Germany

Dorea-Gruppe aus Berlin kauft drei Senioreneinrichtungen

Die Mein-Zuhause-Einrichtung an der Zollstraße in Vegesack ist seit 2016 in Betrieb. Der neue Eigentümer Dorea will weiter expandieren.

Die Mein-Zuhause-Einrichtung an der Zollstraße in Vegesack ist seit 2016 in Betrieb. Der neue Eigentümer Dorea will weiter expandieren. (Christian Kosak)

Der Markt für stationäre und ambulante Pflege in Deutschland wächst rasant. Und er sorgt zunehmend für Eigentümerwechsel. Davon sind jetzt auch die erst 2014, 2016 und 2018 eröffneten Senioreneinrichtungen von „Mein Zuhause“ in Stotel, Vegesack und Lesum betroffen. Die Gesellschafter haben ihre Anteile zu 100 Prozent an den Berliner Pflegeheimbetreiber Dorea veräußert, der nach Angaben seines Pressesprechers Wolfpeter Hocke weitere Senioreneinrichtungen in der Region um Bremen erwerben will.

In den drei Senioreneinrichtungen von „Mein Zuhause“ werden nach Hockes Angaben momentan rund 260 alte Menschen von etwa 245 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versorgt. Die Heime seien gut ausgelastet, sagt auch der Stoteler Einrichtungsleiter Joachim Pusch. Finanzielle Probleme gab es also nicht. Für Bewohner und viele Pflegekräfte kam die Nachricht über den Eigentümerwechsel deshalb überraschend, freilich nicht für die Heimleitungen. Denn die Initiative zum Verkauf der Senioreneinrichtungen an die Dorea-Gruppe ging dem Vernehmen nach von den Mein-Zuhause-Gesellschaftern aus. Grund: Sie fanden angeblich keinen geeigneten Nachfolger für den langjährigen Geschäftsführer Horst Koltrowitz (68), der inzwischen in Rente gegangen ist.

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Bei dem erst 2015 gegründeten Unternehmen Dorea am Kurfürstendamm stießen die Mein-Zuhause-Anteilseigner auf ihrer Suche nach einem Käufer auf offene Türen. Denn die Berliner wollen expandieren und sich dabei auf die Übernahme kleinerer Betreiber von bis zu zehn Häusern konzentrieren, wie es in einem Medienbericht heißt. Zu welchem Preis die Hauptstädter die Mein-Zuhause-Niederlassungen erworben haben, wird nicht mitgeteilt.

Darüber sei zwischen den Verhandlungspartnern Stillschweigen vereinbart worden, sagt Wolfpeter Hocke. Erhebliche Investitionen in Millionenhöhe hatten die Gesellschafter vor allem in den Erwerb von Grundstücken und den Bau der Wohn- und Pflegehäuser in Stotel und Vegesack investiert, während die dreigeschossige Senioreneinrichtung mit seinen 105 Einzelbettzimmern im Lesum-Park an der Charlotte-Wollf Allee gemietet worden ist.

Nachfolgelösung ohne Auswirkungen für Belegschaft und Bewohner

Auswirkungen für die Bewohner und die Belegschaften hat die sogenannte Nachfolgelösung für die drei Mein-Zuhause-Heime nach den Worten von Wolfpeter Hocke und Joachim Pusch nicht. Hocke: „Die Einrichtungen werden so weitergeführt wie bisher.“ Bauliche und personelle Veränderungen auf den Leitungsebenen seien nicht geplant. Allerdings sollen mit den Heimleitungen und der Regionalleitung neue Serviceangebote erarbeitet und abgestimmt werden. Dorea-Geschäftsführer Axel Hölzer, so heißt es, wolle den Wohlfühlfaktor in allen Häusern des Unternehmens erhöhen und die medizinische und soziale Betreuung mit Leistungen aus der Hotellerie verbinden.

Neben den drei Senioreneinrichtungen von „Mein Zuhause“ haben die Berliner im vergangenen Jahr bundesweit 15 weitere Häuser übernommen. Aktuell zählen 75 Pflegeheime mit gut 7150 Betten und rund 1250 ambulant betreuten Patienten zur Dorea-Gruppe, wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt, bei dem insgesamt 5300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Und das in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro erzielen will.

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Seit dem Jahreswechsel 2018/19 ist übrigens das milliardenschwere französische Familienunternehmen Mulliez mit seiner Betreibergesellschaft Maisons de Famille Mehrheitseigner von Dorea. Die Franzosen besitzen zudem unter anderem eine Supermarktkette und Sportgeschäfte. Und sie werden mit der Aussage zitiert, mit Dorea zu einem Vorbild in der Pflegebranche und zum jeweils regionalen Champion aufsteigen zu wollen. Dazu ist freilich genügend Personal erforderlich.

Horst Koltrowitz und Joachim Pusch hatten, wie berichtet, mehrfach philippinische Fachkräfte für die drei Mein-Zuhause-Niederlassungen angeworben. In diesem Jahr sollten zehn weitere hinzukommen und einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Das jedenfalls sahen die bisherigen Personalplanungen vor. Dorea-Sprecher Wolfpeter Hocke antwortet auf die Frage, ob weitere Anwerbungen aus dem Ausland geplant seien: „Es sind genügend Fachkräfte in den Einrichtungen vorhanden.“