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Germany

Die Bauzinsen steigen wieder - ohne die Nullgrenze unterschritten zu haben

Neubau in Baden-Württemberg: Die Hauspreise steigen weiter - aber die Bauzinsen sinken nicht mehr. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr sah es kurz so aus, als könnte es Baugeld zum Nulltarif oder negativen Zinsen geben. Doch jetzt scheint der Tiefpunkt durchschritten. Das Zinsniveau bleibt aber weiter niedrig.

Die Bauzinsen haben offenbar ihren Tiefpunkt durchschritten und sind wieder etwas angestiegen. Das geht aus Zahlen der Vergleichsportale Biallo und FMH Finanzberatung hervor. Der Biallo-Index für Hypothekendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit erreicht im Januar den Wert 0,81 Prozent, der historische Tiefpunkt lag im vorigen Oktober bei 0,71 Prozent. Der FMH-Index stieg von einem Tiefpunkt im Oktober bei 0,68 Prozent für zehnjährige Baudarlehen mehr oder minder kontinuierlich auf zuletzt 0,82 Prozent. Günstige Anbieter wie die Sparda-Bank Baden-Württemberg werben jetzt mit 0,57 Prozent für Baudarlehen über 300 000 Euro mit zehn Jahren Laufzeit und 60 Prozent Beleihung. Die Sparda-Bank Hessen verlangt laut Biallo für einen ähnlichen Kredit 0,6 Prozent.

Negative Bauzinsen scheinen damit zumindest auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Im vorigen Jahr war darüber spekuliert worden, ob die Banken zu diesem Mittel greifen, wenn die Entwicklung der Referenzzinsen am Markt es nahelegt. Unter besonders günstigen Umständen hatten im vergangenen Jahr einzelne Anbieter Baudarlehen zu Zinssätzen sehr nahe an der Null-Prozent-Grenze offeriert. Im Falle einer Tilgung innerhalb der Zinsbindung ("Volltilgerdarlehen") und einem für die Bank günstigen Verhältnis von Hauswert und Kredithöhe ("Beleihungsauslauf") hatte der niedrigste Zinssatz in Deutschland zeitweise bei 0,02 Prozent gelegen. Einschließlich der Nutzung von Förderkrediten etwa der KfW war es unter Umständen möglich, einen Bau zu negativen Zinsen zu finanzieren.

Iran-Krise drückte Bund-Rendite nur kurz

Hintergrund der etwas höheren Bauzinsen scheint der Anstieg der Rendite der Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit zu sein, an der sich die Bauzinsen der Banken oft orientieren. Diese erreichte ihren bisherigen Tiefpunkt im August vorigen Jahres mit minus 0,71 Prozent und ist seither bis auf minus 0,19 Prozent gestiegen. Die Faktoren, die auf diese Rendite einwirken, sind vielfältig. Unter anderem gelten als Gründe für den Rendite-Anstieg Ende vergangenen Jahres nachlassende Brexit-Sorgen und Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Im neuen Jahr drückte die Iran-Krise die Rendite erst, dann ließen beruhigende Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sie wieder steigen. Von der Europäischen Zentralbank dagegen sind derzeit keine zinstreibenden Signale zu erwarten. Die Notenbank hatte im September ihren Einlagenzinssatz weiter gesenkt und kauft seit November wieder Anleihen im Umfang von 20 Milliarden Euro im Monat, was die Rendite, wenn überhaupt, eher drücken sollte.

Die Banken hätten die Veränderungen der Bundesanleihen-Rendite nicht immer eins zu eins an die Hausbauer weitergebene, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Im September hätten sie Zinssenkungen nicht so weitergegeben, wie es möglich gewesen wäre, und aktuell hätten sie die Zinsen nicht so erhöht, wie sich die Bundesanleihe verteuerte. Das Vermittlungsportal Interhyp erwartet für dieses Jahr eher eine Seitwärtsbewegung der Bauzinsen - und rät Hausbesitzern mit einer laufenden Finanzierung zum Jahresanfang zu Sondertilgungen.

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