptome den Erreger übertragen können.

Auch Trump dringt auf die Wiedereröffnung der Schulen nach den Ferien. Der Präsident drohte sogar mit einer Kürzung der Bundesmittel für Schulen, welche ihre Öffnung verweigerten. Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Am Montag wurden dort am siebten Tag in Folge mehr als 60.000 neue Infektionsfälle verzeichnet.

Laut jüngsten Zahlen der Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden weitere 61.288 Ansteckungen registriert. Die offizielle Gesamtzahl der Infektionen liegt bei 3,82 Millionen. Auch wurden nach Angaben der Hochschule zuletzt weitere 488 Todesfälle in den USA innerhalb eines Tages gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesopfer der Pandemie in den Vereinigten Staaten stieg damit auf knapp 141.000.

Das waren die Corona-News vom 20. Juli:

Afrika: WHO besorgt über rasanten Anstieg der Infektionen

19.41 Uhr: Der rapide Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika besorgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahlen seien zwar in den meisten Ländern noch niedrig, der Anstieg aber stark: Innerhalb einer Woche in Namibia etwa um 69 Prozent, in Botsuana um 66 Prozent und in Sambia um 57 Prozent, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montag in Genf. „Ich bin sehr besorgt, dass wir eine Beschleunigung der Krankheit in Afrika sehen. Wir müssen das sehr ernst nehmen“, sagte Ryan.

In Südafrika lag der Anstieg innerhalb einer Woche bei 30 Prozent –die Fallzahlen waren deutlich höher als in anderen afrikanischen Ländern. Nach WHO-Angaben gab es mehr als 360.000 nachgewiesene Infektionen und 5000 Todesfälle. „Südafrika könnte leider ein Vorbote sein“, sagte Ryan. „Es könnte eine Vorwarnung sein, was im Rest von Afrika passieren könnte.“

Angst vor neuem Ausbruch: Behörden in Ostfrankreich alarmiert

15.15 Uhr: Behörden in Ostfrankreich haben angesichts eines leichten Anstiegs der Corona-Infektionen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen. Die Abstandsregeln müssten unbedingt eingehalten werden, sagte die Leiterin der regionalen Gesundheitsbehörde ARS von Grand Est, Marie-Ange Desailly-Chanson, am Montag Medienberichten zufolge bei einer Pressekonferenz. Sie riet davon ab, sich zu umarmen oder Küsse auszutauschen. Die Ansteckungsherde hätten sich verändert, ergänzte die Präfektin der an Deutschland grenzenden Region, Josiane Chevalier. Derzeit seien neue Cluster vor allem im beruflichen Umfeld und nach Familienfeiern erkennbar. 

In Grand Est seien seit Anfang Juli etwa 30 neue Ansteckungsherde festgestellt worden, erklärte Chevalier. Derzeit müsse deshalb aber nicht Alarm geschlagen werden. Das südelsässische Département Haut-Rhin sowie die Départements Moselle und Vosges stünden unter genauerer Beobachtung. Die Zahl der Neuinfektionen in Grand Est hatte sich demnach in der vergangenen Woche verdoppelt. In den Wochen zuvor habe es durchschnittlich 150 neue Fälle gegeben, in der vergangenen Woche seien es fast 300 gewesen.

Die Region war von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen worden. Seit Beginn der Gesundheitskrise wurden dort fast 4000 Todesfälle registriert, in ganz Frankreich sind es bisher knapp mehr als 30.000. Vor dem Krankenhaus im südelsässischen Mülhausen musste zeitweise eine Militärklinik aufgebaut werden, um die Intensivstationen zu entlasten. Es gebe beunruhigende Zeichen, dass die Pandemie in einigen Gebieten wieder aufflammen könnte, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Montag im Nachrichtensender „Franceinfo“. Es zeige sich eine gewisse „Dynamik“ bei der Ausbreitung. Von einer zweiten Welle sprach er jedoch nicht. 

Das waren die Corona-News vom 19. Juli:

Donald Trump behauptet, viele der US-„Coronafälle“ seien „doch nur junge Leute mit Schnupfen“

19.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der rasch zunehmenden Coronavirus-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten erneut heruntergespielt. Bei der Zunahme in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes handle es sich nur um „Flammen“ oder gar nur „Glutherde“, die rasch gelöscht würden, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News. Bei vielen der Neuinfektionen handle es sich um „junge Leute, die einen Schnupfen haben“, sagte Trump. Er behauptete weiter, dass „99,7 Prozent“ aller Corona-Patienten „sehr schnell“ wieder gesund würden. 

Gesundheitsexperten warnen jedoch, dass es auch bei jüngeren Menschen nach einer Corona-Ansteckung ernsthafte Krankheitsverläufe und sogar Todesfälle geben könne. In den USA melden die Behörden seit knapp zwei Wochen 60 000 bis 77 000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Seit Februar gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA bereits 3,7 Millionen bestätigte Infektionen und 140 000 Todesfälle.

Corona-Ausbruch bei „Wiesenhof"

15.26 Uhr: Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU). „Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei wurden von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Israel: Proteste gegen Regierungspolitik in Corona-Krise

8.26 Uhr: Tausende Israelis haben am Samstagabend erneut gegen den Umgang der Regierung mit der Corona-Krise demonstriert. In Jerusalem versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Anwesen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, auch in einem Park in Tel Aviv kam es zu Protesten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, nachdem mancherorts Straßen blockiert und Polizisten mit Pfefferspray attackiert worden waren. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die israelische Regierung steht derzeit wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus massiv in der Kritik. Bereits vergangene Woche hatten tausende Menschen gegen Netanjahus Krisenmanagement demonstriert.

Zunächst hatte die israelische Regierung eine großflächige Ausbreitung des Virus verhindert, indem sie Mitte März eine strikte Ausgangssperre verhängt hatte. Ende Mai wurden viele Corona-Regeln aber gelockert, in der Folge schnellten die Infektionszahlen in die Höhe. Am Freitag ordnete die Regierung deshalb eine Reihe erneuter Corona-Beschränkungen an. Geschäfte, Einkaufszentren, Friseure und Schönheitssalons müssen an den Wochenenden geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch Lieferservice oder Essen zum Mitnehmen anbieten. Netanjahu hat bereits eingeräumt, die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert zu haben.

Angesichts der Proteste kündigte er vor Kurzem finanzielle Soforthilfen für alle Bürger an. Experten kritisierten den Schritt und forderten stattdessen gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft. Einige Demonstranten forderten am Samstag auch Netanjahus Rücktritt wegen der gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe. Der Regierungschef muss sich derzeit wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit, des Betrugs und der Untreue vor Gericht verantworten.

Australische Stadt Melbourne führt Maskenpflicht ein

8.19 Uhr: Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne führt wegen steigender Corona-Zahlen eine Maskenpflicht ein. Das gab der Regierungschef des Bundesstaates Victoria am Sonntag bekannt. Zuletzt habe es in Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, 363 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle in Folge des Coronavirus gegeben. Ab Mittwoch Mitternacht (Ortszeit) muss jeder der rund fünf Millionen Bewohner von Melbourne und dem benachbarten Mitchell Shire beim Verlassen des Hauses eine Maske oder einen Gesichtsschutz aufsetzen.

Wer ohne erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von 200 Australischen Dollar (122 Euro). Die Bürger dürfen unter dem kürzlich erneut verhängten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Das Tragen sei „absolut“ notwendig, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Regierungschef Andrews.

Wer jedoch aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, braucht dies nicht zu tun. Das gleiche gilt beim Unterrichten oder beim Joggen. Auch Kinder unter 12 sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Während andere Regionen in Australien ihre Corona-Beschränkungen lockern, bleiben Victorias Grenzen zu anderen Bundesstaaten dicht.

Das waren die Corona-News vom 18. Juli:

Tönnies will Geld vom Bund

18.04 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in seinem Stammwerk steht Fleischproduzent Clemens Tönnies an vielen Fronten unter Beschuss - ist sich aber keiner Schuld bewusst. Der Fleischproduzent will trotz heftiger Kritik nicht darauf verzichten, Lohnkostenerstattung wegen der behördlichen Schließung seines Hauptwerks geltend zu machen. Der 64-jährige Unternehmer will das notfalls gerichtlich durchfechten. „Darüber wird im Zweifelsfall auch Recht gesprochen werden“, sagte er dem „Westfalen-Blatt“.

Bei Tönnies hatten sich rund 1400 Arbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Vorübergehend waren deshalb, neben der inzwischen aufgehobenen Betriebsschließung in Rheda-Wiedenbrück, weitgehende Corona-Einschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt worden.

Merkel weist Bulgariens Ministerpräsidenten zurecht

10.09 Uhr: Ha! Die Nase gehört aber auch hinter die Maske, scheint Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sagen und verdeutlicht ihren Hinweis gleich mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Beim EU-Gipfel in Brüssel nahm Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow die Maskenpflicht anscheinend eher locker – Merkel ließ ihm das jedoch nicht durchgehen. 

Die Corona-Regeln und Sicherheitsmaßnahmen gelten selbstverständlich auch bei dem zweitägigen EU-Gipfel zum Milliarden-Hilfspaket. Alle Teilnehmer sollen dem Europäischen Rat zufolge stets einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und sich zur Begrüßung den Ellenbogen anstatt der Hand geben.

Wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Doch damit nicht genug: Die Politiker atmen statt recycelter Luft gefilterte Frischluft ein – so soll die Gefahr einer Ansteckung verringert werden.

Bei dem Sondergipfel geht es unter anderem um den Vorschlag der EU-Kommission, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und mit dem Geld dann ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise zu finanzieren. Auch eine Einigung über den kommenden siebenjährigen EU-Finanzrahmen ist Ziel des Gipfels.

Kürzere Sommerferien an Japans Schulen geplant

8.39 Uhr: Weil Japans Schulen wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen hatten, sollen viele Schüler jetzt auf einen Teil ihrer Sommerferien verzichten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Samstag unter Berufung auf eine Umfrage unter den lokalen Schulbehörden im Land berichtete, planen 95 Prozent eine Verkürzung der Sommerferien an öffentlichen Schulen, um den während des Notstands entgangenen Lehrstoff aufzuholen.

Da die Schüler während der heißesten Zeit des Jahres, in der in Städten wie Tokio eine extreme schwüle Hitze herrscht, nur begrenzt frei hätten, müsse auf ihre körperliche wie psychische Gesundheit jetzt besondere Rücksicht genommen werden, hieß es weiter.

USA: Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

8.21 Uhr: Die USA haben am dritten Tag in Folge einen Rekordanstieg bei den Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 77.638 Neuinfektionen registriert, wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) hervorgeht. Erst am Donnerstag hatten die USA mit mehr als 68.400 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen gemeldet.

Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona bestellten angesichts steigender Todeszahlen Kühlwagen. Landesweit starben bis Freitag 927 weitere Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 139.128. Die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land liegt den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,64 Millionen. Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. 

Das waren die Corona-News vom 17. Juli:

US-Gouverneur will Maskenpflicht in seinem Bundesstaat verhindern

10.40 Uhr: Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Gouverneur in einer am Donnerstag (Ortszeit) eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte am Mittwoch trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen. 

Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Kemp wiederum erklärte, seine Klage richte sich gegen „desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“. Gleichzeitig empfiehlt Kemp, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann. 

In dem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 130.000 nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 3100 Todesfälle. Am Donnerstag etwa meldeten die Behörden dort gut 3400 Neuinfektionen. 

Nach Kontrolle: Schlachtung bei Tönnies wieder unterbrochen

8.45 Uhr: Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischkonzern Tönnies gibt es eine erneute Zwangsunterbrechung: Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“, sagte der Sprecher. Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen. Zuvor hatten Medien über die Unterbrechung berichtet.

Erst am Donnerstag war die vierwöchige Zwangspause nach einem massiven Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtkonzern beendet worden. Die ersten Schweine wurden wieder angeliefert. In der ersten Schicht wurden rund 8000 Tiere geschlachtet. Für den nächsten Produktionsschritt, die Zerlegung der Schweine, hatten die Behörden am Donnerstagabend grünes Licht gegeben. 

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„Wir sind durchaus verwundert darüber, dass Abläufe und Prozesse, die seit über 20 Jahren genehmigt sind und seitdem jährlich mehrfach amtlich kontrolliert wurden, nunmehr bemängelt werden“, sagte der Tönnies-Sprecher. Es werde aber eng mit den Behörden zusammengearbeitet.

Das waren die News vom 16. Juli: 

Bolsonaro erneut positiv auf Corona getestet

10.40 Uhr: Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat seine Corona-Infektion noch nicht überwunden. Der rechtsradikale Politiker teilte am Mittwoch mit, er sei am Vortag erneut positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Beschwerden habe er aber nicht, seine Therapie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin sei wirksam. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.

Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Die Regierung hat die Pandemie von Anfang an verharmlost. Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als „leichte Grippe“ und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. Der rechte Staatschef fürchtete die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern. Zudem setzte er sich in der Covid-19-Behandlung für den Einsatz des umstrittenen Malariamittels Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit in seinem Fall er in dem Video beteuerte.

Das waren die News vom 15. Juli: 

WHO und Unicef warnen vor weltweit sinkender Impfrate wegen Corona

20.16 Uhr: Weltweit sind wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Kinder geimpft worden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres habe sich die Zahl der verabreichten DTP3-Impfungen gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten „bedeutend“ und erstmals seit 28 Jahren überhaupt reduziert, erklärten die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch. Auch seien wegen der Pandemie mindestens 30 Impfkampagnen gegen Masern abgesagt worden.

„Impfstoffe sind eines der wirksamsten Instrumente in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit“, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Aber die Pandemie bringe diese Errungenschaft in Gefahr. Der Schaden durch fehlende Impfungen könnte sogar größer ausfallen als durch die Pandemie an sich. „Wir können nicht eine Gesundheitskrise gegen eine andere tauschen“, warnte auch Unicef-Chefin Henriette Fore.

Jahrelange Fortschritte waren nach Angaben der beiden UN-Organisationen allerdings bereits vor der Pandemie teilweise zum Stillstand gekommen. Etwa seien die historisch hohen Impfraten in Lateinamerika und der Karibik zuletzt rückläufig gewesen, erklärten sie.

Nach illegalen Partys: Mallorca schließt den Ballermann

14.45 Uhr: Wegen illegaler Partys am „Ballermann“ hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit. 

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela. 

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren unterwegs, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Tragen von Masken könnte Pandemie in USA in wenigen Wochen unter Kontrolle bringen

11.20 Uhr: Die Ausbreitung des Corona-Virus in den USA könnte nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC mit dem Tragen von Masken innerhalb weniger Wochen unter Kontrolle sein. „Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, denke ich, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen“, sagte CDC-Direktor Robert Redfield am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview des Chefredakteurs des Fachmagazins „Journal of the American Medical Association“. 

Die USA sind nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität mit mehr als 3,4 Millionen Infizierten und bisher mehr als 136 000 Toten das weltweit mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Eine landesweite Maskenpflicht gibt es nicht. In einer Pressemitteilung des CDC vom Dienstag hieß es, eine Gesichtsbedeckung sei eine der wirkungsvollsten Waffen, um das Ausbreiten des Virus zu verlangsamen und zu stoppen. 

Der US-Präsident hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde, und das mit seinen regelmäßigen Corona-Tests begründet. Ihm wird vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der Pandemie abzugeben. Jüngst hatten er und sein Vizepräsident Mike Pence jedoch Masken getragen. 

Neuinfektionen steigen rapide – erneuter Lockdown in Kalifornien

08.30 Uhr: Kalifornien zieht die Notbremse: Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom am Montag (Ortszeit) erklärte. Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten.

Ebenso müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen, Friseursalons sowie viele Büros und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, sagte Newsom weiter. In den betroffenen Bezirken leben rund 80 Prozent der 40 Millionen Einwohner des Bundesstaats.  

Infolge der Lockerung von Kaliforniens Corona-Auflagen waren die Zahlen der Neuinfektionen, der Covid-Patienten im Krankenhaus und der gemeldeten Todesfälle zuletzt deutlich angestiegen. Am Sonntag etwa hatten die Behörden rund 8500 bestätigte Neuinfektionen und 72 Todesfälle gemeldet. Insgesamt gibt es in dem Bundesstaat an der Westküste bislang mehr als 320 000 gemeldete Infektionen. 

Das waren die News vom 14. Juli: 

WHO meldet Rekordanstieg von neuen Corona-Fällen weltweit

08.00 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit mehr als 230.000 neue Erkrankungen registriert worden, teilte die WHO mit. Die bisher größte Zahl von Neu-Infektionen binnen eines Tages hatte die Weltgesundheitsorganisation erst am Freitag mit gut 228.000 Fällen verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei rund 5000 täglich, so die WHO. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters nähert sich die Gesamtzahl der Infektionen weltweit der Marke von 13 Millionen. 

Das waren die News vom 13. Juli: 

Hunderte Corona-Neuinfektionen: Spanien verhängt erneut Lockdown

19.09 Uhr: In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine Ausgangsbeschränkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dürfen ab Montag das Haus nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien.

Damit wurden Maßnahmen in der im Westen Kataloniens gelegenen Region weiter verschärft, die schon seit einer Woche für mehr als 200.000 Menschen gelten. So war das Gebiet, in dem es einen Anstieg der Infektionszahlen gibt, bereits weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden. Seither kontrolliert die Polizei die Zufahrtsstraßen. In Katalonien wurden binnen 24 Stunden am Sonntag 816 neue Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch am Samstag, als 361 Fälle gemeldet wurden.

Dramatische Corona-Entwicklung in den USA – Trump trägt Maske

16.52 Uhr: Angesichts dramatisch steigender Coronavirus-Infektionen in den USA hat Präsident Donald Trump während eines öffentlichen Auftritts eine Maske getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda bei Washington einen blauen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten benutzte. Zuletzt war Trump im Mai fotografiert worden, als er während eines Rundgangs durch eine Fabrik im US-Bundesstaat Michigan zeitweise eine Maske aufgesetzt hatte.

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Nach Angaben des Weißen Hauses traf Trump im Walter-Reed-Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige. Er kam zudem mit medizinischem Personal zusammen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert. Trump sagte vor dem Besuch vor Journalisten: „Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.“ Er fügte hinzu: „Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.“ In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Die USA verzeichneten am Freitag die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie an einem Tag. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) lag die Zahl der registrierten Neuansteckungen bei einem Rekordwert von 66.627. Am Samstag ging die Zahl demnach auf 61.325 zurück. Insgesamt hat die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen deutlich zugenommen. Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU insgesamt mehr als 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134.000 Menschen starben. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt zwar weiterhin niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat aber wieder zugenommen. Am Samstag registrierte die JHU-Statistik 685 Tote.

Trotz der steigenden Infektionszahlen gab sich Trump optimistisch. In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung „Full Court Press“ sagte Trump, zwar gebe es einige Bundesstaaten wie Florida und Kalifornien, die plötzlich „heiß“ geworden seien. Viele andere Bundesstaaten sähen aber gut aus. „Wir werden sehr bald in sehr guter Verfassung sein“, so Trump. Nach JHU-Statistiken nimmt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen in den meisten der 50 US-Bundesstaaten zu.

Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien. In Florida meldeten die Behörden am Samstag mehr als 10.000 Neuinfektionen an einem Tag. Gouverneur Ron De Santis - der wie Trump der Republikanischen Partei angehört - wies Vorwürfe zurück, er habe die Schutzmaßnahmen in Florida voreilig wieder gelockert.

Wegen Corona: Deutsche Bahn pünktlich wie nie

Die Deutsche Bahn ist in der Corona-Krise so pünktlich wie seit Jahren nicht mehr gewesen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren 83,5 Prozent aller Züge im Fernverkehr pünktlich unterwegs, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.

„Das ist der beste Wert seit 2008“, erklärte Bahnchef Richard Lutz. Im gleichen Zeitraum 2019 lag die Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr bei 77,2 Prozent. Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit habe auch die geringere Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen, räumte die Bahn ein. Die Schieneninfrastruktur sei seit März zum Teil erheblich weniger belastet gewesen. Lutz sieht aber auch eigene Verdienste der Bahn: „Unsere Strategie der starken Schiene zeigt nach einem Jahr erste positive Wirkung.“

Das waren die Corona-News vom 11. Juli:

Deutsche Studierende bitten um Hilfe: USA will ausländische Studenten rauswerfen

19.25 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wollen viele US-Universitäten im Wintersemester nur Online-Kurse anbieten. Ausländische Studenten an diesen Hochschulen sollen nach dem Willen der US-Behörden die USA verlassen. Deutsche Studenten wenden sich nun an die Bundesregierung. „Wir zählen auf Ihre Rückendeckung“, heißt es in einem von knapp 100 deutschen Studenten in den USA unterzeichneten Brief, der an Bundesaußenminister Heiko Maas, an Botschafterin Emily Haber in Washington und an Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag adressiert ist.

Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln. Ausländern, die ihr Studium an einer von Herbst an ausschließlich online lehrenden Hochschule aufnehmen wollten, werde die Einreise nicht gestattet.

Ansturm von Freiwilligen für Corona-Studie in Tübingen

7 Uhr: Normalerweise hat es die Tübinger Universitätsklinik nicht leicht, Probanden für klinische Studien zu finden. Diesmal ist es anders: Für eine Corona-Impfstudie haben sich jetzt rund 4000 Freiwillige gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie zu einem möglichen Corona-Impfstoff erhalten.

Das waren die Corona-News vom 10. Juli:

Neutralisierende Antikörper im Kampf gegen Covid-19

9.48 Uhr: Dem Forscherteam um Univ.-Prof. Dr. Florian Klein von der Uniklinik Köln und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist ein weiterer Schritt bei der Suche nach Antikörpern gegen das Coronavirus gelungen. Sie schafften es, Teile der Entwicklung dieser Antikörper zu entschlüsseln und gleichzeitig neutralisierende Antikörper gegen das Coronavirus zu isolieren. Die Antikörper werden aktuell weiter charakterisiert und entwickelt und sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr im Rahmen von klinischen Studien untersucht werden.

„Wir gehen davon aus, dass solche Antikörper über mehrere Wochen wirksam sind und in dieser Zeit vor einer Erkrankung schützen könnten“ ergänzt Dr. Christoph Kreer, der Teil des Forscherteams in  Köln ist.

Israel: Corona-Neuinfektionen steigen auf Rekordwert

9.34 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35.500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. Zur Abmilderung der ökonomischen Folgen hatte die Regierung kurz zuvor ein milliardenschweres Hilfspaket vorgestellt.

Bei zweiter Corona-Welle: Giffey gegen erneute bundesweite Maßnahmen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich gegen erneute bundesweite Corona-Restriktionen im Fall einer zweiten Infektionswelle ausgesprochen. Stattdessen müsse „punktuell und regional“ auf die jeweilige Entwicklung reagiert werden, sagte Giffey in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins „Focus“. Zugleich bezeichnete die SPD-Politikerin die Kita- und Schulschließungen der vergangenen Monate als erfolgreiche Maßnahme. Diese Schließungen hätten dazu beigetragen, „ein Szenario wie in Italien“ und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Für das neue Schuljahr forderte Giffey „Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien“, damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. So sollten die Kinder möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, um die „Infektionswege“ zu begrenzen.

„All in New York": Metropole will wieder Touristen locken

 Mit einer neuen Kampagne will die schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffene Millionenmetropole New York nach und nach wieder Touristen anziehen. Unter dem Motto „All in New York“, das auf Deutsch etwa „Alles in New York“, aber auch „Alles für New York“ bedeuten kann, sollen zunächst die Bewohner der Metropolregion dazu verlockt werden, ihre Heimat wieder ausgiebiger zu erkunden, wie die Tourismusbehörde NYC & Company mitteilte. Später sollen dann auch wieder regionale, überregionale, landesweite und dann internationale Besucher angesprochen werden – alles unter Betonung von Abstands- und Hygieneregeln.

Die Kampagne sei ein „wichtiger erster Schritt“ bei der „nicht zu unterschätzenden Herausforderung, den Tourismus wiederaufzubauen“, sagte Behördenchef Fred Dixon. „Die Erholung des Tourismus wird allmählich verlaufen, aber sie wird kommen.“

Das waren die Corona-News vom 9. Juli:

Verschärfung auf Mallorca: Maskenpflicht nun auch im Freien

17.50 Uhr: Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln haben die Behörden die Maskenpflicht am Donnerstag weiter verschärft. Zum Schutz vor dem Coronavirus muss der Mund- und Nasenschutz demnach ab Montag in allen geschlossenen öffentlichen Räumen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen. Am Strand, am Pool sowie beim Sport müsse hingegen weiterhin niemand eine Maske tragen, sagte die Beraterin der Regionalregierung, Marga Frontera. Die Balearen folgen damit dem Beispiel Kataloniens, wo aufgrund von neuen Infektionsherden seit Donnerstag eine verschärfte Maskenpflicht herrscht.

Nach den Worten Fronteras ist die Lage auf den Balearen deutlich entspannter. Doch gehe es um einen „noch besseren Schutz“ der Menschen auf den Inseln. Mit mehr als 28.300 Toten zählt Spanien zu den besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Derzeit melden die Behörde 70 neue Ausbruchsherde, darunter in der katalanischen Stadt Lérida und ihrer Umgebung. In Spanien ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im öffentlichen Raum überall dort Pflicht, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Balearen zählen nach Angaben der Behörden insgesamt 130 Infektionsfälle sowie zehn neue, kleinere Infektionsherde - einen Großteil davon auf Mallorca. 

WHO setzt Prüfausschuss zum Umgang mit der Pandemie ein

14.45 Uhr: Nach Kritik an ihrer Reaktion auf die Corona-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einsetzung eines Prüfausschusses zum Umgang mit dem neuartigen Erreger angekündigt. Das Mandat des unabhängigen Expertengremiums werde in Abstimmung mit den WHO-Mitgliedstaaten ausgearbeitet, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf mit. Den Vorsitz sollen demnach die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen.

Seit Beginn der Pandemie Ende vergangenen Jahres wurden bereits mehr als zwölf Millionen Ansteckungen weltweit nachgewiesen, rund 550.000 Infizierte starben. Insbesondere die US-Regierung hat der WHO vorgeworfen, zu spät über das neuartige Coronavirus informiert zu haben. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die UN-Unterorganisation als zu China-freundlich ein und leitete den WHO-Austritt seines Landes ein. Dieser kann allerdings erst in einem Jahr vollzogen werden.

Seit Trump-Auftritt: Corona-Infektionszahlen in Tulsa deutlich gestiegen

7.21 Uhr: Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.

Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch „mehr als wahrscheinlich“, dass der Anstieg der Zahlen mit „mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen“ in Verbindung stehe.

In den ersten beiden Wochen nach der Trump-Veranstaltung war zwar noch ein Rückgang der Neuinfektionen in Tulsa festgestellt worden. Bei einer Coronavirus-Infektion kann es allerdings rund zwei Wochen dauern, bis sich Symptome zeigen.

Erste Hinrichtung in Texas nach mehrmonatiger Corona-Pause

7.19 Uhr: Im US-Bundesstaat Texas sind nach mehrmonatiger Corona-Pause die Hinrichtungen fortgesetzt worden. Am Mittwoch wurde der 45-jährige Billy Joe Wardlow mit der Giftspritze getötet, wie die Gefängnisverwaltung in Huntsville mitteilte. Er war wegen der Ermordung eines 82-jährigen Mannes während eines im Jahr 1993 Raubüberfalls zum Tode verurteilt worden. Wardlow war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Seine Anwälte hatten vergeblich versucht, seine Hinrichtung mit einem Antrag beim Obersten Gericht der USA zu stoppen. Wardlows Exekution war ursprünglich für den 29. April angesetzt gewesen, wegen der Corona-Pandemie jedoch verschoben worden.

Bei Exekutionen kommt es üblicherweise zu Menschenansammlungen – aus Wärtern, Anwälten, Zeugen und Verwandten. In Texas hatte es seit Anfang Februar keine Exekutionen mehr gegeben.

Das waren die Corona-News vom 8. Juli:

Drei Studentenwohnheime wegen Infektionen unter Quarantäne

17.50 Uhr: Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor. 

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden. Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der drei Studentenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die Zugänge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen.

Zahlen werden immer krasser: USA melden neuen Infektionsrekord

15.40 Uhr: Mit rund 60 000 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden haben die USA einen Höchststand bei den Neu-Ansteckungen erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Johns-Hopkins-Universität am Mittwochmorgen veröffentlichte. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete Johns-Hopkins mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag. 

Insgesamt zählt das Land demnach mehr als 2,996 Millionen Fälle (Stand: 8.7.; 9.57 Uhr). Mehr als 131.000 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen - vor allem in den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Der Immunologe Anthony Fauci - der zur Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses gehört - hatte sich zuletzt angesichts des raschen Anstiegs der Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. 

Katalonien: Strenge Maskenpflicht auch im Freien

11.41 Uhr: Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einführen, die praktisch überall und unter allen Umständen gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz heute beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó mit. Spanien ist mit knapp 28.400 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Demonstranten wollen Parlament stürmen – Polizei setzt Tränengas ein

7.32 Uhr: Vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad haben Tausende Menschen am Dienstagabend gegen neue Beschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert. In der Nacht zum Mittwoch kam es dabei zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei, wie örtliche Medien berichteten. Die Bereitschaftspolizei setzte demnach Tränengas gegen die Demonstranten ein, nachdem eine größere Gruppe versucht hatte, das Parlamentsgebäude zu stürmen.

Präsident Aleksandar Vucic hatte nur wenige Stunden zuvor im Fernsehen angesichts des Infektionsgeschehens eine neue Ausgangssperre für das kommende Wochenende angekündigt. Die Lage im Land sei ernst, betonte der Präsident in seiner Ansprache. Besonders die Hauptstadt sei stark betroffen. „Alle Krankenhäuser in Belgrad sind fast voll“, sagte Vucic weiter. Daher werde von Freitag bis Montag ein Ausgehverbot verhängt. Zuletzt hatte es im Mai eine Ausgangssperre gegeben. Ab Mittwoch seien zudem Treffen von mehr als fünf Menschen verboten – sowohl drinnen wie draußen.

Zuvor waren die Corona-Fälle in dem Balkanland rund acht Wochen nach den ersten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen deutlich angestiegen. Serbien hatte am Dienstag 13 neue Todesfälle infolge von Covid-19-Erkrankungen gemeldet – der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie.

Rote Zahlen: Levi's streicht Hunderte Jobs

7.14 Uhr: Der traditionsreiche Jeans-Hersteller Levi Strauss (Levi's) will nach einem starken Umsatzrückgang und roten Zahlen in der Corona-Krise Hunderte Stellen streichen. Im zweiten Quartal brachen die Erlöse im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 498 Millionen Dollar (442 Mio Euro) ein, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Unterm Strich erlitt Levi's einen Quartalsverlust von 363 Millionen Dollar.

Um die Kosten zu senken, sollen jetzt rund 700 Bürojobs wegfallen. Das entspricht laut Levi's etwa 15 Prozent der Stellen außerhalb von Verkauf und Produktion. Die Maßnahme soll jährlich 100 Millionen Dollar einsparen. Insgesamt hat Levi's nach eigenen Angaben rund 14.400 Mitarbeiter. 

Das waren die Corona-News vom 7. Juli: 

USA treten aus Weltgesundheitsorganisation aus

21.37 Uhr: Die USA haben ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell angekündigt. Die Ankündigung, die am 6. Juli 2021 wirksam werde, sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Der Kongress sei darüber informiert worden, teilte der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Senats, Bob Menendez, auf Twitter mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt Ende Mai angekündigt.

Die Entscheidung von Trump, die Zusammenarbeit mitten in der Pandemie zu beenden, hatte weltweit Kritik ausgelöst. Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die UN-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen.

Mehrfach verwies er darauf, dass die USA mehr Geld an die Organisation zahlten als China. Er machte die in Genf ansässige Organisation mitverantwortlich für die hohe Anzahl der Toten. Die WHO habe sich zudem notwendigen Reformen verschlossen. Der US-Präsident beschuldigt zudem China, die weltweite Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben, und droht mit Konsequenzen.

Trump hatte die WHO-Beiträge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Die USA waren bislang wichtigster Geldgeber. In diesem Jahr sollten die Beiträge eigentlich knapp 116 Millionen Dollar betragen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

17.27 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, sagte der ultrarechte Staatschef am Dienstag in einem TV-Interview. Er sei aber bei bester Gesundheit und weise keine schweren Symptome auf.

Am Vortag hatte der 65-Jährige erklärt, er leide unter leichtem Fieber. Bolsonaro hat die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleinzureden versucht. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als „kleine Grippe“.

Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Laut offiziellen Angaben wurden in dem lateinamerikanischen Land 1,6 Millionen Infektionsfälle und mehr als 65.000 Todesopfer verzeichnet. Dennoch hatte Bolsonaro die von brasilianischen Bundesstaaten und Bezirken verhängten Corona-Restriktionen immer wieder harsch kritisiert. Vergangene Woche legte der Staatschef zudem sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Maskenpflicht ein.

Rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in Quarantäne

13.21 Uhr: Nach der Corona-Infektion einer kompletten zwölfköpfigen Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde angeordnet. Nach Angaben eines Behördensprechers von Dienstag sind alle Mitglieder der Euskirchener Mennoniten-Gemeinde betroffen, einer evangelischen Freikirche, der die betroffene Familie angehört. Nach der Familie sollen alle Gemeindemitglieder noch diese Woche auf das Virus getestet werden.

Kurz nach Wiederöffnung: Mehrere britische Pubs wegen Corona-Infektionen schon wieder dicht

10.10 Uhr: Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden. 

Kritiker halten die Lockerungen für viel zu früh. Denn Großbritannien ist das am schlimmsten vom Coronavirus-Ausbruch betroffene Land in Europa. Jeder Landesteil kann über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie entscheiden. 

38 Grad Fieber: Brasiliens Präsident Bolsonaro erneut auf Coronavirus getestet

8.15 Uhr: Der 65-jährige Politiker habe zuletzt unter möglichen Symptomen des Coronavirus gelitten, darunter Fieber von 38 Grad, sagte Bolsonaro am Montag dem brasilianischen Programm des Nachrichtensenders CNN.

Die Testergebnisse erwartet er für Dienstag. Bolsonaro hat die Gefahr durch die Corona-Pandemie wiederholt kleinzureden versucht. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als „kleine Grippe“.

Bolsonaro befinde sich derzeit „in gutem Gesundheitszustand“ und halte sich in seiner Residenz auf, teilte das Pressebüro des Staatschefs mit. Weitere Details nannte es nicht. Laut Berichten brasilianischer Medien sagte Bolsonaro alle seine Termine für die Woche ab. 

Bolsonaro hatte sich in den vergangenen Monaten bereits drei Mal auf das Coronavirus testen lassen. Im Mai wurde er vom Obersten Gericht dazu gezwungen, die Resultate dieser Tests offenzulegen. Sie waren negativ ausgefallen

Das waren die News vom 7. Juli: 

Griechenland: Touristen positiv auf Corona getestet

18.52 Uhr: Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. Die meisten davon (20) waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks (ERT) Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus verschiedenen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar. Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert.

Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100.000 Urlauber über den Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland geschlossen.

Gericht beendet Corona-Einschränkungen in Gütersloh

16.28 Uhr: Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Kraft gesetzt. Der Grund: Die Regelung sei nicht differenziert genug. Ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht verhältnismäßig, teilte das Gericht mit. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Studie: Ein Drittel trinkt in der Krise mehr Alkohol

9.00 Uhr: Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen.

Corona-Hilfe: Immer mehr Betrugsfälle in Deutschland

8.28 Uhr: Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit Tausende Verdachtsfälle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5100 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten oder des Ausspähens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2200 Fälle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen änderten sich quasi täglich. Nicht aus allen Ländern sind Zahlen bekannt. Ob sich ein Verdachtsfall tatsächlich als Straftat entpuppt, zeigen erst die Untersuchungen.

Um wie viel Geld die Länder in den Fällen betrogen wurden, ist vor Abschluss der Verfahren ebenfalls nicht abschließend zu klären. Zahlreiche Behörden konnten hierzu bislang keine Angaben machen. Nach dpa-Recherchen könnte es bundesweit mindestens um knapp 22 Millionen Euro gehen.

Indien mit fast 700.000 Corona-Infektionsfällen auf Platz drei weltweit

7.54 Uhr: Indien hat Russland bei der Zahl der Corona-Fälle überholt – nur Brasilien und die USA haben nun mehr gemeldete Infektionen. Das zeigen Zahlen der Johns Hopkins Universität. Indien hatte demnach am Montag mehr als 697.000 Fälle, Russland mehr als 680.000. Die Zahlen in Indien steigen schneller an, seit die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie deutlich gelockert wurden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während des strikten Lockdowns waren Millionen Menschen arbeitslos geworden, viele hatten Angst zu verhungern. Inzwischen werden in der indischen Hauptstadt und Millionenmetropole Neu Delhi die Krankenhausbetten knapp. Die Regierung lässt temporäre Corona-Krankenhäuser einrichten - unter anderem in Zügen, Hotels und in einem großen Zentrum, in dem zehntausend Betten aus Karton stehen.

Das waren die News vom 5. Juli:

Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

13.15 Uhr:  Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet. 

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange. 

Das waren die News vom 4. Juli:

Deutlicher Anstieg von Infektionszahlen: Spanische Großstadt erneut unter Quarantäne

13.10 Uhr: Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200 000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“. 

Die Quarantäne gelte ab Samstagmittag. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz reisen oder sie verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Bewohner der Quarantäneregion dürften jedoch einmalig noch bis 16.00 Uhr an ihren Wohnort in der Zone zurückkehren. Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Auch Treffen von mehr als zehn Menschen seien verboten und Besuche von Altersheimen würden ausgesetzt. 

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4030 Infektionsfälle in der Region registriert. Das seien 60 mehr als am Donnerstag gewesen, als ein Anstieg um 128 Fälle im Vergleich zum Mittwoch festgestellt worden war. Im Laufe der Woche seien es insgesamt 365 Fälle gewesen. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung „Las Provincias“.

Spanien ist mit mehr als 28 300 Corona-Toten und 250 000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. 

WHO: Das ist noch immer die erste Welle!

8.49 Uhr: Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in vielen Ländern sind nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Anzeichen einer zweiten Welle. Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU).

„Was wir jetzt erleben, ist ein zweiter Höhepunkt der ersten Welle in vielen Ländern, wo das Virus nicht genug unterdrückt worden ist, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern“, sagte Ryan. Um so mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontaktn konsequent weiter angewendet werden. „Sonst könnten wir eine Situation bekommen, wo das Infektionsniveau anhaltend höher ist als wir es wirklich wollen.“
Das Potenzial einer zweiten Welle sei da, sagte Ryan, etwa im Winter, wenn wieder mehr Menschen eng in Räumen zusammen seien und das Virus sich dadurch leichter von Mensch zu Mensch verbreiten könne als jetzt. Womöglich reagiere das Virus auch auf Temperaturen.

Das waren die Nachrichten vom 3. Juli

Trump führt hohe Corona-Zahlen auf Ausweitung der Tests zurück

13.08 Uhr: Präsident Donald Trump hat den rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen in den USA erneut damit begründet, dass in dem Land weitaus mehr auf das Virus getestet werde. „Es gibt eine Zunahme der Coronavirus-Fälle, weil unser Testverhalten so massiv und so gut ist, viel größer und besser als in jedem anderen Land“, schrieb er am späten Donnerstagabend auf Twitter. Dies seien großartige Neuigkeiten. Außerdem sei die Sterblichkeitsrate zurückgegangen, und jüngere Menschen erholten sich viel leichter und schneller.

Kritiker werfen ihm vor, das Infektionsgeschehen herunterspielen zu wollen. Sie verwiesen auf eine steigende Zahl von Krankenhauseinweisungen. Sie machen außerdem geltend, dass bei einer Ausweitung der Tests die Anzahl der positiven Resultate zurückgehen oder zumindest gleichbleiben müsste, wenn Trumps These stimmen sollte. Auch renommierte Experten weisen Trumps Begründung zurück und machen vorrangig die Lockerung von Corona-Beschränkungen für den Anstieg verantwortlich.

Zuletzt war für die USA eine Rekordzahl von mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie mehr als 2,7 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorgeht. Fast 130.000 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus.

Deutsche müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

7.19 Uhr: Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli.

Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. 

Das waren die Corona-News vom 2. Juli: 

USA melden erstmals über 50.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

10.40 Uhr: In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 50 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag verzeichnet worden. Damit haben die Infektionszahlen einen neuen Höchststand erreicht, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Den Zahlen zufolge sind am Mittwoch rund 50.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Die „Washington Post“ zählt sogar rund 52.800 Fälle. 

Seit einer Woche melden die USA regelmäßig mehr als 40.000 Neuinfektionen am Tag und liegen damit über den Zahlen vom bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Die US-Staaten Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein. US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus. Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA über 2,6 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 128.000 sind an oder mit dem Virus gestorben.

Ägypten öffnet Pyramiden von Gizeh wieder

7.16 Uhr: Nach dreimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat Ägypten am Mittwoch die berühmten Pyramiden von Gizeh wieder für Besucher geöffnet. „Es gibt viele Schutzvorkehrungen, bevor die Pyramiden betreten werden können“, sagte die Reiseführerin Fatma Bayoumy in Kairo der Nachrichtenagentur AFP. Alles werde desinfiziert – „auch die Besucher und ihre Taschen“, fügte sie hinzu. Auch das Ägyptische Museum in Kairo hat wieder geöffnet.

Bereits kurz nach der Öffnung durchstreiften dutzende ausländische Touristen die Pyramidenanlage. „Die Energie ist wirklich besonders“, sagte die australische Touristin Ashiana Love. Ägypten hofft, mit der Öffnung der Touristenstätten den angeschlagenen Tourismussektor ankurbeln zu können. Am Dienstag hatte die Regierung bereits die Reiserestriktionen gelockert und den Flugverkehr für internationale Flüge freigegeben. Das bei internationalen Touristen populärste arabische Land hatte seinen ersten bestätigten Coronavirus-Fall am 14. Februar. Wegen der Pandemie wurden Museen, archäologische Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Cafés und Restaurants im Land geschlossen. 

Minijobber hart von Corona getroffen – kein Kurzarbeitsgeld

7.12 Uhr: Minijobber sind Experten zufolge besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. „Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors – vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

So ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus einer am Donnerstag publizierten Studie hervorgeht, die DIW Econ, eine Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Friseure: Nachfrage nach Corona-Pause hilft nur bedingt

7.09 Uhr: Die aktuell große Nachfrage nach Haarschnitten können die Umsatzausfälle der Corona-Zwangspause bei Friseuren nur bedingt kompensieren. „Ein richtiger Nachholeffekt ist das nicht“, sagt der Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Er rechnet selbst für gut laufende Salons mit Jahresumsatzeinbußen von 10 bis 15 Prozent.
Belastend sei, dass durch Hygienevorschriften und Abstandsregeln deutlich weniger Kunden an einem Tag versorgt werden könnten als üblich. Auch arbeitsteilige Abläufe unter Kollegen seien nicht möglich. 

Das waren die Corona-News vom 1. Juli:

Regierungskrise in Slowenien wegen Skandals um Corona-Ausrüstung

7.26 Uhr: In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche Regelverstöße bei der Materialbeschaffung für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurück, der Wirtschaftsminister wurde vorübergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang März. Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen Gesetzesverstößen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und Beatmungsgeräten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen favorisiert haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei.

Pocivalsek weist die Vorwürfe zurück. Er wurde laut Presseinformationen nach seiner Festnahme am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Innenminister Ales Hojs erklärte zu seinem Rücktritt, er habe erst am Dienstag von den Ermittlungen gegen die Regierung erfahren. Er bezeichnete diese als „politisch motiviert“. Ziel sei es, die Regierung zu stürzen. Nach seinen Angaben trat auch der oberste Polizeichef des EU-Mitgliedstaats aus Protest gegen die Ermittlungen zurück. 

Müller warnt vor neuer Flüchtlingsbewegung wegen Pandemie

7.19 Uhr: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt vor neuen Flüchtlingswellen, sollte die Corona-Pandemie nicht global erfolgreich bekämpft werden. „Besiegen wir das Virus nicht weltweit, kommt es zurück wie ein Bumerang. Dann werden auch unsere Erfolge bei der Corona-Bekämpfung wieder zunichte gemacht, ganz zu schweigen von neuen Flüchtlingswellen“, sagte der CSU-Politiker in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch).

Vor allem brauche es nun zusätzliche Mittel der Europäischen Union für Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen die Pandemie „eine schwere Wirtschafts- und Hungerkrise“ ausgelöst habe. „Brüssel hat zwar Geld für Hilfsmaßnahmen umgeschichtet, aber bisher keinen einzigen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die dramatische Notlage zu bekämpfen. Das ist beschämend“, sagte Müller. Er setze sich daher für ein 50 Milliarden Euro umfassendes Wiederaufbau- und Stabilisierungsprogramm für die betroffenen Länder ein.

Das waren die Corona-News vom 30. Juni:

Ende der Kurzarbeit bei VW

16.41 Uhr: Rund drei Monate nach dem Beginn der starken Corona-Einschränkungen in der Produktion hat die Kurzarbeit in den deutschen Volkswagen-Werken ein Ende. Ab Mittwoch (1. Juli) sollen die Schichtpläne wieder vollständig besetzt werden. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. An einigen Standorten und in manchen Bereichen waren die Beschäftigten schon seit längerem zurück im Einsatz. Nun werde das volle Arbeitsvolumen für die Kernmarke VW, leichten Nutzfahrzeuge und interne Zuliefersparte wiederhergestellt.

Es geht dabei um den Stammsitz Wolfsburg sowie die Werke Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover, Kassel, Osnabrück und Salzgitter. In Dresden und Zwickau wurde bereits wieder voll gearbeitet. Nach der vorübergehenden Schließung der Produktion in der ersten akuten Phase der Corona-Krise hatte VW vielerorts Kurzarbeit angemeldet. 

Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann

13.50 Uhr: Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20 000 auf 30 000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder.

Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er.

Mehrere US-Bundesstaaten führen Corona-Beschränkungen wieder ein

10.40 Uhr: Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75 000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida.

Auch im Bezirk Los Angeles Country in Kalifornien mit rund zehn Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet - die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie. 

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien daher im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Sonntag in Teilen des US-Bundesstaats eine erneute Schließung von Bars angeordnet. Der Erlass gilt in sieben Bezirken, darunter auch in der Millionenmetropole Los Angeles. 

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Der Bundesstaat New Jersey verschob die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen. In Texas wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Auch andere Bundesstaaten kündigten an, Lockerungen bei den Corona-Auflagen wieder rückgängig zu machen.

Für Sonntag meldeten die Behörden in den USA fast 40 000 Neuinfektionen, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. In den USA gibt es insgesamt bislang fast 2,6 Millionen bestätigte Infektionen und 126 000 Todesfälle.

Das waren die News vom 29. Juni:

Tropenmediziner warnt vor Großveranstaltungen

15.44 Uhr: Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger hat trotz der niedrigen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus vor Leichtsinn gewarnt. Die Basis-Schutzmaßnahmen, wie das Abstandhalten, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, häufiges Händewaschen und der Verzicht auf Begrüßungsrituale wie Umarmen oder Handgeben, minderten das Infektionsrisiko um 30 bis 40 Prozent, sagte Reisinger am Montag. Damit lasse sich die Epidemie kontrollieren.

Der Tropenmediziner warnte: Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei. China, Israel, die südlichen US-Bundesstaaten – vielerorts gebe es derzeit eine zweite Welle. Um eine solche Entwicklung in Deutschland zu vermeiden, sollte aus seiner Sicht auf Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern vorerst weiter verzichtet werden.

An diesem Dienstag berät das Kabinett in Schwerin über mögliche neue Lockerungen in der Krise für Mecklenburg-Vorpommern.

Verlängerter Lockdown in Gütersloh

15.31 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte. 

Weltweit 10 Millionen Corona-Infizierte und 500 000 Virus-Tote

8.55 Uhr: Die Zahl der weltweit verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie ist auf mehr als eine halbe Million gestiegen. Wie am Sonntagabend veröffentliche Zählungen der Nachrichtenagentur AFP ferner ergaben, überschritt die Schwelle der rund um den Globus registrierten Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus inzwischen die Schwelle von zehn Millionen.

Laut der auf Behördenangaben beruhenden AFP-Statistik wurden weltweit 500.390 Todes- und 10,099 Millionen Infektionsfälle verzeichnet. Nach wie vor ist Europa der Kontinent mit der höchsten Zahl an registrierten Corona-Toten - bis Sonntagabend waren es 196.086. Die Zahl der verzeichneten Infektionsfälle in Europa liegt bei rund 2,643 Millionen.

Die Weltregion mit der zweithöchsten Zahl von registrierten Corona-Toten sind die USA und Kanada mit zusammen 134.315 Verstorbenen (bei knapp 2,643 Millionen Infektionsfällen), gefolgt von Lateinamerika und der Karibik mit 111.640 erfassten Verstorbenen (bei 2,473 Millionen Infektionen).

Die tatsächlichen weltweiten Infektionszahlen liegen nach Angaben von Experten wahrscheinlich um ein Vielfaches höher als in den Statistiken der Behörden verzeichnet.

Das waren die News vom 28.Juni: 

Gorbatschow und mehr als 100 Prominente fordern kostenlosen Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als 100 weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst, darunter der ehemalige sowjetische Staatschef Michael Gorbatschow, setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Corona-Virus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen das Sars-CoV-2-Virus als „globales, öffentliches Gut“ (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung. 

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen. 

Nach neuem Corona-Ausbruch: Halbe Million Chinesen müssen in Lockdown

15.01 Uhr: Wegen eines neuen Corona-Ausbruchs in Peking müssen eine halbe Million Menschen in den Lockdown. In den vergangenen 24 Stunden seien laut chinesischer Behörden 14 neue Ansteckungen festgestellt worden. Betroffen von dem Lockdown sind Chinesen, die im Kreis Anxin (150 Kilometer von Peking entfernt) leben.

Der Ort werde vollständig abgeriegelt und kontrolliert. Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe rausgehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es.

Die jüngsten Infektionen lösen Befürchtungen eines weitläufigen Wiederaufflammens des Virus in China aus.

Nach Drohung wegen Corona – Ministerpräsident Kretschmann schließt Facebookseite

13.35 Uhr: Was für ein Irrsinn: Nachdem der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), am Freitagabend einen Podcast hochgeladen hatte, gingen „im Sekundentakt zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen und Beleidigungen“ auf seiner Facebookseite ein, wie seine Pressestelle mitteilte.

Kretschmann hatte sich in dem Podcast dafür entschuldigt, dass er trotz der Corona-Vorschriften am Berliner Flughafen kurz keinen Mundschutz getragen habe. Auch sagte er: „Seit vielen Monaten kämpfen wir mit Corona. Und es ist noch nicht vorbei. In manchen Kommentaren auf meiner Facebook-Seite hört sich das anders an. Dort schreiben manche Mitbürger, die Pandemie sei jetzt weitgehend vorüber und das mit den Schutzmaßnahmen müsse man nicht mehr so ernst nehmen. Solche Kommentare bereiten mir echte Sorge.“
Daraufhin gingen in 20 Stunden weit mehr als 4000 Kommentare der „Störer“ ein – das Staatsministerium sah sich gezwungen, die Facebookseite vorübergehend zu schließen.

Bayern weitet Corona-Tests massiv aus – kostenlos für jedermann

12.57 Uhr: Bayern will ab sofort eine Großoffensive in Sachen Corona-Tests starten. Künftig soll sich jeder in dem Bundesland kostenlos testen lassen können, selbst wenn er keine Symptome hat. Das erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München.

Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben“, betonte Huml. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“

Vorrang sollen aber weiterhin Personen mit Symptomen haben.

Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies – jetzt steckt sich auch die restliche Bevölkerung an

8.52 Uhr: Im Landkreis Gütersloh steigt nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies die Zahl der positiven Tests auch in der übrigen Bevölkerung deutlich an. In nur einer Woche (20. bis 26. Juni) wurden 75 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, die keinerlei Bezug zu dem Unternehmen haben. Allerdings weist die Mehrzahl der Betroffenen keine Krankheitszeichen auf.

Seit Beginn der Pandemie wurden im Kreis Gütersloh insgesamt 2203 Coronainfektionen durch Labore bestätigt (Stand Samstagmorgen). Momentan sind 1434 Menschen infiziert, 29 müssen stationär behandelt werden, fünf von ihnen liegen auf der Intensivstation, zwei Personen müssen beatmet werden.

Freiwillige Tests sollen Klarheit darüber bringen, in welchem Umfang der Corona-Ausbruch bei einer Vielzahl von Tönnies-Mitarbeitern auf die Bevölkerung im Kreis Gütersloh übergegriffen hat. Wegen der Infektionen bei Tönnies gelten seit Mittwoch für die insgesamt rund 640.000 Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wieder verschärfe Corona-Auflagen.
 

Das waren die Corona-News vom 27. Juni:

Söder warnt vor zweiter Corona-Welle

13.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. „Wir müssen wirklich aufpassen“, sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen.“ In der vergangenen Woche sei „unglaublich viel passiert“, sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, „ob diese Maßnahmen zu viel oder zu wenig sind“ - sondern man müsse „handeln und entscheiden“.

Superstars treten heute gegen Corona auf

11.25 Uhr: Was haben Angela Merkel, Shakira und David Beckham gemeinsam? Sie wollen sich alle drei an diesem Samstag für den Kampf gegen die Corona-Pandemie engagieren. Im Idealfall fließen weitere Milliarden für Tests, Impfstoffe und Covid-19-Behandlungen.

Mit Online-Auftritten weltberühmter Musiker und einer digitalen Geberkonferenz geht an diesem Samstag der Spendenmarathon für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in den Endspurt. Für das ab 20 Uhr im Internet zu sehende Konzert haben die Organisatoren Stars wie Justin Bieber, Shakira, Coldplay und Miley Cyrus gewinnen können. Bei der Konferenz davor (15.00 Uhr) sollen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen. Von den Vereinten Nationen ist Generalsekretär António Guterres mit dabei.

Das Event an diesem Samstag wird von der EU-Kommission gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisationen Global Citizen organisiert. Sie haben für die Online-Gala am Samstagabend auch zahlreiche nicht musizierende Stars für Gastauftritte gewinnen können. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Schauspielerinnen Kerry Washington und Charlize Theron, Ex-Fußballprofi David Beckham und das frühere Top-Model Naomi Campbell.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland

8.35 Uhr: Bundesweit wurden laut Robert Koch-Institut 687 registrierte Neuinfektionen Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. 8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,02 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 243 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0.00 Uhr).

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,02 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Das waren die Corona-News vom 26. Juni: 

Grimme Online Award: Drosten-Podcast ausgezeichnet

9.26 Uhr: Der Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim Grimme Online Award gewonnen. Einen Preis gab es von der Jury, einen vom Publikum. Die Grimme-Juroren zeichneten die NDR-Produktion am Donnerstagabend in der Kategorie „Information“ aus.

Zur Begründung hieß es: „Das Coronavirus-Update“ demonstriert, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln kann - und erschließt ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast.“ Am Ende der Verleihung kam auch noch der Publikumspreis hinzu, über den Internet-Nutzer abstimmen konnten.

Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen.

Saarland beschließt Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Gebieten 

08.38 Uhr: Das Saarland hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh.

Rekordzahl: Fast 40.000 Neuinfektionen in den USA

6.55 Uhr: In den USA sollen 39.818 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden sein. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426 Neuinfektionen. In den Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming, wurden in dieser Woche Rekordanstiege an Neuinfektionen vermeldet.

477 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

6.40 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI Freitagmorgen meldete. 8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Das waren die Corona-News vom 25. Juni:

Landtagssitzung in Rheinland-Pfalz wegen Corona-Verdachts abgesagt 

Der rheinland-pfälzische Landtag hat seine für Donnerstag geplante Plenarsitzung wegen eines Corona-Verdachts abgesagt. Hintergrund sei, dass eine Abgeordnete als Kontaktperson eines bestätigten Covid-19-Falls gelte, teilte der Landtag am Morgen mit. Die Parlamentarierin wurde demnach auf das Coronavirus getestet, ein Ergebnis wird für den Abend erwartet.

