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Dieser Portugiese ist das Gesicht der neuen Bewegung im Darts

Als sein Pfeil im grünen Feld der Doppel-19 steckenblieb, schossen Jose De Sousa Tränen in die Augen. Er legte seine Fäuste an die Schläfen, nicht fassen könnend, was er da soeben vollbracht hatte.

Wenige Minuten später stand er immer noch auf der Bühne, angekündigt als Gewinner seines ersten Titels bei einem TV-Turnier. Mit einem 158er-Checkout hatte er das 16:12 im Endspiel gegen James Wade perfekt gemacht und damit für das letzte dicke Ausrufezeichen eines gleichermaßen hochklassigen wie überraschenden Turniers gesorgt.

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Die 180er-Maschine läuft noch: Altmeister Simon Whitlock schaffte es beim Grand Slam spektakulär ins Halbfinale

Quelle: LAWRENCE LUSTIG

Es begann vor einer Woche mit einem Rekord-Average des Belgiers Dimitri van den Bergh, im Viertelfinale stellte der Australier Simon Whitlock einen Rekord für die meisten in einem Match geworfenen 180er auf: gleich 20 Mal warf der „Wizard“ die maximale Punktzahl. Und dazwischen: Menschen, Tiere, Sensationen. Kein Tag verging ohne Überraschungen. Dass am Ende José De Sousa, ein Spieler aus den Niederungen der Weltrangliste den Sieg und 125.000 Pfund Preisgeld mitnahm, war das passende Ende. Ein Portugiese – erstmals.

De Sousa ist das Gesicht einer Bewegung

2020 ist das Jahr der großen Überraschungen – positiv wie negativ. Michael van Gerwen, der große Dominator ist in diesem Jahr gestürzt worden, hinabgezogen auf eine Ebene mit Peter Wright, Gerwyn Price, Nathan Aspinall oder Michael Smith. Und dahinter hat sich eine bärenstarke zweite Reihe etabliert, aus der dank ihrer Breite an jedem Wochenende zwei, drei andere Vertreter tief in die Turniertableaus vordringen.

De Sousa ist das Gesicht dieser Entwicklung. Der Mann mit dem Spitznamen „The Special One“, in Anlehnung an den erfolgreichsten Fußballtrainer des Landes, natürlich. Aber eben auch, weil er – wie er selbst sagt – spezielle Dinge macht. Unkonventionelle Check-out-Wege und auch mal den einen oder anderen ungewohnten Rechenfehler.

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Zweites Jahr auf der Tour, erster großer Titel: der Portugiese José De Sousa

Quelle: LAWRENCE LUSTIG

Bereits 2011 war er schon bei der WM dabei gewesen. Es war damals eine dieser typischen Exoten-Geschichten, mit denen PDC-Boss Barry Hearn sein Saisonhighlight über den gesamten Globus zu spannen versuchte. Konsequent hat er Turniere geschaffen, bei denen neben den sportlichen Qualifikanten immer auch ein paar Wildcards oder Teilnehmer durch regional begrenzte Turniere dabei waren. Nun zeigen sich die ersten Folgen seiner Aufbauarbeit.

Dort, wo sich vor ein paar Jahren noch Engländer, ein paar Schotten und Niederländer am Board trafen, geben sich heute Spieler aus vielen verschiedenen Nationen die Pfeile in die Hand.

Das Halbfinale des Grand Slams setzte sich aus einem Portugiesen, einem Belgier, einem Australier und einem Engländer zusammen. Weltmeister Peter Wright war in der Vorrunde ausgeschieden. Titelverteidiger Gerwyn Price schied trotz starker Leistung im Achtelfinale aus, und für van Gerwen bedeutete das Viertelfinale Endstation.

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Der African Warrior mit Gebrüll: Devon Petersen spielt seine beste Saison auf der Tour

Quelle: pa/empics/Steven Paston

Die Aufsteiger dieser Saison kommen aus Südafrika (Devon Petersen) und Portugal (De Sousa). Der Belgier van den Bergh gewann bereits das World Matchplay, und beim World Grand Prix schaffte es mit dem Niederländer Dirk van Duijvenbode ein Spieler ins Finale, der sich erst zu Jahresbeginn die Tourcard gesichert hatte.

Wales gewann Anfang November erstmals den World Cup. Ein Turnier, bei dem Deutschland es erstmals ins Halbfinale schaffte. In den Top 15 stehen Spieler aus acht verschiedenen Nationen, in den Top 20 sind es zehn.

Alles kann, nichts muss – der Dartsport ist so ausgeglichen, vielfältig und spannend wie nie. Und da das momentan auf höchstem Niveau geschieht, erlebt Darts auch ohne Fans eine ganz besondere Faszination.

Bereits am Freitag geht es mit den Players Championship Finals weiter. Der einzige deutsche Teilnehmer Gabriel Clemens trifft in der ersten Runde der vom Streamingdienst DAZN übertragenen WM-Generalprobe auf Martijn Kleermaker. Der Niederländer spielt nach erfolgreicher Qualifikation im Januar 2020 seine erstes Jahr auf der Tour.

De Sousa, der in der Weltrangliste nach dem Grand Slam einen Sprung von Platz 34 auf Rang 15 machte, steigt gegen Mike De Decker ein. Auch der Belgier ist erst seit Jahresbeginn auf der Tour dabei.

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