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Der Corona-Jahrgang

Mundschutz und viel Abstand in den Publikumsreihen: Alles bei der Zeugnisverleihung an der IGS war abgespeckter als sonst. Auch das Abitur hat sich in Zeiten der Corona-Pandemie anders als in anderen Jahren angefühlt.

Mundschutz und viel Abstand in den Publikumsreihen: Alles bei der Zeugnisverleihung an der IGS war abgespeckter als sonst. Auch das Abitur hat sich in Zeiten der Corona-Pandemie anders als in anderen Jahren angefühlt. (TAMMO ERNST)

Keine Musik, keine Gäste von außerhalb, viele leere Stühle – es war ein irgendwie unwirkliches Bild bei der Zeugnisvergabe der Abiturienten in der Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS). Es war eine Abiturfeier in abgespeckter Form, die im Jahr des Corona-Abiturs so ganz anders als sonst war und deswegen Schülern, Lehrern und Eltern einiges abverlangte. So wurden lediglich ausgewählten Mitgliedern aus den Familien der Schüler Einlass gewährt. Als zusätzliche Schutzmaßnahme waren die Absolventen darüber hinaus anhand ihrer schulischen Schwerpunkte in Gruppen getrennt worden. Die Zeugnisvergabe verlief gestaffelt im 50-Minuten-Takt.

„Es war ein bewegtes Schuljahr mit nie gekannten Herausforderungen und ein Abitur unter besonderen Bedingungen“, sagte Oberstufenleiter Ralf Woinitzki. Dennoch oder eben gerade deshalb könnten die Schüler voller Stolz auf ihre Leistungen blicken. Generell verlange das Abitur Schülern stets ein hohes Maß an Engagement und Fleiß ab, und doch habe der Corona-Jahrgang besondere Anerkennung verdient, denn er habe zusätzlich zu den üblichen Anforderungen einer unbekannten Situation trotzen müssen. „Corona – das war eine Zumutung für alle, aber die Abiturienten in Niedersachsen haben sich durchgebissen“, fand Woinitzki. Seinen Dank richtete er dabei vor allem an die Schüler, die sich pflichtbewusst an die Regeln gehalten hätten.

Zur Einleitung der kurzen Feier überbrachte der bereits seit über 20 Jahren an der IGS tätige Oberstufenleiter sowohl Grußworte des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne als auch des Oberbürgermeisters Axel Jahnz, die beide nicht an der Abschlusszeremonie teilnehmen konnten. „Das Abitur ist ein Schlüssel, der auf dem weiteren Lebensweg Türen öffnet“, lauteten die Worte des Oberbürgermeisters. Auch wenn der erfolgreiche Schulabschluss vom Ausfall des Abiballs und von Zukunftssorgen überschattet sei, so sollten sich die Absolventen das Handeln nicht aus der Hand nehmen lassen, denn sie seien es, die ihre Zukunft selbst gestalten, gab er den Schülern mit auf den Weg.

Nach den etwas tragenden Grußworten gewann die Feier schließlich doch noch an Emotion, als Elisabeth Pollmann das Wort an die Abiturienten richtete. „I have a dream, ich habe einen Traum“, mit den Worten von Martin Luther King wandte sie sich an ihre Schüler. „Es ist wichtig, Träume zu haben, und es ist wichtig, sich die Zeit zum Innehalten zu nehmen, in sich zu gehen und zu ergründen: Was ist mein eigener Traum.“ Sie wünschte den Absolventen, dass sich ihre Träume erfüllen mögen, und rührte den einen oder die andere zu Tränen, so auch Lena Liebner (19), die als Repräsentantin des sprachlichen Schwerpunktes – die Elite, wie sie sich scherzhaft selber nennen – das Wort an die Besucher richtete. Mit viel Witz und Gefühl dankte sie vor allem den Lehrern im Namen der Schüler für die schöne Zeit: „Auch wenn es nicht immer einfach war, ich weiß, Sie werden uns vermissen. So wie wir Sie vermissen werden.“

Tutoren mussten schweigen

Dann war der große Moment da, und die festlich gekleideten Schüler bekamen die Früchte ihrer Arbeit, ihre Abiturzeugnisse überreicht. Als Beigabe erhielt jeder eine handgearbeitete Tonschale, die von der pensionierten Lehrerin Silvia Sachweh gefertigt worden waren. Verteilt wurden die Zeugnisse von den Tutoren des Abschlussjahrgangs, die im Übrigen keine Worte an ihre Schüler richten durften. Ein Umstand, den die Tutoren, vor allem aber die Schüler bedauerlich fanden, schließlich seien sie es gewesen, die den Abiturienten mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten, berichtete Lena. „Wir hatten mit unseren Lehrern einfach riesiges Glück“, sagte die 19-Jährige. „Sie waren eine wichtige Stütze auf dem Weg zum Abitur und waren immer für uns da“, erzählte sie später in der Sporthalle, wo die Gruppenfotos – natürlich mit gebührendem Abstand – geschossen und Getränke gereicht wurden. „Auch zuletzt waren sie immer erreichbar und haben uns bei allem geholfen“, bestätigte Marina Warrelmann.

Die beiden Abiturientinnen gehören zu den sieben Schülern des Jahrgangs, die den Abschluss mit Einserschnitt bestanden haben. Das öffnet natürlich, wie schon Jahnz es umschrieb, viele Türen für die Zukunft. So plant Lena, trotz coronabedingter Unsicherheiten, ein Medizinstudium in Hamburg. „Bis die Zulassungsverfahren abschließend organisiert sind, dauert es noch, also warte ich ab und arbeite in der Zwischenzeit“, erzählte sie. Und auch Marina zieht es in die Hansestadt. Dort wird sie ab Oktober Schauspiel studieren, eine Leidenschaft, zu der sie eher zufällig kam. „In der siebten Klasse hatten wir eine Projektwoche, bei der wir am Ende unsere Arbeit präsentieren mussten. Bei mir wurde die Zeit etwas knapp, also habe ich einfach ein Schauspiel vorgeführt – und so kam das dann“, erzählte die 19-Jährige mit einem Schmunzeln. Den ausgefallenen Abiball wollen Schüler und Lehrer im Übrigen auf jeden Fall nachholen, betonten sie. Es bleibt zu hoffen, dass dies bald möglich sein wird.

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