„20, 30 durch die Lappen gegangen “: NRW-Minister gibt Tönnies-Fehler zu

10.50 Uhr: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei „sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet“ worden. Laumanns Staatssekretär Edmund Heller verdeutlichte in der Sitzung, dass eine komplette Erfassung der Menschen auf dem Tönnies-Gelände rückwirkend zunächst kaum möglich gewesen sei.

USA: Corona-Krise spitzt sich wieder zu

7.30 Uhr: Die Corona-Krise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet – fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. Die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass aus mehreren Staaten des Südens kommende Reisende in Quarantäne müssen. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen in den USA liegt nach Angaben der Universität bei knapp 2,4 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg um weitere 756 Fälle auf etwa 121.900. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Seit zwei Wochen verzeichnen sie in rund der Hälfte ihrer 50 Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten. Dies gilt besonders für Regionen des Südens - so registrieren die Bundesstaaten Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Beobachter führen dies unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück.

Nobelpreisträger warnen vor Corona-Gefahren für Demokratie

7.19 Uhr: Zahlreiche Nobelpreisträger und prodemokratische Organisationen aus aller Welt haben vor den Gefahren der Corona-Krise für die Demokratie gewarnt. Die Coronavirus-Pandemie bedrohe nicht nur das Leben und die Existenzgrundlage von Menschen weltweit, sondern sei auch eine politische Krise, die die Zukunft der freiheitlichen Demokratie gefährde, schrieben sie in einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief. „Die Covid-19-Krise ist ein alarmierender Weckruf und eine dringende Warnung, dass die von uns wertgeschätzten Freiheiten in Gefahr sind und wir sie nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen.“

Initiiert wurde das Schreiben vom in Stockholm ansässigen zwischenstaatlichen Demokratie-Institut IDEA und der US-Organisation National Endowment for Democracy. Zu den mehr als 500 Unterzeichnern zählen neben rund 70 Organisationen außerdem 13 Nobelpreisträger wie die Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk, Juan Manuel Santos und Lech Walesa sowie knapp 60 frühere Staats- und Regierungschefs. Auch der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong, Schauspieler und Tibet-Aktivist Richard Gere und der ehemalige EU-Parlamentsabgeordnete Elmar Brok finden sich auf der Liste.

Wenig überraschend sei, dass autoritäre Regime die Lage nutzten, um Kritiker zum Schweigen zu bringen und ihre Macht zu festigen, hieß es in dem Schreiben. Aber auch einige demokratisch gewählte Regierungen bekämpften die Pandemie mit Hilfe von Notstandsbefugnissen, die die Menschenrechte einschränkten und die staatliche Überwachung ausweiteten. Parlamente würden übergangen, Journalisten festgenommen und Minderheiten zu Sündenböcken gemacht. Dabei werde Unterdrückung nicht helfen, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Die Demokratie sei weiterhin das effektivste System, um globalen Krisen zu begegnen.

Das waren die Corona-News vom 24. Juni:

Covid-19: Rätsel um höheres Sterberisiko für Männer

14.53 Uhr: Männer haben bei der Corona-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen: Sie erkranken oft schwerer und sterben häufiger – das Phänomen ist weltweit zu beobachten. Daten der Forschungsinitiative Global Health 50/50 aus mehr als 20 Ländern zeigen, dass Frauen sich zwar ähnlich häufig anstecken, bei den Sterberaten die Verteilung jedoch bei einem Drittel zu zwei Dritteln liegt. Eine Vermutung: Die Ursache könnte ein ungesünderer Lebensstil sein, denkbar sei auch, dass Männer einfach später zum Arzt gehen und deshalb die Krankheit länger verschleppen. Manche Experten sehen als Faktoren für die unterschiedlichen Verläufe auch das weibliche Hormon Östrogen mit seinem schützenden Wirkmechanismus oder das stärkere Immunsystem von Frauen – eindeutige Belege gibt es dafür jedoch nicht.

7-Tage-Inzidenz steigt in Gütersloh auf über 270

13.15 Uhr: Im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen. 

Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dürfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640 000 Einwohner der beiden Kreise.

Münchner Tropeninstitut sucht Freiwillige für Corona-Studie

11.34 Uhr: Das Münchner Tropeninstitut sucht Freiwillige für eine klinische Studie zur Testung des vom Unternehmen Curevac entwickelten Impfstoffs gegen Covid-19. Es können gesunde Menschen aus München und Umgebung im Alter zwischen 18 bis 60 Jahren teilnehmen, die bereits eine nachgewiesene Covid-19-Erkrankung durchmachten, wie das Tropeninstitut am Mittwoch mitteilte.

Die zu einer ganzen Studienreihe zählende Studie soll die Verträglichkeit und Immunantwort des neuen Impfstoffs untersuchen und dabei helfen, die Dosis zu finden, die wichtig für die Wirksamkeit ist. Um dies mit ausreichender Sicherheit zu bestimmen, bekommt ein Teil der Probanden nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo. Zur Studie zählen ein Screeningtermin, zwei Impftermine und zehn Kontrolltermine binnen 13 Monaten. Teilnehmer bekommen eine Aufwandsentschädigung.

Österreich verhängt Reisewarnung für NRW

11.20 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Für das westdeutsche Bundesland gelte eine partielle Reisewarnung der Stufe fünf, teilte Kanzler Sebastian Kurz nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Die Skala des österreichischen Außenministeriums reicht von eins „guter Sicherheitsstandard“ bis sechs „Reisewarnung“ für ein ganzes Land. 

Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Außenministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko (Stufe 4) mit der Maßgabe: „Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten.“ Insgesamt gibt es 6 Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen „partiellen“ Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

Kipping fordert Schul-Laptops mit mobilem Internet für alle Kinder

7.30 Uhr: Linken-Chefin Katja Kipping hat die Zuschüsse der Bundesregierung zur Anschaffung von Digitalgeräten für Schüler als nicht ausreichend kritisiert und Schul-Laptops mit mobilem Internetzugang für alle Kinder gefordert. „Die Förderung zur Geräteanschaffung ist nicht ausreichend und wenig zielführend“, sagte Kipping der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Die Schulen würden dadurch mit einem Chaos verschiedener Software und daraus folgenden Datenschutz- und Kompatibilitätsproblemen kämpfen. Zudem habe nicht jede Familie einen Internetanschluss zu Hause. „Die bessere Lösung: Jedes Kind bekommt von der Schule einen eigenen Laptop mit mobilem Datenzugang gestellt“, sagte Kipping. „Über SIM-Karten in Laptops ist es inzwischen problemlos möglich, damit dann auch zu Hause zu arbeiten.“ Diese Laptops könnten die Kinder am Ende ihrer Schulzeit mitnehmen, sagte die Linken-Chefin.

Sie forderte mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie außerdem das Angebot einer Online-Hausaufgabenbetreuung für Kinder, die zu Hause unter schwierigen Bedingungen lernen müssten. Man wisse nicht, wie der künftige Pandemie-Verlauf den Unterricht weiter beeinträchtigen werde, warnte Kipping. „Statt auf baldige Rückkehr zur alten Normalität zu hoffen, sollten wir die ohnehin sinnvolle Digitalisierung des Lernens jetzt richtig angehen.“

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Lateinamerika und Karibik

7.24 Uhr: In Lateinamerika und der Karibik hat die Zahl der insgesamt verzeichneten Todesfälle durch die Corona-Pandemie die Schwelle von 100.000 überschritten. Das ergab eine in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichte Zählung der Nachrichtenagentur AFP, die auf Behördenangaben beruht. Demnach gibt es in Lateinamerika und der Karibik inzwischen 2,1 Millionen amtlich verzeichnete Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus. Rund die Hälfte der registrierten Corona-Todesfälle in dieser Weltregion trat in Brasilien auf, dem bevölkerungsreichsten und flächenmäßig größten Land Lateinamerikas. Dort wurden bis Dienstag 52.645 an den Folgen der Viruserkrankung gestorbene Menschen gezählt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Brasilien lag bei 1,146 Millionen. Das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Region ist Mexiko, mit bis Dienstag 23.377 offiziell verzeichneten Todes- und rund 191.400 Infektionsfällen.

Das waren die Corona-News vom 23. Juni:

Nach Ausbruch bei Tönnies: Weiterer Kreis muss in den Lockdown

Wie der zuständige Gesundheitsminister von NR, Karl-Josef Laumann, am Nachmittag bekanntgab, soll nach Gütersloh auch der Landkreis Warendorf in einen weitgehenden Lockdown treten.

Weitere Infos gleich auf MOPO.de

Berlin schafft Kontaktbeschränkungen ab

13.10 Uhr: Nach Thüringen und Brandenburg fallen auch in Berlin die Kontaktbeschränkungen ganz weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. In den meisten anderen Bundesländern sind Kontakte noch auf zwei Haushalte oder auf bis zu zehn Personen beschränkt.

Sachsen-Anhalt will nachziehen: Ab Anfang Juli solle nur noch die Empfehlung gelten, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Auf Bußgelder solle verzichtet werden.

Nach Ausbruch bei Tönnies: Gütersloh für Lockdown

10.55 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh nun doch massiv ein. Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen gegolten hätten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf. So sind Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen wieder verboten. Fitnessstudios werden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars.

Die Landesregierung werde „für den gesamten Kreis Gütersloh einen Lockdown verfügen“, so Laschet. Der Zweck solle sein, „die Situation zu beruhigen“ und die „Testungen auszuweiten“. Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher „größte Infektionsgeschehen“ in NRW und in Deutschland. Ausreiseverbote soll es aber keine geben.

Auch im benachbarten Kreis Warendorf ist der festgelegte Schwellenwert für Neuinfektionen überschritten worden. Laut Robert-Koch-Institut wurden am Dienstag (Stand Null Uhr) 68,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern für den Kreis Warendorf erfasst. 50 Fälle gelten als Grenze für zusätzliche Schutzmaßnahmen. Warendorfs Landrat Olaf Gericke (CDU) hatte die Neuinfektionen am Montagnachmittag auf die 1243 im Kreisgebiet wohnenden Tönnies-Mitarbeiter zurückgeführt. Sie stehen unter Quarantäne. Ein Lockdown im Kreis sei aber nicht nötig, da die Infektionen nicht auf die übrige Bevölkerung übersprängen, hatte der Landrat gesagt.

Ausstellung zeigt Cartoons zur Corona-Krise

7.18 Uhr: Eine Ausstellung in der „Havengalerie“ in Bremen-Vegesack thematisiert derzeit die Corona-Krise anhand von Cartoons. Zu sehen sind unter dem Titel „Ansteckende Cartoons“ 55 Werke von 15 renommierten Zeichnern, darunter Tetsche, Til Mette, Dorthe Landschulz und Michael Holtschulte. Cartoonisten deckten Systemfehler auf, betonte Organisatorin Dijana Nukic. „Wir verhöhnen die Pandemie nicht.“ Die neue Normalität präsentiere sich bedrohlich und absurd, aber doch immer wieder lustig. „Ansteckender als das Virus muss das Lachen sein“, heißt es in der Beschreibung der seit Ende Mai laufenden Ausstellung, die noch bis 26. Juli zu sehen ist.

Das waren die Corona-News vom 22. Juni:

Gesundheitsexperte warnt vor Reisenden aus Gütersloh

13.30 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. „Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Das Virus könnte sich so potenziell sehr weit verteilen, sagte der studierte Epidemiologe.

Bislang gilt im Kreis Gütersloh für die Angestellten, Arbeiter und deren Angehörige des betroffenen Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eine Quarantäne. Mehr als 1330 waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schließt einen Lockdown für den ganzen Kreis zwar weiterhin nicht aus – bislang aber gibt es keinen, weil der Ausbruchsherd lokal eingrenzbar sei. Daran übte Lauterbach scharfe Kritik: „Es ist falsch, dass es jetzt keinen kurzen Lockdown mit einem massiven Testaufgebot gibt, um das tatsächliche Infektionsgeschehen in der Region anhand genügend großer Stichproben genau einschätzen zu können.“

Brasilien beklagt bereits über 50.000 Corona-Tote

9.59 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 50.000 gestiegen. Insgesamt seien bisher 50.617 Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Sonntagabend (Ortszeit) auf seiner Website mit. Über eine Million Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Experten allerdings wesentlich höher sein, da Brasilien nur relativ wenig testet. Damit liegt das größte Land Lateinamerikas sowohl bei Infektionen als auch bei Toten an zweiter Stelle hinter den USA. 

Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Auflagen

7.26 Uhr: Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Sonntag in Den Haag berittene Beamte und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Rund 400 Menschen seien festgenommen worden. Die Demonstranten im Zentrum von Den Haag protestierten unter anderem gegen die Abstandsregel von 1,50 Metern – viele von ihnen hielten Hände. Der Protest verlief nach Polizeiangaben zunächst friedlich, bis Fußballfans dann am nahegelegenen Bahnhof Steine und Flaschen gegen Polizisten schleuderten.

Die Polizei versuchte nach eigenen Angaben, die Demonstranten auseinander zutreiben. Zahlreiche Menschen, die trotz der Demonstrationsauflagen nicht gehen wollten, kesselte sie demnach ein und nahm sie fest. Am Bahnhof seien zudem fünf Menschen wegen Steinewerfens festgenommen worden. Ein Teil der Festgenommenen sei bis zum Abend wieder freigelassen worden. 

Japan sorgt sich um Millionen alleinstehender Senioren

7.08 Uhr: Im rasant alternden Japan wächst angesichts der andauernden Corona-Krise die Sorge über Millionen von alleinstehenden Senioren. Experten rufen zu verstärkter Hilfe für die Betreuung dieser alten Menschen auf. Schätzungen zufolge leben in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt inzwischen rund sieben Millionen Senioren allein. Doch wegen der Pandemie ist es für Betreuer oft nicht möglich, die Senioren zu Hause aufzusuchen und sich in direkten Gesprächen nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies schüre die Sorge, dass mehr alte Menschen einen einsamen Tod sterben, so die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Montag.
In der Corona-Krise wird jetzt versucht, zumindest telefonisch Kontakt zu den Senioren zu halten und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch sollten nach Meinung von Experten verstärkt moderne Kommunikationsmittel wie Tablet-Computer und Video-Anrufe zur Betreuung genutzt werden, zumal mehr Alte mit solchen Geräten umgehen könnten. Zugleich ruft der Staat die Betroffenen auf, auch selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun, zum Beispiel unter Vermeidung großer Menschenansammlungen spazieren zu gehen und ausgewogen zu essen.

Das waren die Corona-News vom 21. Juni:

Bildungsministerin Karliczek hält normalen Schulbetrieb nach Sommerferien noch nicht für gesichert 

10.30 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien noch längst nicht für gesichert. „Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen. „Wir müssen weiter mit Umsicht handeln.“ Inzwischen strebten die Länder die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien an. „Ich hoffe sehr, dass das Infektionsgeschehen diese Entwicklung zulässt“, sagte Karliczek.

Allerdings hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig der regelmäßige und persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern sei. Homeschooling habe „ganz klare Grenzen“. „Deshalb behält der Präsenzunterricht natürlich seine Bedeutung. Ohne Wenn und Aber. Aber Schule und Unterricht werden insgesamt digitaler“, so Karliczek weiter. 

Das waren die Corona-News vom 20.Juni: 

Quarantäne-Hochhaus in Göttingen: Bewohner randalieren und verletzen Polizisten

20.08 Uhr: Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt – außerdem versuchten sie offenbar, vom Gelände zu kommen. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Der Gebäudekomplex mit seinen knapp 700 Bewohnern steht seit Donnerstag vollständig unter Quarantäne. Das heißt, dass seitdem kein Bewohner das Gebäude verlassen durfte, wie ein Stadtsprecher bestätigte. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden.

„Tatort"-Star Waschke findet Corona-Krise inspirierend

17.06 Uhr: Schauspieler Mark Waschke kann der Corona-Krise Gutes abgewinnen. „Wir haben uns alle besonnen und konnten schauen, was uns im Leben wirklich wichtig ist“, sagte der „Tatort“-Star den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. „Auf einmal mussten wir uns aufeinander verlassen, ich habe ganz viel Solidarität im Miteinander gespürt.“ Auch wenn die wirtschaftlichen und sozialen Folgen noch nicht abzusehen seien, so habe das „Anhalten des Kapitalismus, das Ausbremsen des Einfach-Weiter-So-Konsumierens auch etwas sehr Inspirierendes für mich“, berichtete Waschke. „Auch fand ich die Krise lehrreich, wir mussten aushalten, abwarten, ohne zu wissen, was kommt.“ Gleichwohl hat die Situation für Waschke auch schwierige Seiten. „Die sozialen Beziehungen fehlen mir derzeit am meisten, auch das körperlich Miteinandersein“, sagte er.

Göttingen: Nachtestungen in Wohnanlage haben begonnen

15.55 Uhr: Die Stadt Göttingen hat am Samstag mit den Nachtestungen von Bewohnern eines unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes begonnen. Wie ein Sprecher der Stadt sagte, sollten am Nachmittag diejenigen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden, die bei der ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. Mit einem Ergebnis sei Anfang der Woche zu rechnen. Die Stadt hatte rund 700 Bewohner eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt. Seit Donnerstag wurden bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Frankreich will Stadien ab Juli wieder für Zuschauer öffnen

09.05 Uhr: Ab dem 11. Juli dürften dann maximal 5000 Menschen auf den Rängen Platz nehmen, erklärte die französische Regierung am Freitag. Bereits ab Montag dürfen Kinos und Kasinos wieder öffnen.

Die Verbesserung der Lage in der Corona-Pandemie erlaube es, „bestimmte Verbote aufzuheben, vorausgesetzt, dass alle wachsam bleiben“, hieß es in der Erklärung. Die Zahl von 5000 Zuschauern in Stadien und auf Rennbahnen könne bereits Mitte August angepasst werden, wenn sich die Situation weiter verbessert.

Die Regierung stellte auch die Aussicht auf die Wiedereröffnung von Clubs, Messen und Ausstellungen ab September in Aussicht. Auch die Wiederaufnahme internationaler Kreuzfahrten steht dann demnach im Raum. Frankreich ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Mehr als 29.500 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. 

Das waren die Corona-News vom 19.Juni: 

Schweiz hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

19.05 Uhr: Angesichts niedriger Infektionszahlen hebt die Schweiz ab Montag praktisch alle Corona-Schutzmaßnahmen auf: Lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben verboten. Das beschloss die Regierung am Freitag. Die Menschen sollen aber weiter Abstand halten, nun eineinhalb statt zwei Meter oder auch weniger, wenn sie dann einen Mund- und Nasenschutz tragen. Die Sperrstunde wird aufgehoben, so dass auch Nachtclubs wieder bis in die frühen Morgenstunden offen bleiben können. In Theatern und Kinos muss nur noch ein Sitz zwischen Gästen freigehalten werden. Auch Demonstrationen sind ab diesen Samstag wieder erlaubt, allerdings müssen Teilnehmer Masken tragen. Es gibt keine Empfehlungen mehr, dass ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen zu Hause arbeiten sollen. Hygienekonzepte müssen aber in allen öffentlich zugänglichen Orten weiter eingehalten werden.

Dieser Landkreis hat die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner

13.45 Uhr: Nach der Ausbreitung des Coronavirus in einem Pflegeheim in Oyten hat der Landkreis Verden die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in Niedersachsen. Nach einer Übersicht der Landesregierung lag die Zahl in den vergangenen sieben Tagen bei 40,1 Infektionen. Alle anderen Kreise hatten weniger als 20 Fälle pro 100.000 Einwohner. Manche Kreise wie Aurich, Friesland, Grafschaft Bentheim und Schaumburg verzeichneten in den vergangenen sieben Tagen keine einzige Infektion pro 100.000 Einwohner.

Der Landkreis Verden, in dem rund 137.000 Menschen leben, hat bislang knapp 240 Corona-Infektionen registriert. Von den Infizierten sind mindestens 166 Menschen genesen und drei Menschen gestorben. Damit gibt es aktuell etwa 70 Personen, die nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 leben.

Nach Schlachthof-Ausbruch: Virus breitet sich auch auf Nachbarkreise aus

13.15: Uhr: Nach Hunderten von Corona-Fällen im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück werden Auswirkungen auch in angrenzenden Regionen deutlich. In der kreisfreien Stadt Hamm wurden drei Schulklassen in Quarantäne geschickt, weil unter den Schülern drei positiv auf Corona getestete Kinder von Tönnies-Mitarbeitern seien. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Freitag in Hamm mit. Betroffen von der Quarantäne sind laut Mitteilung eine Grund-, eine Real- und eine Hauptschule. Wieviele Tönnies-Mitarbeiter mit ihren Familien genau in Hamm wohnen, sei offen - die Stadt vermutet 50 bis 100.

Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Oelde im Kreis Warendorf Schulen und Kitas vorsorglich geschlossen. Am Montag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Laut Mitteilung der Stadt liegen jetzt Informationen zu rund 40 Tönnies-Mitarbeitern vor, die in Oelde wohnen. Die Kinder dieser Familien sollen vom Schul- und Kitabesuch ab Montag befreit werden. 

Corona-Ausbruch in Peking: Zahl der Infizierten steigt weiter

7.55 Uhr: Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Wie die staatliche Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 25 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Seit der neue Ausbruch auf einem Großmarkt der chinesischen Hauptstadt am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, ist die Zahl der Infizierten damit auf 183 gewachsen. Als Reaktion auf den neuen Ausbruch riefen die Behörden am Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe aus, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde. 

Steuereinnahmen in Deutschland um fast 20 Prozent eingebrochen

7.31 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie sind die Steuereinnahmen im Mai um 19,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat eingebrochen. „Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise getroffenen steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen im Mai 2020 signifikant“, schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem neuen Monatsbericht. In den ersten fünf Monaten sank das Steueraufkommen um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das waren die Corona-News vom 18. Juni: 

Nach Schlachthof-Ausbruch: Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe

15.55 Uhr: Als Reaktion auf den Corona-Ausbruch mit 650 Infektionen im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat der Kreis Gütersloh Amtshilfe von der Bundeswehr angefordert. „Wir rechnen damit, dass uns die Bundeswehr ab Freitag unterstützten wird“, erklärt der Sprecher des Kreises Gütersloh, Jan Focken, gegenüber der Zeitung „Neuen Westfälischen“.

Auf Anweisung von Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) müssen alle Produktionsmitarbeiter von Tönnies nach dem Ausbruch erneut getestet werden. „Es stehen noch etwa 5.350 Tests aus“, sagt Focken. „Derzeit wird der Kreis vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuz und des Malteser Hilfsdienstes unterstützt, die mittlerweile an der Grenze des Zumutbaren arbeiten.“ Nach Auskunft von Focken bittet der Kreis Gütersloh die Bundeswehr um die Unterstützung von 13 Soldaten mit medizinischen Vorkenntnissen und zwölf weiteren Mitarbeitern für die Dokumentation.

Blutgruppe beeinflusst Schwere von Corona-Verlauf

14.20 Uhr: Während eine Covid-19-Erkrankung bei manchen Menschen zu Atemversagen bis hin zum Tod führt, spüren andere kaum Symptome. Die Ursachen für die unterschiedlichen Verläufe sind noch weitgehend unklar, doch ein wichtiger Faktor könnte die Blutgruppe sein, wie ein internationales Forscherteam im „New England Journal of Medicine“ berichtet. Demnach haben Menschen mit der in Deutschland häufigsten Blutgruppe A ein um knapp 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf als solche mit anderen Blutgruppen. Menschen mit Blutgruppe 0 haben der Studie zufolge eine um etwa 50 Prozent geringere Gefahr. 

Die Forscher hatten Blutproben von 1610 an Covid-19 erkrankten Intensivpatienten aus sieben Kliniken in Italien und Spanien analysiert. Alle Patienten wurden mit Sauerstoff behandelt oder waren an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von 2205 zufällig ausgewählten Menschen aus denselben Ländern als Kontrollgruppe. Dabei analysierten sie das Erbgut der Menschen.

Ausbruch weitet sich aus: Weiteres Hochhaus in Göttingen unter Quarantäne

12.30 Uhr: Angesichts von etwa 100 neuen Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Hochhaus wird der Gebäudekomplex sofort vollständig unter Quarantäne gestellt. Von der Entscheidung sind knapp 700 Bewohner betroffen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.

Mit der Maßnahme sollen die Übertragungswege des Virus unterbrochen werden, weil die Behörden davon ausgehen, dass es eine hohe Zahl an Kontaktpersonen ersten Grades in dem Wohnkomplex gibt.

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Ob der neue Fall die Rücknahme weiterer Lockerungen in Göttingen nach sich zieht, wurde zunächst nicht bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner stieg für Stadt und Landkreis Göttingen auf 44,86.

Zunächst waren in dem Wohnkomplex zwei Coronavirus-Infektionen bekannt geworden, daraufhin hatte die Stadt am Montag und Dienstag ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner eingesetzt. Insgesamt wurden knapp 700 Menschen getestet, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes. Weitere etwa 60 Testergebnisse liegen noch nicht vor.

Zuvor war es in einem 18-geschossigen Hochhauskomplex am nördlichen Rand der Göttinger Innenstadt, dem Iduna-Komplex, zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung hatten dort Mitglieder mehrerer Familien im Mai bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt.

Das waren die Corona-News vom 17. Juni: 

Merkel, Söder und Tschentscher bestätigen Verbot für Großveranstaltungen

18.10 Uhr: Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Hamburgers Erster Bürgermeister Peter Tschentscher neue Regeln im Umgang mit der der Corona-Pandemie erörtert. Die bisherigen Maßnahmen hätten „tausende, wahrscheinlich zehntausende Leben gerettet“, so Söder. Deshalb dürfe man nun nicht nachlässig werden. „Erleichterung ja, aber mit Umsicht und Köpfchen.“

So bestätigen Söder und Merkel, die wichtigsten Regeln seien weiterhin: „Abstand halten, Hygiene, Masken. Und Kontaktbeschränkungen“, sagte Söder. Laut Merkel hätten diese Regeln sich „bewährt“. Merkel erläuterte, dies seien die „Basis-Maßnahmen“ zum gegenseitigen Schutz. Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gebe, müsse man mit der Pandemie leben. Deswegen seien auch Großveranstaltungen weiter untersagt, erklärte Tschentscher.

Regierung will 1,50 Meter-Abstandsregel und Zwei-Haushalte-Regel offenbar aufweichen

12.05 Uhr: Bund und Länder streben eine begrenzte Lockerung bei den Kontaktbeschränkungen und beim Abstandsgebot gegen die Corona-Pandemie an. Die Bürger sollten angehalten werden, die Anzahl ihrer Kontaktpersonen „möglichst gering zu halten“ - eine genaue Zahl wird in der Beschlussvorlage für das Spitzentreffen von Bund und Ländern am Mittwochnachmittag aber nicht mehr genannt. Zudem solle künftig das Abstandsgebot von 1,50 Metern bei „Zusammenkünften sicher bekannter Personen“ auch unterschritten werden können, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Dies könne etwa für das „feste Arbeitsumfeld“ und für Schulen und Kitas gelten. In diesen Bereichen könnten die Abstandsregeln gelockert werden, weil hier die „Kontaktnachverfolgbarkeit gewährleistet“ sei. Feste Regeln für die Zahl der Kontakte bei Treffen im öffentlichen Raum - etwa die Beschränkung auf Personen aus zwei Haushalten - soll es nicht mehr geben. Die Bürgerinnen und Bürger seien aber „weiter angehalten, die Zahl der Menschen, zu denen sie Kontakt haben, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen“, heißt es in der Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und den Staatskanzleichefs der Länder. „Nähere und längere Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren“, heißt es darin weiter. „Wo die Möglichkeit besteht, sollen Zusammenkünfte vorzugsweise im Freien abgehalten werden.“

CureVac darf potenziellen Corona-Impfstoff an Menschen testen

11.20 Uhr: Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) des Bundes am Mittwoch in Langen mit. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, sich über die staatliche KfW-Bank mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen. Es ist das zweite Mal, dass in Deutschland eine klinische Studie mit einem möglichen Impfstoff gegen das neue Coronavirus genehmigt wird. Im April gab das PEI grünes Licht für erste Tests mit einem Kandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech.

Bei den nun genehmigten Tests handelt es sich um erste Studien mit gesunden Freiwilligen, bei denen die generelle Verträglichkeit geprüft wird.

Regierung will Großveranstaltungen wohl bis Ende Oktober verbieten – Maskenpflicht verlängert

11.00 Uhr: Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie möglicherweise bis mindestens Ende Oktober verboten. Das geht aus einer mit anderen Ländern abgestimmten Beschlussvorlage Bayerns für die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichteten RTL und ntv sowie der „Spiegel“ über die mögliche Fortsetzung des Verbots. 

Aus Länderkreisen hieß es, an der Vorlage, die auch als Grundlage für das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag (15 Uhr) dienen sollte, sei bereits intensiv mit dem Kanzleramt gearbeitet worden. Offen war allerdings, ob der Punkt Großveranstaltung am Ende überhaupt im endgültigen Beschluss der Ministerpräsidenten mit Merkel vorkommen würde.

Die Länder streben zudem laut Beschlussvorlage eine Einigung über die gemeinsame Fortsetzung von Regeln zu Mindestabstand und Hygiene an. Dies war nach den zuletzt auseinander driftenden Einzelregeln der Länder in Zweifel gezogen worden. Auf Länderseite wurde eine mögliche Einigung in diesem Punkt als bedeutend hervorgehoben. 

In der Vorlage heißt es, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel, hätten sich bewährt „und werden fortgeführt“. Bürgerinnen und Bürger seien angehalten, ihre Kontakte zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Nachdem Thüringen und Brandenburg in ihren Lockerungsregeln zeitweise schon weiter sind, wurde für möglich gehalten, dass beide Länder Protokollerklärungen zu dem Punkt abgeben. 

RKI meldet 345 Corona-Neuinfektionen – Reproduktionszahl mit kritischem Wert

09.35 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 345 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 187 184 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete 

8830 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 30 im Vergleich zum Vortag. Etwa 173 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, sank nach RKI-Schätzungen auf die kritische Marke von 1,0. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,19 gelegen.

Das waren die Corona-News vom 16.Juni: 

Peking ruft nach Corona-Ausbruch zweithöchste Gefahrenstufe aus

20.59 Uhr: Im Kampf gegen den neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking haben die Behörden der chinesischen Hauptstadt die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Wie die Stadtregierung am Dienstag mitteilte, werden Ein- und Ausreisen ab sofort wieder streng kontrolliert. Zudem sollen Schüler laut der Ankündigung ab Mittwoch nicht mehr in die Schulen zurückkehren und stattdessen Online unterrichtet werden. Unternehmen wurden aufgerufen, Teile ihrer Belegschaft aus dem Home Office arbeiten zu lassen.

Zuvor hatte die Pekinger Gesundheitskommission mitgeteilt, dass in der Stadt 27 neue Infektionen nachgewiesen wurden. Vier Infizierte meldete Pekings Nachbarprovinz Hebei, eine weitere lokale Erkrankung gab es nach offiziellen Angaben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Zudem wurden landesweit acht „importierte Fälle“ gemeldet, die bei Reisenden aus dem Ausland erkannt wurden.

Norwegen stoppt seine Corona-App

19 Uhr: „Smittestopp“, so heißt die norwegische Corona-App, zu deutsch: „Infektionsschutz“. Nach Beschwerden von „Amnesty International“ wurde die nun vorerst gestoppt, die erhobenen Daten allesamt gelöscht! Der Grund: Die Menschenrechtsorganisation hatte mehrere Apps untersucht. Die aus Norwegen, sowie die aus Bahrain und Kuwait würden „gravierende Verstöße“ gegen die Menschenrechte darstellen. Sie stellten eine Gefährdung „der Privatsphäre, des Datenschutzes und der Sicherheit von Hunderttausenden Menschen“ dar.

Die Benutzung der norwegischen App des dortigen Gesundheitsministeriums ist zwar freiwillig, dennoch gibt es eine Reihe von Datenschutz-Problemen: Sie basiert nicht auf „Open Source“, die Öffentlichkeit kann also nicht einsehen, wie sie funktioniert. Außerdem nutzt sie nicht nur „Bluetooth“, sondern auch GPS-Tracking, kann also Bewegungsprofile der Nutzer erstellen. Und zu guter letzt werden die Daten nicht, wie etwa bei uns, dezentral gespeichert, sondern zentral auf einem Microsoft-Server in Irland. Die Datenschutz-Behörde Norwegens schloss sich der Einschätzung Amnestys an und stoppte die App fürs Erste.

Neuer Ausbruch: Fast 370 Haushalte in Wohnblock in Corona-Quarantäne

15.30 Uhr: Nachdem es in einem Wohnblock im Berliner Bezirk Neukölln einen größeren Corona-Ausbruch gegeben hat, stehen 369 Haushalte unter Quarantäne. Die Betroffenen lebten an sieben Standorten in verschiedenen Kiezen, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Dienstag. Pro Haushalt werden demnach bis zu zehn Bewohner vermutet, genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Inzwischen hat sich Liecke zufolge die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in dem Zusammenhang auf 57 erhöht, darunter auch Kinder.

Laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sind die Wohnverhältnisse vor Ort sehr beengt. Nachdem das Virus in Europa zunächst in Skigebieten grassierte, sei es nun auch in Mietskasernen angekommen, sagte Hikel. Es treffe die Schwächsten der Gesellschaft. Sozialarbeiter seien vor Ort, für den kurzfristigen Bedarf der Menschen in Quarantäne würden Hilfspakete organisiert.

Bayern lockert Anti-Corona-Kontaktbeschränkungen 

14.00 Uhr: Die Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden weiter gelockert: Ab diesem Mittwoch (17. Juni) dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen - bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt.

In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München - gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Lockerungen etwa für Gastronomie, Kultur und Handel.

Mutation könnte Corona-Virus ansteckender machen

12.05 Uhr: Vor einigen Wochen entdeckten Forscher eine Mutation des Coronavirus mit dem Code D614G, die vor allem bei Virenproben aus Europa und Nordamerika vorkam – die Mutation könne das Coronavirus ansteckender machen, so berichte der „Spiegel". Patienten, die die Virenvariante in sich trugen, hatten eine höhere Erregerlast als andere Patienten, erkrankten jedoch nicht schwerer als die anderen Infizierten. Unter Laborbedingungen habe die Mutation offenbar dafür gesorgt, dass der Erreger mehr Zellen infizieren kann. Das berichten Forscher von Scripps Research, einer medizinischen Forschungseinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien, nach ersten Experimenten.

Großbritannien: Krise trifft Arbeitsmarkt stärker als gedacht

9.16 Uhr: Die Corona-Krise hat stärker auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen als bislang bekannt. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte, ist im April die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe („Claimant Count“) um revidiert 1.032.700 gestiegen. In einer ersten Einschätzung hatte das Amt noch einen Wert von 856.500 ermittelt. Damit wurde im April der höchste jemals gemessene Anstieg verzeichnet. Im Mai stieg die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe den Angaben zufolge um 528.900. Damit machten sich die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin negativ bemerkbar.

FDP: Sonderrechte der Regierung wieder aufheben

7.13 Uhr: Die FDP hat den Bundestag aufgefordert, die der Regierung verliehen Sonderrechte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wieder zu kassieren. Die derzeitige Lage in Deutschland „rechtfertigt die Sonderrechte der Regierung nicht länger“, sagte der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle. Er fügte erläuternd hinzu: „Eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, mit der die Rechte des Parlaments eingeschränkt werden, liegt nicht mehr vor.“ Auf lokale Ausbruchsherde könnten Länder und Kommunen nach dem Infektionsschutzgesetz selbst reagieren. „Der Bundestag muss nun handeln.“ Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, fügte hinzu: „Während es zum Zeitpunkt des Beschlusses im März täglich 4000 bis 6000 Neuinfizierte gab, sind es derzeit noch 200 bis 400 pro Tag.“ Die Gefahr einer Überlastung des nationalen Gesundheitswesens bestehe nicht mehr. 

Das waren die Corona-News vom 15. Juni:

Lauterbach: „Urlaubsreisen sind gefährlich"

11.35 Uhr: Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für die meisten EU-Staaten aufgehoben – passend zur Sommersaison. Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnte auf „NDR Info" jedoch erneut vor dem Sommerurlaub im Ausland, dieser sei nach wie vor gefährlich: „In vielen Ländern ist das Virus noch da". Vor allem ältere Menschen sollten sich genau überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. Er selbst würde sich auch mit Maske nicht in volle Verkehrsmittel setzen: „Wir wissen nicht genau, wie infektiös so eine Reise ist, wenn ein Mensch mit drin sitzt, der sehr viel Virus ausatmet."

Abstandsregel: Botanischer Garten misst mit Bananenblättern

7.16 Uhr: Ein botanischer Garten in Japan erinnert seine Besucher auf besonders anschauliche Weise an die Corona-Abstandsregel: Mit Hilfe von Bananenblättern. Der empfohlene Abstand von zwei Metern entspreche der Blattlänge einer Bananenstaude, erklärte ein Sprecher des Ofuna Botanical Garden in Tokios Nachbarprovinz Kanagawa am Montag auf Anfrage. Um das den Besuchern zu verdeutlichen, hat der Botanische Garten am Eingang Poster mit den Worten „Social Distancing“ aufgehängt. Links ist eine Frau gezeichnet, rechts ein Mann und zwischen ihnen ein grünes Bananenblatt. Zwei Meter entspreche der Länge eines solchen Blattes, heißt es auf dem Poster, verbunden mit der Bitte, genau diesen Abstand zueinander einzuhalten.

Das waren die Corona-News vom 14. Juni:

Spanien öffnet Grenzen vorzeitig

20.13 Uhr: Gute Nachrichten für alle Spanien-Freunde: Das Land will seine Grenzen neun Tage früher als bisher geplant öffnen, für Bürger aus Schengenstaaten also ab dem 21. Juni. Bisher sollte es erst am 1. Juli so weit sein.

Die Grenzkontrollen werden ab kommender Woche Sonntag für alle aus Schengenstaaten Einreisenden aufgehoben, sagte Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag. Nur die Grenze zu Portugal wird auf Wunsch des Nachbarlandes erst zum. 1. Juli geöffnet.

Auch die bisher für Ausländer geltende 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise wird ab dem 21. Juni entfallen.

Fast 200.000 Zurückweisungen bei Grenzkontrollen

15.33 Uhr: Die Bundespolizei hat bei den coronabedingten Grenzkontrollen bis zum 11. Juni rund 196.000 Zurückweisungen ausgesprochen. Die Zahl nannte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der „Bild am Sonntag“. Seit dem 16. März seien 6000 Beamte täglich im Einsatz gewesen. Bei 122 Beamten der Bundespolizei sei eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt, teilte das Innenministerium mit. Seehofer sprach von einem der „schwierigsten Einsätze“ der Bundespolizei. Er lobte die Beamten für ihr „umsichtiges Handeln in dieser Ausnahmesituation“. 

Ziemiak: Schulden aus Corona-Krise bis 2030 abbauen

14 Uhr: Die CDU strebt an, den wegen der Corona-Krise erhöhten Schuldenstand innerhalb von höchstens zehn Jahren wieder abzubauen. „Im Jahr 2030 sollte die Staatsverschuldung wieder auf dem Stand der Vor-Corona-Zeit sein“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak dem „Handelsblatt“. Man solle „so schnell wie möglich“ wieder die schwarze Null, also einen Haushalt ohne Neuverschuldung, erreichen. Ähnlich hatte sich auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) geäußert. Steuererhöhungen zur Finanzierung der Krisenkosten lehnte er ab. „Solche Ideen gehen in die völlig falsche Richtung. Steuererhöhungen wären politisch das falsche Signal und ökonomisch fatal.“

Lehrer einmal pro Woche auf Corona testen

8.27 Uhr: Wenn die Schulen nach den Sommerferien wie geplant wieder komplett öffnen, sollten Lehrer nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. „Wir setzen auf regelmäßige wöchentliche Tests von Lehrkräften, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Forderungen nach Tests für Lehrer und auch Schüler hatten verschiedene Verbandsvertreter aus dem Bildungsbereich bereits gestellt. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Pläne. So will beispielsweise Brandenburg Lehrkräften und Kitapersonal anbieten, sich für zunächst drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen. Andere Länder planen stichprobenartige Tests.

USA: 734 Corona-Tote binnen 24 Stunden

8.11 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 734 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Samstag (Ortszeit) meldete, starben damit seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 115.300 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion. Die Zahl der Infektionen stieg demnach auf mehr als 2,07 Millionen. Täglich kommen in den USA derzeit nach wie vor etwa 20.000 neue Infektionsfälle hinzu.

Das waren die Corona-News vom 13. Juni:

Ukraine öffnet Grenzen wieder für Ausländer

14.29 Uhr: Die Ukraine öffnet ihre seit drei Monaten wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossenen Grenzen wieder für Ausländer. Die Aufhebung der Einreisesperre trete mit der Veröffentlichung der Regierungsbeschlüsse in Kraft, teilte der Grenzschutzdienst am Samstag mit. Die Grenzöffnung wird demnach für Montag gleichzeitig mit der Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs erwartet. Die Ex-Sowjetrepublik hatte Mitte März mit harten Einschränkungen auf erste Infektionsfälle reagiert. Auch die Grenzen des flächenmäßig größten Landes in Europa waren geschlossen worden.

Nach Ausbruch: China riegelt Teile von Peking ab

9.11 Uhr: Die Zahl der Infizierten in der chinesischen Hauptstadt Peking war in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Nach dem Ausbruch auf einem Großmarkt wurden Teile der Stadt jetzt erneut abgeriegelt. Bislang sind 45 von 517 Personen, die den Markt Xinfadi-Fleischmarkt besucht hätten, positiv getestet worden. Auch Schulen und Kindergärten seien laut Behörden geschlossen worden. Der Chef des Xinfadi-Fleischmarkts berichtete der staatlichen Webseite Beijing News, das Virus sei auf Schneidebrettern nachgewiesen worden, auf denen importierter Lachs verarbeitet wurde. Etliche Supermärkte nahmen ihre Lachsprodukte daraufhin aus dem Sortiment.

Das waren die News am 12. Juni

Fast 100 Corona-Infizierte auf Spargelhof in Schwaben

19.43 Uhr: Auf einem Spargelhof in Bayern sind inzwischen 95 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 525 Mitarbeiter seien untersucht worden, teilte das Landratsamt am Freitag in Aichach mit. „Aktuell werden alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt.“ Die Getesteten hätten zum Zeitpunkt des Abstrichs jedoch keinerlei Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt, teilte die Behörde unter Berufung auf Gesundheitsamtsleiter Friedrich Pürner mit. Früheren Angaben zufolge hatte es unter Erntehelfern auf dem Betrieb in Inchenhofen eine Aufteilung in Kleingruppen gegeben, die vom Gesundheitsamt vorab ausdrücklich gelobt worden war. Nach Einschätzung der Behörde betrifft der Ausbruch auch lediglich den Spargelhof, weshalb auch eine Überschreitung der Grenzwerte für Neuinfektionen keine weiterreichenden Folgen hätte.

New York installiert 74.000 Klimaanlagen für Senioren

19.35 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie will die Stadt New York besonders gefährdeten Senioren 74.000 Klimaanlagen zur Verfügung stellen. Die Klimaanlagen sollen Risikogruppen dabei helfen, zu Hause bleiben zu können. In der Millionenmetropole New York herrscht besonders im Juli und August oft schwüles Wetter mit Temperaturen über 40 Grad.

Die Maschinen sollen größtenteils in Projekten im sozialen Wohnungsbau zum Einsatz kommen. Die dazugehörige Behörde NYCHA verwaltet insgesamt rund 170.000 Wohnungen in der Stadt, viele davon an Senioren. Außerdem wolle die Stadt die Energiekosten von rund 440 000 Familien in den kommenden Monaten mit rund 70 Millionen Dollar bezuschussen, versprach de Blasio.

Corona-Warn-App wird am Dienstag vorgestellt

17.55 Uhr: Die deutsche Corona-Warn-App soll nach Informationen des Senders RTL/ntv am kommenden Dienstag offiziell vorgestellt werden. Ab dann soll sie auch zum Download verfügbar sein, wie der Sender am Freitag berichtete. Von Seiten der Bundesregierung wurde zunächst kein konkretes Datum genannt, bislang hieß es lediglich, die App solle nächste Woche veröffentlicht werden. 

Die App soll mit Hilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe einer anderen Person aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet hat. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten.

Türkei fordert von Deutschland Aufhebung der Reisewarnung

10.07 Uhr: Die Türkei hat enttäuscht auf die von der Bundesregierung verlängerte Reisewarnung für das Land reagiert. Ankara erwarte, dass Deutschland die Reisewarnung „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ aufhebe, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu dem „Spiegel“.

Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei. Die von seinem Land ergriffenen Maßnahmen würden unter anderem vom TÜV Süd überprüft. Cavusoglu äußerte sich „enttäuscht“ über die Haltung der Bundesregierung. „Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen“, sagte er dem „Spiegel“. 

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, die Reisewarnung für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU bis Ende August zu verlängern. Darunter fällt auch die Türkei. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kündigte am Donnerstag Gespräche mit einzelnen Drittstaaten über eine frühere Aufhebung der Reisewarnung an. 

Das waren die Corona-News vom 11. Juni:

Pandemie beschleunigt sich: 200 000 Corona-Fälle in Afrika 

18.30 Uhr: Afrika hat laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun mehr als 200 000 nachgewiesene Corona-Fälle verzeichnet. Zudem seien mehr als 5600 Menschen gestorben, teilte die WHO am Donnerstag mit. Demnach ist Südafrika mit 25 Prozent der Fälle am stärksten betroffen. Das Coronavirus hat sich bislang relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl ist noch gering im Vergleich zu anderen Regionen.

„Aber das Tempo der Ausbreitung wird immer schneller“, warnte die WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti. Demnach hat es 98 Tage gedauert, bis 100 000 Menschen nachweislich infiziert waren - aber nur weitere 18 Tage bis zur 200 000-Marke. 

Da die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Staaten sehr schwach sind, ist die Sorge groß, wie die Länder mit einem Anstieg der Sars-CoV-2-Infektionen umgehen. Auf der anderen Seite haben die strengen Lockdown-Maßnahmen verheerende Auswirkungen auf Menschen und Volkswirtschaften – ein schwieriger Balanceakt. 

US-Behörden sagen legendäres Festival ab

10.45 Uhr: Das legendäre Coachella-Festival in Kalifornien soll wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr ganz ausfallen. Die zuständige Gesundheitsbehörde im Bezirk Riverside County teilte am Mittwoch mit, dass das Festival vor 2021 nicht abgehalten werden könne. Die Konzert-Veranstalter äußerten sich am Mittwoch zunächst nicht. Das anfangs für Mitte April geplante Coachella-Konzert in Südkalifornien war im März auf zwei aufeinanderfolgende Wochenenden in den Oktober verschoben worden. Mit dem Aufschub würde man den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde folgen, hieß es damals.

Mehr als 125 000 Konzertgänger waren auf dem Festivalgelände in Indio im April erwartet worden. Als Hauptacts an sechs Tagen sollten Gruppen und Künstler wie Rage Against the Machine, Travis Scott, Frank Ocean, Lana Del Rey, Big Sean und Calvin Harris auftreten.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind seit März zahlreiche Großveranstaltungen in den USA abgesagt oder verschoben worden, darunter das Wüstenfestival Burning Man im September. Vor wenigen Tagen wurde das für Anfang August geplante Musikfestival Lollapalooza in Chicago abgesagt.

Das waren die Corona-News vom 10. Juni:

Virologe Streeck kritisiert Bundesregierung für schnellen Corona-Lockdown

15.24 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundesregierung in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) stark kritisiert. Seiner Meinung nach sei Deutschland den Lockdown zu schnell angegangen. Dafür spreche eine Vielzahl an Infektionen, die ohne Folgen geblieben sind.

Der Mediziner meint weiter, dass Covid-19 nicht bagatellisiert, „aber auch nicht dramatisiert werden" dürfe. Die Sorge um die Kapazitäten in deutschen Krankenhäusern hätte zu Beginn der Pandemie für einen „gewissen Druck in der Öffentlichkeit" gesorgt. Daraufhin sei Deutschland "zu schnell in den Lockdown gegangen", so Streeck weiter. 

Holland dankt mit Matjes für Behandlung von Corona-Patienten

12.40 Uhr: Mit rund 4000 Matjesheringen der neuen Fangsaison wollen sich die Niederlande symbolisch für die Behandlung von Corona-Patienten in Deutschland bedanken. „Matjes-Meisjes“ solle die Leckerbissen am kommenden Montag gratis an Mitarbeiter des Universitätsklinikums Münster (UKM) ausliefern, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Mittwoch. 

Deutsche Kliniken hatten in den Hochzeiten der Coronavirus-Pandemie zahlreiche Patienten aus dem Nachbarland aufgenommen, weil es dort anfangs nicht genügend Plätze auf Intensivstationen gab. Allein in Nordrhein-Westfalen hatten Krankenhäuser bis Anfang April mehr als 100 Betten für niederländische Corona-Patienten zur Verfügung gestellt. 

Das Universitätsklinikum Münster hatte die NRW-Hilfsaktion koordiniert. Deshalb werde das erste für Deutschland bestimmte Fass „Holländischer Matjes 2020“ an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und den Medizinischen Direktor des UKM, Hugo van Aken, überreicht, teilte die Vermarktungsorganisation Holländisches Fischbüro mit. 

Deutschland beendet Grenzkontrollen: EU-Bürger dürfen wieder einreisen

11 Uhr: Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. EU-Bürger können dann wieder ungehindert, ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete am Mittwoch das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen. 

In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den letzten sieben Tagen. Dies ist seit der vergangenen Woche in Schweden der Fall. Eine Ausnahme bilden dabei nur Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.Seehofer hatte Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland strenge Einreisebeschränkungen verhängt und Grenzkontrollen angeordnet. Auch EU-Ausländer durften seither einreisen, wenn sie in Deutschland arbeiten oder einen anderen triftigen Grund vorweisen konnten.

Seehofer hatte Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland strenge Einreisebeschränkungen verhängt und Grenzkontrollen angeordnet. Auch EU-Ausländer durften seither einreisen, wenn sie in Deutschland arbeiten oder einen anderen triftigen Grund vorweisen konnten.

Corona-Infizierte nach Anti-Rassismus-Demos

8.33 Uhr: Ohne Abstand und teils auch ohne Mundschutz: Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd protestieren Hunderttausende auf den Straßen der USA. Nach dem Einsatz bei Demonstrationen meldet die US-Nationalgarde nun Infektionen mit dem Coronavirus. Das teilte eine Sprecherin mit. Wie viele es sind, dazu wollte sie sich nicht äußern. Die Infektionen in der Washingtoner Nationalgarde wurden nach Angaben der Sprecherin festgestellt, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen war. Die Mitglieder der Truppe seien vor und nach ihrem Einsatz getestet worden, so die Sprecherin.

Das waren die News am 9. Juni

Reisewarnung für Nicht-EU-Länder bis Ende August verlängert

20.40 Uhr: Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil in diesen beiden Ländern noch Einreisesperren gelten.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. Dafür sollen Kriterien aufgestellt werden. Dabei sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland der Deutschen.

Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Diese neue Regelung hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Bund und Länder hatten ursprünglich miteinander vereinbart, die Kontaktbeschränkungen in einer abgemilderten Form noch bis zum 29. Juni zu verlängern. Etliche Bundesländer haben die Regeln bereits gelockert.

Eine Maskenpflicht bleibt in Thüringer Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen. Mit der neuen Verordnung dürfen aber noch mehr Einrichtungen wieder öffnen – zum Beispiel Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen dafür zunächst Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden. Dorf- und Volksfeste sowie Festivals sollen in Einzelfällen wieder erlaubt werden können. Die Genehmigung sei aber zu versagen, wenn die Veranstaltung mit ihren Charakteristika „in besonderem Maße geeignet ist, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern“, heißt es in der neuen Grundverordnung. Bordelle, Diskotheken und Swingerclubs bleiben weiterhin geschlossen. Institutionell geförderte Theater und Orchester sollen ihren Spielbetrieb erst nach dem 31. August wieder aufnehmen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich bereits Ende Mai für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land zentral verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte, sondern nur lokale Regeln. Dieses Vorpreschen war bundesweit auf viel Kritik, aber auch auf Zustimmung gestoßen.

Angehörige von Corona-Toten fordern Gerechtigkeit

7.10 Uhr: Die Angehörigen von zahlreichen Toten durch das Coronavirus in Italien erheben schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Zu viele Menschen seien in der Corona-Krise wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz gestorben, berichtete die Gruppe „Noi Denunceremo" (Wir prangern an) vor Auslandsjournalisten in Rom. Sie setzt sich aus Familienmitgliedern von Menschen zusammen, die an der Lungenkrankheit gestorben sind. Diesen Mittwoch wollen sie in der norditalienischen Stadt Bergamo symbolisch rund 50 Strafanzeigen gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft einreichen. „Wir wollen, dass jemand zurücktritt, dass sich jemand entschuldigt. Wir erwarten, dass jemand Verantwortung übernimmt, etwas, was bisher noch niemand getan hat“, sagte Cristina Longhini. Sie verlor in Bergamo ihren 65 Jahre alten Vater. Er sei Anfang März krank geworden, aber der Hausarzt habe einen Besuch abgelehnt und eine Ambulanz sei tagelang nicht gekommen, um ihn ins Krankenhaus zu bringen.

Das waren die Corona-News vom 8. Juni:

Chanel: Virtuelle Kollektions-Show

14.50 Uhr: Es ist für seine spektakulären Events bekannt, doch nun muss das Modehaus Chanel eine seiner sogenannten Cruise-Shows durch ein Video zu ersetzen – für Chanel ein drastischer Schritt. In den vergangenen Jahren ließ es seine Gäste nach Havanna, Shanghai, Edinburgh oder Singapur einfliegen, doch die Corona-Krise macht solche Veranstaltungen zurzeit unmöglich. Am Montag lancierte Chanel seine neue Cruise-Kollektion 2020/21 mit dem Titel „Spaziergang am Mittelmeer“ (Balade en Méditerranée) in sozialen Medien. Zu sehen sind etwa 50 Entwürfe, darunter Schwarz-weiß-Looks, knappe Bustiers und enge Shorts. Eigentlich hätte die Kollektion am 7. Mai in Capri gezeigt werden sollen, die Show wurde jedoch wegen Corona abgesagt.

FDP wirft Spahn Planungspannen bei Corona-App vor

11.36 Uhr: Die FDP hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schwere Planungspannen bei der Entwicklung der geplanten Corona-App vorgeworfen. Mit seinem „Zickzack-Kurs“ habe Spahn „digital- und gesundheitspolitischen Schaden“ angerichtet, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Spahn habe „viel Zeit verspielt“, weil er bei der App zunächst auf eine zentrale Speicherung gesetzt hatte, dieses Vorhaben später aber revidieren musste. Dennoch wünsche er sich, dass die App ein Erfolg werde, sagte Theurer: „Hoffentlich nehmen dennoch sehr viele Menschen die App an.“

Spahn hatte zuvor angekündigt, die Corona-Warn-App in den kommenden Tagen vorstellen zu können. Die Nutzer können in die App eingeben, wenn sie sich mit dem Erreger infiziert haben. Andere Nutzer, die sich in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben, werden dann informiert. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden. Die lange Entwicklungsdauer der App hatte zuletzt viel Kritik hervorgerufen.

