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Der Boden vergisst nie: Ein Flug mit einem Luftbildarchäologen

Grundrisse der Stabsgebäude des Lagers Vetera castra I bei Xanten. Hier waren wohl zwei der drei Legionen stationiert, die im Jahr 9 n. Chr. in der bekannten Schlacht im Teutoburger Wald vernichtet wurden. Bild: Baoquan Song

Für Luftbildarchäologen hat die Erdoberfläche eine Dimension mehr. Ein Rundflug über das ehemalige Grenzgebiet der Provinz Niedergermanien.

Am Niederrhein verlief einst die Grenze der römischen Provinz Germania inferior. Das Imperium und seine Heere sind längst Geschichte. Schon seit Jahrhunderten wachsen Gras und Gerste über die Legionslager, und doch sind ihre Umrisse mancherorts bis heute zu erkennen: bei geeigneter Witterung und aus der richtigen Perspektive. „In letzter Zeit habe ich allein in einem Radius von etwa zehn Kilometern rund um die Stadt Xanten über fünfzig neue römische Marschlager entdeckt“, sagt Baoquan Song, Archäologe an der Universität Bochum. Während die meisten seiner Fachkollegen der Vergangenheit am oder im Erdboden nachspüren, erhebt sich Song regelmäßig in die Lüfte. Der 59-Jährige ist Luftbildarchäologe.

Auf dem Flugplatz Marl-Loemühle im nördlichen Ruhrgebiet hat Song an einem schwülwarmen Tag Mitte Juni eine Cessna 172 für einen Rundflug gemietet. Während das Flugzeug auf die Landebahn rollt, lässt sich Song die Wetterlage durchgeben. Es ist diesig, die Wolken hängen tief in sechshundert Meter Höhe. In Ostwestfalen soll es gewittern, aber Song hat einen Flug Richtung Nordwesten geplant, an den Niederrhein, sein Lieblingsarbeitsgebiet.

Der Boden vergisst nie

Das Flugzeug steht schließlich in der Startposition. Song beschleunigt, und die Cessna hebt mit dröhnendem Motor ab. Aus dem Cockpit ist die Lippe zu sehen, die sich südlich von Haltern am See dem Rhein entgegenschlängelt. Die Cessna gleitet über Straßen und Ortschaften; kleine Waldstücke wechseln sich ab mit Feldern und Wiesen. Eine Bewässerungsanlage sprüht feine Wasserstrahlen auf einen Acker. „Vor zwei Wochen haben noch mehr Bauern bewässert“, sagt Song. In manchen Wiesen klaffen nach der langen Trockenheit im Frühjahr kahle Stellen, die sich trotz der Regenschauer der letzten Tage nicht schließen konnten. „Wir bräuchten eigentlich mehr Landregen“, meint Song. Die Nässe sei kaum in die tieferen Bodenschichten eingedrungen. Aus der Luft sieht er genau, wie es um die Felder bestellt ist, und er fühlt mit den Landwirten, obwohl er von ihren Schäden profitiert: Wenn die Äcker austrocknen, zeigt sich besonders deutlich, wo sich der Boden ungestört bilden konnte und wo der Mensch irgendwann in die natürliche Entwicklung eingegriffen hat.

Erdboden entsteht – abhängig von Klima, Gestein, Relief, Flora und Fauna – in einer charakteristischen Abfolge sogenannter Bodenhorizonte, die sich durch ihre Zusammensetzung und Gestalt klar voneinander unterscheiden lassen. Künstlich nachahmen lässt sich dieser Prozess nicht. Wird irgendwann ein Loch gebuddelt und hinterher wieder verfüllt, gerät die Schichtung der Bodenhorizonte durcheinander. So hinterlässt jede Grube und jedes Fundament Spuren im Boden, die zum Teil noch nach Jahrtausenden sichtbar werden können. Oder wie Baoquan Song es formuliert: „Der Boden vergisst nie.“ Song deutet auf ein Feld, über das sich quer zu typischen Traktorspuren zwei dunkle Linien schwingen. Es sieht aus, als sei ein zweiter Traktor in großem Bogen über das Feld gefahren und hätte eine dunkelgrüne Fahrspur hinterlassen. „Dort waren mal die Doppelumwehrungsgräben des römischen Standlagers von Haltern“, erklärt der Archäologe. An dieser Stelle sei der Boden später mit aufgelockertem und humusreichem Oberflächenmaterial verfüllt worden. Für das Wachstum der Pflanzen wirke sich diese Situation günstig aus, weil der Boden so mehr Feuchtigkeit speichern könne und mehr Nährstoffe enthalte. Entsprechend sattgrün wächst das Getreide nun über den einstigen Gräben.

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