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Drei syrische Schwestern - Aus zerbombter Heimat zum Abi in Deutschland

Köln – Im März 2015, als die Raketen der Al-Nusra-Truppen die Fensterscheiben ihrer Küche im syrischen Idlib erzittern ließen, da traf Familie Kayyali eine folgenschwere Entscheidung: lieber fliehen als sterben. Damit die Kinder eine Zukunft haben.

Fünf Jahre später sind sie in dieser Zukunft angekommen: Die Schwestern Leila (20), Leen (20) und Shahd (19) bekamen jetzt in Köln ihr Abiturzeugnis überreicht.

Angekommen in der Zukunft: Leila (l.), ihre Zwillingsschwester Leen (r., 20) und Shahd (19, Mitte) in ihrem Zimmer, das sie sich seit ihrer Ankunft in Köln teilen
Angekommen in der Zukunft: Leila (l.), ihre Zwillingsschwester Leen (r., 20) und Shahd (19, Mitte) in ihrem Zimmer, das sie sich seit ihrer Ankunft in Köln teilenFoto: Christian Knieps

2015: Fünf Tage nachdem sie in der Küche um ihr Leben bangten, flohen die Eltern, drei Töchter und Sohn Mohammed (damals 10) in die Türkei. In Istanbul kamen sie bei einer Verwandten unter, 14 Menschen in einem Zimmer, sie blieben fünf Monate dort. Das Haus, das sie in Idlib verlassen hatten, wurde bald darauf zerbombt.

Was von der Heimat übrig blieb: In diesem Haus in Idlib (Syrien) lebten die drei Schwestern mit ihren Eltern und ihrem Bruder bis zur Flucht 2015. Kurz darauf wurde es zerbombt
Was von der Heimat übrig blieb: In diesem Haus in Idlib (Syrien) lebten die drei Schwestern mit ihren Eltern und ihrem Bruder bis zur Flucht 2015. Kurz darauf wurde es zerbombtFoto: Privat

Nach fünf Monaten in der Türkei beschloss die Familie: Das kann noch nicht die Zukunft sein. Die Verwandten warnten: Der Weg nach Europa ist gefährlich! Sie gingen trotzdem.

Nachts im überfüllten Schlauchboot nach Griechenland, weiter über die Balkanroute nach Wien. Dort kamen sie in einer Turnhalle unter.

Nach der Ankunft auf Lesbos (Griechenland) schlief die Familie in einem Zelt am Hafen
Nach der Ankunft auf Lesbos (Griechenland) schlief die Familie in einem Zelt am HafenFoto: Privat

Nach knapp drei Wochen waren sie in Sicherheit, endlich. Über Salzburg reisten sie nach München, weiter nach Köln. Im Dezember 2015 bekam die Familie Asyl.

Eine Geschichte wie so viele aus dem Flüchtlingssommer 2015. Und eine mit Happy End.

Viele waren skeptisch: Abitur – ob die das packen? Sie können ja kaum Deutsch! Wäre eine Ausbildung nicht besser?

Die Zwillinge und Schwester Shahd (Mitte) wenige Monate nach deren Geburt in Syrien
Die Zwillinge und Schwester Shahd (Mitte) wenige Monate nach deren Geburt in SyrienFoto: Privat

„Wir wollten das Abi unbedingt“, sagt Shahd. „Wir haben uns angestrengt, Deutsch gelernt, um mithalten zu können.“

Die Lehrer am Kölner Irmgardis Gymnasium glaubten an die drei. Im Sommer 2020, fünf Jahre nach dem Schicksalssommer, bestanden sie das Abi: Shahd mit einem Schnitt von 2,8, Leila mit 3,0, Leen mit 3,3.

Die Weichen in die Zukunft sind gestellt, und doch sind sie eng verknüpft mit der Vergangenheit.

Geschafft! Die drei Schwestern haben ihr Abi in der Tasche
Geschafft! Die drei Schwestern haben ihr Abi in der TascheFoto: Privat

Shahd will Politikwissenschaften studieren, Schwerpunkt: Nahost. Verstehen, was in ihrer Heimat passiert und warum. Mitreden, etwas verändern.

Leila möchte Soziologie studieren, die Lehre vom Zusammenleben der Menschen: „Ich möchte Menschen zusammenbringen und ihnen mit meinen Erfahrungen als Flüchtling helfen.“ Leen möchte Architektin werden. Häuser bauen, statt Trümmer beiseiteräumen. Sie sucht ein Praktikum bei einem Architekten.

Ihr Vater, der in Syrien als Handwerker arbeitete, hat eine Stelle als Maler gefunden. Den alltäglichen, deutschen Papierkram erledigen die Töchter – weil sie besser Deutsch sprechen.

„Deutschland hat uns eine tolle Chance gegeben“, sagt Shahd. „Wir möchten nun etwas zurückgeben.“

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