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„Der Traum der Generation Z von der Vier-Tage-Woche wird sich nicht erfüllen“

Jeden Tag in die Firma, Vollzeit arbeiten, Überstunden obendrauf – für die junge Generation der Erwerbstätigen kommt dieser Alltag kaum infrage. Sie stellt sich die Zukunft anders vor.

Aufstieg im Job bleibt zwar ein wichtiges Lebensziel, zeigt eine neue Umfrage des Personaldienstleisters Randstad und des Forschungsinstituts Mentefactum, die WELT AM SONNTAG vorliegt. Demnach wollen die 16- bis 29-jährigen Berufstätigen mehrheitlich Karriere machen (53 Prozent).

Genauso groß ist allerdings der Anteil derer, denen es wichtig ist, viel freie Zeit zu haben. Bei den 30- bis 44-Jährigen und den über 44-Jährigen ist dieser Wunsch deutlich geringer ausgeprägt (32 beziehungsweise 27 Prozent).

Quelle: Infografik WELT

Doch der Traum von perfekter Work-Life-Balance, Vier-Tage-Woche und Co. wird für die Wirtschaft zum Problem. Infolge des zunehmenden Fachkräftemangels steckt sie in einem kaum aufzulösenden Dilemma. „Die Unternehmen müssen sich deutlich mehr anstrengen als früher, um attraktiv für Nachwuchskräfte zu sein.

Gleichzeitig können sie aufgrund der Personalengpässe bei den Arbeitsstunden pro Kopf kaum Abstriche machen“, sagt Jutta Rump. Sie ist Professorin und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Fachhochschule Ludwigshafen.

Aufgrund dieser angespannten Lage rechnet sie damit, dass Arbeitszeitreduzierung nur in begrenztem Umfang realisierbar ist, nicht aber flächendeckend. „Der Traum der Generation Z von der Vier-Tage-Woche wird sich nicht erfüllen“, sagt die Arbeitsmarktexpertin. Es werde verstärkt darum gehen, möglichst noch mehr Menschen als bislang in Vollzeit zu beschäftigen und den Renteneintritt nach hinten zu verschieben.

Anders sieht es aber bei einem anderen Wunsch der jungen Beschäftigten aus. Sie setzen nämlich gleichzeitig sehr stark darauf, dass sich die Art des Arbeitens verändert. 83 Prozent gehen davon aus, dass örtliche Ungebundenheit ihre Arbeit im Jahr 2025 prägt. In der ältesten Kohorte erwarten dies nur 63 Prozent.

Eine große Mehrheit der unter 30-Jährigen rechnet auch damit, zeitlich weitgehend ungebunden zu sein (72 Prozent). Hier können sie mit weitreichendem Entgegenkommen ihrer Vorgesetzten rechnen, glaubt Richard Jager, Chef von Randstad Deutschland. „Der Unternehmenssitz wird künftig noch stärker zum Ort für konstruktiven Austausch, Ideenfindung und soziale Kontakte – aber nicht mehr jeden Tag“, sagt er.

Quelle: Infografik WELT

Vom Arbeitsalltag, wie man ihn bislang kannte, müsse man sich verabschieden, je freier die Wahl von Arbeitsort und -zeit werden. Dennoch werde es auch weiterhin viele Menschen geben, die jeden Tag zur gleichen Zeit zur Arbeit gehen – einerseits, weil ihre Tätigkeit es erfordere, andererseits, weil sie selbst es so möchten. Jagers Zukunftsprognose: „Die Arbeitswelt 2025 ist noch stärker von Kontrasten geprägt.“

Diese Entwicklung birgt Konfliktpotenzial. „Das kann zu Neid und auch zum Gefühl einer Zwei-Klassen-Belegschaft führen“, sagt Arbeitsmarktexpertin Rump. Denn während ein Teil der Belegschaften mehr Wahlfreiheit bekomme, seien andere an einen fixen Arbeitsort gebunden. Was lässt sich dagegen tun? Kompensation sei nicht der richtige Weg, meint Rump. Stattdessen gehe es darum, klar und ehrlich über künftige Arbeitsmodelle zu informieren.

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