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Derber und kunstvoller Humor

Matthias Ningel an seinem Element: Er spielt Klavier bei „Kultur in der Kirche“. Archivfoto: Vollformat/Volker Dziemballa

Matthias Ningel an seinem Element: Er spielt Klavier bei „Kultur in der Kirche“. (Archivfoto: Vollformat/Volker Dziemballa)

HOCHHEIM - Im Rahmen der Reihe „Kultur in der Kirche“ gastierte der Liedermacher und Humorist Matthias Ningel in der evangelischen Kirche. Im Repertoire hatte er eine gute Stunde lang nachdenklichen Humor, der sich mit profanen und gelegentlich durch und durch alltäglichen Geschichten abwechselte.

Auch Corona konnte den Alleinunterhalter nicht aufhalten – vereinbart worden war sein Termin bereits vor Ausbruch der Pandemie. So konnten die Hochheimer eine Doppelvorstellung mit Sicherheitsabständen genießen. Ningel packte in diese Shows das Wesentliche seines Programms „Kann man davon leben?“

Genau das ist das Problem: Viele Freischaffende befinden sich in einer brenzligen Situation und müssen sich oft diese Frage gefallen lassen. Doch mit Understatement und feiner Ironie legt Ningel sogleich den Finger in die Wunde: Sein lyrisches Ich singt gleich zu Anfang finanzielle Nöte, die es dazu verleiten, die eigene Großmutter hinters Licht zu führen – und ein Selbstmord im Rhein kann gerade noch abgewendet werden. Ningel begleitet am Piano seinen Gesang kunstvoll – genauso kunstvoll springt er zwischen Genres hin und her und zitiert manchmal Werke verschiedener Komponisten.

Doch es sei nicht nur Schlechtes an der Corona-Krise, sagte Ningel. Sie habe ihm durchaus auch Gutes beschert. Noch nie sei es so akzeptiert gewesen, ohne Arbeit zu sein, wie in den vergangenen sechs Monaten. Wie ein roter Faden zieht sich der Gedanke „was man zum Leben braucht“ durch den Abend.

Ningel folgt an diesem Abend nicht einer Idee, sondern lässt seine Gedanken weit schweifen und vollzieht überraschende Wendungen. Alle Träume sollten gar nicht wahr werden, so eine seiner Erkenntnisse. Die Verbissenheit unserer Zeit prangert er an und die Unfähigkeit vieler Menschen, zur Ruhe zu kommen: „Menschen, die Angst haben, abzusteigen, bringt man in den Hochseilgarten.“ Ningel besinnt sich auf Ideen des Benediktinermönchs Anselm Grün, dessen Buch „Was gutes Leben ist“ vor Kurzem erschienen ist.

Dann: ein Kinderlied über einen goldigen kleinen Rotzlöffel, in seiner Art erinnert es Georg Kreisler: „Karl-Leonard ist acht Jahre alt, liebt Fahrradfahren und Gewalt.“ Eine Hommage an Ningels Eltern ist humorvoll und nostalgisch bis melancholisch – dagegen wird das lyrische Ich in den Liedern des Kabarettisten selten geschont. Sehr amüsant ist es, wie Ningel ein piefiges altes deutsches Familienhotel beschreibt, „in dem seit Adenauer nicht mehr renoviert worden ist“. Beißender Spott fällt auf die „Geiz ist geil“-Mentalität, dargestellt anhand von fressenden Restaurantbesuchern an einem „All you can eat“-Büfett.

Eine einfach gehaltene Liebeserklärung an den Wald gerät poetisch und umso beklemmender ist es, wenn man bei diesen Zeilen an die verheerenden Schäden durch die Dürre denkt. Gefolgt von einem grotesken Lied, in dem die Waldtiere einen Förster anfallen.

Der Massentourismus bekommt ebenfalls sein Fett weg, unterlegt von Beats am Piano: Kinder bekämen heute die erste Weltreise geschenkt, wenn sie beim Kieferorthopäden den Mund öffneten.

Der gebürtig aus der Eifel stammende Humorist lebt mittlerweile in Mainz und bevor es dahin zurückgeht, gibt es großen Beifall für Ningels vielseitiges Programm, mit dem er stets unaufdringlich den Kontakt zum Publikum gesucht und gefunden hat.

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