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Coronavirus-Liveblog: Spanien meldet mehr als 800 Todesfälle in 24 Stunden

Coronavirus-Liveblog : Spanien meldet mehr als 800 Todesfälle in 24 Stunden

In Spanien sind innerhalb eines Tages 832 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Kanzleramtschef Helge Braun erteilt Gedankenspielen zu einem schnellen Ende der Einschränkungen in Deutschland eine Absage. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • Im besonders schwer betroffenen Spanien sind innerhalb von 24 Stunden 832 neue Todesopfer verzeichnet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium laut dpa mit. Es ist der höchste Anstieg, der in Spanien bisher registriert wurde.

  • Kanzleramtschef Helge Braun hat klargestellt, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der bestehenden Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geben werde. „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel“. „Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen.“ Ältere Menschen müssten noch deutlich länger als Jüngere mit Kontakteinschränkungen rechnen. „Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt“, sagte Braun.
  • Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, sollte heute sechs schwer erkrankte Italiener in Intensivbehandlung von Bergamo nach Köln bringen. Die Maschine sei am Morgen in Köln gestartet, sagte ein Bundeswehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur. „In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu dem Einsatz. „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.
    Das Flugzeug sollte am späten Mittag zurück in Köln sein. Die Patienten sollten zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

  • 174 ausländische Touristen und vier nepalesische Staatsbürger wurden von der Corona-Krise am Mount Everest überrascht. Tagelang saßen sie am Berg fest. Heute wurden sie mit zwölf Kleinflugzeugen und zwei Hubschraubern zum Flughafen Lukla geflogen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Auch Nepal hatte vergangene Woche eine Ausgangssperre verhängt.

  • 8000 Anträge auf Soforthilfen des Landes seien bereits bewilligt, teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit. Das ganze Wochenende über seien 700 Mitarbeiter im Einsatz, um die Anfragen zu bearbeiten.

  • In der bei deutschen Touristen beliebten niederländischen Provinz Zeeland beginnt im April eigentlich die Urlaubssaison. Doch diesmal ist alles anders. Ab Montagmittag, 12 Uhr, sind in der Provinz touristische Übernachtungen aller Art verboten - in Hotels, auf Campingplätzen, aber auch im eigenen Ferienhaus. Urlauber, die sich schon in Zeeland aufhalten, werden gebeten, bis dahin abzureisen. Die Regelung gilt bis zum 10. Mai, dann soll geprüft werden, ob sie verlängert werden muss.
  • Eine Katze in Belgien soll "vorübergehend an Atem- und Verdauungsproblemen gelitten“ haben - deswegen wurde sie auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis war positiv. Haustierbesitzer müssen sich aber wohl dennoch keine Sorgen machen.

  • Die Türkei stoppt Zugverbindungen zwischen den Städten und schraubt den inländischen Flugverkehr herunter, wie Reuters berichtet. Von Mitternacht an würden nur noch größere Städte angeflogen, twittert der Chef von Turkish Airlines, Bilal Eksi. Nach Angaben der Eisenbahnbehörde ist der Zugverkehr zwischen den Städten von Samstag an bis auf Weiteres ausgesetzt.

  • Die Europäische Kommission arbeitet an einer gemeinsamen Exit-Strategie aller EU-Staaten zur schrittweisen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen. Mit Experten prüfe sie, „wann wir nach und nach die Maßnahmen der „sozialen Distanz“ wieder lockern könnten“, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur. Einen Zeitrahmen könne heute aber niemand präzise vorhersagen. Das müsse man von Woche zu Woche neu prüfen.

  • Mit der Corona-Epidemie ist die Frage nach dem Parteivorsitz der CDU „erst mal völlig in den Hintergrund geraten“ - das sagt jedenfalls NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, selbst einer der Kandidaten. „Mich bewegt es derzeit auch nicht, es ist sehr weit weg, weil die Corona-Krise mich momentan rund um die Uhr beschäftigt, auch in Gedanken“, sagte Laschet der „Aachener Zeitung“ und den „Aachener Nachrichten". Das zeige, wie schnell sich Prioritäten verschieben könnten. Er müsse jetzt machen, was richtig sei, „egal, ob mir das für die CDU-Kandidatur nutzt oder schadet.“
  • Dank an die Helfer: Dieses Transparent an der Fliethstraße in Mönchengladbach ist ein Gruß an die Menschen im Gesundheitswesen. (Foto: Horst Thoren)

  • Karsten (89) lebt in Nordfriesland, seine Freundin Inga (85) in Dänemark. Bisher war das kein Problem für die beiden Senioren, die sich normalerweise täglich sehen. Aber jetzt ist die Grenze für Besuche wie diese geschlossen. Doch Liebe hatte mit Grenzen noch nie viel am Hut - deshalb treffen sich die Beiden jetzt auf einen Kaffee zum Plaudern am Grenzübergang.