Appell an Arbeitgeber und arbeitslose Jugendliche

7.10 Uhr: Angesichts der drastischen Steigerung der Jugendarbeitslosigkeit hat die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit an die Arbeitgeber appelliert, trotz der Corona-Krise an der Ausbildung festzuhalten. Auch in der momentanen Verunsicherung der Wirtschaft gelte: „Es gibt ein Leben nach der Corona-Pandemie. Da werden die Fachkräfte gebraucht“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber auch die Jugendlichen sind in diesem Jahr spät dran.“ Sie sollten sich rasch bewerben, damit die Ausbildung im August/September beginnen kann. „Hinausschieben und abwarten bringt nichts.“

Das waren die Corona-News vom 7. Juni:

Teilimmunität erreichen: Virologe Hendrik Streek plädiert für „mehr Mut" im Sommer

13.52 Uhr: Virologe Hendrik Streeck sieht den Sommer als Chance bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte der Bonner Professor. „Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben”, so Streeck. Er bezog sich dabei auf die Vorveröffentlichung seiner jüngsten Studie, in der die Ansteckungsgefahr in Quarantänehaushalten untersucht wird.

Derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. „Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig”, sagte Streeck. „Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können.” Die Hoffnung auf einen Impfstoff könne sich als trügerisch erweisen. Also solle man sich darauf einstellen, mit dem Virus zu leben.

RKI meldet 301 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Sonntag, 7. Juni, 9.57 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 183.979 angegeben - ein Plus von 301 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8668 Todesfälle und damit 22 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 169.100.

Das waren die Corona-News vom 6. Juni: 

Vorpommern: Priester mit Coronavirus infiziert

10 Uhr: Ein katholischer Priester ist in Vorpommern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zu Pfingsten hat er noch Gottesdienste gefeiert. Jetzt wurden weitere Infizierte ermittelt. Bis Freitagabend wurden nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales sechs weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der mit den Gottesdiensten in Zusammenhang stehenden bekannten Infektionen stieg somit auf acht.

Der katholische Priester hatte am Wochenende Gottesdienste mit insgesamt mehr als 100 Gläubigen in Stralsund, Demmin und Grimmen gefeiert, wie das Erzbistum Berlin mitteilte. Am Dienstag wurde der Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Auch ein ehrenamtlicher Kirchenmitarbeiter aus Stralsund wurde den Angaben zufolge infiziert, der bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes geholfen hatte.

RKI meldet 407 Neuinfektionen in Deutschland

Sonnabend, 6. Juni, 8 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 407 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.678 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Das teilte das RKI am frühen Sonnabendmorgen mit.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8646 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 33. Etwa 168.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bleibt nach aktuellsten RKI-Angaben deutlich unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,68. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,57 gelegen.

Das waren die Corona-News vom 5. Juni:

Pandemie in Spanien weitgehend unter Kontrolle

20.08 Uhr: Die aktuelle Corona-Ausbruchswelle ist im zeitweise besonders hart betroffenen Spanien inzwischen weitgehend unter Kontrolle, so die Behörde für Gesundheitliche Notfälle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag den Chef der Behörde, Fernando Simón.
Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, sagte Simón. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise „so gut wie möglich“ vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristen einreisen lassen will.

Bundesländer einig! Schnelle Rückkehr an die Schulen

17.15 Uhr: Die Kultusminister der Länder wollen eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen! Die Kultusministerkonferenz (KMK) „bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Gewährleistung des Rechts auf Bildung von Kindern und Jugendlichen“, heißt es dazu in einem KMK-Beschluss vom Freitag.

Aus diesem Grund streben die Bildungsministerien der Länder im Interesse der Schüler „so schnell wie möglich eine Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an, sofern das Infektionsgeschehen dies zulässt“. Die Corona-Krise habe noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass Schule viel mehr sei als Unterricht. „Es ist ein sozialer Raum, den Kinder und Jugendliche dringend brauchen“, erklärte die KMK-Vorsitzende, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Die Länderminister wollen zu ihrer nächsten Sitzung am 18. Juni Bildungswissenschaftler einladen, um deren Expertise zur Planung und Gestaltung des kommenden Schuljahres einzuholen. Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen seit Mitte März bundesweit geschlossen. Seit Anfang Mai findet zwar wieder Präsenzunterricht statt, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Viele Kinder können nur tage- oder wochenweise in die Schule gehen.

Neue Corona-Studie: Dunkelziffer in Deutschland offenbar deutlich höher

09.45 Uhr: In Deutschland könnte die Zahl der Corona-Infektionen fast doppelt so hoch sein wie die Zahl der bestätigten Fälle. Laut „NDR" hat dies eine Untersuchung des Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung und der Universität Helsinki ergeben. 

So könnte die Zahl der Infektionen bei rund 300 000 liegen. Bisher sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund 180 000 Fälle bestätigt. Für Italien schätzen die Forscher die Dunkelziffer sogar auf ein Sechsfaches.

Das waren die Corona-News vom 4. Juni:

Merkel: „Abkehr von Abstandsregeln macht mich unruhig“

19.17 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt darüber gezeigt, dass manche Bürger die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. „Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmaßnahmen nicht mehr. Die brauchen wir“, sagte Merkel in der ZDF-Sendung „Was nun ?“, die am Donnerstagabend ausgestrahlt werden sollte. Das Tragen von Gesichtsmasken in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sei ebenfalls „absolut notwendig“, betonte sie. „Das wird so bleiben, so lange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben.“

Zu einer möglichen zweiten Welle der Pandemie sagte Merkel, sie glaube nicht, „dass es sich genau so wiederholt, wie es war“. Es könne jetzt „viel eher“ reagiert werden als beim ersten Auftauchen des neuartigen Coronavirus. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer zweiten Welle habe, sagte die Kanzlerin: „Angst ist das falsche Wort.“ Sie sei „unglaublich aufmerksam, das immer zu beobachten, Tag für Tag“.

Trump auf Suche nach neuem Ort für Republikaner-Parteitag

14.52 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist auf der Suche nach einem neuen Ort für den Nominierungsparteitag seiner Republikaner. Der demokratische Gouverneur North Carolinas, Roy Cooper, lasse den Parteitag vom 24. bis 27. August nicht wie geplant zu, kritisierte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Onlinedienst Twitter. Zuvor hatte Cooper verkündet, dass er die politische Großveranstaltung in seinem Staat aufgrund der Corona-Pandemie in der geplanten Form nicht verantworten könne. Cooper schrieb in einem Brief an die Republikaner, der Parteitag könne nur in kleinerem Rahmen, mit Abstand und Masken stattfinden. Trump, der das Tragen einer Maske für sich meist verweigert, lehnt das für die Republikaner bisher ab.

Bulgarien: Regierungschef verkündet Ende der Maskenpflicht

14.28 Uhr: Der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow drängt auf eine Aufhebung der Maskenpflicht in dem EU-Land ab 15. Juni. „Dann fallen alle (Corona-Schutz)Maßnahmen weg, und bleiben nur die sozialen (Hilfen)“, sagte Borissow am Mittwoch. In Bulgarien gilt seit 1. Mai die Maskenpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus nur noch in geschlossenen öffentlichen Räumen und nicht mehr im Freien. Am 14. Juni soll in dem Balkanland die einmonatige „epidemische Ausnahmesituation“ enden. Diese Regelung ersetzt einen zweimonatigen Ausnahmezustand, der am 13. März wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängt worden war.

Kabinett: Aufhebung von Reisewarnung für europäische Staaten ab 15. Juni

11.03 Uhr: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die geltende weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten aufzuheben. Gelten soll dies für die EU-Staaten, weitere Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens sowie für Großbritannien, wie Außenminister Heiko Maas (SPD) anschließend mitteilte. Allerdings bedeutet dies nicht automatisch, dass dann touristische Reisen in die genannten Länder in allen Fällen wieder möglich sind.

Virologe: Eng zusammensitzende Menschen beunruhigend

11 Uhr: Angesichts des Corona-Ausbruchs in Göttingen und Bildern von Menschenansammlungen im Freien hat sich der hessische Virologe Friedemann Weber besorgt gezeigt. In einem Interview der „Rhein-Neckar-Zeitung“ mit Blick auf die Infektionszahlen sagte er: „Die Bilder von Menschen in Parks und am Wasser, die dicht zusammensitzen, sind beunruhigend.“ Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus sei in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen am höchsten – „das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr im Freien nicht gegeben ist“.

Es sei absehbar, dass es wieder zu kleinen Coronavirus-Ausbrüchen kommen werde, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Gießen weiter. Es sei leider denkbar, dass es auch weiterhin keine Großveranstaltungen geben werde. „Göttingen zeigt dies. Die Menschen haben sich offenbar nicht an die Regeln gehalten und schon explodieren die Infektionszahlen. Ich fürchte, dass es in absehbarer Zeit keine Großveranstaltungen geben wird.“

Koalitionsspitzen beraten getrennt über Konjunkturpaket

10.48 Uhr: Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben ihre Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise zunächst in getrennten Vorbesprechungen fortgesetzt. Nach einer kurzen nächtlichen Pause und der Sitzung des Kabinetts am Morgen kamen die Unions- und die SPD-Politiker am Mittwoch gegen 10.30 Uhr im Kanzleramt zunächst zu gesonderten Gesprächen zusammen. Anschließend wollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verhandlungen gemeinsam mit den Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD sowie Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) fortsetzen. In der Diskussion habe sich gezeigt, dass sich neue Ideen, die zusätzlich eingebracht würden, rasch auf Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe summieren könnten.

Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

7.12 Uhr: Viele Italiener haben sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet: Sie dürfen wieder frei im Land reisen. Und auch die Grenzen sind nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen für europäische Urlauber wieder offen – was ebenso die Deutschen erfreuen dürfte. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das waren die Corona-News vom 2. Juni:

25 Corona-Fälle bei Traditionsverein aus der Ukraine

20.57 Uhr: Der Neustart der Fußball-Saison in der Ukraine wurde von massenweise Coronafällen bei einem Erstligisten überschattet. In den Reihen des Traditionsvereins Karpaty Lwiw wurden gleich 25 Personen bei der obligatorischen Testreihe vor dem Restart positiv auf das Virus getestet. Die meisten der Infizierten haben nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP keine Symptome.

Alle betroffenen Spieler und Betreuer befinden sich alleine in Isolation, auch die wenigen verbliebenen gesunden Mitarbeiter mussten sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Dementsprechend wurden die kommenden beiden Begegnungen in der Premier Liga abgesagt. Nach ersten positiven Tests war bereits die für das vergangene Wochenende geplante Partie gegen FK Mariupol gestrichen worden.

Russland: Konjunkturprogramm über 65 Milliarden Euro

15.03 Uhr: Die russische Regierung will mit einem riesigen Konjunkturpaket die Wirtschaft des Landes in der Corona-Krise unterstützen. Das Programm werde ein Gesamtvolumen von rund fünf Billionen Rubel (rund 65 Milliarden Euro) umfassen, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Dienstag bei einer live übertragenen Videoschalte mit Präsident Wladimir Putin. Vorgesehen seien mehr als 500 einzelne Maßnahmen und das Programm sei auf zwei Jahre angelegt, so Mischustin. Ziel sei es, die durch die Pandemie schwer getroffene Wirtschaft des Landes bis Ende dieses Jahres zu stabilisieren. In der zweiten Hälfte des nächsten Jahres solle dann eine stabiles Wachstum erreicht werden. 

Heiko Maas will Reisewarnung für Europa aufheben

13.53 Uhr: Wie mehrere Medien berichteten, will Außenminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch die Reisewarnungen für Europa aufheben. „Wir bereiten für das Kabinett morgen einen Beschluss vor, der zurzeit noch innerhalb der Regierung abgestimmt wird", so Maas am Dienstag in Berlin. Die derzeit gültigen Reisewarnungen sollen dann durch Reisehinweise ersetzt werden, die über die aktuelle Corona-Lage im jeweiligen Land Auskunft geben.

Russland: Klinische Tests mit Corona-Impfstoff bei Soldaten

13.35 Uhr: Russland beginnt mit klinischen Tests eines selbst entwickelten Impfstoffs gegen das Coronavirus an Soldaten. Die 50 Freiwilligen, Männer und Frauen, hätten sich selbst gemeldet, damit das neue Präparat auf seine Wirkung und Sicherheit getestet werde. Die Untersuchungen sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein. Zuvor hatten Wissenschaftler schon in vorklinischen Tests – an Tieren und teils an sich selbst – Erfolge bei der Impfstoffentwicklung gemeldet.

„Die Zahl war noch nie so hoch": 7,3 Millionen in Kurzarbeit

9.37 Uhr: In Deutschland waren im Mai laut Berechnungen des Ifo-Instituts 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. „Diese Zahl war noch nie so hoch“, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link am Dienstag. „In der Finanzkrise lag der Gipfel der Kurzarbeit im Mai 2009 bei knapp 1,5 Millionen Menschen.“ Zur Kurzarbeit angemeldet hatten die Unternehmen im März und April 10,1 Millionen Beschäftigte - demnach wurden nur rund drei Viertel von ihnen auch tatsächlich in Kurzarbeit geschickt.

WHO warnt vor übermäßigem Antibiotika-Einsatz bei Covid-19-Patienten

7.14 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Steigerung der Zahl der Todesfälle in der Corona-Krise durch den übermäßigen Einsatz von Antibiotika gewarnt. Die stark gestiegene Verabreichung von Antibiotika werde zu zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen diese Mittel führen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Dadurch würden während der Pandemie und danach die Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen zunehmen.

Nach Angaben der WHO braucht nur ein geringer Anteil der Patienten mit der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln. In einem Ratgeber für Ärzte empfiehlt die UN-Unterorganisation, die Verabreichung von Antibiotika bei Covid-19-Patienten mit nur leichtem Krankheitsverlauf zu unterlassen, solange kein konkreter Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.  

Das waren die Corona-News vom 1. Juni:

Irans Minister: Gesundheit wichtiger als Umweltschutz

14.11 Uhr: In Zeiten der Corona-Krise hält der iranische Gesundheitsministers Saeid Namaki die Gesundheit der Menschen für wichtiger als Umweltschutz. Hintergrund ist ein Streit über die erneute Einführung von Verkehrsbeschränkungen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Stadtverwaltung will diese wegen der Luftverschmutzung sofort in Kraft setzen. Namaki ist jedoch der Ansicht, dass Menschen in ihren Autos weitaus sicherer vor dem Coronavirus seien als in den meistens überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. „Für mich ist derzeit nur die Gesundheit der Bürger wichtig (...) da kenne ich keinen Spaß und gehe diesbezüglich auch auf keine Kompromisse ein“, sagte der Minister am Montag.

„Symbolischer Moment": Kolosseum in Rom geöffnet

12.40 Uhr: Das Kolosseum in Rom kann nach rund drei Monaten Corona-Sperre wieder besichtigt werden. „Das ist ein symbolischer Moment für Rom und für Italien“, sagte die Direktorin des Archäologischen Parks am Kolosseum, Alfonsina Russo, am Montag. Das Amphitheater ist eine von Italiens beliebtesten Tourismus-Attraktionen. Die Neuöffnung des antiken Baus und der umliegenden Ruinen-Areale am Forum Romanum und dem Palatin-Hügel zeige, dass Italien sich erhole, so Russo. Die Krise bedeute für das Kolosseum einen Wandel. Früher seien am Tag rund 20.000 Menschen herein geströmt, jetzt habe man den Zugang beschränkt: Die Besucherzahl solle bei 1000 bis 1600 pro Tag liegen. 

Autokino für Oldtimerfans zieht Hunderte Besucher an

12.26 Uhr: Autokinos boomen überall in Niedersachsen: Kaum eine größere Stadt kommt derzeit ohne aus. In Hude im Kreis Oldenburg trafen sich am Wochenende Oldtimer-Besitzer bei einer Autokino-Vorstellung auch zum Schaulaufen ihrer liebevoll gepflegten, historischen Fahrzeuge – andere Autos waren ebenfalls erlaubt, insgesamt rollten rund 200 an. Aus den Wagen heraus sahen die Zuschauer auf großer Leinwand das nostalgische Rennfahrerdrama „Le Mans 66 - Gegen jede Chance“ mit den Schauspielern Matt Damon und Christian Bale.

Gottesdienste in Bremerhaven nicht Ursache der Corona-Verbreitung

12.19 Uhr: Die Corona-Infektionen innerhalb einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven haben sich nach Einschätzung der Stadtverwaltung nicht während Gottesdiensten, sondern durch familiäre und soziale Kontakte verbreitet. „Die Gemeinde hat dem Krisenstab ein plausibles Hygienekonzept für die stattgefundenen Gottesdienste dargestellt“, teilte die Stadt am Sonntag mit. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sagte, es gebe keinen Grund, die Mitglieder der Kirchengemeinde zu stigmatisieren oder zu diskriminieren. Die Religionsgemeinschaft verhalte sich ausgesprochen kooperativ. Die Zahl der positiv bestätigen Corona-Fälle aus dem Umfeld der Religionsgemeinschaft erhöhte sich am Pfingstsonntag auf 57.

Umfrage: Jeder Zweite würde sich gegen Corona impfen lassen

9.50 Uhr: Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Doch manche sind auch noch unsicher: Wie aus einer repräsentativen Online-Erhebung  des Meinungsforschungsinstitut „YouGov" hervorgeht, würde sich jeder Vierte vielleicht impfen lassen, jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnte hingegen eine Impfung ab. Bei der Umfrage kam ebenfalls heraus, dass Männer sich eher impfen lassen würden als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommendem Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten. Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen. Das Infektionsschutzgesetz setzt einer verpflichtenden Impfung jedoch enge rechtliche Grenzen: Eine solche Pflicht kann von der Bundesregierung nicht ohne weiteres angeordnet, sondern nur mit Zustimmung des Bundesrates, also von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen werden.

Das waren die Corona-News vom 31. Mai: 

Papst Franziskus richtet bewegende Worte an Gläubige

21.12 Uhr: Papst Franziskus hat in der Corona-Pandemie einen Neuanfang für ein gerechteres Leben gefordert. Narzissmus, Pessimismus und Selbstmitleid seien Gefahren, diese Chance zu verspielen. „Schlimmer als die gegenwärtige Krise wäre nur, wenn wir die Chance, die sie birgt, ungenutzt verstreichen ließen und uns in uns selbst verschlössen“, sagte der Pontifex am Sonntag bei der Pfingstmesse im Petersdom in Rom. Später grüßte er vom Apostolischen Palast aus zum ersten Mal seit der Corona-Sperre am Petersplatz wieder Gläubige, die nun in weiten Abständen voneinander standen.

In der Pandemie sei der „Rückzug auf die eigenen Bedürfnisse, die Gleichgültigkeit gegenüber den Bedürfnissen anderer, das Nichteingestehen der eigenen Fehler und Schwächen“ besonders schlimm, so der Papst bei der Messe. Die Menschen müssten sich aus der „Lähmung des Egoismus“ befreien.

Franziskus hat in der Corona-Krise immer wieder eine Besinnung auf mehr Gerechtigkeit gefordert. Auch warnte er davor, dass viele Menschen in der Krise in die Armut rutschen würden.

Erstmals keine weiteren Corona-Todesfälle in Schweden

20.01 Uhr: Erstmals seit März hat es in Schweden innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Insgesamt starben in dem skandinavischen Land nach amtlichen Angaben infolge der Pandemie seit dem 11. März annähernd 4400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert.

Die relativ hohe Zahl - gemessen an zehn Millionen Einwohnern - sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen in und um die Hauptstadt Stockholm zurückzuführen, heißt es. Anders als in vielen anderen Ländern hat Schweden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden lediglich gebeten, Abstand zu halten und sich immer wieder die Hände zu waschen.

München verbietet gelben Stern auf Corona-Demos

17.40 Uhr: Die Stadt München schreitet gegen die Verwendung des gelben „Judensterns“ auf Corona-Demonstrationen ein. Das Verbot sei bereits Teil des Auflagenbescheids der Stadt München für die Demonstration am Samstag gewesen, bestätigte ein Sprecher der Polizei am Sonntag auf Anfrage.

Wie in ganz Deutschland hatten am Samstag auch in der bayerischen Landeshauptstadt mehrere Hundert Menschen gegen eine Beschneidung von Grundrechten beim Kampf gegen das Corona-Virus protestiert. Bei der Demonstration in München sei allerdings kein Verstoß gegen die Auflage registriert worden, sagte der Polizeisprecher.

Hintergrund des Verbots ist, dass auf einigen Corona-Kundgebungen der sogenannte Judenstern, eine den Juden von den Nationalsozialisten aufgezwungenen Kennzeichnung, mit der Inschrift „ungeimpft“ gezeigt wurde. Damit sollen Assoziationen an die Verfolgung während der Nazi-Zeit geweckt werden. Dies will die Stadt München nun nicht mehr dulden. Laut Polizei droht bei einem Verstoß ein Bußgeld.

Infektionsfall auf erstem Lufthansa-Flug nach China

15.39 Uhr: Unter den rund 200 Mitarbeitern deutscher Firmen, die erstmals seit zwei Monaten nach China fliegen durften, ist ein Corona-Infektionsfall entdeckt worden. Ein 34-jähriger Ingenieur sei positiv auf das neuartige Virus getestet worden, teilten die chinesischen Behörden am Sonntag mit.

Der Mann zeige keine Krankheitssymptome. Er sei aber vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht worden.

Die rund 200 Mitarbeiter deutscher Firmen waren am Samstag mit einer aus Frankfurt am Main kommenden Lufthansa-Maschine nördlich von Peking gelandet. Es war die erste Rückkehr von europäischen Arbeitskräften ins Corona-Ursprungsland seit zwei Monaten und auch der erste Passagierflug der Lufthansa nach China seit vier Monaten. Ein weiterer soll am Mittwoch nach Shanghai folgen.

Donna Leon schreibt Brunetti-Krimi wegen Corona um

13.47 Uhr: Die US-Schriftstellerin Donna Leon hat den 30. Fall ihres venezianischen Ermittlers Guido Brunetti wegen der Corona-Krise umgeschrieben. „Brunetti schreckt darin vor einem Bahnhof voller Touristen zurück. 2021 wird das nicht mehr stimmig sein“, sagte die 77-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Sonnabend. „Also habe ich eine Erinnerung daraus gemacht: Jetzt meidet er den Bahnhof, weil alle Touristen verschwunden sind und ihn das so sehr befremdet.“

Was für die Leser eine kleine Geste bleibt, ist für Leon ein Einschnitt: „In meinen Büchern gibt bis heute kein einziges Detail über den Zeitpunkt der Handlung Aufschluss, es gibt keinerlei Bezüge zu politischen, ökologischen oder historischen Ereignissen. Brunetti lebt in einer zeitlosen Blase“, sagte Leon der Zeitung. „Aber die Covid-Zäsur ist so gewaltig, dass man sie nicht ignorieren kann.“ Der 30. Brunetti-Krimi ist für das kommende Jahr geplant.

Zu wenig Abstand zwischen Tischen: Berlins Bürgermeister verlässt Restaurant

12.50 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet damit, dass die Corona-Krise Restaurant-Gäste anspruchsvoller macht und die Gastronomie dadurch nachhaltig verändern wird. Er spricht dabei aus eigener Erfahrung, wie er im Interview mit dem „Tagesspiegel“ verrät: „Ich selbst bin aus einem Restaurant rausgegangen, weil ich das Gefühl hatte, dass Abstände nicht eingehalten werden.“

Die Menschen seien sensibler geworden, was die Hygiene betrifft, sagte Müller. Er rechnet damit, dass gerade Restaurants noch über Monate hinweg mit weniger Gästen planen müssen. Hotel- und Gaststättenbetriebe müssten sich darauf einstellen, „dass ihre Gäste auch in Zukunft neue Anforderungen stellen“. 

Jeder Dritte will Maskenpflicht lockern oder abschaffen

12.06 Uhr: Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Corona-Krise abschaffen oder zumindest lockern. 19 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten für eine Abschaffung. Weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung.

Zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit Wochen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Stoffmasken zwar keinen nachgewiesenen Schutz für den Träger, können für andere aber das Risiko einer Infektion durch Tröpfchen vermindern. Dennoch sollte ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht aus. So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden.

Star-Pianist beendet Klavier-Marathon: 16 Stunden am Flügel

11.50 Uhr: Nach fast 16 Stunden hat der Pianist Igor Levit am Sonntag seinen Klavier-Marathon vollbracht und das Werk „Vexations“ (etwa Quälereien) des französischen Komponisten Eric Satie mit seinen 840 Wiederholungen beendet. Am frühen Morgen sank Levit nach der letzten Note am Flügel in einem Berliner Studio kurz in sich zusammen, stand auf und zog sich zurück. Kurz danach schrieb er auf Twitter: „Fertig. Erledigt. Glücklich. Dankbar. Und sowas von high“. Mit dem Auftritt wollte der 33-Jährige auf die Notlage der Künstler angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Belgischer Prinz nach Familienfeier Corona-positiv

10.33 Uhr: Der belgische Prinz Joachim, ein Neffe von König Philippe, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor war er auf einer Familienfeier in Spanien gewesen.

Nach einem spanischen Medienbericht soll die Feier 27 Teilnehmer gehabt haben und damit mehr als vor Ort erlaubt. Dem widersprach der belgische Palast jedoch und sprach von einem Treffen mit höchstens zwölf Personen. Die Grenze liegt bei 15.

Der 28-jährige Prinz ist der jüngste Sohn von Prinzessin Astrid, der Schwester des Königs. Er flog nach einem Bericht der Agentur Belga am 24. Mai nach Madrid und reiste von dort nach Córdoba in Andalusien, wo er am 26. Mai an der Feier teilnahm. Am nächsten Tag bekam er Symptome und wurde am 28. Mai positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Palast betonte laut Belga, es habe sich um eine Dienstreise zu einem Praktikum gehandelt, bei der er auch an einer privaten Zusammenkunft teilgenommen habe. Der belgische öffentlich-rechtliche Sender RTBF ergänzte, die spanischen Behörden untersuchten den Fall. Es sei unklar, wo sich Joachim angesteckt habe.

So will Gibraltar wichtige Touristenattraktion schützen

10.26 Uhr: Sie sind eine beliebte Touristenattraktion – und in der Corona-Krise akut in Gefahr: die Makaken auf der Halbinsel von Gibraltar. Fotos mit ihnen gehören für Urlauber zum Standardprogramm. Doch um die einzige wilde Affenpopulation Europas vor dem Coronavirus zu schützen, haben die Behörden das Berühren der Tiere ab sofort verboten.

„Dadurch soll ihr Ansteckungsrisiko gesenkt werden“, erklärte die Regierung mit. Primaten könnten sich nachweislich mit dem Coronavirus anstecken. Wer die Tiere berührt, macht sich der neuen Verordnung zufolge in Zukunft strafbar. Ausnahmen sind lediglich mit einer Erlaubnis gestattet, etwa für Forscher oder Tierärzte.

Mehr als sechs Millionen Corona-Infizierte weltweit

8.56 Uhr:  Mehr als sechs Millionen Menschen weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das ging am Samstagabend (Ortszeit) aus Daten der John-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Weltweit gestorben sind demnach bisher knapp 370.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Die meisten Infizierten (fast 1,8 Millionen) und Todesfälle (mehr als 100.000) in der Corona-Pandemie verzeichneten zuletzt die USA. Brasilien hat in absoluten Zahlen die zweitmeisten Infizierten (498.440), Russland kommt auf Platz drei (396.575).

Die zweithöchste Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus meldete zuletzt Großbritannien (38.458), an dritter Stelle steht Italien (33.340).

RKI: 286 Neuinfektionen in Deutschland

8.41 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 286 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181.482 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 31.05. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8500 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonnabend bei 1,03 (Datenstand 30.5. 0 Uhr; Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Personen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R anNach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 30.5. 0 Uhr) bei 0,95 (Vortag: 0,85). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Brasilien: Zahl der Corona-Toten steigt steil an

8.29 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus steigt in Brasilien weiter steil an. Am Sonnabend (Ortszeit) stieg die Zahl der Corona-Toten nach Behördenangaben auf fast 29.000.

Das Land steht damit jetzt weltweit bei der Zahl der Todesopfer an vierter Stelle. Binnen 24 Stunden wurden zudem mehr als 33.270 neue Infektionen registriert - ein neuer Tagesrekord.

Insgesamt liegt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Brasilien jetzt bei knapp 500.000, die zweithöchste Fallzahl weltweit nach den USA. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Corona-Infektionen in Brasilien bis zu 15-mal höher ist als die offizielle Statistik angibt, da bislang nicht flächendeckend auf das Virus getestet wird.

Das waren die News vom 30.Mai: 

Neuinfektionen in Deutschland: Reproduktionszahl erreicht wieder kritischen Wert

19.41 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 738 Corona-Infektionen binnen eines Tages. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181.196 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 30. Mai, 0 Uhr). Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,03, also im kritischen Bereich. Am Vortag habe der R-Wert bei 0,85 gelegen.

Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Die meisten der bundesweit registrierten Infektionen (67 Prozent) entfallen den RKI-Daten zufolge auf 15- bis 59-Jährige. Insgesamt seien Frauen und Männer annähernd gleich häufig betroffen, unter den Todesfällen seien etwas mehr Männer (55 Prozent) als Frauen (45 Prozent). Die Sterberate liegt dem RKI zufolge bei den erfassten Infektionen derzeit bei 4,7 Prozent. Bei 86 Prozent der gemeldeten Todesfälle waren die Betroffenen 70 Jahre oder älter.

Corona-Demo: Demonstranten tragen „Judenstern"

15.17 Uhr: Auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen trugen in den vergangenen Wochen einige Teilnehmer einen nachgebildeten „Judenstern" mit der Aufschrift „Ungeimpft". Mit dem Symbol wollten sie gegen eine vermeintlich anstehende Impfpflicht protestieren. Der „Judenstern" wurde von den Nationalsozialisten eingeführt, um Juden zu brandmarken. Die Stadt München hat das Tragen des Sterns nun verboten – bei Verstoß drohen Bußgelder. 

Heime: Patientenschützer beklagen „Freiheitsberaubung"

14.50 Uhr: Die Stiftung Patientenschutz beklagt eine „Freiheitsberaubung“ von Pflegeheimbewohnern und fordert von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein „menschliches“ Konzept für alle stationären Einrichtungen. Trotz Aufhebung der Besuchsverbote für die 11.200 Heime in Deutschland habe sich für die Betreuten wenig geändert.

Zwar könne niemand ignorieren, dass das Coronavirus für Heimbewohner hochgefährlich sei; in den Einrichtungen sterbe jeder fünfte Infizierte, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag. „Aber die Einrichtungen zu Hochsicherheitszonen auszubauen darf nicht die Antwort sein. Mit Lebensfreude, Selbstbestimmung und Menschenwürde hat das nichts zu tun.“ 

Erneute Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen

14.32 Uhr: In Berlin und anderen deutschen Städten sind am Samstag wieder Menschen aus Protest gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus auf die Straße gegangen. Mancherorts gab es auch Demonstrationen, die sich gegen Rechtsextreme und Verschwörungstheorien richten. In Berlin begleitete die Polizei die verschiedenen Kundgebungen mit insgesamt 550 Einsatzkräften.

Für Aufsehen sorgte ein Autokorso, der vor dem Berliner Olympiastadion Richtung Kanzleramt startete. Mehrere Dutzend Wagen und Motorräder folgten hupend dem Wagen von Vegan-Koch und Bestsellerautor Attila Hildmann. Er war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen. 

Online-Show: Stars unterstützen New Yorker Theater

8.26 Uhr: Mit einer speziellen Online-Show wollen Stars wie Jane Fonda, Alicia Keys, Meryl Streep und Claire Danes in der Corona-Krise ein New Yorker Theater unterstützen. Die „We Are One Public“ betitelte Show solle am Montagabend (2.00 Uhr am Dienstag MESZ) stattfinden, teilte das wegen der Corona-Pandemie derzeit geschlossene Public Theater mit. Auch Stars wie Antonio Banderas, Daniel Craig, Anne Hathaway, Martin Sheen, Trudie Styler und Sting dabei sein. Die Veranstaltung kann kostenlos per Livestream verfolgt werden, das Theater bittet um Spenden.

Pfingsten: Küstenorte erwarten Zunahme von Wildcampern

8.11 Uhr: Die Nachfrage nach Wohnmobil-Stellplätzen ist derzeit hoch, die Verfügbarkeit geringer als üblich - Orte an der Nordseeküste in Niedersachsen reagieren zum Pfingstwochenende mit besonderen Maßnahmen auf Wildcamper. „Wir haben zu Himmelfahrt weit über 100 Wohnmobile gezählt, die nicht auf ausgewiesenen Plätzen standen“, sagte Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena (SPD). Für das Pfingstwochenende wurden nun Flugblätter vorbereitet, die an Wildcamper verteilt werden sollen. Solange die Fahrzeuge den Verkehr nicht behindern oder an gefährlichen Orten wie dem Hafen bleiben, will die Gemeinde Kulanz zeigen.

Das waren die Corona-News vom 29. Mai:

Trump beendet Zusammenarbeit mit WHO

21.38 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO verkündet. „Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden“, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus. Die von den USA der WHO bisher zur Verfügung gestellten Finanzmittel würden für andere globale Gesundheitsprojekte zur Verfügung gestellt, die dies verdienten, hieß es.

Der US-Präsident hatte bereits im vergangenen Monat eine vorläufige Einstellung der US-Zahlungen an die WHO veranlasst und damit international Kritik auf sich gezogen. Er machte die Organisation für die hohe Anzahl der Toten in der Corona-Krise mitverantwortlich und bezeichnete die in Genf ansässige UN-Sonderorganisation als „Marionette“ Chinas. Die chinesische Regierung beschuldigte der US-Präsident, die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Das habe zu der Corona-Pandemie geführt, die inzwischen mehr als 100.000 Menschen in den USA das Leben gekostet hat.

In der Corona-Krise ist Trump selbst schwer unter Druck geraten. Der Republikaner hatte die Gefahr des Coronavirus öffentlich lange heruntergespielt. Ein Vorwurf, den er gegen die WHO erhebt, wird auch gegen ihn gerichtet: China Ende Januar noch für die Transparenz im Zusammenhang mit dem Ausbruch gelobt zu haben. In einem Tweet vom 24. Januar hatte Trump geschrieben: „China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten wissen ihre Anstrengungen und Transparenz zu schätzen.“ Inzwischen wirft Trump China einen Mangel an Transparenz vor. 

Spanier bekommen Grundeinkommen

21.06 Uhr: In Spanien wird es für arme Familien erstmals ein monatliches „Grundeinkommen" geben. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez jetzt unter dem Eindruck wachsender sozialer Not durch die Corona-Krise. Die Regelung gilt vom 1. Juni an. Die Regierung geht davon aus, dass 850.000 Haushalte Anspruch auf die staatlichen Hilfen haben, also etwa 2,3 Millionen der etwa 50 Millionen Einwohner Spaniens. Die Hilfen betragen monatlich zwischen 460 und 1000 Euro. Anspruchsberechtigt sind Personen zwischen 23 und 65 Jahren, die seit mindestens drei Jahren einen selbstständigen Haushalt führen, mindestens ein Jahr sozialversicherungspflichtig waren und deren Einkommen pro Person im Haushalt unter 230 Euro im Monat liegt.

Affen klauen in Indien Blutproben für Corona-Tests und flüchten auf Baum

17.18 Uhr: Mehrere Affen haben in Indien eine medizinische Fachkraft angegriffen und sind mit für Corona-Tests vorgesehenen Blutproben auf einen Baum geflohen. Es bestehe aber kein Grund zur Sorge: Die Kisten mit den Proben seien nach dem Vorfall am Montag unbeschadet wiedergefunden worden. „Sie waren noch intakt, wir glauben nicht, dass die Gefahr einer Ansteckung oder Virusausbreitung besteht“, sagte Dheeraj Raj, Leiter der Medizinischen Hochschule in der Stadt Meerut nahe Neu-Delhi, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag.  Die drei Menschen, deren Proben gestohlen wurden, seien erneut auf das Coronavirus getestet worden, hieß es weiter.

Corona-Rekord in Indien – Ausgangssperre gelockert

13.38 Uhr: Trotz schnell steigender Corona-Infektionszahlen lockert Indien seine Ausgangssperre. Von Donnerstag auf Freitag gab es einen weiteren Infektionstagesrekord mit 7466 neuen Fällen, wie das indische Gesundheitsministerium mitteilte. Inzwischen sind im Land nach offiziellen Zahlen mehr Menschen mit Covid-19 gestorben als in China. Dennoch wurden diese Woche beispielsweise Inlandflüge wieder erlaubt – am Wochenende könnte die Ausgangssperre ganz enden. In der größten Demokratie der Welt gibt es einen enormen wirtschaftlichen Druck und Millionen arbeitslose Menschen, von denen viele Angst haben zu verhungern. 

Nach Pause: Neue Folgen von „Rote Rosen" ab 6. Juli

13.35 Uhr: Das Warten hat ein Ende: Nach einer wochenlangen Zwangspause wegen der Corona-Krise laufen ab dem 6. Juli wieder neue Folgen der Telenovela „Roten Rosen“ im Ersten. Das teilte der Sender am Freitag mit. Wegen der Corona-Beschränkungen waren die Dreharbeiten am 23. März für fünf Wochen unterbrochen worden. Seit dem 27. April wird unter Einhaltung besonderer Sicherheitsmaßnahmen wieder gedreht. Bis es wieder mit frischem Material weitergeht, zeigt Das Erste die Anfänge der Serie ab Episode 1. „Rote Rosen“ läuft montags bis freitags um 14.10 Uhr.

Elternrat fordert mehr Unterstützung beim Corona-Unterricht

11.40 Uhr: Mit Blick auf das kommende Schuljahr in der Corona-Krise fordert der Landeselternrat eine Bestandsaufnahme zur Unterrichtsversorgung zu Hause und in den Schulen. Die bisherigen Regelungen ermöglichten kein landesweit einheitliches Bildungsniveau, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. Zudem stehe eine unbekannte Anzahl von Lehrern nicht für den Unterricht zur Verfügung, weil sie oder ihr Umfeld zur Corona-Risikogruppe gehörten. Das Kultusministerium müsse die Schulträger und -leitungen daher besser unterstützen und gegebenenfalls das Personal aufstocken. Um bestmögliche Voraussetzungen für das nächste Schuljahr zu schaffen, wirbt der Elternrat für die Einrichtung eines runden Tisches.

Reisen in der Krise: Bahnhöfe sollen stärker desinfiziert werden

7.16 Uhr: Mit mehr Desinfektionsmittelspendern für Hände, häufigeren Reinigungen und virusabtötendem Licht will die Deutsche Bahn sich an den Bahnhöfen auf den wachsenden Reiseverkehr in der Corona-Krise einstellen. „Wir fokussieren all unsere Anstrengungen gerade auf Sauberkeit und Hygiene an den Bahnhöfen“, teilte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur mit. An 600 Stationen seien inzwischen Hand-Desinfektionsspender aufgestellt, Fahrgastströme sollen stärker gelenkt und entzerrt werden, um Abstandsregeln besser einhalten zu können. Mit neuen Reinigungsmaschinen könnten Flächen zudem großflächiger als bislang desinfiziert werden. Außerdem experimentiert der Konzern eigenen Angaben zufolge mit Techniken wie UV-C-Licht, das etwa Viren auf den Handgriffen von Rolltreppen abtöte. 

Das waren die Corona-News vom 28. Mai: 

Malawi: 400 Menschen brechen aus Corona-Isolationszentrum aus

17.27 Uhr: In Malawi (Ostafrika) sind rund 400 Menschen den Behörden zufolge aus einem Corona-Isolationszentrum ausgebrochen. Die Menschen waren nach ihrer Rückkehr aus dem Nachbarland Mosambik auf Covid-19 getetet worden und mussten auf Anordnung der Regierung in einem Stadion in der Stadt Blantyre auf ihre Ergebnisse warten. Doch die Menschen klagten über schlechte Bedingungen in dem Stadion. „Wir hatten kein Essen, kein Wasser und die Toiletten waren unglaublich unordentlich“, hieß es in einem Bericht eines Betroffenen. Daraufhin brachen am Mittwoch 400 Menschen aus dem Stadion aus, wie der Gesundheitsdirektor für den Bezirk, John Kawalazira, mitteilte. Der Polizei zufolge wird der Vorfall untersucht. 

Arzneimittelkommissions-Chef sieht Remdesivir-Zulassung kritisch

17.11 Uhr: Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, steht einer baldigen eingeschränkten Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankten kritisch gegenüber. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“, sagte Ludwig der „Tagesschau". Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt habe, sei, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. 

Eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments wird derzeit erwartet. Schon jetzt können Covid-19-Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden. 

Meck-Pomm: Einschulungsfeiern trotz Corona

15.38 Uhr: Für die Erstklässler gibt es im August trotz der Corona-Pandemie Einschulungsfeiern in den Schulen. Die Feiern werden jedoch unter anderen Bedingungen ablaufen als in den Jahren zuvor, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag erklärte. Die Hygienevorschriften müssten eingehalten werden. Details nannte sie nicht. Die Schulen planten die Einschulungsfeiern abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und stimmten sie mit dem staatlichen Schulamt ab. Gleiches gelte für Abschlussfeiern zum Ende dieses Schuljahres. Auch Zeugnisausgaben vor den Ferien seien möglich.

Linke und FDP fordern regelmäßige Ansprachen von Merkel

13.21 Uhr: Linke und FDP fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, ihre Politik in der Corona-Krise den Bürgern besser zu erklären. Die Kanzlerin solle sich „in regelmäßigen Ansprachen“ zu Wort melden, sagte Linkenfraktionschef Dietmar Bartsch am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, forderte ebenfalls häufigere öffentliche Stellungnahmen der Regierungschefin. Bartsch sagte AFP, Merkel müsse sich vor allem dazu äußern, „wie die weiteren Einschränkungen begründet werden und was die Ziele der nächsten Wochen sind“. 

Fabelwesen soll Corona in Japan aufhalten

10.01 Uhr: In Japan soll ein Fabelwesen namens „Amabie“ aus Feudalzeiten mit mystischer Kraft die Corona-Pandemie besiegen. Abbildungen der an Meerjungfrauen erinnerenden Figur mit drei flossenartigen Beinen, langen Haaren und einem schnabelähnlichen Mund haben das japanische Internet im Zuge der Corona-Pandemie im Sturm genommen. Der Legende nach entstieg „Amabie“ im Jahre 1846 eines Tages dem Meer und erschien vor einem Beamten der Provinz Higo, dem heutigen Kumamoto. Daraufhin habe „Amabie“ dem Beamten eine jahrelang gute Ernte prophezeit. Für den Fall, dass eine Epedemie ausbreche, so solle ein Bild von „Amabie“ gemalt und den Menschen gezeigt werden.

Seit das Coronavirus um sich greift, kursieren immer mehr Abbildungen des Fabelwesens in Japan. Bürger basteln sich kleine „Amabie“-Figuren und auch auf Twitter werden täglich Tausende von Kurznachrichten zu der niedlichen Figur hochgeladen, in der Hoffnung, es möge die Pandemie besiegen. Selbst das Gesundheitsministeriums verwendet auf seiner Webseite Bilder von „Amabie“ mit dem Aufruf: „Stop! Covid-19“.

Termin steht: Casinos in Las Vegas sollen öffnen

8.32 Uhr: Obwohl die Zahl der Infizierten und Todesfälle weiter ansteigt in den USA, will der US-Bundesstaat Nevada weitere Lockerungen forcieren. Dabei geht es explizit um die Glücksspielstadt Las Vegas. Ab dem 4. Juni sollen dort Casinos und Hotels – unter Auflagen – wieder eröffnen dürfen.

Mehr als 100.000 Corona-Tote in den USA

8.11 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten hat in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern die Marke von 100.000 überstiegen. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Im April hatte US-Präsident Donald Trump diese Zahl noch als mögliche Höchstzahl genannt – eine trügerische Hoffnung. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt in den USA bei 1,7 Millionen (Stand Mittwoch).

Arzneimittelkommission warnt vor Remdesivir-Zulassung

7.05 Uhr: Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, warnt vor einer schnellen Zulassung des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“, sagt Ludwig. „Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt hat, ist, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden.“

Anfang vergangener Woche hat der Chef der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, Guido Rasi, erklärt, dass seine Behörde „in den kommenden Tagen“ eine bedingte Marktzulassung für Remdesivir in Europa erteilen könne. Auf Nachfrage des NDR räumte die EMA jetzt aber ein, dass der Hersteller von Remdesivir, der Pharmakonzern Gilead, bisher noch gar keinen Antrag auf Zulassung eingereicht habe.

Aber wir erwarten, dass dieser Antrag in Kürze eingereicht wird“, dann werde die EMA Nutzen und Risiken des Medikaments „nach einem Zeitplan beurteilen, der auf das absolute Minimum reduziert ist“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Der Chef der deutschen Arzneimittelkommission kritisiert dieses Vorgehen. „Ich hätte mich gefreut, wenn man noch gezögert und abgewartet hätte, bis man im Sommer erste Ergebnisse aus großen Studien gehabt hätte“, so Ludwig. „Ich glaube, es ist einfach zu früh für diese Zulassung in Europa.“

Das waren die Nachrichten vom 27. Mai

Konjunkturprogramm: Schwesig fordert Ost-Berücksichtigung

19.09 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert mit Blick auf das geplante Konjunkturprogramm des Bundes in der Corona-Krise eine Berücksichtigung der ostdeutschen Wirtschaftsstruktur. „Wir haben gemeinsam gegenüber der Bundeskanzlerin die Erwartung geäußert, dass die besondere Lage der ostdeutschen Länder berücksichtigt wird“, sagte Schwesig am Mittwoch nach einer Videokonferenz der Ost-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „In den ostdeutschen Ländern ist die Wirtschaft besonders durch kleine und mittlere Betriebe geprägt. Gerade diese Unternehmen müssen wir in der Krise stabilisieren, damit Arbeitsplätze gesichert werden“, betonte Schwesig. 

Lufthansa-Aufsichtsrat stimmt Rettungspaket wegen EU-Auflagen nicht zu

15.43 Uhr: Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat dem staatlichen Rettungspaket wegen Auflagen der EU-Kommission zunächst nicht zugestimmt. Die von Brüssel geforderte Abgabe von Start- und Landerechten der Lufthansa an den Flughäfen Frankfurt und München hätten wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen und müssten „intensiv geprüft werden“, erklärte der Luftfahrtkonzern in Köln. Die Lufthansa und die Bundesregierung hatten sich am Montag auf ein neun Milliarden umfassendes Stützungsprogramm geeinigt.

Wiedereröffnung von Kitas: Familienminister betonen große Bedeutung

14.50 Uhr: Die Familienminister von Bund und Ländern haben die Bedeutung einer schrittweisen Wiedereröffnung der in der Corona-Krise geschlossenen Kitas betont. Diese sei „zentral“, erklärte Baden-Württembergs Familienminister Manfred Lucha (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen.

Er verwies dabei auf Gefahren, die insbesondere für Kinder aus schwierigen und benachteiligten Familien durch anhaltende Isolation entstünden. „Wenn Kinder in der Anonymität verschwinden, haben wir ein sehr großes Problem“, erklärte der Minister. Das Dunkelfeld häuslicher Gewalt sei „massiv gewachsen“. Die Kitas und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit müssten schrittweise öffnen.

Baden-Württemberg hat derzeit den Vorsitz der Konferenz der Familienminister inne. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) begrüßte nach der Videokonferenz, dass sich ihre Kollegen aus den Ländern für eine „schrittweise und verantwortungsvolle weitere Öffnung von Kitas“ ausgesprochen hätten. Bund und Länder kooperierten eng, erklärte sie. Diese Zusammenarbeit sei „wertvoll“.

Musikwirtschaft fürchtet um kulturelle Vielfalt

14.29 Uhr: Die Musikwirtschaft fürchtet in der Corona-Krise um ihre Vielfalt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft sei „nicht nur einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren, sondern auch ein beispielloser Treiber kreativer Prozesse mit Auswirkungen auf das gesamte Kultur- und Wirtschaftsleben“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief von Verbänden und Verwertungsgesellschaften an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU).

Der Deutsche Musikrat sei für das Engagement zur Linderung der Krisenfolgen dankbar, schreibt dessen Präsident Martin Maria Krüger. Gefordert sei darüber hinaus „eine für die Branche geeignete Soforthilfe sowie ein Konjunkturprogramm, welches das Überleben der heterogenen, historisch gewachsenen und vielfältig vernetzten Infrastruktur sichert“.

Musikschaffende sowie Veranstalter, Agenturen, Labels, Verlage, Instrumentenhersteller und Handel würden „die Corona-Zeit nur überleben, wenn die Bundesregierung handelt“. Für den Musikbereich mit seiner strukturellen Heterogenität passe kein Einheitskonzept. „In dieser Situation, für die es keine Blaupause gibt, wird die Vielfalt als Stärke des Musiklebens zu ihrer Achillesferse“, heißt es in dem Schreiben.

Forscher warnen vor starker Gewinnorientierung im Gesundheitswesen

13.44 Uhr: Die Nationalakademie Leopoldina plädiert als Lehre aus der Corona-Pandemie für ein Gesundheitssystem, das nicht in erster Linie gewinnorientiert ist. Diese Krise zeige deutlich, dass im Gesundheitsbereich „grundsätzlich nicht die gleichen wirtschaftlichen Maßstäbe“ angelegt werden könnten wie in der „freien, wettbewerbsorientierten Wirtschaft“, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten vierten Stellungnahme der Akademie zur Corona-Pandemie.

Die Mediziner und Forscher mahnten zudem, die Behandlung aller Patienten „zeitnah möglichst vollumfänglich wiederaufzunehmen“. Die Leopoldina berät als Nationale Akademie der Wissenschaften die Politik. In der Corona-Pandemie veröffentlichte sie bereits drei Stellungnahmen zu verschiedenen Aspekten. Viel Beachtung fanden etwa ihre Empfehlungen im April zu Lockerungen der Corona-Regeln wie eine schrittweise Schulöffnung.

Für die aktuelle Stellungnahme erarbeitete eine Arbeitsgruppe aus Medizinern und Forschern Vorschläge. Die Experten mahnten eine zentrale Rolle des Staats im Gesundheitssystem an. „Die Gestaltung eines adaptiven Gesundheitssystems, das auch Ausnahmesituationen meistern kann, ist eine staatliche Aufgabe“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Forscher forderten zudem einen „zügigen Ausbau der Digitalisierung“ sowie eine angemessene Bezahlung der Beschäftigten und gute Arbeitsbedingungen. Die Leopoldina-Experten plädierten trotz der anhaltenden Corona-Pandemie für eine „umfassende Wiederaufnahme der allgemeinen medizinischen Versorgung“. Alle Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen müssten versorgt werden.

Die Leopoldina-Arbeitsgruppe lobte zugleich, dass in der Corona-Pandemie die Umstellung des Gesundheitssystems auf eine potenziell hohe Zahl von schwerstkranken Patienten „relativ schnell und effektiv“ umgesetzt worden sei. Die Krise habe insgesamt „eine Reihe von Stärken und Schwächen des deutschen Gesundheitssystems offengelegt“.

EU-Wiederaufbauplan: Italien verspricht Reformen

12.32 Uhr: Seine Ziele: Weniger Bürokratie und Beschleunigung der Justiz – der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hat mit Blick auf den geplanten milliardenschweren EU-Wiederaufbauplan Reformen in seinem Land versprochen. In einem Brief an mehrere Zeitungen kündigte er in sieben Punkten Reformprojekte an. Außerdem schrieb er in den Mittwochausgaben: „Wir werden eine ernsthafte Steuerreform einleiten.“

Gelder aus Europa sollten auch dafür genutzt werden, „strategische Infrastrukturen“ Italiens zu erneuern - etwa bei der Digitalisierung. Mehr Ökologie in der Wirtschaft wie auch im europäischen „Green Deal“ vorgesehen sei ebenfalls wichtig, schrieb Conte im „Corriere della Sera“ und „Il Fatto Quotidiano“. Allerdings nannte er keine konkreten Daten oder Einzelheiten.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen wollte ihre Pläne für den Aufbauplan von bis zu 750 Milliarden Euro für die Wirtschaft am Mittwochnachmittag im Europaparlament vorstellen. Es liegt schon ein Vorschlag für ein 500-Milliarden-Programm gegen die Corona-Krise aus Deutschland und Frankreich vor. Außerdem gibt es einen Gegenentwurf der sogenannten Sparsamen Vier unter anderem aus Österreich.

EU-Parlamentspräsident David Sassoli betonte im Interview mit der Zeitung „La Stampa“, dass es aktuell gar nicht um die Summe alleine gehe. „Der Punkt ist, wo man dieses Geld einsetzt und was man damit macht“, sagte er. Er mahnte, dass die Staaten keine Zeit verlieren dürften. Allerdings drohte er auch mit einer Blockade, falls die Konzepte am Ende zu wenig ambitioniert ausfielen: „Wenn der Wiederaufbauplan den Ambitionen nicht gerecht wird, wird das Parlament ihn nicht unterstützen“, zitierte ihn die Zeitung. 

EU-Kommission: 750 Milliarden Euro für Wiederaufbauprogramm

11 Uhr: Nicht kleckern, sondern klotzen: Wochenlang machte die EU-Kommission aus ihrem Corona-Konjunkturprogramm ein Geheimnis. Jetzt sind die wichtigsten Zahlen klar: Die EU-Kommission will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise mobilisieren.

Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen, wie die dpa am Mittwoch aus informierten Kreisen in Brüssel erfuhr. Dafür sollen im Namen der Europäischen Union über Anleihen Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über Jahrzehnte gemeinsam getilgt werden.

Damit fällt das von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen entworfene Programm noch deutlich größer aus als eine deutsch-französische Initiative für ein 500-Milliarden-Euro-Paket.

Zehntägige Staatstrauer um Corona-Tote in Spanien

Mittwoch 27.5., 8 Uhr: In Spanien beginnt heute eine zehntägige Staatstrauer um die Opfer der Corona-Pandemie. Es ist die längste offizielle Trauerperiode in Spanien seit dem Sturz von Diktator Francisco Franco und der Wiederherstellung der Demokratie 1977. Unter anderem sollen an allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf Halbmast wehen.

Die Regierung hatte mit der Ausrufung der Staatstrauer gewartet, bis auch in den besonders betroffenen Metropolen Madrid und Barcelona die strikten Ausgangsbeschränkungen aufgehoben wurden. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Die Zahl der Infizierten liegt nach Angaben der Behörden vom Dienstag bei mehr als 236.000, es starben mehr als 27.000 Menschen.

Russland führt nun Statistik: Viele Ärzte sterben an Corona-Virus

20.55 Uhr: Nach massiver Kritik russischer Ärzte an den Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise gibt es nun eine offizielle Statistik über die Todesfälle beim medizinischen Personal. Demnach starben bislang mindestens 101 Ärzte, Krankenschwester, Pfleger und Fahrer von Rettungswagen. Das sagte die zuständige Expertin im Gesundheitsministerium, Ljudmila Letnikowa, am Dienstag der Staatsagentur Tass zufolge. Inoffizielle Zählungen gehen aber von mindestens dreimal so vielen Todesfällen aus.

Aktivisten haben bei Google eine „Liste des Gedenkens“ angelegt. Darauf standen am Dienstagnachmittag 305 Namen von infizierten Klinikmitarbeitern, die in der Corona-Pandemie gestorben sind. Ärzte beklagen immer wieder fehlende Schutzausrüstung, die Behörden widersprachen solchen Berichten. Viele Mediziner werden dennoch krank. Die Behörden in St. Petersburg sprachen von bislang mehr 3000 Infektionsfällen beim medizinischen Personal.

Am Dienstag wurden in Russland mit 174 Toten so viele Sterbefälle wie bisher noch nie an einem Tag gezählt. Nach offiziellen Angaben haben sich landesweit mehr als 362 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 3807 Menschen starben. Es gab Kritik, dass diese Zahl bewusst geschönt sei. Die Behörden wiesen das vehement zurück.

