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Die vergessene Gruppe: Kölner Physios schlagen Alarm – weil Fehl-Info alle gefährdet

Köln -

Jeden Abend um 21 Uhr treten viele Kölner auf ihre Balkone und Fenster, um mit großem Applaus den zahlreichen Helfern während der Corona-Krise zu danken. Ärzten, Apothekern, Krankenschwestern – ihnen scheint die Aktion zu gelten.

Doch (mindestens) eine Berufsgruppe wird dabei nahezu vergessen. Viele wissen nicht einmal, dass sie überhaupt noch praktiziert: die Physiotherapeuten.

„Unter den Heilmittelerbringern wächst in diesen Tagen allerorts die Verzweiflung“, stellt der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. in einem allgemeinen Schreiben dar. Damit spricht er sowohl für Physiotherapeuten als auch für Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen.

Corona-Krise: Finanzielle Nöte der Physiotherapeuten

Aufgrund der Corona-Krise würden immer mehr Patienten ihre Termine absagen. Grund dafür seien zunächst die Angst vor einer Ansteckung. In vielen Praxen gehören Risikopatienten zum Kundenstamm, die ihre Termine nun nicht mehr wahrnehmen können.

Viele Patienten denken aber auch, dass die Praxen aufgrund des Kontaktverbots geschlossen seien. „Das ist aber nicht korrekt“, erklärt der ZVK. Denn auch sie gehören zu den „systemrelevanten“ Dienstleistern und seien weiterhin geöffnet.

Kölner Physiotherapeuten: „Wir haben weiterhin geöffnet“

Dieses Problem kennen auch die Kölner Physiotherapeuten. „Viele haben diese Fehlinformation“, beklagt N. Spangenberg aus der Praxis „Kölner Physio Kollektiv“ und betont ausdrücklich, dass sie weiterhin geöffnet haben.

Wie viele andere, habe sich auch ihre Praxis neben der allgemein geltenden Hygienevorschriften sogar weitere Maßnahmen auferlegt: Die Therapeuten tragen sowohl Mundschutz als auch Handschuhe, um sich und die Patienten nicht zu gefährden. Zudem werden die Patienten gebeten, sich vor der Behandlung gründlich die Hände zu waschen.

Doch auch sie haben einen deutlichen Patientenrückgang zu beklagen. Rund 40 bis 50 Prozent der Patienten müssen ihre Termine absagen, erklärt Spangenberg. Einige Praxen mussten aufgrund der finanziellen Notlage bereits schließen. Auch ihrer Praxis drohe die Anmeldung von Kurzarbeit. Dies sei bisher die einzige Möglichkeit, die Situation zu meistern und keinem der Therapeuten kündigen zu müssen.

Physiotherapeuten sehen Gesundheit der Bevölkerung in Gefahr

Damit ist sie nicht allein. Auch in der Praxis „Physio am Ring“ musste für die sieben Therapeuten bereits Kurzarbeit beantragt werden, erklärt Tina Dümbgen, Verwaltungsangestellte der Praxis. Rund 80 Prozent Absagen mussten sie bereits hinnehmen.

„Wie es weitergeht, wissen wir nicht“, beklagt Dümbgen. Sie wünsche sich von der Regierung etwas mehr Hilfe, beispielsweise mit steuerlichen Erlässen.

Kölner Physiotherapeuten wünschen sich Dank

Armin Görtz, Physiotherapeut der Praxis Schrader in Pulheim, baut ebenfalls auf die Berücksichtigung der Regierung. „Es ist schon nicht einfach“, sagt er. Noch vor ein paar Wochen seien die Termine so voll gewesen, dass sie einen neuen Kollegen eingestellt hatten. Auch er müsse jetzt wahrscheinlich direkt in Kurzarbeit geschickt werden.

Doch das hinge zudem mit sehr viel Bürokratie zusammen und sei oft nicht so einfach, so Görtz. Absagen der Patienten müssten dokumentiert und finanzielle Einbußen nachgewiesen werden.

Jetzt hieße es, abwarten, wie es sich entwickelt. In der Zwischenzeit sollte auch bei der abendlichen Dankesaktion an die vielen Physiotherapeuten gedacht werden, wie sich Tina Dümbgen von Herzen wünscht. 

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