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Diese Kasselerin ist Vorbild für viele Lesben

Gut vernetzt in Kassel: Veronica King ist Mutter, Sozialpädagogin beim Jugendamt, Übungsleiterin bei Dynamo Windrad und in der queeren Szene aktiv.

Vor fast 30 Jahren kam Veronica King der Liebe wegen nach Kassel. Seither setzt sich die Niederländerin für queere Menschen ein. Nun bekam sie den Hessischen Preis für lesbische Sichtbarkeit.

Kassel – Manchmal outet sich Veronica King an der Arbeit mit ihrem T-Shirt. Als die Mitarbeiterin des Kasseler Jugendamtes 25 Jahre mit ihrer Partnerin Claudia zusammen war, bekam sie von ihr ein Hemd geschenkt mit dem Aufdruck: „Meine Frau ist die Beste.“ Wenn sie es trägt, erfahren ihre Klienten, dass King Frauen liebt.

In der vergangenen Woche hat die 53-Jährige den erstmals vergebenen Hessischen Preis für Lesbische Sichtbarkeit bekommen. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung gab es nicht für T-Shirts mit lustigen Slogans, sondern für das vielfältige Engagement der Niederländerin aus Nordhessen, die alle nur Vera nennen.

Für das Jugendamt arbeitet die Sozialpädagogin in der Krisenintervention. Als Übungsleiterin bei Dynamo Windrad schafft sie Sportangebote für Frauen und andere Geschlechter, organisiert Fußballturniere, arbeitet in Theaterprojekten und hat auch den Christopher Street Day mitorganisiert. Die grüne Landtagsabgeordnete Vanessa Gronemann, die mit ihr bei Dynamo Fußball gespielt hat, sagt: „Für junge Menschen sind Vorbilder wichtig, die offen mit ihrer Sexualität umgehen und sich für eine offene Gesellschaft einsetzen. Vera ist so jemand.“

Eigentlich müsste es nun auch T-Shirts geben, auf denen steht: „Vera ist die Beste.“ Trotzdem war King überrascht, dass sie ausgewählt wurde: „Ich habe kein Megaprojekt vorzuweisen.“ Und unter den anderen Nominierten waren etwa auch Prominente wie die Frankfurterin Erika Wild, der die angeblich weltweit älteste Lesben-Bar „La Gata“ gehört.

Es ist auch nicht selbstverständlich, dass gleich jemand ausgezeichnet wird, der aus der nordhessischen Provinz kommt. Die Sozial- und Theaterpädagogin zog Anfang der 90er-Jahre aus der liberalen Metropole Amsterdam nach Kassel – wie so viele wegen der Liebe. In ihrer Wahlheimat fühlte es sich für sie zunächst an, „als gäbe es nur neun Schwarze. Ständig wurde mir hinterhergeschaut.“ King werde „nicht nur als lesbische Frau, sondern auch als Woman of Colour diskriminiert“, sagt Gronemann.

In ihrer Heimat wurde King oft als „Pot“ beschimpft, dem holländischen Wort für „Lesbe“. Sie hat das Wort dann einfach mit Stolz positiv umgedeutet. Im Studium leitete sie eine Gruppe für lesbische und bisexuelle Frauen. Heute hilft sie nonbinären Menschen, die weder Mann noch Frau sind, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Auch ihr Privatleben zeigt, wie vielfältig Lebensformen längst geworden sind. Mit ihrer langen Liebe Claudia ist King nicht mehr zusammen: „Sie ist aber meine Konstante.“ Wenn man sie fragt, mit wem sie zusammenlebt, sagt sie: „Ich lebe Familie.“ Dazu zählen zwei Pflegekinder (20 und 36) sowie ihr 14-jähriger Sohn, den sie mit 39 zur Welt gebracht hat. Er hat zwei Mütter, die zwar nicht mehr zusammen sind, ihn aber gemeinsam erziehen.

Trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte ist King überzeugt, dass noch viel für die Gleichberechtigung queerer Menschen getan werden muss: „Schwul ist das meistverwendete Schimpfwort.“

Gronemann hat den Eindruck, dass ihre Vereinskollegin in Kassel „jeden kennt“. Doch manchmal lernt King doch noch jemand Neues kennen. Menschen wie sie müssen sich dann jedes Mal fragen, ob sie erzählen sollen, dass sie nicht heterosexuell sind und welche Konsequenzen das hätte. Früher dachte sie, „ein Coming-out hat man nur einmal“. Heute weiß sie: „Das ist nicht so.“ (Matthias Lohr)

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