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Germany

Das Frauentennis bleibt konstant im Wandel

Permanenter Wandel ist im Frauentennis eine dauerhafte Konstante. Seit einigen Jahren ist das nun schon so – mit der Ausnahme Serena Williams. Vor der mittlerweile 37-Jährigen erstarrt so manche Gegnerin immer noch in Ehrfurcht. Dass die US-Amerikanerin schlagbar ist, zeigte Simona Halep im Wimbledon-Finale am Samstag. Sie ließ Williams laufen, verteilte die Bälle und machte ihre Kontrahentin damit müde und mürbe. Die verlor nun schon ihr drittes Grand-Slam-Finale in Folge, ob sie ihren 24. Titel bei einem der vier großen Turniere noch gewinnt und damit den Rekord von Margaret Court einstellt, scheint fraglicher denn je.

„Ich muss irgendwie herausfinden, wie ich so ein Finale gewinne. Vielleicht würde es helfen, andere Finals außerhalb der Grand Slams zu spielen“, sagte Williams auf der Pressekonferenz nach ihrer deutlichen 2:6, 2:6-Niederlage. Dabei wirkte sie relativ entspannt, nur eine Frage brachte sie am Ende dann doch aus der Fassung. Was sie zu der Kritik von Billie Jean King sagen würde, die Williams aufforderte, sich mehr auf Tennis zu konzentrieren statt ihr Stardasein zu zelebrieren und für die Gleichberechtigung zu kämpfen. Der Gesichtsausdruck der Amerikanerin verfinsterte sich kurz, dann sagte sie entschlossen: „Der Tag, an dem ich aufhöre, für Gleichberechtigung zu kämpfen, wird der Tag sein, an dem ich im Grab bin.“

Tatsächlich hat Williams in den vergangenen Monaten kaum Tennis gespielt. Nach den US Open 2018 bestritt sie kein Match mehr und auch in diesem Jahr waren es bisher gerade einmal sechs Turniere – allerdings spielte sie nur drei davon auch zu Ende. Das waren die Grand Slams in Melbourne, Paris und Wimbledon. Ihren letzten Titel gewann Williams 2017 bei den Australian Open, den letzten Sieg außerhalb eines der Majors gab es vor über drei Jahren in Rom. Dass sie in London trotz fehlender Matchpraxis überhaupt so weit kommen konnte, ist umso erstaunlicher. „Ich muss jetzt einfach weitermachen, auch mal ein paar Turniere spielen, ohne mich dabei irgendwie zu verletzen“, sagte Williams.

Das Ziel, vielleicht doch noch Grand-Slam-Titel Nummer 24 zu gewinnen, treibt sie weiter an – und die Tatsache, dass es die alles überragende andere Spielerin derzeit schlichtweg nicht gibt. Als Angelique Kerber im Vorjahr in Wimbledon gegen Williams das Finale gewann, schien ihr der Weg zu weiteren großen Titeln offen zu stehen. Daraus allerdings ist nichts geworden, die Deutsche wartet seither auf einen weiteren Turniererfolg, auch bei kleineren Events klappte es damit nicht. Dann kam Naomi Osaka, die Japanerin siegte bei den US Open und den Australian Open und wurde Nummer eins. Endlich schien es wieder eine Weltranglistenerste zu geben, die auf dem Tennisplatz auch so auftrat. Seit dem Titel in Melbourne geht bei der 21-Jährigen allerdings kaum noch etwas, ein Finale erreichte sie seither nicht mehr und in Wimbledon war in Runde eins Endstation.

Keine der vier Topgesetzten im Viertelfinale

Die Schwäche von Osaka nutzte wiederum Ashleigh Barty und spielte sich in Paris zum Sieg und kurz darauf zur Weltranglistenführung, bei den All England Championships kam die Australierin dann aber nicht über das Achtelfinale hinaus. Damit war sie in guter Gesellschaft, von den vier Topgesetzten in London schaffte es keine einzige Spielerin ins Viertelfinale.

Der Weg wurde frei für Simona Halep, die in der Vorbereitung beim Turnier in Eastbourne noch hoffnungslos überfordert gegen Angelique Kerber wirkte und die bisher nicht als Rasenspezialistin aufgefallen war. „Allein an die Möglichkeit zu glauben, auf Gras gewinnen zu können, war immer schwer für mich. Wir haben ja nicht mal einen Rasenplatz in Rumänien“, sagte Halep nach ihrem großen Triumph. Sie möchte weitere folgen lassen, aber das wird nicht leicht. Schon nach ihrem Sieg bei den French Open 2018 hatte sie erst einmal Probleme, sich neu zu fokussieren. In diesem Jahr konnte sie wie Serena Williams vor Wimbledon kein Turnier gewinnen.

Das Frauentennis bleibt angesichts der vielen überraschenden Ergebnisse in der jüngeren Vergangenheit unvorhersehbar. Schon bei den US Open können wieder ganz andere Gesichter prägend sein. Auf der einen Seite macht es das interessant, anders als bei den Männern hat fast jede Spielerin Siegchancen. Trotzdem fehlt die eine Konstante, an der sich alle orientieren. Diese Rolle hatte Serena Williams über Jahre inne. Wer sie im Finale von Wimbledon gesehen hat, kann sich allerdings kaum vorstellen, dass das auch in Zukunft noch der Fall sein wird. Die Gegnerinnen auf dem Weg ins Endspiel standen im Schnitt auf Weltranglistenplatz 83, solche Konkurrenz schlägt Williams gerade auf Rasen immer noch fast aus dem Stand. Wird die Widerstand allerdings größer, bekommt Williams ihre Grenzen aufgezeigt – wie von Halep am Samstag.

Nun ist es an ihr, das Zepter zu übernehmen. „Ich glaube, ich kann immer noch einige Dinge verbessern. Und ich gehe voll motiviert in die nächsten Turniere“, sagte die Rumänen nach dem größten Erfolg ihrer Karriere. Ähnliche Aussagen gab es von den Gewinnerinnen großer Titel zuletzt häufiger, Halep muss ihren Worten nun auch Taten folgen lassen. Sonst bleibt das Frauentennis weiterhin nur konstant im Wandel.

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