Medien berichteten zudem in den vergangenen Wochen von mehreren mysteriösen Todesfällen, bei denen sich Mediziner aus Fenstern gestürzt haben sollen und gestorben waren. Sie sollen zuvor Kritik an dem Arbeitsumständen geübt haben.

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis Ende Juni

19.58 Uhr: Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

Drosten und Lauterbach erhalten offenbar Drohpakete

19.20 Uhr: Der Virologe Christian Drosten und der SPD-Politiker Karl Lauterbach haben offenbar Drohpakete mit einer unbekannten Flüssigkeit erhalten. Lauterbach postete ein Bild des Päckchens auf Twitter, darauf zu sehen ist eine Ampulle mit einer Flüssigkeit und ein kleiner Zettel mit der Aufschrift: „trink das – dann wirst du immun“. Der Virologe Christian Drosten teilte dein Beitrag und schrieb dazu: „Dasselbe Paket habe ich heute auch bekommen.“ Die Hintergründe der Aktion oder wer die Pakete versendet haben könnte, war am Abend nicht bekannt. Sowohl Christian Drosten als auch Karl Lauterbach stehen den schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen skeptisch gegenüber. Zunächst hatte der RND berichtet.

J.K. Rowling veröffentlicht Gratis-Märchen für Kinder

18.45 Uhr: Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling veröffentlicht inmitten der Corona-Krise ein vor zehn Jahren geschriebenes Kinderbuch kostenlos im Internet. Sie habe beschlossen, das Buch „vom Dachboden zu holen“, um Kindern in diesen „seltsamen, beunruhigenden Zeiten“ Unterhaltung zu bieten, erklärte die britische Schriftstellerin am Dienstag.

Die ersten beiden Kapitel von „The Ickabog“ wurden am Dienstag bereits auf die Website www.theickabog.com gestellt. 34 weitere Teile sollen stückweise bis 10. Juli folgen. Das Märchen spiele in einem imaginären Land und habe nichts mit ihren anderen Werken zu tun, erklärte Rowling. „'The Ickabog' ist eine Geschichte über Wahrheit und den Missbrauch von Macht“ und nicht „als Antwort auf alles gedacht, was gerade auf der Welt passiert“, teilte die Autorin mit. „Die Themen sind zeitlos und können für jede Epoche und jedes Land gelten.“

Das Werk richtet sich hauptsächlich an Kinder zwischen sieben und neun Jahren. Rowling schrieb es vor mehr als zehn Jahren als Gute-Nacht-Geschichte für ihre eigenen Kinder. Im November soll die Geschichte als Buch, Hörbuch und E-Book auf Englisch und in weiteren Sprachen veröffentlicht werden. Der Erlös geht demnach an Hilfsprojekte in der Corona-Pandemie. Kinder können zudem an einem Wettbewerb teilnehmen und Bilder zu der Geschichte malen. Die Gewinnerbilder werden dann in dem Buch veröffentlicht.

Steigende Fallzahlen nach Corona-Ausbruch in Restaurant

18.30 Uhr: Die Ansteckungskette unter Besuchern eines Restaurants in Ostfriesland hat bislang zu 27 nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus geführt. Fünf neue Fälle seien am Dienstag dazugekommen, teilte der Landkreis Leer mit. Den Erkenntnissen nach zählen 23 Infizierte zu der geschlossenen Gesellschaft, die sich am 15. Mai in dem Restaurant in Moormerland getroffen hatte. Die Zahl der Menschen in Quarantäne sei seit Montag von 133 auf 154 gestiegen.

Der Landkreis suche weiter nach Kontaktpersonen, um die Infektionskette zu unterbrechen. Die Behörde geht nach eigenen Angaben auch Hinweisen nach, dass bei der Veranstaltung gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen worden ist. An dem Abend war auch eine Person aus dem Management der Meyer-Werft in Papenburg zu Gast. Deren Gesprächspartner in Geschäftsführung und Betriebsrat sind ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Ryanair klagt gegen Staatshilfe für die Lufthansa

16.14 Uhr: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair zieht gegen die Corona-Staatshilfen für die Lufthansa vor Gericht. Ryanair-Chef Michael O'Leary kündigte am Dienstag an, er werde beim Europäischen Gerichtshof Einspruch gegen dieses weitere Beispiel einer „illegalen“ Staatshilfe einreichen. Die von der Bundesregierung und weiteren Staaten gewährten Milliarden würden dem Wettbewerb in den kommenden fünf Jahren „massiv“ schaden.

Ryanair klagt bereits gegen die Staatshilfen für Air France und die skandinavische Airline SAS. O'Leary bezeichnete die Lufthansa am Dienstag als „abhängig“ von der Staatshilfe. „Wann immer es eine Krise gibt, ist der erste Reflex der Lufthansa, die Hand in die Tasche der deutschen Regierung zu schieben.“ Andere Airlines kämen mit der Unterstützung für Kurzarbeit aus, die Lufthansa bekomme auch noch Geld von den Regierungen der Schweiz, Österreichs und Belgiens. Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für Ryanair.

Die Lufthansa und die Bundesregierung hatten sich am Montag auf ein neun Milliarden umfassendes Rettungsprogramm für den von der Corona-Krise schwer getroffenen Luftfahrtkonzern geeinigt. Drei Milliarden Euro sollen als Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fließen, die übrigen sechs Milliarden Euro kommen aus dem für Corona-Hilfen eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung. Die EU-Kommission muss das Paket noch genehmigen.

Hessen hebt Fünf-Quadratmeter-Regelung in der Gastro auf

16.05 Uhr: Die hessische Landesregierung hat weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen beschlossen und in der Gastronomie die sogenannte Fünf-Quadratmeter-Regelung aufgehoben. Dies teilte die Staatskanzlei in Wiesbaden am Dienstag mit. Bisher durfte in der hessischen Gastronomie nur ein Gast pro fünf Quadratmeter Gaststättenfläche bewirtet werden.

Gastronomen müssen aber auch künftig streng auf die Einhaltung des Mindestabstands von eineinhalb Metern achten. Darüber hinaus beschloss das hessische Corona-Kabinett den Angaben zufolge unter anderem eine weitergehende Öffnung der Behindertenwerkstätten unter bestimmten Voraussetzungen. Bewohner von stationären Jugendhilfeeinrichtungen dürfen demnach ab sofort wieder Besuch empfangen.

Lateinamerikas größte Airline Latam meldet Insolvenz an

15.03 Uhr: Inmitten der Corona-Krise hat die chilenische Fluggesellschaft Latam Insolvenz angemeldet. Die Unternehmensgruppe und die Tochterunternehmen in Chile, Peru, Kolumbien, Ecuador und den Vereinigten Staaten beantragten am Dienstag Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, wie die Airline mitteilte. Die Töchter in Argentinien, Brasilien und Paraguay waren zunächst nicht betroffen.

Latam ist die größte Fluggesellschaft Lateinamerikas. Im vergangenen Jahr beförderte sie rund 74 Millionen Passagiere. „Latam ist als eine gesunde und profitable Fluggesellschaft in die Covid-19-Pandemie gegangen, aber die außergewöhnlichen Umstände haben zu einem Zusammenbruch der globalen Nachfrage und einem praktischen Stillstand des Luftverkehrs geführt“, sagte Vorstandschef Roberto Alvo.

Wegen des massiven Umsatzrückgangs aufgrund der weitreichenden Reisebeschränkungen hatte in Südamerika zuletzt bereits die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca Insolvenz angemeldet. Weltweit kämpfen Airlines wegen des Folgen der Pandemie ums Überleben. In Europa sollen etwa Air France-KLM und die Lufthansa mit Staatsgeld gerettet werden.

Latam will den Betrieb zunächst weiterführen, sich neu aufstellen und nach neuen Finanzierungsquellen suchen. Die Eignerfamilien Cueto und Amaro sowie Qatar Airways sagten bereits zu, 900 Million US-Dollar Kapital nachzuschießen.

Deutsche Post bietet Tausenden Mitarbeitern Coronavirus-Tests an

7.15 Uhr: Die Deutsche Post will mehreren Tausend Angestellten die Möglichkeit geben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. „Wir werden deutlich mehr als 10.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anbieten, sich vorsorglich auf Covid-19 testen zu lassen, dies vor allem in größeren Betriebsstätten“, sagte Vorstand Tobias Meyer der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Die Tests sollten systematisch von Betriebsärzten in ausgewählten Betriebsstätten – darunter Paketzentren und Briefverteilzentren - gemäß einer Risikoeinstufung durchgeführt werden.

Meyer zufolge wurden schon in der Vergangenheit Mitarbeiter auf die Krankheit Covid-19 getestet. „Das Auffällige war, dass wir bei den breiten Tests ohne zwingenden Grund eine unerwartet hohe Anzahl an Infizierten gefunden haben, die aber bisher keinerlei Symptome der Krankheit haben“, sagte er. Daher müsse die Post davon ausgehen, dass sie mehr infizierte Menschen im Umkreis ihrer Betriebsstätten habe als bisher vermutet. 

Neun-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Lufthansa steht

19.42 Uhr: Neun Milliarden Euro als Hilfe, aber auch klare Auflagen bei Umwelt, Dividenden und Vorstands-Boni: Das staatliche Hilfspaket für die Lufthansa steht. Allerdings muss die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung. Wirtschaftsminister Peter Altmaier nannte das Paket tragfähig und vernünftig. Die Beschäftigten müssten keine Angst um einen Jobverlust haben, auch die Interessen der Steuerzahler blieben gewahrt. Der Bund werde sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen - stelle aber sicher, das die Lufthansa vor einem Verkauf an fremde Investoren geschützt sei.

Bei den angepeilten Staatshilfen bahnt sich noch ein offener Konflikt zwischen Bundesregierung und EU-Kommission an. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte im CDU-Präsidium einen „harten Kampf" an, weil Brüssel die milliardenschwere Rettung nur unter hohen Auflagen genehmigen wolle.

„Im Alltag eher aufs Lüften konzentrieren": Drosten warnt vor Aerosolen

17.48 Uhr: Im Interview mit dem Deutschlandfunk warnt Virologe Christian Drosten vor Corona-Ansteckungen durch Aerosole, also durch winzige Schwebeteile in der Luft: „Es mehrt sich hier der Eindruck, dass wir zusätzlich zur Tröpfcheninfektion auch eine deutliche Komponente von Aerosolinfektionen haben", sagt er. Das zeigten Coronavirus-Ausbrüche wie die in einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main oder in einem Restaurant in Leer. Drosten empfiehlt: „Im Alltag eher aufs Lüften konzentrieren als auf ständiges Desinfizieren.“ Um die Aerosol-Übertragung zu verringern, müsse die Viruslast im Raum bewegt und rausbefördert werden – etwa durch regelmäßiges Lüften oder durch einen Ventilator. Das könne im Alltag möglicherweise entscheidender sein als Händewaschen und Desinfizieren, so Drosten. 

147 Infizierte: Wieder Corona-Ausbruch in Schlachthof

10.38 Uhr: In einem niederländischen Schlachthof in Groenlo unweit der Grenze zu Deutschland sind 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Gemeindeverwaltung Oost Gelre am Sonntag mit. Einem Bericht der Lokalzeitung „De Gelderlander“ zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden. Insgesamt wurden der Gemeindeverwaltung zufolge von den 657 Beschäftigten in dem Betrieb der Schlachthof-Gruppe Vion 25 Mitarbeiter noch nicht getestet, darüber hinaus fehlten die Daten von fünf Mitarbeitern. Die deutschen Behörden seien informiert worden. 

Terror-Experten warnen vor Biowaffen-Anschlägen nach Corona

07.30 Uhr: Terrorexperten des Europarats warnen vor einer wachsenden Gefahr von Anschlägen mit Biowaffen nach der Corona-Pandemie. Der neuartige Erreger habe gezeigt, „wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen und ihr Erschütterungs-Potenzial sind“, heißt es nach Angaben der Zeitungen der Funke Mediengruppe in einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung. Extremistische Gruppen würden die Lektion aus der Pandemie nicht vergessen. Es sei mit einem weitaus größeren Schaden für Menschen und Wirtschaft zu rechnen als bei „traditionellen“ Anschlägen. Einige extremistische Gruppen hätten bereits mit Bioterrorismus experimentiert, heißt es ferner in der Analyse. 

Das waren die Corona-News vom 24. Mai

China warnt USA vor „Kaltem Krieg“

17.24 Uhr: Angesichts zunehmender Spannungen zwischen den USA und China hat die Regierung in Peking vor einem „neuen Kalten Krieg“ gewarnt. Washington bringe mit seinen „Lügen“ über das Coranavirus die Beziehungen zwischen beiden Ländern „an den Rand eines neuen Kalten Krieges“, sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag vor Journalisten.

Neben dem Streit über die Verantwortung für die Corona-Pandemie wird das Verhältnis zwischen den USA und China durch ein von Peking geplantes neues Sicherheitsgesetz für Hongkong belastet. „Uns ist aufgefallen, dass einige politische Kräfte in den USA die US-chinesischen Beziehungen in Geiselhaft nehmen und unsere beiden Länder an den Rand eines neuen Kalten Krieges bringen“, sagte Wang bei einer Online-Pressekonferenz am Rande des Nationalen Volkskongresses in Peking.

Der Außenminister führte nicht aus, welche „politischen Kräfte“ er meint – es war aber offensichtlich, dass seine Vorwürfe in Richtung von US-Präsident Donald Trump gehen, der China für den Corona-Ausbruch und die großen Opferzahlen durch die Pandemie verantwortlich macht. „Neben der Verwüstung durch das neue Coronavirus gibt es auch ein politisches Virus, das sich in den USA verbreitet“, sagte Wang weiter. Dieses führe dazu, dass China „bei jeder Gelegenheit angegriffen und verleumdet“ werde. „Ich rufe die USA auf, aufzuhören, Zeit zu verschwenden und wertvolles Leben zu verschwenden.“ 

Spaniens Strände öffnen wieder

15.27 Uhr: Nach einer mehr als zweimonatigen Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie werden am Montag auf Mallorca, den restlichen Balearen-Inseln, den Kanaren und auch in zahlreichen Küstenregionen des Landes alle Strände wieder geöffnet. Rund 14 Millionen Menschen dürfen sich dann wieder am Strand sonnen und auch im Meer baden.

In den Genuss kommen aber lediglich die Bewohner jener Provinzen, die die Auflagen zum Eintritt in die sogenannte „Phase 2“ des Exitplans der Zentralregierung erfüllen. Bisher, in „Phase 1“, durfte man zum Beispiel auf Mallorca am Strand nur spazieren gehen oder Sport treiben. Die Bewohner einiger Küstenregionen, wie etwa in Barcelona, kommen derweil am Montag erst in diese „Phase 1“.

Die Wiedereröffnung der Playas findet ohne Touristen statt - keine ausländischen, aber auch keine inländischen. Erst nach dem für Ende Juni vorgesehenen Abschluss der Deeskalations-Stufe 3, der vierten und letzten Phase des Exitplans (es gab auch eine „Phase 0“), werden die Spanier ihre Provinz verlassen dürfen. Am Wochenende kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez für Juli die Grenzöffnung für ausländische Besucher an. „Es wird eine Sommersaison geben“, und zwar „unter sicheren Bedingungen“, versicherte er.

Über 100 Infizierte nach Gottesdienst in Frankfurt

15.21 Uhr: Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mindestens 107 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Sonntag in Wiesbaden mit. Die Menschen lebten in Frankfurt und drei hessischen Landkreisen. Der Gottesdienst war bereits vor rund zwei Wochen. Zunächst war von mehr als 40 Infizierten die Rede gewesen.

Schäuble kritisiert das Warten auf die Warn-App

14.49 Uhr: Die Kritik an der geplanten Corona-Warn-App reißt nicht ab. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte in der „Welt am Sonntag“ die nach seiner Einschätzung verspätete Einführung der Technologie. „Gucken Sie sich das Elend um die Entwicklung einer Corona-App an. Ich bin kein Experte, aber es dauert mir ein bisschen lange“, sagte Schäuble. „Wir hätten die Corona-Tracing-App schon am Anfang der Pandemie gebraucht - und am besten natürlich eine europäische.“

Die Corona-Warn-App soll Mitte Juni fertig sein. Sie soll mithilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe anderer aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet haben. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, können anonym diejenigen informiert werden, die sich durch die Nähe zu dem Infizierten angesteckt haben könnten. Sie sollen sich dann in Quarantäne begeben. Die Anwendung für Mobilgeräte wird im Auftrag der Bundesregierung von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt.

China weist Schuldvorwürfe wegen Pandemie zurück

12.16 Uhr: China ist nach den Worten seines Außenministers bereit, bei der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus mit internationalen Ermittlern zusammenzuarbeiten. Die Untersuchung müsse allerdings „frei von politischer Einmischung“ sein, sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag vor der Presse in Peking. Vorwürfe Washingtons, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan, wies Wang erneut scharf zurück. Er warf den USA vor, Gerüchte über den Ursprung des Virus zu verbreiten, um China zu „stigmatisieren“.

Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Seit Monaten gibt es aber Spekulationen, das Virus könnte in einem Labor in Wuhan durch einen Unfall freigesetzt oder sogar absichtlich geschaffen worden sein. Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen jüngst eine unabhängige Untersuchung zur Reaktion auf die Pandemie. Zuvor hatte China zugesagt, eine von der WHO geleitete Untersuchung zu unterstützen. Zur Entsendung eines WHO-Expertenteams nach Wuhan erklärte China, dies könne erst erfolgen, wenn das Virus „endgültig besiegt“ sei.

Freilichtbühnen-Saison bleibt weitgehend abgesagt

12.07 Uhr: Trotz der Hoffnung auf weitere Lockerungen für den Theaterbetrieb in der Corona-Krise rechnen viele Freilichtbühnen nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison in größerem Umfang. „Einen Freilichtsommer wie man ihn gewohnt ist, wird es bei den bestehenden Bedingungen nicht geben. Selbst bei gewaltigen Lockerungen blieben zu viele Probleme für eine reguläre Spielzeit“, sagte Herbert Knecht, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) Nord.

Der in die Regionalverbände Nord und Süd unterteilte VDF vertritt die Interessen von rund 90 Amateur-Freilichtbühnen bundesweit, die in einer regulären Saison von Mai bis September etwa 140 Inszenierungen gezeigt hätten. Der überwiegende Teil muss wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Für die vielen Ehrenamtlichen an den Freilichtbühnen sei dies eine Entscheidung „sehr schweren Herzens“ gewesen. Immerhin vereinzelt versuchten daher die Bühnen ein Rest- oder Alternativprogramm zu organisieren.

Die Corona-Krise habe an den Bühnen den Probenbetrieb und die Vorbereitungen für neue Produktionen jäh gestoppt. „Das lässt sich gar nicht mehr aufholen, selbst wenn wir wieder zusammen auf der Bühne stehen dürften“, sagte Knecht. Wenn Zuschauerzahlen sehr deutlich reduziert werden müssten, um Abstandsregeln einzuhalten, müsse sich zudem jede Bühne fragen, was noch wirtschaftlich sei. „Auch wenn das von Ehrenamtlichen gestemmt wird, bedeutet jede Aufführung auch einen gewissen finanziellen Aufwand“, sagte er.

US-Studie: Verkürzte Behandlungsdauer durch Remdesivir

11.05 Uhr: Die Ergebnisse einer klinischen Studie aus den USA verstärken die Hoffnungen auf eine Therapie gegen das neuartige Coronavirus: Laut der am späten Freitag in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie verkürzt das antivirale Mittel Remdesivir die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent. Weniger eindeutig war der Einfluss auf die Sterblichkeit.

An der Studie des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) nahmen 1063 Covid-19-Patienten in den USA sowie in neun weiteren Ländern in Europa und Asien teil. Sie erhielten zehn Tage lang entweder das vom US-Pharmakonzern Gilead hergestellte Mittel Remdesivir, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde, oder ein Placebo. Die mit Remdesivir behandelten Patienten benötigten im Mittelwert elf Tage, die anderen Patienten 15 Tage bis zur Genesung. Nach Angaben der Autoren der Studie wirkte das Mittel am besten bei Patienten, die noch nicht an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Sie empfahlen deshalb, schon früh mit der Behandlung zu beginnen.

Weniger eindeutig ist die Studie in der Frage, ob das Mittel auch die Sterblichkeit von Patienten senken kann. Von den Patienten, die Remdesivir erhielten, starben binnen 14 Tagen 7,1 Prozent. In der Kontrollgruppe betrug die Sterblichkeit 11,9 Prozent. Der Unterschied ist zu gering, um ihn eindeutig dem Medikament zuzuschreiben.

Lufthansa kündigt mehr Flüge ab Juni an

10.09 Uhr: Die Lufthansa will ab Juni wieder mehr Flüge anbieten - und hat dazu konkrete Ziele genannt. Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte am Sonntag einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Demnach sollen in der zweiten Junihälfte aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden - darunter Heraklion (Kreta), Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga.

Auch die Ferieninsel Mallorca soll ab Mitte Juni deutlich häufiger angeflogen werden. Die spanische Regierung hatte angekündigt, im Juli die Grenzen für ausländische Touristen zu öffnen. In Lufthansa-Kreisen wurde darauf hingewiesen, bei bereits stattfindenden Flügen auf die Ferieninsel seien oft Passagiere etwa mit doppelter Staatsangehörigkeit an Bord.

Die Lufthansa hatte bereits Mitte Mai angekündigt, ihr Angebot im Juni wieder auszuweiten. Dies wurde nun präzisiert.

Unterdessen dauerten die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und dem Unternehmen um milliardenschwere Staatshilfen am Sonntag an. Die Lufthansa ist in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Dem Konzern droht das Geld auszugehen.

Zoff um Thüringens Lockerungs-Alleingang

9.25 Uhr: In Thüringen könnten die landesweiten Corona-Schutzvorschriften bald enden - stattdessen soll gegebenenfalls lokal eingegriffen werden. Doch diese Ankündigung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) sorgt bundesweit für Diskussionen. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) kritisiert die Entscheidung. In der „Bild am Sonntag“ sagte er, solch eine Entscheidung halte er für verfrüht. Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt mahnten zur Vorsicht.

Ramelow hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten zu wollen. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

Türkei erwartet Aufhebung der Reisewarnung für deutsche Touristen

8.28 Uhr: Die türkische Regierung erwartet, dass die Bundesregierung ihre weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch für die Türkei aufhebt. Die Türkei sei ab Mitte Juni bereit, Touristen aus dem Ausland zu empfangen, sagte der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, der Deutschen Presse-Agentur. „Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet.“

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen, die noch bis zum 14. Juni gilt. Danach will der SPD-Politiker sie für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise ersetzen, in denen auf die jeweiligen Risiken aufmerksam gemacht wird. Wie mit Ländern außerhalb der EU verfahren wird, ist noch unklar. Die Türkei ist nach Spanien und Italien die Nummer 3 unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen.

Das waren die Corona-News vom 23. Mai

Attila Hildmann in Berlin von der Polizei in Gewahrsam genommen

21.18 Uhr: In Berlin ist auf einer Anti-Coronamaßnahmen-Kundgebung Fernsehkoch Attila Hildmann von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Hintergründe dazu lesen Sie hier.

Über zwei Millionen Coronavirus-Infektionen in Europa

18.40 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Europa ist auf mehr als zwei Millionen gestiegen. Zwei Drittel der insgesamt 2.001.995 Corona-Fälle wurden in Russland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich verzeichnet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben vom Samstag ergab. 173.133 Infizierte starben demnach. Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Weltweit wurden mittlerweile 5,2 Millionen Infektionsfälle und rund 339.000 Todesfälle registriert. 

Russland ist mit knapp 336.000 gemeldeten Infektionen und 3388 Todesfällen inzwischen zu einem neuen Krisenherd der Pandemie geworden. Weltweit wurden nur in den USA mehr Corona-Fälle verzeichnet. Besonders schwer betroffen sind in Europa außerdem Großbritannien (257.154 Fälle und 36.675 Tote), Spanien (234.824 Fälle und 28.628 Tote), Italien (229.327 Fälle und 32.735 Tote) und Frankreich (182.219 Fälle und 28.289 Tote). Experten gehen davon aus, dass die offiziell bestätigten Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionsfälle abbilden, da in vielen europäischen Ländern nur schwer erkrankte Patienten auf das Coronavirus getestet werden.

Spanien will Grenzen für Touristen ab Juli öffnen

15.49 Uhr: Spanien wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen, inzwischen werden aber auch hier immer mehr Lockerungen umgesetzt. Ab Juli sollen die Grenzen auch für ausländische Touristen langsam geöffnet werden. „Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonnabend in einer Rede an die Nation. „Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen“, erklärte der sozialistische Politiker. Zuletzt hatte es auch Spekulationen über eine frühere Grenzöffnung gegeben, nachdem Italien, eins der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Britischer Top-Regierungsberater soll gegen Corona-Regeln verstoßen haben – Rückstrittsforderungen

14.27 Uhr: Britischen Medienberichten zufolge soll der Chefberater von Premierminister Boris Johnson, Dominic Cummings, trotz Anzeichen einer Corona-Infektion seine Londoner Wohnung verlassen haben und zu seinen Eltern ins mehr als 400 Kilometer entfernte Durham im Nordosten Englands gefahren sein. Laut den britischen Corona-Verhaltensregeln muss sich aber jeder, der Symptome einer Corona-Infektion hat, in seiner eigenen Wohnung in Quarantäne begeben. Menschen über 70 Jahren – wie Cummings Eltern – dürfen zudem keine Besucher empfangen.

Die oppositionelle Labour-Partei verlangte eine Erklärung. Sein Verhalten deute darauf hin, dass Cummings sich selbst als über dem Gesetz stehend betrachte. Labour-Chef Keir Starmer: „Es kann nicht eine Regel geben für die, die sie aufgestellt haben, und eine andere für die britische Bevölkerung.“ Die Liberaldemokraten erklärten, Cummings Verhalten könne ein Rücktrittsgrund sein.

Die britische Regierung hat die Rücktrittsforderungen bislang zurückgewiesen. Ein Johnson-Sprecher versicherte, Cummings habe sich an die Corona-Regeln gehalten. Seine Frau sei infiziert gewesen, weshalb auch für Cummings selbst ein hohes Risiko bestanden habe. Es sei für ihn deshalb „unerlässlich“ gewesen, dafür zu sorgen, dass sein kleiner Sohn angemessen versorgt werde. „Seine Schwester und Nichten boten ihre Hilfe an, also fuhr er zu einem Haus in der Nähe seiner Verwandten für den Fall, dass ihre Hilfe notwendig würde.“

Der 48-jährige Cummings ist eine äußerst umstrittene Figur in der britischen Politik. Der unorthodoxe Politikberater gilt als Architekt der Brexit-Kampagne im Jahr 2016.

Thüringen will Corona-Beschränkungen beenden

12.56 Uhr: Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören. „Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Sonnabend den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen. Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes gilt bis 5. Juni. Dann sollen den Angaben nach auch für Schulen und Kindergärten weitere Schritte hin zu einem regulären Betrieb gegangen werden, hieß es. Details sollen in der Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden.

An die Stelle der landesweiten Vorgaben sollen dann nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch. Nach Zahlen der Staatskanzlei lag die Infektionsrate landesweit zuletzt bei 5,8 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Der Wert wird nach den zuletzt von der Staatskanzlei veröffentlichten Infektionszahlen lediglich in einem Landkreis überschritten: dem Kreis Sonneberg im Süden des Freistaates. Den Plänen zufolge soll der Landeskrisenstab aufgelöst und durch ein Alarmsystem ersetzt werden, bei dem das Gesundheitsministerium die zentrale Steuerung übernimmt.

Trotz Abstandsregeln: Zahlreiche Corona-Infektionen nach Gottesdienst

11.58 Uhr: Bei einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online“, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64), am Sonnabend. Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Die genaue Zahl der Betroffenen konnte Pritzkau nicht nennen. Die meisten seien Zuhause, sechs befänden sich in Krankenhäusern.

Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, wollte den Fall weder bestätigen noch dementieren: „Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht.“ Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er „nicht genau sagen“, meinte Pritzkau. „Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.“ Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

Neue Corona-Zahlen für Deutschland

9.29 Uhr: Seit dem gestrigen Tag sind in Deutschland laut Robert-Koch-Institut 638 neue Corona-Fälle hinzugekommen. Damit steigt die Zahl auf insgesamt 177.850 infizierte Menschen. Laut RKI beträgt die Zahl der Genesenen etwa 159.900.

Auch die Zahl der Corona-Todesfälle stieg. Mittlerweile sind 8216 Menschen, die an COVID-19 erkrankt waren, verstorben. Das sind 42 mehr als noch am Vortag.

Corona-Schulden: Söder fordert Obergrenze von 100 Milliarden Euro

18.45 Uhr: CSU-Chef Markus Söder fordert eine Obergrenze von maximal 100 Milliarden Euro für neue Schulden zur Bewältigung der Corona-Krise. Es sollten „eher weniger“ neue Schulden aufgenommen werden, so Söder am Freitag bei einem virtuellen Parteitag der Christsozialen in München.

Söder sagte, ohne eine solche Obergrenze „fehlt uns die zweite Luft“, falls sich die Lage verschlechtere. „Wir brauchen auch noch ein Notfallkonzept für die Situation, das manches nicht wirkt.“ Söder verwies darauf, dass neben den in Deutschland geplanten Konjunkturprogrammen auch in Europa viele Investitionen bevorstehen. „Deutschland muss da für vieles gerade stehen“, sagte der CSU-Vorsitzende.

Erster Erfolg: Corona-Impfstoff teilweise wirkungsvoll

18.00 Uhr: Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. „Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist“, sagte er.

Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. Momentan sind nach „Lancet“-Angaben mehr als 100 mögliche Wirkstoffe gegen Covid-19 weltweit in der Entwicklung.

Chloroquin & Co.: Malaria-Mittel wirken nicht gegen Covid-19

17.47 Uhr: Eine umfassende Datenanalyse bekräftigt, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen. Im Gegenteil, die Wirkstoffe erhöhen womöglich die Todesrate und führen zu mehr Herzrhythmusstörungen, berichten Forscher aus den USA und der Schweiz im Journal „The Lancet“. Sie hatten Daten von gut 96 000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15 000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Die Autoren sprechen sich dafür aus, die Mittel nur im Rahmen von klinischen Studien einzusetzen und den Nutzen sorgfältig zu prüfen. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin wiederholt als Wundermittel gepriesen. Zuletzt sorgte er für Aufregung mit der Aussage, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen. Die Hoffnung, dass die Mittel zur Behandlung von Covid-19 geeignet sein könnten, beruhen bisher nur auf Zellversuchen und einigen kleineren Studien. Derzeit laufen zahlreiche klinische Studien, in denen die Wirksamkeit genauer geprüft wird.

Die Ergebnisse das Teams um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School weisen nun jedoch nicht auf einen Nutzen der Mittel hin. Die Patientendaten der Studie stammten von 671 Krankenhäusern auf sechs Kontinenten. Alle vier Behandlungsarten - die beiden Mittel jeweils allein oder mit Antibiotikum - erhöhten das Sterberisiko im Krankenhaus. Vor allem Hydroxychloroquin zusammen mit einem Antibiotikum erwies sich als schlecht: Einer von 4 der so behandelten Patienten starb. In der Kontrollgruppe war es nur einer von 11 Patienten. Auch bestimmte Herzrhythmusstörungen traten gehäuft auf: Bei 8 Prozent im Vergleich zu 0,3 Prozent der Kontrollgruppe.

Das Team hatte zahlreiche mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt, etwa das Alter der Patienten oder Vorerkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten. Es kann dennoch nicht sicher ausschließen, dass es andere, nicht berücksichtigte Faktoren gibt, die die Unterschiede zwischen den Gruppen verursachen. Eben aus diesem Grund seien kontrollierte klinische Studien zu den Mitteln dringend nötig.

Forscher weisen erstmals Corona-Virus in Muttermilch nach

16.01 Uhr: Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „The Lancet“.

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet.

In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen vier Mal positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19.

Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ Typischerweise wird das Virus über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. „Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden“, heißt es dazu in den Empfehlungen auf der Homepage der Organisation.

300 Euro pro Kind: Scholz plant Familien-Bonus

14.10 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein.

Außerdem sollten Gastwirte und Künstler einen Ausgleich für entgangenes Einkommen bekommen - gemessen am Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre. Für Unternehmen plant Scholz laut „Spiegel“ Erleichterungen bei Abschreibungen oder Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket werde bis zu 150 Milliarden Euro umfassen.

Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. Am Donnerstag hatte Scholz in einer Videobotschaft pauschal Unterstützung für Familien, Arbeitnehmer und Branchen wie Kultur, Schausteller, Gaststätten, Hotels oder Reisebüros in Aussicht gestellt. Das Konjunkturprogramm solle dafür sorgen, „dass die Einkommen der Bürgerinnen und Bürger stabilisiert werden, ganz besonders die der Familien, die es jetzt besonders schwer haben“. 

Nach Ansicht der NRW-Landesregierung sollten Familien einen Bonus von 600 Euro pro Kind bekommen. Das Kindergeld solle damit einmalig aufgestockt werden, schlugen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Freitag in Düsseldorf vor. Ein solcher Bonus sei ein schnell wirksames Mittel, das die Kaufkraft stärke und dem Einzelhandel zusätzliche Nachfrage bringe. Der Bund müsse schnell einen entsprechenden Vortrag unterbreiten. Als Land sei man bereit, die Mittel mit einem eigenen Landesprogramm zu ergänzen.

Laumann sieht keinen Grund mehr für Reiseverbote

11.55 Uhr: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen „keinen Grund, den Menschen das Reisen weiterhin zu verbieten“. Der Zeitung „Die Welt“ (Freitag) sagte der Minister: „Wenn mehr gereist wird, gibt es mehr Risiken. Aber man kann es gut verantworten.“ Wenn weiter Fortschritte gemacht würden, werde die Lage „in ein paar Wochen“ hoffentlich noch besser sein.

„Auch wenn nach wie vor Vorsicht geboten ist: Wir befinden uns aktuell in einer entspannten Situation“, sagte der Minister. Es gebe viele Kreise in Nordrhein-Westfalen und anderswo in Deutschland, die derzeit nicht einmal mehr eine Neuinfektion pro Tag aufwiesen. Das eröffne die Möglichkeit, die Einschnitte Schritt für Schritt zurückzunehmen. Ob es eine zweite Corona-Infektionswelle geben werde, wie Virologen es sagten, sei „Spekulation“. Man könne eine zweite Welle nicht ausschließen, „aber wir bereiten uns so gut wie möglich vor.“ So werde Nordrhein-Westfalen ein Lager für Schutzbekleidung und Masken anlegen.

Bei den Beratungen innerhalb der Europäischen Union zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien hatte es in den vergangenen Tagen erste Fortschritte gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte sich zuversichtlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni zumindest für die Europäische Union aufgehoben werden könne

Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie 

11.30 Uhr: Der britische Staat hat im vergangenen Monat so viele Schulden aufgenommen wie nie zuvor. Das teilte die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Freitag in London mit. Demnach belief sich die Neuverschuldung der öffentlichen Hand im April auf rund 62 Milliarden Pfund (knapp 69 Mrd Euro), das sind 51 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die britische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein großzügiges Programm für Unternehmen aufgelegt, die ihre Arbeitnehmer freistellen. Die Gehälter werden noch bis Ende Juni zu 80 Prozent vom Staat gezahlt. Vergangene Woche kündigte Schatzkanzler Rishi Sunak an, das Programm werde bis Oktober verlängert, wenn auch mit geringerer Beteiligung vom Staat. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen eingebrochen.

Obdachlose EU-Bürger haben Anspruch auf Hartz IV

9.54 Uhr: Wohnungslose EU-Bürger, die sich für die Arbeitssuche in Deutschland aufhalten, haben normalerweise keinen Anspruch auf existenzsichernde Leistungen. Angesichts der Covid-19-Pandemie können sie jetzt allerdings im Eilverfahren entsprechende Leistungen beanspruchen.

Das zeigt eine Entscheidung des Sozialgerichts Düsseldorf (Az.: S 25 AS 1118/20 ER), erklärt die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Betroffene haben damit auch Anspruch auf vollständige medizinische Versorgung.

McDonald's hilft seinen Restaurantbetreibern

9.40 Uhr: McDonald's verzichtet in der Corona-Krise auf einen Teil der Zahlungen seiner Restaurantbetreiber in Deutschland. Ihnen wurden die Pacht- und Franchisegebühren für März und April gestundet, ein Teil der Miete auch erlassen, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Zudem plant der Burgerbrater eine Werbeoffensive. Hintergrund sei, dass von Montag an wieder in allen Bundesländern auch die Innenräume der Schnellrestaurants genutzt werden können, sagte ein Sprecher am Freitag.

US-Techkonzern IBM kündigt Stellenstreichungen an 

8.39 Uhr: Der US-Techkonzern IBM hat einen umfassenden Abbau von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise angekündigt. Die Entscheidung sei wohl für einige Beschäftigte eine einzigartige und schwierige Situation, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag (Ortszeit) in einer Stellungnahme. Das Unternehmen müsse in dem sehr wettbewerbsintensiven Markt flexibel bleiben, um jederzeit hochtalentierte Arbeitskräfte anwerben zu können, die Entscheidungen des Konzerns seien im Interesse des langfristigen Wohlergehens der Firma.

Wie viele Jobs IBM streichen will, dazu machte das Unternehmen mit Sitz in Armonk (Bundesstaat New York) keine detaillierten Angaben. Dabei dürfte es aber um Tausende Stellen gehen, wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete. Ende vergangenen Jahres hatte IBM knapp 353 000 Mitarbeiter.

Brasilien empfiehlt umstrittenes Medikament gegen Corona

7.42 Uhr: Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin nun zur Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten. Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Leitfaden für Ärzte. Gegenüber einer früheren Version des Dokuments wurden der Titel geändert, eine Reihe von Quellennachweisen gestrichen und die Verantwortlichen für den Text namentlich genannt.

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsatzes des umstrittenen Medikaments überworfen hatte.

Hydroxychloroquin wird zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 eignet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen.

Trotzdem versprechen sich einige von dem Medikament eine wirksame Waffe gegen die grassierende Corona-Pandemie. US-Präsident Donald Trump preist Hydroxychloroquin als „Geschenk Gottes“ und nimmt es nach eigenen Angaben prophylaktisch, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen.

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum neuen Zentrum der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 310 087 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Mindestens 20 047 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Das waren die Corona-News vom 21.Mai

„Großartiges Signal": Trump will G7-Gipfel im Weißen Haus abhalten

20.06 Uhr: US-Präsident Donald Trump will den G7-Gipfel hauptsächlich im Weißen Haus abhalten - sollte es trotz der Corona-Pandemie nun doch ein reales Treffen geben. Es sehe so aus, als würde der Gipfel der Staats- und Regierungschefs stattfinden können, sagte Trump am Donnerstag im Garten des Weißen Hauses.

Am Mittwoch hatte der US-Präsident völlig überraschend per Twitter mitgeteilt, dass er erwäge, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin Mitte Juni oder an einem ähnlichen Datum zu veranstalten. Ein Teil des Gipfels könnte am Landsitz des Präsidenten in Camp David stattfinden, in erster Linie aber im Weißen Haus in Washingon, sagte Trump nun.

Die US-Regierung hatte im März das für Mitte Juni in den USA geplante Gipfeltreffen der sieben großen Industrienationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Ursprünglich sollte der Gipfel vom 10. bis 12. Juni in Camp David stattfinden. Zu der „Gruppe der Sieben“ gehören neben den USA Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada. Trump hatte am Mittwoch geschrieben, dass ein realer Gipfel ein großartiges Signal der Normalisierung sein würde und dass die anderen Länder wie die USA bereits ihr Comeback starteten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ offen, ob sie einer Einladung Trumps in die USA in wenigen Wochen folgen würde. Aus Kreisen des Pariser Élyséepalastes verlautete, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron willens sei, nach Camp David zu reisen, falls die Gesundheitsbedingungen es erlaubten. Auch Kanadas Premier Justin Trudeau zeigte sich offen für eine Diskussion über ein persönliches Treffen in den USA.

Quarantäne bereits abgesessen: UN kritisiert Malta wegen Umgang mit Flüchtlingen

18.19 Uhr: Zwei UN-Organisationen haben Malta scharf kritisiert, weil rund 160 aus Seenot gerettete Migranten auf zwei Quarantäne-Schiffen im Mittelmeer festsitzen. Ihre Kritik richtete sich auch an die weiteren EU-Staaten. Es sei wichtig, die Menschen bald an Land gehen zu lassen, da sie bereits seit rund zwei Wochen auf den Schiffen seien, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sowie der Organisation für Migration (IOM).

Eine Gruppe von 21 Menschen habe vor einigen Tagen bereits in Malta an Land gehen können, die weiteren Flüchtlinge und Migranten säßen aber noch auf den Schiffen fest. Inzwischen hätten sie mit Blick auf das Coronavirus schon eine 14-tägige Quarantäne abgesessen. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass Menschen länger auf See gehalten werden als notwendig - vor allem unter den schwierigen Bedingungen“, hieß es in der Mitteilung.

UNHCR und IOM betonten, die Staaten hätten eine Verpflichtung, Menschen in Not sofort zu helfen. Die aufgrund der Corona-Krise eingeführten Maßnahmen wie etwa Quarantänen und das Abstandhalten dürften nicht zu Diskriminierung führen. „Die Staaten müssen weiterhin aus Seenot gerettete Menschen an Land lassen und einen Zugang zu Asyl und humanitärer Hilfe sicherstellen.“

Nach Medienberichten hatte sich die Lage unter den Menschen an Bord der Schiffe zuletzt zugespitzt. Maltas Regierung in Valletta betont seit längerem, dass der Inselstaat bereits viele Migranten aus Booten aufgenommen habe und beklagt, dass andere EU-Staaten nicht genug von ihnen übernehmen. 

Hamas schließt Gaza-Grenze wegen Corona-Neuinfektionen

17.08 Uhr: Nach einer Zunahme von Corona-Infektionen hat die im Gazastreifen herrschende Hamas Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Wie ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Palästinenserorganisation am Donnerstag ankündigte, werden die beiden einzigen Personen-Grenzübergänge Rafah und Erez bis Ende Juni für Einreisende geschlossen.

In dem dicht besiedelten Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt deshalb als Horrorszenario. Rafah ist die Verbindung des Gazastreifens nach Ägypten, Erez nach Israel.

Der Corona-Ausbruch im Gazastreifen verlief entgegen der Befürchtungen bislang glimpflich. Nach Angaben des Gaza-Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden in den vergangenen drei Tagen jedoch 29 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Zahl aller bekannten Fälle seit Ausbruch des Virus in dem Gebiet am 5. März stieg damit auf 49 – Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Nach Angaben des Ministeriums waren alle neu Erkrankten kürzlich über die Übergänge Rafah und Erez in den Gazastreifen zurückgekehrt.  

Hopkins-Uni: Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen weltweit

16.11 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits rund 328 000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen. Deutschland hatte nach diesen Daten rund 178 900 registrierte Infizierte und etwa 8200 Todesfälle. 

Maas warnt vor „radikalen Extremisten und Antisemiten“ bei Corona-Demos

14.42 Uhr: Führende Regierungsmitglieder haben vor einer Vereinnahmung der Grundrechte-Demonstrationen in der Corona-Krise durch Extremisten gewarnt. „Wenn radikale Extremisten und Antisemiten Demonstrationen benutzen, um zu hetzen und zu spalten, dann sollte jeder deutlich mehr als nur eineinhalb Meter Abstand halten“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) der „Welt“ (Freitagsausgabe). Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mahnte zu Achtsamkeit, „dass Extremisten hier nicht Oberwasser bekommen.“ Seit einigen Wochen wird vielerorts in Deutschland gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie demonstriert.

Bei den Kundgebungen treten immer wieder Extremisten und auch Verschwörungstheoretiker in Erscheinung. Maas mahnte, von Rechtsradikalen solle sich niemand instrumentalisieren lassen. „Wer ohne Maske, ohne Mindestabstand und ohne jede Rücksicht auf andere Verschwörungstheorien in die Welt schreit, der verwechselt Mut mit blinder Wut und Freiheit mit blankem Egoismus.“

Tourismus-Start: Österreich setzt auf Tausende Tests

13.14 Uhr: Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests für möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. „Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmäßig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen“, sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag in Wien.

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte, dass bis Anfang Juli Kapazitäten für wöchentlich 65 000 Tests für die Mitarbeiter in den Unterkünften aufgebaut werden sollen. Der Bund werde die Kosten für die Tests übernehmen. Mahrer sprach von „einem der besten Investments, dass man für den Tourismus-Standort machen kann.“ In Österreich dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe ab dem 29. Mai wieder öffnen.

SAP-Chef hätte gern ein größeres Home-Office

11.58 Uhr: Der Chef des Software-Konzerns SAP, Christian Klein, ist mit seinem Homeoffice-Arrangement unglücklich. „Hätte ich gewusst, dass ich einmal so viel Zeit im Homeoffice verbringen würde, hätte ich mich für ein größeres Zimmer entschieden“, sagte er dem „Mannheimer Morgen“ vom Donnerstag. „Mein aktuelles ist tatsächlich zehn Quadratmeter groß.“ Womöglich kann Klein aber auf Besserung hoffen: „Ich habe schon mit meiner Frau verhandelt, ob ich vielleicht umziehen darf“, berichtete der Manager. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die Corona-Pandemie auch langfristig manche Gewohnheiten in der Arbeitswelt verändern könnte.

„Wir brauchen für die Zeit nach der Krise einfach eine bessere Mischung“, sagte er. „Man muss sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, für jedes firmeninterne Treffen um die Welt zu fliegen. Oder wirklich jede Veranstaltung zu besuchen.“ Die Zeit lasse sich effizienter nutzen, „wenn man nicht zu jeder Gelegenheit in den Flieger steigt“, befand Klein.

Trump will G7-Gipfel wohl doch nicht als Videokonferenz abhalten

11.54 Uhr: US-Präsident Donald Trump will den von seinem Land ausgerichteten G7-Gipfel kommenden Monat nun womöglich doch nicht per Videoübertragung abhalten, sondern in Form eines persönlichen Treffens auf seinem Landsitz Camp David. Im Onlinedienst Twitter begründete Trump seine Überlegung am Mittwoch damit, dass die Vereinigten Staaten sich bereits von der Corona-Pandemie erholten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere G7-Staats- und Regierungschefs reagierten zurückhaltend. „Jetzt, wo unser Land 'zur Großartigkeit zurückkehrt'“, ziehe er es in Betracht, den G7-Gipfel doch in Camp David im Bundesstaat Maryland stattfinden zu lassen - „an dem selben oder einem ähnlichen Datum“ wie ursprünglich geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz: „In welcher Form auch immer das G7-Treffen stattfindet - ob als Videokonferenz oder anders -, ich werde auf jeden Fall für den Multilateralismus kämpfen, das ist ganz klar“. Auf die Nachfrage, ob dies nun bedeute, dass sie bei einer Einladung nach Camp David reisen werde, antwortete die Kanzlerin: „Das Weitere warten wir einfach einmal ab. Ich habe meine Worte mit Bedacht gewählt.“

US-Präsident Donald Trump will den von seinem Land ausgerichteten G7-Gipfel kommenden Monat nun womöglich doch nicht per Videoübertragung abhalten, sondern in Form eines persönlichen Treffens auf seinem Landsitz Camp David. Im Onlinedienst Twitter begründete Trump seine Überlegung am Mittwoch damit, dass die Vereinigten Staaten sich bereits von der Corona-Pandemie erholten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere G7-Staats- und Regierungschefs reagierten zurückhaltend. „Jetzt, wo unser Land 'zur Großartigkeit zurückkehrt'“, ziehe er es in Betracht, den G7-Gipfel doch in Camp David im Bundesstaat Maryland stattfinden zu lassen - „an dem selben oder einem ähnlichen Datum“ wie ursprünglich geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz: „In welcher Form auch immer das G7-Treffen stattfindet - ob als Videokonferenz oder anders -, ich werde auf jeden Fall für den Multilateralismus kämpfen, das ist ganz klar“. Auf die Nachfrage, ob dies nun bedeute, dass sie bei einer Einladung nach Camp David reisen werde, antwortete die Kanzlerin: „Das Weitere warten wir einfach einmal ab. Ich habe meine Worte mit Bedacht gewählt.“

Brasilien meldet fast 20.000 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

10.37 Uhr: Zum ersten Mal hat Brasilien fast 20 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwoch (Ortszeit) 19 951 neue Corona-Infektionen und 888 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium erstmals über 1000 Corona-Tote mehr als am Vortag vermeldet. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.

Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Menschen einwohnerreichsten Land Lateinamerikas nach offiziellen Angaben bislang 18 859 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 291 579 Personen haben sich nachweislich infiziert. Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

Kita-Öffnung: Laschet vergleicht Kinderbetreuung mit Biergärten

9.29 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat für den in seinem Bundesland geplanten Start eines eingeschränkten Regelbetriebs in den Kitas geworben. „Und wenn man sieht, dass inzwischen in Bayern Biergärten geöffnet haben, dann finde ich, haben auch die Kinder wieder Betreuung verdient“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der Sendung „ARD Extra“. Er habe immer dafür plädiert, abzuwägen, „welche Schäden richten wir auch an, wenn Kinder jetzt seit über acht Wochen nicht mehr in den Kitas waren. Und dem versuchen wir jetzt, ein wenig Rechnung zu tragen“.

In Nordrhein-Westfalen sollen alle Kinder ab dem 8. Juni wieder in ihre Kitas und die Tagespflege zurückkehren können - in einem eingeschränkten Regelbetrieb. So sollen die Jungen und Mädchen nur in einem reduzierten Umfang betreut werden, 15 bis 35 Stunden pro Woche.

Laschet verwies auf die Forderung mehrerer medizinischer Fachgesellschaften nach einem Ende des in der Corona-Krise verhängten Notbetriebs der Kitas. Der Ministerpräsident hob geplante Hygienemaßnahmen hervor und betonte zudem: „Man muss natürlich das auf jede einzelne Kita anpassen.“ Er führte aus: „Und da werden sie die Kitas im ländlichen Raum anders erleben als in verdichteten Großstädten. Da braucht man individuelle Antworten.“

Das waren die Corona-News vom 20. Mai

Stars geben ihre Social-Media-Profile an Corona-Experten

19.57 Uhr: In der Corona-Krise übergeben Stars wie Julia Roberts, Sarah Jessica Parker und Hugh Jackman ihre Social-Media-Profile zeitweise an Wissenschaftler und Krankenhaus-Mitarbeiter. Mit der Kampagne „PassTheMic“ sollen die Experten so ab Donnerstag drei Wochen lang eine größere Reichweite erzielen können, wie die Organisatoren der Wohltätigkeitsorganisation „One Campaign" am Mittwoch mitteilten.

Als erstes werde Hollywod-Star Roberts ihre Social-Media-Kanäle zeitweise an den US-Virologen Anthony Fauci übergeben, der die US-Regierung im Umgang mit der Pandemie berät. Danach sind Stars wie Connie Britton, Shailene Woodley, Penelope Cruz, Millie Bobby Brown Rita Wilson und Robin Wright dran. Neben Wissenschaftlern sollen so unter anderem Wirtschafts-Experten, Krankenhaus-Mitarbeiter und andere Menschen in systemrelevanten Berufen zu Wort kommen.

Brasilien registriert erstmals über 1000 Corona-Tote in 24 Stunden

17.57 Uhr: Brasilien hat zum ersten Mal mehr als 1000 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Das Gesundheitsministerium in Brasília gab am Dienstagabend (Ortszeit) 1179 Corona-Tote mehr als am Montag bekannt – 188 von ihnen waren demnach jedoch bereits in den drei Tagen zuvor registriert worden. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.

Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas bislang 16.792 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 254.220 haben sich nachweislich infiziert. Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und immer noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen.

Zur Behandlung leichter Covid-19-Fälle empfahl das Gesundheitsministerium in einer neuen Richtlinie Chloroquin, wie brasilianische Medien am Mittwoch berichteten. Am vorigen Freitag hatte Gesundheitsminister Nelson Teich nach Unstimmigkeiten mit dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro über den Einsatz des umstrittenen Medikaments, den der Regierungschef befürwortet, um seine Entlassung gebeten - nach nur einem Monat im Amt.

NRW: Abi-Abschlussfeier im Autokino

17.30 Uhr: Die Abiturienten aus der Gemeinde Lippetal in NRW sollen ihre Zeugnisse im Autokino überreicht bekommen. Die Abschlussfeierlichkeiten für den ersten Abiturjahrgang der 2011 gegründeten Gemeinschaftsschule sollen trotz Corona-Beschränkungen ein würdevolles Erlebnis für alle Beteiligten werden, wie Bürgermeister und Schulleitung mitteilten. Die feierliche Zeugnis-Übergabe am 26. Juni sei daher in das neu eingerichtete Autokino verlegt worden.

Dort könnten dann auch aus dem Auto heraus Familien, Freunde und Offizielle über die große Leinwand die Veranstaltung hautnah mitverfolgen. Die Zeugnisse werden unter Einhaltung der Abstandsregeln auf der Bühne vergeben.

DRK warnt: Blutspenden werden knapp

14.56 Uhr: In den östlichen Bundesländern gehen den Blutspendediensten die Reserven aus. In Berlin, Brandenburg und Sachsen decken die zur Verfügung stehenden, gekühlten und getesteten Blutkonserven mancherorts nicht einmal mehr den Bedarf eines durchschnittlichen Tages, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Mittwoch mitteilte. Thüringen und Sachsen-Anhalt hätten Vorräte für rund zwei Tage, Mecklenburg-Vorpommern immerhin für drei.

Das Problem liegt nach DRK-Angaben nicht an mangelnder Spendenbereitschaft. Vielmehr sei der Bedarf an Blutkonserven in Krankenhäusern deutlich angestiegen und gleichzeitig viele Orte zur Blutspende coronabedingt weggefallen oder nur eingeschränkt nutzbar. Das Rote Kreuz deckt über zwei Drittel des Bedarfs an Blutkonserven in Deutschland ab. Deutschlandweit ruft das DRK zu Blutspenden auf und wird auch vereinzelt an Samstagen und Feiertagen Termine anbieten.

Möglicherweise Corona-Infektion durch Nerze

13.47 Uhr: In den Niederlanden ist möglicherweise erstmals ein Mensch durch einen Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert worden. Neuen Untersuchungen zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das Landwirtschaftsministerium in Den Haag mit. Die Regierung wolle nun die Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schließen, erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP.

Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des Obersten Gerichtshofes bis 2024 den Betrieb einstellen. Durch Subventionsangebote könnten Betreiber möglicherweise dazu gebracht werden, dies schon eher umzusetzen, erklärte Schouten. Das Ministerium ordnete Untersuchungen der Tiere in allen Nerzfarmen an. Allerdings schätzt die Gesundheitsbehörde RIVM das Ansteckungsrisiko für Menschen außerhalb der Stallanlagen als äußerst gering ein.

Ende April war das neue Coronavirus bei mehreren Nerzen in zwei Zuchtbetrieben in der Provinz Noord-Brabant unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen festgestellt worden. Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden beide Farmen in einem Radius von 400 Metern abgeriegelt. Das Landwirtschaftsministerin ordnete zudem eine Meldepflicht für Nerzzüchter und Tierärzte bei Coronasymptomen an.

Studierendenverband fordert 900 Millionen Euro von der Bundesregierung

11.52 Uhr: „Schätzungsweise 750.000 Studierende stecken seit zwei Monaten in existentiellen finanziellen Notlagen. Sie haben ihren Nebenjob verloren oder ihre laufenden Arbeitsverträge wurden nicht verlängert“, schreibt der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) in seinem offenen Brief an die Regierung. Viele dieser Studierenden wüssten seit Wochen nicht, wie sie ihre Miete, Lebensmittel oder weitere Verbindlichkeiten zahlen sollen. Einige hätten ihr Studium aufgrund der finanziellen Situation bereits aufgeben müssen.

