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Die Deutschen zahlen jetzt die mit Abstand höchsten Strompreise der Welt

Die Strompreise im Basistarif sind nach übereinstimmenden Angaben der Vergleichsportale Check24 und Verivox auf einen neuen historischen Höchstwert geklettert. Mit 33,77 Cent pro Kilowattstunde ist Elektrizität im Basistarif teurer als jemals zuvor. Mehr als die Hälfte des Preises besteht aus staatlich vorgegebenen Steuern, Abgaben und Umlagen.

Im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres sind die Stromkosten damit um rund vier Prozent gestiegen, meldet Verivox: „Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden hat dadurch höhere Stromkosten von rund 50 Euro pro Jahr.“

Auf den ersten Blick überrascht der Anstieg der Verbraucherpreise. Schließlich war der Stromverbrauch der Volkswirtschaft im Zuge der Corona-Krise stark eingebrochen. Die rückläufige Nachfrage hatte den Preis im Großhandel der Börse „European Energy Exchange“ (EEX) stark unter Druck gesetzt.

Ausbau erneuerbarer Energien soll beschleunigt werden

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Quelle: WELT/ Eybe Ahlers

Doch diese Entlastung ist bei vielen Haushalten nicht angekommen. Im Gegenteil: „Bei den Strompreisen ist Deutschland nach wie vor Weltspitze“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Mitverantwortlich dafür ist das Beihilfe-Regime zur Förderung von Ökostrom-Produzenten. Die haben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Anspruch auf eine fixe Vergütung für Grünstrom, unabhängig vom eigentlichen Wert der Kilowattstunden. Fällt der Wert des Stroms an der Energiebörse, müssen also umso höhere Ausgleichszahlungen an die Ökostrom-Produzenten erfolgen. Für den Verbraucher, dessen Strombedarf im Lockdown und Homeoffice eher noch steigt, bleibt die Kostenbelastung pro Kilowattstunde somit gleich.

Bei einem Ökostrom-Anteil von inzwischen rund 45 Prozent geht es um erhebliche Beträge. So haben die Netzbetreiber im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 30,8 Milliarden Euro an die Grünstrom-Produzenten auszahlen müssen, um sie für den Verfall der Börsenstrompreise zu entschädigen. Die Summe wird als „EEG-Umlage“ auf die Rechnung aller Verbraucher aufgeschlagen. Insgesamt stiegen damit die Kosten der Ökostrom-Subvention von zuletzt rund 24 Milliarden Euro im Laufe eines Jahres um weitere 6,4 Milliarden Euro an.

Durch den coronabedingten Verfall der Börsenstrompreise wäre die EEG-Umlage in diesem Jahr schlagartig von 6,75 auf rund 9,6 Cent pro Kilowatt gesprungen. Doch die Bundesregierung hat den Umlagebetrag auf 6,5 Cent gedeckelt – auch um Ökostrom für die Anwendung im Verkehr preislich nicht zu unattraktiv werden zu lassen. Was der Stromverbraucher deshalb weniger an EEG-Umlage ausgibt, zahlt er als Steuerbürger mehr: Insgesamt elf Milliarden Euro der Ökostrom-Beihilfen werden in diesem und im nächsten Jahr erstmals direkt aus den Steuereinnahmen des Bundes beglichen.

Quelle: Infografik WELT

Damit ist die EEG-Umlage zwar mitverantwortlich für das aktuelle Strompreisniveau, aber nicht mehr für den jüngsten Anstieg. Die Höhe der EEG-Umlage sollte in den kommenden Jahren auch weiter zurückgehen, weil immer mehr Anlagen an das Ende ihres 20-jährigen Förderzeitraums kommen und die Förderkosten neuer Windkraft- und Solaranlagen deutlich niedriger sind. Seit 2018 müssen sich Projektierer von Ökostrom-Anlagen in einem Auktionsverfahren um Baulizenzen bewerben. Das hat die Höhe neuer Beihilfen nach dem EEG inzwischen drastisch reduziert.

Neuer Kostentreiber auf der Stromrechnung der Verbraucher sind vielmehr die Netzengelte. Im Zuge der Energiewende müssen Netzbetreiber Reservekraftwerke bauen und betriebsbereit halten, Marktteilnehmer für Leitungsengpässe entschädigen und tausende Kilometer von Höchstspannungsleitungen errichten. Allein der westdeutsche Stromnetzbetreiber Amprion verdoppelte gerade sein Investitionsvolumen für die kommenden zehn Jahre auf 24 Milliarden Euro. „Die gestiegenen Netznutzungsentgelte und die Mehrwertsteuererhöhung haben zu dieser spürbaren Belastung geführt“, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24: „Die minimale Senkung der EEG-Umlage kann das nicht ausgleichen.“

Schon im vergangenen Jahr hatte eine Analyse von Verivox ergeben, dass die Deutschen die mit Abstand höchsten Strompreise der Welt zahlen. Während hierzulande im Schnitt 32 Cent pro Kilowattstunde auf der Rechnung standen, lag der internationale Durchschnitt bei 12,22 Cent. An diesen Verhältnissen dürfte sich in den vergangenen Monaten wenig geändert haben.

Auch in anderen Industriestaaten ist Strom zum Teil deutlich günstiger als in Deutschland, berichtet Verivox, bezugnehmend auf Berechnungen des Dienstleisters Global Petrol Prices und Marktdaten der Weltbank. So kostete die Kilowattstunde in den USA im Schnitt nur die Hälfte, rund 13 Cent.

„Selbst wenn das unterschiedliche Preisniveau zwischen den Ländern berücksichtigt wird, liegt Deutschland im weltweiten, kaufkraftbereinigten Strompreisvergleich auf Platz 16 und ist damit der teuerste G-20-Staat“, heißt es bei Verivox. „Dahinter folgen mit Abstand Italien und die Türkei.“

Der Bundesverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass sich der Preisvergleich nur auf die Grundversorgungstarife der Versorger bezieht. Durch den Wechsel in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Versorger können die Verbraucher oft hunderte Euro sparen. „Strompreise sind Wettbewerbspreise, und der Wettbewerb am Strommarkt ist sehr intensiv“, erklärte ein Sprecher des BDEW: „In jedem Netzgebiet konkurrieren laut Bundesnetzagentur im Durchschnitt 132 Stromanbieter um die Gunst der Verbraucher.“

„Der Grundversorger stellt unter anderem bei einem Umzug oder Neubezug einer Wohnung sofort Energie zur Verfügung“, erklärte der BDEW-Sprecher. Auch wenn beispielsweise ein Strom- oder Gaslieferant Insolvenz anmeldet, müsse der Grundversorger automatisch einspringen. „Für die Grundversorgung müssen die Versorger auch deshalb immer flexibel Energie beschaffen, ohne die genauen Abnahmemengen planen zu können.“ Dies trage zu höheren Beschaffungskosten in der Grundversorgung bei.

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