  • US-Präsident Donald Trump hat seinen Landsleuten versprochen, 100.000 zusätzliche Beatmungsgeräte beschaffen - entweder durch Ankauf oder durch zusätzliche Produktion amerikanischer Firmen. Das entspreche der dreifachen US-Produktion eines normalen Jahres, sagte Trump laut dpa. Kurz zuvor hatte der US-Präsident ein ursprünglich für Kriegszeiten gedachtes Gesetz angewendet, um den Autohersteller General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen. Dennoch ist unklar, ob eine solche Produktionssteigerung überhaupt möglich ist.

  • Mönchengladbach hat den ersten Covid-19-Todesfall zu beklagen. Es handelt sich um einen Mann (Jahrgang 1952), der nach Angaben der Stadt aufgrund einer Vorerkrankung einer Risikogruppe angehörte. Derzeit gibt es in Mönchengladbach 168 bestätigte Corona-Infektionen.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einem Podcast bei den Bürgern bedankt. "Wenn ich heute sehe, wie fast alle ihr Verhalten völlig umgestellt haben, wie die große Mehrheit von Ihnen wirklich jeden unnötigen Kontakt vermeidet, eben weil er auch ein Ansteckungsrisiko enthalten kann, dann möchte ich einfach sagen: Danke, von ganzem Herzen danke." Niemand könne sagen, wie lange diese schwere Zeit anhalte. Daher bitte sie: "Seien Sie geduldig." Noch signalisiere die Zahl der täglichen Neuinfektionen nicht, die Regeln zu lockern. Die Kanzlerin befindet sich zur Zeit in häuslicher Quarantäne, wie bei einem Arzt, der ihr eine Schutzimpfung gegeben hatte, eine Corona-Infektion diagnostiziert wurde.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gibt die Zahl der in Deutschland mit dem Virus infizierten Menschen jetzt mit 48.582 an - ein Plus von 6294 seit gestern. Die Johns-Hopkins-Universität in den USA meldet 53.340 Infizierte in Deutschland - diese Zahl liegt immer etwas höher, weil die Universität einige Meldungen schon erfasst, bevor sie offiziell ans RKI übermittelt werden. Das Robert-Koch-Institut hat bislang 325 Todesfälle registriert, die Johns-Hopkins-Universität 395 Tote. (Quelle: AFP)

  • Diese kleine Szene hat manche TV-Zuschauer im krisengeschüttelten Italien ein wenig aufgeheitert: Der im Land äußerst respektierte Staatschef Präsident Sergio Mattarella bereitet sich auf eine Ansprache im Fernsehen vor, als sein Berater Giovanni Grasso ihn aus dem Off auffordert, eine rebellische Haarsträhne zu glätten. Der 78-jährige kommt der Aufforderung zunächst ohne große Überzeugung nach und sagt dann: "Eh Giovanni, auch ich gehe nicht mehr zum Friseur." Mattarellas Auftritt wurde in allen Medien übertragen, ohne dass die Szene, die nicht zur Ausstrahlung bestimmt war, herausgeschnitten wurde. In den sozialen Netzwerken verbreite sich der Hashtag #ehGiovanni rasend schnell.
  • Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht im Kampf gegen das Virus Hoffnungsschimmer. "Es ist mit Glück möglich, dass der Sturm nicht ganz so heftig wird. Wir haben deutlich früher reagiert als Italien", sagte Reinhardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir können auch erste Effekte der bisher getroffenen Maßnahmen erkennen." Zugleich warnte Reinhardt eindringlich davor, schon jetzt erste Einschränkungen zu lockern. Das könne die Zahl der Neuinfektionen wieder hochschnellen lassen.
  • Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland gewöhnen sich auch manche Politiker derzeit ans Arbeiten im Homeoffice. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) war neun Tage in häuslicher Quarantäne, weil sie an einer Veranstaltung mit einer Person teilgenommen hatte, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurde. „Ich habe mich digital voll eingerichtet - und bin von Telefonkonferenz zu Videoformat geeilt. Ich habe den halben Tag Stöpsel im Ohr gehabt“, sagte sie dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Am Ende habe ich genauso viel geschafft, als wenn ich im Ministerium gewesen wäre.“
  • Die internationale Finanzexpertin Sandra Navidi stammt aus Mönchengladbach und lebt eigentlich in New York. Wegen der Coronakrise hat sie den USA vorübergehend den Rücken gekehrt. Wir haben mit ihr über die Lage in New York und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gesprochen.

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