Die bisherigen Hilfen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, kritisiert der Dachverband der Studierenden. Der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) würde viele Studierende nur später in eine noch tiefere Schuldenkrise stürzen. Bis Ende März müssen Studierende keine Zinsen auf den Kredit zahlen - darüber hinaus allerdings schon. „Die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Deutschland ist in Gefahr, wenn Studierende, die das Hochschulwesen mit Leben erfüllen, diesen reihenweise verlassen müssen“, so die fzs. „Wir fordern daher ein Bund-Länder-Programm zur Aufstockung der Zuschüsse an die Studierendenwerke auf mindestens 900 Millionen Euro.“

Berliner Flughafen Tegel schließt vorläufig

9.42 Uhr: Der Flughafen Tegel in Berlin kann am 15. Juni vorläufig schließen. Darauf verständigten sich der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwochmorgen in einer per Videokonferenz ausgerichteten Gesellschafterversammlung, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen bestätigte. Berlin und Brandenburg dringen schon länger darauf, den derzeit wegen der Corona-Krise kaum genutzten Flughafen einstweilig zu schließen und damit Kosten zu sparen.

Die Frage war wegen Einwänden der Bundesregierung allerdings mehrfach vertagt worden. Bereits am Dienstag hatte das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die beteiligten Bundesministerien hätten ihre Einwände zurückgezogen. Der Bund hatte seine Einwände bislang damit begründet, dass die Zeit für die Inbetriebnahme des neuen Regierungsterminals in Schönefeld bis zur im Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu kurz sei. Laut „Handelsblatt“ wurde dies inzwischen gelöst.

Der sonstige Berliner Flugverkehr könnte ohnehin über den ebenfalls derzeit nicht ausgelasteten Flughafen Schönefeld abgewickelt werden. Ende Oktober soll dann nach jahrelangen Verzögerungen der neue Flughafen BER, ebenfalls in Schönefeld, in Betrieb gehen.

Gastgewerbe: 45 Prozent weniger Umsatz im März

9.35 Uhr: Die Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben drastische Umsatzeinbußen für das Gastgewerbe in Deutschland nach sich gezogen. Um fast die Hälfte brachen die Erlöse von Hoteliers und Gastwirten im März ein - sowohl im Vergleich zum Februar 2020 als auch zum Vorjahresmonat.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gab es in allen Zweigen des Gastgewerbes die größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Im Vergleich zum März 2019 brachen die Erlöse nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch real um 45,4 Prozent ein, im Vergleich zum Februar 2020 fiel der Umsatz preisbereinigt um 44,6 Prozent.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatte die Politik ab dem 18. März Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Ab dem 22. März waren Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices geschlossen. Seit Mitte Mai werden die Einschränkungen nach und nach wieder gelockert.

Familienministerin: Lohnersatz bei geschlossener Kita wird verlängert

7.38 Uhr: Eltern sollen bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder in der Corona-Krise wegen Einschränkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bestätigte am Mittwochmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“, dass das Kabinett die Verlängerung der Zahlung heute beschließen werde. „Die Lohnfortzahlungen werden weitergehen bis zu 20 Wochen.“

Der Lohnersatz werde je Elternteil auf bis zu zehn Wochen verlängert, für Alleinerziehende auf bis zu 20 Wochen. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben“, sagte die SPD-Politikerin. Sie sei froh, dass SPD-Sozialminister Hubertus Heil und sie sich hier durchgesetzt hätten. Zuvor hatte bereits Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt, die Verlängerung werde kommen. Er ist dafür zuständig, weil die Entschädigung im Infektionsschutzgesetz geregelt ist.

Wer in der Corona-Krise wegen der Betreuung kleiner Kinder nicht arbeiten kann und deshalb kein Geld verdient, erhält bisher für maximal sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung, höchstens 2016 Euro im Monat. Der Arbeitgeber zahlt das Geld aus und kann es sich von den Behörden erstatten lassen. Weil Kitas und Schulen voraussichtlich noch längere Zeit nicht in den Regelbetrieb gehen können, soll der Lohnersatz verlängert werden.

Weltärzte-Chef fordert Impfpflicht gegen Corona

7.18 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. „Ich war für die Impfpflicht bei Masern. Ich bin auch hier für eine Impfpflicht“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die Bundesregierung hatte am Montag erneut betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen will: „Es wird keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.Noch existiert kein solcher Impfstoff. Weltweit gibt es laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) aber mehr als 120 Impfstoffprojekte. Ob ein Impfstoff noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden kann, gilt als fraglich.

Montgomery forderte, die deutsche Regierung müsse mit gesetzlichen Maßnahmen dafür sorgen, „dass nicht derjenige als Erster geimpft wird, der am meisten dafür zahlt“. „Als Erstes müssen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und die Mitarbeiter in den Kliniken geimpft werden. Ich fürchte aber, dass auch hierzulande ein Schwarzmarkt entstehen wird.“ Dazu komme ein anderes Problem, es gebe Leute, die sich nicht impfen lassen wollen oder können.

Beim Schutz älterer Menschen sieht Montgomery indes Nachholbedarf. „In der Altenpflege haben die Schutzkonzepte komplett versagt. Sowohl beim Personal als auch bei den Besuchern“, sagte der Chef des Weltärztebundes den Zeitungen. Das müsse sich künftig bessern. „Die Politik hat lange Zeit nur daran gedacht, dass wir Masken und Kittel für die Krankenhäuser brauchen. Kein Mensch hat an die Altenpflege gedacht“, kritisierte er. Die Hauptlast sieht er nun bei den Gesundheitsämtern, die neue Fälle registrieren, Kontakte nachverfolgen und Quarantänemaßnahmen verhängen müssten.

Das waren die Corona-News vom 19. Mai

Flüchtlingsunterkunft in Mainz unter Quarantäne

21.01 Uhr: Wegen mehrerer bestätigter Corona-Fälle ist eine Flüchtlingsunterkunft in Mainz mit derzeit 113 Bewohnern unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend mit. In der vergangenen Woche war bei einer zehnköpfigen Familie der Vater positiv auf das Virus getestet worden. Die Familie wurde daraufhin in ein dafür vorgesehenes Gebäude zur 14-tägigen Quarantäne gebracht. Weitere Tests des Gesundheitsamtes ergaben, dass alle Familienmitglieder und ein Kind einer anderen Familie in der Flüchtlingsunterkunft infiziert sind.

Inzwischen seien in der Gemeinschaftsunterkunft weitere Tests durchgeführt worden - und es hätten sich drei Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen gemeldet, hieß es weiter. Und: „Es stellte sich heraus, dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat.“ Deshalb wurde die Quarantäne für die Unterkunft angeordnet. Das DRK werde die Bewohner weiterhin betreuen und nun insbesondere auch die Einkäufe übernehmen.

„Öffnet Büchse der Pandora" – FDP kritisiert Merkels Europa-Hilfspaket scharf

19.19 Uhr: Die FDP hat die Europa-Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron scharf kritisiert. „Der Merkel-Macron-Plan öffnet die Büchse der Pandora zu noch mehr Schulden“, sagte Fraktionsvize Christian Dürr am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Er äußerte die Vermutung, der deutsch-französische Wiederaufbauplan sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit unvereinbar mit den europäischen Verträgen“. „Die europäischen Verträge verbieten es der EU aus gutem Grund, Schulden zu machen“, betonte Dürr. Merkel und Macron wollten nun aber „eine dauerhafte Schuldenaufnahme unabhängig von Krisen und Notfällen schaffen“.

Dies lehne die FDP klar ab. Die Initiative schwäche das europäische Recht und stärke die Verschuldung Europas, „besser wäre andersrum“. „Seit ihrer Gründung ist die EU sehr gut damit gefahren, solide zu haushalten“, sagte Dürr weiter. „Es wäre fahrlässig, das in der Krise aufzugeben.“

Die EU solle besser bei Reformen für Wachstum und Innovation mehr Ehrgeiz an den Tag legen, „statt an neuen Wegen für mehr Schulden zu arbeiten“. Der Plan von Merkel und Macron soll der EU-Kommission erlauben, auf den Finanzmärkten Kredite im Namen der EU aufzunehmen, um einen Wiederaufbaufonds im Volumen von 500 Milliarden Euro zu füllen. Das Geld soll dann als nicht rückzahlbare Zuschüsse aus dem EU-Haushalt an die am stärksten von der Corona-Krise betroffenen EU-Länder fließen.

Russland plant in Corona-Krise keine Militärübungen an Nato-Grenze

19.04 Uhr: Russland plant während der Corona-Krise keine Militärmanöver an der Grenze zu Nato-Ländern. Das Militär werde zudem auch andere Übungen reduzieren, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau der Agentur Tass zufolge. Russland habe dem Militärbündnis schon früher derartige Vorschläge gemacht, um das Vertrauen zu stärken. Diese seien jedoch unbeantwortet geblieben.

Bei den großangelegten Militärübungen setzt die Atommacht regelmäßig seine neuen Hyperschallraketen ein, etwa im Schwarzen Meer oder an der Ostsee. Auch mit China und Ländern wie Serbien hält Moskau immer wieder solche gemeinsamen Übungen ab. Zahlreiche westliche Länder und auch die Nato hatten Russland dabei mangelnde Transparenz vorgeworfen.

Die Corona-Krise hat auch Russlands Militär schwer getroffen. Insgesamt haben sich nach offiziellen Zahlen knapp 300 000 Menschen in dem Land mit dem Virus infiziert. Nach Angaben des Verteidigungsministerium haben sich rund 1630 Armeeangehörige mit Sars-CoV-2 angesteckt.

Deutsche Bahn: Corona führt nicht zu Stellenabbau

16.06 Uhr: Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, hat Befürchtungen zurückgewiesen, bei der Deutschen Bahn stünde wegen Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise ein Stellenabbau bevor. Die Fahrgastzahlen im Personenverkehr sollten bis 2030 verdoppelt werden und im Schienengüterverkehr 70 Prozent mehr Güter transportiert werden, sagte Ferlemann der Wochenzeitung „Die Zeit“.

„Wenn das Bahn-Management diese Ziele erfüllen soll, dann können wir keine Stellen abbauen, sondern brauchen das Personal, dass die Bahn derzeit einstellen möchte.“ Ferlemann betonte: „Wir stehen klipp und klar zur Strategie der Bahn.“ Auch der Chef der Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, sagte der „Zeit“, er sei „tiefenentspannt“. Lokführer und Zugbegleiter würden weiterhin händeringend gesucht. „Daran ändert sich nichts. Wer sparen möchte, kann das höchstens in der Verwaltung tun.“

Wegen der Corona-Pandemie ist der Verkehr der Bahn in allen Bereichen eingebrochen. Besonders betroffen sind demnach der Fernverkehr mit einem Minus von rund 90 Prozent und der Regionalverkehr mit minus 80 Prozent – aber auch im Güterverkehr gibt es einen Rückgang um etwa 40 Prozent.

Trump nimmt gefährliches Malaria-Medikament zum Schutz vor Corona

12.28 Uhr: Er ist einfach immer wieder für eine irre Idee gut: US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin als Coronavirus-Prophylaxe. Er habe „sehr gute Dinge“ über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, sagte Trump. Auf Nachfrage nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Nutzen einer solchen Prophylaxe behauptete Trump, er habe dazu viele Anrufe bekommen und viele Ärzte und Krankenschwestern nähmen es auch vorsorglich ein.

Ende April warnte die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) allerdings vor dem angeblichen Wundermittel: Es gebe keine belastbaren Beweise einer Wirksamkeit gegen Covid-19, das Mittel erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen, hieß es. Zuvor hatte eine Studie bei Einnahme des Medikaments in Kombination mit einem Antibiotikum eine höhere Sterblichkeit bei Patienten festgestellt.

Fachgesellschaften plädieren für Öffnung von Kitas und Schulen

11.54 Uhr: Vier medizinische Fachgesellschaften haben dazu aufgerufen, Kindergärten und Schulen trotz der Corona-Pandemie umgehend und vollständig zu öffnen. In einem gemeinsamen Papier, über das die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet, heißt es: „Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate.“ Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend.

Im ganzen Land waren Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen, ehe der Unterricht und die Betreuung unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln schrittweise wieder anlief.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, „Kitas, Kindergärten und Grundschulen sollen möglichst zeitnah wiedereröffnet werden“, und zwar „uneingeschränkt“. Es müssten keine kleinen Gruppen gebildet werden. Auch müssten die Kinder weder Abstand wahren noch Masken tragen.

„Entscheidender als die individuelle Gruppengröße ist die Frage der nachhaltigen Konstanz der jeweiligen Gruppe und Vermeidung von Durchmischungen“, heißt es in dem Papier. Soll heißen: Es könnte durchaus eine komplette Klasse unterrichtet werden, solange man etwa in den Pausen darauf achte, dass sich die Schüler nicht mit denen anderer Klassen träfen.

Zu der umstrittenen Frage, wie ansteckend Kinder seien, schreiben die Autoren: „Zahlreiche Erkenntnisse sprechen gegen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder.“ Verschiedene Untersuchungen und Auswertungen „ergeben ein zunehmend schlüssiges Bild, dass Kinder in der aktuellen Covid-19-Pandemie im Gegensatz zur Rolle bei der Influenza-Übertragung keine herausragende Rolle in der Ausbreitungsdynamik spielen.“

Sarah Wiener: Lage für Gastronomie eine Vollkatastrophe"

8.55 Uhr: Die Fernsehköchin Sarah Wiener (57) sorgt sich um ihr Unternehmen. „Wenn sich nicht schnell und radikal etwas ändert, weiß ich nicht, ob es mein Gastronomiezweig überleben wird“, sagte Wiener der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Es ist eine Vollkatastrophe, das muss man leider so sagen. Die Menschen trauen sich noch nicht in Museen, und im Restaurant erleben sie eine merkwürdige Situation mit Abstand und Mundschutz. Im Catering haben wir sechsstellige Verluste gemacht, uns wurden Veranstaltungen bis Jahresende abgesagt. Wir sind ein bisschen gelähmt und ratlos.“

Wieners Gastronomieunternehmen hat nach ihren Angaben rund 120 Mitarbeiter. Sie hat zwei Restaurants in Berlin: Das im Museum Hamburger Bahnhof ist derzeit geschlossen, das im Zukunftsmuseum Futurium ist geöffnet.

Sie verstehe natürlich, dass die Maßnahmen gegen das Coronavirus sein müssten. „Ich bin eigentlich ganz glücklich, dass wir die Gesundheit über den Kapitalismus stellen. Wir haben ein Pandemie-Problem. Und wir tun so, als sei alles schon überstanden, dabei sind wir noch mittendrin. Es kann ja sein, dass wir eine zweite Welle bekommen. Dann gute Nacht, Deutschland, beziehungsweise gute Nacht, Gastronomie.“

„Ich habe schwere Bedenken, dass die Individualität auf der Strecke bleiben wird, dass die Ketten und die Systemgastronomie überleben und die kleinen individuellen Läden und Bars die Grätsche machen werden.“ Sie betonte, sie möchte nicht sagen, ihre Branche sei wichtiger als alle anderen. Wieners Wunsch: „Bitte unterstützt die Individualität, die kleinen, inhabergeführten Betriebe. Sonst wird es die alle nicht mehr geben.“

 Den Stillstand während der Pandemie hat Wiener bislang auf ihrem Hof in der Uckermark verbracht, ihre Arbeit als EU-Politikerin für die österreichischen Grünen funktioniert demnach via Mails, Telefon- und Videokonferenzen. In Corona-Zeiten präsentiert sie Kochkurse bei Facebook: „Es gab ein Bedürfnis, mehr und selbst zu kochen. Kochen hat etwas sehr Heilendes.“ Was ihr selbst in der Krise geholfen hat? „Die Natur und Freunde, Briefe und Anrufe. Mein Obst- und Gemüsegarten, die Vögel. Ich bin jemand, der versucht, die positiven Seiten zu sehen. Es war auch ein Glücksgefühl, keine Termine zu haben – das erste Mal seit 20 Jahren.“

Donald Trump droht WHO mit Austritt und Zahlungsstopp

7.17 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitten in der Coronavirus-Pandemie mit einem endgültigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu „wesentlichen Verbesserungen“ verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte.

Trump hatte vor einem Monat einen Zahlungsstopp an die WHO veranlasst. Die Maßnahme stieß international auf Kritik. Trump wirft der Sonderorganisation der Vereinten Nationen schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung und China-Hörigkeit vor. Mitte April hatte er angekündigt, dass seine Regierung untersuchen werde, welche Rolle die WHO bei dem Missmanagement in der Corona-Krise gespielt habe.

Diese Überprüfung habe viele seiner Bedenken bestätigt, erklärte Trump nun. Dabei gehe es insbesondere um den „alarmierenden Mangel“ an Unabhängigkeit von China.
„Es ist klar, dass die wiederholten Fehltritte, die Sie und Ihre Organisation sich bei der Reaktion auf die Pandemie geleistet haben, die Welt extrem teuer zu stehen gekommen sind“, erklärte Trump in seinem Brief an Tedros. Die WHO müsse Unabhängigkeit von China zeigen. Die Regierung in Washington habe bereits Gespräche über eine Reform der Organisation gestartet. „Aber es muss schnell gehandelt werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren“, erklärte Trump. Er könne nicht zulassen, dass das Geld der amerikanischen Steuerzahler einer Organisation zugute komme, die nicht amerikanischen Interessen diene.

Trump macht die Organisation für die Vielzahl an Toten in der Krise mitverantwortlich. Durch das Missmanagement der WHO und deren Vertrauen auf Angaben aus China habe sich die Epidemie dramatisch verschlimmert und global ausgebreitet, so Trumps Vorwurf. Immer wieder bemängelt er auch, dass die WHO ein von ihm frühzeitig erlassenes Einreiseverbot für ausländische Reisende aus China kritisiert habe. Kritiker in den USA werfen Trump vor, einen Sündenbock zu suchen, um von seinem Zögern zu Beginn der Corona-Krise abzulenken.

Das waren die Corona-News vom 18. Mai: 

175.100 Infektionen in Deutschland, R-Wert bei 0,91

22 Uhr: Bundesweit sind bis Montag über 175.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 174.700 Infektionen). Mindestens 7974 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7934). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,91. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,82. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 154.600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Maas macht mobil: Urlaub im Ausland soll möglich sein

19.40 Uhr: Die Chancen auf Urlaub am Mittelmeer steigen: Bundesaußenminister Heiko Maas verständigte sich mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommerbeginn hinzuarbeiten. Bei einer Videokonferenz setzten sie sich gemeinsam das Ziel, die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Grenzkontrollen und Quarantäneregeln aufzuheben und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten zu gewährleisten.

Maas (SPD) kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden.

Auch über eine Aufhebung der Reisewarnung für einzelne Länder außerhalb der EU wird im Auswärtigen Amt bereits nachgedacht. „Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung zurück", sagte Maas. Er betonte aber auch, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird wie vor der Corona-Krise. „Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Business as usual geben kann."

Merkel und Macron plädieren für gigantisches Hilfspaket

18.08 Uhr: Deutschland und Frankreich schlagen ein europäisches Programm im Umfang von 500 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise vor.  Die Milliardensumme soll  im Namen der EU am Kapitalmarkt aufgenommen werden und innerhalb von mehreren Jahren als Hilfe an Krisenstaaten gehen.

Die deutsch-französische Einigung bringt den Plan voran, die europäischen Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder auf die Beine zu bringen. Ein erstes Paket mit Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro war von den EU-Staaten schon Anfang April vereinbart worden. Nun geht es um längerfristige Unterstützung beim Wiederaufbau.

Die 27 EU-Staaten hatten nach heftigem Streit über Gemeinschaftsanleihen (sogenannten Corona-Bonds) im April EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen damit beauftragt, ein konsensfähiges Modell für den Wiederaufbauplan zu erarbeiten. Das deutsch-französische Konzept ist nahe an dem, was bisher zu von der Leyens Plan bekannt ist.

Gute Nachrichten von Bergamos Bürgermeister

16.01 Uhr: Wildwuchs auf dem Kopf – nach zweieinhalb Monaten öffnen in Italien auch wieder Friseure. Der Bürgermeister des Corona-Hotspots Bergamo nutzte als einer der ersten die Gelegenheit, seine Haare wieder in Ordnung zu bringen. „Jetzt beginnt wirklich die Phase 2“, schrieb Giorgio Gori am Montag auf Facebook über Fotos, die ihn beim Friseur zeigten. Phase 2 steht für die Lockerungen der Ausgangssperren in Italien.

Bergamo ist eine der am meisten von Covid-19 betroffenen italienischen Regionen. Auf dem Höhepunkt der Krise mussten die vielen Leichen mit Militärwagen aus der Stadt gebracht werden. Seit Montag dürfen auch hier wieder Läden, Bars und eben Friseure öffnen. 

US-Antiviren-Medikament noch diese Woche in Europa zugelassen?

14.36 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA erwägt in Kürze eine bedingte Marktzulassung des antiviralen Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Coronavirus-Patienten in Europa. „Es könnte sein, dass eine bedingte Marktzulassung in den kommenden Tagen erteilt werden kann“, sagte EMA-Leiter Guido Rasi am Montag bei einer Anhörung im Europaparlament.

Dies hänge davon ab, ob die Experten die bisher vorliegenden Studiendaten zu dem Medikament als „robust genug“ einstuften. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Anfang Mai eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 erteilt.

Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt. Remdesivir wird durch den US-Pharmakonzern Gilead hergestellt. Es wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, dringt in Viren ein und verhindert damit ihre Vermehrung.

Kretschmer verteidigt Demo-Besuch ohne Mundschutz

14.05 Uhr: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seine Gespräche mit Demonstranten bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Dresden verteidigt. „Ich wollte mir ein Bild über die Stimmung verschaffen und respektiere, wenn Menschen eine andere Meinung haben“, sagte er.

Kretschmer war später vorgeworfen worden, keinen Mundschutz getragen und den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten zu haben.

Schon vor Ort hatte er erklärt, dass er normalerweise eine Mund-Nase-Bedeckung nutze, bei dieser Gelegenheit aber darauf verzichte, weil die Demonstranten einen solchen Mundschutz ablehnten. „Wenn ich mich dabei anstecke, dann ist das mein eigener Fehler. Aber dann trage ich das“, hatte er seinen Gesprächspartnern gesagt.

Wirtschaftsexperte: So teuer wird der Schulausfall später für die Kinder

13.11 Uhr: Möglichst viele Schüler sollten aus Sicht des Ifo-Instituts bald wieder möglichst viel Unterricht bekommen. Sonst würde sich der Corona-bedingte Lernausfall negativ auf ihr späteres Einkommen auswirken.

Gehe etwa ein Drittel des Schuljahres verloren, sei dies über das Berufsleben durchschnittlich „mit rund drei bis vier Prozent geringerem Erwerbseinkommen“ verbunden, schrieb Ifo-Bildungsökonom Ludger Wößmann in einem Artikel, den das Münchner Forschungsinstitut am heutigen Montag veröffentlichte. Bleibe Schulunterricht aus, schmälere das die Kompetenzentwicklung und den späteren Erfolg betroffener Schüler am Arbeitsmarkt dauerhaft, warnte Wößmann.

Das zeigten unter anderem „Untersuchungen streikbedingter Schulschließungen, vorab geplanter Kurzschuljahre und langer Schulferien“. Umgekehrt zeigt die Bildungsökonomie laut Ifo-Institut, „dass jedes Schuljahr an zusätzlichem Lernen das Lebenseinkommen im Durchschnitt um rund zehn Prozent erhöht“.

Neuinfektionen: Entspannung in vielen Kreisen und Städten

12.06 Uhr: Ein Großteil der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland hat binnen einer Woche nur sehr wenige oder gar keine Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag hervor (Datenstand 18.5., 0 Uhr).

Allerdings weist das RKI ausdrücklich darauf hin, dass die Angaben durch Übermittlungsverzüge von den tatsächlichen Zahlen vor Ort abweichen können.

Der RKI-Übersicht zufolge sind in rund 50 Landkreisen innerhalb von sieben Tagen keine neuen Ansteckungen bekannt geworden. In rund 220 waren es fünf oder weniger Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Eine Handvoll Kreise kratzte aber auch an der von der Politik festgelegten Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - oder lagen darüber.

Hotels in MV öffnen für Einheimische

11.55 Uhr: Seit diesem Montag können die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern wieder für einheimische Gäste öffnen. Einer Umfrage des Landestourismusverbands zufolge werden knapp die Hälfte der Betriebe diese Möglichkeit nutzen.

Wie die Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, Anett Bierholz, am Montag sagte, nutzen viele Häuser diese Woche auch zur Vorbereitung auf den eigentlichen Neustart kommende Woche, wenn die Urlauber aus anderen Bundesländern anreisen dürfen. Viele Hoteliers hätten ihre Mitarbeiter nun aus der Kurzarbeit herausgeholt.

Sachsen öffnet Kitas und Grundschulen

11.52 Uhr: Nach wochenlanger Corona-Zwangspause haben Kitas und Grundschulen in Sachsen am Montag wieder ihre Türen geöffnet. Mit Schildern wie „Willkommen zurück“ wurden die Mädchen und Jungen vielerorts begrüßt. Für den Besuch von Grundschulen und Kitas gelten strenge Hygieneregeln, die Gruppen sollen zudem getrennt voneinander spielen, essen und lernen. Der Schulbesuch für die Klassen eins bis vier ist allerdings vorerst freiwillig.

Auch in anderen Ländern öffnen die Kitas wieder. In Hamburg geht es ab sofort schrittweise wieder in den Regelbetrieb über.

Mehr als 28.000 Corona-Tote in Frankreich

8.43 Uhr: In Frankreich sind mehr als 28.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 28.108 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Nach Angaben des Ministeriums wurden 10.642 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert.

Corona-Lockerungen in Europa

8.39 Uhr: Mehrere europäische Länder lockern ab Montag weitere Anti-Corona-Maßnahmen. In Italien dürfen sich die Menschen dann wieder innerhalb ihrer Region frei bewegen. Auch Restaurants, Bars, Friseursalons, Geschäfte und Museen öffnen wieder. Nach zweimonatiger Schließung öffnet auch der Petersdom in Rom wieder seine Pforten.

In Belgien werden die Schulen wieder geöffnet, in Griechenland nehmen die Oberschulen den Unterricht wieder auf. Auch die Akropolis in Athen öffnet wieder für Besucher.

Auch in zahlreichen spanischen Städten treten am Montag Lockerungen in Kraft. Familientreffen und Verabredungen mit Freunden sind dann wieder erlaubt. Die Außenbereiche von Cafés und Bars dürfen wieder Gäste bewirten.

Restaurants und Cafés machen auch in Portugal wieder auf, wo zudem Oberschulen und Kindergärten wieder öffnen.

Wegen Corona: „Wetten, dass..?“ wird verschoben

7.11 Uhr: Ausgerechnet am Abend vor Thomas Gottschalks heutigem 70. Geburtstag verkündete das ZDF die schlechte Nachricht: Wegen der Corona-Krise wird die geplante „Wetten, dass..?“-Sonderausgabe verschoben.

„Thomas Gottschalk und das ZDF freuen sich nun auf eine spannende Show im kommenden Jahr“, teilte der Mainzer Sender am Sonntagabend mit. Die Sendung war ursprünglich für den 7. November geplant.

ZDF-Showchef Oliver Heidemann erklärte: „„Wetten, dass..?“ ist eine Show, die von der einzigartigen Atmosphäre einer großen, vollbesetzten Halle lebt. Das kann im Moment leider nicht seriös geplant werden. Der zweite Grund ist die fehlende Vorbereitungszeit für die oft skurrilen und aufwändigen Wetten.“

Entertainer Thomas Gottschalk, der am späten Sonntagabend im ZDF in seinen 70. Geburtstag hineinfeierte, sagte: „„Wetten, dass..?“ kann keine Notausgabe sein, das muss 'ne Party sein und das muss 'ne Nostalgie-Party sein“.

Das waren die News vom 17. Mai:

Forscher weisen an Hamstern Wirksamkeit von OP-Masken gegen Corona nach

21.53 Uhr: Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht.

Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche. Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske. Für die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen Käfig mit gesunden Tieren gesetzt.

Zwischen die beiden Käfige wurden OP-Masken platziert. Es sei deutlich geworden, dass das Maskentragen durch Infizierte, insbesondere wenn sie keine Symptome zeigen, „sehr viel wichtiger ist als alles andere“, sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit führenden Coronavirus-Experten. Der Mikrobiologe war einer der Entdecker des Sars-Virus im Jahr 2003 - eines Vorläufers des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2.

Yuen hatte den Hongkongern schon früh geraten, Masken zu tragen. Damals hatten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Gesundheitsbehörden vieler Länder noch vom großflächigen Gebrauch von Masken in der Öffentlichkeit abgeraten, damit Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal nicht knapp wird.

Jäger dürfen Wildfleisch regional vermarkten

18.41 Uhr: In der Corona-Krise benötigen die Restaurants weniger Fleisch von Wildschwein oder Reh, erlegt werden müssen die Tiere dennoch. Aus diesem Grund dürfen Jägerinnen und Jäger ihr Wildbret und daraus hergestellte Produkte jetzt selbst vermarkten. Wie das Agrarministerium in Hannover mitteilte, dürfen sie dabei auch die Räume von Lebensmittelunternehmen wie Fleischereien nutzen beziehungsweise deren Dienstleistung in Anspruch nehmen.

RKI meldet neue Reproduktionszahlen bei Corona

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 0,88. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Sonnabendmorgen lag dieser Wert bei 0,89. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 153.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Spanien: Zahl der Corona-Toten sinkt deutlich

17.31 Uhr: Die Zahl der pro Tag in Spanien mit Covid-19 gestorbenen Menschen ist bis Sonntag auf 87 gefallen, so wenig wie seit zwei Monaten nicht mehr. Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einer Videokonferenz mit den Chefs der Regionalregionen mitgeteilt, berichteten nationale Medien.

Seit dem 17. März hatte die Zahl der Corona-Toten in Spanien jeden Tag über 100 gelegen, Anfang April waren sogar mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Covid-19 registriert worden. Allerdings könne die jetzt genannte Zahl tatsächlich zu niedrig sein, weil am Wochenende nicht alle Todesmeldungen sofort weitergegeben würden, hieß es.

Mit mehr als 27.500 Toten und mehr als 230.000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser.

„Wir machen Fortschritte, aber die Gefahr ist noch da“, warnte Sánchez. Deshalb will er den im Land auf immer mehr Kritik stoßenden Notstand um einen Monat bis Ende Juni verlängern.

Drastische Strafe: In Katar drohen drei Jahre Haft bei Verstoß gegen Maskenpflicht

14.52 Uhr: Wer in Katar ohne Maske erwischt wird, dem drohen seit Sonntag bis zu drei Jahre Haft und bis zu 55.000 Dollar (50 800 Euro) Geldstrafe. Mehr als 30 000 Menschen sind laut des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in dem Wüstenstaat mit dem Corona-Virus infiziert – das entspricht rund 1,1 Prozent der 2,75 Millionen Einwohner. Die neuen Strafen für Regelverstöße in Katar gehören damit zu den weltweit härtesten.

Auch hier sind Moscheen, Schulen, Einkaufszentren und Restaurants geschlossen. Nur die Arbeit auf den WM-Baustellen geht weiter – Katar will 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Amnesty International kritisiert diese Vorgehensweise.

Coronavirus kann vor ersten Symptomen übertragen werden

10.11 Uhr: Wissenschaftler werteten die Ansteckungsketten der ersten Corona-Infizierten in Deutschland aus. In der Studie, die in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht wurde, zeigt sich, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können. Die Forscher berichten, dass in mindestens einem der sechzehn untersuchten Fälle das Coronavirus weitergegeben wurde, bevor der Infizierte Symptome feststellen konnte – Verdacht bei weiteren fünf Fällen.

In vier weiteren Fällen steckten sich Menschen bei Infizierten an, deren Symptome gerade erst begannen. Mit Blick auf die Inkubationszeit wurde festgestellt, dass diese oft nur sehr kurz gewesen sei: Durchschnittlich betrug sie vier Tage.

RKI: Neue Fallzahlen in Deutschland

9.45 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 174.355 angegeben - ein Plus von 583 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.752 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7914 Todesfälle, die JHU 7938 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 153.400. 

Klare Worte – Obama kritisiert Trumps Corona-Politik scharf

9.15 Uhr: In einem seltenen Schritt hat der frühere US-Präsident Barack Obama die jetzige Führung des Landes wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise scharf kritisiert. Bei einem Video-Grußwort für eine Uni-Abschlussfeier sagte er am Samstag: „Diese Pandemie hat vor allem unsere Überzeugung zunichte gemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun.“ „Viele von ihnen tun nicht einmal so, als seien sie verantwortlich“, setzte Obama mit Blick auf die aktuelle Führung hinzu.

Dabei nannte der demokratische Ex-Präsident keine Namen. Es galt aber als sicher, dass seine Kritik seinem republikanischen Nachfolger Donald Trump galt. Obama ist seit seinem Amtsende im Januar 2017 nur selten öffentlich aufgetreten. Er fühlt sich nach eigenen Angaben der Tradition verpflichtet, dass ein früherer Präsident die Arbeit seines Nachfolgers nicht öffentlich bewertet. Trump im Gegenzug hat Obama mehrfach scharf angegriffen.

„Der Markt ist weg" – Drei Jugendherbergen öffnen über Pfingsten

8.34 Uhr: Das Deutsche Jugendherbergswerk Mecklenburg-Vorpommern will über die Pfingstfeiertage 3 ihrer 14 Häuser für Besucher öffnen. Wie der Vorstand des DJH-Landesverbands, Kai-Michael Stybel, sagte, handelt es sich um die Standorte Prora, Warnemünde und Heringsdorf.

Die bestehenden Buchungen bei allen Herbergen würden damit auf diese Standorte verdichtet. Laut Stybel sind bislang wegen der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise rund 170 000 Übernachtungen storniert worden – es fehlt somit ein Umsatz von rund 5,8 Millionen Euro, fast die Hälfte eines Jahresumsatzes.

Der gesamte Markt der Jugendbildungsreisen sei massiv verunsichert, sagte Stybel. „Die Bildungsministerien haben Schul- und Klassenfahrten mindestens bis zu den Sommerferien, teilweise sogar bis zum Herbst oder gar Jahresende untersagt.“ Auch seien Ferienlager etwa von Vereinen verboten worden. „Unser Markt ist weg.“

Ende Februar hätten bereits etwa 80 Prozent des Jahresumsatzes durch Buchungen festgestanden. Dies sei nun zum großen Teil weggebrochen. Erschwerend komme hinzu, dass das DJH keine institutionelle Förderung erhalte, erklärte Stybel.

Wieder praktische Führerscheinprüfungen – jedoch unter neuen Bedingungen

8.17 Uhr: Nach wochenlanger Pause können in Niedersachsen von diesem Montag an wieder praktische Führerscheinprüfungen stattfinden. „Nach der Corona-Pause starten wir aber unter völlig anderen Voraussetzungen“, sagte ein TÜV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das Prüfaufkommen gemäß den Hygiene-und Schutzvorgaben zu bewältigen, bezeichnete er als Herkulesaufgabe.
Die theoretischen Prüfungen starteten beim TÜV bereits am Mittwoch, ab Montag sind auch die praktischen Fahrprüfungen wieder möglich. Allerdings müssen in den Fahrzeugen besondere Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden – der Mund-Nase-Schutz ist obligatorisch. Die Kommunikation sollte auf ein Minimum beschränkt werden, alles was nicht im Auto gemacht werden muss, soll außerhalb geschehen.
Ziel sei ein möglichst reibungsloser Wiedereinstieg, um dem zu erwartenden erhöhten Prüfungsaufkommen gerecht zu werden, sagte Wolfhardt Werner, der Leiter der Fahrerlaubnis-Kompetenz beim TÜV Nord.

Corona-Benefiz in Hollywood: George Clooney ohne Hose?

18.32 Uhr: Stars wie George Clooney, Jeff Bridges, Michael Douglas, Hugh Jackman, Jodie Foster und Mira Sorvino haben bei einem Benefiz-Event während der Corona-Krise Betroffenen in Hollywood Hilfe zugesagt. Bei der virtuellen Spenden-Show in der Nacht zum Samstag schalteten sich zahlreiche Schauspieler und Künstler von Zuhause dazu. Oscar-Preisträger Clooney sagte mit gespieltem Ernst, er wolle seinen Fans gegenüber ganz ehrlich sein und mitteilen, dass er keine Hosen anhabe. In dem Livestream war nur sein Oberkörper zu sehen.

Kanzleramtschef Helge Braun äußert sich zur Impfpflicht

12.42 Uhr: Eine Impflicht im Kampf gegen das Corona-Virus soll es in Deutschland nach dem Willen des Kanzleramtes nicht geben. Vielmehr solle eine mögliche Impfung freiwillig sein, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Es wäre natürlich gut, „wenn sich viele impfen lassen - aber das entscheidet jeder selbst“. „Wenn es den Impfstoff hoffentlich schnell gibt, kann jeder sich impfen lassen, wenn er das möchte“, sagte Braun. „Wer das nicht will, muss das Risiko einer Infektion selbst tragen.“ Der Kanzleramtschef äußerte die Hoffnung, dass es zwischen Anfang und Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff für die breite Bevölkerung geben wird. Dann sei auch das Ende der Pandemie erreicht: „Wenn Impfstoff verfügbar ist, dann wird es keine Beschränkungen mehr geben, und wir kehren endlich zum normalen Leben zurück“, sagte Braun.

620 Neuinfektionen – Neue Fallzahlen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 173.772 angegeben - ein Plus von 620 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.233 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7881 Todesfälle, die JHU 7897 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 152.600. Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Baden-Württemberg: 33.893 / +42 / 1644

Bayern: 45.340 / +197 / 2273

Berlin: 6428 / +31 / 181

Brandenburg: 3169 / +11 / 149

Bremen: 1150 / +21 / 37

Hamburg: 5017 / +36 / 231

Hessen: 9261 / +57 / 432

Mecklenburg-Vorpommern: 746 / +6 / 20

Niedersachsen: 11.092 / +5 / 535

Nordrhein-Westfalen: 36.065 / +98 / 1500

Rheinland-Pfalz: 6449 / +36 / 216

Saarland: 2688 / +4 / 149

Sachsen: 5089 / +28 / 197

Sachsen-Anhalt: 1676 / +8 / 54

Schleswig-Holstein: 2998 / +10 / 126

Thüringen: 2711 / +30 / 137

US-Repräsentantenhaus beschließt Corona-Hilfspaket in Höhe von drei Billionen Dollar

7.56 Uhr: Das von den Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat ein neues gigantisches Corona-Hilfspaket beschlossen – in Höhe von drei Billionen Dollar (2,8 Billionen Euro). Mit dem Geld sollen die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie abgemildert werden. Die Gesetzesvorlage war von den Demokraten eingebracht worden. 

Sie sieht weitere direkte Zuschüsse an Millionen von Amerikanern vor – unter anderem sollen pro Haushalt Schecks über 6000 Dollar ausgestellt werden. Zudem sind Hilfen für Beschäftigte des Gesundheitswesens und der Rettungsdienste, eine Ausweitung der Lebensmittelhilfen für arme Familien und zusätzliche Finanzhilfen für kleine Firmen vorgesehen.

Das Hilfspaket wird jedoch vermutlich im Senat von den Republikanern gestoppt. In Anspielung auf die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi schrieb der republikanische Senator Lindsey Graham auf Twitter: „Das Pelosi-Paket wird im Senat niemals das Licht der Welt erblicken". Auch Trump hatte kürzlich erklärt, er sei gegen die rasche Verabschiedung weiterer Gesetzesmaßnahmen gegen die Krise.

Das waren die Nachrichten vom Freitag, 15. Mai

Weniger Tests gleich weniger Fälle? Trumps absurde Logik

20.05 Uhr: Bei einem Besuch einer Vertriebsstätte für medizintechnische Ausrüstung in Pennsylvania ist Donald Trump zu Wahlkampf-Hochtouren aufgelaufen und hat seine krude Logik offenbart. Selbstverständlich ohne Schutzmaske. Erst vergangene Woche hatte Trump selbst bei einem Besuch einer Maskenfabrik keine Maske getragen. Trump behauptete, die USA hätten die meisten und besten Tests weltweit durchgeführt. Das ist nicht der Fall. Der Präsident legte dann noch eins drauf: Er sagte, die Tests seien womöglich überbewertet und der einzige Grund für die enorme Infektionszahl in den USA. „Wenn man testet, hat man einen Fall. Wenn man testet, findet man heraus, dass etwas mit den Leuten nicht stimmt. Wenn wir gar nicht testen würden, hätten wir weniger Fälle.“ Ernsthaft?

Massentest auf Schlachthof: Zahlreiche Mitarbeiter infiziert

14.55 Uhr: Bei der großangelegten Corona-Testung in einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen ist das Virus bei 59 Menschen festgestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. Zuvor war bei 18 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller rund 1000 Mitarbeiter angeordnet. Damit sind nach jetzigem Stand insgesamt 77 Beschäftigte infiziert. Rund 150 weitere Mitarbeiter sollen aber noch getestet werden, die bislang bei den Tests verhindert waren.

Bundesrat billigt zusätzliche Corona-Hilfen

14.47 Uhr: Der Weg für umfangreiche Hilfen in der Corona-Krise ist frei: Der Bundesrat billigte am Freitag das erweiterte Kurzarbeitergeld, das verlängerte Arbeitslosengeld und eine Sonderregelung zum Elterngeld. Auch das neue Pandemieschutzgesetz, das mehr Corona-Tests und einen Bonus für die Pflegebeschäftigten vorsieht, ließ die Länderkammer passieren.

Die im Sozialpaket II enthaltene Kurzarbeitergeld-Regelung sieht vor, dass statt der derzeit generell 60 Prozent des entgangenen Nettolohns künftig ab dem vierten Monat70 Prozent gezahlt werden. Ab dem siebten Monat steigt der Satz auf 80 Prozent. Für Eltern erhöht sich die Leistung von 67 auf 77 beziehungsweise 87 Prozent. Diese Regelung gilt bis Ende des Jahres. Wer in Kurzarbeit ist, darf zudem ab dem 1. Mai bis Ende des Jahres Geld dazuverdienen - die Grenze liegt bei der vollen Höhe des Monatseinkommens ohne Kurzarbeit. 

Corona-Demo in Stuttgart - 5.000 Teilnehmer erlaubt

13.21 Uhr: Am Samstag soll auf dem Wasengelände in Stuttgart wieder eine Demo gegen Corona-Beschränkungen stattfinden. Zunächst war die Teilnehmerzahl auf 50.000 Menschen beschränkt worden, nun verschärfte die Stadt die Auflagen der Demo. Bei der Kundgebung seien höchstens 5.000 Teilnehmer zulässig, teilte die Stadt am Freitag mit. Die Versammlungsbehörde fordert zudem 500 Ordner, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen, da sie zwangsläufig immer wieder den erforderlichen Mindestabstand unterschreiten. Zugang und Abgang zur Demo müssen außerdem so entzerrt werden, dass die Teilnehmer nicht in direkten Kontakt kämen. 

Bundesgartenschau 2021 soll trotz Corona-Krise pünktlich starten 

12.11 Uhr: Die Corona-Pandemie führt aus Veranstaltersicht zu keinen Verzögerungen für den im kommenden Jahr in Erfurt geplanten Start der Bundesgartenschau (Buga). „Wir machen das nächstes Jahr, und zwar wie geplant“, sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Freitag. Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig zu diesem Schritt entschieden. Damit werde am 23. April 2021 als Beginn für die Blumenschau festgehalten. Geplant ist, dass die Buga vom 23. April bis 10. Oktober 2021 Besucher empfangen kann. Rund 180 Millionen Euro werden dafür in Erfurt verbaut.

Sportministerin für frühere Öffnung der Fitness-Studios

11.55 Uhr: Sportministerin Stefanie Drese (SPD) hat eine frühere Öffnung der wegen der Corona-Krise geschlossenen Fitnessstudios, Kletterhallen und Tanzstudios in Aussicht gestellt. „Ich werde dem Kabinett vorschlagen, Sporthallen für den Breiten- und Freizeitsport sowie Indoor-Sportangebote wie Fitnessstudios zeitgleich möglichst bereits zum 25. Mai zu öffnen“, sagte Drese am Freitag. Bisher sei dafür der 15. Juni vorgesehen gewesen.

Sloweniens Regierung erklärt Corona-Pandemie für beendet

11.24 Uhr: Das EU-Land Slowenien hat die Corona-Pandemie auf seinem Gebiet für beendet erklärt und seine Grenzen ab Freitag für EU-Bürger geöffnet. Wie die Regierung in Ljubljana am Donnerstagabend mitteilte, gilt für Einreisende aus anderen Ländern zunächst weiterhin die Quarantänepflicht. EU-Bürger aber können nun wieder fast uneingeschränkt zum Sommerurlaub in das kleine Alpen- und Adrialand reisen. Die Lage in Slowenien sei besser als in allen anderen Staaten Europas, deshalb werde der am 12. März erklärte Gesundheitsnotstand wieder aufgehoben, teilte Regierungschef Janez Jana mit.

Vorsichtsmaßnahmen wie etwa die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und das Verbot von öffentlichen Versammlungen bleiben aber weiter bestehen. Dies sei notwendig, da die Gefahr einer Ausbreitung des Virus noch nicht gebannt sei, erklärte die Regierung. Die Behörden des zwei Millionen Einwohner zählenden Balkanstaats haben insgesamt rund 1500 Infektionsfälle gemeldet, 103 Menschen starben bisher an Covid-19. Zuletzt nahm die Zahl der Neu-Infektionen erheblich ab.

Indem sie die Epidemie im Land für beendet erklärt, vermeidet die Regierung nach Angaben des Rundfunksenders Radio Slovenija eine automatische Verlängerung des Maßnahmenpakets zur finanziellen Unterstützung der Bevölkerung und von Unternehmen, die durch die Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Statt Ende Juni endet es nun bereits Ende des Monats.

Deutsche Wirtschaft bricht im ersten Quartal um 2,2 Prozent ein

10.19 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft bereits in den ersten drei Monaten des Jahres schwer getroffen. Im ersten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Obwohl die Ausbreitung des Coronavirus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar noch nicht wesentlich beeinträchtigte, ist dies demnach der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. 

Kinderschutzhotline: „Verletzungen wie sonst bei Autounfällen“

9.23 Uhr: Die Zahl der Anrufe bei der vom Bundesfamilienministerium initiierten Kinderschutzhotline hat während der Corona-Krise stark zugenommen. Allein in den ersten beiden Mai-Wochen sei das Hilfsangebot in mehr als 50 Verdachtsfällen durch medizinisches Personal genutzt worden, sagte der Teamleiter der Hotline, der Kinderarzt Oliver Berthold, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das seien fast so viele Fälle gewesen wie im gesamten April. „Wir werden teilweise wegen Verletzungen kontaktiert, die sonst nur bei Zusammenstößen mit Autos auftreten“, sagte Berthold. „Da geht es um Knochenbrüche oder Schütteltraumata.“

Betroffen seien besonders Kleinstkinder, die noch nicht selbst laufen können. „Da liegt der Verdacht nahe, dass den Kindern massive Gewalt zugefügt wurde“, sagte der Kinderarzt. Berthold berät gemeinsam mit acht Mediziner-Kollegen Anrufer der Kinderschutzhotline. Das Angebot richtet sich speziell an Beschäftigte in medizinischen Berufen wie Ärzte oder Therapeuten und soll in Verdachtsfällen Ratschläge geben, wie weiter vorgegangen werden kann. „Wir vermuten, dass im Zuge der ersten Corona-Lockerungen jetzt sichtbar wird, dass es in manchen Familien zu Gewaltausbrüchen in der Krise gekommen ist“, sagte Berthold zu den steigenden Zahl von Anrufen.

Hilfsorganisation schlägt Alarm: Erster Corona-Fall im größten Flüchtlingscamp der Welt

8.46 Uhr: Die internationale Hilfsorganisation CARE ist extrem besorgt, nachdem im größten Flüchtlingscamp der Welt in Cox's Bazar (Bangladesch) der erste Fall von COVID-19 bestätigt wurde. In den Camps leben insgesamt rund 855.000 Menschen, fast alle von ihnen sind Geflüchtete Rohingya aus dem Nachbarland Myanmar. Der Covid-19-Ausbruch gibt Anlass zu großer Sorge, da es in den überfüllten Camps fast unmöglich ist Sicherheitsabstand zu wahren. Zudem reicht die medizinische Versorgung vor Ort keineswegs aus, um einen Ausbruch aufzuhalten.

Bundesregierung will Lohnfortzahlung für Eltern nicht verlängern 

7.41 Uhr: Die Bundesregierung will die Lohnfortzahlung für Eltern, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas oder Schulen nicht arbeiten können, wohl doch nicht verlängern. „Angesichts der verstärkt öffnenden Schulen und Kindergärten wird es nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“, sagte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eltern hatten seit dem 30. März für sechs Wochen Anspruch, vom Staat 67 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten - bis zu einer Grenze von 2016 Euro im Monat.

Für manche Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai erschöpft. Allerdings hat nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums jedes Elternteil einen eigenen Anspruch, „so dass insgesamt 12 Wochen häusliche Betreuung möglich sind“. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Arbeitsminister, die Sechs-Wochen-Frist „unbürokratisch zu verlängern, bis es einen Regelbetrieb an Grundschulen und Kitas gibt“. Auch DGB-Vorstand Anja Piel drängte in der „NOZ“ auf eine Nachbesserung.

Das waren die Corona-News vom 14. Mai: 

Trotz Steuereinbruch: Scholz will nicht gegen das Minus ansparen

19.29 Uhr: Corona kostet – und zwar auch Steuermilliarden! Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen fallen dieses Jahr um 98,6 Milliarden Euro niedriger aus als erwartet, schätzt der Arbeitskreis Steuerschätzungen. Bis 2024 wird, verglichen mit der Schätzung im November, sogar ein Einnahmeminus von 315,9 Milliarden Euro erwartet. Dieses Jahr muss der Bund vor allem aufgrund der Corona-Krise ein Minus von 44 Milliarden Euro verkraften, wovon aber ein Teil schon eingeplant ist. Scholz sagte, die Schätzung sei diesmal so schwierig gewesen wie wohl noch nie. Es gebe „sehr viele Unsicherheiten“ und „sehr viele Variablen“. Auch könne noch niemand den Verlauf der Corona-Pandemie seriös vorhersagen. „Das ist eine Naturkatastrophe“, sagte Scholz. Daher werde es im September eine zusätzliche, außerplanmäßige Steuerschätzung geben. Nachdrücklich wandte sich Scholz dagegen, wegen der Ebbe in der Steuerkasse geplante Ausgaben zu streichen. „Das wäre ein schwerer Fehler“, man könne nicht „gegen die Krise ansparen“. Er bezog dies ausdrücklich auch auf die geplante Grundrente.

Negativrekord in Brasilien: 11.385 Neuinfektionen in 24 Stunden

17.09 Uhr: Corona wütet in Brasilien: Laut Gesundheitsministerium wurden 11.385 neue Infektionen registriert – und das innerhalb von 24 Stunden! Das ist ein neuer Negativrekord in dem südamerikanischen Land. Zwischen Montag und Dienstag starben erstmals mehr als 800 Menschen an dem Virus. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 13.149 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Währungsfonds lobt deutsches Corona-Management

15.30 Uhr: Großes Lob für Deutschland: Der Internationale Währungsfonds hat das Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung gelobt. Deutschland habe „sehr schnell agiert und seinen finanziellen Spielraum gut genutzt“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa dem „Handelsblatt“. Dank weitreichender Tests und eines „ausgezeichneten öffentlichen Gesundheitswesens“ habe es Deutschland geschafft, die Sterberate weit unter die in anderen großen europäischen Staaten zu drücken. Es sei „bewundernswert„, dass Deutschland in der Lage war, Corona-Patienten aus anderen Ländern aufzunehmen, so Georgiewa.

Beschlossen: Mehr Geld für Kurzarbeiter und Erwerbslose

12.14 Uhr: In der Corona-Krise sollen Arbeitnehmer stärker vor Lohneinbußen bei Kurzarbeit bewahrt werden. Der Bundestag hat am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beschlossen. Die große Koalition stimmte dafür, die Opposition enthielt sich. Generell gibt es als Kurzarbeitergeld bereits jetzt 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Menschen mit Kindern. Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent erhöht werden. Ab dem siebten Bezugsmonat sollen es künftig 80 Prozent oder 87 Prozent sein. Dies soll bis längstens 31. Dezember 2020 gelten.
Das Gesetz, mit dem sich der Bundesrat noch befassen muss, sieht unter anderem auch einen längeren Anspruch auf Arbeitslosengeld vor.

Trump fordert trotz Corona Öffnung der Schulen ab Herbst

9.51 Uhr: Schulen und Universitäten in den USA sollten nach Ansicht von Präsident Donald Trump trotz der Coronavirus-Pandemie ab dem Herbst wieder für den Unterricht öffnen. Das neue Schuljahr solle wie geplant losgehen, zumal das Coronavirus „sehr wenig Auswirkungen“ auf jüngere Menschen habe, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Auflagen liege bei den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, Schulen seien dabei aber wichtig, erklärte Trump. „Ein Staat ist nicht offen, wenn die Schulen nicht geöffnet sind“, sagte er.

Trump macht Druck auf die Gouverneure, die von ihnen erlassenen Ausgangsbeschränkungen zu lockern, damit sich die US-Wirtschaft erholen kann. Viele Bundesstaaten haben ihre Auflagen seit Anfang Mai bereits gelockert – obwohl die Pandemie in vielen Landesteilen noch nicht unter Kontrolle ist. Andere Staaten und Städte, darunter zum Beispiel die Hauptstadt Washington und die stark betroffene Metropole New York, wollen ihre Auflagen frühestens im Juni lockern. 

Die meisten Bundesstaaten planen derzeit, den Unterricht an Schulen und Universitäten nach dem Sommer wieder aufzunehmen. Experten warnen allerdings, dass es bislang noch unklar ist, welche Rolle Kinder und Jugendliche – die infolge einer Corona-Infektion relativ selten ernsthaft erkranken – bei der Verbreitung des Virus spielen. 

Corona-Demo in Sachsen: 30 Menschen greifen Polizisten an

7.21 Uhr: Bei einer Demonstration im sächsischen Pirna gegen die Corona-Auflagen sind Polizisten angegriffen worden. Ein Beamter wurde bei der Konfrontation am Mittwochabend verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei war den Angaben zufolge mit einem Aufgebot von 190 Beamten angerückt, um die unerlaubte Versammlung von rund 200 Menschen zu stoppen. Etwa 30 Teilnehmer hätten daraufhin die Sicherheitskräfte attackiert. Wenig später hätten sich die Demonstranten zerstreut. Die Polizei leitete den Angaben zufolge acht Strafverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs und Beleidigung von Polizisten ein. Der örtliche Polizeidirektor Hendrik Schlicke appellierte an friedliche Teilnehmer von Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen, „sich von Gewaltbereiten zu distanzieren“.

Das waren die Corona-News vom 13. Mai: 

Spahn gegen steuerliche Anreize für Corona-App

19.52 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen Belohnungen für die Nutzer der geplanten Corona-Ortungs-App ausgesprochen. Die Nutzung der App mit Anreizen zu fördern würde sie nur unnötig angreifbar machen. Auf einen Starttermin für den Einsatz der Corona-App wollte Spahn sich nicht festlegen. „Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet. Die Entwicklung ist jedoch kompliziert, und es ist wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, die es braucht.“ Der Vizechef der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), hatte zuvor steuerliche Anreize für den Gebrauch der geplanten Corona-App vorgeschlagen.

Die App soll mithilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe einer anderen Person aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet hat. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten. Nach einem ersten Konzept, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, soll der Download der App ab Mitte Juni möglich sein.

