Geht es nach der Berliner CDU, soll auf dem Tempelhofer Feld ein „Klimawald“ wachsen. Zudem sollen am Rand durch behutsame Bebauung 6000 Wohnungen für 20.000 Menschen entstehen.

Der Vorstoß ist Teil des Leitantrags für den kleinen Parteitag am Dienstag. „Damit begegnen wir zwei der drängendsten Fragen unserer Zeit“, so CDU-Chef Kai Wegner (47), „dem Klimaschutz und der Frage nach bezahlbarem Wohnraum.“

110 Hektar Mischwald soll der neue Forst umfassen – etwas mehr als die Hälfte der Fläche des Großen Tiergartens. Der Eindruck von Weite bliebe auch auf der reduzierten Fläche bestehen, ist CDU-General Stefan Evers (40) überzeugt. „So schaffen wir eine Grüne Lunge, die etwas tut für das Klima, die Stadt und die Lebensqualität.“

Die Schaffung von Wohnungen auf dem Feld hat für die CDU nach wie vor höchste Priorität. „Für diesen Weg müssen wir die Menschen begeistern“, so Wegner. Das sei beim Volksentscheid 2014 nicht gelungen, „damals gab es für das Feld keine wirkliche Idee“.

Kai Wegner und Stefan Evers sind von ihren Plänen überzeugt (Foto: Marion Hunger)
Kai Wegner und Stefan Evers sind von ihren Plänen überzeugt (Foto: Marion Hunger)

Die Pflanzung eines Forstes weise jetzt in eine neue Richtung. Auch bei der Planung des neuen Wohnquartiers soll Ökologie groß geschrieben werden. Ziel sei eine nachhaltige, durchmischte Stadtentwicklung – klimaneutral, smart, barrierefrei, bezahlbar, für Familien, Senioren, Studenten, Normalverdiener. „Wir wollen das Ökologische mit dem Ökonomischen verbinden und das Soziale im Blick behalten“, fasst Wegner zusammen.

Mit dem Tempelhofer-Feld-Gesetz (ThF-Gesetz) wäre der Plan freilich nicht vereinbar. „Dort darf kein Baum, kein Strauch gepflanzt werden“, so Evers. „Aber die Leute wünschen sich Wohnraum und Bäume!“

Jetzt hofft die CDU, mit ihrem Vorschlag einen Wettbewerb der Ideen anzustoßen. Das Ergebnis soll den Bürgern im Rahmen einer Volksbefragung vorgelegt werden – zeitgleich mit der Berlin-Wahl 2021.

Denn eines sei klar, so Wegner: „Wenn wir das ThF-Gesetz abschaffen wollen, müssen wir die Berlinerinnen und Berliner neu fragen.“