Späti ist eine moderne Abkürzung für eine alte Erfindung aus der DDR: die Spätverkaufsstelle.

Der Spätverkauf wurde zur Versorgung von Schichtarbeitern vor rund 70 Jahren eingeführt. Es waren Konsum- oder HO-Geschäfte, die auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten Waren des täglichen Bedarfs verkauften.

Natürlich konnten nicht nur Arbeiter dort einkaufen, sondern jeder Bürger. Das Angebot reichte (wenn vorhanden) von Milch und Butter, über Kaffee und Brot, bis zu Konserven und Getränken.

100 „Spätis“ vor dem Mauerfall

Anders als heute war der Spätkauf nicht als letzte Hoffnung für Nachtschwärmer gedacht. Spätverkaufsstellen hatten meist auch nur bis 21 oder 22 Uhr geöffnet. In Ost-Berlin gab es 1951 etwa 20 solcher Verkaufsstellen, vor dem Mauerfall über 100.

Zum hippen „Späti“ wurde der Späti erst nach der Wende. In West-Berlin ging man früher nachts zur Tanke, wenn man noch Chips, Zigarretten oder Bier brauchte. Inzwischen ist der „Späti“ zum Kultkiosk der Hauptstadt geworden. Vor allem auch, weil man dort alles bekommt, damit die Party nicht zu früh auf dem Trockenen sitzt.

Aber natürlich sind die Spätis heute – es soll rund 1000 geben – auch Kieztreff, Touristenattraktion und in Sachen Sortiment den DDR-Urahnen wirklich um Lichtjahre voraus. Man bekommt kaltes Bier und Champagner, Erbsensuppen-Dosen, Klopapier oder Ladekabel fürs iPhone.

Eben alles, was der Berliner spätabends noch so braucht.