Deutsche Flughäfen bereiten Einführung von Fiebertests vor

19.47 Uhr: Die deutschen Flughäfen bereiten sich nach SPIEGEL-Informationen wegen der Coronakrise auf die Einführung flächendeckender Fiebertests für alle abfliegenden und ankommenden Passagiere vor. Von Insidern aus der Luftfahrtbranche hieß es, die großen Airports wie Frankfurt oder München könnten die Maßnahme umgehend starten, entsprechende Konzepte seien schon erstellt. Die Tests sollen eine langsame Wiederaufnahme des Passagierverkehrs in den nächsten Monaten möglich machen. Bisher hat sich die Bundesregierung beim Thema Fieber-Checks an Flughäfen allerdings noch nicht endgültig festgelegt.

Corona-Krise: SPD und Grüne wollen Änderung im Wahlgesetz 

16.40 Uhr: SPD und Grüne wollen die für das kommende Jahr geplante Bundestagswahl gegen die Corona-Krise absichern. Wie der „Spiegel“ berichtet, regen sie eine Änderung des Wahlgesetzes an, die unter anderem die Aufstellung der Kandidaten durch die Parteien betrifft. Die soll auch dann stattfinden können, wenn Versammlungen - etwa Parteitage - nicht erlaubt oder nur sehr schwer zu organisieren sind. Bisher sind Präsenzversammlungen vorgeschrieben.

Corona-Falle Schlachthof: Kanzlerin kündigt Konsequenzen an 

13.50 Uhr: Hohe Infektionszahlen in einigen Betrieben, Kritik an der Unterbringung und den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, die häufig aus Osteuropa stammen: Deutschlands Schlachthöfe sind in der Corona-Krise in den Fokus gerückt. Jetzt verspricht die Bundeskanzlerin Neuregelungen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde am kommenden Montag ein Konzept dazu vorlegen. Merkel sprach von „erschreckenden Nachrichten“ aus der Fleischindustrie. „Gerade bei der Unterbringung gibt es erhebliche Mängel.“ Sie betonte, dass die Behörden vor Ort für Kontrollen von Arbeits- und Gesundheitsschutzvorgaben zuständig seien.

Steuererhöhungen wegen Corona? Das sagt Merkel 

13.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich im Bundestag aktuell den Fragen der Abgeordneten – und hat dabei Steuererhöhungen zur Finanzierung der Corona-Folgekosten ausgeschlossen. Eine wichtige Einschränkung: Für die Zukunft wollte sich Merkel festlegen. „Stand heute sind keinerlei Erhöhungen von Steuern und Abgaben geplant“, antwortete die Kanzlerin auf eine Frage von AfD-Parteichef Tino Chrupalla. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Erhöhungen gibt, könne sie noch nicht sagen - „sonst wären wir ja Zukunftsvorherseher, und das maße ich mir nicht an.“ Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich am Wochenende offen für eine Reichensteuer gezeigt. 

War es eine Falle? Polizisten nach Masken-Streit schwer verletzt – Razzien bei Verdächtigen 

13 Uhr: Zwei Polizisten sind in einem Supermarkt in Troisdorf bei einem Angriff schwer verletzt worden. Sie waren bereits am Samstag in das Warenhaus gerufen worden, weil zwei Männer sich mit Mitarbeitern gestritten hatten: Die Männer aus Bonn und Troisdorf hatten keinen Mund-Nase-Schutz nutzen wollen. Jetzt laufen Durchsuchungen bei den zwei Verdächtigen (35/38) in Bonn und Troisdorf. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochmittag aus Ermittlerkreisen. Der Verdacht: Die Beamten wurden in eine Falle gelockt!

Es besteht die Vermutung, dass die beiden mutmaßlichen Angreifer die Situation absichtlich provozierten. Einer der beiden hatte den Ablauf mit einer an seinem Körper befestigten Kamera gefilmt. Dass die Aufnahme direkt nach dem Vorfall im Internet landete sowie weitere Indizien ließen die Polizei nach dpa-Informationen schnell vermuten, dass es sich um eine geplante Aktion gehandelt haben könnte. Die Ermittler prüfen auch, ob einer der beiden Beschuldigten Bezüge zur Reichsbürgerszene hat. Er galt in einem früheren Verfahren als Verdachtsfall. Der Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen.

Grenzöffnungen: Das sind die Pläne der EU

12.32 Uhr: Wenn es nach der EU-Kommission geht, dann soll die Aufhebung der Grenzschließungen und -kontrollen „stufenweise und abgestimmt“ erfolgen. Die Kontrollen sollten zuerst dort abgeschafft werden, wo es vergleichbar niedrige Infektionszahlen beiderseits der Grenze gebe, erklärte die Behörde am Mittwoch. Zeitliche Vorgaben für die Grenzöffnungen machte die Kommission nicht. Die Entscheidung über die Aufhebung liegt aber ohnehin bei den Mitgliedstaaten, die Kommission kann nur Empfehlungen aussprechen. 

Seehofer: Grenzkontrollen werden gelockert – schon ab Samstag!

11.22 Uhr: Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen von diesem Samstag an schrittweise gelockert werden! Das meldet die "dpa" nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Den Angaben zufolge strebt das Bundesinnenministerium ein vollständiges Ende der wegen der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an allen Grenzabschnitten aber erst für den 15. Juni an.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte in den vergangenen Tagen mit seinen Amtskollegen in den Anrainerstaaten sowie mit den Ministerpräsidenten der Grenz-Bundesländer über die Details einer schrittweisen Rückkehr von stationären Kontrollen zur normalen Überwachung der Grenzen im 30-Kilometer-Bereich beraten.

Die Kontrollen an den Grenzen zu Dänemark, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz waren am 16. März eingeführt worden, um das Infektionsgeschehen in Deutschland einzudämmen. Derzeit darf nur noch einreisen, wer einen „triftigen Grund“ dafür geltend machen kann - etwa Berufspendler, Angehörige medizinischer Berufe oder EU-Bürger, die auf dem Weg in ihr Heimatland sind. Auch die Pflege von Angehörigen und andere familiäre Gründe konnten zum Teil geltend gemacht werden.

Hier sind nun weitere Erleichterungen vorgesehen. Außerdem sollen nach dpa-Informationen wieder alle Grenzübergänge genutzt werden dürfen. In den vergangenen Wochen waren nur einige größere Verkehrswege für den Grenzübertritt geöffnet.

An diesem Mittwoch wollte auch die EU-Kommission einen Plan für eine vorsichtige Öffnung der Binnengrenzen in Europa vorlegen. Nach einem der dpa vorliegenden Entwurf sollen die Kontrollen auch europaweit nach und nach aufgehoben werden. Bis zum 14. Juni gilt aktuell noch eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Danach sollen Deutsche grundsätzlich auf Urlaubsreisen im Ausland verzichten - auch weil eine Rückreise wegen neu verhängter Corona-Maßnahmen sehr schwierig werden kann. 

Angriffe auf Polizisten bei Corona-Protest in Cottbus

13. Mai, 10.39 Uhr: In Cottbus hat es am Dienstagabend nach der Auflösung einer Versammlung gegen die Corona-Maßnahmen gewaltsame Ausschreitungen gegeben. Nach Polizeiangaben wurde die genehmigte Veranstaltung aufgelöst, weil sich vor Beginn bereits „weit mehr“ als die erlaubten 50 Teilnehmer versammelt hatten. Danach zogen „größere Personengruppen“ durch die Innenstadt. Aus einer Gruppe von bis zu 50 Menschen seien Polizisten angegriffen worden, die daraufhin Pfefferspray eingesetzt hätten, hieß es am Mittwoch. Demnach erteilte die Polizei Platzverweise und stellte die Identitäten von 63 Menschen fest. Das Cottbuser Verwaltungsgericht hatte die ursprüngliche Versammlung unter Auflagen erlaubt. 

Das waren die Corona-News vom 12. Mai

RKI: Ansteckungsrate unter kritischem Wert

19.44 Uhr: Die Virus-Ansteckungsrate in Deutschland sinkt wieder unter den kritischen Wert von eins. Das heißt: Statistisch gesehen steckt derzeit jeder Corona-Infizierte weniger als eine Person an. Das Robert Koch-Institut schätzt in seinem aktuellen Situationsbericht die Rate auf 0,94. Gestern war die Zahl noch mit 1,04 angegeben worden.

„Die geschätzte Reproduktionszahl lag in den letzten Tagen leicht über 1. Dies zeigt, dass der Rückgang der Anzahl von Neuerkrankungen, den wir in den letzten Wochen beobachtet haben, sich abgeflacht hat und möglicherweise ein Plateau erreicht. Von einem erneut ansteigenden Trend gehen wir bisher nicht aus", heißt es im RKI-Bericht.

Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr geplant

19.18 Uhr: Reisen soll leichter werden! Laut dpa sehen Pläne aus dem Bundesinnenministerium und der großen Koalition deutliche Erleichterungen für den  kleinen Grenzverkehr vor. Außerdem wird überlegt, die Grenzen zu Dänemark und Luxemburg ab der kommenden Woche sehr viel durchlässiger zu machen. Trotzdem: Ein generelles Ende der Einreisebeschränkungen, die derzeit auch für EU-Bürger gelten, schon in der kommenden Woche ist wohl nicht geplant.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass die strengen Grenzkontrollen am 15. Mai aufhören“ - zumindest an der Grenze zu Luxemburg, sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn der „Süddeutschen Zeitung“. An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz könnte die Zahl der Übergänge, an denen ein Grenzübertritt erlaubt ist, zudem erhöht werden. Wie mit den Grenzkontrollen weiter verfahren wird, will das Bundeskabinett morgen diskutieren. 

Fake News und Verschwörungstheorien: Virologe Drosten findet deutliche Worte

18.02 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten übt scharfe Kritik an Falschinformationen zur Corona-Pandemie im Internet. In sozialen Medien kursierten zum Beispiel millionenfach abgerufene Videos, die „voller Unsinn“ und „falscher Behauptungen“ seien, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast. Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, „die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“, ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben. Namen nannte Drosten nicht. 

Hinzu kämen „richtige Verschwörungstheoretiker“. Der Virologe schilderte, er bekomme ein Echo zurück in Form von Anschuldigungen, Fragen und Ideen, die Menschen auf Grundlage von Verschwörungstheorien entwickelten.
Drosten betonte, er stehe derzeit in der Öffentlichkeit, weil Coronaviren sein absolutes Spezialgebiet seien. Zu anderen Themen würde er sich nicht in dem Umfang äußern. Was er höre, zum Teil von „scheinbaren Fachleuten“, deren Expertise in anderen Bereichen liege, entbehre oft jeder Grundlage, sagte der Virologe.

Dadurch werde auch „wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern“ mit teils politischer Agenda der Rücken gestärkt. Drosten rügte das als „unverantwortlich“. Er gehört zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefs, in dem Ärzte und Virologen ein härteres Vorgehen von Facebook, Google und Twitter gegen Corona-Falschinformationen fordern. Die bisherigen Maßnahmen gingen nicht weit genug, kritisieren sie beim Kampagnen-Netzwerk Avaaz.

Zu Ansteckungen mit Sars-CoV-2 sagte Drosten, es erscheine ihm „total übertrieben“, wie oft auf das Händewaschen und Desinfizieren von Oberflächen hingewiesen werde: Nach seiner Einschätzung machen Schmierinfektionen, also Ansteckungen etwa über kontaminierte Gegenstände, nur einen kleinen Teil der Infektionen aus. Viel bedeutsamer seien Tröpfchen, die etwa beim Husten, Sprechen oder Niesen entstehen, und feinste schwebende Partikel, sogenannte Aerosole. Für die Wiedereröffnung von Restaurants etwa habe das zur Folge, dass Außenbereiche vergleichsweise sichere Zonen seien, sagte Drosten. Für Innenräume gelte zum Beispiel: „Fenster aufreißen“.

Fauci: Zahl der Corona-Toten in den USA wohl noch höher

17.03 Uhr: Der Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci hält es für möglich, dass die Corona-Pandemie in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt. Laut einer Aufstellung der Johns Hopkins Universität gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 80 000 Todesfälle. Fauci sagte am Dienstag bei einer Anhörung per Video im US-Senat, die tatsächliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei.

Die Corona-Pandemie ist in den USA in vielen Landesteilen nicht unter Kontrolle. US-Präsident Donald Trump treibt die Öffnung der Wirtschaft dennoch voran. Er ermutigt zu Protesten in den Bundesstaaten, die die Schutzmaßnahmen seiner Ansicht nach nicht schnell genug zurückfahren. Dabei erfüllen viele Staaten die Kriterien aus den von Trump selber vorgestellten Richtlinien zur Wiedereröffnung nicht, die unter anderem eine Abnahme der Zahl der Infektionen über 14 Tage vorsehen.

Bahnhofsangestellte stirbt nach Spuckattacke

15.57 Uhr: In Großbritannien ist eine Bahnhofsangestellte an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, die von einem mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierten Mann bespuckt und angehustet wurde. Die 47-jährige Belly Mujinga sei wenige Tage nach dem Angriff am 22. März auf dem Londoner Bahnhof Victoria erkrankt und Anfang April im Krankenhaus gestorben, erklärte die Verkehrsgewerkschaft TSSA am Dienstag.

Das Coronavirus überträgt sich unter anderem über Speichel. Auch ein Kollege Mujingas, der bei dem Vorfall dabei war, hatte sich mit dem Virus infiziert. Die beiden waren nach Angaben der TSSA in der Bahnhofshalle vor dem Fahrkartenschalter, als sie von dem Mann bespuckt wurden. „Der Mann hustete sie an und sagte ihnen, er habe das Virus“, hieß es in der Erklärung der Gewerkschaft .

Einige Tage später wurde Mujinga der TSSA zufolge von ihrem Arzt krankgeschrieben. Ihr Zustand verschlechterte sich, woraufhin sie am 2. April ins Krankenhaus gebracht und an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurde. Drei Tage später starb die Mutter einer elfjährigen Tochter. Die britische Verkehrspolizei BTP nahm laut TSSA Ermittlungen auf.

TSSA-Generalsekretär Manuel Cortes sagte, Mujinga sei eine „von viel zu vielen Mitarbeitern, die ihr Leben durch das Coronavirus verloren haben“. Er forderte, dass die Familien der Verstorbenen eine staatliche Entschädigung erhalten, die bisher nur den Betroffenen im Gesundheitswesen versprochen wurde.

Neue Corona-Fälle: Wuhan reagiert mit drastischer Maßnahme

15.24 Uhr: Angesichts neuer Corona-Fälle in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben die dortigen Behörden die Testung der gesamten Bevölkerung angeordnet. Wie chinesische Medien am Dienstag berichteten, hat jeder der 13 Stadtbezirke nun zehn Tage Zeit, um die Testung der insgesamt elf Millionen Einwohner in die Wege zu leiten. In welcher Zeitspanne alle elf Millionen Bewohner getestet sein sollen, blieb zunächst offen.

Am Sonntag und Montag waren in Wuhan erstmals seit einem Monat insgesamt sechs neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Bei den Infizierten handelt es sich um ältere Bewohner eines Wohnkomplexes im Bezirk Dongxihu.

In der zentralchinesischen Industriemetropole Wuhan wurde Ende 2019 das Coronavirus erstmals bei Menschen festgestellt. Um das Virus einzudämmen, stellten die Behörden die gesamte Stadt für mehr als zwei Monate unter Quarantäne. Seit der Aufhebung der Ausgangssperre vor gut vier Wochen gilt Wuhan eigentlich als „risikoarmes“ Gebiet. In dem betroffenen Wohnviertel wurde die Infektions-Risikostufe nun aber von „niedrig“ auf „mittel“ hochgesetzt.

Wuhan verzeichnete 3869 Corona-Todesfälle und damit den bei weitem größten Anteil der Todesfälle in ganz China. Die Behörden gehen offiziell davon aus, dass die Pandemie im Land weitgehend unter Kontrolle ist. Allerdings werden auch Vorkehrungen getroffen, um sich gegen eine zweite Infektionswelle zu wappnen.

Corona-Demos: Bayern will „klare Kante“

14.36 Uhr: Nach den Verstößen gegen Abstandsregeln und Hygienevorschriften bei Corona-Demonstrationen am vergangenen Wochenende will Bayern sein Konzept für Versammlungen überarbeiten. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte am Dienstag in München nach einer Kabinettssitzung, „der hohe Wert des Versammlungsrechts“ sei der Landesregierung völlig klar. Aber alle Freiheiten hätten Grenzen - „die Grenzen sind dort, wo man andere in Gefahr bringt“.

Nach dem Beschluss des Ministerrats soll das Innenministerium ein Konzept erarbeiten, das eine „infektionsschutzkonforme Durchführung von Versammlungen“ auch in Zeiten der Corona-Pandemie gewährleiste. Die bei der Genehmigung zuständigen Kreisverwaltungsbehörden sollten sensibilisiert werden, besonderes Augenmerk solle dabei auf eine geeignete Örtlichkeit der Versammlungen gelegt werden.

Am Wochenende hatten in Bayern in den Innenstädten von München und Nürnberg so wie deutschlandweit auch in einer Reihe anderer Städte tausende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert und dabei zum Teil die Auflagen missachtet. Staatskanzleichef Herrmann sagte, die Polizei solle künftig einerseits „klare Kante“ zeigen, andererseits aber auch die nötige Sensibilität. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, künftig bei Corona-Demonstrationen deutlich mehr Polizei einsetzen zu wollen. „Die Polizei wird bei den Versammlungen in den nächsten Wochen noch stärker präsent sein“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir werden sehr genau hinschauen, insbesondere bei den Leuten, die den Staat als Ganzes ablehnen und aggressiv auftreten.“

Das Grundgesetz gewähre nicht nur Versammlungs- und Meinungsfreiheit, es gebe dem Staat auch auf, seine Bürger vor der rücksichtslosen Gefährdung durch andere zu schützen, sagte der CSU-Politiker. Er sehe die gerade um sich greifenden Verschwörungstheorien „mit großer Sorge“.

„Idiotisch!“ – Ryanair-Chef ätzt gegen britische Pläne

11.34 Uhr: Der Chef des größten europäischen Billigfliegers Ryanair hat die geplante 14-tägige Quarantäne für Flugreisende nach Großbritannien als „idiotische Maßnahme“ bezeichnet. „Das ist Unsinn und es hat keinen Einfluss darauf, die Ausbreitung von Covid-19 zu begrenzen“, sagte Michael O'Leary am Dienstag dem Fernsehsender ITV. Covid-19 ist die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit. O'Leary fügte hinzu, man brauche stattdessen effektive Maßnahmen wie Masken und Messungen der Körpertemperatur.

Ryanair will seinen Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Dublin mit. Voraussetzung sei aber, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte in den vergangenen Tagen Pläne der Regierung im weiteren Kampf gegen die Pandemie vorgestellt. Dabei ging es vor allem um Lockerungen der bislang geltenden strengen Kontaktbeschränkungen. Die zweiwöchige Quarantäne für Flugreisende soll nicht für Passagiere aus Irland und Frankreich gelten. Ab wann die Maßnahme eingeführt wird, konnte eine Sprecherin der Regierung am Dienstag auf Anfrage nicht sagen.
Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte zuvor schon vor Quarantäne-Maßnahmen gewarnt. Dies würde „den internationalen Reiseverkehr nach Großbritannien effektiv töten und der Luftfahrtbranche und der übrigen britischen Wirtschaft einen unermesslichen Schaden zufügen“, hieß es in einer Mitteilung.

Mehr als 170.400 Corona-Nachweise in Deutschland

10.38 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagvormittag über 170.400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 169.800 Infektionen). Mindestens 7510 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7444). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag bei 1,07. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 147.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2170 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.100 Fällen und mindestens 1436 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.300 bestätigten Fällen und mindestens 1570 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern laut der dpa-Erhebung mit einem Wert von 341,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 205,0. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. 

Twitter kennzeichnet Falschinformationen zum Coronavirus

7.43 Uhr: Der Kurzbotschaftendienst Twitter hat damit begonnen, in seinem Netzwerk verbreitete Falschinformationen und Verschwörungstheorien zum Coronavirus mit Warnhinweisen zu versehen. „Irreführende“ und „umstrittene“ Botschaften zu der Pandemie würden gekennzeichnet, teilten die Twitter-Manager Yoel Roth und Nick Pickles mit. Das Unternehmen entwickle zugleich die Instrumente fort, die dafür sorgen sollten, dass die Nutzer „glaubwürdige und authentische“ Informationen auf Twitter fänden. Alle Onlinenetzwerke haben in der Corona-Krise das Problem, dass sie mit Gerüchten, Falschinformationen und Verschwörungstheorien über die Pandemie überschwemmt werden.

Das waren die News vom 11. Mai 2020:

Nach Corona-Ausbrüchen: Hygienekonzept für Schlachthöfe gefordert

19.03 Uhr: Nach den Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) von den Betreibern ein schlüssiges Hygienekonzept gefordert. Es gehe dabei nicht nur um den Betrieb, sondern auch um die Wohnsituation der Arbeiter und um den Transport von der Wohnung zum Schlachthof, sagte Laumann. Die Bundestagsfraktion der Grünen beantragte eine Aktuelle Stunde zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie.

750 Millionen Euro für Corona-Impfstoff

16.26 Uhr: Die Bundesregierung hat laut Forschungsministerin Anja Karliczek ein 750-Millionen-Euro-Programm für die Herstellung und Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus beschlossen. Mit rund 500 Millionen Euro soll die Kapazität für Studien für die Impfstofferprobung ausgebaut werden. 250 Millionen Euro sollen in den Ausbau von Produktionskapazitäten gehen.

Angela Merkel warnt vor Corona-Mutproben

14.55 Uhr: 

Bund plant Milliardenhilfen für die Bahn

14.34 Uhr: Die Folgen der Corona-Krise belasten die Bahn schwer, viele Züge, vor allem im Fernverkehr sind nur schwach ausgelastet. Der Bund plant deshalb eine milliardenschwere Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn. Außerdem soll die Verschuldungsgrenze angehoben werden. 

Die Grünen haben Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) jetzt aufgefordert, das geplante Rettungspaket umgehend dem Parlament vorzulegen. Der Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler: „Dass wir als Bundestag aus der Presse erfahren, wie die Bahn angeblich gerettet werden soll, ist ein Unding." Er erwarte, dass Scheuer am Mittwoch im Verkehrsausschuss Rede und Antwort zur Finanzierung der Bahn stehe.

Schweiz wagt den zweiten Lockerungs-Schritt

10.19 Uhr: In der Schweiz haben seit heute alle Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet. In den Lokalen dürfen nur vier Gäste an einem Tisch sitzen. Ausnahmen gelten für Familien mit Kindern. Die Gäste können auf freiwilliger Basis ihre Personalien angeben, um im Fall eines positiven Coronatests mögliche Kontaktpersonen leichter finden zu können. Im zweiten Schritt des Lockerungs-Fahrplans begann auch für viele Schüler der Unterricht wieder. Außerdem wurden Museen, Bibliotheken und Fitnesscenter wieder geöffnet. Überall gelten Schutzmaßnahmen wie Mindestabstand.

Drastische Maßnahmen gegen 18-Jährigen

7.39 Uhr: Er hielt sich nicht an die behördlich angeordnete zweiwöchige Quarantäne, jetzt hat die Polize ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen einen 18-Jährigen aus Celle eingeleitet. Zeugen hatten beobachtet, wie der Heranwachsende mehrfach das Haus verlassen hatte und mit dem Auto seiner Mutter wegfuhr. Erschwerend kam hinzu, dass er diverse Freizeitaktivitäten in den sozialen Medien gepostet hatte.

Das waren die News vom 10.5.:

Corona-Ansteckungsrate weiter gestiegen

22.04 Uhr: Die Ansteckungsrate beim Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter gestiegen. Die Reproduktionszahl liege mit Datenstand 10.5. 0:00 Uhr bei 1,13, schreibt das RKI in einem am Sonntag veröffentlichen Situationsbericht.

Der Wert gibt an, wieviele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Am Samstag lag der Wert laut RKI nach längerer Zeit mit 1,10 wieder über der kritischen Marke von 1. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Der Wert bildet nicht die momentane Situation ab, sondern bezieht sich aus methodischen Gründen auf Infektionen, die schon vor einer gewissen Zeit stattfanden.

Deutscher Forscher: Corona-Medikament schon in Kürze verfügbar

21.32 Uhr: Schon in Kürze könnte es ein Medikament gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid 19 geben. Das Medikament Remdesivir „werden wir binnen Wochen oder weniger Monate zur Verfügung haben“, sagte der Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln, Gerd Fätkenheuer, gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Eine entsprechende Studie sei „in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium“, sagte Fätkenheuer. Er leitet den deutschen Teil der Studie eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir.

Das Medikament gilt als ein mögliches Mittel zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen. Die USA haben eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass er bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. In Deutschland ist das Mittel innerhalb eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigten Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

Frankreich lockert die Corona-Ausgangssperre

19.57 Uhr: Frankreich lockert am Montag die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre. Erstmals seit acht Wochen dürfen die Franzosen ihre Wohnungen wieder ohne strenge Auflagen verlassen. Auch viele Geschäfte öffnen wieder. Zudem dürfen rund eine Million Kinder wieder zur Schule gehen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Unter anderem im Pariser Großraum und dem Grenzgebiet zu Deutschland ist der Druck auf die Krankenhäuser weiter groß. Deshalb bleiben dort Kaufhäuser vorerst geschlossen, auch weiterführende Schulen oder Parks öffnen erst später. Für Bürger des Schengen-Raums gelten noch bis Mitte Juni Einreisebeschränkungen. Mit mehr als 26.000 Todesopfern ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

Griechenland verlängert Ausgangssperren für Flüchtlingslager

18.48 Uhr: Die griechische Regierung hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen für Flüchtlingslager verlängert. Statt die Regelungen wie zunächst geplant am Montag auslaufen zu lassen, blieben sie nun bis zum 21. Mai in Kraft, teilte das Migrationsministerium am Sonntag in Athen mit. Gründe für die Verlängerung nannte das Ministerium nicht. Sechs Tage zuvor hatte Griechenland damit begonnen, die wegen der Corona-Pandemie verfügten Einschränkungen im Land zu lockern.

In dem EU-Land ist die Pandemie bislang relativ glimpflich verlaufen: 2710 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wurden bislang nachgewiesen, 151 Infizierte starben. In den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden bislang keine Corona-Infektionen festgestellt. Auf dem Festland infizierten sich hingegen zahlreiche Bewohner in zwei Flüchtlingslagern sowie in einem Hotel, in dem Migranten untergebracht wurden. Die Einrichtungen wurden daher geschlossen.

Kirchgänger darf nicht in Gottesdienst und würgt Mitarbeiter

17.13 Uhr: Weil ihm der Zutritt in den Wormser Dom verwehrt wurde, hat ein Mann einen Kirchenmitarbeiter gewürgt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Teilnahme an Gottesdiensten im Dom derzeit nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde daher am Samstagmorgen einem nicht registrierten Paar der Zugang zum Gottesdienst im Dom verwehrt. Der Mann wollte diese Auflage nicht einsehen und würgte der Polizei zufolge den Mitarbeiter. Das Opfer konnte sich aus dem Griff befreien und flüchtete ins Innere der Kirche. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Rufe nach Grenzöffnungen werden immer lauter

15.57 Uhr: Die Forderungen nach einer Wiederöffnung der wegen der Corona-Krise geschlossenen Grenzen werden immer lauter. „Schutz und Durchlässigkeit in den Grenzregionen schnellstmöglich zu gewährleisten, ist ein gesamteuropäischer Auftrag“, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisierte, die anhaltenden Schließungen belasteten Familien und Berufstätige in den Grenzregionen. Würden Corona-Auflagen im Inland gelockert, dürfe es nicht bei der harten Grenzschließung bleiben, forderte Walter-Borjans. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) müsse die Grenze nach Luxemburg sofort wieder öffnen. Wenn es in französischen Grenzregionen noch Gefahrenorte gebe, müssten „Deutschland und Frankreich das punktuell lösen und nicht durch Schlagbäume wie in alten Zeiten“.

Für die anderen Nachbarländer gelte das ebenso. Seehofer müsse „endlich einen Plan für die Grenzregionen vorlegen, der Freizügigkeit und Gesundheitsschutz vereint“, sagte Hofreiter den Funke-Zeitungen. Statt willkürlicher Grenzschließungen brauche es jetzt regionale Lösungen und einen funktionierenden Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg. Dagegen mahnte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) zur Vorsicht. Ziel sei, geschlossene Grenzen nach und nach wieder zu öffnen, sagte er den Funke-Zeitungen. Das schaffe Erleichterung für die Pendler und für die Wirtschaft. „Doch die Grenzkontrollen müssen freilich weiter bleiben“, betonte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.

Russland meldet mehr als 200.000 Corona-Infektionsfälle

14.23 Uhr: In Russland ist die Zahl der offiziell registrierten Corona-Infektionsfälle auf über 200.000 gestiegen. Die Behörden meldeten am Sonntag 11.012 positive Test binnen 24 Stunden, womit sich die Zahl der Infizierten auf insgesamt 209.688 erhöhte. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 1915 relativ niedrig. Nach Angaben der russischen Behörden sind die gestiegenen Zahlen auf mehr Tests zurückzuführen und nicht auf eine beschleunigte Ausbreitung des Virus. Das erkläre auch die niedrige Sterblichkeitsrate. Einige Experten bezweifeln jedoch die Zahlen aus Russland. Das Land erlebe „wahrscheinlich eine verzögerte Epidemie“, sagte der Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Freitag. In Moskau, dem Corona-Epizentrum Russlands, wurde die Ausgangssperre zuletzt bis Ende Mai verlängert, während Baustellen und Industrieanlagen ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Sport beendet Corona-Pause in den USA. Trump gratuliert

12.45 Uhr: In den USA hat das kontaktreiche Mixed Martial Arts mit Käfigkämpfen als eine der ersten Sportarten die Corona-Zwangspause beendet. Am Samstagabend (Ortszeit) wurden in Jacksonville/Florida die Duelle der Ultimate Fighting Championship (UFC) ohne Zuschauer ausgetragen und vom Sport-Kanal ESPN übertragen.

Zur Rückkehr des Sports nach zweimonatiger Corona-Zwangspause gratulierte US-Präsident Donald Trump dem UFC-Präsidenten Dana White. „Wir brauchen Sport“, sagte Trump in einer aufgezeichneten Videobotschaft. „Wir denken, es ist wichtig. Holen Sie sich die Sportligen zurück. Lasst uns spielen. Machen Sie die soziale Distanzierung und was Sie sonst noch zu tun haben.“ White berichtete später, Trump wolle, dass die Veranstaltung in Jacksonville als Blaupause für die Rückkehr der Live-Sports in den USA diene.

Viele Infizierte in Schlachthöfen

20.05 Uhr: In drei Schlachthöfen in NRW und Schleswig-Holstein gibt es hohe Zahlen von Corona-Infizierten, 109 Mitarbeiter eines Betriebes in Bad Bramstedt waren positiv getestet worden. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat seine Länderkollegen schon ermahnt, beide Bundesländer haben Tests in allen Schlachthöfen veranlasst.

Wegen der vielen Corona-Fälle in der Gemeinschaftsunterkunft von Schlachthofmitarbeitern in Kellinghusen bleibt der Kreis Steinburg über der von der Politik definierten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es Stand Sonnabend (0 Uhr) im Kreis 166 Fälle. Umgerechnet auf die vergangenen sieben Tage seien dies 62,4 Fälle pro 100.000 Einwohner. Bundesweit haben neben dem Kreis Steinburg noch die Kreise Greiz in Thüringen und Coesfeld in Nordrhein-Westfalen überhöhte Werte gemeldet.

Nach Angaben des Kreises Steinburg steht die Gemeinschaftsunterkunft seit Ausbruch der ersten Fälle unter Quarantäne. Die zuletzt 109 Betroffenen sind Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bad Bramstedt im Nachbarkreis Segeberg, der seine Produktion wegen der Corona-Fälle bereits eingestellt hat. Laut Landwirtschaftsministerium gibt es in Schleswig-Holstein derzeit etwa 50 Schlachtbetriebe.

Am Freitagabend hatte die Landesregierung von Schleswig-Holstein verfügt, dass wegen der hohen Fallzahl nun die Belegschaften aller großen Schlachthöfe im Land getestet werden müssen. Sollten die Beschäftigten in Werkswohnungen oder ähnlichen privaten Gemeinschaftsunterkünften leben und dort weitere nicht im Schlachthof angestellte Personen wohnen, seien diese ebenfalls zu testen, teilte das Gesundheitsministerium in Kiel mit. Zudem seien weitergehende Tests für Erntehelfer in Vorbereitung.

Angesichts der zahlreichen Corona-Infektionen unter Schlachthaus-Mitarbeitern erwägen Fachpolitiker in der SPD-Bundestagsfraktion eine Verschärfung der Arbeitsschutzgesetze. „Wir haben 2017 zusätzliche gesetzliche Standards für die Fleischwirtschaft definiert – wenn das nicht reicht, müssen wir auch gesetzlich nochmal ran“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast am Sonnabend der Nachrichtenagentur AFP. Es liege auf der Hand, „dass die Wohnverhältnisse der Beschäftigen und das Infektionsgeschehen zusammenhängen“. Das Geschäftsmodell der Schlachtbranche beruhe auf „Fremdarbeitern, die in Sammelunterkünften wohnen“, sagte SPD-Politikerin Mast. Auch hier seien die Arbeitgeber für den Schutz der Mitarbeiter verantwortlich. „Da kann man sich nicht für unzuständig erklären“, sagte sie.

Tausende bei Demo gegen Corona-Regeln

19.20 Uhr: Einem erneuten Demonstrationsaufruf gegen die Coronavirus-Beschränkungen sind am Samstag in Stuttgart mehrere Tausend Menschen gefolgt. Die Polizei verzeichnete auf dem Demonstrationsgelände einen regen Zustrom an Menschen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei ziemlich voll geworden. Eine genaue Teilnehmerzahl konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Die Polizei achtete auf die Einhaltung des Infektionsschutzes und des geforderten Abstands. Größere Probleme habe es nicht gegeben. Die Vorgaben seien meist eingehalten worden, es sei friedlich geblieben.

Für die als überparteilich bezeichnete Demo auf dem Cannstatter Wasen hatte der Initiator Michael Ballweg ursprünglich 50.000 Teilnehmer angemeldet. Dem schob aber die Stadt Stuttgart einen Riegel vor: Ballweg erhielt die Auflage, die Versammlung auf 10 000 Teilnehmer zu begrenzen. Mehr seien für Stadt und Polizei nicht machbar, sagte ein Sprecher der Stadt. Entscheidend sei, dass sich niemand bei der Demo anstecke, hatte die Stadt zuvor mitgeteilt.

Vergangenes Wochenende kamen bereits mehrere Tausend Menschen zum Wasen, um für die aus ihrer Sicht eingeschränkten Grundrechte zu demonstrieren. Der Veranstalter sprach von 5000 Teilnehmern.

Hinter dem Protest steht die Initiative „Querdenken“ von Ballweg. Seine regelmäßigen Demos erhielten zuletzt deutlich Zulauf. Bundesweit finden ähnliche Demos statt. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Auch in anderen Städten wurde heute demonstriert, unter anderem auch in Berlin, München und Frankfurt. 

Ab Montag: Europaparlament wird zum Corona-Testzentrum

18.56 Uhr: Im Europäischen Parlament in Straßburg soll von Montag an ein neues Corona-Testzentrum seine Türe öffnen. Es werde eine Kapazität von 2000 Personen pro Tag haben, teilten die zuständige Präfektur, die Stadt, die Gesundheitsbehörde und das Parlament am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Im Louise-Weiss-Gebäude soll kostenlos ein Areal für das Screening-Zentrum zur Verfügung gestellt werden, Einwohner aus dem Département Bas-Rhin und insbesondere aus Straßburg sollen sich dort testen lassen können. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen sich dort auf eine ärztliche Verschreibung hin und nach Terminvereinbarung einfinden können. Partnerlabors seien für die Entnahmen der Proben zuständig. Die Region Grand-Est an der Grenze zu Deutschland ist von der Coronavirus besonders heftig getroffen. 

China räumt Mangel in Gesundheitssystem ein

17.19 Uhr: China hat Schwachstellen in seinem Gesundheitssystem eingeräumt. Der Coronavirus-Ausbruch habe „Mängel bei der Prävention großer Epidemien“ offenbart, sagte der stellvertretende Leiter des nationalen Gesundheitsausschusses, Li Bin, am Sonnabend. Er kündigte verschärfte Kontrollen und eine bessere Vorsorge an. Die Gesundheitsbehörde werde ein „zentralisiertes, einheitliches und effizientes“ System aufbauen, mit dem schneller auf Krisen reagiert werden könne, sagte Li. Dafür sei der Rückgriff auf künstliche Intelligenz und andere Technologien im Gespräch. Auch die internationale Zusammenarbeit solle verstärkt werden. China hatte am Freitag zugesagt, eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleitete Untersuchung zur Corona-Pandemie zu unterstützen. Dabei soll es um die weltweite Reaktion auf die Krise gehen. China hatte Ende Dezember erstmals Fälle des neuen Virus in der Millionenstadt Wuhan an die WHO gemeldet. Das Land zählte offiziell 4633 Todesfälle, deutlich weniger als andere Staaten.

Polizei beendet Corona-Demo – Attila Hildmann abgeführt

15.45 Uhr: Bei einer Demonstration vor dem Bundestag in Berlin hat die Polizei am Sonnabend mehrere Menschen vorläufig festgenommen. Nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen protestierten die Demonstranten, darunter auch Verschwörungstheoretiker, gegen die geltenden Corona-Maßnahmen der Regierung. Die Kundgebung war offenbar nicht angemeldet. Wie viele Festnahmen es gab, sagte die Polizei zunächst nicht.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden die Demonstranten über Lautsprecher darauf hingewiesen, dass die maximale Teilnehmerzahl von 50 Menschen überschritten sei. Erst dann hätten die Beamten mit den Festnahmen begonnen. Unter den Demonstranten war auch Vegan-Koch Attila Hildmann, der in der jüngsten Vergangenheit durch die Verbreitung kruder Corona-Theorien auf Social Media für Aufsehen sorgte.

Videobotschaft: Merkel macht Kulturbranche Mut

12.39 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat der Kulturbranche weitere Unterstützung in der Corona-Krise zugesichert. Das Ziel sei, dass die breite und vielfältige kulturelle Landschaft auch nach Überwindung der Pandemie weiterexistieren könne, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Es sollten nun Konzepte entwickelt werden, wie mit Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen auch Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Kulturstätten wieder öffnen könnten.

Merkel betonte, dass das Coronavirus einen tiefen Einschnitt in das gemeinsame kulturelle Leben darstelle. Daher wollten Bund und Länder Künstlern Brücken bauen. „Wir werden auch weiterhin schauen, welche Unterstützungsmaßnahmen auch in den nächsten Monaten für die Kunst von Notwendigkeit sind.“

Reproduktionszahl gestiegen: Aktuelle Fall-Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

11.19 Uhr: In Deutschlnd sind bis Samstagvormittag über 168.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 167.000 Infektionen). Mindestens 7337 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7198). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Das Robert Koch-Institut gibt mit Stand 9. Mai 0.00 Uhr 168.551 Infektionen und 7369 Tote an.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag bei 0,83. Das bedeutet, dass zehn Infizierte gut acht weitere Personen anstecken. Damit ist der Wert etwas höher als in den vergangenen Tagen. Allerdings ist die Reproduktionszahl auch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 143.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.200 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2134 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.500 Fällen und mindestens 1396 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.000 bestätigten Fällen und mindestens 1535 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern laut der dpa-Erhebung mit einem Wert von 338,7 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 202,5. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Wegen Corona-Krise: Diese neuen Wörter könnten es in den Duden schaffen

8.43 Uhr: Die Corona-Krise bringt neue Wörter hervor oder rückt solche in den Fokus, die bereits vorhanden waren, aber wenig benutzt wurden. Ob neue Wörter auch einen Eintrag im Duden, dem Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache, bekommen, entscheidet die Dudenredaktion. „Heißer Kandidat für die Aufnahme in den Duden ist die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19“, erläutert die Leiterin der Berliner Redaktion, Kathrin Kunkel-Razum. Aber auch die derzeit viel bemühten Anglizismen Lockdown, Shutdown und Social Distancing seien Anwärter. Weniger Chancen hätten die Begriffe Corona-Party und Infodemie.

Etliche Begriffe, die in der Pandemie Konjunktur haben, stehen aber auch längst im Duden, zum Beispiel Hamsterkauf, Ausnahmezustand, Zusammenhalt und Systemrelevanz. Auch die Triage, also die Entscheidung von Medizinern, wer weiter behandelt und wer aufgegeben wird, und die Übersterblichkeit, eine höhere Sterblichkeit als sonst, sind keine neuen Wortschöpfungen.

Das Coronavirus ist ebenfalls schon seit Jahren im Zusammenhang mit dem Sars-Erreger im Duden zu finden. Der Duden lässt in seiner Online-Version übrigens auch „der Coronavirus“ zu. Der Gebrauch des Wortes Virus mit männlichem Artikel kommt aber eigentlich eher im Computerbereich vor.

240 Milliarden Euro: EU-Finanzminister einig zu Corona-Hilfen

21.48 Uhr: Die Finanzminister der Eurozone haben sich abschließend auf die Bedingungen für Hilfen durch den Rettungsfonds ESM von bis zu 240 Milliarden Euro in der Corona-Krise geeinigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von einem „starken und solidarischen Zeichen“ der Euroländer im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise. „240 Milliarden Euro sind eine kraftvolle Antwort, die die Eurostaaten in die Lage versetzt, besser durch die Krise zu kommen.“ Die Vereinbarung muss nun noch durch die ESM-Führung und einige Parlamente den Mitgliedstaaten gebilligt werden, darunter der Bundestag.

Der Euro-Rettungsfonds ESM hatte Länder wie Griechenland in der Finanzkrise vor dem Staatsbankrott gerettet. Seine Hilfsprogramme sind üblicherweise mit harten Auflagen zur Haushaltssanierung und Ausgabenpolitik verknüpft. Bei der Corona-Hilfe des ESM kann jedes Land der Währungsunion auf zinsgünstige Darlehen bis von zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung zurückgreifen. Im Falle der besonders hart von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Staaten Italien und Spanien wären dies 36 Milliarden Euro beziehungsweise 25 Milliarden Euro. Einzige Voraussetzung ist, dass die Gelder für die „direkten und indirekten Kosten für Gesundheitsversorgung, Heilung und Prävention“ wegen der Pandemie genutzt werden.

Zweiter Coronavirus-Fall im Weißen Haus – Trump bei Veranstaltung ohne Maske

21.14 Uhr: Im Weißen Haus ist ein zweiter Coronavirus-Fall binnen zwei Tagen bestätigt worden. Wie ein US-Regierungsvertreter am Freitag sagte, wurde bei einem Mitarbeiter von Vizepräsident Mike Pence das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Mehrere Mitarbeiter, die womöglich mit ihm in Kontakt gekommen waren, mussten deswegen aus einem Flugzeug aussteigen, in dem sie Pence bei einer Reise in den Bundesstaat Iowa begleiten sollten. Erst am Donnerstag war ein im Weißen Haus eingesetzter Soldat positiv auf das Coronavirus getestet worden. Präsident Donald Trump und Pence wurden in der Folge negativ getestet. Sie unterziehen sich inzwischen täglich einem Coronavirus-Test.

Der für sein Krisenmanagement viel kritisierte Trump weigert sich aber entgegen den offiziellen Empfehlungen, eine Schutzmaske zu tragen. Am Freitag nahm der Präsident in Washington gemeinsam mit Veteranen an einer Kranzniederlegung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren teil. Weder Trump noch die Veteranen im Alter zwischen 96 und 100 Jahren trugen Gesichtsmasken. Sie hielten aber einen Sicherheitsabstand ein. Wegen ihres Alters gehören sowohl Trump als auch die Veteranen grundsätzlich zur Corona-Risikogruppe.

EU-Kommission will Einreisestopp verlängern

18.39 Uhr Die EU-Kommission hat eine Verlängerung des Einreisestopps nach Europa um einen weiteren Monat gefordert. Die Behörde empfahl den Mitgliedstaaten, die Beschränkungen für „nicht unbedingt notwendige Reisen“ bis zum 15. Juni in Kraft zu halten. Zuerst müssten die Kontrollen an den Grenzen innerhalb der EU aufgehoben werden, bevor die Einreisebeschränkungen nach Europa gelockert würden.

106 Ziele! Lufthansa startet ab ab Juni wieder richtig durch

15.32 Uhr: Gemeinsam mit den Konzern-Airlines Eurowings und Swiss fliegt die Lufthansa dann insgesamt 106 Ziele in Deutschland und Europa mit 160 Flugzeugen an, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. „Wir ermöglichen jetzt mit aller gebotenen Vorsicht, dass Menschen nachholen und erleben, worauf sie lange verzichten mussten“, erklärte der Lufthansa-Vorstand.

Neben innerdeutschen Zielen seien ab Juni auch „zahlreiche Sonnen-Ziele“ wie Mallorca oder Kreta wieder erreichbar. Dafür soll die für den momentan noch gültigen „Rückkehrerflugplan“ aktive Flotte von rechnerisch 80 Flugzeugen verdoppelt werden. Eurowings teilte mit, der Schwerpunkt des Flugplans der Tochterfluggesellschaft liege auf Zielen im Mittelmeerraum. Demnach fliegt die Airline auch bis zu viermal wöchentlich nach Mailand, außerdem nach Großbritannien.

Die Lufthansa erklärte, Kunden würden gebeten, bei ihrer Reiseplanung weiterhin die Einreise- und Quarantäneregeln ihres Ziellandes im Blick zu behalten. Neben einer Maskenpflicht an Bord könne es außerdem „während der gesamten Reise“ zu Einschränkungen wie längeren Wartezeiten kommen, auch das Catering sei eingeschränkt.

Maskenpflicht auch in den Zügen der Deutschen Bahn

14.29 Uhr: Auch in der Deutschen Bahn wird die Maskepflicht in allen Zügen eingeführt. Bei der Bahn begrüße man „die Pläne der Bundesregierung und Länder zur Einführung einer bundesweiten Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr“, sagt DB-Fernverkehrs-Chef Michael Peterson der „Bild“. Wer keine Maske dabei hat, kann eine im Bord-Bistro kaufen.

600 Corona-infizierte Arbeiter in deutschen Schlachtbetrieben

13.33 Uhr: In deutschen Schlachtbetrieben sind nach „Spiegel“-Informationen bislang mehr als 600 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Meist hätten sich rumänische Werkvertragsarbeiter angesteckt, die oft in Gemeinschaftsunterkünften lebten, berichtete das Magazin am Freitag unter Berufung auf Behördeninformationen. Demnach wurden beim baden-württembergischen Produzenten Müller Fleisch in den vergangenen Wochen etwa 300 Infizierte registriert, beim Unternehmen Westfleisch in Nordrhein-Westfalen mehr als 200.

„In den Betrieben darf weitergearbeitet werden, weil die Behörden davon ausgehen, die Lage mit den verfügten Quarantänemaßnahmen unter Kontrolle zu haben“, schrieb der „Spiegel“. Demnach dürfen Mehrbettzimmer nur von Partnern oder Familien bewohnt werden, die Fleischproduzenten verweisen auf verstärkte Hygiene in ihren Betrieben. Die Firma Vion allerdings habe ihren Schlachtbetrieb im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt nach einem Corona-Ausbruch mit mehr als hundert Infizierten geschlossen.

Apple macht seine Stores wieder auf

12.22 Uhr: Apple macht ab Montag nach einer coronabedingten Auszeit seine Geschäfte in Deutschland mit Vorsichtsmaßnahmen und verkürzten Öffnungszeiten wieder auf. Bei Kunden soll am Eingang die Temperatur gemessen werden und sie müssen Gesichtsmasken tragen, wie der iPhone-Konzern am Freitag ankündigte.

Wer keine Mund-Nase-Bedeckung dabeihat, bekomme eine gestellt. Da nur eine eingeschränkte Kundenzahl den Laden betreten darf, um den Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten, könne es zu Wartezeiten kommen, warnte Apple und empfahl, weiterhin online einzukaufen.

Die Läden sollen von 11 bis 19 Uhr öffnen, und im Fokus werde die Beratung von Kunden mit technischen Problemen stehen, für die sie sich online anmelden könnten. Apple hatte seine rund 500 Stores wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Infektionen, Tote, Geheilte: Neue Corona-Zahlen für Deutschland

11.01 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagvormittag über 167.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 166.000 Infektionen). Mindestens 7198 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7093). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.
Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag bei 0,71. Das bedeutet, dass zehn Infizierte rund sieben weitere Personen anstecken.
Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 141.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Kampf gegen Corona: Steigen Mike Tyson und Evander Holyfield nochmal in den Ring?

10.12 Uhr: Im Kampf gegen die in den USA wütende Corona-Pandemie wollen die beiden ehemaligen Box-Weltmeister Evander Holyfield und Mike Tyson im gehobenen Alter noch einmal die Handschuhe schnüren - vielleicht sogar zu einem dritten Duell. Der 57 Jahre alte Holyfield kündigte an, damit die Ersthelfer und Kinder unterstützen zu wollen.

„Seid ihr bereit? Das ist der Moment, auf den ihr alle gewartet habt: Der Champion ist zurück“, schrieb Holyfield auf Twitter: „Ich möchte ankündigen, dass ich ein Comeback im Ring geben werde. Ich werde Schaukämpfe für eine große Sache machen.“

Zuvor hatte bereits der vier Jahre jüngere Tyson (53) publik gemacht, dass er ebenfalls für einen wohltätigen Zweck wieder boxen wolle. Holyfield und Tyson standen sich bislang zweimal gegenüber. Holyfield holte sich zunächst im November 1996 durch einen K.o.-Sieg in Runde elf den WBA-Titel von Tyson, ehe nur sieben Monate später der denkwürdige zweite Kampf folgte. In diesem wurde Tyson disqualifiziert, nachdem er seinem Gegner einen Teil des Ohres abgebissen hatte.

Deutscher Export dramatisch eingebrochen

9.37 Uhr: Der deutsche Export ist zu Beginn der Corona-Krise eingebrochen. Die Unternehmen führten im März Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro aus. Das waren 7,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 11,8 Prozent weniger als im Februar 2020, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat war es der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990.

Corona-Studien mit freiwillig infizierten Probanden?

8.44 Uhr: Ein internationales Forscherteam hat sich dafür ausgesprochen, bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus auch Studien mit freiwillig infizierten Probanden vorzubereiten. „Angesichts der besonderen Umstände der Pandemie befürworten unser Rahmenmodell und unsere Analyse, eine Grundlage für Sars-CoV-2-Challenges zu legen“, schreibt das Team um Erstautorin Seema Shah von der Northwestern University in Chicago im Fachjournal „Science“.

Die Autoren betonen aber auch, dass Risiken für Studienteilnehmer, Personal und Dritte minimiert werden müssten. So sollten etwa junge, gesunde Menschen als Probanden ausgewählt und deren Gesundheitszustand langfristig beobachtet werden. Klinische Studien mit freiwillig Infizierten könnten in der Corona-Krise „in mehrfacher Weise einen hohen sozialen Wert“ haben, schreiben die Wissenschaftler. In Deutschland hat es „Human Challenge Trials“ in dieser Form noch nicht gegeben

„Gefährliche Nähe“ zwischen Corona-Verschwörungs-Theorien und AfD

7.54 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht eine „gefährliche Nähe“ zwischen der AfD und Menschen, die in der Corona-Krise Verschwörungstheorien verbreiten. „Das ist die gleiche Tonspur, in der die Leute unterwegs sind“, sagte Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren, indem sie mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen verbreiteten.

„Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen“, warnte Klingbeil. Er rief die Bürger auf, sich stärker als bisher dagegen zu wehren. „Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an“, forderte der Bundestagsabgeordnete.

Das waren die Corona-News vom 7. Mai:

Kanzlerin berät sich Papst

20.54 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Telefonat mit Papst Franziskus über die Corona-Krise beraten. „Beide sprachen sich dafür aus, insbesondere ärmere Länder in der Corona-Pandemie zu unterstützen“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Kanzlerin und der Papst hätten die Bedeutung von „Zusammenhalt und Solidarität in Europa und der Welt“ in der Corona-Krise hervorgehoben. Merkel habe den Pontifex außerdem zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen, sobald dies wieder möglich sei. Die Kanzlerin und der Papst sind sich bereits mehrfach persönlich begegnet, zuletzt war Merkel im Juni 2017 zu Gast im Vatikan.

Auf einen Gegenbesuch des Papstes warteten die Katholiken in Deutschland aber bislang vergeblich, obwohl die Kanzlerin Franziskus schon bei seiner Amtseinführung im März 2013 nach Deutschland eingeladen hatte.

Österreicher erholen sich dank neuem Therapieansatz

20.01 Uhr: In Österreich haben sich mehrere Covid-19-Patienten von ihrer schweren Lungenkrankheit erholt, nachdem sie mit dem Blutplasma geheilter Coronavirus-Patienten behandelt wurden. Der experimentelle Therapieansatz habe bei drei Patienten im Krankenhaus Graz sehr gute Ergebnisse geliefert, sagte der Grazer Infektiologe Robert Krause bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Bei der Blutplasma-Therapie handle es sich jedoch um eine „Option für ganz ausgewählte Patienten, die nicht auf alle übertragbar“ sei, sagte Krause.

So wurden insbesondere zwei Patienten behandelt, die an anderen Vorerkrankungen und an einem geschwächtem Immunsystem litten. Zudem kann es bei der Behandlung den Angaben zufolge auch zu Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen kommen. Insgesamt wurden in Österreich bisher 20 Corona-Patienten mit Blutplasma behandelt. Damit weitere Tests vorgenommen werden können, rief das Rote Kreuz am Donnerstag zu Blutplasma-Spenden auf. Bisher waren rund 200 Menschen in Österreich zu einer Spende bereit. Die Behandlung mit Blutplasma wird derzeit in mehreren Ländern getestet - unter anderem in Frankreich, den USA, der Schweiz und China.

Kaum noch Neuinfektionen auf Island

19.05 Uhr: Auf Island gibt es mittlerweile so gut wie keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus mehr. Nach drei Tagen ohne jeglichen neu gemeldeten Fall kamen am Donnerstag lediglich zwei neue Corona-Nachweise hinzu, wie die isländischen Behörden mitteilten. Damit steht die Nordatlantik-Insel nun bei 1801 bestätigten Corona-Fällen. Zehn Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bislang in Island ums Leben gekommen, 1755 andere haben sich von der Erkrankung mittlerweile wieder vollständig erholt. Bereits seit Mitte April gab es täglich immer nur vereinzelte Neuinfektionen.

Scherge der Franco-Dikatatur stirbt an infolge einer Coronainfektion

18.36 Uhr: Der bekannteste noch lebende Scherge der spanischen Franco-Diktatur (1939-1975) ist infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Der frühere Polizeiinspektor und Folterer Juan Antonio González Pacheco, der in Spanien „Billy el Niño“ („Billy the Kid“) genannt wurde, starb am Donnerstag im Alter von 73 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid. Covid-19 habe zu einem akuten Nierenversagen geführt, dem Pacheco erlegen sei, bestätigten Sprecher der Klinik San Francisco de Asís.

Wegen Corona: Assad verschiebt Parlamentswahl

17.30 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie hat Syriens Machthaber Baschar al-Assad die für Mai geplante Parlamentswahl erneut verschoben. Als neuer Termin für die Abstimmung wurde der 19. Juli festgelegt, wie das Präsidentenamt in der Hauptstadt Damaskus am Donnerstag mitteilte. Dabei handele es sich um eine Präventivmaßnahme.

Corona-App ab Juni „realistisch“

16.57 Uhr: Die geplante App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten soll in etwa fünf bis sechs Wochen zur Verfügung stehen. „Mitte Juni ist ein realistischer Zeitraum“, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen.

Zunächst solle die App lediglich ihre „Kernfunktion“ besitzen, mit der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten informiert werden sollen. Die Option zur freiwilligen Weitergabe von Daten an das Robert-Koch-Instituts (RKI) soll demnach später hinzukommen. Die App sei ein „wichtiges Tool“, um Infektionsketten „umfassender zu erkennen“ als bisher, hieß es weiter.

Die App soll mithilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe einer anderen Person aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet hat. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten. Es sei wichtig zu verstehen, dass die Anwendung „kein Allheilmittel“ sei und auch „kein Freifahrtschein“, um Abstands- und Hygieneregeln zu vernachlässigen, hieß es weiter aus Regierungskreisen. Die Identifizierung und Unterbrechung von Infektionsketten sei lediglich der zweite Schritt in der Pandemie-Bekämpfung - der erste sei, überhaupt Ansteckungen zu vermeiden. Die App soll strengen Vorgaben von Datenschutz und Cybersicherheit genügen und freiwillig sein, wie es weiter hieß. Eine breite Akzeptanz der Anwendung und möglichst viele Nutzer seien entscheidend.

Herausgeben soll die App, die von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt wird, das RKI. Einbezogen sind auch die Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Helmholtz-Institut und weitere Bundesbehörden, darunter das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Wegen Corona: Tausende Mieter haben sich an Vermieter gewandt

16.35 Uhr: Tausende Mieter in Deutschland haben sich in der Corona-Krise wegen Geldsorgen an ihre Vermieter gewandt. Da viele Menschen in der Pandemie mit weniger Einnahmen zurechtkommen müssen, häufen sich die Anfragen.

Die Mietausfälle zumindest bei großen Wohnungsunternehmen halten sich aber in Grenzen, zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Immobilienkonzernen sowie Mieter- und Eigentümerverbänden. Demnach hat die Pandemie die allermeisten Mieter bislang nicht in große finanzielle Nöte gestürzt.

Corona-Notbremse: Das halten Experten von dem neuen Beschluss

15.16 Uhr: Epidemiologen halten den von Bund und Ländern eingeführten Notfallmechanismus im Kampf gegen das Coronavirus für grundsätzlich nachvollziehbar. Zum Teil gibt es aber Zweifel, ob die Schwelle von 50 neuen Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen niedrig genug angesetzt ist.

„Die Regelung schafft immerhin einen gewissen Anspruch, die lokalen Gesundheitsämter in die Lage zu versetzen, auf lokale Ausbrüche schnell und wirksam reagieren zu können“, sagte der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Gerard Krause. Das müsse in der aktuellen und auch der zu erwartenden Situation unbedingt gegeben sein. Wie man genau auf die oben genannte Schwelle gekommen sei, wisse er aber nicht.

Auch Eva Grill, Professorin für Epidemiologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, sieht Positives in der Notbremse. „Wobei man sehen muss, ob die als Grenze angegebene Zahl von 50 neuen Fällen pro Woche/100 000 Einwohner tatsächlich niedrig genug ist.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch angesichts weiterer Corona-Lockerungen eine Art Notfallmechanismus beschlossen. Ist der Wert der 50 Neuinfektionen überschritten, soll sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden.

Weitere Finanzhilfen für Restaurants und Hotels

14.43 Uhr: Die Bundesregierung stellt weitere Hilfen für Gastronomie und Hotels in der Corona-Krise in Aussicht. Diese Branchen seien besonders betroffen, auch wenn jetzt Schritt für Schritt wieder geöffnet werde, sagte der Mittelstands- und Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Daher müssen wir für die besonders hart getroffenen Branchen zusätzliche Unterstützung bereit stellen, damit die Unternehmen und deren Mitarbeiter Sicherheit haben.“ 

Lockerung in Großbritannien: Johnson in der Kritik

14.31 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät mit seinen Plänen für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise zunehmend in die Kritik. Er hatte angekündigt, das weitere Vorgehen der Regierung am Sonntag bekanntzugeben. Erste Lockerungen könnten demnach schon ab Montag gelten. Großbritannien ist mit mehr als 30.000 Toten Statistiken zufolge das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Eine Lockerung müsse auch mit den Landesteilen abgestimmt werden, sagte der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei SNP im Unterhaus, Ian Blackford, am Donnerstag im BBC-Interview. Weder er noch Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon seien informiert worden, was Johnson überhaupt plane.

Ähnlich äußerte sich der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer: „Wir haben gemeinsam im Vereinigten Königreich die Ausgangsbeschränkungen gestartet“, sagte er der BBC. Es wäre sinnvoller, eine Lockerung gemeinsam abzustimmen und umzusetzen.

Britische Medien hatten bereits über erste Schritte spekuliert, die Johnson planen könnte: Dazu zählt angesichts des schönen Wetters die Öffnung von mehr Parkanlagen, die Zulassung von Picknicks und die Wiedereröffnung von Cafés im Freien. Auch mehr Sport draußen soll ermöglicht werden, heißt es. Kritiker halten das für zu früh. Viele Menschen halten sich schon jetzt nicht an die Vorgaben.

Nachfrage nach deutschem Wein steigt spürbar

14.14 Uhr: Während der Corona-Krise versuchen offenbar viele Menschen, sich den unfreiwilligen Rückzug in die eigenen vier Wände schön zu trinken. Und das nicht zuletzt mit deutschem Wein.

Die Nachfrage nach heimischen Weinen ist in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen. Nach Beginn der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie nahmen Einkaufsmenge und Umsatz im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um jeweils rund 9,5 Prozent zu, wie das Deutsche Weininstitut am Donnerstag in Bodenheim bei Mainz mitteilte.

Für das gesamte erste Quartal ergab eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Nielsen eine Absatzsteigerung für deutsche Weine um vier Prozent gemessen am Vorjahresmonat.

Weiterer Corona-Fall im Umfeld des brasilianischen Präsidenten

13.25 Uhr: Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro lehnt Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zwar rigoros ab und spricht von einer „weltweiten Hysterie“. Doch in seinem direkten Umfeld steigt die Zahl der Infektionen. Nun hat es seinen Sprecher Otávio Rego Barros erwischt.

Der Armeegeneral befinde sich zu Hause und komme „allen empfohlenen Vorschriften“ nach, teilte das Präsidialamt am Mittwoch (Ortszeit) mit. Das positive Testergebnis des 59-Jährigen war demnach am Dienstag bestätigt worden.

Rego Barros ist eine der am stärksten in der Öffentlichkeit stehenden Personen der brasilianischen Regierung. Zuvor hatte es bereits mehr als 20 Corona-Infektionen im direkten Umfeld Bolsonaros gegeben.

Bolsonaro selbst erklärte, er sei negativ getestet worden. Seine Testergebnisse machte er aber nicht öffentlich.

Wegen Corona-Äußerungen: Morddrohungen gegen grünen Krawall-OB

13.05 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat nach seinen umstrittenen Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten nach eigenen Angaben Morddrohungen bekommen. Palmer sagte am Donnerstag, dass auch seine Familie bedroht werde.

Er reiche Briefe und Mails an Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Ein Sprecher der Tübinger Staatsanwaltschaft bestätigte, dass ein Teil bereits eingegangen sei. Den Verfassern drohen Geldstrafen oder Haft bis zu einem Jahr. Zuerst hatte das „Schwäbische Tagblatt“ (Donnerstag) berichtet.

Palmer hatte zum Umgang mit hochbetagten Corona-Kranken gesagt: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Viele Grünen-Mitglieder machten sich daraufhin für einen Parteiausschluss stark.

Am Montag entzog ihm die Parteispitze jegliche Unterstützung. An diesem Freitag berät der baden-württembergische Grünen-Vorstand über Ordnungsmaßnahmen. Ein Parteiausschlussverfahren gilt als unwahrscheinlich.

Mehr als 150.000 Todesfälle in Europa – Russland meldet Rekordzahl

12.25 Uhr: In Europa sind bislang bereits mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP lag die Zahl der Todesopfer am Donnerstagmorgen bei 150.138 bei insgesamt gut 1,64 Millionen nachgewiesenen Infektionen.

Damit ist Europa weltweit weiterhin am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen. Die meisten Todesopfer innerhalb Europas gab es in Großbritannien (mehr als 30.000), Italien (mehr als 29.600), Spanien (rund 26.000) und Frankreich (rund 25.800).

Russland meldete am Donnerstag eine neue Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Demnach wurden binnen 24 Stunden 11.231 neue Fälle diagnostiziert. Die Gesamtzahl der bislang in Russland nachgewiesenen Infektionen stieg auf mehr als 177.000; das Land liegt damit bei der Zahl der Fälle jetzt weltweit auf dem fünften Platz. Die russischen Behörden erklären die seit einer Woche stark steigenden Infektionszahlen mit einer Zunahme der Tests.

„Todes-Risiko“: US-Behörden warnen vor „Corona-Partys“

10.11 Uhr: Behörden im US-Bundesstaat Washington haben sich besorgt über Hinweise auf so genannte Covid-19-Partys gezeigt, bei denen sich Menschen in der Hoffnung auf spätere Immunität absichtlich mit dem neuartigen Coronavirus anstecken. „Gruppenversammlungen inmitten einer Pandemie können unglaublich gefährlich sein und setzen Menschen einem erhöhten Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder sogar des Todes aus“, warnte Washingtons Gesundheitsminister John Wiesman am Mittwoch. Es sei auch noch vollkommen unklar, ob Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung langfristig immun gegen das neuartige Coronavirus seien und welche langfristigen Folgeschäden nach einer Erkrankung drohten, betonte Wiesman.

RKI verkündet aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

8.29 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 166.091 angegeben - ein Plus von 1284 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 168.162 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7119 Todesfälle, die JHU 7275 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 139.900.

Verdacht auf Betrug bei Corona-Hilfe: Razzia bei mutmaßlichen Islamisten

8.26 Uhr: Ermittler des polizeilichen Staatsschutzes und der Polizei in Berlin haben am Donnerstag Wohnungen und Autos mutmaßlicher Salafisten wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs mit Corona-Soforthilfen durchsucht. Die fünf Tatverdächtigen seien unter anderem dem inneren Kreis der ehemaligen Fussilet-Moschee zuzurechnen, erklärten die Berliner Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Morgen. Sie würden verdächtigt, betrügerisch Corona-Soforthilfen beantragt und erhalten zu haben. Die inzwischen geschlossene Fussilet-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit war ein Treffpunkt von Islamisten. Unter anderem verkehrte dort der Täter des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, Anis Amri.

Beck's-Mutter AB Inbev schreibt Milliardenverlust

8.18 Uhr: Der Beck's-Mutterkonzern AB Inbev hat angesichts der Beschränkungen in der Corona-Krise in den ersten drei Monaten einen Milliardenverlust eingefahren. Die Auswirkungen würden den Konzern zudem von April bis Juni noch bedeutend schwerer treffen, teilte der weltgrößte Bierbrauer am Donnerstag im belgischen Leuven mit.

Geschlossene Kneipen und Restaurants setzen dem Absatz über das Gastgewerbe schwer zu. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von 2,25 Milliarden US-Dollar nach einem Gewinn von 3,57 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz schrumpfte um 10 Prozent auf 11 Milliarden Dollar.

Mieter mit Geldsorgen: Anfragen an Vermieter häufen sich

8.13 Uhr: Tausende Mieter in Deutschland haben sich in der Corona-Krise wegen Geldsorgen an ihre Vermieter gerichtet. Da viele Menschen in der Pandemie mit weniger Einnahmen zurechtkommen müssen, häufen sich die Anfragen. Die Mietausfälle zumindest bei großen Wohnungsunternehmen halten sich aber in Grenzen, zeigt eine Umfrage unter Immobilienkonzernen sowie Mieter- und Eigentümerverbänden.

Bei der Umfrage für den Eigentümerverband Haus & Grund haben mehr als drei Viertel der befragten Mieter angegeben, sie hätten aktuell genug Einkommen und Rücklagen oder erhielten staatliche Hilfe, um ihre Miete zahlen zu können. Etwas mehr als sechs Prozent berichteten, bei ihnen führten Einkommenseinbußen wegen der Pandemie dazu, dass sie die Miete nicht zahlen könnten.

Angriff auf ARD-Team bei Corona-Demo: Verdächtiger frei

7.26 Uhr: Nach einem Angriff auf ein Kamerateam der ARD in Berlin ist ein Tatverdächtiger nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen worden. Das sagte ein Sprecher am frühen Donnerstagmorgen. Gegen den 46-Jährigen liege eine Strafanzeige wegen Körperverletzung vor.

Bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona- Beschränkungen war am Mittwoch vor dem Reichstagsgebäude ein Tonassistent angegriffen worden. Ein Mann habe versucht, ihn zu treten - traf dabei aber offenbar die Mikrofon-Angel, die dann gegen den Kopf des Kameramannes schlug, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Der 46-jährige Tatverdächtige habe versucht zu flüchten, sei dann aber festgenommen worden. Bereits am 1. Mai war in Berlin ein Team der ZDF-Satiresendung „heute-show“ attackiert worden.

Das ware die Corona-News vom 6. Mai:

Auch die Niederlande lockern die Corona-Maßnahmen

19.35 Uhr: Auch die Niederlande lockern die Corona-Maßnahmen: Ab der nächsten Woche dürfen Friseure, Kosmetiksalons und Massagepraxen wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwochabend in Den Haag an.

Ab 1. Juni dürfen demnach auch Restaurants, Cafés, Museen, Kinos und Theater unter bestimmten Bedingungen den Betrieb wieder aufnehmen und es werden alle Schulen wieder geöffnet. Die Regierung macht auch Mundschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend. 

Disneyland in China öffnet wieder

18.26 Uhr: Nach mehr als drei Monaten Zwangspause wegen des Coronavirus-Ausbruchs öffnet Disney seinen Vergnügungspark in Shanghai wieder für Besucher. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, sollen Besuche unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ab kommenden Montag, dem 11. Mai wieder möglich sein. Zunächst werde nur eine kleinere Zahl an Gästen zugelassen.

Auch müssen im Park Abstandsregeln eingehalten werden. Nachdem es in China laut offiziellen Angaben über Wochen kaum noch neue Infektionen gab, haben mittlerweile zahlreiche Touristen-Attraktionen zumindest eingeschränkt wieder geöffnet, darunter auch die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt in Peking. 

Tennis-Idol Federer spendet eine Million Dollar für Corona-Krisenhilfe nach Afrika

17.21 Uhr: Tennis-Idol Roger Federer spendet eine Million US-Dollar nach Afrika. Davon sollen 64.000 Kinder und deren Familien in Sambia, Botswana, Namibia, Malawi, Simbabwe und Südafrika, dem Geburtsland von Federers Mutter, während der Coronakrise mit Nahrung unterstützt werden.

Nach sechs Wochen Shutdown und trotz steigender Zahlen: Lockerungen in Russland

16.55 Uhr: Nach mehr als sechs Wochen Zwangsferien sollen in Russland trotz massiv steigender Corona-Zahlen vom 12. Mai an erstmals Lockerungen im Shutdown möglich werden. Kremlchef Wladimir Putin sagte am Mittwoch, dass die Verantwortung dafür in den jeweiligen Regionen liege und abhängig sei von den Infektionszahlen. Zugleich mahnte er bei einer im Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit der Regierung vor übereilten Schritten. 

Beschlossen! Diese Änderungen kommen jetzt

16.38 Uhr: Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher bekanntgab, haben sich Bund und Länder auf weitreichende Lockerungen der Corona-Regeln geeinigt. Hier können Sie nachlesen, was sich jetzt ändert.

Jetzt live: Kanzlerin Merkel äußert sich zu Lockerung der Corona-Maßnahmen

15.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit den Regierungschefs der Bundesländer erneut zur Corona-Krise beraten. Die Ergebnisse der Beratung gibt sie jetzt in einer Pressekonferenz bekannt.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen wieder öffnen

14.54 Uhr: Unter Auflagen - wie Maskenpflicht und Abstandsregeln - sollen deutschlandweit alle Geschäfte wieder öffnen können. Die ohnehin umstrittene Begrenzung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern gilt dann nicht mehr. Es soll nun Vorgaben geben, wie viele Kunden und Verkäufer sich im Laden aufhalten dürfen. Die Auflagen sollen sich nach der Verkaufsfläche richten, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. 

Bund und Länder erlauben wieder Training im Freizeitsport

14.32 Uhr: Bund und Länder wollen den Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlauben. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Nach Wochen des Stillstands durch die Corona-Pandemie darf sportartenspezifisch nach bestimmten, coronabedingten Regeln trainiert werden.

Dies ist eine erfreuliche Nachricht für die rund 27 Millionen in Vereinen organisierten Menschen. Als Bedingungen für den Neustart im Breitensport werden unter anderem genannt, dass eine ausreichende Distanz von 1,5 bis 2 Metern gewährleistet und der Sport kontaktfrei ausgeübt wird. Außerdem müssen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten, eingehalten werden.

Für die einzelnen Sportarten und Disziplinen haben zudem die Spitzenverbände des Deutschen Sportbundes Konzepte mit Übergangsregeln für ihre Sportarten entwickelt, die dem noch besseren Schutz vor Coronavirus-Infizierungen dienen sollen. Für Mannschaftssportarten beginnt die Wiederaufnahme des Trainings zunächst mit Individualtraining. 

Corona-Kontaktbeschränkungen bis 5. Juni - mit einer Lockerung

14.03 Uhr: Bund und Länder haben die Kontaktbeschränkungen für die Bürger im öffentlichen Raum zur Eindämmung des Coronavirus grundsätzlich bis 5. Juni verlängert. Allerdings einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch auf eine Lockerung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen sollen sich künftig auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen.

Die weitreichenden Beschränkungen für das Alltagsleben waren am 22. März von Bund und Ländern beschlossen worden. Konkret gilt seitdem als bundesweite Leitlinie, dass man sich in der Öffentlichkeit nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten soll. Diese Vorgabe war zuletzt Ende April verlängert worden.

Angesichts der niedrigen Infektionszahlen soll der Aufenthalt im öffentlichen Raum nun nicht nur allein mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes oder einer weiteren Person, sondern auch mit den Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein, wie es hieß. Dies soll durch eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen ergänzt werden. Generell gilt auch die Vorgabe, mindestens einen Abstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen zu halten. Einzelne Länder hatten bereits Lockerungen der Kontaktbeschränkungen beschlossen.

Bund und Länder hatten über die Zukunft der Kontaktbeschränkungen intensiv gerungen. Merkel hatte dabei das Vorgehen aus dem Saarland bevorzugt, wonach sich zwei Hausstände treffen können. Dies sei ein guter Vorschlag, wurde die Kanzlerin von Teilnehmern der Sitzung am Mittwochnachmittag zitiert. Im Saarland geht die Regelung auf ein Gerichtsurteil zurück, wonach sich Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen.

Der Vorschlag wurde dem Vernehmen nach auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) unterstützt. Er könne gut damit leben, weil es der Lebenswirklichkeit der Menschen entspreche, sagte Söder nach Teilnehmerangaben.

Einzig Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) soll sich ablehnend geäußert haben. In seinem Bundesland dürfen sich seit Montag bis zu fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen.

Schockierende Zahlen: Große Verluste in der Autobranche

13.29 Uhr: Die Corona-Schutzverordnungen haben im April auch die Autoverkäufe einbrechen lassen. Knapp 121 000 Neuwagen wurden in dem Monat zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Das waren 61 Prozent weniger als im April vergangenen Jahres. Um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus einzudämmen, waren im Handel auch die Autohäuser geschlossen worden. Erst seit 20. April dürften sie wieder öffnen.

Weil die Autobauer ihre Produktion nahezu einstellten, liefen auch kaum noch Autos vom Band: In Deutschland waren es 10 900, rund 97 Prozent weniger als üblich, wie der Verband der Automobilindustrie in Berlin mitteilte.

„Im April wird das ganze Ausmaß der Corona-Folgen für den Pkw-Markt sichtbar“, sagte Reinhard Zirpel, der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. „Wir haben es mit einem beispiellosen Markteinbruch zu tun.“

Besuche von „Geliebter“: Britischer Corona-Berater gibt Posten auf

13.17 Uhr: Wegen Verstößen gegen die Corona-Einschränkungen in Großbritannien hat sich der renommierte Wissenschaftler Neil Ferguson als Berater der Regierung in London zurückgezogen. Der Epidemiologe räumte eigenes Fehlverhalten ein. Zuvor hatte die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet, Ferguson habe seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen wiederholt Besuch von seiner „Geliebten“ gehabt. Er bereue „zutiefst“, gegen die wegen der Pandemie verhängten Regeln verstoßen zu haben, erklärte Ferguson am Dienstag.

„Ich habe in dem Glauben gehandelt, immun zu sein“, betonte der Wissenschaftler, der nach eigenen Angaben positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war und sich im Anschluss zwei Wochen lang in häusliche Isolation begeben hatte. Die Corona-Maßnahmen der Regierung nannte Ferguson „unmissverständlich“. Sie dienten dazu, „uns alle zu schützen“. Wegen seines Fehlverhaltens gebe er seinen Posten in dem wissenschaftlichen Gremium auf, das die Regierung von Premierminister Boris Johnson in der Corona-Krise berät. Eine Regierungssprecherin bestätigte Fergusons Rückzug.

Kabinett beschließt Steuersenkungen für Gastronomie

11.41 Uhr: Restaurants und Cafés sollen wegen der Corona-Krise vorübergehend weniger Steuern zahlen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert wird. „Wir geben Gaststätten und Restaurants einen kräftigen Schub, wenn sie wieder öffnen“, erklärte die Parlamentarische Finanz-Staatssekretärin Sarah Ryglewski. Bundestag und Bundesrat müssen den Hilfen noch zustimmen.

Die Regelung soll konkret vom 1. Juli an für ein Jahr gelten. Sie betrifft nur Speisen, keine Getränke. Zugleich beschloss das Kabinett, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld großteils steuerfrei gestellt werden. Das Finanzministerium geht davon aus, dass durch die Maßnahmen in diesem und kommendem Jahr rund 2,7 Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen werden.

Mallorca-Urlaub: Tourismusbeauftragter macht Hoffnung

​10.54 Uhr: Urlauber können nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung im Sommer unter Umständen auch auf die Balearen oder die griechischen Inseln reisen. „Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken“, sagte Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) dem „Tagesspiegel“.

Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt. „Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln“, so Bareiß. Fernreisen fielen in diesem Sommer wegen der Corona-Krise hingegen aber vermutlich eher aus. Zu einem möglichen Ansturm auf Urlaubsziele in Deutschland sagte Bareiß: „Deutschland ist groß. Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt.“

​FDP-Chef Lindner: Merkel habe „die Ausfahrt verpasst“

10.12 Uhr: Christian Lindner kritisiert den Corona-Fahrplan der Bundeskanzlerin. Es gebe nun eine „Kehrtwende von Bund und Ländern“, die zwar richtig sei, sagte der FDP-Chef am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Er hätte sich eine transparente Politik der Öffnung mit Hygieneregeln statt Verboten allerdings schon vor 14 Tagen gewünscht. Die Bundeskanzlerin habe in den vergangenen Sitzungen mit den Ministerpräsidenten „die Ausfahrt verpasst“. „Jetzt wird all das, was da angeregt wurde, doch beschlossen, da hat das Land Zeit verloren.“ Diese Zeit wäre aber beispielsweise für Kitas und Schulen wichtig gewesen, um sich vorzubereiten, sagte Lindner.

Virologe Kekulé warnt vor Lockerungen - Deutschland hatte Glück

9.20 Uhr: Virologe Alexander Kekulé warnt in einem Beitrag in der „Zeit“ vor dem aktuellen Lockerungs-Konzept vieler Politiker. Es sei „brandgefährlich“, die Maßnahmen jetzt zu lockern und sie erst im Falle eines erneuten Ausbruchs wieder anzuziehen.

Das Virus werde noch über viele Monate oder Jahre auf der Erde herumgehen. Ohne ein entsprechendes Schutzkonzept sei es sehr riskant die Kontaktsperren jetzt zu lockern.

Die bisher günstige Entwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland „großes Glück“ gehabt habe. Anstatt in Italien hätte die Pandemie seiner Ansicht nach auch zuerst in Deutschland ausbrechen können.

Folge der Corona-Krise: Gewinn von Disney sinkt um 91 Prozent

7.52 Uhr: US-Mega-Konzern Disney hat in den ersten drei Monaten des Jahres einen Haufen Geld verloren – so sank der Gewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode um 91 Prozent auf 475 Millionen Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus musste Disney seine Freizeitparks rund um den Globus schließen und die Fahrten seiner Kreuzfahrtschiffe absagen, dazu fielen die massiven Investitionen in den neuen Streamingdienst „Disney+“ an. Für das aktuelle Quartal rechnet der US-Konzern damit, dass sich die Corona-Pandemie mit einem Negativeffekt von 1,4 Milliarden Dollar auf die Geschäftsbilanz auswirkt.

Das waren die Corona-News vom 5. Mai:

Mehr als 164.800 Corona-Fälle in Deutschland – über 6900 Tote

20.35 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagabend über 164.800 Corona-Infektionen registriert worden (Vortag Stand 19.15 Uhr: mehr als 164.000). Mindestens 6942 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 19.15 Uhr: 6803).

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Montag bei 0,71. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa 6 bis 8 weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 135.100 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 43.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1974 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 33.700 Fällen und mindestens 1331 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 32.500 bestätigten Fällen und mindestens 1482 Toten. 

Burger-Krise in den USA: Fast-Food-Kette geht das Fleisch aus

19.54 Uhr: Die Corona-Pandemie macht der US-Fleischindustrie schwer zu schaffen. Das bekommt nun auch die Fast-Food-Branche zu spüren. Die Hamburger-Kette "Wendy's" bestätigte am Dienstag, dass es in einigen ihrer Schnellrestaurants aufgrund der angespannten Versorgungslage zu Engpässen kommen könne. Vorher hatten Kunden in den sozialen Medien über Burger-Mangel geklagt.
Einem Experten der Investmentbank Stephens zufolge waren Rindfleischprodukte zu Wochenbeginn angeblich in 18 Prozent aller US-Filialen von Wendy's komplett ausverkauft. An der Börse gerieten die Aktien von Wendy's zeitweise deutlich ins Minus. Dass die US-Fleischindustrie Produktionsprobleme hat, ist bekannt. Fabriken großer Hersteller gelten in der Corona-Krise als Infektionsherde und mussten pandemiebedingt schließen.

Corona-Tote: Großbritannien überholt Italien

19.03 Uhr: In Großbritannien sind inzwischen mehr Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben als in jedem anderen europäischen Land. Bis Ende April starben im Vereinigten Königreich mehr als 32.300 an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, wie die britische Statistikbehörde ONS am Dienstag mitteilte. In der neuen ONS-Statistik sind die Todesfallzahlen aus England, Wales und Nordirland mit Stand 24. April sowie die Fallzahlen aus Schottland mit Stand 26. April erfasst. Fälle aus der zurückliegenden Woche flossen dagegen nicht in die Statistik ein. Experten gehen daher davon aus, dass die tatsächliche Todesfallzahl in Großbritannien noch weitaus höher liegt. Zentrum der Pandemie in Großbritannien ist die Region England: Dort starben laut der Statistik bis zum 24. April mehr als 28.200 Menschen. Wales verzeichnete 1376, Nordirland 393 Todesfälle. In Schottland wurden bis zum 26. April 2272 Todesfälle registriert, bei denen laut Sterbeurkunde Covid-19 die Todesursache war.

Bislang hatte Italien die Statistik der meisten Corona-Toten in Europa angeführt. In dem Land starben nach Behördenangaben mehr als 29.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

Russland: Gewalt gegen Frauen mehr als verdoppelt

18.33 Uhr: Die Gewalt gegen Frauen in Russland hat sich nach Angaben der Menschenrechtsbeauftragten der Regierung wegen der Corona-Ausgangssperren mehr als verdoppelt. Im April hätten die Anlaufstellen mehr als 13 000 Beschwerden über häusliche Gewalt registriert. Das sei mehr als das Doppelte im Vergleich zu 6054 Mitteilungen im März, sagte die Beauftragte Tatjana Moskalkowa der russischen Staatsagentur Ria Nowosti am Dienstag. In vielen Teilen Russlands herrschen seit über einem Monat streng überwachte Ausgangssperren unter Strafandrohung. Wegen der scharfen Regeln sei es Frauen oft nicht möglich, das Haus zu verlassen, um zur Polizei zu gehen oder sich anderweitig Hilfe zu suchen, sagte Moskalkowa.

In vielen Teilen Russlands herrschen seit über einem Monat streng überwachte Ausgangssperren unter Strafandrohung.
Wegen der scharfen Regeln sei es Frauen oft nicht möglich, das Haus zu verlassen, um zur Polizei zu gehen oder sich anderweitig Hilfe zu suchen, sagte Moskalkowa.

Russlands mächtigste Frau, die Föderationsratschefin Valentina Matwijenko, hatte hingegen Befürchtungen vor einer Zunahme der häuslichen Gewalt in der Corona-Krise zurückgewiesen. Sie meinte, die Selbstisolation führe zu einem engeren Zusammenhalt der Familien.

Corona stoppt „Tatort“-Kommissare: Jubiläums-Folge verzögert sich

17.53 Uhr: Der „Tatort“ wird dieses Jahr 50 Jahre alt - dazu ist für den Herbst eine Doppelfolge mit den Kommissaren aus Dortmund und München geplant. Wegen der Corona-Krise verzögern sich nun allerdings die Dreharbeiten. Die Ermittlungen der TV-Kommissare Batic und Laeitmayr (München) und Faber und Bönisch (Dortmund) liegen quasi auf Eis. Der Dreh des zweiten Teils pausiere aufgrund der Corona-Beschränkungen seit März, teilte eine WDR-Sprecherin am Dienstag in Köln mit. Auch wenige Szenen für den ersten Teil müssten noch gedreht werden. Man hoffe, dass es bald weitergehe. Die Doppelfolge trägt den Titel „In der Familie“.

Umstrittene Kaufprämie: Autoindustrie muss bis Juni auf Staatshilfen warten

17.14 Uhr: Die deutsche Autoindustrie muss auf mögliche Staatshilfen in der Corona-Krise noch warten. Gespräche zwischen Bundesregierung und Branchenvertretern endeten am Dienstag ohne Beschlüsse etwa zur heftig umstrittenen Kaufprämie. Eine Arbeitsgruppe soll bis Anfang Juni über „konjunkturbelebende Maßnahmen“ beraten. Allerdings steht die Branche mit ihrer Forderung nach Kaufprämien zunehmen allein da. Insbesondere die Rufe nach einer Förderung von Verbrennern stoßen auch in den Koalitionsfraktionen auf Skepsis.

Gastronomieeröffnung? 18. Mai wahrscheinlich

15.48 Uhr: Die Bundesländer wollen sich am Dienstagabend in einer Videokonferenz auf einen konkreten Zeitpunkt für eine Öffnung von Gastronomiebetrieben verständigen. In einer Beschlussvorlage für die Schalte stehe der 18. Mai als Datum, sagte die Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Bremens Senatorin Kristina Vogt (Linke), am Dienstag vor Journalisten. Sie sei zuversichtlich, dass der Vorschlag angenommen werde. An der Konferenz nimmt auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) teil.

Luftfahrtindustrie sicher: Flugverkehr wird sich über Jahre nicht normalisieren

14.37 Uhr:  Der Flugverkehr wird aus Sicht der Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland erst in zwei bis drei Jahren wieder das hohe Vorkrisen-Niveau erreichen. „Wir rechnen für Ende 2022 oder Anfang 2023 mit einem Niveau des Flugaufkommens, wie wir es 2019 hatten“, sagte der Präsident des Branchenverbands BDLI, Dirk Hoke, bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Damals seien rund 227 Millionen Passagiere mit dem Flugzeug befördert worden. Es sei zu früh, um abzusehen, wann Verbraucher auf diese Weise wieder über Ländergrenzen hinweg reisen könnten.

Erster Corona-Fall in Frankreich schon 2019?

14.02 Uhr: In Frankreich könnte es bereits Ende Dezember einen Coronavirus-Fall gegeben haben. Die Infektion wurde im Nachhinein entdeckt – es handelt sich um den 43-jährigen Amirouche Hammar aus der Nähe von Paris. Er habe trockenen Husten, Fieber, Müdigkeit und schwere Atembeschwerden gehabt, sagte Hammar dem Sender BFMTV am Dienstag. Im Krankenhaus von Bobigny wurde eine Lungeninfektion diagnostiziert. Man habe ihm nicht sicher sagen können, was er hat – nur, dass es sehr ernst wäre, erzählte Hammar. Nach wenigen Tagen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen.

Bayern beschließt weitreichende Lockerungen

12.41 Uhr: Nach wochenlangen Verboten und Beschränkungen hat auch das bayerische Kabinett eine weitreichende Lockerung seiner harten Anti-Corona-Maßnahmen und eine Öffnung der Hotels beschlossen.

Die Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben – gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen. Ab Mittwoch ist es erlaubt, eine Person außerhalb des eigenen Hausstands und auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen. 

RKI-Chef warnt vor zweiter Corona-Welle

11.47 Uhr: Der Chef vom Robert-Koch-Institut, Dr. Lother Wieler, hat vor einer zweiten Corona-Welle gewarnt: „Wir wissen, dass es mit großer Sicherheit eine zweite Welle gibt. Die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich dessen sicher und viele gehen auch davon aus, dass es eine dritte Welle geben wird“, sagte Wieler der „Bild“.

Einbruchsrate dank Corona rückläufig

11.15 Uhr: In der Corona-Pandemie wird vorläufigen Zahlen zufolge weniger in Wohnungen und Wohnhäuser eingebrochen. Dieser Trend zeichnet sich nahezu bundesweit ab, wie eine Länder-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. So ging beispielsweise nach bisherigen Erkenntnissen in Sachsen, Berlin, Schleswig-Holstein, Thüringen und Hamburg die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Corona-Krise im Vergleich zu vor der Krise zurück. In Mecklenburg-Vorpommern stiegen Kriminelle ebenfalls weniger in Wohnungen ein, teilte das Landeskriminalamt in Rampe mit. In Nordrhein-Westfalen sei die Rate zum Vorjahr um ca. 40 Prozent zurückgegangen.

Neben der Zahl der Wohnungseinbrüche ist in einigen Ländern auch die Gesamtzahl der Straftaten nach Angaben der Landeskriminalämter rückläufig. Der Rückgang der Kriminalität betrifft fast alle Phänomenbereiche, heißt es etwa aus Sachsen. Nach Angaben des Landeskriminalamts in Stuttgart ist die Gesamtzahl der erfassten Straftaten auch in Baden-Württemberg rückläufig.

Nach drei Monaten: Segler nach Corona-Irrfahrt gerettet

10.02 Uhr: Ein Segler im Südpazifik, der wegen der Corona-Pandemie monatelang auf dem Meer ausharren musste, hat wieder Land unter den Füßen. Wie örtliche Medien  berichteten, wurde er von Marinesoldaten im Pazifik gerettet und konnte schließlich in Fidschi an Land. Wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus war Wong Tetchoong aus Singapur in drei Ländern das Anlegen verweigert worden. Der 59-Jährige war Anfang Februar von Singapur aus zu einem dreijährigen Segelabenteuer aufgebrochen, bevor das Virus zu einer Pandemie wurde und Häfen in aller Welt geschlossen wurden, wie die Zeitung „Fiji Sun“ berichtete. 

Johns-Hopkins-Universität: Weltweit Viertemillion Menschen nach Corona-Infektion gestorben

09.08 Uhr: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete bis zum Abend (Ortszeit) knapp 3,6 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 251 000 Todesfälle. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Heftige Corona-Verluste für Hugo Boss

8.18 Uhr: Der Modekonzern Hugo Boss schreibt wegen der Corona-Pandemie Verluste. Wegen der weitgehenden Schließung seiner Geschäfte brach dem Unternehmen im ersten Quartal der Umsatz weg, wie Hugo Boss mitteilte. Das Modelabel aus Metzingen (Baden-Württemberg) will nun mit Einsparungen dagegen halten, Investitionen aufschieben und die Produktion zurückfahren.

Erste Verbesserungen im Einzelhandelsumfeld erwartet das Unternehmen jedoch erst ab dem dritten Quartal. So sanken die Umsätze in den Monaten Januar bis März um 16 Prozent auf 555 Millionen Euro, wie Hugo Boss berichtete, unter dem Strich summierte sich ein Verlust von 18 Millionen Euro. 

Das waren die Corona-News vom 4. Mai:

Internes Dokument: Steigende Infektionszahlen in USA prognostiziert

21.26 Uhr: US-Präsident Donald Trump drängt auf eine Öffnung der Wirtschaft - nach einem internen Dokument seiner Behörden könnte sich die Corona-Krise in den USA allerdings noch zuspitzen. Die „New York Times“ veröffentlichte am Montag eine vom Gesundheitsministerium und der Katastrophenschutzbehörde Fema zusammengestellte Präsentation, in der zwei Diagramme mit dem Vermerk „nur für den Dienstgebrauch“ enthalten sind. In einem davon wird prognostiziert, dass die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle bis zum 1. Juni auf rund 200.000 pro Tag zunehmen könnte. Zuletzt hatte die Gesundheitsbehörde CDC von Samstag auf Sonntag einen Anstieg um knapp 30.000 verzeichnet.

Experten erwarten einem weiteren Diagramm zufolge, dass die Zahl der Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung bis zum 1. Juni auf etwa 3000 pro Tag steigen könnten. Zuletzt hatte die Gesundheitsbehörde wiederum von Samstag auf Sonntag einen Anstieg der Toten um 1452 vermeldet. Das Weiße Haus wies die Prognosen zurück. Sie spiegelten weder die Modelle der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus noch die von ihr analysierten Daten wieder, teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, am Montag mit.

Deere betonte, es handele sich weder um ein Papier des Weißen Hauses, noch sei es der Arbeitsgruppe präsentiert worden. Trumps Richtlinien für eine graduelle Öffnung der Wirtschaft orientierten sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit denen die Gesundheitsexperten in der Regierung übereinstimmten. Oberste Priorität für Trump bleibe die Gesundheit der Amerikaner. Trump hatte seine früheren Prognosen über die befürchteten Todeszahlen in den USA durch das Virus am Sonntagabend nach oben korrigiert. Er gehe jetzt von insgesamt 75.000 bis 100.000 Toten aus, sagte der Präsident dem Sender Fox News. Mitte April hatte Trump noch mit 60.000 bis 65 000 Toten gerechnet. CDC hatte bis Sonntag 1,12 Millionen Infektionen und 65 735 Tote in den USA verzeichnet.

Mehr als 25.000 Corona-Tote in Frankreich

19.57 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus auf mehr als 25.000 gestiegen. 306 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden in französischen Krankenhäusern und Altenheimen an der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montagabend mit. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 25.201. Am Sonntagabend waren 135 Sterbefälle vermeldet worden. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ist den Angaben zufolge aber weiter rückläufig. Sie habe sich am Montag um 123 Patienten verringert, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Insgesamt werden demnach aber immer noch fast 3700 schwer kranke Patienten in französischen Krankenhäusern behandelt.

Todeszahlen im US-Bundesstaat New York sinken weiter

18.56 Uhr: Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sinken die Todeszahlen weiter. Am Sonntag seien 226 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Das waren rund 70 Prozent weniger als zum Höhepunkt des Ausbruchs im April. Auch die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus liegen, sank weiter, ebenso die Zahl der Neu-Infizierten. Insgesamt haben sich in dem US-Bundesstaat bislang mehr als 300 000 Menschen mit dem Virus infiziert, rund 19 000 sind daran gestorben. In dem Bundesstaat leben rund 19 Millionen Einwohner, etwa die Hälfte davon in der Metropole New York City.

Indien macht Alkoholgeschäfte wieder auf – Schlagstöcke im Einsatz

17.39 Uhr: Nach der Lockerung der Corona-Ausgangssperre ist es vor Alkoholgeschäften in Indien zu chaotischen Situationen gekommen: Polizisten drängten am Montag Menschen mit Schlagstöcken vor den Läden zurück, die zum ersten Mal seit 40 Tagen wieder öffnen durften. „Einer der Läden hatte am Morgen geöffnet, aber es kam zu Zusammenstößen, als sich eine große Menschenmenge versammelte“, sagte ein Polizeibeamter in Ghaziabad im Bundesstaat Uttar Pradesh. Die Polizei schloss die Geschäfte in dem Bundesstaat kurz nach der Öffnung wegen der Bildung langer Schlangen wieder. Mit Kreidekreisen hatten sie versucht, die Menschen dazu zu bewegen, die Abstandsregelungen einzuhalten - ohne Erfolg.

Hunderte Männer mit Gesichtsmasken trieben sich weiterhin in den Straßen herum - in der Hoffnung, die Läden würden nochmals aufgemacht werden. „Es ist ja nicht so, dass ich zu Hause etwas zu tun hätte“, sagte der 30-jährige Deepak Kumar, als er geduldig gegenüber eines Alkoholgeschäfts in der Hauptstadt Neu Delhi wartete. Der 25-jährige Sagar hatte mehr Glück: „Am Morgen waren etwa 20 bis 25 Leute da und der Laden war etwa zwei Stunden lang geöffnet“, berichtete er. „Wir leben seit über einem Monat in Einsamkeit“, sagte Asit Banerjee, der in Kolkata Schlange stand. „Alkohol wird uns neuen Schwung geben, während der Pandemie die soziale Distanz aufrechtzuerhalten“, erklärte der 55-Jährige.

Ende März hatte die indische Regierung eine strikte Ausgangssperre über das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern verhängt. Insbesondere Wanderarbeiter sind von den landesweiten Ausgangsbeschränkungen und Abriegelungen ganzer Städten betroffen. Millionen Arbeiter sitzen nun fest und haben weder Arbeit noch genug zu Essen. In Indien gibt es offiziellen Angaben zufolge rund 42.500 Infizierte, 1400 Menschen starben.

März-Statistik: Fast 50 Prozent mehr Todesfälle in Italien

16.33 Uhr: Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Italien sind im März deutlich mehr Menschen gestorben als normal üblich. Verglichen mit den März-Monaten der Jahre 2015 bis 2019 stieg die Zahl der Toten um 49,4 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut (Istat) und das Forschungsinstitut des italienischen Gesundheitsdienstes (ISS) am Montag mitteilten.

Zwischen dem 20. Februar, als Italien den ersten Corona-Toten meldete, und dem 31. März lag der Anstieg demnach bei 38,7 Prozent. Die sogenannte Übersterblichkeitsrate könnte darauf hindeuten, dass in Italien wesentlich mehr Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind als offiziell registriert. Bis Sonntagabend meldeten die Behörden knapp 29.000 Corona-Opfer, doch handelt es sich dabei vorwiegend um Patienten aus den Krankenhäusern. In den Pflegeheimen wurden nur wenige Bewohner auf das Virus getestet, und wieviele Menschen zu Hause an der Infektion starben, ist ebenfalls weitgehend unbekannt.

Laut den am Montag veröffentlichten Daten starben im März 25.354 Menschen mehr als durchschnittlich in den fünf März-Monaten davor. 13.691 und damit 54 Prozent dieser zusätzlichen Opfer hätten sich eindeutig mit dem Coronavirus angesteckt, hieß es in der gemeinsamen Erklärung von Istat und ISS. Für die übrigen 11.663 Todesopfer gibt es demnach drei „Hypothesen“: Dass sie mit dem Virus infiziert waren, aber nie getestet wurden; dass sie an den „indirekten Folgen“ einer unentdeckten Virusinfektion starben, weil diese ihre Vorerkrankungen verschlimmerte; oder dass sie an anderen Erkrankungen starben, weil das Gesundheitssystem mit der Corona-Epidemie komplett überlastet war.

Situation der Reisewirtschaft immer dramatischer

14.33 Uhr: Die wirtschaftliche Lage der Reisewirtschaft in der Corona-Krise hat sich dem Branchenverband DRV zufolge weiter verschärft. Der Verband rechnet inzwischen mit Umsatzeinbußen von mindestens 10,8 Milliarden Euro bis Ende Juni. „Das Geschäft der Reisebüros und Reiseveranstalter ist durch staatliche Anordnung fast vollständig zum Erliegen gekommen“, sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig am Montag in Berlin. Eine Besserung sei nicht in Sicht. Die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie war jüngst bis Mitte Juni verlängert worden. „Vor Ende der Pfingstferien in Deutschland werden keine Auslandsreisen möglich sein“, sagte Fiebig.
Hinzu kämen die Belastungen durch die Rückabwicklung gebuchter Reisen. Fiebig forderte ein staatliches Soforthilfeprogramm mit nicht rückzahlbaren Beihilfen. Zwei von drei Unternehmen sähen sich bereits unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. „Die Politik kann nicht länger völlig tatenlos hinnehmen, wie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Existenz verlieren“, mahnte Fiebig.

Söder attackiert Kollegen wegen Corona-Lockerungen

14.15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Vorpreschen einzelner Bundesländer bei der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen kritisiert. Er sei ein „bisschen unglücklich“ darüber, dass manche Länder jetzt schon über das hinausgingen, was man zwischen Bund und Ländern vergangene Woche vereinbart habe, sagte der CSU-Vorsitzende am Montag bei einer Pressekonferenz nach einem Besuch im Roche-Entwicklungslabor im oberbayerischen Penzberg. Über das weitere Vorgehen werde man nun bei der nächsten Schaltkonferenz von Bund und Ländern an diesem Mittwoch beraten, kündigte er an.
Für Aufsehen hatte vor allem Sachsen-Anhalt gesorgt. Dort ist in der Nacht zu Montag eine neue Verordnung in Kraft getreten, mit der das Land bundesweit bei der Lockerung der strengen Corona-Beschränkungen vorangeht. Die Sachsen-Anhaltiner dürfen sich nun etwa zu fünft abseits des eigenen Haushalts aufhalten.
Söder sagte, es sei die Zeit für schrittweise Erleichterungen. Dennoch seien weiterhin Vorsicht und Umsicht entscheidend. „Wir dürfen die Erfolge, die wir haben, nicht verstolpern.“ Er sei dafür, längerfristig zu planen, dann kurzfristig nach Entwicklung der Infektionslage zu entscheiden und regional zu differenzieren.

Zustimmung für Corona-Maßnahmen sinkt wöchentlich

13.06 Uhr: Die Stimmung der Deutschen in der Corona-Pandemie ist leicht gedämpft. In der letzten Woche gab es 28 Prozent mehr positive Aussagen als negative zur Pandemie. Das ergibt das Corona-Stimmungsbarometer des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, für das 2,3 Millionen Aussagen zur Corona-Pandemie aus dem deutschsprachigen Internet untersucht wurden. Trotz aller Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie herrscht damit unter den Bundesbürgern immer noch eine erstaunliche Zustimmung. Allerdings zeigt die entfachte Diskussion über dringend notwendige Perspektiven für die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft erste negative Auswirkungen, so dass die Zustimmung gegenüber der Vorwoche leicht gesunken ist. Dies könnte die Trendwende in der Corona-Stimmung in der Bevölkerung sein, weil die Auswirkungen auf die Wirtschaft - und damit auch auf die Arbeitnehmer - von Woche zu Woche anwachsen und damit die Akzeptanz für Isolationsmaßnahmen sinkt.

Die Stimmung der Deutschen in der Corona-Pandemie ist leicht gedämpft. In der letzten Woche gab es 28 Prozent mehr positive Aussagen als negative zur Pandemie. Das ergibt das Corona-Stimmungsbarometer des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, für das 2,3 Millionen Aussagen zur Corona-Pandemie aus dem deutschsprachigen Internet untersucht wurden. Trotz aller Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie herrscht damit unter den Bundesbürgern immer noch eine erstaunliche Zustimmung. Allerdings zeigt die entfachte Diskussion über dringend notwendige Perspektiven für die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft erste negative Auswirkungen, so dass die Zustimmung gegenüber der Vorwoche leicht gesunken ist. Dies könnte die Trendwende in der Corona-Stimmung in der Bevölkerung sein, weil die Auswirkungen auf die Wirtschaft - und damit auch auf die Arbeitnehmer - von Woche zu Woche anwachsen und damit die Akzeptanz für Isolationsmaßnahmen sinkt.

Heinsberg-Studie geht von 1,8 Millionen Infizierten aus

In Deutschland könnten sich nach Ergebnissen der sogenannten Heinsberg-Studie mittlerweile möglicherweise 1,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Dies ergebe eine Schätzung auf der Grundlage einer Modellrechnung, teilte die Universität Bonn am Montag mit. Die Forscher um den Virologen Hendrik Streeck zogen für ihre Schätzung die Dunkelziffer der Infizierten in der untersuchten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg und die dort errechnete Sterblichkeitsrate bei einer Corona-Infektion heran. Daraus errechneten sie eine theoretische Zahl für Deutschland.
Ein Forscher-Team um Streeck hatte in der Ortschaft 919 Einwohner in 415 Haushalten befragt und Corona-Tests vorgenommen. In dem Ort hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Gemeinde gilt daher als Epizentrum des Virus. Die Situation ist nur bedingt vergleichbar mit anderen Regionen Deutschlands. Darauf weisen die Forscher in ihrer Studie auch hin.
„Welche Schlüsse aus den Studienergebnissen gezogen werden, hängt von vielen Faktoren ab, die über eine rein wissenschaftliche Betrachtung hinausgehen“, sagte Streeck. „Die Bewertung der Erkenntnisse und die Schlussfolgerungen für konkrete Entscheidungen obliegen der Gesellschaft und der Politik.“ Die Studie war im Auftrag der NRW-Landesregierung entstanden.

Wegen Corona: Bis zu 1500 Euro steuerfrei für alle Beschäftigten

10.43 Uhr: Beschäftigte können aufgrund der derzeit oft außergewöhnlichen Arbeitsbelastung einen steuerfreien Bonus bekommen. Bis zu 1500 Euro dürfen Arbeitgeber ihren Beschäftigten auszahlen. „Diese Regelung gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer und Rechtsanwalt beim Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.
Nicht nur Arbeitnehmer im Gesundheitswesen oder Einzelhandel können diesen Bonus aufgrund der besonderen Arbeitsbelastung während der Corona-Pandemie erhalten. Arbeitgeber können den Bonus auch bezahlen, um zum Beispiel die engagierte Arbeit ihrer Mitarbeiter im Homeoffice bei gleichzeitiger Kinderbetreuung wertzuschätzen.
Selbst Arbeitnehmer, die gerade gar nicht arbeiten können, weil das Restaurant geschlossen ist, dürfen diesen steuerfreien Bonus vom Arbeitgeber erhalten, um beispielsweise die ausfallenden Trinkgelder zu kompensieren und den Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Denn dieser Bonus wird steuertechnisch als Unterstützungsleistung wegen der coronabedingten Ausnahmesituation angesehen und nicht als besonderer Leistungsbonus. „Voraussetzung ist lediglich, dass dieser Bonus zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt wird“, erläutert Nöll. Arbeitgeberseitig geleistete Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld fallen hingegen nicht unter die Steuerbefreiung. Die Regelung ist zunächst zeitlich befristet auf solche Zahlungen ab dem 1. März bis zum 31. Dezember 2020.

Ohne Maske im Krankenhaus: US-Vize entschuldigt sich

9.20 Uhr: Nach massiver Kritik hat US-Vizepräsident Mike Pence sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass er bei einem Klinikbesuch in der vergangenen Woche keine Schutzmaske getragen hat. Er werde regelmäßig auf das Coronavirus getestet und sei deshalb davon ausgegangen, dass eine solche Maßnahme nicht notwendig sei, sagte Pence am Sonntagabend (Ortszeit) dem Sender Fox News. „Aber ich hätte in der Mayo Clinic eine Maske tragen sollen.“ Pence hatte am vergangenen Dienstag keine Maske an, obwohl das in dem Krankenhaus im US-Bundesstaat Minnesota vorgeschrieben ist. Der Vizepräsident leitet die Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses.

Kita-Öffnung: Nordrhein-Westfalen droht mit Alleingang

8.10 Uhr: Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat bei der Kita-Öffnung in der Corona-Pandemie mit einem Alleingang gedroht, sollte Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Mittwoch mit den Ministerpräsidenten keinen einheitlichen Kurs beschließen.

„Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten“, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im „Morning Briefing“-Podcast (Montag) von Gabor Steingart. Zwar sollten sich Erzieher und Tagespflegepersonal in der derzeitigen Situation sicher fühlen können, aber andererseits müssten auch die Kinder möglichst zügig zurück in die Betreuung.

„Wir haben als Familienminister klare Wege aufgezeigt. Es gibt ein Konzept der schrittweisen Öffnung“, sagte Stamp weiter. Dieses sehe vier Phasen vor, „von der Notbetreuung über die erweiterte Notbetreuung bis zum improvisierten Regelbetrieb und schließlich dem Regelbetrieb.“ Man sei nun in der zweiten Phase so weit, einen improvisierten Regelbetrieb ins Auge fassen zu können. Zudem kritisierte Stamp die zentrale Entscheidung über länderspezifische Fragen unter Führung der Kanzlerin. „Die Länder brauchen ihre Freiheit, die Pandemie verläuft in den Ländern unterschiedlich.“

Am 6. Mai beraten Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut über weitere Lockerungen der Auflagen und Beschränkungen in der Corona-Pandemie. 

Das waren die Corona-News vom 3. Mai: 

Spahn und Merkel mit falschen Zahlen: Gesundheitsminister räumt Panne ein

22.18 Uhr: Derzeit sind in Deutschland rund 25.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl nannte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“ mit Stand vom Morgen.

Spahn räumte ein, vor einigen Tagen eine falsche Zahl genannt zu haben. Er habe von der Zahl aller Infizierten die der Genesenen abgezogen, aber vergessen, auch die Todesfälle abzuziehen. „Da lag ich um 6000 daneben.“

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die von Spahn genannte falsche Zahl akut Infizierter in der Pressekonferenz nach der letzten Bund/Länder-Konferenz verwendet.

315 neue Todesfälle in Großbritannien

22.05 Uhr: In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 315 Menschen an den Folgen ihrer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Sonntag mit. Verglichen zu den 621 neuen Todesfällen am Vortag ist dies zwar ein deutlicher Rückgang, doch am Wochenende verzögern sich oftmals die Meldungen zu den Opferzahlen. Mit nunmehr insgesamt 28.446 Toten liegt Großbritannien nur noch knapp hinter Italien, dem am schwersten von der Pandemie betroffenen Land in Europa. Die Zahl der Infektionen in Großbritannien stieg am Sonntag um weitere 4339 Fälle auf nun insgesamt 186.599.

US-Außenminister sieht Herkunft des Coronavirus aus Labor in China als erwiesen an

20.27 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat China in der Debatte über den Ursprung der Coronavirus-Pandemie erneut scharf attackiert. Es gebe „überwältigende Beweise“ dafür, dass der neuartige Erreger aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme, sagte Pompeo am Sonntag dem TV-Sender ABC.

Zum Vorwurf, das Virus sei absichtlich freigesetzt worden, äußerte sich der frühere CIA-Direktor nicht. Bereits in der Vergangenheit sei die Welt durch Viren aus chinesischen Laboren in Gefahr gebracht worden, sagte Pompeo. China sei bekannt dafür, „die Welt zu infizieren und minderwertige Labore zu betreiben“. Der US-Außenminister warf Peking mit Blick auf die Corona-Krise eine „kommunistische Desinformationskampagne“ vor. China blockiere außerdem weiterhin die Beteiligung von Experten aus westlichen Ländern an den Untersuchungen zum Coronavirus.

US-Präsident Donald Trump hatte China im Streit um den Ursprung der Coronavirus-Pandemie am Donnerstag mit neuen Strafzöllen gedroht. Neben den USA verlangen auch eine Reihe weiterer Staaten von China mehr Transparenz. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Fisch- und Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Seit Monaten gibt es aber Spekulationen, das Virus könnte in dem Wuhan-Institut für Virologie durch einen Unfall freigesetzt oder sogar absichtlich geschaffen worden sein. Die chinesischen Behörden weisen solche Theorien entschieden zurück.

Niedrigster Anstieg der Todesfälle in Italien seit Beginn der Ausgangssperre

19.42 Uhr: In Italien ist die Zahl der neuen Corona-Todesfälle nach offiziellen Angaben auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Ausgangssperre gefallen. Binnen 24 Stunden seien 174 Menschen an den Folgen ihrer Viruserkrankung gestorben, teilten die Behörden am Sonntag mit. Die Zahl der Corona-Toten in Italien stieg damit auf 28.884, die zweithöchste nach den USA. Die Ausgangssperre soll ab Montag gelockert werden.

Berliner Bürgermeister sauer auf Vorpreschen von Sachsen-Anhalt

16.21 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat das Vorpreschen von Sachsen-Anhalt bei der Lockerung von Kontaktbeschränkungen scharf kritisiert. Der Bund und die anderen Länder seien darüber nicht rechtzeitig informiert worden, was er für „ärgerlich“ halte, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Noch am Donnerstag habe Sachsen-Anhalt an den Spitzenberatungen von Bund und Ländern über die Corona-Maßnahmen teilgenommen, aber nichts von den anstehenden Lockerungen im eigenen Land gesagt. „Hoffentlich können wir das wieder einfangen“, sagte Müller. In Sachsen-Anhalt sind ab Montag treffen in Personengruppen von fünf Menschen wieder erlaubt.

Thailand öffnet Restaurants und Märkte wieder

Im Zuge von Lockerungen einiger Corona-Auflagen haben in Thailand am Sonntag Restaurants, Märkte, Parks, Sportvereine und einige Geschäfte wieder geöffnet. Gleichzeitig warnte die Regierung vor Nachlässigkeit. „Es gibt keine Maßnahmen der Regierung, die besagen, dass man unachtsam werden sollte“, sagte der Oberbefehlshaber der Armee, General Pornpipat Benyasri, am Sonntag.

Laut örtlichen Medienberichten drängten sich Autos mit Reisenden über das Feiertagswochenende auf den Straßen im ganzen Land, nachdem die Regierung am Donnerstag die ersten Lockerungen angekündigt hatte. Reisende müssen laut Pornpipat auf ihrer Rückreise an Kontrollpunkten mit Gesundheitschecks wie Temperaturmessungen rechnen. „Bitte bleiben Sie zu Hause, gehen Sie vielleicht einigen erlaubten Aktivitäten nach, und arbeiten Sie von zu Hause aus weiter“, appellierte Pornpipat an die Menschen.

Nach Behördenangaben sind in dem südostasiatischen Land bisher 2969 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert worden. 54 Menschen starben den Angaben zufolge. In Thailand gilt wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 31. Mai der Ausnahmezustand. Für die Bereiche, die nun von der Lockerung erfasst sind, gelten Hygieneauflagen und Abstandsregeln.

Reisebeschränkungen für 31 Städte in Türkei verlängert

Das türkische Innenministerium hat wegen der Corona-Pandemie erlassene Reisebeschränkungen für 31 Städte und Provinzen vorerst um einen Tag verlängert. Ob die Maßnahme, die nun bis Montag um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) gelte, darüber hinaus erhalten bleibe, werde auf einer Kabinettssitzung beraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Innenministerium in Ankara.

Seit einem Monat sind 31 Städte und Provinzen in der Türkei, darunter Istanbul und Ankara, wegen des Coronavirus weitestgehend abgeschottet. Die Grenzen der betroffenen Regionen bleiben dabei für Reisen auf dem Land-, Luft- und Seeweg geschlossen - ausgenommen ist der Transport unverzichtbarer Güter. Für Reisen zwischen den Städten benötigen die Einwohner eine Genehmigung.

Neuer Höchststand bei Corona-Infektionen in Russland

In Russland steigt die Zahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten weiter dramatisch an. Mit 10.633 neuen Fällen innerhalb eines Tages sei ein neuer Höchststand erreicht worden, teilten die Behörden am Sonntag in Moskau mit. Damit gibt es nun landesweit mehr als 134.600 nachgewiesene Infektionen. Bisher starben 1280 Menschen mit dem Virus. 16.600 erholten sich wieder.

Im größten Land der Erde blieb die Zahl der Corona-Patienten lange niedrig. Seit Tagen nimmt sie aber so rasant zu wie in keinem anderen Land - obwohl Ausgangssperren gelten, mit denen eine weitere Ausbreitung des Erregers verhindert werden sollte. In den vergangenen Wochen wurden die Corona-Tests deutlich ausgeweitet. Experten zufolge sind deshalb deutlich mehr Fälle in Russland nachgewiesen worden.

Schlägerei im Supermarkt, weil der Mundschutz fehlte

Wegen eines fehlenden Mund-Nase-Schutzes ist es in einem Supermarkt in Ludwigshafen zu einer Schlägerei gekommen. Ein 57-Jähriger schlug am Samstagabend einem Supermarktmitarbeiter ins Gesicht, weil ihn der Mann ohne Schutz nicht in den Einkaufsmarkt lassen wollte, wie das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Sonntag mitteilte. Der 57-Jährige verhielt sich auch nach Eintreffen der Polizei aggressiv und beleidigte die Beamten. Den Mann erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Boris Johnson: Ärzte bereiteten sich schon auf meinen Tod vor

In einem Zeitungsinterview hat der britische Premierminister Boris Johnson erstmals ausführlich über seine Behandlung auf der Intensivstation wegen seiner Coronavirus-Infektion gesprochen. Die Ärzte hätten sich schon darauf vorbereitet, wie sie notfalls seinen Tod verkünden würden, sagte Johnson der Boulevardzeitung „Sun on Sunday“. Er sei „nicht in besonders brillanter Verfassung“ gewesen und ihm sei bewusst gewesen, „dass es Notfall-Pläne gab“. „Die Ärzte hatten alle möglichen Vorkehrungen getroffen, was zu tun wäre, wenn die Dinge schrecklich schlecht liefen“, so Johnson.

Johnson hatte am 27. März öffentlich gemacht, dass er sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe, aber nur unter milden Symptomen leide. Nach einer Woche in häuslicher Quarantäne hatte er die Infektion jedoch immer noch nicht überwunden. Am 5. April wurde er für Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Binnen 24 Stunden wurde er dann auf die Intensivstation verlegt. Dort sei ihm drei Tage lang literweise Sauerstoff zugeführt worden, schilderte der 55-Jährige in dem „Sun“-Interview.

Nach seinem Krankenhausaufenthalt erholte sich Johnson zwei Wochen lang auf dem Regierungs-Landsitz Chequers nahe London. Erst am Montag nahm er die Arbeit in seinen Amtssitz in der Londoner Downing Street wieder auf. Zwei Tage später wurde er Vater. Seine Verlobte Carrie Symonds brachte einen Jungen zur Welt. Die 32-Jährige und Johnson benannten ihr Kind nach ihren Großvätern Wilfred Lawrie und gaben ihm als dritten Namen Nicholas - nach den beiden Ärzten Nick Price und Nick Hart, „die Boris im vergangenen Monat das Leben gerettet haben“, wie Symonds am Samstag im Onlinedienst Instagram schrieb.

Aktuelle Zahlen: 793 neue Corona-Fälle in Deutschland

9.22 Uhr

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 162.496 angegeben - ein Plus von 793 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6649 Todesfälle. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 130.600.

Bürgermeister von Amazonas-Stadt bittet Greta Thunberg wegen Corona um Hilfe

8.23 Uhr

In seiner Verzweiflung über die Folgen der Corona-Pandemie in der brasilianischen Stadt Manaus hat deren Bürgermeister die schwedische Klimaschutz-Ikone Greta Thunberg um Hilfe gebeten.

„Wir brauchen Hilfe“, wandte sich Bürgermeister Arthur Virgilio Neto in einer im Onlinedienst Twitter veröffentlichten Videobotschaft auf Englisch an Thunberg. In seiner Stadt im Herzen des Amazonas-Gebiet müssten die „Leben von Waldschützern“ gerettet werden. Das Coronavirus habe in Manaus „eine Katastrophe, eine Barbarei“ verursacht, klagte Neto.

Wegen des Leidens seines Volkes wende er sich nun an Thunberg. „Ich kenne den Einfluss, den Sie haben, und ich kenne Ihre Fähigkeit, Mitgefühl mit anderen zu haben“, sagte der Bürgermeister. „Helfen Sie dem Amazonas, der Amazonas und der Wald müssen gerettet werden.“ Im Bundesstaat Amazonas, dessen Hauptstadt Manaus ist, sind bereits mehr als 500 Menschen an Covid-19 gestorben, darunter viele Ureinwohner. Den Krankenhäusern in der Region fehlt es massiv an Material.

240.000 Corona-Tote weltweit – 3,7 Millionen Infizierte

21.18 Uhr: Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist weltweit auf mehr als 240.000 gestiegen. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Sonnabend ergab, starben rund um den Globus inzwischen 240.231 Infizierte, die meisten von ihnen in den USA (mehr als 65.000 Tote).

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg weltweit auf knapp 3,7 Millionen. Europa ist mit mehr als 1,5 Millionen Corona-Fällen und mehr als 141.000 Toten weiterhin der am stärksten betroffene Kontinent.

Die europaweit meisten Corona-Toten wurden in Italien verzeichnet. Die Opferzahl erhöhte sich dort am Sonnabend auf 28.710. In Großbritannien starben nach Angaben der Behörden 28.131 Infizierte.

Spanien meldete mit 215.000 Infektionen die zweitmeisten Corona-Fälle weltweit. 25.100 Menschen starben dort nach einer Infektion mit dem neuartigen Erreger.

Dahinter folgen Frankreich (167.346 Fälle und 24.594 Todesfälle) und Deutschland (161.703 Fälle und 6575 Todesfälle). In Russland, wo inzwischen 124.054 Fälle und 1222 Todesfälle registriert wurden, ist der tägliche Anstieg derzeit am größten.

Experten gehen davon aus, dass die offiziell bestätigten Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionsfälle abbilden, da auch in vielen europäischen Ländern nur begrenzte Testkapazitäten bestehen.

Proteste gegen Schutzmaßnahmen in Stuttgart und Berlin 

20.20 Uhr Laut Veranstalter haben 5000 Menschen in Stuttgart gegen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus demonstriert. Bei der als „überparteilich" bezeichneten Demonstration auf dem Cannstatter Wasen forderte Initiator Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungs- und Glaubensfreiheit. Die Demonstranten haben sich laut Polizei im Großen und Ganzen an die Abstandsregeln gehalten. Auch in Berlin wurde demonstriert: Auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte versammelten sich ungefähr 300 Menschen zum Protest.

Diese Menschen haben am meisten gehamstert

15.11 Uhr: In der Corona-Krise haben laut einer Umfrage vor allem junge Leute Arzneien, Lebensmittel und Hygieneartikel gehamstert. Das zeigt eine Studie des Marktforschers Nielsen. Demnach gaben 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, Arzneien über die in normalen Zeiten beschaffte Menge hinaus gekauft zu haben. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es 34 Prozent. Dagegen hamsterten nur 15 Prozent der 50- bis 59-Jährigen sowie 9 Prozent der über 60-Jährigen Medikamente.

Nicht nur bei Arzneien zeigte sich, dass gerade jüngere Menschen auf Vorrat kauften: So gaben 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Seife oder Toilettenpapier über das gewöhnliche Maß beschafft zu haben und 51 Prozent der 30- bis 39-Jährigen. Das waren weit mehr als in der Gruppe zwischen 50 und 60 und bei den über 60-jährigen (24 bzw. 19 Prozent). Vor allem große Haushalte hamsterten danach, ebenso solche mit hohem Bildungsgrad.

Sachsen-Anhalt lockert Kontaktbeschränkungen ab Montag!

13.31 Uhr: Sachsen-Anhalt lockert ab Montag als erstes Bundesland die Kontaktbeschränkungen. Von Montag an dürfen fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem Haushalt leben, wie die Landesregierung beschloss. Bisher war nur die Begleitung von einem Menschen außerhalb des Haushalts erlaubt.

Trotz Ausgangssperren! Rekordzahl an Infizierten in Russland

13.15 Uhr: Die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Russland hat einen neuen Rekord erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 9623 neue Fälle hinzugekommen – so viele wie nie zuvor. Das teilten die Behörden in Moskau mit. Damit gibt es nun landesweit mehr als 124 000 nachgewiesene Infektionen. Bisher starben 1222 Menschen mit dem Virus, 15 000 erholten sich wieder.

170 Millionen! Flughäfen fordern Unterstützung vom Bund

12.49 Uhr: Wegen des starken Einbruchs der Passagierzahlen infolge der Corona-Krise fordern die deutschen Flughäfen weitreichende Staatshilfen. „Wenn wir im Interesse Deutschlands die Flughäfen offenhalten, fordern wir, dass unsere Betriebs- und Vorhaltekosten vom Staat kompensiert werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, dem Nachrichtenportal „t-online.de“. „Sonst können einige Standorte nicht mehr lange über Wasser schwimmen. Das wäre für die Logistik in der Corona-Krise fatal.“ Die Kosten für die Vorhaltekosten aller deutschen Airports beziffert der ADV auf rund 170 Millionen Euro pro Monat. 

Bundeskanzlerin erklärt: Für Impfstoff fehlen acht Milliarden Euro

11.38 Uhr: Angela Merkel hat zu einer internationalen Zusammenarbeit bei der Suche nach Medikamenten und Impfstoffen für die Eindämmung von Corona-Infektionen aufgerufen. „Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt acht Milliarden Euro“, sagte die Kanzlerin in ihrer wöchentlichen Videoansprache. Sie blickte dabei auf die Geberkonferenz am 4. Mai, zu der die EU-Kommission eingeladen hat. Deutschland werde sich mit einem „deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen“, den sie aber noch nicht benennen wolle.

Merkel: Impfstoffe muss für alle verfügbar sein

10.43 Uhr: Ansage von der Bundeskanzlerin. Sobald es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, muss dieser nach dem Willen von Angela Merkel (CDU) allen Menschen zur Verfügung stehen. Es gehe darum, „wie wir für alle Menschen auf der Welt Impfstoffe entwickeln, Medikamente und gute Diagnosemöglichkeiten bereitstellen“, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Kanzlerin äußerte sich im Vorfeld einer internationalen Geber-Videokonferenz zur Corona-Krise am Montag.

Deutschland ist einer der Gastgeber dieser Konferenz, zu der die EU-Kommission eingeladen hat und bei der finanzielle Mittel unter anderem für die Impfstoffforschung zusammenkommen sollen. „Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt etwa acht Milliarden Euro“, sagte Merkel. Deshalb sei es wichtig, dass sich jetzt ein großes Bündnis dieser Arbeit verpflichte und sich möglichst viele Akteure auch mit finanziellen Beiträgen engagierten. Dies solle auch für die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten ermöglichen. „Deutschland wird sich mit einem deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen“, kündigte Merkel an. „Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben, Millionen von Menschenleben zu retten auf dieser Welt“, betonte die Kanzlerin. Deutschland wolle dabei eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeiten, die in dieser Frage eine Schlüsselrolle habe. Wichtig sei, „dass ein Impfstoff allen Menschen zugutekommt, wenn er einmal entwickelt wurde“ und dass auch Medikamente und Diagnosemöglichkeiten „möglichst vielen zugutekommen“. Daher müssten diese in großen Mengen produziert werden können. „Wir setzen darauf, dass uns nur gemeinsames Handeln, internationales multilaterales Handeln diese Pandemie überwinden lässt“, sagte Merkel weiter. Da sich das Coronavirus weltweit ausbreite, lasse sich die Krankheit „nicht national, sondern nur gemeinsam bekämpfen“.

Alkoholverkauf in Hamburg seit Beginn der Corona-Krise deutlich angestiegen

8.50 Uhr:  Seit dem Beginn der Corona-Krise ist im Hamburger Einzelhandel zeitweise deutlich mehr Alkohol verkauft worden. Wegen geschlossener Bars, Restaurants und Einschränkungen im öffentlichen Leben, verlagerte sich der Konsum Marktforschungsunternehmen zufolge häufig in die eigenen vier Wände. Hamburger Suchthilfeeinrichtungen befürchten deshalb einen Anstieg von problematischem Konsumverhalten und Suchtproblemen.

Tausende Kalifornier demonstrieren gegen Corona-Maßnahnen

8.01 Uhr: Tausende Menschen in Kalifornien haben für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen demonstriert. Zuletzt waren in Kalifornien die Strände geschlossen worden. Die meisten Demonstranten trugen dabei keinen Mundschutz. Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen und Todesfälle weltweit. Mehr als 64.000 Menschen starben dort bislang an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. In Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, wurden bislang 2100 Todesfälle gemeldet.

Das waren die Corona-News vom 1. Mai: 

USA erlauben Einsatz von Corona-Wirkstoff

22.28 Uhr: Die USA erlauben den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern. Das antivirale Mittel eine Sonderzulassung erhalten. Wie Präsident Donald Trump am Freitag sagte, stellte die Arzneimittelbehörde FDA eine Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aus.

Die Ausnahmegenehmigung sei angesichts der Coronavirus-Pandemie „in Lichtgeschwindigkeit“ zustande gekommen, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde Stephen Hahn am Freitag im Weißen Haus. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der ursprünglich für Ebola entwickelte Wirkstoff bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. Der Chef des Arzneimittelherstellers Gilead, Daniel O'Day, erklärte, das Unternehmen werde US-Behörden 1,5 Millionen Dosen Remdesivir spenden.

Italiens Regierungschef entschuldigt sich beim Volk

22.19 Uhr: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat die Italiener wegen der verspäteten Auszahlung von Corona-Finanzhilfen um Entschuldigung gebeten. „Es gab und gibt einige Verzögerungen bei den Zahlungen“, schrieb Conte am Freitag im Online-Dienst Facebook. „Ich entschuldige mich im Namen der Regierung.“ Conte versprach, dass das Hilfspaket für Familien und Unternehmen in Höhe insgesamt 50 Milliarden Euro „so schnell wie möglich“ komplett ausgezahlt werde.

Er könne die „Sorgen“ wegen der Corona-Krise und die Angst vieler Italiener vor einem Jobverlust nachvollziehen. Die Zahl der Corona-Toten in Italien erhöhte sich am Freitag auf 28.236. Damit bleibt Italien das am schwersten betroffene Land in Europa vor Spanien und Frankreich. Weltweit zählen nur die USA mehr Tote. Ab Montag ist in Italien das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften verpflichtend. Die seit sieben Wochen geltende Ausgangssperre wird dann schrittweise gelockert und rund vier Millionen Italiener kehren an ihren Arbeitsplatz zurück.

Spanier dürfen erstmals wieder das Haus verlassen

21.00 Uhr: Erstmals seit sieben Wochen dürfen die Spanier am Samstag wieder ihre Häuser verlassen. Sport im Freien und Spaziergänge von Mitgliedern eines Haushaltes sind wieder erlaubt. Diese Lockerung der strengen Corona-Restriktionen ist Teil eines langfristigen Plans der Regierung, nach Wochen des Stillstandes wieder etwas Alltag zuzulassen. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder, es starben schon mehr als 24.800 Menschen.

Allerdings ging die Zahl der neuen Todesfälle in den vergangenen Tagen kontinuierlich zurück. Seit dem 14. März gilt in dem Land die europaweit schärfste Ausgangssperre, sie wurde vorerst bis zum 9. Mai verlängert. Allerdings ist es im Rahmen der vorsichtigen Lockerungen seit kurzem bereits Kindern unter 14 Jahren erlaubt, mit einem Erwachsenen eine Stunde am Tag das Haus zu verlassen. Zum Schutz der Risikogruppe dürfen Senioren nicht im gleichen Zeitraum wie Kinder ins Freie.

Texas lockert Kontaktbeschränkungen

20.35 Uhr: Als bislang größter US-Bundesstaat hat Texas mit der Lockerung der Corona-Einschränkungen begonnen - und das nach dem Tag mit der bislang höchsten Zahl von Todesopfern. Geschäfte, Restaurants, Kinos, Einkaufszentren, Museen und Büchereien durften am Freitag wieder öffnen, wenn auch nur mit einer Kapazität von zunächst 25 Prozent. Die Texaner dürfen im Freien auch wieder Sport in Gruppen von bis zu vier Menschen treiben. Gouverneur Greg Abbott mahnte aber Vorsicht an und rief dazu auf, grundsätzlich weiterhin Abstand zu anderen Menschen einzuhalten. Das Tragen von Gesichtsmasken sei nicht verpflichtend, werde aber empfohlen. Bars, öffentliche Schwimmbäder, Fitness-Clubs, Schönheits- und Massagesalons bleiben vorerst weiter geschlossen. In Texas wurden bereits mehr als 28.000 Coronavirus-Infektionen und mehr als 780 Todesfälle bestätigt. Der Donnerstag war mit 50 Toten der Tag mit den bislang meisten Todesopfern in dem Bundesstaat im Süden der USA.

20.19 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ist auf mehr als 27.000 gestiegen. 739 Menschen seien innerhalb der vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag in London. Damit gebe es nun insgesamt 27.510 Todesopfer.

Laut Hancock wurden die Testkapazitäten in Großbritannien zuletzt deutlich ausgebaut. Die Zielmarke von 100.000 Corona-Tests pro Tag sei inzwischen übertroffen worden. Am Donnerstag wurden laut Hancock 122.347 Tests vorgenommen. Dies sei eine „unglaubliche Leistung“. Die britische Regierung war dafür kritisiert worden, dass Corona-Tests anfangs nur für schwer erkrankte Patienten und ausgewählte Berufsgruppen zur Verfügung standen. Später wurde der Personenkreis dann schrittweise ausgeweitet.

Premierminister Boris Johnson hatte am Donnerstag erklärt, sein Land habe einen Wendepunkt im Kampf gegen die Pandemie erreicht. Der Regierungschef war am Montag in die Downing Street zurückgekehrt. Johnson war schwer an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden.

Trotz Corona: Mehr als 1.000 Demonstranten in Berlin 

19.33 Uhr: In Berlin-Kreuzberg haben sich laut Deutscher Presse-Agentur am Abend des 1. Mai mehr als 1.000 Menschen versammelt. Linke und Linksradikale hatten im Internet zu Protesten dort aufgerufen, diese sind aber wegen der Corona-Beschränkungen in diesem Jahr nicht erlaubt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot rund um den Oranienplatz im Einsatz. Polizeiketten sperrten die Straße. Ein Hubschrauber kreiste über der Ansammlung.

Die Polizei war am Mai-Feiertag mit einem Großaufgebot von 5.000 Kräften in Berlin unterwegs. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte angekündigt, nicht genehmigte Demonstrationen und größere Ansammlungen schnell aufzulösen. 

Indien verlängert Ausgangssperre

18.46 Uhr: Indien hat die weltgrößte Ausgangssperre um weitere zwei Wochen verlängert. Die Regierung erklärte am Freitagabend (Ortszeit), dass die Sperre deutlich die Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 verringert habe. Bisher sollte sie bis zum 3. Mai dauern. In Coronavirus-Hotspots, sogenannten roten Zonen, sollen weiter strikte Regeln mit sehr eingeschränkter Bewegung gelten. Aber in orangen und grünen Zonen, die mindestens drei Wochen keine bekannten neuen Fälle aufweisen, soll es Lockerungen geben. 

Gewisse wirtschaftliche Aktivitäten sollen etwa erlaubt sein, darunter in der Medikamentenherstellung und in der IT. Flüge sowie Fahrten mit Zügen, Metros und auf Straßen zwischen Bundesstaaten soll es hingegen weiterhin im ganzen Land nicht geben. Auch Schulen, Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und weitere öffentliche Orte, wo viele Menschen zusammenkommen, sollen geschlossen bleiben. 

Unicef: Impfstoff-Reserven gehen wegen Coronakrise aus

18.11 Uhr: Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat am Freitag vor Ausbrüchen tödlicher und eigentlich vermeidbarer Krankheiten als Folge der Corona-Krise gewarnt. Die weitgehende Erlahmung im internationalen Flugverkehr habe zu einem massiven Lieferrückstand von Standard-Impfstoffen in verschiedenen Regionen geführt, erklärte Unicef-Sprecherin Marixie Mercado in einem Online-Pressegespräch am Freitag in Genf. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien die geplanten Lieferungen um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen. 

Gleichzeitig seien die Frachtgebühren um 100 bis 200 Prozent über das normale Maß gestiegen, da viele kommerzielle Fluganbieter am Boden blieben und Frachtflugzeuge der Nachfrage kaum nachkämen. Laut Mercado laufen mehr als zwei Dutzend schwer zugängliche Länder in Afrika und Asien Gefahr, dass ihnen die Impfstoff-Vorräte ausgehen. Dazu gehörten der Tschad, Ghana, Guinea, Niger und Nepal - Länder, die alle im vergangenen Jahr etwa Masern-Ausbrüche erlebten. „Kinderleben sind in Gefahr“, sagte Mercado. Sie forderte Regierungen, Unternehmen und Fluganbieter auf, erschwingliche Frachtkapazitäten freizumachen, um die Störung in der Lieferkette zu beheben. 

Neue Zahlen: Mehr als 161.500 Corona-Infizierte in Deutschland

17.13 Uhr: Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (DPA) sind in Deutschland bis Freitagnachmittag mehr als 161.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 160 000 Infektionen). Mindestens 6556 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 6362). Das geht aus einer Auswertung der DPA hervor, die laut eigenen Angaben die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes haben in Deutschland rund 126.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Immer noch deutsche Touristen auf Malediven gestrandet

16.17 Uhr: Knapp Tausend Touristen, darunter auch mehrere Deutsche, sitzen immer noch auf den Malediven fest, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Tourismusbehörde des Inselstaates am Freitag meldet. Rund 180 dieser Urlauber hätten zeitweise am Flughafen ausgeharrt und auf Flüge Richtung Heimat gehofft. Da es zurzeit aber nur Evakuierungsflüge gebe, hätten sie maledivische Behörden kostenlos in einem Hotel untergebracht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, dass sich derzeit noch eine niedrige zweistellige Zahl von Deutschen auf den Malediven befinde. Die meisten von ihnen hielten sich dort aber längerfristig auf. Aus den Malediven habe es im Rahmen der Rückholaktion für gestrandete Deutsche zwei Ausreisemöglichkeiten gegeben. Insgesamt seien rund 85 Deutsche ausgeflogen worden.

Conte stellt mehr Lockerungen in Italien in Aussicht

15.55 Uhr: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat mehr Lockerungen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. „Ich bin sicher, dass sich bei Einhaltung der Regeln die Ansteckungskurve in einigen Gebieten erheblich verlangsamen wird“, erklärte er am Freitag auf Facebook. Sollte dies so eintreten, könnten auch Geschäfte wie Friseure oder Kosmetiksalons wieder früher als geplant öffnen.

Italien lockert ab Montag nach fast zwei Monaten die strikten Ausgangssperren. Dann dürfen rund 60 Millionen Menschen wieder zum Sport oder Spazierengehen nach draußen. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft langsam wieder ihre Produktion hoch. Vier Millionen Menschen könnten am Montag wieder zur Arbeit, so Conte.

Geschäfte wie Modeläden oder Museen dürfen erst ab 18. Mai öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur Lieferservice anbieten und bleiben genauso wie Friseure bis Juni weiter fürs Publikum geschlossen. Schulen und Kindergärten bleiben bis September geschlossen, was Millionen Eltern vor unlösbare Probleme stellt. Italien hat mehr als 205.000 Infektionen gemeldet und fast 28.000 Tote.

SPD-Chef fordert mehr Geld für Leistungsträger in Corona-Krise

15.40 Uhr: Zum Tag der Arbeit hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans höhere Löhne für systemrelevante Leistungsträger in der Corona-Krise gefordert. „Sie haben nicht nur Anerkennung, sondern auch eine deutliche bessere Bezahlung, faire und verbindliche Tarife und sichere Arbeitsplätze verdient“, sagte Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Systemrelevant seien diejenigen, die Kranke versorgten, Bürger schützten, Busse in Fahrt und Supermärkte am Laufen hielten.

Die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit bedeute für Hunderttausende Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit, sagte Walter-Borjans. In diesen Zeiten sei ein Auffangnetz viel wert. Das Instrument der Kurzarbeit stelle sicher, dass Millionen Arbeitnehmer „nicht aus der Beschäftigung herausfallen und nicht dann fehlen, wenn der Wirtschaftsmotor wieder anspringt“.

Studie: Immer mehr private Treffen – trotz Kontaktverbots

15.05 Uhr: Laut einer Studie der Universität Mannheim wird die Akzeptanz des geltenden Kontaktverbots immer geringer. Etwa seit dem Osterwochenende nehme die Zahl der sozialen Kontakte in Deutschland wieder deutlich zu, so die Ergebnisse Forscher. Hielten sich zwischenzeitlich über 70 Prozent der Befragten strikt an die geltenden Bestimmungen, träfen sich inzwischen wieder mehr als die Hälfte mit Freunden oder Verwandten. Dieser Trend zeichne sich in allen Bevölkerungsgruppen ab, Menschen, die sich stark vom Coronavirus bedroht fühlten, hätten allerdings weniger soziale Kontakte, so die Forscher.

Für die Mannheimer Corona-Studie werden seit dem 20. März täglich etwa 500 Personen online zur Häufigkeit ihrer privaten Begegnungen befragt.

EZB: Wirtschaft könnte bis Ende 2022 unter Vorkrisen-Niveau liegen

14.22 Uhr: Die Wirtschaft der Eurozone könnte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Ende 2022 brauchen, um das Niveau vor der Corona-Krise wieder zu erreichen. In diesem pessimistischen Szenario dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr um 12 Prozent schrumpfen. Für das zweite Quartal wird sogar ein Rückgang um 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet. Bei einem milden Verlauf der Krise erwartet die EZB einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent in diesem Jahr. Im mittleren Szenario wird ein Minus von acht Prozent prognostiziert.  EZB-Präsidentin Christine Lagarde unterstrich allerdings die hohe Unsicherheit derartiger Vorhersagen, weil auch die Dauer der Corona-Krise ungewiss sei.

Der CDU-Wirtschaftsrat hat derweil einen Plan für eine Ausstiegsstrategie aus den Beschränkungen der Corona-Pandemie in Deutschland vorgelegt. Auch wenn die Gesundheit vorgehe, müsse nun die Balance gelingen, „einerseits ein Wiederanlaufen der wirtschaftlichen Aktivität zu unterstützen und andererseits das Risiko einer zweiten Infektionswelle möglichst gering zu halten“, sagte der Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Die Ressourcen unseres Landes sind trotz seiner bisher robusten Wirtschaft und soliden Haushaltspolitik nicht unendlich“, mahnte Steiger.

Erste Länder setzen Corona-Lockerungen um

13.45 Uhr: Bund und Länder haben sich am Donnerstag auf mehrere vorsichtige Lockerungsschritte der bundesweit geltenden Corona-Maßnahmen geeinigt. Bereits am Freitag starten einzelne Länder mit der Umsetzung dieser neuen Regeln. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Kinder Freitag wieder auf die Spielplätze, in Rheinland-Pfalz ab Sonntag. In Berlin sind Schaukeln und Rutschen schon jetzt fast überall wieder geöffnet, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag meldet.

Weitere Länder haben rasche Lockerungen angekündigt oder wollen in den kommenden Tagen darüber entscheiden. Sie betreffen auch Zoos, Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten. Einen bundesweit einheitlichen Zeitpunkt für eine Öffnung gibt es nicht. In einigen Ländern dürfen Besucher am Wochenende bereits wieder in die Tierparks, in anderen erst im Laufe der nächsten oder übernächsten Woche. Einige Länder kündigten zudem Lockerungen für den Individualsport im Freien sowie die Öffnung von Kosmetiksalons an. Schon seit dem vorherigen Treffen Mitte April ist bekannt, dass Friseure ab dem 4. Mai unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Auch Fußballfans warten weiter auf eine Entscheidung über eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans betonte, wenn man die Liga weiterlaufen lassen, sollten die Geisterspiele auch für alle frei zugänglich im Fernsehen gezeigt werden.

Offen bleibt, wann Restaurants und Hotels ihren Betrieb wieder aufnehmen und wann wieder mehr Kinder in Schulen und Kitas dürfen. Darüber wollen Bund und Länder am 6. Mai beraten.

Russischer Regierungschef mit Coronavirus infiziert – Quarantäne

11.55 Uhr: Der russische Regierungschef Michail Mischustin hat sich mit dem Coronavirus infiziert und seine Amtsgeschäfte vorläufig niedergelegt. Er begebe sich in Selbstisolation, sagte der 54-Jährige am Donnerstagabend in Moskau. Das Staatsfernsehen übertrug eine entsprechende Videoschalte des Ministerpräsidenten mit Kremlchef Wladimir Putin. Dass die Bürger quasi in Echtzeit über einen Krankheitsfall in der Staatsführung informiert werden, hat Seltenheitswert in Russland. Mischustin war bislang Russlands wichtigster Manager im Kampf gegen die Corona-Krise. In der russischen Hauptstadt gelten seit Wochen sehr strenge Ausgangssperren für Bürger wegen der Pandemie. Politiker allerdings bewegen sich frei und arbeiten weiter in ihren Büros.

Das Virus breitet sich trotz des Lockdowns massiv in Russland aus. Die Zahl der Infizierten stieg am Freitag um fast 8000 neue Fälle auf mehr als 110.000. Mehr als 1100 Infizierte starben. Wegen der dramatischen Lage ordnete Putin bis 11. Mai arbeitsfrei bei voller Lohnzahlung an. Ob es danach Lockerungen geben wird, ist unklar. Als erste Region führt das Moskauer Gebiet eine Pflicht für Mund- und Nasenschutz ein.

Verwesende Leichen in Lastern entdeckt – Ermittlungen gegen Bestatter

11.06 Uhr: In der Nähe einer Bestattungsfirma in der US-amerikanischen Millionenmetropole New York sind Dutzende Leichen in mehreren Transportern gefunden worden. Er habe die Fahrzeuge angemietet, weil es angesichts der vielen Toten in der Coronavirus-Pandemie keinen Platz mehr in den eigenen Räumen gegeben habe, sagte der Besitzer des Unternehmens im Stadtteil Brooklyn am Donnerstag (Ortszeit) der „New York Times“. Außerdem sei sein Kühlraum ausgefallen und der Bedarf an Miet-Kühllastern sei derzeit so groß, dass er nicht mehr genügend bekommen habe. „Mir ist der Platz ausgegangen. Uns kommen die Leichen zu den Ohren raus.“

Medienberichten zufolge wurden mehr als 60 Leichen in einem gemieteten Transporter und einem Sattelschlepper gefunden. Anwohner hatten wegen des Verwesungsgeruchs aus den Lastern die Polizei alarmiert. Später wurden die Leichen in einen gekühlten Lastwagen verlagert. Die Situation sei „schrecklich“ und „absolut inakzeptabel“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. „Ich habe keine Ahnung, wie irgendein Bestattungsinstitut so etwas geschehen lassen kann.“ Die New Yorker Behörden haben am Donnerstag Ermittlungen eingeleitet.

Die Millionenmetropole New York ist mit mehr als 14.000 bestätigten Toten durch das Coronavirus derzeit das Epizentrum der Krise in den USA. Der Höhepunkt des Ausbruchs scheint allerdings überschritten. Am Donnerstag (Ortszeit) verkündete Gouverneur Andrew Cuomo 306 neue Todesfälle im Bundesstaat New York, in dem die gleichnamige Metropole liegt – so wenige wie seit rund vier Wochen nicht. Auch die Zahlen der Neu-Infizierten und der im Krankenhaus liegenden Patienten sanken weiter.

1639 neue Corona-Fälle in Deutschland

10.30 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 160.758 angegeben – ein Plus von 1639 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 163.009 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6481 Todesfälle, die JHU 6623 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 126.900.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen: Baden-Württemberg: 31.919 Infizierte / +310 im Vergleich zum Vortag / 1385 Tote, Bayern: 42.489 / +409 / 1850, Berlin: 5887 / +60 / 149, Brandenburg: 2872 / +41 / 120, Bremen: 859 / +32 / 30, Hamburg: 4604 / +42 / 163, Hessen: 8376 / +72 / 360, Mecklenburg-Vorpommern: 693 / +3 / 18, Niedersachsen: 10.141 / +74 / 429, Nordrhein-Westfalen: 33.058 / +371 / 1261, Rheinland-Pfalz: 6086 / +57 / 172, Saarland: 2581 / +29 / 135, Sachsen: 4592 / +31 / 162, Sachsen-Anhalt: 1564 / +15 / 44, Schleswig-Holstein: 2714 / +24 / 110, Thüringen: 2323 / +69 / 93.

Coronavirus-Ursprung in Labor? Trump will Beweise haben

9.45 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass die Corona-Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Forschungslabor genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Informationen gesehen habe, die ihm ein „hohes Maß an Zuversicht“ in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus: „Ja, habe ich.“

Der US-Präsident widerspricht mit seinen Anschuldigungen den Ergebnissen seines eigenen geschäftsführenden Geheimdienstkoordinators, Richard Grenell. Dessen Büro hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Geheimdienste gingen wie die meisten Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei dem neuartigen Coronavirus um einen natürlichen und nicht vom Menschen gemachten oder manipulierten Erreger handele. Trump sagte, er habe die entsprechende Mitteilung nicht gesehen. Es gebe viele Theorien und die USA untersuchten den Ursprung. „Wir werden es herausfinden.“

Konkret bezog sich Trump auf das Institut für Virologie in der chinesischen Stadt Wuhan, in der Ende vergangenen Jahres die ersten Fälle bekannt geworden waren. Der Leiter des Labors, Yuan Zhiming, hatte entsprechende Vorwürfe bereits vor mehreren Tagen kategorisch zurückgewiesen. Trump kritisierte erneut die Führung in China, der er vorwarf, das Virus nicht in dem Land eingedämmt zu haben. Das Krisenmanagement seiner Regierung lobte er. „Niemand hat spätabends mehr Zeit damit zugebracht, darüber nachzudenken, was diesem Land passiert ist“, sagte er. „Ich denke nicht, dass irgendwer einen besseren Job gemacht hat als wir beim Testen, bei Beatmungsgeräten, bei all den Sachen, die wir gemacht haben. Wir sind stolz auf den Job, den wir gemacht haben.“ Dabei steht auch Trumps Regierung wegen mangelnder Testkapazitäten seit Wochen in der Kritik. Dem Präsidenten wird zudem vorgeworfen, zu spät auf das Virus reagiert zu haben.

Nach einer Statistik der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA inzwischen mehr als eine Million Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - knapp ein Drittel aller Fälle weltweit. Demnach starben mehr als 62.000 Menschen in den USA an den Folgen einer Infektion. Trump hatte noch am 17. April gesagt, seine Regierung rechne mit 60.000 bis 65.000 Toten infolge der Coronavirus-Epidemie in den USA. Angesichts der schnell steigenden Opferzahlen erscheint es nicht mehr realistisch, dass es bei diesen Zahlen bleiben wird.

Angesprochen auf Berichte, wonach er im Streit um den Ursprung des Coronavirus die Rückzahlung von Schulden an China aussetzen könne, sagte Trump, er könne „Strafzölle“ verhängen. Dies hatte er bereits im Handelskonflikt mit Peking getan. Zuletzt hatte Trump auch Entschädigungsforderungen an Peking nicht ausgeschlossen.

USA: Boeing treibt 25 Milliarden Dollar auf und will keine Staatshilfen

9.13 Uhr: Dem angeschlagenen Flugzeugbauer Boeing ist ein Befreiungsschlag am Kapitalmarkt gelungen, um in der Corona-Krise liquide zu bleiben. Der US-Luftfahrtriese gab in der Nacht auf Freitag bekannt, 25 Milliarden Dollar (23 Mrd Euro) mit der Ausgabe von Anleihen bei Investoren eingesammelt zu haben. Es sei derzeit nicht geplant, sich um zusätzliche Finanzierungen zu bemühen – auch nicht um Staatshilfen, teilte Boeing mit. Die Schuldtitel haben Laufzeiten von 3 bis 40 Jahren, zu den Zinsen hielt sich der Konzern bedeckt. Laut US-Medien war die Nachfrage nach den Papieren jedoch sehr groß, so dass die Finanzierungskosten wesentlich niedriger ausfielen als zunächst angenommen. Der Airbus-Rivale steckt tief in der Krise – durch das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Unglücksflieger 737 Max war die Lage bereits prekär, als die Corona-Pandemie den Luftverkehr nahezu zum Erliegen brachte. Der Konzern galt wie die US-Airlines als Kandidat für Staatshilfen, hatte allerdings bereits betont, Alternativen am Kapitalmarkt zu haben.

Zahl der Krankschreibungen während Corona-Krise stark gestiegen

9.10 Uhr: In der Corona-Krise ist die Zahl der krankgeschriebenen Arbeitnehmer in Deutschland stark angestiegen. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verzeichnete im April um 43 Prozent mehr Krankschreibungen als im März, wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet. Demnach stieg die Zahl der gesetzlich Versicherten, die im April arbeitsunfähig geschrieben waren, auf 2,13 Millionen.

Einen noch höheren Krankenstand hatte es der Zeitung zufolge nach der schweren Grippewelle 2017/2018 gegeben. Wegen der Corona-Pandemie können sich derzeit Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen. Die entsprechende Sonderregelung gilt bis 18. Mai.

Das waren die News vom 30. April:

Bund und Länder einigen sich auf kleine Corona-Lockerungen

18.21 Uhr: Nach den Spitzenberatungen von Bund und Ländern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Öffnungsschritte verkündet. Unter Auflagen dürften Spielplätze, Kultureinrichtungen und Gotteshäuser wieder öffnen, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin (hier lesen Sie mehr). Über eine gemeinsame Öffnungsstrategie für Schulen, Kitas und Sporteinrichtungen solle erst kommende Woche entschieden werden. Die Gefahr durch die Corona-Pandemie sei noch lange nicht gebannt, mahnte Merkel. „Deshalb bleibt Vorsicht das Gebot.“ An dem bereits beschlossenen Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Konzerte sowie Straßen-, Wein- und Schützenfeste soll grundsätzlich festgehalten werden. Ab wann und unter welchen Bedingungen kleinere öffentliche und private Feiern oder Veranstaltungen wieder stattfinden könnten, sei wegen der besonders hohen Infektionsgefahr noch nicht abzusehen.

30 Millionen Arbeitslose in den USA wegen Corona

16.48 Uhr: In den USA haben wegen der Coronavirus-Krise inzwischen mehr als 30 Millionen Menschen ihren Job verloren. Allein in der vergangenen Woche meldeten sich 3,84 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Damit verloren im Zeitraum von sechs Wochen etwas mehr als 30 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz.

Weniger Intensivbetten für Corona-Patienten

15.22 Uhr: Die Kliniken sollen nach dem Willen von Bund und Ländern nicht mehr so viele Intensivbetten und Kapazitäten für Corona-Patienten freihalten. Die Infektionsentwicklung und eine präzise Übersicht per Register ließen es zu, einen „etwas größeren Teil“ der Kapazitäten wieder für planbare Operationen zu nutzen. Darüber verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer Telefonschalte am Donnerstag.

Spielplätze, Zoos und Museen in Deutschland bald wieder geöffnet

13.11 Uhr: Der Bund will die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossenen Spielplätze wieder öffnen lassen. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag. Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können nach Ansicht des Bundes unter Auflagen wieder öffnen. Auch Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen will der Bund wieder zulassen. Aber: An dem bereits beschlossenen Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Konzerte sowie Straßen-, Wein- und Schützenfeste soll grundsätzlich festgehalten werden.

1478 Neuinfektionen in Deutschland seit dem Vortag

10.32 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 159.119 angegeben - ein Plus von 1478 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 161.539 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 6288 Todesfälle, die JHU 6467 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 123.500. 

Beschränkungen in Deutschland sollen verlängert werden

10.19 Uhr: Die derzeitigen Corona-Beschränkungen sollen mindestens um eine Woche bis zum 10. Mai verlängert werden. Bis dahin solle das „wesentliche Paket“ in Kraft bleiben, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstag im Sender n-tv. Über weitere Öffnungsschritte wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am 6. Mai entscheiden. Bis bisherigen Corona-Auflagen waren zunächst bis zum 3. Mai befristet. Merkel und die Regierungschefs der Länder wollen am Donnerstagnachmittag über die Lage in der Corona-Krise beraten – allerdings noch keine weiter reichenden Entscheidungen über weitere Lockerungen und Öffnungen treffen.

Zahl der Arbeitslosen massiv gestiegen

10.05 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wegen der Corona-Krise massiv gestiegen: Sie nahm von März auf April um 308.000 zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Donnerstag mitteilte. Es ist demnach das erste Mal überhaupt, dass in einem April Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zulegten.

Deutlich mehr Corona-Tote in Großbritannien

9.33 Uhr: In Großbritannien wurde die offizielle Zahl der Corona-Toten deutlich auf 26.097 nach oben korrigiert. Nur in Italien ist die Bilanz bislang noch verheerender: Die John-Hopkins-Universität in den USA meldete am frühen Donnerstagmorgen für Italien 27.682 Tote. Enthalten waren in der britischen Statistik erstmals auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales. Noch am Dienstag hatte die Zahl der Toten bei 21.678 gestanden – das waren aber nur die Sterbefälle in Krankenhäusern. Es wird befürchtet, dass viele Pflegeheime von Infektionen betroffen sind und sich das Virus dort ungehindert ausbreiten kann. 

Weitere Beschränkungen im Schulbetrieb

9.14 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek rechnet für den Schulbetrieb mit Beschränkungen bis in das nächste Schuljahr hinein. „Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern", sagt die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren", betont die Ministerin. So lange werde es eine Mischform von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht geben.

Jedem zweiten Deutschen geht Lockerung der Maßnahmen zu schnell

8.41 Uhr: Jedem zweiten Deutschen geht die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu schnell. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertraten 49 Prozent diese Meinung. Nur 15 Prozent sagten dagegen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden zu langsam zurückgenommen. 28 Prozent sind mit dem eingeschlagenen Tempo zufrieden, 8 Prozent machten keine Angaben.

Mehr als 60.000 Corona-Tote in den USA

7.28 Uhr: In den USA sind Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60.000 Menschen durch eine Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Mittwochnachmittag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag demnach bei 1,03 Millionen - fast ein Drittel der weltweit knapp 3,2 Millionen Fälle. US-Präsident Donald Trump hatte noch am 17. April gesagt, seine Regierung rechne mit 60.000 bis 65.000 Toten infolge der Coronavirus-Epidemie in den USA. Angesichts der schnell steigenden Opferzahlen erscheint es nicht mehr realistisch, dass es bei diesen Zahlen bleibt. Frühere Modelle, die das Weiße Haus vorgestellt hatte, hatten mindestens 100.000 Tote in den USA vorhergesagt.  

Das waren die News vom 29. April:

RKI ändert Berechnung der Ansteckungsrate

20.48 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat die Ermittlung der Ansteckungsrate mit dem neuen Coronavirus leicht geändert. Den am Mittwoch veröffentlichten RKI-Schätzungen zufolge liegt die sogenannte Reproduktionszahl bei 0,75 (Datenstand 29. April, 0.00 Uhr). Das bedeutet, 10 Infizierte stecken im Schnitt 7,5 Menschen an. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt somit leicht. Seit Mittwoch nutzt das RKI ein sogenanntes Vier-Tage-Mittel für die Schätzung der aktuellen Neuinfektionen und damit auch der Reproduktionszahl. Zuvor wurde ein Drei-Tage-Mittel genutzt. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 bis 1 – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite.

Flughafen Berlin-Tegel vor Schließung

19.15 Uhr: Die Betreiber des Berliner Flughafens Tegel bereiten in der Corona-Krise eine vorübergehende Schließung des Flughafens ab 1. Juni vor. Dazu soll bei der Luftfahrtbehörde die Befreiung von der Betriebspflicht beantragt werden, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Ende Mai solle dann abhängig von der Passagierzahl entschieden werden. Der Berliner Flugbetrieb würde dann für mindestens zwei Monate auf den zweiten Berliner Flughafen in Schönefeld konzentriert. Die Flughäfen hätten nur noch ein Prozent der üblichen Passagierzahl, sagte Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup. Tegel ist gemessen an der üblichen Passagierzahl der viertgrößte deutsche Flughafen nach Frankfurt, München und Düsseldorf. Schon im März hatte Lütke Daldrup vorgeschlagen, Tegel ab Mai vom Netz zu nehmen. Er scheiterte damit aber am Widerstand des Bundes, der mit Berlin und Brandenburg Eigentümer der Flughafengesellschaft ist. Die Bedenken konnten auch in einer Gesellschafterversammlung am Mittwochnachmittag nicht ganz ausgeräumt werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wollten seine Vertreter den Antrag verhindern, Tegel zeitweise außer Betrieb zu nehmen. Berlin und Brandenburg seien aber dafür gewesen.

Aktuelle Fallzahlen in Deutschland

17.05 Uhr: Die neuen Fallzahlen sind da: In Deutschland sind bis Mittwochnachmittag mehr als 158.600 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 157.200 Infektionen). Mindestens 6069 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag: 6000). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Dienstag wieder bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 120.400 Menschen die Infektion überstanden.

Krankschreibung per Telefon weiter möglich – worauf Sie achten müssen

13.03 Uhr: Arbeitnehmer können sich vorerst bis 18. Mai auch ohne Praxisbesuch krankschreiben lassen. Die Ausnahmeregelung wegen der Corona-Krise, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich ist, wurde erneut verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Sie wäre sonst am 4. Mai ausgelaufen. Befristet gilt nun weiter, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlängert werden. Der Bundesausschuss kündigte an, rechtzeitig vor den 18. Mai 2020 über eine mögliche erneute Verlängerung zu entscheiden. 

Bundesregierung rechnet mit schwerer Rezession

9.15 Uhr: Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Sie erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Dies wäre ein stärkerer Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Erst 2022 wird laut Prognose das Niveau vor der Corona-Krise erreicht werden.

Das waren die News vom 28. April:

Die aktuellen Fallzahlen in Deutschland

20.29 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen sind da: In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 157.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag: mehr als 156.200 Infektionen). Mindestens 6054 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag: 5842). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Dienstag bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 117.400 Menschen die Infektion überstanden. 

1 Million Infektionen in den USA

17.04 Uhr: In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die Marke von einer Million überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden bis Dienstag 1,002 Millionen Infektionen registriert. Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten bestätigten Infektionen weltweit. Allerdings wird in den Vereinigten Staaten auch besonders viel getestet: Nach Angaben der US-Regierung wurden bereits rund 5,5 Millionen Corona-Tests vorgenommen. Insgesamt wurden weltweit mehr als drei Millionen Infektionen bestätigt. Die USA sind auch das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. Laut der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität, die Infektions- und Todeszahlen weltweit auswertet, starben in den USA bereits mehr als 57.000 Menschen an dem Virus.

Als erstes Land: Luxemburg lässt alle seine Bürger testen

16.24 Uhr: Es ist das erste Land, das ALLE seine Bürger testen lässt: Im Kampf gegen das Coronavirus startet Luxemburg jetzt mit groß angelegten Tests. Die freiwilligen Tests der gut 600.000 Einwohner sowie von Grenzgängern aus Deutschland, Frankreich und Belgien sollen die Lockerung von Kontaktbeschränkungen begleiten, teilte Forschungsminister Claude Meisch mit. Pro Tag sind dann mindestens 20.000 Tests geplant. Meisch sagte: „Das Ziel ist, dass die gesamte Bevölkerung getestet werden kann, zum Teil mehrmals." Wegen der überschaubaren Zahl könne man das „innerhalb kurzer Zeit" machen. Als erstes Land der Welt werde Luxemburg somit einen kompletten Überblick über die Anzahl an infizierten Bürgern bekommen. Derzeit darf man Haus oder Wohnung nur zum Einkaufen, Arbeiten und Besuchen beim Arzt verlassen.

Schüler sollen vor Sommerferien in Schulen zurück

14.56 Uhr: Alle Schüler in Deutschland sollen vor den Sommerferien in die Schulen zurück können. Der Schulbesuch solle tage- oder wochenweise möglich werden, sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig (SPD), am Dienstag in Mainz. Auf dieses Ziel hätten sich die Kultusminister der Länder geeinigt – es werde in den Bundesländern unterschiedliche Vorgehensweisen geben. Hubig sagte, maßgeblich für das Vorgehen an den Schulen werde sein, wie sich das Infektionsgeschehen entwickle. Ob die Schüler einzelne Tage oder wochenweise in die Schulen zurückkehrten, werde jedes Land für sich entscheiden. Es gebe unterschiedliche örtliche Gegebenheiten. Für Schüler mit einem Gesundheitsrisiko gebe es keine Präsenzpflicht – dasselbe gelte für Lehrer. Die Sommerferien beginnen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Als erstes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern ab dem 22. Juni Sommerferien; insgesamt sechs Bundesländer bekommen bereits im Juni die großen Ferien. Als letzte Bundesländer starten Bayern und Baden-Württemberg Ende Juli mit den Sommerferien.

Österreich hebt ab Mai Ausgangsbeschränkungen auf

12.52 Uhr: Österreich hebt ab Mai die strengen Ausgangsbeschränkungen auf. Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, müssen aber einen Mindestabstand von einem Meter einhalten, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Darüber hinaus sind ab Mai wieder Versammlungen von bis zu zehn Personen erlaubt. Auch Demonstrationen sollen unter bestimmten Voraussetzungen dann wieder möglich sein. Die Maßnahmen gelten vorerst bis Ende Juni. Hotels und andere Beherbergungsbetriebe dürfen aufgrund der Erfolge bei der Eindämmung der Corona-Krise ab 29. Mai wieder öffnen.

Bewohner eines abgeriegelten Hochhauses infiziert

11.31 Uhr: Fünf Bewohner des abgeriegelten Hochhauskomplexes in Grevenbroich sind mit dem Coronavirus infiziert. Alle anderen Ergebnisse der insgesamt 377 getesteten Bewohner seien negativ, teilte der Rhein-Kreis Neuss am Dienstag mit. Den Bewohnern waren am Sonntag in einem aufwendigen Verfahren Proben für die Tests entnommen worden. Seitdem durften sie das Gelände nicht verlassen. Der Massentest war notwendig geworden, weil laut Behörden infizierte Bewohner die Quarantäne nicht eingehalten hatten. Die Stadt Grevenbroich erklärte, die Quarantäne für den gesamten Gebäudekomplex gelte erst einmal weiter. Zunächst müssten die näheren Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt werden. Vermutlich könne die Quarantäne aber im Laufe des Tages aufgehoben werden, sagte ein Stadtsprecher.

Ansteckungsrate in Deutschland wieder gestiegen 

10.44 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler hat am Dienstagmorgen nochmals bestätigt, dass die Corona-Ansteckungsrate in Deutschland von 0,9 auf 1,0 gestiegen ist. Damit steckt jeder Infizierte im Schnitt einen weiteren an. Dennoch weist Wieler auf die insgesamt gute Lage hin. In Deutschland sei man bisher gut durch die Krise gekommen. So gebe es aktuell keinerlei Engpässe in den Kliniken. Wieler: „Gut ist nach wie vor, dass die Kapazität in den Krankenhäusern groß ist.“ Lothar Wieler warnt aber auch, dass man trotz Lockerungen weiter darauf achten müsse, dass sich das Virus nicht stärker ausbreitet. Deshalb bittet der RKI-Chef alle Bürger, weiter möglichst zu Hause zu bleiben, weiter Abstand zu halten und alle derzeit gängigen Hygiene-Regeln einzuhalten.

Zahl der Neuerkrankungen geht nicht mehr leicht zurück

8.34 Uhr: Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder gestiegen. Laut der am Montagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr wieder einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 1,0. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen nicht mehr leicht zurückgeht wie in den vergangenen Tagen. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

Alle wichtigen Informationen rund um das Coronavirus in Deutschland und der Welt vor dem 28. April gibt es hier zu lesen.

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